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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 30. Dezember 2011 +++
 

Spirelli“ steht für kirchliche Freizeit

 

  Gut angenommen wird das Freizeitangebot „Spirelli“ der Kirchgemeinde Arnsdorf. Wie Thomas Scholz als stellvertretender Gemeindekirchenrat verrät, verbergen sich dahinter Spiele, Religion und Lieder. „Nachdem die Schule nach Nieder Seifersdorf wechselte, bieten wir statt der Christenlehre diese Form den Kindern und Jugendlichen an“, so Thomas Scholz.
  Montags ist Treff im Pfarrhaus – und was da so gemacht wird, bestimmen sieben Eltern, die sich abwechselnd „Spirelli“ widmen. So bereitete die Gruppe das Krippenspiel nicht nur vor, sondern führte es Heiligabend auch auf. Auch die Osterfeiertage und der Gottesdienst dazu liegen in den Händen der „Spirellis“. Sie wollen zu diesen kirchlichen Feiertagen mit eigenem Programm aufwarten. (SZ/sg).

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Auch die Kinder vom Krippenspiel finden es toll, dass in der Arnsdorfer Kirche alles voller Stroh liegt. Wer es aber doch etwas bequemer mag, kann sich zum Gottesdienst an diesem Sonnabend einen Stuhl mitbringen. Foto: Nikolai Schmidt

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 24. Dezember 2011 +++
 

Arnsdorfer feiern Weihnachten im Stall

von Steffen Gerhardt

 

  Einen Gottesdienst auf Stroh, das hat es hier noch nicht gegeben. Aber die Kirche ist fast leer. Denn es wird gebaut. Wer will, bringt Stühle mit.

Die Kirchgemeinde Arnsdorf-Hilbersdorf ist immer für eine überraschende Idee gut. In diesem Jahr sind die Bauarbeiten an der Arnsdorfer Kirche das Ausschlaggebende dafür gewesen. „Wir haben bald kein Gestühl mehr in der Kirche, aber auf den Gottesdienst zu Heiligabend in der Kirche verzichten wir nicht“, sagte Pfarrer Andreas Fünfstück bereits im Oktober, als die Sanierungsarbeiten erst begonnen hatten.
  Daran hielt der Gemeindekirchenrat Arnsdorf-Hilbersdorf/Nieder Seifersdorf fest und ließ die Idee weiter reifen. An diesem Sonnabend findet der Gottesdienst im Stall von Bethlehem statt. Thomas Scholz als stellvertretender Vorsitzender des Gemeindekirchenrates erklärt das: „Dort, wo bisher das Gestühl stand, ist alles mit Stroh ausgelegt. Hier steht die Krippe und findet das Krippenspiel statt.“
  Dabei ist es den Besuchern freigestellt, ob sie im Stroh oder auf den Bänken im Stroh Platz nehmen. „Jeder hat aber auch die Möglichkeit, seinen Stuhl in die Kirche zu bringen und mit seinem Namen zu reservieren“, ergänzt Thomas Scholz. Dazu hatten die Bürger bis Freitagnachmittag Gelegenheit und stellten ihre Stühle schon mal sitzbereit hin.
  Wie die neue Sitzordnung ankommt, werden Pfarrer Andreas Fünfstück und der Gemeindekirchenrat Sonnabendnachmittag erleben, denn 17.30Uhr beginnen Gottesdienst und Krippenspiel. Auch die Kinder und Jugendlichen sind schon aufgeregt, wie ihre Geschichte in der zum Stall umfunktionierten Kirche ankommt. Denn in diesem Jahr sind auch die Besucher mit einbezogen, sitzen sie doch mit im Stall von Bethlehem.
  Thomas Scholz will vorab vom Krippenspiel noch nicht viel verraten. Aber den Zuschauer erwartet die klassische Variante mit Anleihen aus der heutigen Medienwelt. „Im vergangenen Jahr spielte die Krippenaufführung auf Omas Dachboden, wo zwei Mäuse die Akteure waren, dieses Jahr haben wir uns etwas anderes einfallen lassen“, sagt der Mitorganisator. Dabei weiß Thomas Scholz, dass das Krippenspiel immer für Diskussionen unter den Gästen sorgt: Die einen finden es prima, andere nicht so toll. Aber im Mittelpunkt steht die Spielfreude der Kinder, auch dieses Jahr werden es wieder um die zwei Dutzend sein, die sich freiwillig für einen Auftritt in der Krippe gemeldet haben.
  „Wir schicken keinen weg, jeder wird mit einbezogen. In diesem Jahr sogar der Pfarrer“. Und dieser ist, so Thomas Scholz, der ehemalige Regionalbischof Hans-Wilhelm Pietz. Er wird auch die Andacht zu Heiligabend halten.
  Damit alles reibungslos im Stall funktioniert, waren die Handwerker noch bis zuletzt straff im Einsatz. Die Treppe zur Empore musste wieder eingesetzt, die Kanzel stabilisiert und Stolperstellen im Fußboden beseitigt werden. Denn über den Jahreswechsel ruhen die Bauarbeiten an und in der Kirche.
  Danach geht das Baugeschehen aber weiter. Schwerpunkt ist zunächst der Fußboden, wobei Granitplatten und Ziegelsteine weiter Bestand haben sollen, aber neu angeordnet werden. Das gegenwärtige Gefälle des Fußbodens wird mit einer Stufe zwischen Kirchenschiff und Altarraum ausgeglichen und die Elektrik wird aus den Wänden in den Fußboden gelegt.
 Pfarrer Andreas Fünfstück plädiert für eine variable Bestuhlung, die der Kirchgemeinde genügend Freiraum im Gestalten von Gottesdiensten lässt. Aber dass Leute ihre Stühle mitbringen, das wird einmalig für dieses Jahr bleiben.

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Blick vom Altar in den Kirchenraum. Ein Teil des Gestühls ist schon entfernt, um Gerüste zu stellen und den Fußboden aufzunehmen. Foto: Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 27. Oktober 2011 +++
 

Die Arnsdorfer Kirche ist wieder eine Baustelle

Von Steffen Gerhardt

 

  Die Sanierung der Kirche geht nach Jahren des Wartens weiter. Nun sind Fußboden und Sockel dran.

Statt dem hölzernen Gestühl dominieren Metallgerüste den Innenraum der Arnsdorfer Kirche. Und wo bisher das Wort Gottes gesprochen wurde, bestimmen bauliche Fachbegriffe die Gespräche. Für Pfarrer Andreas Fünfstück bedeutet das aber nicht, dass nun keine Gottesdienste mehr in Arnsdorf stattfinden. „Wir sind umgezogen in die Scheune und haben dort schon den Erntedankgottesdienst gefeiert“, sagt er. Dort, wo bisher Kinofilme über die Leinwand flimmerten, steht nun ein Altar, und die Scheune ist mit Erntegaben ausgestattet.
  Kirche in der Scheune also, damit die Sanierung des Gotteshauses möglich ist. Der Pfarrer und die Kirchgemeinde sind froh, dass es nach acht Jahren des Wartens weitergeht. Nun wird alles baulich in Ordnung gebracht, was vom Fundament bis in zwei Meter Höhe reicht, der Kirchensockel sozusagen. „Begonnen hat die Sanierung unserer Kirche im Jahr 2000, als mit dem Dach angefangen wurde. Drei Jahre später folgte der zweite Teil der Dachsanierung. Damit war die Kirche von oben dicht“, erklärt der Pfarrer. Danach sollte es an das Mauerwerk gehen, das gleichfalls sehr sanierungsbedürftig ist.
  Schließlich wurde die Dorfkirche vor rund 750 Jahren gebaut, und da wurde vermauert, was an Steinen greifbar war. Das sehen jetzt Udo Schreiter und Dierk Hering von der Putz und Stuck GmbH aus Annaberg-Buchholz. Sie legen mit weiteren Kollegen den Sockel vom alten Putz frei und entdecken dabei ein Sammelsurium von Gesteinsarten. Auch Pfarrer Andreas Fünfstück ist angetan von der Gesteinsammlung, aus der seine Kirche besteht. „Das Alter hält sie zusammen“, meint er schmunzelnd.
  Dass nun wieder baulich an dem Gotteshaus etwas passiert, verdanken die Arnsdorfer der Förderung durch den Freistaat, zwei kirchliche Stiftungen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie dem Evangelischen Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz. Sie tragen anteilig die Baukosten von rund 120000 Euro, wobei die Arnsdorfer Kirchgemeinde finanziell mit gefordert ist. „Unsere bisherigen Spenden haben wir schon für die Sanierung der Kirche gesammelt“, sagt Pfarrer Fünfstück.
  Denn der nächste Bauabschnitt musste irgendwann kommen. Seit Anfang September wird an ihm gearbeitet. Denn neben dem Mauerwerk im unteren Bereich soll auch der Fußboden saniert werden. Die Görlitzer Architektin Doris Kohla hat die Bauleitung auch bei diesem dritten Abschnitt inne. Für sie ist es wichtig, dass der Fußboden wieder atmen kann und vor allem auf ein gleiches Niveau gebracht wird. Statt der Granitplatten sollen mehr Ziegelsteine eingesetzt werden. In Vorbereitung der Arbeiten wurde es notwendig, dass das gesamte Gestühl entfernt wird.
  Für Pfarrer Andreas Fünfstück bedeutet das ein völlig neues Raumgefühl zu bekommen. „Da sieht man mal, wie groß unsere Dorfkirche ist, und welche Möglichkeiten sie uns bietet.“ Ideen hat der Pfarrer schon, wie er die Kirche wieder einräumt, aber das wird noch einige Monate dauern. Fest steht für ihn aber schon: „Heiligabend feiern wir in unserer Kirche! Egal wie es in ihr aussieht, und wenn die Leute sich die Stühle mitbringen müssen.“

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Nicht nur Zuschauen, sondern Mitmachen ist hier gefragt. Foto: Cornelia Schreiber

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 26. Oktober 2011 +++
 

Schuhe herstellen und Gefäße töpfern

 

Von Cornelia Schreiber

 

  Die Milzener zeigen an diesem Wochenende alte Handwerkstechniken. Wer will, kann das lernen.

  Die „Alte Wassermühle“ verwandelt sich am Wochenende in eine mittelalterliche Handwerkerschule. Wer möchte, kann hier alte Fertigkeiten erlernen. Der Milzener-Verein bietet das als Wochenendkurs an. Einige Angebote sind kostenpflichtig, die Abendveranstaltungen sind frei.
  Interessenten erleben dabei unter anderem, wie man Schuhe herstellt oder slawische Gefäße töpfert, wie Weidenkörbe geflochten oder mittelalterliche Schilde gebaut werden. Am Sonnabend gibt es außerdem Vorträge und ein Mittelalterkonzert. Dabei dreht sich ab 18 Uhr alles um den Burgwall in Kittlitz, ein vergessenes Bodendenkmal, zu dem es neue Erkenntnisse gibt. Um 19 Uhr geht es um die legendäre „Königshainer Öllampe“, versalzene Keramik und andere vorgeschichtliche Versuche. Im Vordergrund stehen zehn Jahre experimentelle Archäologie mit den Milzenern. Wissenswertes aus der Vereinsgeschichte und Impressionen aus dem „Ukranenland“ in Torgelow folgen. Zu später Stunde können Interessenten eine Expedition nach Westgrönland nacherleben – die bisher nördlichste Veranstaltung der Milzener. Ab 21 Uhr er-klingt ein Konzert auf Harfe, Doppelflöte und Schalmei mit den Spielleuten von Fidelius. Übernachtungen vor Ort können noch auf Nachfrage organisiert werden. Einzige Bedingung für die Teilnahme an den Kursen ist eine verbindliche Anmeldung per Telefon. Da ein Teil der Veranstaltungen kostenfrei ist, bittet der Verein um Spenden.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 25. Oktober 2011 +++
 

Selbsternte wird auch 2012 angeboten

ARNSDORF-HILBERSDORF
. Die Resonanz auf das Angebot der Selbsternte bei der Gärtnerei Jung war auch an diesem Wochenende sehr groß. „Wir hatten an den insgesamt drei angebotenen Ernte-Tagen mehrere hundert Selbsternter aus dem gesamten Landkreis auf den Feldern zu Gast“, freut sich Stefan Jung. Vor allem Familien mit Kindern nutzten die drei Termine, um Möhren, Rote Beete und Co. aus dem Boden zu holen. Als Ernte-Renner entpuppten sich Porree und Sellerie. Der Wunsch der Teilnehmer, dieses Angebot weiterhin durchzuführen, wird erfüllt. Auch im nächsten Herbst wird es wieder die Möglichkeit geben, auf den rund 2,5 Hektar Fläche Gemüse für den Eigenbedarf zu ernten. (cs)

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Herbert Riedel, Monika Kretschmer, Peter Irrgang und Andrea Weise vom Heimatverein gehören mit zu den Organisatoren des Marktes.Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 20. Oktober 2011 +++
 

Heimatverein lädt zum Herbstmarkt ein

 

Von B. Donke

 

  Am Sonntag gibt es an der Wassermühle nicht nur selbst gemachtes Sauerkraut, sondern auch Kürbissuppe.

Der Melauner Herbstmarkt an diesem Sonntag ruft bei den Mitgliedern des Heimatvereins Melaune/Döbschütz rege Aktivitäten hervor. So beginnen schon Wochen vor dem eigentlichen Markttermin die Vorbereitungen, sagt Andrea Weise als Vereinsvorsitzende. „Schwerpunkt sind die Händler aus der Region. Dabei versuchen wir immer wieder, weitere Händler zu motivieren, damit sie mit ihren Angeboten unseren Markt bereichern.“
  Doch vom Handel allein lebt der Markt nicht. Die Frauen des Vereins, und das hat schon eine feste Tradition, haben vor Wochen Weißkohl zu dem bekannten Melauner Sauerkraut aufgearbeitet. Das wird zum Kauf angeboten. Eine weitere feste Größe an diesem Markt ist die Heimatstube, die zu einem Rundgang durch die Melauner Geschichte einlädt. Zum Fest hat der Verein eine Bastelstraße für die Kinder organisiert, und die Feuerwehrblaskapelle Melaune sorgt für musikalische Stimmung. Für das leibliche Wohl gibt es Deftiges aus der Schlachtschüssel, hausbackenen Kuchen, Kaffee und verschiedene Kürbissuppen. (bd)
  Der Markt öffnet an der „Alten Wassermühle“ 11Uhr. Von 12 bis 14Uhr spielt die Feuerwehrblaskapelle Melaune. Der Eintritt ist frei

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 12. Oktober 2011 +++
 

Vierkirchen braucht Bitumen

  Im Plan liegen die Straßenbauarbeiten in Arnsdorf und Döbschütz. Diese Einschätzung traf Bürgermeister Horst Brückner jetzt im Gemeinderat. Die Baufirmen sind so weit, dass mit der Asphaltierung der Bauabschnitte auf den Kreisstraßen in Arnsdorf und Döbschütz sowie der Kirchstraße in Arnsdorf begonnen werden kann. „Was uns fehlt, sind Bitumen. Die Reparatur der Autobahn bindet ein Großteil der Kapazitäten“, schätzt der Bürgermeister ein. Damit befürchtet er, dass die für die nächsten vier Wochen vorgesehenen Asphaltarbeiten in seiner Gemeinde ins Stocken geraten könnten, wenn die Asphaltwerke mit der Produktion nicht hinterherkommen. (SZ/sg)

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 7. Oktober 2011 +++
 

Geld reicht nicht für alle Straßenschäden

  Mit dem zusätzlichen Geld zur Reparatur von Schlaglöchern, die infolge des vorigen Winters entstanden sind, können die Kommunen nicht alles reparieren. Das Geld reicht nur, um erhebliche Schäden zu beseitigen, bestätigt Schöpstals Bürgermeister Bernd Kalkbrenner. In Girbigsdorf sind das vor allem Straßenlöcher an der Kleinen Seite, in Ebersbach am Kirchberg und in Kunnersdorf in Siebenhufen. Die Ortsverbindung zwischen Kunnersdorf und Liebstein ist nicht dabei. In Vierkirchen sind Arbeiten auf den Gemeindestraßen in Döbschütz, Prachenau und Melaune (Betonstraße und Burgberg) sowie an zwischen Prachenau und Buchholz vorgesehen. (SZ/ah/sg)

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 1. Oktober 2011 +++
 

Nachrichten
Blitzschutz von der Kirche gestohlen


Melaune. Vermutlich im Schutz der Dunkelheit stahlen Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag von der Kirche in Melaune rund acht Meter Blitzschutzteile aus Kupfer. Der Schaden beträgt rund 160Euro. Außerdem versuchten die Diebe, am Anbau der Kirche die Dachrinne aus Kupfer zu entwenden, was aber nicht gelang. (SZ)

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Asphalt aufladen für die A4 bei Bautzen – so geht es den gesamten Tag auch in der Buchholzer Mischanlage zu. Die Gemeinden hoffen, dass der Baustoff noch für ihre Reparaturen von Winterschäden reicht. Die Zeit wird knapp, denn erst jetzt gibt es noch mal Geld dafür.Foto: N. Schmidt

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 28. September 2011 +++
 

Asphalt für den Straßenbau wird knapp

Von Anja Hecking

 

  An der Asphaltmischanlage bei Buchholz herrscht Hochbetrieb. Allein 20 Sattelzüge haben das Gelände gestern verlassen – voll beladen mit 1800 Tonnen Asphalt. Das meiste davon verschlingt der Bau der Autobahn bei Bautzen.
  Aber auch an Bundes- und Kreisstraßen wird gebaut. Da sind die vielen kleinen Arbeiten an den Ortsverbindungen noch gar nicht dabei. Die Kommunen haben jetzt noch einmal zusätzlich Geld vom Land bekommen. Damit können sie weitere Schlaglöcher vom vorigen Winter reparieren lassen. Das ist das Gute daran. Aber das Jahr neigt sich bereits seinem Ende entgegen. Und das stellt Kommunen und Firmen vor Probleme. Denn jetzt kommt alles noch einmal geballt, Material und Kräfte werden knapp.
  Nicht jede Kommune hat Vorlauf beim Planen. Gut beraten war, wer wie die Markersdorfer vorbereitet war. Die Aufträge sind hier schon ausgelöst und die Arbeiten im Gange. Das ist wie ein Windhundrennen, sagt Bürgermeister Horst Brückner aus Vierkirchen. „Für uns wird es ein Problem, jetzt noch Baufirmen zu finden, die bis zum Jahresende die Arbeiten ausführen.“ Auch Schöpstals Bürgermeister Bernd Kalkbrenner sieht Probleme mit dem Zeitdruck. Wenn die Nachfrage steigt, werden auch die Preise hochgehen.
  Bei den Straßenreparaturen in den Gemeinden geht es zwar um kleinere und damit überschaubare Vorhaben. „Doch wer glaubt, dass alle jetzt ausgelösten Straßenbauvorhaben noch dieses Jahr zu schaffen sind, der wird sich eines Besseren belehren lassen müssen“, sagt Frank Scholze, Geschäftsführer der Oberlausitzer Straßen-, Tief- und Erdbau Gesellschaft Zittau (Osteg). Das hat mehrere Gründe.
  Die Aufträge der Gemeinden kommen zusätzlich zu den bereits großen Vorhaben an Autobahn, Bundesstraßen und im regulär geplanten Straßenbau. Niemand weiß, wie lange das Wetter noch mitspielt. Für die Reparaturen wird vor allem Asphalt benötigt. Doch die regionalen Mischanlagen in Buchholz, Niedercunnersdorf, Niesky und Löbau sind ausgelastet. Weil überall gebaut wird, bringt es auch kaum etwas, außerhalb der Region nach Zulieferern zu suchen.
  Für den Einbau von Asphalt müssen die Temperaturen mitspielen. Unter fünf Grad Celsius geht das nicht mehr. Und: Nicht jede Straßenbaufirma bringt selbst Asphalt auf der Fahrbahn auf. Die Gemeinden sind jedenfalls teilweise verärgert über den späten „Geldregen“ vom Land. Denn die Arbeiten müssen noch dieses Jahr laufen und abgerechnet werden.
  Welche Kommune will sich dabei schon von seinen Bürgern vorwerfen lassen, dass sie das Geld ausschlägt. Das sind fast 500 Euro pro Kilometer Gemeindestraße, die der Freistaat dazu gibt. Voraussetzung ist, dass die Kommune 160 Euro pro Straßenkilometer beisteuern kann.
  Damit können bei Weitem nicht alle Reparaturen bezahlt werden, die auf den Gemeindestraßen in Folge des vorigen Winters notwendig sind. In vielen Kommunen wird deshalb danach entschieden, was am dringendsten ist. Im Moment können Gemeinden und Straßenbaufirmen nur hoffen: zum einen, dass der 100-jährige Kalender nicht stimmt (Frost Ende Oktober, Schnee ab Mitte November) und zum anderen auf genug Asphalt.

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Robert Koch signierte für den Gewinner der beiden Fußballkarten, Felix Appolt (links), auch noch einen Ball.

Vor allem bei den jüngeren Autogrammjägern war Dynamo Dresden-Spieler Robert Koch am Donnerstag gefragt. Fotos: Pawel Sosnowski (2)/SZ-Archiv

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend 24. September  2011 +++
 

Dynamos Kapitän begeistert in Weinhübel

 

Von Daniela Pfeiffer

 

  Mindestens eine Sache hat Felix Appolt mit Robert Koch gemeinsam: Fußball ist sein Leben. „Und ich bin Dynamo-Fan“, so der 13-Jährige. Umso passender, dass Felix bei einem Gewinnspiel von Kaufland den Hauptpreis gewann: Zwei Karten für das Fußballspiel Dynamo Dresden gegen Erzgebirge Aue am 20. November in Dresden. Mit allerbesten Sitzplätzen – direkt über der VIP-Tribüne.
  Zur Preisübergabe hatte sich der Chef des Weinhübler Kaufland-Marktes, André Bertelmann, um einen Spieler von Dynamo Dresden bemüht, der als Überraschungsgast erscheinen sollte. Dass es mit Robert Koch geklappt hat, freute Bertelmann doppelt. Immerhin ist Koch der Kapitän und derzeitige Publikumsliebling – und nicht zuletzt quasi Landsmann. Denn der 25-Jährige stammt aus Melaune.
  Schon bevor Robert Koch am Donnerstag im Kaufland eintraf, war durchgesickert, wer da von Dynamo kommt. Eine stattliche Anzahl Fans versammelte sich am Eingang – meist Jungs zwischen sechs und zwölf Jahren in Bayern München- oder FC Barcelona-Trikots.
  Auch Leonhard Neumann aus Görlitz war mit seinem Papa gekommen. Der 7-Jährige trug ein Lionel Messi-Trikot und erklärte: „Ich werde Fußballprofi bei Bayern oder Barcelona.“ Jeden Tag lese er den Sportteil der SZ, berichtete der Kleine. Auf seiner Mütze, die auf keinen Fall gewaschen werden darf, hat er schon Unterschriften vom Trainer und vom Tormann von Energie Cottbus. Am liebsten hätte er noch eine von Robert Koch.
  Doch der konzentrierte sich nach seiner Ankunft zunächst auf den Gewinner Felix Appolt. Preisübergabe, Händeschütteln, gemeinsames Foto, Ball signieren – für Robert Koch alles schon Routine. „Am Anfang war es komisch, bekannt zu sein, aber mittlerweile komme ich ganz gut damit klar“, sagte der Fußballer. „Man muss sich einfach eine humorvolle Art aneignen.“ Und die stellte er am Donnerstag unter Beweis. Auf auch die skurrilsten Autogrammwünsche reagierte er locker: „Für Lumpi“, wollte da einer aufs Autogramm geschrieben haben. „Ist das der Hund?“, erwiderte Koch. Auch Sonnen malen oder die Wunsch-Widmung einer Kaufland-Mitarbeiterin „Für die Obst- und Gemüse-Nadine“ waren für Koch kein Problem. Er kennt die Menschen hier, er ist ja selbst einer von ihnen.
  Möglich wurde der Besuch in Görlitz, weil Dynamo Dresden am Donnerstag trainingsfrei hatte. Und das nutzte Robert Koch gleich noch für einen Abstecher nach Hause. „Ich habe jetzt weniger Zeit, aber ich versuche schon, so oft wie möglich nach Melaune zu kommen.“
  Felix Appolt jedenfalls wird den Fußballer bald in Dresden erleben. Wen er zum Spiel mitnimmt, weiß der Junge auch schon: „Meine Oma, die mag Fußball auch so sehr.“

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 20. September 2011 +++
 

Vermummte im Milzener-Lager


  Der Überfall auf das Milzener-Zeltlager in der Nacht zum Sonntag während der historischen Kirmes beschäftigt die Vereine, die das Fest veranstaltet haben, nach wie vor. Sie werden das auch bei der Auswertung diskutieren, bestätigten sie gestern der SZ. Wie Diego Scholz erklärt, war es am Sonntag um 2.30 Uhr zu dem Überfall gekommen. Die Polizei ging am Sonntag von vier randalierenden Jugendlichen aus. Dem stehen die Beobachtungen von Vereinsmitgliedern entgegen. Sie sprechen von etwa 15 vermummten Gestalten, die das Tor zum Wendenlager aufbrachen, Zelte umrissen und den Schmiede- und Strohflechtstand zerstörten. Da mehrere Vereinsmitglieder auf dem Gelände übernachteten, bemerkten sie die Randale schnell und hielten die überraschten Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die Milzener haben Strafanzeige gestellt. Es entstand Sachschaden von rund 1 000 Euro. Der Verein überlegt, sich von Veranstaltungen, bei denen am Abend auch Disko stattfindet, zurückzuziehen. (cs)

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 14. September 2011 +++
 

Straßenbau liegt im Plan

  Mit Sperrungen und Umleitungen müssen die Bürger in Arnsdorf und Döbschütz weiter leben. Zwar liegen die Straßenbauarbeiten im Plan, wie Bürgermeister Horst Brückner am Montag im Gemeinderat sagte, aber die Maßnahmen dauern bis in den Spätherbst. So ist die Asphaltierung der S124 in Döbschütz für Anfang November, die Fertigstellung der Nebenanlagen Ende November geplant. Der zweite Bauabschnitt folgt im Frühjahr. Begonnen wurde in Arnsdorf mit der Kirchstraße. Sie soll bis Ende Oktober fertig sein. An der Hauptstraße in Arnsdorf wird jetzt der Gehweg asphaltiert. (SZ/sg)

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Mittelalterliche Handwerkstechniken werden von den Milzenern zur historischen Kirmes gezeigt. Dazu gehört das Spinnen mit der Handspindel. Foto: cs

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 13. September 2011 +++
 

Kirmes in Melaune dreht sich erstmals um das Mittelalter

 

Von Cornelia Schreiber 

 

    Alle Vereine ziehen mit. So entsteht ein buntes Bild aus Historie und Gegenwart – zur Freude der GästeMit Herbstblumen, Äpfeln, Kürbissen und anderem Erntegut putzen Vereinsmitglieder und Einwohner zurzeit nicht nur die Kirmes heraus. Erstmals findet sie im mittelalterlichen Gewand als historische Kirmes statt. Einerseits steht ein authentisches Dorffest mit Unterhaltungsmusik, Zauberei, Gaukelei, Frühschoppen und Preiskegeln auf dem Programm. „Andererseits kann man eine Zeitreise ins 11. Jahrhundert unternehmen“, sagt Diego Scholz vom Milzener-Verein. Am Fuße des Burgbergs, einer slawischen Wallanlage, schlagen die Milzener ihre Zelte auf und halten Handwerk zum Anschauen und Mitmachen sowie Kampfvorführungen wie im Mittelalter bereit. Andrea Weise, Vorsitzende vom Heimatverein Döbschütz/Melaune freut sich, dass die Kirmes diesmal von allen Vereinen und Initiativen als besonderes Ereignis im Jahr gefeiert wird. Das zeigt auch, wie Zusammenhalt im Ort funktionieren kann. Und so haben der Traditionsverein der Feuerwehr, der Mittelalterverein „Die Milzener“, Heimatverein und Blasmusikverein ein Programm rund um das Gelände am Eisstadion organisiert, das viel Abwechslung verspricht. An beiden Tagen steht auch das Vereinshaus „Alte Wassermühle“ mit Führungen offen. Wer sich ein Bild von Melaune im 19. Jahrhundert machen möchte, bekommt in der dortigen Dauerausstellung einen Einblick.
  Am Sonnabend dreht sich alles um Familie. So wird unter anderem die Jugendscheune eine Spielstrecke anbieten. Fürs Mittagessen sorgen die Melauner Landfrauen.

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Katharina Tobias vom Gemeindekirchenrat und Pfarrer Andreas Fünfstück schauen in die Baupläne für das Obergeschoss. Nach dem Wasserschaden im Februar soll auch die Pfarrerwohnung im Obergeschoss wieder nutzbar gemacht und vermietet werden.

Fotos: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 10. September 2011 +++
 

Barockes Pfarramt wird zum Wohnhaus

 

Von Steffen Gerhardt

 

  Das Pfarrhaus in Buchholz soll wieder als Wohnung genutzt werden. So sehen es die Baupläne vor, die sich die Kirchgemeinde von der Görlitzer Architektin Karin Ritter anfertigen ließ. Mit den Bauzeichnungen ist die erste Hürde genommen, um das durch einen Wasserschaden leer stehende Gebäude wieder mit Leben zu erfüllen.
  Denn nachdem eine gefräßige Ratte die Rohrisolierung verputzt hatte und damit die Wasserleitung dem Frost aussetzte und zum Platzen brachte, konnte in dem Haus nur noch das Büro der Kirchgemeinde genutzt werden. Mit viel Eigenleistung, so Gemeindekirchenrätin Katharina Tobias, ging es zunächst an die Schadensbegrenzung. Der Putz musste von den Wänden, der nasse Lehm aus den Decken und für eine ständige Durchlüftung gesorgt werden. Ein Gutachter hat in der Zwischenzeit den Schaden aufgenommen. „Über die Höhe haben wir noch keine Kenntnis. Ebenso steht die Anerkennung durch die Versicherung noch aus“, erklärt Katharina Tobias. Mit beidem rechnen die Buchholzer in den nächsten Wochen.
  Auch wenn die Schadenssumme dann feststeht, wird sie nicht ausreichend sein, um das Pfarrhaus für wohnliche Zwecke wieder herzurichten. Für Pfarrer Andreas Fünfstück ist das aber eine Notwendigkeit, damit das Haus nicht leer bleibt. Dadurch, dass Pfarrstellen wegfallen und sich der Pfarrer um mehrere Gemeinden kümmern muss, sinkt der Bedarf an Pfarrerwohnungen. „Wir haben vier Pfarrhäuser in Arnsdorf, Buchholz, Melaune und Nieder Seifersdorf. Aber nur eins wird als Pfarrwohnung gebraucht“, rechnet Pfarrer Fünfstück vor. In Buchholz und Nieder Seifersdorf stehen die Wohnungen leer. Das Pfarrhaus in Melaune beherbergt seit einigen Jahren die Jugendscheune.
  Damit zeigt sich ein Problem nicht nur in Vierkirchen, sondern im gesamten Kirchenkreis. Im vergangenen Jahr erfolgte eine Bestandsaufnahme, so Andreas Fünfstück. Im Gebiet des früheren NOL stehen zwar rund 30 Pfarrhäuser, aber es gibt nur 16 Planstellen für Pfarrer. Das heißt, die Hälfte der Pfarrämter wird nicht mehr als Wohnung für den Gemeindepfarrer genutzt. Das soll mit dem Buchholzer Gebäude nicht passieren.
  Im Erdgeschoss wird wieder die Winterkirche in einem großen Raum und das Büro der Kirchgemeinde untergebracht. Die Pfarrwohnung im Obergeschoss soll vier Räume auf 130 Quadratmetern bieten. Ins Dachgeschoss, wo bisher das Kirchenarchiv und zwei Pilgerzimmer waren, soll eine Ferienwohnung mit 40 Quadratmetern kommen. Sie hat einen eigenen Zugang, so sieht es die Planung vor.
  Weil das Haus unter Denkmalschutz steht, kann nicht alles umgebaut werden. Die Treppe soll so bleiben, ebenso bestimmte Putze und auch die Lehmdecken werden dem 300 Jahre alten Barockbau seinen Charakter zurückgeben. Die Vier-Raum-Wohnung soll frei vermietet werden, sagt Andreas Fünfstück. „Der Mieter muss sich aber mit der Kirche nebenan arrangieren können, ebenso, dass er in einem öffentlichen Gebäude lebt“, nennt der Pfarrer die Einschränkungen. Doch bevor es soweit ist, muss die Kirchgemeinde noch rechnen, was mit den vorliegenden Bauangeboten auf sie finanziell zu- kommt

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Bleiben zurzeit auf ihren selbst gezogenen Blumen sitzen: Margit und Norbert Pohl von der Gärtnerei Fuchs in Döbschütz in einem ihrer Gewächshäuser. Fotos: Jens Trenkler

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 9. September 2011 +++
 

Straßenbauer wollen abgeschnittener Gärtnerei in Döbschütz helfen

 

Von Daniela Pfeiffer

 

 

  Weil ringsum gebaut wird, findet derzeit kaum ein Kunde zur Gärtnerei Fuchs. Das Straßenbauamt will jetzt Flyer drucken lassen.

Eine wirklich verfahrene Situation. Ganz Arnsdorf ist eine Baustelle, nun hat auch im Nachbarort Döbschütz der grundhafte Ausbau der S124 begonnen. Für Margit und Norbert Pohl, die in Döbschütz die Gärtnerei Fuchs betreiben, ist das eine Katastrophe. Denn kaum noch jemand findet zu ihnen. Erst gestern hat sich ein Ehepaar aus Nieder Seifersdorf mühsam zu ihnen durchgekämpft. „Den normalen Weg über die S 124 können sie ja nicht mehr kommen und dann sind sie auch noch in Arnsdorf umhergeirrt“, sagt Chefin Margit Pohl. Würden sie die offizielle Umleitung fahren, müssten sie von Nieder Seifersdorf nach Melaune und über Reißaus, Reichenbach zurück nach Döbschütz. „Das macht kein Mensch“, so Margit Pohl.
  Seit zwei Wochen wird in Döbschütz gebaut, mehr als ein Drittel Umsatz hat die Gärtnerei seitdem eingebüßt. Aber nicht nur das ist das Problem: Das Ehepaar und seine vier Angestellten produzieren 90Prozent ihrer Waren selbst, alles was jetzt nicht mehr an den Mann zu bringen ist – und zwar frisch – landet auf dem Kompost. „Ich habe versucht, Kollegen zu mobilisieren, ob sie uns nicht einen Teil unserer Blumen abnehmen, aber es ist schwer“, so die Chefin. „Wenn das noch vier Monate so weiter geht, wird mir himmelangst.“
  Denn vier Monate soll der erste Bauabschnitt in Döbschütz dauern, wie Thilo Wauer, Bauleiter der ausführenden Firma STL Löbau, sagt. Nach einer Winterpause beginnt im Frühjahr 2012 der zweite Bauabschnitt, er geht bis August.
  Wauer hat jeden Einwohner, der Probleme hat, zum wöchentlichen Baurapport eingeladen. Das Ehepaar Pohl ist der Einladung am Dienstag gefolgt und hat seine Sorgen vorgetragen. „Wir wollen uns bemühen auf die Probleme einzugehen“, sagt Thilo Wauer. Konkret heißt das, dass er sich beim Landkreis um ein zusätzliche Ausschilderung bemühen will. „Hinweisschilder, die Gewerbetreibende selbst anbringen, sind nämlich eigentlich verboten“, erklärt er.
  Auch ein Vertreter des Straßenbauamtes Bautzen, das für den Bau verantwortlich ist, war beim letzten Baurapport dabei. Von hier können Pohls ebenfalls Unterstützung erwarten. „Wir bereiten gerade Flyer vor, die darauf hinweisen, dass die Gärtnerei Fuchs nach wie vor erreichbar ist und die vor allem zeigen, wie man hinkommt“, sagt Andreas Biesold vom Straßenbauamt Bautzen. „Wir sind ja auch dafür da, Probleme zu lösen, insofern das in unserer Macht steht.“ 100Prospekte sind zunächst geplant – sollte sich die Lage für das Gärtnerehepaar nicht entspannen, seien auch weitere denkbar, so Biesold.
  Die Prospekte werden direkt an die Gärtnerei übergeben, die für die Verteilung selbst zuständig sein soll. „Wir hoffen, dass wir vielleicht welche an die Gemeindeverwaltungen geben können, damit sie den Dorfblättern beigelegt werden“, sagt Margit Pohl. Denn auf die Bewohner von Melaune, Arnsdorf, Nieder Seifersdorf oder Prachenau sind Pohls angewiesen. „Diese machen nahezu 90Prozent unserer Kundschaft aus, sie kommen gezielt zu uns“, so Pohl. „Laufkundschaft haben wir kaum.“

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 7. September 2011 +++
 

Nachrichten

Diebe entwenden Pumpen und Kabel aus Werkstatt

Arnsdorf-Hilbersdorf.
Zwischen Freitag und Montag sind Unbekannte in eine Werkstatt in Hilbersdorf eingebrochen. Sie entwendeten zwei Ölfass-Pumpen und zwei Starkstromverlängerungskabel. Außerdem fehlen 200 Liter Diesel aus dem Tank eines Radladers. Der Schaden beträgt 750 Euro. (SZ)

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Seit dieser Woche wohnt der angehende Pfarrer Christoph Otto in seiner neuen Wohnung im Arnsdorfer Schloss. In der Gemeinde Vierkirchen absolviert der gebürtige Görlitzer ab 1.September zweieinhalb Jahre lang den praktischen Teil seiner Ausbildung. Foto: Pawel Sosnowski

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 28. August 2011 +++
 

Bundespräsident ehrt 28-jährigen Görlitzer

 

von Daniela Pfeiffer

   

  Die neue Wohnung im Arnsdorfer Schloss ist noch nicht mal richtig bezogen, da geht Christoph Otto schon wieder auf Reisen. Nach Berlin, ins Schloss Bellevue ist er eingeladen. Bundespräsident Christian Wulff will dem gebürtigen Görlitzer heute die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik überreichen. Mit nur 28Jahren eine so hohe Ehrung – das ist ungewöhnlich. Aber Ottos ehrenamtliches Engagement für die Jugend in der Kirche ist außergewöhnlich. „Mein Anliegen ist es, die Interessen der jungen Generation in der Kirche zu stärken und politische Mitbestimmung zu erreichen“, sagt er. „Gerade jetzt laufen viele Reformen, es ist wichtig, dass die nächste Generation dabei ist.“
  Dafür hat er selbst immer alles getan. Seit er mit 14Jahren der Jungen Gemeinde der Kreuzkirche Görlitz beitrat, ging es steil bergauf. Die Gremien, in denen er sich einbrachte, scheinen unzählbar: Kreisjugendkonvent, Landesjugendkonvent, Landesjugendkammer der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz.
  2006 wurde Otto Jugenddelegierter in der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands. Als Wortführer erreichte er hier, dass der Kirchennachwuchs mit angehört wurde. „Seit Gründung der Evangelischen Kirche war es immer ein hartes Stück, überhaupt hinten am Katzentisch sitzen zu dürfen“, berichtet Otto. „In den letzten drei Jahren haben wir da viel geschafft.“
          Bis in europäische Gremien
  Von 2002 bis 2010 studierte Christoph Otto in verschiedenen Städten Theologie. Sein ehrenamtliches Engagement führte er weiter. Sogar auf europäischer Ebene hört man Otto inzwischen an – zum Beispiel als Teilnehmer der Konferenz der Europäischen Kirchen.
  „Die Zeit für diese Arbeit nehme ich mir. Ich will etwas tun, uns voranbringen“, sagt er. Otto scheint dennoch zu denen zu gehören, die nicht groß mit Erfolgen prahlen. Lieber viel machen als viel reden. „Die Ehrung nehme ich stellvertretend für alle an, die sich engagieren.“ Das ist alles, was er zur Bundesverdienstmedaille sagt. Nach seiner Auszeichnung, die außer ihm nur 13weiteren Menschen zuteil wird, will er gleich zurück nach Görlitz. „Schließlich ist Altstadtfest“, sagt er. Außerdem will Otto die ganze Familie zum Essen einladen – „von meinem ersten Gehalt“.
  Die Bindung zur Heimat ist ihm wichtig – trotz oder gerade wegen der zahlreichen Reisen, die er aufgrund seiner Mitgliedschaft in vielen Gremien unternimmt. Seine Vikarstelle sollte eigentlich im Kreis Neuruppin sein. Dorthin wollten Otto und seine Frau ungern. „Zum Glück gibt es die Regelung, dass ich nicht weiter als 100Kilometer entfernt vom Arbeitsort meiner Frau eingesetzt werden darf“, schmunzelt er. Und der ist Görlitz.
  Seinen neuen Wohnort Arnsdorf muss Otto erstmal richtig kennen lernen. Und eine geeignete Laufstrecke sucht er auch noch. Es passt zum ihm: Zehn Kilometer läuft er, Halbmarathon auch – ein ganzer Marathon ist noch sein Ziel.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 23. August 2011 +++
 

Gäste finden trotz Baustellen den Weg zum Dorffest

 

  Das Dorffest am Wochenende war trotz Straßen-Baustellen gut besucht. „Wir hatten nicht weniger Gäste als in den vergangenen Jahren“, sagt Ursula Kliem vom Sportverein. Die Gäste konnten den Weg zum Sportplatz ohne große Probleme finden. Von der Autobahn, aus Richtung Niesky und Nieder Seifersdorf hatte der Verein in Absprache mit dem Straßenbauamt noch kurzfristig Hinweisschilder aufgestellt.
  Besonders gut sei vor allem bei den Jugendlichen die Abendveranstaltung am Freitag angekommen. Daran will der Sportverein anknüpfen und auch im nächsten Jahr wieder eine solche Musikveranstaltung organisieren. „Begeistert waren unsere Zuschauer ebenfalls von Aline Altmann aus Königshain, die am Sonnabend Schlager präsentierte und von der Timbersport-Veranstaltung“,sagt Ursula Kliem. Regionale Sponsoren und zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen das Fest. Die Vorbereitungen für 2012 haben bereits begonnen. (cs)

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Gesperrt: Durch Döbschütz kommt man nicht nach Arnsdorf, aber über den Heideberg (Bild 3 u. 4).
Fotos: Nikolai Schmidt

Auf dieser Luftbildaufnahme sieht man auch gut die vielen kleinen Nebenstraßen in Arnsdorf-Hilbersdorf. Auf diesen kommt man mit viel Ortskenntnis auch zum Ziel. Aber die gesamte Hauptstraße – die Arnsdorfer Straße – ist aufgrund der Bauarbeiten gesperrt.



+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 28. August 2011 +++
 

Arnsdorfer Straßenärger kurz vor dem Dorffest

 

Von Cornelia Schreiber

   

  Viele Arnsdorf-Hilbersdorfer sind zurzeit richtig sauer. An der Ortsdurchfahrt wird gebaut, gleich an mehreren Stellen. Das macht es auch den Einheimischen nicht leicht. Es ist teilweise ziemlich schwierig, mit dem Auto von A nach B zu kommen. Die gesamte Ortslage Arnsdorf-Hilbersdorf ist dehalb voll gesperrt und eine Umleitungsstrecke ausgeschildert. Aber heute Abend geht das Dorffest auf dem Sportplatz los. Und der ist nun auch nicht so gut erreichbar wie sonst. Denn ausgerechnet jetzt ist die Kreisstraße nicht nur im Ort, sondern auch noch auf dem Stück aus Richtung Melaune zu. Von der S122 bis zur Einmündung in Richtung Sportplatz baut die Firma Nadebor Tief- und Landeskulturbau GmbH aus Krauschwitz im Auftrag des Landkreises Görlitz. Bis vor wenigen Tagen haben sich die Sportler ernste Gedanken gemacht, wie die Festgäste den Platz erreichen können. „Von Nieder Seifersdorf aus gelangt man über die kleine Ortsverbindung bis nach Arnsdorf zum Kriegerdenkmal“, erklärt Jens Ziegler aus der Bauverwaltung des Landratsamtes. Von hier aus ist die Straße bis zum Sportplatz frei. Und auch aus Richtung Reichenbach kann man über die S 124 und den Abzweig nach Heideberg an Ort und Stelle gelangen. Die Schleich- und Umwege muss man aber kennen. An der Ausschilderung haben selbst Anwohner manches auszusetzen: „Wer sich hier gar nicht auskennt, der blickt bestimmt nicht durch“, sagt ein Arnsdorf-Hilbersdorfer. Denn die Schleichwege führen teilweise über Feld und Flur. Jens Ziegler sieht das alles nicht ganz so ernst: „Im Ort gibt es ja auch beiderseits der gesperrten Kreisstraße ein richtiges Netz kommunaler Straßen und Wege, die den Einheimischen die Zufahrt zu ihren Grundstücken oder anderen Zielen bietet.“ Die Kreisstraße wird zurzeit aus Richtung Melaune auf rund 380 Metern grundhaft ausgebaut. Die Tragfähigkeit der Fahrbahn hatte hier stark gelitten. Risse und Unebenheiten wechselten sich ab. Zeitgleich werden im Ortskern in Richtung Hilbersdorf die Gehwege an der Kreisstraße gemacht, Böschungen gesichert und die Einfriedungen von Grundstücken wieder hergestellt. Das sind weitere 950 Meter Baustelle.
  Und parallel wurden auch die Stützwände zum Arnsdorfer Wasser erneuert. Die Verkehrsfreigabe für den letzten Bauabschnitt , ebenfalls in Obhut des Landkreises, ist für das Jahresende geplant.
  Bis dahin müssen sich die Anwohner wohl oder übel mit der nicht ganz einfachen Situation arrangieren. Sie wurden per Handzettel durch die Straßenbaufirma zu den Einschränkungen informiert. Zufahrtswege für Entsorgungs- und Rettungsfahrzeuge werden entsprechend den Bauabläufen aufrechterhalten. Über die Zufahrtsmöglichkeiten zu den Grundstücken können sich die Anwohner je nach Baufortschritt mit der Firma auch einigen. Die Bushaltestelle am Ortseingang Arnsdorf bei Heideberg wurde auf die parallel verlaufende Ortsverbindungsstraße verlegt. „Natürlich ist das alles dringend notwendig“, sagt ein älteres Ehepaar. „Aber muss denn gleichzeitig an so vielen Stellen gebaut werden?“ Das ist ja auch noch nicht alles. In zwei Wochen wird Vierkirchen das Stück Gemeindestraße zwischen dem Kriegerdenkmal und der Kirche sanieren lassen. Das bestätigt Bürgermeister Horst Brückner. Dann gibt es noch eine Baustelle in Arnsdorf. Und seit gestern baut das Straßenbauamt Bautzen in Döbschütz. Aber Gäste des Dorffestes, die aus Richtung Reichenbach kommen, sollten sich hier nicht abschrecken lassen. Die Zufahrt zum Sportplatz über Heideberg ist offen.

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Dieser litauische Bus durfte nicht weiterfahren. Fotos: Polizei

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 11. August 2011 +++
 

Schrottbus sollte Jugendliche bis Madrid bringen

 

von Daniela Pfeiffer

   

  Vorerst in Görlitz endete am Dienstag die Reise zum Weltjugendtag für 67 junge Leute. Ihr Bus erwies sich als tickende Zeitbombe.Von außen sah der litauische Reisebus gut aus, als sie jedoch unter das Fahrzeug sahen, bekamen die Beamten von Zoll und Verkehrspolizei einen gehörigen Schreck: Die Karosserie sowie tragende Teile im unteren Bereich des Fahrzeugs waren durchgerostet und an mehreren Stellen durchgebrochen. Überdies stellte sich heraus, dass die Bremsen an dem dreiachsigen Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht von mehr als 22 Tonnen fast keine Wirkung mehr hatten. Elektrische Kabel am Tank lagen unisoliert frei. Sie wurden mit einem Gummistück hochgehalten, was eine erhebliche Brandgefahr bedeutete. Die Batterie-Halterungen waren durchgerostet und morsch.
  Lebensgefahr für die Fahrgäste konnte nicht mehr ausgeschlossen werden. Ein Sachverständiger deklarierte den Reisebus in seinem Drei-Seiten-Mängel-Bericht als „verkehrsunsicher“. Dem Busfahrer wurde die Weiterfahrt untersagt, das Fahrzeug sichergestellt. So endete die Reise zum Weltjugendtag im spanischen Madrid für 67 litauische Jugendliche und ihren Betreuer am Dienstag vorerst in Görlitz. Sie wurden glücklicherweise von der Jugendscheune in Melaune aufgenommen. Heute früh soll für sie die Reise weitergehen – mit einem Ersatzbus aus Litauen. (SZ)

 

 

Vierkirchen hilft bei Sanierung polnischer Segelflugschule

 

Von Anja Hecking

 

  Das ist über ein EU-Projekt möglich. Vorbild ist die Wassermühle in Melaune.

  Der polnische Partner der Gemeinde Vierkirchen bringt mit Hilfe von Fördermitteln für grenzüberschreitende Projekte die ehemalige Segelflugschule in Jezów Sudecki (Grunau) in Ordnung. Das Gebäude wird grundlegend saniert und ausgestattet und soll ähnlich wie die Alte Wassermühle in Melaune als Begegnungszentrum bereitstehen. Ein weiterer Vertrag zwischen der polnischen Kommune und der Sächsischen Aufbaubank wurde im Mai abgeschlossen.
  Vierkirchen ist dabei der deutsche Partner. Die Kosten belaufen sich auf 970000 Euro, rund 830000 Euro fließen aus dem Förderprogramm. In diesem Rahmen planen Vierkirchen und die bei Jelenia Gora (Hirschberg) gelegene polnische Kommune auch weiterhin kulturelle Veranstaltungen und Treffen.
  Ein nächster Termin wird unter anderem die Kirmes mit dem Herbstmarkt in Melaune sein. Es hat auch schon Tradition, dass die polnischen Partner nach Vierkirchen kommen und hier die Gegend gemeinsam erkunden. Auch das alljährliche, von den Arnsdorf-Hilbersdorfern initiierte Feuerwehr-Forum mit den polnischen und tschechischen Partnerwehren (diesmal zum Thema Feuerwehrtechnik) gehört dazu. Erstmals fand im Juni ein grenzüberschreitendes Treffen von Jugendfeuerwehren in Arnsdorf-Hilbersdorf statt. Für solche Kontakte soll auch die ehemalige Segelflugschule künftig da sein. Sie wird Gästezimmer bereithalten, einen Küchentrakt und Wirtschaftsräume, Bibliothek und Lesesäle, ein Informatik-Labor, einen Kunstraum, einen Bereich für Luftraumtradition, Tagungen und eine Mehrzweckhalle.
  Für Jezów Sudecki erfüllt sich mit der Sanierung ein lang gehegter Wunsch. Das Gebäude kann damit endlich in Zukunft wieder genutzt werden und soll auch die Freundschaft mit Vierkirchen weiter beflügeln. (SZ/ah)

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 8. August 2011 +++
 

Radweg endet in der Kurve

 

  Das soll geändert werden. Denn hier ist die S 122 schwer einsehbar.

Die neue Ortsdurchfahrt in Melaune ist von der Stadt Reichenbach als zuständiger Bauverwaltung und dem Straßenbauamt Bautzen abgenommen worden. Bis auf kleine Restleistungen gab es keine gravierenden Mängel.
  Dennoch sind die Melauner nicht ganz zufrieden. Der Geh- und Radweg endet abrupt linker Hand am Ortsausgang in Richtung Reißaus und zwingt Passanten wie Radfahrer in der Kurve die Straße zu überqueren. Die Stelle ist hier sehr schmal und die Kurve kann man ortsauswärts nur schwer einsehen. Außerdem haben viele Autos hier oft noch reichlich Tempo drauf. Die Stadt Reichenbach und das Straßenbauamt Bautzen bemühen sich diesbezüglich um eine bessere Lösung. (SZ/sg)

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Diego Scholz, der Vorsitzende des Milzener-Vereins, arbeitet an einem Teil zur Überdachung der Kegelanlage (im Hintergrund). Foto: cs

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 3. August 2011 +++
 

Melauner bauen mit viel Enthusiasmus mittelalterlichen Spielplatz

 

Von Cornelia Schreiber   

 

  Zurzeit wird die Kegelanlage überdacht. Fördermittel stehen nicht zur VerfügungEin Traum beginnt Gestalt anzunehmen. Der Traum von einem in der Region einzigartigen Spielplatz in mittelalterlicher Manier. „Bereits vor acht Jahren hat der Ortschaftsrat Gestaltungsvarianten für einen künftigen Spielplatz neben dem Eisstadion diskutiert“, sagt Diego Scholz. Ideen wurden im Rahmen der Dorfgestaltung aufgegriffen und der Entwurf in Zusammenarbeit von Milzener- und Heimatverein sowie Ortschaftsrat verfeinert. Der Vorsitzende des Milzener-Vereins freut sich, dass nun mit den ersten Schritten begonnen werden konnte. Die Überdachung einer Kegelanlage wird jetzt als Erstes errichtet. Rund 20 Meter ist diese lang und entsteht in „Milzener-typischer“ Bauweise. Abgeschälte Rundhölzer finden ebenso Verwendung wie per Hand einzeln aufgearbeitete Holzschindeln für die Bedachung. „An der Technik feilen wir noch ein bisschen, denn sie ist sehr arbeits- und zeitintensiv“, erzählt Diego Scholz.
  Deshalb freut sich der Vereinsvorsitzende auch ganz besonders, Unterstützung vonseiten der ODS GmbH Bautzen bekommen zu haben. Drei Ein-Euro-Jobber helfen noch bis Oktober bei den Vorbereitungsarbeiten, beseitigen Wildwuchs auf dem Gelände und bereiten Materialien auf. Im Verein vor Ort sind 15 Mitglieder integriert, die alle bei den Bauarbeiten mit anpacken.
  „Der Spielplatz soll im Umfeld des Bodendenkmals „Merburg“ entstehen und in das künftige Freilichtmuseum integriert werden“, sagt Diego Scholz. Geplant sind neben der Überdachung der Kegelanlage auch ein Spielgelände für die Jüngsten mit Miniaturblockhäusern samt Sandspielbereich, der Nachbau eines slawischen Burgwalls zum Erklettern und Durchstöbern sowie große Kriegerfiguren aus der Zeit des frühen Mittelalters.
  Wann allerdings diese Bauarbeiten beginnen, steht noch nicht fest. „Fördermittel und Geld vonseiten der Gemeinde gibt es nicht. Wir müssen alles 100-prozentig selbst finanzieren“, sagt Diego Scholz. Der Verein rechnet mit etwa 18000 Euro Gesamtkosten für den Spielplatz, zusätzlich zu den Eigenleistungen. Erwirtschaftet werden soll das Geld durch Veranstaltungen, Workshops, Präsentationen und Ganztagsschulangebote. „Unser Hauptziel hier in Melaune ist die Rekonstruktion und Unterhaltung eines slawischen Dorfes, in dem alle Lebensbereiche des 11.Jahrhunderts wie Hausbau, Landwirtschaft, Handwerk und Handel greifbar dargestellt werden“, erläutert Diego Scholz das Gesamtprojekt.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 3. August 2011 +++
 

Kiesvorkommen bei Tetta bald erschöpft

 

Tetta . In nicht weiter Nachbarschaft vom Steinbruch Melaune, zwischen Buchholz und Prachenau, ist die Kiesgrube Tetta in Betrieb. Die ebenfalls zum Unternehmen Pro Stein gehörende Kiesgrube soll in den kommenden Jahren aufgegeben werden. Die Unternehmensführung begründet den Schritt damit, da das zum Abbau geeignete Kiesvorkommen zur Neige geht und eine weitere Erschließung zu unrentabel sei. (SZ/sg)

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Dynamo-Kicker Robert Koch gibt Autogramme in Seifhennersdorf. Foto: rl

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 2. August 2011 +++
 

Dynamo-Torschütze trainiert mit Oberlausitzer Kindern

 

Von Reginald Lassahn

 

  Robert Koch besuchte das Sommercamp im Querxenland. Die Kinder konnten Fragen stellen und bekamen Autogramme.

Vielleicht waren es ja die vielen guten Wünsche der Fußballkinder, die Robert Koch am Sonnabend zum Pokalhelden von Dynamo Dresden gemacht haben: Gegen Bayer Leverkusen schoss der Oberlausitzer zwei Tore und trug damit zum 4:3-Sensationssieg der Dresdner gegen Bayer bei. Die Campteilnehmer konnten am Fernseher ihren Eltern stolz berichten: „Mit dem habe ich gestern trainiert.“
  Kochs Besuch war für die Fußballkinder im Feriencamp des Fußballverbandes Oberlausitz eine echte Überraschung. Robert Koch, der in Löbau geboren wurde und noch immer im Landkreis Görlitz wohnt, war an seinem trainingsfreien Tag bei seinen Eltern in Melaune. OFV-Vizepräsident Rainer Böhm und Danilo Domschke, der zum elften Mal der Campleiter war, luden ihn nach Seifhennersdorf ein.
  Robert Koch sagte sofort zu. Er zeigte den 20jungen Fußballern aus der Oberlausitz, Berlin, Brandenburg und Leipzig einige Tricks mit dem Ball, so zum Beispiel den Übersteiger und den so genannten Ronaldo-Trick, und übte mit ihnen den Torschuss.
  In einer Fragerunde wurden ihm von den Kindern viele Fragen zu seiner Entwicklung, seinen Plänen und Zielen, seinem Leben als Fußballprofi, seiner Dynamomannschaft und seinen Lieblingsmannschaften gestellt. Geduldig gab er Antworten. Anschließend verschenkte er Autogrammkarten, schrieb Autogramme auf Bälle und Trikots, und ließ sich mit fast jedem fotografieren.
  Seit dreizehn Jahren ist es Tradition des Fußballverbandes Oberlausitz, in den Sommerferien ein Feriencamp zu veranstalten. Im Kindererholungszentrum Seifhennersdorf steht eine Woche lang vorwiegend, aber nicht nur Fußball auf dem Programm.
  Mit erfahrenen Trainern werden Übungseinheiten absolviert. Die Landesligatrainer aus Görlitz, Fred Wonneberger, und Neugersdorf, Christian Belger, waren ebenso zu Gast im Camp, wie der verantwortliche Juniorenauswahltrainer des FVO, Thomas Markert.

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Junge Christen gingen gestern Morgen auf die Reise ins rumänische Nagygalambfalva. Foto: Bernhard Donke

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend 30. Juli 2011 +++
 

Junge Christen helfen in Rumänien

 

Von Bernhard Donke

 

  Die jungen Christen Stephan Liebig aus Diehsa, Debora Hänel aus Särichen, Sophia Liebscher aus Wiesa und Elisabeth Mucke aus Klitten sowie 14 weitere Jugendliche aus dem Landkreis packten am Freitagmorgen ihre Sachen in einen Kleinbus, um wenig später von der Jugendscheune Melaune aus zu einer Rüstfahrt nach Rumänien aufzubrechen. Begleitet werden sie vom Jugendwart der Evangelischen Jugendarbeit, Tobias Walzok, und Johanna Hänel. Die Reise geht über Prag und Budapest bis ins rumänische Nagygalambfalva. Hier werden die Christen beim Aufbau der evangelischen Jugendarbeit behilflich sein. Darüber hinaus werden sie auch 14 erlebnisreiche Ferientage in Rumänien verleben. (bd)

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Granitabbau im Steinbruch Melaune: Im oberen Foto Blick in den Steinbruch und auf den Kegelbrecher, der Granit zur Frostschutzschicht für den Straßenbau verarbeitet. Einmalig ist der gelbe Granit, der die obere Gesteinsschicht prägt. Die Mitarbeiter des Orica-Sprengmittelbetriebes Sachsen, Kersten Wagner, Jens Bähner (am Lkw) und Hermann Neubert (v.l.), bereiten die Sprengung von 18000 Kubikmeter Gestein vor. Fotos: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 28. Juli 2011 +++
 

Berlin fährt ab auf gelben Granit aus Melaune

 

Von Steffen Gerhardt

 

  Der seit 1995 betriebene Steinbruch in Melaune hat etwas Einmaliges: gelben Granit. „Das finden Sie nicht noch einmal in Deutschland“, sagt nicht ohne Stolz Johannes Langer, Geschäftsführer von Pro Stein. Der nächste gelbe Granit wird erst in der französischen Bretagne abgebaut. Somit hält die in Ostsachsen mehrere Steinbrüche betreibende Pro Stein am Standort Melaune fest. Bis ins Jahr 2035 wird hier der Granit gefördert, sagt der Plan. Eine Erweiterung in der Fläche wird es derzeit aber nicht geben. Ursprünglich sollte der Steinbruch in Richtung Königshain vergrößert werden. Pro-Stein-Chef Johannes Langer begründet das damit, dass der Eigentümer der Fläche sie nicht verkaufen will. Somit bleibt der Steinbruch in seinen Grenzen und wird sich in Richtung des ehemaligen Arnsdorfer Steinbruchs bewegen und mehr in die Tiefe gehen. Jetzt befindet sich die untere Sohle in rund 40 Metern Tiefe.
  Werkleiter Hans-Reiner Maiwald kennt den großen Bedarf an dem „gelben Material“: „Wir brechen den Granit zu Splitten in unterschiedlichen Größen, die in Betonplatten oder im Straßenbelag ihre Anwendung finden.“ Vor allem auf den Baustellen in den europäischen Großstädten kommt der gelbe Granit aus Melaune zum Einsatz. So fahren die Berliner und ihre Gäste auf Asphaltstraßen, die mit dem Melauner Splitt durchmischt sind.
  Im Jahr werden zwischen 300000 und 500000 Tonnen Granit aus dem Steinbruch gefahren. Das erfolgt mit Lkws. Splitte und Schotter sind die bevorzugten Baumaterialien, die im Steinbruch gleich auf die notwendige Größe gebrochen werden. Dabei, so Hans-Reiner Maiwald, ist das Werk von der Bauwirtschaft abhängig. „Gegenwärtig ist die Abnahme verhalten, das zieht erst zum Herbst wieder an und hält bis Weihnachten an“, ist die Erfahrung des Werkleiters. Somit spüren auch die Mitarbeiter im Steinbruch, wie der staatliche Fördermechanismus funktioniert, und dass der Großteil der Bauvorhaben erst in der zweiten Jahreshäfte umgesetzt wird. Somit schwankt die Zahl der Mitarbeiter. Stellen über den Winter nur zwei Kollegen den Betrieb sicher, so arbeiten acht Beschäftigte in der Hochsaison. Dabei sind die Melauner auch ein Großlieferant für polnische Abnehmer.
  „Nach dem Bau der Autobahn auf deutscher Seite waren wir auch beim Bau des polnischen Teilstückes der A4 gefragt und sind jetzt dabei, wenn in Polen die Fördergelder der EU verbaut werden“, so der Werkleiter. Das bestätigt auch Geschäftsführer Johannes Langer. Nicht ohne Grund unterhält sein Unternehmen ein Vertriebsbüro in Poznan. „Es ist schon so, dass Deutschland mehr Baustoffe nach Polen liefert als umgekehrt. Hinzu kommt, dass unsere Granitprodukte von höherer Qualität sind als es die polnischen Vorkommen erreichen“, so Johannes Langer. Damit hat sich das Unternehmen inzwischen auch im Nachbarland einen Namen gemacht.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 20. Juli 2011 +++
 

Abwasserverband zieht im Herbst um

 
VIERKIRCHEN/WALDHUFEN.
Der Umzug der Geschäftsstelle des Abwasser-Zweckverbandes Schwarzer Schöps in die neuen Räume in Sproitz hat sich verzögert. Verbandschef Horst Brückner sagt, dass nach der Fusion der beiden Altverbände Schwarzer Schöps und Schöpstal zu Jahresbeginn 2011 das Hauptaugenmerk auf dem laufenden Geschäft gelegen habe. „Jetzt ist es unser Ziel, im Herbst umzuziehen.“
  Seit der Fusion arbeiten vier statt zwei Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Sie und die umfangreichen Akten sollen in das frühere Kita-Gebäude einziehen. Die jetzigen Räume des Verbandes soll die Sproitzer Feuerwehr künftig nutzen. (SZ/tt)

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 19. Juli 2011 +++
 

Pilgerzug macht in Melaune und Reichenbach Halt


VIERKIRCHEN/REICHENBACH.
Der „Pilgerzug der Kinder auf der Via Regia“ macht am 21. Juli in Buchholz und Melaune sowie am 22. Juli in Reichenbach Station. In Vierkirchen werden die Kinder von den Milzenern nach mittelalterlicher Manier empfangen. Dort werden die Mädchen und Jungen ihr Übernachtungslager aufschlagen.

  In Reichenbach findet von 13 bis 15 Uhr auf dem Marktplatz ein Kulturprogramm statt, zu dem alle Interessenten recht herzlich eingeladen sind. Zu sehen gibt es da jedenfalls eine ganze Menge: Schulkinder aus allen Städten und Orten nahe der Via Regia und darüberhinaus machen bei dem Pilgerzug mit, der am Sonntag in Schmochtitz gestartet ist. Die Kinder sind im Tross vieler Pferdefuhrwerke, „Edelleute“, Handwerker und Künstler nach historischer Manier des Mittelalters unterwegs bis nach Görlitz. In Bautzen, Reichenbach und Weißenberg werden Kulturprogramme gezeigt.
  Der Ferienpilgerzug ist Begleitprogramm der 3. Sächsischen Landessaustellung. Initiator ist das Kinder- und Jugendkomitee der Volkshochschule Görlitz. (cs).

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Ein Hinweisschild vor dem Kindergarten

Melaune
. Seitdem die Ortsdurchfahrt der S122 durch Melaune fertig ist, plädiert der Kinderkreis Vierkirchen für ein Hinweisschild „Vorsicht Kinder!“ an der Kita. Darüber wurden jetzt Gemeinderat und Bürgermeister informiert. Ein Verkehrsschild soll es aber nicht sein. (SZ/sg)

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 18. Juli 2011 +++
 

Pilgerreise durch die Lausitz verbindet Wandern und Musik


Görlitz/Leipzig.
Landesausstellung „Via Regia“, Pilgern und Musik – das wird bei einer Pilgerreise durch die Lausitz und Sachsen/Thüringen miteinander verbunden. Ab 30. Juli geht es dabei auf 450 Kilometern von Görlitz in Sachsen bis Vacha in Thüringen. Tagsüber laufen die Teilnehmer zwischen zehn und 30Kilometer lange Strecken, zum Beispiel von Görlitz nach Buchholz oder auch von Bautzen nach Kamenz. Abends sind Konzertbesuche des MDR-Musiksommers geplant.
Laut Veranstalter Reise Mission Leipzig, können Interessierte auch an einzelnen Etappen teilnehmen. Die Nachfrage sei bislang groß. Zum Auftakt ist ein Besuch der dritten Sächsischen Landesausstellung „Via Regia“ angedacht. (ihg)

www.reisemission-leipzig.de

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Polizeibericht

 

Unfallfahrer lässt Verletzte liegen

 

Vierkirchen. Am frühen Sonnabendmorgen, gegen 3.30 Uhr, erfasste ein bislang unbekanntes Fahrzeug auf der Straße zwischen Buchholz und Melaune eine 25-jährige Frau, die sich auf dem Nachhauseweg befand. Sie erlitt dabei schwere Verletzungen. Statt sich um die Verletzte am Straßenrand zu kümmern und Hilfe zu rufen, verließ der Fahrzeugführer die Unfallstelle in unbekannte Richtung.

Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Unfall oder zum Fahrzeug machen können, sich an das Polizeirevier Görlitz ( 03581 650524) oder an eine andere Polizeidienststelle zu wenden. (SZ/tbe)

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 16. Juli 2011 +++
 

Gemeinsam arbeiten, aber nicht heiraten


WALDHUFEN/VIERKIRCHEN.
Die beiden Gemeinden Waldhufen und Vierkirchen wollen weiterhin nur kooperieren und sich nicht zusammenschließen

Die Gemeinden Waldhufen und Vierkirchen kooperieren auf verschiedenen Gebieten. Ein Beispiel ist die gemeinsame Nutzung von Technik der beiden Bauhöfe, ein zweites die Grundschule. Beide Gemeinden haben mit Horst Brückner auch den selben Bürgermeister. An eine Gemeindeehe sei deshalb aber nicht gedacht, sagt Horst Brückner in der jüngsten Ratssitzung in Thiemendorf.
  Das versteht der Waldhufener Abgeordnete Bernd Ballast nicht. Er sieht in dieser Kooperation „kleine Tippelschritte“ zur Gemeindefusion und will wissen, was gegen einen großen Schritt spricht. „Der ist nicht gewollt“, sagt der Bürgermeister, auch persönlich kein Befürworter großer Gemeinden. Viele Kommunen, vor allem im Süden Deutschlands, würden mehr über Kooperationen als Zusammenschlüsse machen. Das sei auch in seinen Augen der richtige Weg, denn dadurch werde die lokale Struktur erhalten. Auch die aktuellen Verwaltungsstrukturen sprechen gegen eine Fusion, erklärt Dirk Beck, Vorsitzender des Verwaltungsverbandes Diehsa. Vierkirchen sei Teil der Verwaltungsgemeinschaft Reichenbach, Waldhufen im Diehsaer Verband.
  Aufgekommen ist die Diskussion im Rahmen der Vereinbarung zu den Reisekosten des Bürgermeisters. Bei Dienstreisen gibt es auch Überschneidungen, sei es beim Abwasser- oder auch Trinkwasserzweckverband. In solchen Fällen trägt Waldhufen die Hinfahrt, Vierkirchen die Rücktour. (SZ/tt)

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 15. Juli 2011 +++
 

Nachrichten

 

Kirchstraße kann gebaut werden

Von Steffen Gerhard

 
Vierkirchen. Die Baufirma Osteg wird in Arnsdorf die Kirchstraße neu bauen. Der Gemeinderat erteilte der Zittauer Firma den Bauauftrag, weil sie mit rund 70000 Euro das preiswerteste Angebot abgab. Der Baubeginn ist Anfang September. (SZ/sg).

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Warum sich ein langer Prozess gegen den Tagebau anbahnt

Von Annett Preuß

 

GEBELZIG/BUCHHOLZ. In erster Instanz sind drei vom Landverlust bedrohte Bürger gescheitert. Nun brauchen sie langen Atem und finanziellen Rückhalt.

Das Verwaltungsgericht Dresden hat die Klage der Gebelziger abgewiesen, die im Falle eines Grauwacke-Tagebaus Grund und Boden verlieren würden (SZ berichtete). Die drei Betroffenen geben nicht auf. Die SZ sagt, wie es weitergeht:

Welche Schritte gehen die Landwirte als nächstes?
Das Verwaltungsgericht macht den Landwirten weitere rechtliche Schritte von vornherein schwer. So deutet ihr Rechtsbeistand, der Dresdner Fachanwalt für Verwaltungsrecht Siegfried de Witt, das Urteil. Die Kläger können nicht einfach ihr Anliegen vor der nächst höheren Instanz, dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen, vortragen. Das muss das Gericht erst zulassen.
Das heißt: per extra Antrag. Die drei Gebelziger haben dafür grünes Licht gegeben – mit finanzieller Rückendeckung der Gemeinde Hohendubrau für den einen Privatmann unter den Klägern. Das sagt Bürgermeister Hans-Hermann Zschieschank auf SZ-Nachfrage. „Bisher hat die Gemeinde alle Verfahren auch kostenmäßig mit getragen.“ Die Kanzlei bereitet den Antrag zurzeit vor, so die Auskunft. 

Was wollen die Kläger erreichen?
Sie wollen, dass die Bewilligung des Oberbergamtes Freiberg für den Gesteinsabbau widerrufen und geltendes Bundesbergrecht durchgesetzt wird.
Das heißt: Dann gehört ihnen nicht nur der Boden, sondern auch die darunter liegenden Bodenschätze. Ein Abbau der Grauwacke wäre dann nicht mehr oder nur mit ihrem Ja möglich. Das ist per Gesetz seit 1996 auch in den ostdeutschen Ländern so geregelt.

Warum könnte das ein Gerichts-Marathon werden?
Der Rechtsanwalt hofft zwar, dass das OVG das Verfahren zügig betreiben wird. „Schließlich können die Richter hier eine Grundsatzentscheidung treffen, die auch für viele andere vergleichbare Fälle von Bedeutung sein dürfte.“ Es gebe jedoch keine gesetzlichen Fristen. Wird die Berufung nicht zugelassen, bleibt als letzter Schritt die Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht.

Wie sehen betroffene Landwirte ihre Lage?
André van Leeuwen, der Betreiber des Milchguts, hat keine Illusionen. Er sagt: „Recht kriegt, wer Durchhaltevermögen hat.“ Also auch finanziellen Rückhalt. Die Verzögerung ziele darauf, die Grundeigentümer in die Knie zu zwingen.
 

Warum zweifeln Bürger an gleichem Recht?
Unter den 40 Hektar Ackerland lagern 50 Millionen Tonnen Gestein. Denis Riese von der Bürgerinitiative Pro Gebelzig hat berechnet, was ein Grundeigentümer im Falle des Abbaus im Westen bekommen würde: „50 Cent je geförderter Tonne plus den Preis für das Land, in der Summe mehr als 25 Millionen Euro.“ Die Eigentümer im Osten würden dagegen mit etwa 200000 Euro abgespeist werden und zumindest teilweise die Grundlage ihrer Existenz verlieren.

 

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Neben der Arbeit für das Krankenhaus-Projekt des Vereins LaHfA in Singida, unterrichteten Naemi und Manuel Sydow (im Foto links) die drei Kinder der Arztfamilie Albrecht mit deutschen Lehrstoff in einem typisch afrikanischen Schulbau. Fotos: privat

 

Verein baut neue Krankenstation in Afrika

Von Steffen Gerhardt

 

  Ferienhofbesitzer Martin Leubner konnte jetzt gute Freunde bei sich in Buchholz begrüßen: Naemi und Manuel Sydow waren zwei Tage zuvor auf deutschem Boden wieder gelandet. Das junge Paar kehrte von einem fast einjährigen Hilfseinsatz in Singida, zentral in Tansania gelegen, zurück. Sie nahmen das Hoffest bei Leubners zum Anlass, um über ihren Einsatz und die Erlebnisse zu berichten. Denn sie halfen mit, dass sich die medizinische Versorgung für die Einheimischen verbessert, und zwar über den christlichen Verein LaHfA. Im Vorstand ist auch Martin Leubner vertreten. „Love and Help for Africa hat sich zur Aufgabe gemacht, sich mit dieser Liebe vor allem für die Menschen in Ostafrika einzusetzen und ihnen Entwicklungshilfe vor Ort sowie finanzielle und materielle Förderungen zu geben“, sagt der Familienvater über die Ziele.
  Mit diesen Verein sind Naemi und Manuel Sydow nach Tansania gekommen. Der Verein organisierte zwar alles, aber die finanzielle Grundlage mussten sich die beiden selbst schaffen. „Also warben wir für das Projekt und suchten uns Spender und Sponsoren, die uns den Aufenthalt erst möglich machten“, berichtet die gebürtige Görlitzerin. Ihr Mann stammt aus dem hessischen Siegbach. Beide wohnen jetzt in Weigersdorf.
          Projekt für mehrere Jahre
  In Tansania waren sie nicht die einzigen Lausitzer, denn das Projekt des LaHfA-Vereins läuft schon über mehrere Jahre. Zusammen mit der EAGT Utemini Church ist der Verein gegenwärtig an zwei Projekten beteiligt: Dem Betreiben einer kleinen Krankenstation und dem Bau eines neuen Krankenhauses, einem Health Center, beides in Singida. Dort praktiziert seit einem Jahr das Arztehepaar Katharina und Jens Marcus Albrecht aus Weigersdorf mit deutschem und tansanischem Personal. Ende Oktober 2010 wurde das Team durch die Krankenschwestern Esther Leubner und Katharina Zaunik sowie Praktikant Julius Döhler verstärkt. Esther Leubner ist die älteste Tochter von Martin Leubner und sie ist noch bis September in der Krankenstation tätig. Über den Werdegang des Projektes informierten sich Leubners im Februar, wo sie die Ferien für eine Reise nach Tansania nutzten.
  Chirurg und Vereinsgründer Jens Marcus Albrecht lebt mit Frau und vier Kindern in Singida. Der Jüngste, Noah, hat das erste Schuljahr schon im Mai begonnen. Seine Geschwister haben die Klassen 6, 7 und 9 hinter sich. Sie besuchen keine afrikanische Schule, sondern werden von einer Hamburger Fernschule unterrichtet. Die beiden Sydows waren für sie die Lehrer vor Ort. „Das war unsere Hauptaufgabe, aber da mittags mit dem Unterricht Schluss war, haben wir uns mit in die Krankenstation eingebracht“, erzählt die 24-jährige ausgebildete Erzieherin. Ihr Mann, der gelernte Informatiker, kümmerte sich auch um das Netzwerk der neuen Krankenstation und richtete dort die Datenbank ein.
  Dass ein neues Krankenhaus gebaut wird, ist der Tatsache geschuldet, dass die erst zum Jahresende eröffnete Krankenstation eine neue Bleibe braucht, da der Hauseigentümer die Miete kräftig angezogen hat. Also wurde im Mai vergangenen Jahres mit dem bereits seit 2007 geplanten Bau eines nachträglich erweiterbaren Krankenhauses auf Kirchenland begonnen. „Doch als die ersten Fundamente gelegt waren, kam die Polizei und schnitt ein Stück unseres Baugrundstückes ab. Es wird für eine neue Straße gebraucht, hieß es“, erinnert sich der 27-Jährige Manuel Sydow an die unliebsame Überraschung zwischendurch. Da hieß es Umplanen mit dem Resultat, dass ein mehreckiges Haus gebaut wird, das zwei Arztzimmer, Labor, Warteraum und Arzneimittelausgabe beinhaltet.
          Im Herbst wieder nach Afrika
  Gebaut wird es mit den Afrikanern. Rund 42000 Euro sind als Materialkosten veranschlagt und sollen als Spenden kommen. Auf dem Heimflug erreichte Sydows die gute Nachricht, dass die Fundamentplatte fertig ist und nun darauf das Haus errichtet werden kann. Auch wenn Naemi und Manuel Sydow in Gedanken oft in Tansania sind, so wollen sich beide in Deutschland erst einmal einen Job suchen. „Dennoch zieht es uns wieder nach Singida! Unsere Vorstellung ist, dass wir im Oktober erneut dorthin reisen und das Projekt weiter unterstützen“, merkt Naemi Sydow an.

Mehr zum Verein und Projekt: www.lahfa.de

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 14. Juli  2011 +++
 

Hortbus kostet die Eltern das Doppelte

Von Steffen Gerhardt

  Der Sonderbus bringt auch im neuen Schuljahr die Kinder nach Hause. Für die Eltern wird es aber teurer, entschied der Gemeinderat.

Der Bus, der die Kinder aus dem Hort der Grundschule in Nieder Seifersdorf nach Vierkirchen zurück- bringt, fährt auch im neuen Schuljahr. Nur müssen dafür die Eltern nicht mehr zehn Euro pro Kind im Monat bezahlen, sondern das Doppelte, 20 Euro. Das entschied der Gemeinderat mit einer Gegenstimme am Montag in seiner Sitzung.
  Vorangegangen war eine heftige Diskussion um das Für und Wider dieser Bustour für die Schüler. Bürgermeister Horst Brückner sprach davon, dass die Eltern kein automatisches Anrecht auf den Bus haben. „Es ist eine freiwillige Leistung der Gemeinde, dass die Kinder wieder nach Hause kommen.“
  Die Gemeinde hatte ein entsprechendes Angebot von einem Fuhrunternehmen aus Nieder Seifersdorf vorliegen, das kostengünstig die Busheimfahrt anbietet. Aufgeschlüsselt waren die Kosten (noch mit zehn Euro Elternbeitrag) nach den mitfahrenden Schülern – ob es 12, 20 oder 30 sind. Für die Gemeinde blieb da ein monatlicher Kostenbetrag zwischen 715 und 535Euro.
          Viel Geld, wenige Kinder
  Auslöser für den höheren Elternanteil war, dass die Gemeinde auf den Buskosten im vergangenen Jahr fast alleine sitzen geblieben ist. 12000 Euro hat sie insgesamt ausgegeben, wobei zum Schuljahresende nur noch elf Kinder diesen Bus nutzten. Das brachte der Gemeinde gerade mal 110 Euro im Monat ein. „Die Gemeinde kann das Risiko nicht alleine tragen, zumal sie keine Planungssicherheit hat, wenn es keine Kündigungsfristen für das Nutzen des Hortbusses gibt“, sagte Gemeinderätin Christine Nicht. Sie plädierte dafür, dass die Busfahrt auch in den Betreuungsverträgen für den Hort mit festgeschrieben wird.
  Dem folgte der Gemeinderat in seinem Beschluss, dass die Eltern sich für ein Schulhalbjahr für oder gegen den Bus zu entscheiden haben. Selbst hat die Gemeinde ihren Kostenanteil auf 6000 Euro im neuen Schuljahr festgeschrieben.
  Dass der Hortbus notwendig ist, betonten zwei Familienväter aus Prachenau. Wenn die Eltern ganztägig arbeiten sind, bleibt für die Kinder nur die Heimfahrt mit dem Bus. Und je mehr Kinder mitfahren, umso billiger wird es nicht nur für die Gemeinde, sondern kann es unterm Strich auch für die Eltern wieder werden

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 8. Juli 2011 +++
 

Ein Jahr gemeinsame Grundschule

Von Steffen Gerhardt

WALDHUFEN/VIERKIRCHEN. Die Lehrer und ihre 138 Schüler haben sich eingelebt und wollen ihre neue Schule nicht mehr missen.

Heute bekommen die 138 Grundschüler aus Vierkirchen und Waldhufen ihre Jahresabschlusszeugnisse in ihrer neuen Schule. Seit einem Jahr lernen sie gemeinsam im sanierten Schulhaus am Kirchsteig in Nieder Seifersdorf.
  Für Schulleiterin Elfi Koch war das erste Schuljahr im neuen Haus ein gutes. „Der Schulbetrieb ist normal verlaufen. Schüler und Lehrer haben sich schnell zusammengefunden. Die Lehrerschaft arbeitet gut zusammen, zumal wir uns schon aus der Zeit der beiden Grundschulen in Jänkendorf und Buchholz kennen“, sagt Elfi Koch. Das bekamen die Lehrer sogar Schwarz auf Weiß, denn im Mai attestierte ihnen das Sächsische Bildungsinstitut nach seiner Qualitätskontrolle in der Schule ein gutes Miteinander im Schulalltag.
  Begehrt sind bei den Mädchen und Jungen die Ganztagsangebote, die über handwerkliche Beschäftigung, Sport, Lernen, Schreiben, Singen bis zur Feuerwehr reichen. Schon mit der bisherigen Klasse 1 ist die Schulleitung dazu übergegangen, gemischte Klassen zu bilden. Demnach sitzen auch bei den beiden neuen ersten Klassen Schüler aus Waldhufen und Vierkirchen wieder auf einer Schulbank.
  2,5 Millionen Euro hat die Gemeinde in den Umbau der früheren Mittelschule investiert. Inzwischen ist das bisher größte Waldhufener Bauprojekt auch finanztechnisch unter die Lupe genommen worden. Weil auch Fördermittel der Europäischen Union zur Finanzierung beigetragen haben, war jetzt eine Prüferin des Finanzministeriums sowohl im Gemeindeamt als auch beim Verwaltungsverband Diehsa. Sie hat alle Rechnungen kontrolliert, sagt Heike Hübner vom Bauamt. Sorgen muss sich die Gemeinde nicht. Nach Aussage der Prüferin habe sie nichts Schwerwiegendes gefunden, der Gemeinde aber einige Hinweise gegeben. (mit SZ/tt.)

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Der Schein trügt. Die Orgel sieht zwar äußerlich gut aus, muss aber dringend saniert werden. Die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe in Buchholz überzeugten sich bei ihrer ersten Zusammenkunft von den nötigen Arbeiten. Die Orgel ist 88 Jahre alt.Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 6. Juli 2011 +++
 

Buchholzer fürchten um ihre Orgel

Von Bernhard Donke 

 

  Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit der dringend nötigen Sanierung. Nächster Schritt ist ein Gutachten.

Mit Sorge sehen die Buchholzer Gemeindekirchenräte der Evangelischen Kirchgemeinde den Zustand ihrer Orgel im Gotteshaus entgegen. Seit 88 Jahren versieht die Königin der Musikinstrumente ihren Dienst bei allen kirchlichen Veranstaltungen. Doch in den vergangenen 20 Jahren machen sich auch Verschleißerscheinungen an der Orgel deutlich bemerkbar. Die werden von den Gemeindemitgliedern mit Sorge beobachtet.
  Denn die Orgel darf bei kirchlichen Veranstaltungen wie Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten, Konfirmationen und Beerdigungen nicht fehlen. Außerdem wollen die Mitglieder der Kirchengemeinde auf ein wohlklingendes und zuverlässiges Musikinstrument nicht verzichten. Deshalb wurde jetzt auf Initiative des Gemeindekirchenrates eine Arbeitsgruppe „Kirchenorgelsanierung“ gebildet. Die Mitglieder haben sich bereits getroffen. Das hat ihre Befürchtungen aber nur noch bestätigt. „Ja, wir sind wirklich in großer Sorge um den Zustand unserer Orgel“, sagt Sonja Leubner, die der Arbeitsgruppe angehört. Die Arbeitsgruppe will sich nun fachlichen Rat holen und hat ein Gutachten angeregt. Sobald dieses Gutachten vorliegt, wollen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe wieder treffen. Das soll in der vierten Augustwoche passieren.
  Vom Gemeindekirchenrat wurde die Restaurierung der Orgel inzwischen an die erste Stelle auf einer Liste mit dringenden Arbeiten innerhalb der Kirchengemeinde gesetzt. „Wir würden unseren Nachfahren sicher etwas schuldig bleiben, wenn wir so ein Traditionsinstrument wie unsere Orgel nicht erhalten“, sagt Katharina Tobias vom Gemeindekirchenrat.
  Die Orgel muss einfach wieder in einen gut funktionierenden Zustand versetzt werden. Der Gemeindekirchenrat und die Mitglieder der Arbeitsgruppe hoffen dabei auch auf die Unterstützung der Buchholzer Bevölkerung, denn die Sanierung wird einiges kosten

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 1. Juli 2011 +++
 

Nachrichten

 

Tagesmutter soll Förderung für Ausstattung bekommen

Arnsdorf-Hilbersdorf. Anett Queißer möchte mit Hilfe von Fördermitteln in die Ausstattung ihrer Tagespflegestelle investieren. Sie arbeitet seit 2009 als Tagesmutter und hat dafür einen Bereich auf dem Drei-Seit-Hof der Familie hergerichtet. Der Jugendhilfeausschuss hat die Bereitstellung von rund 2380 Euro beschlossen. Bedingung dabei ist, dass der Landkreis 216 Euro davon übernehmen kann. Der größere Posten wird aus Bundesmitteln bestritten. (SZ/ah).

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 30. Juni 2011 +++
 

Im Juli wird an der Kirchstraße gebaut


Die Gemeinde Vierkirchen setzt den Straßenbau in Arnsdorf fort. Wie Bürgermeister Horst Brückner den Gemeinderat informierte, soll die Ortsdurchfahrt (S122) in Arnsdorf bis Ende Juli fertiggestellt sein. Gegenwärtig erfolgen noch Arbeiten auf dem Teilstück zwischen Denkmal und dem Abzweig nach Königshain. Dass die mit dem Landkreis neu gebaute Straße fertig wird, ist Voraussetzung, um die Kirchstraße zu sperren und mit der Sanierung zu beginnen. Am 1. Juli soll die Submission für die Kirchstraße erfolgen, so Horst Brückner, und der Bau noch im Juli beginnen. Geplante Fertigstellung der Straße zwischen Denkmal und Kirche ist der 1.November. (SZ/sg).

 

Polizeibericht

 

Frischwasserpumpe von Firmengelände gestohlen
 
Vierkirchen
. Vom Gelände einer Recyclingfirma im Vierkirchener Ortsteil Arnsdorf haben Unbekannte in der Nacht zum Dienstag eine 30 Kilogramm schwere Frischwasserpumpe gestohlen. Die Täter hatten dazu den Versorgungsschlauch abgeschraubt und das Stromkabel durchschnitten. Die 6000 Euro teure Pumpe befand sich in einem Steinbruch, etwa 15 Zentimeter unter Wasser. (SZ)

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Bürgermeister Horst Brückner (rechts) gehörte am Sonntag mit zu den ersten Besuchern . Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 28. Juni 2011 +++
 

Gutes für die Gesundheit

Von Constanze Junghanß

 

  Die neue Ausstellung in den Kirchenlogen zeigt die Fürsorge um die Gesundheit in früherer und heutiger Zeit.

  „Gesundheitsfürsorge – gestern und heute“ heißt die neue Ausstellung in den Logenräumen der Buchholzer Kirche. Am Sonntag nach dem Gottesdienst eröffnete Katharina Tobias, Vorsitzende des Christlichen Kulturvereins Buchholz und Gemeindekirchenrat, in Anwesenheit einer großen Anzahl von Besuchern diese Ausstellung. Sie wurde liebevoll und mit viel Engagement von Sonja Leubner und Kerstin Ender zusammengetragen und gestaltet. Die beiden Frauen zeigen sehr anschaulich und übersichtlich die Historie und Gegenwart der Gesundheitsfürsorge in Deutschland und Buchholz-Tetta.
  Neben Aufzeichnungen und Schriftdokumenten sind viele Dinge zu sehen, die einst die Vorfahren für den Erhalt ihrer Gesundheit nutzten, heute aber oft bei Jüngeren für Staunen und manchmal auch ein Lächeln sorgen. (bd)
  Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 18Uhr in den Logenräumen der Buchholzer Evangelischen Kirche geöffnet.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 24. Juni 2011 +++
 

Ein Jahr neue Grundschule wird gefeiert

Von Annett Preuß

 

  Mit einer Summe von rund 2,5 Millionen Euro ist der Umbau für Waldhufen ein gewaltiges Projekt gewesen. 130 Schüler schätzen das

Seit einem Jahr lernen 130 Grundschüler aus Vierkirchen und Waldhufen gemeinsam im sanierten Haus am Kirchsteig in Nieder Seifersdorf. Das wird am Freitag, dem 24. Juni, mit einem Grundschulfest gefeiert. Los geht es um 17.30 Uhr. Schulleiterin Elfi Koch sagt, was Kinder, aber auch Eltern erwartet: „Alle Ganztagsangebote werden sich vorstellen.“ Darüber hinaus sind viele kleine Angebote vorbereitet, die von der Hüpfburg bis zum Basteln reichen. „Auch der Sportbund unterstützt uns“, so die Schulleiterin.
  Inzwischen ist das bisher größte Waldhufener Bauprojekt auch finanztechnisch unter die Lupe genommen worden. 2,5 Millionen Euro hat die Gemeinde in den Umbau der früheren Mittelschule investiert und im vorigen Jahr abgerechnet. Weil auch Fördermittel der Europäischen Union zur Finanzierung beigetragen haben, war jetzt eine Prüferin des Finanzministeriums sowohl im Gemeindeamt als auch beim Verwaltungsverband Diehsa. Sie hat alle Rechnungen kontrolliert, sagt Heike Hübner vom Bauamt. Darüber hinaus wurde stichpunktartig überprüft, ob sich die Gemeinde an die Richtlinien bei der Vergabe von Bauleistungen gehalten hat. Sorgen muss sich die Gemeinde nicht. Nach Aussage der Prüferin habe sie nichts Schwerwiegendes gefunden, der Gemeinde aber wertvolle Hinweise geben können, so Heike Hübner. Zum Beispiel hat Waldhufen bisher den Verbrauch von Bauwasser und Strom durch die Baufirmen erst bei der Schlussrechnung abgezogen. Richtig wäre, das immer wieder bei Abschlagsrechnungen zu tun. Der Grund: Die EU würde sonst den Wasser- und Stromverbrauch vorfinanzieren. Das ist nicht erlaubt. Heike Hübner: „Das wird nicht die letzte Prüfung gewesen sein.“
  Grundschulfest „Ein Jahr Grundschule Nieder Seifersdorf“ am 24. Juni ab 17.30 Uhr in Nieder Seifersdorf, Kirchsteig.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 23. Juni 2011 +++
 

Vierkirchen lehnt den Steintagebau ab

Von Steffen Gerhardt

 

  Neben der Lärmbelastung droht auch ein Absinken des Grundwasserspiegels.

  Parallel zur Bürgerversammlung am Montag in Gebelzig (die SZ berichtete gestern), hat sich am selben Abend der Gemeinderat Vierkirchen mit dem geplanten Festgesteinstagebau in Gebelzig beschäftigt. „Wir bleiben dabei, dass wir das Vorhaben ablehnen“, sagte Bürgermeister Horst Brückner in Bezug auf den bereits 1997 gefassten Gemeinderatsbeschluss. Einstimmig folgte der Gemeinderat am Montagabend der Ablehnung.
  Auf Vierkirchener Flur ist vor allem Buchholz betroffen. Von dem Abbaugebiet werden ein Wohnhaus und ein Wochenendhaus Nachteile bekommen. Aber nicht nur das. Auch die Wasserversorgung ist gefährdet. „Die beiden Häuser, ein weiteres Wohngrundstück und ein Stall versorgen sich mit Brunnenwasser. Durch die zu erwartende Grundwasserabsenkung ist die Trinkwasservesorgung für diese Grundstücke gefährdet“, nannte Horst Brückner einen weiteren Ablehnungsgrund.
  Dazu kommt, dass die vorbeiführende Autobahn bereits für Belastungen bei den Bewohnern sorgt. Auch die Pflanzungen als Ersatzmaßnahmen, die im Nachgang zum Bau der Bundesautobahn 4 geschaffen wurden, werden von dem Tagebau unmittelbar berührt und in ihrer Wirkung beeinträchtigt, kritisiert die Gemeinde. Nicht zu vergessen, dass in dem Gebiet Vierkirchen und Hohendubrau bereits Tagebaue existieren, in denen Kies, Ton und Granit gefördert werden.
  Durch ihre Betreibung hat sich gezeigt, dass neben der Lärmbelastung ein Absinken des Grundwasserspiegels nicht ausbleibt. Getroffene Gegenmaßnahmen haben bisher keine beziehungsweise nur geringe Wirkung gezeigt, so die Erfahrung der Gemeinde. Nicht zu unterschätzen sind die von den Steinsprengungen ausgehenden Erschütterungen, die vor allem den Häusern zusetzen und ihren Wert mindern.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 22. Juni 2011 +++
 

Jugendfeuerwehr hält Kontakt zu Nachbarn

Von Steffen Gerhardt

 

  Zum ersten Mal kommt die Jugendfeuerwehr aus der Partnergemeinde Jezow Sudecki nach Arnsdorf.

  Es begann mit einer Hundertjährigen: Als die Feuerwehr Arnsdorf-Hilbersdorf 2003 ihr 100-jähriges Bestehen feierte, nahmen daran auch erstmals Feuerwehrleute aus dem polnischen Jezow Sudecki (Grunau) teil. Die Gemeinde unweit von Jelena Gora (Hirschberg) ist die Partnergemeinde von Vierkirchen. Mit den Jahren entwickelte sich eine feste Freundschaft beider Feuerwehren – und diese soll sich nun auf die Jugendfeuerwehren beider Gemeinden übertragen.
  Reinhold Kosan, stellvertretender Wehrleiter, möchte mit diesem Treffen eine neue Qualität in die Partnerschaft mit den Polen bringen. „Wir wollen erst einmal klein anfangen. Die Jugendlichen sollen sich und unsere Gemeinde kennenlernen“, sagt er zum Anspruch des ersten Treffens. Dieses findet dieses Wochenende in Arnsdorf statt.
  Zwölf Jungen und Mädchen zählt die Jugendfeuerwehr von Vierkirchen, die Sohn Marko Kosan leitet. Von polnischer Seite werden ebenso viele junge Leute erwartet. Ob das zwei gleichstarke Teams sind, wird sich am Sonnabendnachmittag zeigen. Denn dann will der deutsche und polnische Nachwuchs seine Kräfte und seine Schnelligkeit bei den Feuerwehrwettkämpfen messen.
  Untergebracht sind die Gäste in Zelten am Feuerwehrhaus in Arnsdorf. „Das hat bei uns eine feste Tradition, denn für unsere Jugendfeuerwehr veranstalten wir jedes Jahr zu den Sommerferien ein Zeltlager“, erzählt Reinhold Kosan. Für die Vierkirchner sind das immer abenteuerliche Tage, die sie im Dienst der Feuerwehr erleben können. Das gleiche soll nun den Polen geboten werden. Darüber hinaus werden sie die Technik der Arnsdorfer zur Brandbekämpfung kennenlernen und eine Fahrt durch die Gemeinde Vierkirchen unternehmen. Was sich aus dieser ersten Begegnung entwickelt, ist noch offen.
  Aber die Erwachsenen haben es schon vorgemacht, zumal die deutschen und polnischen Feuerwehrleute auch mit der tschechischen Partnergemeinde Paseky nad Jizerou eng zusammenarbeiten. „Ein fester Bestandteil ist dabei unser jährliches Feuerwehrforum, das in diesem Jahr im Mai in Vierkirchen stattfand“, berichtet Reinhold Kosan. Dieses Mal stand die Feuerwehrtechnik im Mittelpunkt des Erfahrungsaustausches..

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 18. Juni 2011 +++
 

Bürger lehnen sich erneut auf

Von Annett Preuß

 

  Am Montag findet eine Bürgerversammlung gegen den Gesteinsabbau statt. Die Einspruchsfrist endet.

Noch in einem Kilometer Entfernung ist der Staub des Steinbruchs Pließkowitz nordöstlich von Bautzen zu riechen. „So wie dort wird es auch bei uns werden, wenn wir uns nicht wehren“, sagt Denis Riese, Sprecher einer Bürgerinitiative, die sich seit mehr als drei Jahren gegen den geplanten Tagebau der HWO Hartsteinwerke Ostsachsen am Ortsrand von Gebelzig wehrt.
  Nun geht es darum, die Leute wieder wachzurütteln. Nächste Woche endet die Frist für schriftliche Einwendungen. 220 Bürger haben das vor drei Jahren schon einmal getan. Eine hoch liegende Messlatte, nachdem Oberbergamt und Abbaufirma auf Zeit gespielt haben. „Leicht wird das nicht“, sagt Riese. Er habe oft das Argument vom Rechtsanspruch der Firma zu hören bekommen. „Der Einzige, der keinen hat, ist der Bürger.“
  Der Zynismus gipfele in der Aussage eines leitenden Mitarbeiters des Oberbergamts Freiberg, wonach „Sprengerschütterungen lediglich subjektive Wahrnehmungen“ seien. Das macht Denis Riese dann wieder wütend. Er schreibt Bürgerinformationen, Briefe an Politiker, aktualisiert den Internetauftritt und informiert als Abgeordneter auch den Gemeinderat. Bürgermeister Hans-Hermann Zschieschank versucht parallel, überregionale Medien auf die Sorgen der Menschen aufmerksam zu machen. Er ist an den MDR und das ZDF herangetreten. Zur Bürgerversammlung Montag sind auch die Vertreter im Land- und Bundestag eingeladen. Der Landkreis Görlitz unterstützt die Gemeinde. Er will dem Verfahren nicht vorgreifen, aber Kreisentwickler Holger Freymann sieht auch jetzt keinen Bedarf für einen neuen Steinbruch in der Region, sagt der Amtsleiter. Das sehen die Betroffenen ebenso.
  Bürgerversammlung: 20. Juni, 19 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Gebelzig.

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Bürgermeister Horst Brückner (rechts) gehörte am Sonntag mit zu den ersten Besuchern . Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 15. Juni 2011 +++
 

Schlossherr behält sein Anwesen

Von Constanze Junghanß

 

  Verwundert sind Sylke und Thomas Rößler über zwei Anzeigen im Internet: Ihr Wasserschloss in Döbschütz steht dort für 1,5 Millionen Euro zum Verkauf. Allerdings wollen Rößlers gar nicht wegziehen und das rund 1000 Jahre alte Bauwerk nicht abgeben. Jetzt jedenfalls nicht mehr. Die Gedanken an eine Veräußerung standen aber schon einmal. „Ursprünglich wollten wir das Schloss tatsächlich verkaufen“, sagt Thomas Rößler. Grund dafür war, dass das Ehepaar gegen eine belastende Situation kämpfen musste und auch weiter muss: Der Schlossherr ist sehr schwer erkrankt.
  „Wir haben uns nun doch entschieden, hier wohnen zu bleiben“, sagt der Hausherr. Letztendlich soll der jetzt 24-jährige Sohn das idyllische Anwesen einmal erben. Den Vertrag mit dem beauftragten Makler für den zuerst geplanten Verkauf hat Familie Rößler nach eigenen Angaben schriftlich und rechtzeitig gekündigt.
  Dass das Objekt seit dem 25. Mai im Internet zum Verkauf steht, verwundert das Ehepaar. Damit beauftragt wurde das Immobilienbüro von Alexander Graf. Auf Nachfrage der SZ, sagte Alexander Graf, dass er sich nicht ganz sicher ist, ob die Kündigung des Vertrages zum 24. Mai oder zum 24. Juli erfolgte. Da er bis zum 20. Juni im Urlaub ist, konnte er mit Rößlers noch nichts klären. „Die entsprechenden Unterlagen kann ich von meinem Urlaubsort nicht einsehen. Wir werden das Problem aber gleich nach der Urlaubszeit mit Familie Rößler lösen“, verspricht der Makler.
  Die Familie Rößler kaufte diesen, aus dem 12.Jahrhundert stammenden Adelssitz als ihr Traumanwesen 2001 von der Gemeinde Vierkirchen. Für sie und ihre Besucher ist es wichtig zu wissen: Hier geht es weiter! Denn das Wasserschloss ist nicht nur ihre Wohnung. Im historischen Gemäuer können Gäste übernachten. Kürzlich wurde eine weitere Ferienwohnung für bis zu vier Personen fertig gestellt. Zwei Gästezimmer laden im rustikal-gemütlichem Ambiente zum Verweilen und Übernachten ein.
  Sylke und Thomas Rößler haben in ihrem Schloss ein weiteres Vorhaben verwirklicht, das auch ihre Gästen besuchen können: 2003 begannen sie mit dem Aufbau eines Spielzeugmuseums. Jeden Sonntag öffnet das Museum von 11 bis 17 Uhr seine Pforten. Eintauchen können Besucher hier in eine Kindermärchenwelt mit Sandmann und weiteren bekannten Figuren. Dazu sind Puppen, uralte Tretautos und eine antike Ritterburg ausgestellt. Und noch ganz andere Schätze hat der Hausherr mit seiner Frau im Kulturdenkmal entdecken können: Ein 1000 Jahre altes Originalfenster unter dem Putz wurde ebenso gefunden, wie Schriftzüge von 1590 an der Wand. Dazu kommt eine Rotunde, ein kleiner Rundbau, der wahrscheinlich ehemals als Kapelle genutzt wurde. Spannend für Außenstehende ist das Wasserschloss allemal. „Wir haben jährlich einschließlich der Besucher zum Tag des offenen Denkmals rund 1000 Gäste“, freut sich Thomas Rößler.

Interessenten werden gebeten, sich telefonisch vorher anzumelden unter 035827 78486..

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Initiatorin Anette Fünfstück mit einem Rucksack. Foto: C. Junghanß

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 10. Juni 2011 +++
 

Ausstellung über Pilgern und vergessene Gegenstände

Von Constanze Junghanß

 
  Socken, Hosen, Rucksäcke sind Hinterlassenschaften von Christen auf Pilgerfahrt. Diese „Fundstücke“ werden in der Kirche gezeigt.

  Socken, eine Brille, Handtücher und selbst eine Wäscheleine und eine Hose haben Pilger in Arnsdorf zurückgelassen. Einige der Gegenstände wurden vergessen, andere als unnötiger Ballast bei der evangelischen Pfarrgemeinde zurückgelassen. Diese „Fundstücke“ werden ab Pfingstmontag im Logenraum der Kirche gezeigt.
  Doch nicht nur diese persönlichen Gegenstände sind bei der neuen Ausstellung zum Thema „Pilgern entlang der Via Regia“ zu entdecken. Im Gotteshaus und in der Loge der Kirche wird in Wort und Bild zur Geschichte des Pilgerweges des Hl. Jakob und über den Sinn des Pilgerns informiert.
  Anette Fünfstück und Helfer haben mit dem Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte viel Spannendes zum Thema zusammengetragen. Hintergrund dafür ist einerseits die Landesausstellung in Görlitz. „Andererseits übernachten in unseren beiden Arnsdorfer Herbergen auf dem Pfarrhof jährlich bis zu 350 Pilger“, erzählt Fünfstück.
  Die Wallfahrer tragen in Gästebücher ihre Geschichten, Gedanken und Gebete ein. Ein Teil dieser Sammlung persönlicher Worte wird ebenso zu entdecken sein, wie Naturaufnahmen und Dokumente. Allein in der Kirche informieren sieben Tafeln zur Historie, sechs weitere Tafeln befassen sich mit Glaubensthemen wie Heilssuche, Loslassen können oder Ankommen. Informativ aufgearbeitet wurde von dem ehrenamtlichen Team auch jede Menge Hintergrundwissen und Tipps von und für die Pilger. So ist zu erfahren, dass Frauen bei ihrem Weg nach Santiago de Compostela maximal neun, Männer bis zu elf Kilogramm Gepäck mit sich führen sollten.
  Anette Fünfstück hat über eine Pilgerin recherchiert, die ihren Rucksack genau berechnete: zwei T-Shirts wiegen bei ihr 300, der Schlafsack 800 und der Rucksack 1600 Gramm. Speis und Trank führen die Pilger nur in ganz geringen Mengen mit sich. Deshalb gibt es in Arnsdorf auch die „Trockenverpflegungsboxen“ auf dem Pfarrhof. Enthalten sind Kaffee, Kekse und Knäckebrot und Schnellsuppen für die Tasse. Außerdem ist der Kühlschrank stets gefüllt. „Fast täglich kommen Pilger einzeln oder in Gruppen bei uns vorbei“, sagt Fünfstück. Das Ensemble der Offenen Kirche würde geschätzt. Und mit der neuen Ausstellung richten sich die Macher auch an ihre Pilgergäste und alle anderen Besucher.
  Die Ausstellung in der Kirche Arnsdorf wird am Pfingsmontag nach dem 9-Uhr-Gottesdienst eröffnet. Sie kann täglich von 10 bis 20 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 7. Juni 2011 +++
 

Geheimnis um Riesenstuhl lüftet sich im Landkino

Von Constanze Junghanß
 

Es ist wieder Kinozeit auf dem Pfarrhof. Die Zahl 13 spielt im Vorfilm eine Rolle.

  Der selbst gedrehte Vorfilm des Arnsdorfer Landkinoteams ist im Kasten (SZ berichtete). Gezeigt wird er beim Sommerfilmprogramm in der Kinoscheune auf dem Pfarrhof ab diesem Freitag. Doch nicht nur Filmklassiker, Märchen, Komödien und Dramen werden präsentiert. Das Landkino-Team konnte eine weitere Attraktion auf den Pfarrhof lotsen: Ein fast fünf Meter hoher Riesenholzstuhl ist neben dem Scheuneneingang unübersehbar aufgebaut. Vereinsvorsitzende Andrea Gloger sagt, was es damit auf sich hat: „Unser Vorfilm handelt von der Zahl 13, viele denken dabei an den Filmklassiker ,Die dreizehn Stühle‘. Unser 13. Stuhl wurde passend zum Thema von unserem Unterstützer Gerd Wiedmer aus Niederseifersdorf gebaut.“ Probesitzen konnten jetzt 25 Landkinohelfer. Der Stuhl lädt aber noch ganz andere Menschen zum Verweilen ein. „Für einige Abende haben wir Vertreter aus dem kulturellen, medizinischen, wirtschaftlichen und politischen Bereich eingeladen, die zu regionalen Fragen den Besuchern Rede und Antwort stehen“, sagt Pfarrer Andreas Fünfstück. Für die Aktion angesprochen wurden beispielsweise Landrat Bernd Lange, Landskron-Brauereichefin Katrin Bartsch und Ärzte, die im Dorf wohnen. Der Riesenstuhl schreibt noch eine weitere Geschichte. Nach der Kinosaison soll er dem Kinderkreis, der die beiden Kindergärten in Arnsdorf und Melaune betreibt, übergeben werden.
  Donnerstag, 19.30 Uhr, musikalische Weinverkostung am Vorabend des Landkinostarts. Freitag, Start mit „Der Kahn der fröhlichen Leute“ (Defa, 1949). Bis 1. Juli täglich außer dienstags und donnerstags Landkino auf dem Pfarrhof ; Programm im Internet unter
  www.landkino-arnsdorf.de

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Die alte Slawensiedlung am Burgberg in Melaune existiert nicht nur in den Köpfen des Milzener Vereins. Diego Scholz kann eine Menge über die bereits laufenden Projekte erzählen. Dass die Gemeinde hier jetzt Land gekauft hat, ist für den Verein auch ein Bekenntnis dazu. Foto: C. Junghanß

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 26. Mai 2011 +++
 

„Jetzt legen wir mit der Slawensiedlung los“

Von Constanze Junghanß

 

  Jahrelang haben sich die Verhandlungen zwischen der Gemeinde Vierkirchen und der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft um einen Teil des Burgbergs in Melaune hingezogen. Nun kann die Gemeinde Land kaufen. Der Burgberg ist ein Flächendenkmal. Er war einst von den Slawen besiedelt worden. Mit finanzieller Unterstützung der Milzener kauft Vierkirchen zwei Flurstücke für 4800 Euro. Der Verein plant mit der Kommune einen Natur- und Geschichtslehrpfad. Das passt zur Idee des Freilichtmuseums. SZ sprach mit Milzener-Chef Diego Scholz.

Herr Scholz, haben Sie jetzt einen Grund, um zu jubeln?
Ja, für uns war das ein lange verfolgtes Ziel. Das nun alles geklappt hat, darüber freuen wir uns natürlich außerordentlich. Die Gemeinde ist der beste Garant dafür, dass der Burgberg als Bodendenkmal geschützt und genutzt werden kann. Die Gemeinde bekennt sich mit diesem Schritt auch ein Stück weit zu diesem Projekt.

Warum hat das denn so lange gedauert?
Der BVVG als Nachfolgerin der Treuhand gehören die Flächen. Das Prozedere war langwieriger als gedacht, die Verkaufsverhandlungen gestalteten sich schwierig. So ist das nun mal.

Und hier wollen Sie ein Freilichtmuseum für slawische Frühgeschichte aufbauen?
Das wird am Fuße des Burgbergs passieren. Bevor hier jedoch ein erstes Haus gebaut werden kann, ist ein Bebauungsplan notwendig. Der kostet den Verein nahezu 10000 Euro. Ziel ist, bis nächstes Jahr die planerischen Voraussetzungen für eine solche Siedlung zu schaffen. Etwa fünf kleine Höfe mit Wohnbereich und Nebengelass sollen gebaut werden, um die Besiedlung im 11. Jahrhundert nachzustellen. Vorbild dafür ist die slawische Mittelaltersiedlung Tornow in der Niederlausitz. Der Kauf der Grundstücke für den Lehrpfad ergänzt das Ganze.

Woher nimmt der Verein denn das Geld dafür?
Wir müssen uns das alles selbst erarbeiten. Denn so viel steht fest: Wir bekommen dafür keine finanzielle Förderung. Bei zahlreichen Veranstaltungen ist der Verein mit dabei. Da haben wir Einnahmen. Außerdem haben wir feste Partner, die uns buchen: Schulklassen zählen ebenso dazu wie Projekte im Rahmen der Erwachsenenbildung. Wir vermitteln anschaulich, praktisch und theoretisch das Leben der Milzener im frühen Mittelalter.

Wie sieht das konkret aus?
Wir führen den Schulklassen und Erwachsenengruppen vor, wie im frühen Mittelalter gelebt und gearbeitet wurde. Wie zeigen zum Beispiel, wie die Menschen geschmiedet, Fladen gebacken, Löffel geschnitzt, Textilien und Schuhe hergestellt und Bogen gebaut haben. Diese Workshops laden nicht nur zum Zuschauen ein, die Teilnehmer sollen mitmachen.

Und wie steht es mit den Projekten für Schulklassen?
Die laufen nach wie vor. Schulprojekte vor Ort bieten wir genauso an wie das jährliche Wendenlager im September. Schulen aus Görlitz und Weißwasser sind regelmäßig in Melaune zu Gast. Die Vereinsarbeit wurde zusätzlich darauf konzentriert, Partnerschaften mit Museen im In- und Ausland zu pflegen und aufzubauen. Ziel dabei ist auch, die nötigen Mittel für unser ehrgeiziges Projekt zusammen zu bekommen und unsere pädagogische Kompetenz zu erweitern.

Was steht in nächster Zeit an?
Bei der Landesgartenschau 2012 in Löbau sind wir mit dabei – im Grünen Klassenzimmer. Die Ganztagsangebote mit der Schule in Ebersbach (im Oberland) laufen. Wir besuchen Schulen mit unseren Projekten, unter anderem das Görlitzer Annengymnasium. Außerdem feiern wir im Oktober unser zehnjähriges Vereinsjubiläum in Melaune mit einem Fest. Unter anderem wird es da öffentliche Workshops und Vorträge geben.

Gespräch: Constanze Junghanß.

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Denis Riese

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 24. Mai 2011 +++
 

Bürgerinitiative startet Webseite

Von Bernhard Donke und Annett Preuß
 

Mitstreiter beraten über Vorgehen im Kampf gegen drohenden Gesteinsabbau.

  Die Bürgerinitiative Pro Gebelzig will möglichst viele Menschen mobilisieren, ihr Recht auf Einsichtnahme in die ergänzenden Planungsunterlagen für den geplanten Grauwacke-Tagebau wahrzunehmen. Diese liegen bis zum 8.Juni öffentlich aus. Vor allem Berufstätige schließe das von vornherein aus, kritisiert Denis Riese, der Sprecher der Initiative. Deshalb bemühen die Mitstreiter sich darum, die Einwohner direkt zu informieren. Dem ersten Handzettel ist bereits ein zweiter gefolgt – als Antwort auf die Tatsache, dass nur handschriftliche Aufzeichnungen nach persönlicher Einsichtnahme erlaubt sind.
  Nach dem Oberbergamt Freiberg hat auch der Geschäftsführer der HWO Hartsteinwerke, Martin Westermann, einen entsprechenden Antrag der Gemeinde Hohendubrau abgelehnt. Am Freitagabend nun wurde über die wichtigsten Erkenntnisse nach Sichtung der Planungsunterlagen informiert: Das Kartenmaterial ist veraltet, die Wohnbebauung nicht berücksichtigt, die Vernichtung des Lebensraumes gefährdeter Tier- und Pflanzenarten spielt keine Rolle.
  49 Einwohner folgten der Einladung der Bürgerinitiative Pro Gebelzig, um sich über den Stand ihres Aufbegehrens gegen den geplanten Gesteinsabbau zu informieren. Gleichzeitig wollten sie ihren Unmut gegenüber der schleppenden Bearbeitung ihrer Einsprüche kundtun.
  Für Denis Riese zeigte die große Anzahl der Bürger, die an der gut zweieinhalbstündigen Versammlung teilgenommen haben, dass der Widerstand gegen den geplanten Gesteinsabbau in Gebelzig und Umgebung ungebrochen ist.
  http://bergbau.hohendubrau.org

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Andrea von Wiedebach (links) und Anett Miethe haben in der Kirche Arnsdorf einen Baum mit den Namen der Täuflinge und der Verstorbenen aufgestellt. Foto: C. Junghanß

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 21. Mai 2011 +++
 

Kein Mensch soll mehr einsam sein

Von Constanze Junghanß
 

Es ist wieder Kinozeit auf dem Pfarrhof. Die Zahl 13 spielt im Vorfilm eine Rolle.

  Besuchsdienste in der Gemeinde“ war kürzlich Thema des Ältestentages der Gemeindekirchenräte Arnsdorf/Nieder Seifersdorf. Neben den Gottesdiensten gibt es hier bereits eine sehr lebendige Gemeindearbeit. Gemeinsame Frühstückskreise, Frauenhilfe, Mittwochsandachten gehören ebenso dazu, wie Kindernachmittage. Doch es gibt den Wunsch, noch aktiver zusammen zu leben.
  „Das heißt, wir müssen uns auch gegenseitig besuchen und nicht nur warten, dass viele zu uns in die Gemeinde kommen“, sagt Pastorin Hanke. Eine Gemeinschaft, die füreinander da ist, soll nicht nur auf dem Papier, sondern real existieren. Das findet auch Anett Miethe. Bei ihr laufen im Pfarrbüro alle Informationsdrähte zu den Besuchsdiensten zusammen. „Wir wollen etwas gegen die immer kälter werdende Gesellschaft und gegen drohende Einsamkeit der Menschen unternehmen“, sagt die junge Frau. Ideen dafür gibt es viele. Als erstes umgesetzt wird in diesem Jahr das persönliche Begrüßen von Menschen, die neu in die Gemeinde gezogen sind. „Außerdem möchten wir Familien und Mütter besuchen, die ein Baby bekommen haben“, s agt Gemeindekirchenrätin Andrea von Wiedebach. Gezwungen wird dazu natürlich niemand. Deshalb fragen die Helfer im Vorfeld erst einmal nach, ob der Besuch gewünscht wird.
  Melden können sich bei Anett Miethe aber auch alle diejenigen, die Besuchsdienste übernehmen oder gern selbst Besuch von Gemeindemitgliedern bekommen möchten. Denn die Ideen für die Zukunft reichen noch weiter: Der Gemeindekirchenrat hat sich überlegt, Menschen zu begleiten, die einsam und voller Trauer sind. Für Menschen dazusein, die wegen Arbeitsüberlastung keine Möglichkeiten mehr sehen, noch für das kirchliche Leben Termine wahrzunehmen. Allein gelassen werden sollen ebenso diejenigen nicht, die wegen körperlicher Beschwerden nicht mehr den Weg zur Kirche oder zum Gemeindehaus schaffen.
  Dafür braucht es viele tatkräftige Unterstützer. Die Ideen der Kirchengemeinde stießen schon auf offene Ohren. Einige Mitglieder haben bereits signalisiert, mitzumachen“, freut sich Andrea von Wiedebach. Für die Helfer, die über den Inhalt der Gespräche bei den Besuchen der Schweigepflicht unterstehen, soll es Besuchsdienstseminare vor Ort geben.
  Eine solche Form der gelebten Gemeindearbeit ist nicht von einem Tag auf den nächsten aus dem Boden zu stampfen. Schritt für Schritt wird künftig aus dem Bisherigen aufgebaut und Neues dazukommen.
  „Uns geht es nicht darum, Menschen zu missionieren“, sagt von Wiedebach. Vielmehr sei es eine christliche Grundaufgabe, für den Nächsten dazusein.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 19. Mai 2011 +++
 

Nachrichten

 

Vierkirchen. Der Gemeinderat hat den Verkauf eines Grundstücks in Arnsdorf-Hilbersdorf beschlossen. Das über 1300 Quadratmeter große Grundstück wird für 10 000 Euro veräußert. Es ist mit einem denkmalgeschützten Gebäude bebaut. Es gab mehrere Interessenten, die das alte Gebäude abreißen und einen Neubau errichten wollten. Deshalb stellte die Gemeinde einen Abrissantrag bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises. Dieser Antrag wurde durch die Bauaufsicht genehmigt. (cj)

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 13. Mai 2011 +++
 

Landkino ist reif für ein Buchkapitel

Von Constanze Junghanß

 

  Der neue Kurzfilm für die Kinosaison ist fertig. Das Projekt erhält Anerkennung.

  Die Zahl 13 steht beim diesjährigen Landkinofilm im Vordergrund. Die Dreharbeiten sind vor kurzem zu Ende gegangen. „Es ist bereits der zwölfte Kurzfilm, den das Landkinoteam in Eigenregie mit Hilfe von Kameramann Rolf Sondershaus gedreht hat“, sagt Andrea Gloger vom Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte. Für das Landkinoteam ist die 13 also keine Unglückszahl.
  Vielmehr soll mit der Ziffer ein ganz besonderer Bezug zum Ort hergestellt werden. So viel darf schon verraten werden: 13 Stühle und Sitzgelegenheiten spielen ebenso eine Rolle wie Häuser in Arnsdorf, Thiemendorf und Hilbersdorf. Der Kurzfilm unter dem Titel „Jetzt schlägts 13“ feiert am 10. Juni Premiere und ist in der Landkinosaison jeweils montags vom 1. August bis zum 12. September zu sehen. Jeder 13. Besucher erhält an jedem Abend eine kleine Überraschung. 35 Laienschauspieler haben beim Dreh mitgemacht. Einige von ihnen ganz spontan. „Zwei Schweizer Pilgerinnen waren auf dem Pfarrhof zu Gast und übernahmen einen Part in unserem Film“, freut sich Andrea Gloger. Die Resonanz auf das Filmprojekt schlägt inzwischen auch über die Dorfgrenzen hinaus Wellen. Kürzlich besuchte ein Mitarbeiter der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) Arnsdorf. „Hannes Langbein ist im Kulturbereich tätig und arbeitet an einem Buch“, erzählt Andrea Gloger. Die kulturellen Aktivitäten auf dem Pfarrhof und das Landkino sollen in dieses Buch aufgenommen werden. Insgesamt werden darin bundesweit 30 Kirchgemeinden vorgestellt, die eine besondere Kulturarbeit machen.
  Eine Art Essayband im Sinne eines Kulturkirchenführers soll entstehen, der Anreiz geben möchte, auf den Spuren besonderer kirchlicher Kulturprojekte in den Gemeinden zu wandeln. Das Buch erscheint auf dem Kirchenkulturkongress der EKD im September bei der Evangelischen Verlagsanstalt. Das Landkino ist aus der Region nicht wegzudenken. Es hat sich zu einem Ort herausgeputzt, an dem sich Menschen treffen, miteinander unterhalten und sich über die Filmangebote freuen. Pfarrhof und Landkino wollen Arnsdorf-Hilbersdorf davor bewahren, ein reines Wohndorf zu werden und Berührungsängste vor der Kirche abbauen.
  www.landkino-arnsdorf.de

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Im sanierten Herrenhaus befinden sich zehn Wohnungen. (oben)

In der Orangerie nutzen Hansheinrich Schnorr v. Carolsfeld und seine Frau eine Ferienwohnung, wenn sie in Arnsdorf sind. Fotos: Pawel Sosnowski

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 11. Mai 2011 +++
 

Doppelleben zwischen Zuhause und Heimat

Von Anja Hecking
 

  Hansheinrich Schnorr v. Carolsfeld führt ein „Doppelleben“. Zwischen Mainz und Arnsdorf reist der 75-Jährige gut zehnmal im Jahr hin und her. Das eine ist sein Zuhause, das andere seine Heimat. Dazwischen lagen einmal Welten – rein äußerlich, denn tief im Herzen hat er der Entfernung keinen Raum gelassen.
  In der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz ist der ehemalige leitende Angestellte mit seiner Familie zu Hause. Hier hat er die meiste Zeit seines Lebens verbracht, wohnt in einem Zweifamilienhaus oberhalb der pulsierenden Großstadt. Er genießt mit seiner Frau den Ruhestand. Kinder und Enkel leben in der Nähe.
  Arnsdorf ist Heimat. Das sind die ersten neun Jahre seines Lebens. Das sind Wurzeln. Hier hat Hansheinrich Schnorr v. C. mit seinen Eltern und Geschwistern bis kurz nach dem Kriegsende gelebt. Bis die Familie in einer Nacht- und Nebelaktion von der Polizei abgeholt und mit einem Güterzug auf die Insel Rügen gebracht wurde.
  Die Bilder von dem alten Familiensitz waren da schon in seinem Kopf gespeichert, die Freundschaften zu Schulkameraden in seinem Herzen. 15 Jahre dauerte es, bis er als junger Mann das Anwesen seiner Großeltern 1960 das erste Mal wieder sah.
  Wenn er und seine Frau heute nach längerer Zeit die große Ferienwohnung in der sanierten Orangerie in Arnsdorf betreten, atmen beide tief durch: Es tut der Seele gut, das jetzt alles so um sich zu haben. Beide fühlen sich hier wohl. Beschaulich ist Arnsdorf allemal, langweilig nicht. Auch Marion Schnorr v. C. ist die Gegend vertraut – als Kind hat sie unweit von Landshut auf dem Gutshof ihrer Familie mit schlesischen Flüchtlingsfamilien gewohnt, die dort aufgenommen wurden.
  Dass beide diesmal schon seit Ostern hier sind und damit über vier Wochen am Stück, hat seinen Grund. Die Orangerie mit der großzügigen Ferienwohnung und den zwei Wohnungen ist vor zehn Jahren fertig geworden. Darauf wollen sie am Wochenende Rückblick halten – mit der Familie, Freunden, Partnern und Bekannten.
  Der längere Aufenthalt könnte aber auch die Probe aufs Exempel sein. Hansheinrich Schnorr v. C. bereitet sich darauf vor, dass er die weite Strecke zwischen Mainz und Arnsdorf nicht auf ewig mit dem Auto fahren kann. Dann will er mit dem Zug reisen, nicht so oft im Jahr, dafür lieber mit längeren Aufenthalten.
  Bekannte und Freunde vor Ort bekommen schnell mit, wenn das Ehepaar da ist und schauen vorbei. Das ist Hansheinrich Schnorr v. C. wichtig. Er will das fortsetzen, was sein Großvater einst in Arnsdorf mit seinem Verhalten offensichtlich richtig gemacht hat. Nach der Wende ist er deshalb nicht wie aus dem Nichts hier aufgetaucht – mit viel Geld in der Tasche und in Graf-Koks-Manier. Er wollte sich einbringen. Ohne seine Vermittlung und sein Geschick hätte die Arnsdorfer Kirche den fast kostenlosen Aufriss nicht so schnell bekommen. Ohne seinen Mut, die Beharrlichkeit, Entscheidungsfreude und die Fähigkeit, sich für eine Idee begeistern zu lassen, wäre das Familienanwesen heute wahrscheinlich nicht in dem guten Zustand.
  Herrenhaus, Orangerie, Nebengelass und Park sind Orte voller Geschichte und Geschichten. 15 Mieter, vor allem Familien, leben hier. Schritt für Schritt sind die Wohnungen entstanden. Hansheinrich Schnorr v. C. bereut das nicht. Bei einem „Topf Farbe“ und dem Ersparten nach einem langen Arbeitsleben ist es dabei aber nicht geblieben. Etwas bedrückt ihn das schon. Er will seinen drei Kindern keinen Berg Schulden hinterlassen. Die Verbindlichkeiten, wie er das nennt, tragen dabei längst Früchte.
  Denn saniert wurde immer nur, wenn Mieter da waren. So fanden sich Wünsche mit klugen nachhaltigen Ideen zusammen. Das fing bei den Bauplänen an und reichte bis hin zur Ausführung. Das zahlt sich heute aus. Es ist nicht schwer, Nachmieter zu finden. Von den ersten Bewohnern sind viele wieder weggezogen, der Arbeit hinterher oder weil sie inzwischen selbst gebaut haben.
  Allein hätte Hansheinrich Schnorr v. C. die Sanierung des Herrensitzes aber nicht durchgezogen. Auf die Geduld und Unterstützung seiner Frau, seiner Familie und der Partner vor Ort konnte er sich immer verlassen. Mit der Umgestaltung des Parks hat er ein nächstes Ziel vor den Augen. Schon allein deshalb pendelt er bis heute zwischen Zuhause und Heimat.

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Im sanierten Herrenhaus befinden sich zehn Wohnungen. (oben)

In der Orangerie nutzen Hansheinrich Schnorr v. Carolsfeld und seine Frau eine Ferienwohnung, wenn sie in Arnsdorf sind. Fotos: Pawel Sosnowski

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 10. Mai 2011 +++
 

Kirche führt Pfarrerin ins Amt ein

 

  Bischof Markus Dröge hat am Sonntag Pfarrerin Christa Hanke aus Kreba mit 17 anderen Pfarrern in der Nikolaikirche in Berlin-Spandau in ihr Amt eingeführt. Christa Hanke arbeitet zurzeit als Pfarrerin in einem zweijährigen Entsendungsdienst im Evangelischen Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz.
  Sie vertritt ihren erkrankten Kollegen Andreas Fünfstück. Sechs Gemeindekirchenräte aus den Kirchengemeinden in Arnsdorf, Buchholz, Diehsa, Jänkendorf-Ullersdorf, Melaune, Nieder Seifersdorf und Tetta begrüßten sie dann auch stellvertretend in Berlin nach dem Gottesdienst mit einem Transparent. Damit signalisierten sie ihr ihren Dank und die Freude auf eine weitere gemeinsame Zeit. (SZ)

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Eng wird die Straße unweit des Kriegerdenkmals in Arnsdorf. Bauleute der Firma Nadebor setzen das Schnittgerinne, links davon kommt der Geh- und Radweg hin. unten die gefräste Mulde vor Siegfried Steinerts Haus. Abhilfe schafft die noch fehlende Deckschicht. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 27. April 2011 +++
 

Arnsdorf bleibt eine Baustelle

Von Steffen Gerhardt
 

  Der Arnsdorfer Siegfried Steinert wird sich noch gedulden müssen, bevor die Kreisstraße vor seinem Haus vollendet ist. Bis dahin wird das Geschirr im Schrank weiterhin „erklingen“, wenn ein Fahrzeug an seinem Haus vorbeifährt. War es erst eine überlappende Asphaltschicht, die wie eine Stufe die Autostoßdämpfer testete, so ist es jetzt eine Senke, die für Vibrationen im und am Haus sorgt. „Die Baufirma hat zwar auf meine Kritik reagiert, aber die Kante so abgefräst, dass nun eine Mulde entstanden ist“, sagt der Rentner. Er ist dabei nicht der Einzige mit einer Delle vor dem Haus. Zwei weitere wurden in seiner Sichtweite auch in den Asphalt gefräst, wo sich erst die Tragschichten überlappten.
  Bürgermeister Horst Brückner weiß von den Unzulänglichkeiten. Sie werden aber erst mit der Fertigstellung der Straße behoben sein. „Mit der Asphaltierung sollte es eigentlich vergangene Woche schon losgehen, nun wird Donnerstag angefangen“, sagte der Bürgermeister nach der gestrigen Bauberatung. Begonnen wird dabei vom Ortseingang aus Richtung Hilbersdorf aus, damit als Erstes die Umleitung am Stadtgut vorbei aufgehoben werden kann.
  Die Gemeinde, die Firma Nadebor als Hauptauftragnehmer und das Straßenbauamt sind sich einig, dass bis Ende Juli die Kreisstraße fertig ist, zumindest der Abschnitt, woran jetzt gebaut wird. Die Anwohner haben da ihre Zweifel, denn jetzt wurde erst das Stück Pflasterstraße vom Kriegerdenkmal Richtung Hilbersdorf aufgerissen und mit dem grundhaften Ausbau und dem Setzen des Schnittgerinnes begonnen.
  Auch wenn die Straßenbauleute pünktlich fertig werden, Arnsdorf und Hilbersdorf bleiben eine Baustelle. „Ab August wollen wir das Teilstück von der Bushaltestelle bis zum Abzweig Heideberg grundhaft ausbauen“, nennt Horst Brückner das nächste Vorhaben, das wieder zusammen mit dem Straßenbauamt geplant ist.
  Aber auch die Gemeinde will Geld für ihre kommunalen Straßen ausgeben. Mit Hilfe des Förderprogrammes aus der Integrierten Ländlichen Entwicklung (Ile) hat Vierkirchen vier Straßenabschnitte vorgesehen. In Arnsdorf ist es die Straße zur Kirche, und in Hilbersdorf sollen zwei Wege befestigt werden und der Bahnhofsweg. Dafür hat die Gemeinde über 62000 Euro in ihren Finanzetat für 2011 eingestellt. Bürgermeister Horst Brückner denkt dabei auch an weitere Gemeindestraßen. „Dieses Förderprogramm ist noch bis 2013 aufgelegt, und bis dahin wollen wir diese Fördermöglichkeit voll ausnutzen.“ Denn 85 Prozent der Nettokosten werden gefördert.
  Der Ile-Koordinierungsausschuss hat die vier Straßen in Vierkirchen bereits befürwortet. „Nun warten wir auf die Bewilligung der Fördersumme. Liegt diese vor, können wir in die Planung und den Straßenbau gehen“, erklärt Horst Brückner. Zuvor muss aber die Kreisstraße durch Arnsdorf fertig sein, sonst ist überhaupt kein Durchkommen mehr im Ort.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 20. April 2011 +++
 

Hufschmiede der alten Poststation lenkt Blick auf Via Regia

Von Bernhard Donke
 

  Das Schild an der S 111 in Rotkretscham ist dem Ortschaftsrat Buchholz zu verdanken. Er hatte die Idee.

  Seit dieser Woche kommen Autofahrer auf der S 111 am Ortseingang von Rotkretscham aus Richtung Weißenberg an einem großen Schild zur Via Regia nicht ohne einen Blick darauf vorbei. Das ist dem Ortschaftsrat von Buchholz zu verdanken.
  Er hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diesen Beitrag zur Via-Regia-Landesausstellung zu leisten. Denn die alte Kultur- und Handelsstraße verläuft auch auf dem Gebiet der Gemeinde Vierkirchen. Das über vier Meter breite und zwei Meter hohe Schild zeigt die Hufschmiede der früheren Postmeisterei in Rotkretscham. Bis 1835 wurden hier die Hufe der Postpferde beschlagen. Im Januar, zur ersten Ortschaftsratssitzung im neuen Jahr, hatte Ortsvorsteher Udo Gleisenberg den Vorschlag für die Tafel gemacht. Die anderen Räte waren einverstanden, und Vierkirchens Bürgermeister Horst Brückner sagte Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung zu. Dann nahm die Idee ihren Lauf. Das Motiv der alten Postmeisterei stand schnell fest. Denn Ende des 18. und bis ins 19. Jahrhundert hinein war sie eine bekannte Poststation an der Via Regia. Hier soll auch Goethe auf seiner Reise nach Schlesien übernachtet haben.
  Mit dem Motiv war auch der Standort in Rotkretscham klar. Gemalt hat es dann der Melauner Carsten Scholz. und für den geeigneten Bildtext mit entsprechenden geschichtlichen Hinweisen konnte der Tettaer Ortschronist Gotthard Ender gewonnen werden.
  Beiden möchten die Buchholzer Ortschaftsräte danken, denn so viel Zeit dazu hatten sie nicht. Mit Unterstützung des Bürgermeisters und der Straßenmeisterei konnte die Tafel jetzt aufgestellt werden.
  „Wir hoffen und wünschen, dass damit an der alten Handelsstraße viele Menschen angesprochen werden und sich für das Thema interessieren“, sagt Udo Gleisenberg.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 19. April 2011 +++
 

Nachrichten

 

Unbekannte werfen Ampel an der S 122 um

Döbschütz.
Auf der Staatsstraße 122 am Abzweig zur S 124 wurde in der Zeit von Sonnabend, 22 Uhr, bis Sonntag, 9 Uhr, an einer Baustelle eine Ampel umgeworfen. Die Anlage diente zur Regelung des Verkehrs an der unübersichtlichen Arbeitsstelle. Durch den Sturz ging sie kaputt. Der Schaden beträgt 200 Euro. Die Polizei ermittelt. Hinweise zu den Tätern nimmt die Polizei Görlitz, 03581 650524, entgegen. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 14. April 2011 +++
 

Verein informiert weiter über Hilfsprojekt in Afrika

Von Anja Hecking
 

  Mit dem Interesse an dem medizinischen Hilfsprojekt im afrikanischen Singida (Tansania) ist Martin Leubner vom Lafah-Verein zufrieden. Das sagte der Buchholzer nach seinem Reisebericht in Melaune der SZ. Um die 40 Zuhörer nutzten den Abend in der Alten Wassermühle, um sich zu informieren. Inzwischen hat Martin Leubner einen weiteren Vortrag in Bautzen angeboten und Fakten über das Hilfsprojekt sowie Eindrücke seiner Familie in Afrika vermittelt. Eine nächste Gelegenheit dazu wird das mit dem Vereins-Freundestag verbundene Hoffest der Familie Leubner im Sommer in Buchholz sein.
  In dem Hilfsprojekt setzen sich Menschen aus Ostsachsen vor allem für die medizinische Versorgung in Afrika ein. Elf Lausitzer arbeiten vor Ort, unter anderem auch die älteste Tochter von Familie Leubner. Der Verein „Love and help for africa“ (Lahfa) hat seinen Sitz in Weigersdorf. Bis zum Sommer soll ein zweiter großer Schiffscontainer mit medizinischen Geräten auf die Reise gehen. (SZ/ah)

www.lahfa.de

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 13. April 2011 +++
 

Heimatverein freut sich auf den Ostermarkt am Sonntag

Von Bernhard Donke
 

  Der kleine bunte Markt mit Händlern und Ständen findet schon zum sechsten Mal statt

  Mit viel Elan haben die Mitglieder des Heimatvereins Döbschütz/Melaune ihren nunmehr sechsten Frühlings- und Ostermarkt vorbereitet. Rings um die Alte Wassermühle am Fuße des Burgbergs haben sie Verkaufsbuden und Verkaufsstände aufgebaut. Auch den Veranstaltungsraum in der Alten Wassermühle haben sie zum Marktplatz umgestaltet.
  Vorausgegangen war dem auch ein umfangreicher Frühjahrsputz im Gebäude und im Außenbereich. Die Frauen sorgten mit Schrubber, Bürste, Lappen, viel Wasser und Glasreiniger dafür, dass die Vereinsräume wieder blitzen. Dabei wurden sie von Peter Irrgang unterstützt, der auf einem Gerüst in luftiger Höhe mit dem Staubsauger Jagd auf Spinnen und Staub in schwer zugänglichen Winkeln machte. Auch draußen gab es viel zu tun, hatten Herbst und Winter doch viele Spuren hinterlassen.
  Die Besucher des Frühlings- und Ostermarktes am Sonntag werden aber von all dem nichts mehr finden. Denn der traditionelle Frühjahrsputz hat sich gelohnt. Nun erwartet die Besucher ein umfangreiches Angebot. Händler und Gärtnereien aus der Region bieten für die frühjahrstypischen Arbeiten rund um Haus, Hof und Garten ihre Produkte an. „Natürlich halten wir auf unserem Markt auch Speisen und Getränke für die Besucher bereit“, sagt Andrea Weise, die Vorsitzende des Heimatvereins. Das Markttreiben beginnt am Sonntag um 11 Uhr mit der Eröffnung des Marktes. Gegen 17 Uhr soll die Veranstaltung dann langsam zu Ende gehen.
  Mit dem bunten Markttreiben hat sich der Heimatverein in den vergangenen Jahren in Melaune etabliert. Auch die Kirmes ist so ein Angebot, dass gut bei den Leuten auf dem Land ankommt. So mancher Auswärtige schaut mal vorbei und für die Einheimischen ist es eine gute Gelegenheit für einen Plausch im Dorf..

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 12. April 2011 +++
 

Feuerwehr wählt neuen Mann an die Spitze

Von Bernhard Donke

  Die Freiwillige Feuerwehr Döbschütz/Melaune/Prachenau hat eine neue Wehrleitung. Mit Jörg Strauß steht jetzt ein neuer Wehrleiter an der Spitze. Ihm zur Seite setzen sich Stellvertreter Reiner Schulze, Joachim Mielsch, Thomas Krause und Klaus Schuster für die Interessen der Kameraden ein. Jörg Strauß löst damit Joachim Mielsch ab, der sich als Wehrleiter nicht mehr zur Wahl gestellt hatte.
  Joachim Mielsch war von 1989 bis 2005 Kommandostellenleiter der Freiwilligen Feuerwehr Döbschütz/Melaune/Prachenau und seit 2005 bis zum 31. März Wehrleiter. Er bleibt der Feuerwehr weiter als Vorsitzender des Traditionsvereins treu.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 9. April 2011 +++
 

Nachrichten

 

Vierkirchen beruft seine neuen Wehrleiter

Vierkirchen
. Am Montag beruft der Gemeinderat die neuen Wehrleiter der drei Ortswehren sowie den Jugendfeuerwehrwart und den Vorsitzenden des Feuerwehr-Ausschusses. Dem voran gingen Neuwahlen der Wehrleitungen, die bis auf Buchholz/Tetta einen Wechsel in der Führungsspitze brachten. Die Sitzung beginnt 19.30Uhr in der Wassermühle Melaune (SZ/sg)

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Martin Leubner, Tochter Esther, Ehefrau Martina sowie Pflegekind Mara (alle hintere Reihe von links nach rechts) inmitten afrikanischer Kinder. Die Buchholzer Familie unterstützt ein medizinisches Hilfsprojekt von Vierkirchen aus und vor Ort, in Tansania.Foto: privat

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 6. April 2011 +++
 

Buchholzer Familie hilft in Afrika

Von Anja Hecking
 

  Die Bilder aus Afrika sind noch ganz frisch. Drei Wochen lang ist Martin Leubner mit seiner Frau, seiner jüngsten Tochter Tabita und seinem Pflegekind Mara in Tansania gewesen. Er hat dort seine älteste Tochter Esther besucht. Die 22-Jährige arbeitet seit kurzem mit zehn weiteren Lausitzern in der neuen Krankenstation in Singida. Das ist das Hilfsprojekt, für das sich Martin Leubner mit seiner Familie einsetzt.
  Wenn er am Freitag in Melaune darüber erzählen wird, weiß er aus eigenem Erleben, worüber er spricht. Die Reise hat neue Türen aufgestoßen. So oft es geht, überbrücken Martina und Martin Leubner die rund 6000 Kilometer zu Esther über das Internet. So können sie auch ihre Stimme hören. Jetzt, wo sie selbst in Afrika gewesen sind, wissen die Eltern oft ohne viele Erklärungen, wovon ihre älteste Tochter spricht.
  Die Armut der Menschen und ihre Not in den einfachsten Dingen des Lebens haben sie genauso vor Augen wie die unbändige Lebensfreude. Martin Leubner ist überzeugt, dass die Hilfe über das deutsche Projekt etwas bewegt. Er will Mitstreiter gewinnen. „Es geht nicht vordergründig um Geld, sondern um Ideen, die durch viele Köpfe entstehen können“, erklärt der 48-Jährige.
  Bis zum Sommer soll ein zweiter großer Schiffscontainer mit einem speziellen Röntgengerät für Operationen (C-Bogen) und weiteren Ausrüstungen für die Krankenstation in Singida ankommen. Der vor vier Jahren in Hohendubrau gegründete Verein „Love and Help for Afrika“ (Lahfa) stellt die Hilfsgüter zusammen und organisiert den Transport.
  Der Verein hat den Bau und die Ausstattung der Krankenstation bezahlt und sichert medizinisches Personal aus der Lausitz mit ab. Das sind Menschen wie die Kinderkrankenschwester Esther Leubner aus Buchholz oder der aus dem Görlitzer Klinikum bekannte Arzt Jens Markus Albrecht mit seiner Familie. Sie tauschen ihr Leben und ihren Job in Deutschland mit ihrem freiwilligen Aufenthalt in Afrika ein, finanzieren das selbst und mit Unterstützung von Spenden.
  Durch Esthers Einsatz schließt sich ein weiterer Kreis nach Afrika. Martina und Martin Leubner haben nicht nur vier eigene Kinder groß gezogen, sondern auch eine Pflegetochter. Mara ist elf Jahre alt und fällt schon allein wegen ihrer dunklen Hautfarbe unter den Geschwistern auf. Am liebsten würde sie wie Esther, Joseph, Elisabeth und Tabita mit ihrem Nachnamen Leubner heißen. Aber sie trägt den Namen ihrer deutschen Mutter, zu der sie auch regelmäßig Kontakt hat. Aufgewachsen ist Mara auf dem Bauernhof in Buchholz.
  Den haben Martina und Martin Leubner schon vor vielen Jahren zum Urlaubmachen für große Familien und Gruppen umfunktioniert. Der Garten mit Obst und Gemüse gehört noch dazu. Aber das Feld ist verpachtet. In der Sommersaison arbeitet Martin Leubner für eine Landschaftsbaufirma. Ansonsten kümmert er sich mit seiner Frau um die Gäste, den Hof und die Menschen, denen die Familie hier vorübergehend ein Zuhause anbietet. Denn Leubners nehmen zeitweise auch Menschen auf, denen das Leben mitgespielt hat und die ihren Weg zurück suchen.
  Für die Leute im Dorf ist das bunt gemischte Völkchen auf dem Leubnerhof Normalität. Martin Leubner ist selbst mit seinen Geschwistern hier groß geworden. Seine Frau stammt aus Dresden. Dass das Ehepaar die elfjährige Mara im Februar mit nach Afrika genommen hat, war eine logische Konsequenz. „Wir wollten ihr zeigen, wo sie ihre Wurzeln hat“, sagt Martin Leubner. In Singida hat sich das Ehepaar auch auf ein Wiedersehen mit Albrechts gefreut. Mit der Familie sind sie befreundet. Von ihr haben sie sich von der Liebe zu Afrika anstecken lassen.
  Am Freitag, um 19.30 Uhr, berichtet Martin Leubner in der Alten Wassermühle in Melaune über den Stand des Hilfsprojekts, die Reise-Erlebnisse sowie die afrikanische Kultur.

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(1) Der Wasserschaden ist auch außen sichtbar.
(2)
Die Dielung musste aufgebrochen werden.
(3) Ohne Putz und Decke ist ein Zimmer der Wohnung
(4) Darüber war das Wasserrohr geplatzt.
(5) An dem Rohr fraß die Ratte die Isolierung weg.
Fotos: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 5. April 2011 +++
 

Hungrige Ratte setzt Pfarrhaus unter Wasser

Von Steffen Gerhardt
 

  Die Auswirkungen eines Frostschadens zwingen die Kirchgemeinde zum Auszug aus ihrem Domizil.

  Jeden Tag stehen die Fenster im Buchholzer Pfarrhaus offen, damit ein Lüftchen das Haus durchwehen kann. Vor gut einem Monat bot das Haus ein ganz anderes Bild: Ein geplatztes Wasserrohr im Dachgeschoss hatte das Pfarrhaus unter Wasser gesetzt. Der Schaden wurde nicht gleich bemerkt, denn das Rohr war hinter einer Wandverkleidung montiert und musste erst einmal lokalisiert werden.
  Ein schrecklicher Augenblick für die Kirchgemeinde, denn mit einem Schlag ist das Haus fast unbrauchbar geworden. Das Leitungswasser suchte sich seinen Weg vom Dachgeschoss mit den beiden Pilgerzimmern und dem Archiv durch die leer stehende Pfarrerwohnung im Obergeschoss bis ins Untergeschoss in die Gemeinderäume.
  Schuld daran war eine Ratte. Sie hatte sich ihr Winterquartier hinter der Wandverkleidung gesucht und wahrscheinlich nicht mehr herausgefunden. Um nicht zu verhungern, fraß sie die gelbe Isolierwolle um die Wasserrohre an und legte damit ein Rohr frei. Das bekam Frost und als dieser vorbei war, platzte das Wasserrohr. Katharina Tobias, Mitglied im Gemeindekirchenrat, war mit dabei, als nach der Schadensstelle gesucht wurde: „Diese machten wir hinter der Wandverkleidung im Bad der Pilgerherberge aus. Dazu fanden wir auch die inzwischen tote Ratte als den Verursacher.“ Den Schaden für das Haus kann die Bauunternehmerin noch nicht beziffern. „Jetzt waren noch einmal die Gutachter da und haben eine Beweissicherung vorgenommen. Zum Glück sind wir versichert“, sagt die Buchholzerin. Somit ist der Kirchgemeinde die Sorge um die Finanzierung der Reparaturarbeiten genommen. Dennoch ist man seit Tagen dabei, Schadensminderung zu betreiben. „Das größte Problem waren für uns die Lehmdecken. Sie waren mit Wasser vollgesogen und konnten nur noch entfernt werden“, berichtet Katharina Tobias. Erschwerend kommt hinzu, dass das rund 300 Jahre alte, barocke Pfarrhaus unter Denkmalschutz steht. Auf die Stellungnahme der Denkmalbehörde wartet die Kirchgemeinde noch. Von ihr ist abhängig, ob Lehmdecken wieder eingezogen werden müssen, oder die Dielung mit anderen Materialien verfüllt werden kann. Auch wie mit der beschädigten Holztreppe und den historischen Putzen verfahren wird, ist noch offen. Pfarrer Helmut-Andreas Spengler bewundert jedenfalls die Gemeindemitglieder. Der Jänkendorfer, der Vertretungspfarrer für Buchholz war, weiß, „dass die Menschen dort hat getroffen sind, aber ihre Fröhlichkeit trotz des Unglücks bewahrt haben“.
  Die Arbeit muss weitergehen, ist sich der Gemeindekirchenrat einig. Deshalb ist die Winterkirche aus dem Pfarrhaus in die Alte Schule gegenüber umgezogen. Das Gemeindebüro hat im Erdgeschoss einen trockenen Platz bekommen. Inzwischen wird die Instandsetzung angekurbelt. (mit SZ/tt).

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Erste „Gäste“ im Eimer. Foto: cj

Frosch und Kröte wandern

Von Constanze Junghanß

 

  Helfer für die Froschzäune werden immer gesucht – gerade jetzt, da auch auf Pilzbefall kontrolliert wird.
  Erdkröte und Grasfrosch sind wieder da. Und selbst der Bergmolch findet sich ab und zu an den Pfarrteichen in Reichenbach ein. Georg Brendler zählt die Tiere und bestimmt die Arten. Dafür hat er Amphibienzäune in Reichenbach und am Holzmühlteich in Vierkirchen aufgebaut. Die Zäune sollen die Tiere gleichzeitig vor dem Überfahren schützen. Ehrenamtliche Betreuer der Krötenzäune nehmen die Fundtiere zurzeit auch deshalb so genau unter die Lupe, um zu sehen, ob sich die mittlerweile in Sachsen angekommene Pilzerkrankung Chytridiomykose in der Region ausbreitet. Das wäre schlimm. „Denn die Erkrankung führt bei den Amphibien zum Tod. Sie stehen in der Nahrungskette ziemlich weit unten“, sagt Georg Brendler. Gebe es durch die Pilzerkrankung eine Dezimierung von Kröte, Frosch und Co., würde das Konsequenzen für die Tiere haben, die Amphibien als Nahrungsgrundlage nutzen.
  „Bisher ist die Erkrankung im Biosphärenreservat aufgetreten. In Reichenbach und Vierkirchen dagegen nicht“, hat der Naturschützer beobachtet. Auch bei den Amphibienzäunen in DeutschPaulsdorf, Königshain und am Erlichtteich in der Nähe von Girbigsdorf wurde der Pilz nicht nachgewiesen. Trotzdem ist die Kontrolle notwendig. Amphibien stehen unter Naturschutz.
  Sehr seltene Arten wie die Rotbauchunke hat Georg Brendler zum Beispiel am Arnsdorfer Holzmühlteich entdeckt. Dort haben auch die Knoblauch- und Erdkröte sowie der Grasfrosch ihr Einzugsgebiet. Täglich überprüft der Reichenbacher die Eimer am Zaun. Bei wärmerem Regenwetter sogar zweimal, denn dann geht das Wandern zu den Laichplätzen erst richtig los. Georg Brendler sammelt die Tiere ein und bringt sie in Wassernähe. Sehr freuen würden er und die anderen Naturschutzhelfer sich aber über weitere Helfer. Interessenten können sich dafür beim Landschaftspflegeverband Oberlausitz in Reichenbach, 035828 70414 oder bei der Unteren Naturschutzbehörde in Görlitz melden.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 29. März 2011 +++
 

Heimatverein braucht dringend Verstärkung

Von Bernhard Donke

  Der Heimatverein will seine Kulturangebote erhalten. Das schaffen die Mitglieder aber nicht mehr allein.
Der Heimatverein Döbschütz/Melaune ist aus dem Kulturleben in Vierkirchen nicht mehr wegzudenken. Aber er sucht auch dringend Mitstreiter, denn die kleinen Feste und Veranstaltungen organisieren sich nicht von allein. Viele kennen die Melauner Kirmes, den Oster- und den Herbstmarkt. Aber hier gibt es auch Tanzabende, Kegel- und Tischtenniswettbewerbe, Frühschoppen und das traditionelle Hexenfeuer. Und am Tag des offenen Denkmals hält der Heimatverein gern die Türen der „Alten Wassermühle“ für Besucher offen.
  Mit viel Engagement wollen seine Mitstreiter das diesjährige Programm für die Dorfbevölkerung umsetzen, erklärt Andrea Weise, die Vorsitzende des Heimatvereins. „Zur Zeit sind wir 19 Mitglieder. Wollen wir alle Veranstaltungen anbieten, brauchen wir Unterstützung.“ Interessenten können sich gern beim Verein melden.
  Geplante Veranstaltungen:Frühjahrs- und Ostermarkt am 17. April; Hexenfeuer (Sportplatz) am 30. April-; Männertags-Frühschoppen am 2. Juni; . Tischtennis und Kegelturnier am 18. Juni; Tag des offenen Denkmals am 11. September; Kirmes vom 17. bis 18. September; Herbstmarkt am 23. Oktober

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Die Buchholzer Kirche ist eine von fünf, für die Christa Hanke als Pfarrerin zuständig ist. Sie vertritt Andreas Fünfstück. Die evangelische Kirche hat sie hier nach Abschluss ihrer Ausbildung eingesetzt.Foto: Pawel Sosnowski

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 26. März 2011 +++
 

Junge Pfarrerin fühlt sich wohl in Vierkirchen

Von Anja Hecking
 

  Christa Hanke ist eine Pendlerin. Nicht zwischen Welten und Zeiten. Aber zwischen Orten und Gedanken. Auf fünf Kirchengemeinden verteilt die junge Pfarrerin zurzeit ihre Arbeit. Von Kreba-Neudorf kommt sie fast täglich nach Vierkirchen oder Nieder Seifersdorf. Sie vertritt Andreas Fünfstück, bis er wieder gesund ist.
  Christa Hanke fühlt sich in Vierkirchen und Waldhufen nicht fremd. Sie hat hier als Vikarin gearbeitet. Dass die evangelische Kirche sie nach der praktischen Ausbildung und den Prüfungen in der Region behalten würde, war so gewollt. Denn in Kreba-Neudorf arbeitet ihr Mann als Pfarrer. Vor wenigen Jahren ist Christa Hanke mit in die Lausitz gezogen. Doch während es die meisten ihrer jungen Kollegen nach dem Vikariat in alle Himmelsrichtungen verschlug, blieb die 32-Jährige. Ein Stillstand ist das nicht. Im Gegenteil. Da sind die vielen Orte, Menschen und verschiedene Aufgaben. „Meine Zeit im Vikariat hier hat mir bereits so viel Spaß gemacht, deshalb freue ich mich auch über die weitere Arbeit vor Ort.“ Das Vorbereiten der Gottesdienste und Beerdigungen, die Seniorenkreise und Besuchsdienste nehmen viel Zeit in Anspruch. „Wenn nicht dieses zeitliche Problem wäre, würde ich viel lieber auf den Dörfern mit dem Fahrrad fahren. Das schafft viel schneller Kontakte und Nähe.“
  Unbekannt ist die junge Pfarrerin in den Kirchengemeinden aber nicht. Dass sie aus Süddeutschland stammt und jetzt in der Lausitz lebt, finden viele Menschen interessant, bestätigt Katharina Tobias vom christlichen Kulturverein in Buchholz. Aber mehr noch: Als „jemand von außen“ benennt Christa Hanke auch das Lebens- und Liebenswerte der Region. Das ist hilfreich und bringt neue Ideen.
  Bei ihren praktischen Prüfungen in Arnsdorf und Tetta haben deshalb nicht wenige Leute mit „gelitten“. Ihre ersten Schritte als Pfarrerin im Gottesdienst haben sie verfolgt und die Entwicklung gesehen. „Ich merke schon an den Reaktionen, dass mir die Leute diese Arbeit auch zutrauen.“ In Pfarrer Andreas Fünfstück und dem Jänkendorfer Pfarrer Helmut-Andreas Spengler hat sie dabei jederzeit Ansprechpartner. „Dass mich beide als Kollegin akzeptieren, obwohl sie mir in ihren Erfahrungen um viele Jahre voraus sind, ist schon ein gutes Gefühl.“
  Vertrauen kann Christa Hanke auch auf ihr Notizbuch. Sämtliche Namen und Termine für fünf verschiedene Orte gleichzeitig zu überschauen, funktioniert sonst nicht. „Ich bewundere, wie Andreas Fünfstück das immer schafft“, sagt sie. In Buchholz zum Beispiel gleicht das Pfarrhaus seit kurzem einer Baustelle. Ein Wasserrohrbruch hat großen Schaden angerichtet. In das kleine Büro kommt Christa Hanke trotzdem oft, um Post und Telefonate durchzugehen und einige Schreibarbeiten zu erledigen. In Arnsdorf-Hilbersdorf und Nieder Seifersdorf muss sie sich auf ganz andere Dinge konzentrieren.
  Wenn die organisatorischen Aufgaben überhandnehmen und die junge Pfarrerin einen freien Kopf als Theologin braucht, zieht sie sich in ihr Arbeitszimmer in Kreba-Neudorf zurück. Ihr Pensum hat sie sich inzwischen so aufgeteilt, dass das funktioniert. Trotz des ständigen Unterwegsseins, was auch ein Stück weit ihrem Wesen entgegen kommt, möchte sie alles gewissenhaft erledigen.
  In der Lausitz fühlt sie sich wohl, obwohl sie ein Stadtmensch ist und das Schnelllebige und die kleinen Cafés um die Ecke vermisst. Doch ohne Wendungen in ihrem Leben hätte es sie nicht hierher verschlagen: Der Tod ihrer Eltern war der Auslöser für das Theologiestudium. Studieren wollte sie in Berlin. Dort lernte sie ihren Mann kennen und mit ihm die ostdeutsche Kirchenwelt. Schlesien und das Sorbentum sind für sie spannende Themen geworden. Über die sorbischen Protestanten in der Lausitz hat sie für ihr zweites Examen geschrieben. „Für mich haben sich dadurch vollkommen neue Welten eröffnet“, sagt sie. Dafür nimmt sie heute auch gern das Pendeln zwischen den vielen Orten und Gedanken in Kauf.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 19. März 2011 +++
 

Nachrichten

 

Diebe stehlen Werkzeug und Kupferkabel

Vierkirchen
. Im Ortsteil Heideberg drangen Unbekannte gewaltsam in die Halle einer Firma ein und stahlen daraus Werkzeuge, etwa 100 Meter Kupferkabel und 50 Liter Diesel im Gesamtwert von rund 1500 Euro. (SZ)

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Die im Bild wie Spielzeugautos wirkenden Fahrzeuge zeigen die Größe des Buchholzer Tontagebaus. Bis zu einer Tiefe von 20 Metern wird hier der Ton abgebaut. Perspektivisch sollen bis 30 Meter möglich sein, dazu wird das Grubenfeld bis 2030 schrittweise erweitert. Foto: Werksfoto

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 17. März 2011 +++
 

Größerer Tagebau für Buchholzer Ton

Von Steffen Gerhardt
 

  Seit 1994 wird zwischen Buchholz und Tetta Ton abgebaut. Das soll auch in den nächsten zwei Jahrzehnten weiterhin geschehen. Deshalb streben die Betreiber des Tontagebaus eine Erweiterung der Grube an. „Gegenwärtig bauen wir auf 20 Hektar ab, mit der Erweiterung bis 2030 werden es 40 Hektar sein, die beansprucht sind“, erläutert Grubenbetriebsleiter Peter Lövenig das Vorhaben. Betrieben wird der Tagebau von der Oberlausitzer Tonbergbau GmbH, die ein Joint Venture aus den beiden Rohstoffabnehmern ist. Denn verarbeitet wird der Ton in der CRH Oberlausitz GmbH, der früheren AKA Oberlausitz Klinkerwerk GmbH in Buchholz, und in der Creaton Kera Dach GmbH & Co KG in Guttau.
          Jährlich 90000 Tonnen
  Dass die Produktion von Klinkerziegeln bzw. Dachziegeln auch künftig gesichert ist, haben die drei Firmen den Tonabbau bis ins Jahr 2030 festgeschrieben. Dazu ist jetzt ein Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht, das die neuen Abbaugebiete ausweist. „Wir werden uns in südöstliche Richtung ab den Jahren 2012/2013 erweitern und ab 2022 in südwestliche Richtung gehen“, sagt der Grubenbetriebsleiter. Nach den vier Blöcken, in denen gegenwärtig der Ton abgebaut wird, kommt dann der Block 5 in Richtung der S111 dazu.
  90000 Tonnen werden jedes Jahr aus dem Tagebau gefördert und auf Lkws in die Werke nach Buchholz und Guttau gebracht. Die Besonderheit des hiesigen Tonvorkommens, so Peter Lövenig, ist der rötliche Farbton, der den Tonerzeugnissen aus den beiden Werken seinen farblichen Charakter gibt. In drei Qualitäten wird er gefördert. Die Oberlausitzer Tonbergbau-Gesellschaft bedient sich seit der Erschließung des Tagebaus eines Subunternehmens, das mit vier Leuten und eigener Technik den Abbau vornimmt.
          Hohe Farbqualität
  Michael Gerbert, Werkleiter der CRH Oberlausitz GmbH, schätzt an dem Ton seine hohe Feuerstandfestigkeit sowie Farbqualität. Er muss mit hohen Temperaturen gebrannt werden, was den Klinkersteinen eine hohe Festigkeit gibt. Zwischen 40- und 50000 Tonnen bezieht das Klinkerwerk im Jahr aus der Tongrube. „Dazu verwenden wir Ton aus anderen Gruben, so dass wir auf eine Jahresproduktion von rund 70000 Tonnen an Klinker- und Pflasterziegeln kommen“, ergänzt Michael Gerbert.
  Das Klinkerwerk Buchholz ist ein Ergebnis der reichhaltigen Tonvorkommen bei Buchholz. Bereits 1962 wurden die ersten Erkundungen durchgeführt, erst drei Jahrzehnte später begann man erfolgreich mit den Probeschürfungen, die 1993 zur Gründung der Oberlausitzer Tonbergbau GmbH führten. 1996 ging das Klinkerwerk in Betrieb. Ein Jahr zuvor nahm das Werk in Guttau seine Produktion an Dachsteinen auf.
          Grün am Grubenrand
  Erst 2010 wurde in den Tagebau groß investiert. Eine neue Absetzanlage für die Tagebauentwässerung für 260000 Euro löste die bisherige ab. Mit der neuen Anlage soll die nächsten 15 bis 20 Jahre das Wasser aufbereitet werden.
  Ständiges Thema ist die Rekultivierung. So minimieren die Betreiber mit der Randbegrünung die Staub- und Lärmentwicklung über das Grubengelände hinaus und erweitern den grünen Gürtel je nach fortschreitenden Abbau.

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Im Keller und im Erdgeschoss der Kita in Melaune erfolgen die Sanierungsarbeiten. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

Aus der Küche wird nun ein schöner Turnraum

Von Steffen Gerhardt
 

  Seit Montag sind die Handwerker im Haus und sanieren die Kita. Damit wird jetzt die schon lange gestellte Forderung erfüllt.

Bohrhämmer und Bohrmaschinen übertönen seit Montag das Kinderlachen in der Kindertagesstätte in Melaune. Denn an diesem Tag wurde mit der Sanierung dieser Einrichtung begonnen. Was alles neu gemacht wird, sagt Ralf-Dieter Bengs vom Sachgebiet Bau der Stadt Reichenbach: „Die Arbeiten konzentrieren sich auf das Erdgeschoss und den Keller. Dabei werden die Sanitäranlagen erneuert, neue Elektrik verlegt und im Keller neue Fenster und Heizungskörper installiert.“
  Einher gehen diese mit Malerarbeiten, dem Verlegen neuer Fußbodenbeläge und Fliesen. Für die Kinder verbessert sich dadurch nicht nur der Gang zur Toilette oder das Händewaschen. Der Werkenraum im Keller bekommt eine bauliche Aufwertung und der Turnraum. „Bisher war unverkennbar, dass wir in der ehemaligen Küche unseren Sport machen. Das wird nach der Sanierung der Vergangenheit angehören“, sagt Diana Pasch als stellvertretende Leiterin.
  Zwar wurde zwischendurch der Küchenfußboden gegen einen aus Filz ausgetauscht, aber die Wände haben immer noch die Küchenfliesen dran und der Nebenraum kann seine Vergangenheit als Stätte des Spülens und Abwaschens nicht verleugnen. Diese Woche sollen noch die Fliesen abgeschlagen werden, damit nächste Woche der Putz drauf kommt. Parallel sind die Installateure dabei, neue Wasserleitungen zu verlegen und neue Sanitäreinrichtungen einzubauen.
  Finanziell ist das Vorhaben mit 37000 Euro veranschlagt, wobei die Gemeinde Vierkirchen diese Summe zu 80 Prozent aus dem KonjunkturpaketII des Bundes gefördert bekommt. Für die Gemeinde ist es höchste Zeit, die Sanierung umzusetzen, denn die Fördergelder stehen nach Aussage von Bürgermeister Horst Brückner nur noch im ersten Halbjahr zur Verfügung. Ursprünglich sollte mehr an dem Gebäude getan werden, aber die Fördersumme von 29600 Euro war gesetzt. Der Gemeinderat forderte wiederholt die Sanierung dieser Kita ein. Verfechterin Christine Nicht verwies darauf, dass seit drei Jahren baulich an der Kindereinrichtung etwas gemacht werden soll und dafür auch Gelder eingeplant waren.
  Betrieben wird der Kindergarten mit Hort vom Verein Kinderkreis Vierkirchen. Er ist Mieter in dem der Gemeinde gehörenden Haus. Die Sanierungsarbeiten, ausgeführt von einheimischen Firmen, sollen bis Ende April abgeschlossen sein.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 5. März 2011 +++
 

Zwillinge aus Arnsdorf feiern zusammen 180 Jahre

Von Constanze Junghanß und Anja Hecking
 

  Fast 70 Jahre ist es her, dass Frieda Schicke und Hermann Schwital ihren Geburtstag zum letzten Mal gemeinsam feierten. Dabei hätten sie dazu allen Grund. Die beiden sind Zwillinge. Am Montag werden sie 90 Jahre alt (oder vielmehr 180). Nach Auskunft des Deutschen Zwillingsclubs zählen sie wahrscheinlich bundesweit mit zu den ältesten Zwillingspärchen. Jetzt hat es ihre Verwandtschaft geschafft, eine gemeinsame Geburtstagsfeier in einem Gasthaus zu organisieren.
          Überraschung der Familie
  Noch wissen sie nichts davon. „Das wird für den Vati und die Tante hoffentlich eine große Überraschung“, sagt Ursula Kliem aus Arnsdorf-Hilbersdorf. Ihr Vater wohnt hier nur wenige Häuser entfernt. Frieda Schicke lebt seit über fünf Jahren im Altenpflegeheim Martinstift in Reichenbach. Als ihr Mann vor sechs Jahren starb, fiel es ihr schon schwer, sich zu erinnern und sich Dinge zu merken. Aber sie lebt nicht völlig in ihrer eigenen Welt. Die meisten engen Verwandten erkennt sie gut und dass ihr Bruder Hermann mit seiner Frau fast jeden Freitag nach dem Einkaufen in Reichenbach zu Besuch kommt, das weiß sie auch ganz genau.
  Frieda Schicke ist die ältere von beiden. Sie kam am 7. März 1921 eine halbe Stunde vor ihrem Bruder Hermann zur Welt. Auch ohne Ultraschallgerät musste der Arzt wohl eine Vorahnung gehabt haben. Zumindest kam ihm der Bauchumfang der werdenden Mutter ziemlich groß vor. Bei der Geburt zu Hause war er deshalb auch dabei. Das war damals nicht unbedingt üblich. So wurden die Zwillinge daheim auf ganz natürlichem Wege geboren. Zwillinge waren schon damals etwas ganz Besonderes. Einen deutschlandweiten Zwillingsclub, so wie heute gab es da aber noch nicht. „Überhaupt wurde gar kein Aufsehen darum gemacht“, bestätigt Ursula Kliem. Für die Geschwister war das ganz normal so. Sie gingen zusammen in eine Klasse in der Dorfschule in Schlottau und halfen den Eltern in der Landwirtschaft.
  Dann kam der Krieg. Hermann Schwital wurde verletzt. Er verlor sein rechtes Bein. Die Familie musste aus Schlesien weg. In Arnsdorf fand sie eine neue Heimat. Die Geschwister arbeiteten auch hier anfangs in der Landwirtschaft. Frieda Schicke blieb dabei bis zum Rentenalter. „Rüben hacken, das liebte sie besonders“, erinnert sich ihre Nichte Ursula Kliem. Hermann Schwital wurde 1952 zum Bürgermeister von Arnsdorf gewählt. Was eigentlich nur für ein Jahr und als Übergangslösung gedacht war, weitete sich auf 33 Dienstjahre aus.
          Großer Bekanntenkreis
  Auch wenn die beiden seit jeher nicht wie Pech und Schwefel zusammenhingen, so gab es doch immer diese unsichtbaren Fäden zwischen ihnen. Beide heirateten, bekamen selbst Kinder und blieben in Arnsdorf-Hilbersdorf. Ihren Geburtstag feierten sie trotzdem nicht mehr gemeinsam. Das lag einfach daran, dass sie sich mit ihren Familien jeder selbst einen eigenen Bekanntenkreis aufgebaut hatten. Aus den Augen verloren haben sie sich aber wie gesagt nie. „Wir wohnten ja nur 200 Meter von Tante Frieda entfernt“, erzählt Ursula Kliem. Fast jeden Sonntag besuchten sie sich. Da gab es Kaffee und Kuchen. Der Stoff zum Erzählen ging in der Verwandtschaft nie aus, auch wenn sie in Sichtweite wohnten. Hermann Schwital hat seine Kindheits- und Jugenderlebnisse später aufgeschrieben. Noch heute, im hohen Alter, sehen sich die Geschwister ähnlich. Die humorvolle Ader haben beide von ihrem Vater geerbt. Hermann Schwital ist eher der gesetzere Typ, Frieda Schicke war schon immer die Impulsivere von beiden. Jetzt blicken die Zwillinge auf ein erfülltes Leben. Und die Verwandtschaft wünscht ihnen natürlich Gesundheit und noch viele schöne Jahre. Ob es zur großen Feier am Montag auch Bockwurst mit Kartoffelsalat gibt – das essen beide besonders gern – wird hier aber nicht verraten.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 4. März 2011 +++
 

Alte Linde an der Friedhofsmauer fällt

Von Bernhard Donke

 

  Der Baum war krank und wurde entfernt, obwohl das im März schon verboten ist.

  Die fast 100 Jahre alte Linde an der Buchholzer Friedhofsmauer war krank. Schon länger trieb keine Grün mehr an mehreren Ästen aus. Die Wurzeln unterhalb der Baumkrone waren nicht mehr auffindbar. Deshalb war die Fällung beschlossene Sache. Die beauftragte Firma schaffte die Arbeit jedoch nicht mehr bis Ende Februar. Und vom 1. März bis 30. September dürfen weder Hecken, Sträucher und Bäume beschnitten noch umgesägt werden. Das schreibt das Sächsische Naturschutzgesetz so vor.
  Seit der Lockerung des Baumschutzes ist es in der verbotenen Zeit schwieriger geworden, einen Antrag auf Befreiung genehmigt zu bekommen. Umweltverbände müssen erst gehört werden, die Gründe triftig sein und das alles kostet Geld. Bei der Fällaktion am Mittwochmorgen in Buchholz war das einfacher, denn die Fällung an sich war schon genehmigt worden. Jetzt ging es nur um den zeitlichen Aufschub um zwei Tage nach der abgelaufenen Frist.
  Das Umweltamt des Landkreises sah sich die Linde dennoch am Montag noch einmal an, bevor die zwei Mitarbeiter des Bautzener Baumdienstes Knorre am Mittwoch ihre Arbeit erledigten. „Wir haben uns schweren Herzens zu der Fällung der Linde entschlossen“, sagt Ortsvorsteher Udo Gleisenberg. Er vermutet, dass die Wurzeln der Linde bereits bei Erdarbeiten zur Kabelverlegung vor etwa zehn Jahren im großen Umfang gekappt wurden. Das Umweltamt hat erneut bestätigt, dass die Stand- und Bruchsicherheit des Baumes nicht mehr gewährleistet sind und dadurch für Friedhofsbesucher sowie das Kirchendach durchaus eine Gefahr besteht. (mit SZ/ah)

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Aus dem Holzskelett ist ein schönes Baumhaus geworden. Daniela, Pedro und Sohn Antonio Rodriguez Pena freuen sich über ihr selbst geschaffenes Haus. Fotos: SZ/Steffen Gerhardt, privat

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 3. März 2011 +++
 

Antonio hat sein eigenes Baumhaus

Von Steffen Gerhardt

 

  Dass bei der Familie Rodriguez Pena jetzt ein Baumhaus im Garten steht, haben sie ihrem Sohn und einem Glücksumstand zu verdanken: „Nachdem Antonio beim Sandmännchen mal ein Baumhaus gesehen hat, wollte er auch immer eins selbst besitzen. Damit hat er uns gut zwei Jahre lang gelöchert“, erzählt Vater Pedro. Der Glücksumstand hingegen stellte sich aber erst im vergangenen Jahr ein, als die baumhausbegeisterte Familie an dem Wettbewerb der Kulturinsel Einsiedel teilnahm und gewann.
  Zunächst war ihre Vorstellung, ein Piratenschiff in die Bäume zu bauen. „Denn Platz hatten wir genug und auch die Bäume dafür“, sagt Mutter Daniela. Da ihr Ehemann nicht nur ein gebürtiger Kubaner ist, sondern auch Schiffsbau studiert hat, war das Projekt schnell auf Papier gebracht und bei den Insulanern eingereicht. „Dass wir als Preisträger unser Haus mit Unterstützung der Kulturinsel bauen konnten, freute uns besonders. Unser Piratenschiff mussten wir etwas modifizieren, nun ist es ein Baumhaus mit Schiffscharakter“, erzählt der Bauherr.
  Einen Tag hatte die Familie Unterstützung von einem Fachmann von der Künstlerischen Holzgestaltung. Mit ihm wurde das Grundgerüst um die Lärche erstellt, auf dem dann das Baumhaus aufzubauen war. Das war nun der Hauptpart für Vater Pedro. Im August ging es mit den Bauarbeiten los, und zwei Monate später stand das Haus. Dabei halfen ihm Freunde und die Familie mit. „Mein Vorteil war, ich habe einen Monat an den Baumhaus-Hotels auf der Kulturinsel mitgebaut und hatte so eine gewisse Ahnung, auf was ich mich da einlasse“, sagt schmunzelnd der 37-Jährige.
  Ganz fertig ist der heute als Schweißer arbeitende Familienvater aber noch nicht mit dem Baumhaus. Ein paar Feinheiten fehlen noch, und auch der Innenausbau ist noch nicht vollendet. „Ich will noch eine Koje einbauen, so dass mein Sohn auch mal in seinem Haus schlafen kann“, nennt Pedro Rodriguez Pena sein nächstes Ziel.
    Sohn Antonio weiß aber, dass „mein Papa jetzt noch Winterruhe hat und im Frühjahr weiter baut“. Schließlich steht die Eröffnungsparty für das Baumhaus noch aus – und die soll dieses Jahr erfolgen. „Antonios Kindergartenfreunde fragen schon immer, wann sie mal ins Baumhaus spielen kommen können“, weiß Mutter Daniela.
  Das bedeutet weitere arbeitsreiche Tage für Vater Pedro, denn er will an das Baumhaus noch eine Hängebrücke anbringen. So war es im ursprünglichen und prämierten Projekt der Familie auch vorgesehen. Dennoch: „Es macht mir großen Spaß, mit Holz zu arbeiten, eigene Ideen umzusetzen und aus ihnen etwas Bleibendes zu schaffen“, sagt der Baumhausbauer. Denn es ist ein echtes Baumhaus geworden, das in seinem Mittelpunkt einen ausgewachsenen Baum stehen hat.
  Gern würde sich Familie Rodriguez Pena wieder an so einem Wettbewerb beteiligen, der auch in diesem Jahr von der Kulturinsel wieder initiiert wird. Aber 2011 beschränkt sich der Aufruf auf die Einwohner der Gemeinde Neißeaue und die Ortschaft Bielawa Dolna (Nieder Bielau). Dazu heißt es von der Kulturinsel: „Der Wettbewerb wird gestartet, sobald sich pro Ortsteil, einschließlich Bielawa Dolna, fünf Bewerber gemeldet haben und wenn mindestens vier Orte sich beteiligen“, so Marika Vetter vom Marketing.
  Der Wettbewerb soll somit Neißeaue ein Stück näher zur Baumhausgemeinde bringen. Wem die Erfahrungen für den Selbstbau fehlen, der kann dabei auch bei der Arnsdorfer Familie nachfragen.

www.baumhausgemeinde.de

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 22. Februar 2011 +++
 

Junge Pfarrerin für Vierkirchen

 

Vierkirchen. Seit diesem Monat ist Pfarrerin Christa Hanke im Evangelischen Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz tätig. Sie vertritt Pfarrer Andreas Fünfstück aus Arnsdorf-Hilbersdorf während seiner Krankheit. Damit ist Christa Hanke auch in Buchholz, Tetta und Melaune als Pfarrerin tätig.
  Vierkirchen ist für die junge Theologin kein Neuland. Sie hat bereits 2009 in der Kirchengemeinde Arnsdorf ihr Vikariat absolviert. Christa Hanke hat gerade ihre Ausbildung beendet. Sie wohnt mit ihrem Mann, der auch als Pfarrer arbeitet, in Kreba-Neudorf, stammt selbst aus Freiburg und ist unmittelbar nach der Wende das erste Mal in den Osten gekommen – damals als 13-Jährige mit ihren Eltern nach Berlin.
  1993 besuchte sie über einen Schüleraustausch mit dem Gymnasium Augustum Görlitz. In Berlin hat sie Theologie studiert und lebt nun in der Lausitz. (SZ/ah)

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Uwe Groß, Geschäftsführer der Firma Fördergurt-Service Groß in Buchholz, ist nicht nur Fachmann für die schwarzen Fördergurte aus den Tagebauen. Auch die, die in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden (im Foto), kommen nach Buchholz zur Reparatur oder werden durch das Unternehmen vor Ort erneuert. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

Gefragte Fördergurte aus Buchholz

Von Steffen Gerhardt

 

  Was ein Fördergurt aus schwarzem Gummi so alles aushalten beziehungsweise tragen muss, hat Uwe Groß über viele Berufsjahre hinweg selbst miterlebt. Er arbeitete als Vulkaniseur im Tagebau Hagenwerder. Da kam es auch hin und wieder vor, dass es in der Bandanlage hakte, der Fördergurt schwächelte oder gar riss.
  „Mein Vater war Seilermeister und hatte sich auf Fördergurte spezialisiert. Zu DDR-Zeiten liefen sogar einige Patente bezüglich der Gurte auf ihn“, erzählt der 52-Jährige. Friedbert Groß hatte zum Beispiel zwei Stahlseile in die Gummimischung für seine Fördergurte eingezogen, was ihre Festigkeit stark erhöhte. Diese Gurte wurden dann in Italien gefertigt.
  Seinen Ursprung hat das Familienunternehmen Groß aber in Weißenberg. Hier stand die Seilerei, in der schon der Großvater von Uwe Groß arbeitete. „Wir waren schon immer selbständige Handwerker“, sagt er. Acht Jahre und ein Fernstudium lang ließ er den Gedanken reifen. 1989 entschloss er sich zur Selbständigkeit als Vulkaniseur. In Weißenberg eröffnete er seine Werkstatt und bot seine Dienste für Reifen und Fördergurte an.
  Die Werkstatt platzte bald aus den Nähten. Uwe Groß musste für sich und seine Mitarbeiter nach einem größeren Objekt Ausschau halten. Das fand er ab 1995 im nahen Lauske. Dort zog die Firma in einen ehemaligen LPG-Stützpunkt ein. Doch auch das war nicht von Dauer, bis Uwe Groß in Buchholz auf eine Industriebrache aufmerksam wurde. Die machte aus Groß’scher Sicht für eine langfristige Ansiedlung Sinn. 2005 ließ Uwe Groß die alte Ziegelei zur Fördergurt-Service Groß & Sohn KG umbauen. Ein Jahr später wurde Einweihung gefeiert. Gleichzeitig übernahm er das bereits 1998 gegründete Reifencenter mit.
  Verstärkung bekam der Unternehmer aus der Familie. Sohn Andreas hatte inzwischen den Meisterbrief als Vulkaniseur in der Tasche und sein jüngerer Bruder Peter ist derzeit in der Meisterausbildung mit dem gleichen Ziel. Damit setzen beide Söhne das ursprüngliche Seilergeschäft der Familie Groß in vierter Generation fort.
  In Buchholz ist der Fördergurt-Service zu einem mittelständischen Unternehmen geworden. „Wir beschäftigen 25 Mitarbeiter, wobei drei Monteure in unserer Niederlassung in München tätig sind. Diese wird seit 2003 von meinem Sohn Andreas geführt“, erzählt Uwe Groß. Seit 2000 ist das Unternehmen auch im Münchener Raum vertreten und unternimmt von da aus die Wartung und Reparatur von Fördergurten. „Insgesamt sind wir aber in ganz Deutschland unterwegs und betreuen nicht nur Baustoffbetriebe und Tagebaue, sondern auch die Lebensmittelindustrie. Wir sind überall dort im Einsatz, wo Bandanlagen genutzt werden.“ Als Chef ist er dabei auch oft selbst vor Ort – und sei es als Havariedienst. Wie wichtig Nachwuchs ist, sieht Uwe Groß nicht nur an seiner Familie. Den Friseursalon seiner Frau in Weißenberg hat inzwischen die Tochter übernommen. Nachwuchs ist auch in der Firma gefragt. „Wir setzen auf eigene Fachkräfte und bilden daher jedes Jahr ein oder zwei Lehrlinge aus, die auch in München zum Einsatz kommen“, erklärt er.

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Pilgergruppen wie diese kommen auf ihrem Weg von Görlitz an Buchholz und der Alten Schule vorbei. Ab Ostern stehen die Herbergen in Buchholz wieder offen. Fotos: Sosnowski/Donke

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 16. Februar 2011 +++
 

Ein kleiner Verein bewegt die Menschen

 

  Eine feste Größe im kulturellen Leben in Vierkirchen ist der Christliche Kulturverein „Tenne“. In der Alten Schule in Buchholz hat er seinen Sitz und hier finden auch die Veranstaltungen statt. „Wir sind sehr froh, dass wir das Gebäude sanieren und nun nutzen können und es damit vor einem Abriss bewahrt haben“, sagt Katharina Tobias als stellvertretende Vereinsvorsitzende. Im April werden es fünf Jahre, dass die Alte Schule ihr Vereinshaus ist.
  Der Verein zählt zehn Mitglieder, die sich nicht nur um die Kultur im Ort kümmern, sondern zugleich auch Herbergseltern sind. Denn der Verein betreibt eine Pilgerherberge im Obergeschoss. „Mit der Eröffnung des Jakobswegs 2005, der auch durch Buchholz führt, bot sich an, für die Pilger ein Quartier einzurichten“, erzählt Sonja Leubner. Dazu übernahm der Verein auch die Pilgerstätte der Kirchgemeinde im Pfarrhaus. Seitdem sind „Leute aus ganz Deutschland und halb Europa“, wie es das Vereinsmitglied einschätzt, in Buchholz zu Gast. „Die Betreuung der Pilger ist für uns alle eine schöne Aufgabe, die zwar viel Zeit erfordert, aber auch viele neue Eindrücke bringt“, ergänzt Katharina Tobias. Zusammen mit dem Verein unternimmt sie einmal im Jahr einen Pilgertag.
  Ab Ostern wird die Alte Schule wieder mit Pilgerleben erfüllt sein. Bis zu 18 Personen können in Buchholz nächtigen, was besonders gern von Gruppen angenommen wird. Die Betreuung der Gäste übernimmt der Verein zusammen mit Anita Miertschink, der guten Seele im Haus. Sie ist noch bis zum September über die Arbeitsfördermaßnahme Kommunalkombi beim Verein beschäftigt.
  Hervorgegangen ist der Tenne-Verein aus dem Freundeskreis von Jugendlichen, die sich auch mit der Kirche kontrovers auseinandersetzten. Er hat sich 1997 gegründet. Dazu bildete sich ein Förderkreis für diese Jugendarbeit, aus dem einige Mitglieder heute den Verein unter der Vorsitzenden Dörte Seidel fortführen. Denn mit dem Wechsel aus der Tenne in das ehemalige Schulgebäude hat sich auch ein Generationswechsel vollzogen. Stefan Biele, seit 1999 im Verein, ist als Jugendlicher dazugekommen. „Hier habe ich meine Wurzeln, was die Vereinsarbeit angeht. Aber da immer weniger Jugendliche im Verein waren, machte sich ein Neuorientieren notwendig“, sagt der Gebelziger.
  Das ist dem Verein inzwischen gelungen. Wenn er zu seinen schöngeistigen Veranstaltungen einlädt, kommen die Leute auch aus der Region. „Besonders bei unserem Literarischen Café stoßen wir bei derzeit 50 Gästen schon an unsere Kapazitätsgrenzen“, sagt Katharina Tobias. Denn es ist auch der besondere Charakter von Literatur, Musik, Genießen und Gespräche, der die Leute nach Buchholz lockt. Das bestätigt Sonja Leubner: „Noch dazu, wenn die Gäste ihren selbst gebackenen Kuchen mitbringen, wird es immer sehr schön.“
  Der Tenne-Verein will mit seinem Café, aber auch mit den Themenabenden und der wöchentlichen Kreativzeit am Dienstag Bildung fördern und anbieten, Begabungen unterstützen und Talenten ein Podium geben. „Unsere Besucher aus dem Dorf und aus der Umgebung ermutigen wir, ihre künstlerischen Begabungen zu vervollkommnen und sie auch zu zeigen“, erklärt Katharina Tobias.
  So wie zum Beispiel bei Vereinsmitglied Sabine Rißmann. Ihre Malkünste zeigte sie in ihrer ersten Ausstellung in den Logenräumen der Kirche im vergangenen Herbst. „Es ist das Schöne, dass sich jeder mit seinen Fähigkeiten im Verein einbringen kann und jeder andere Begabungen mitbringt. Dadurch ergänzen wir uns hervorragend“, sagt die Frau aus Gebelzig, die seit 2008 im Tenne-Verein ist.
  Kontakt zum Verein über Katharina Tobias in Buchholz, Telefon: 035876 40442, Alte Schule, Buchholz 78 in 02894 Vierkirchen

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 15. Februar 2011 +++
 

Nachrichten

 

Arnsdorf. In Arnsdorf entwendeten Unbekannte in der Nacht vom Sonntag zum Montag einen schwarzen Audi A4 (Baujahr 2005) mit dem amtlichen Kennzeichen „GR-HM 87“.
 

Polnische Gäste sehen sich morgen Vereinsheime an

Vierkirchen. Morgen hat Vierkirchen um die 20 Bürger aus dem polnischen Jezów Sudecki zu Gast. Sie nehmen zurzeit an einem Deutschkurs in ihrer Heimatgemeinde teil.
  Bürgermeister Horst Brückner (parteilos) wird die Gäste aus der Partnerkommune den Tag über in Vierkirchen begleiten. Sie wollen sich mehrere Vereinsheime mit Sport- und Freizeitanlagen, Feuerwehrhäuser, das Landkino und den Kindergarten des Kinderkreises Vierkirchen in Arnsdorf-Hilbersdorf ansehen. Dabei sollen sich die polnischen Teilnehmer des Sprachkurses selbständig mit den anwesenden Vierkirchner Bürgern unterhalten. (bd)

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Sven Weigel

Wechsel an der Führungsspitze

Von Steffen Gerhardt
 

Nach 20 Jahren übergibt Reinhold Kosan die Leitung der Wehr an seinen Stellvertreter Sven Weigel.

  Einen Wechsel an der Führungsspitze vollzog die Feuerwehr von Arnsdorf-Hilbersdorf am Freitag. Nach 20 Jahren gab Wehrleiter Reinhold Kosan die Führung in jüngere Hände. „Es war mein eigener Wunsch, dieses Jahr nicht mehr als Wehrleiter anzutreten“, sagte der 63-Jährige. Aber der Wehr bleibt er treu, und das in einer wichtigen Position: er ist für die nächsten fünf Jahre der Stellvertreter. „Wir haben die Funktionen nur getauscht: Sven Weigel als mein Stellvertreter leitet nun die Wehr und ich übernehme seinen Posten“, bringt es der bisherige Wehrleiter auf den Punkt. Die Kameraden folgten dem Positionswechsel und stimmten alle dafür.
  Sven Weigel wohnt wie Reinhold Kosan in Arnsdorf und der 33-Jährige ist seit 1997 in der Ortsfeuerwehr aktiv. Beide haben in der Wehrleitung zwei Frauen an ihrer Seite: Jaqueline Senejko und Annett Weilandt. Zudem vervollständigt Volker Bergel als Vertreter der Alters- und Ehrenabteilung die Leitung. Er gehört seit 30 Jahren der Feuerwehr an und wurde dafür am Freitag geehrt.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 5. Februar 2011 +++


Nachrichten

 

Straßensperrung nach Unfall mit Lkw

 

Vierkirchen. Auf der S 111 in Rotkretscham ist Freitag früh ein Laster in den Straßengraben gefahren und beschädigte eine Telekommunikationsanlage. Der Fahrer verletzte sich dabei. Für die Bergungsarbeiten musste die Straße fast vier Stunden voll gesperrt werden. Der Schaden beträgt etwa 16000 Euro. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 4. Februar 2011 +++


Schöpsbrücke wird gesperrt

 

Döbschütz . Ab Montag ist in Döbschütz die Abfahrt der Staatsstraße 124 (Schöpsbrücke) in Richtung Reichenbach wegen Straßenbauarbeiten bis zum 31. März voll gesperrt. Wie die Landkreisverwaltung informierte, soll die Umleitung über Melaune – also die Staatsstraße 122, die S111 (Reißaus) und dann zur Bundesstraße 6 (Schöps /Reichenbach) eingerichtet werden. Lediglich die Zufahrt zum Steinbruch über die S124 aus Richtung Reichenbach ist nicht beeinträchtigt. (SZ)

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Beliebt: Die Winterwanderung mit Revierförster Ingo Weber. Foto: Verein

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 3. Februar 2011 +++
 

Revierförster wandert durch Winterwald

 

Dazu lädt der Verein für Dorfgeschichte Sonnabend ein. Es gibt viel zu erfahren.

   Zu seiner traditionellen Winterwanderung lädt der Arnsdorfer Dorfgeschichtsverein an diesem Sonnabend ein. Um 13 Uhr geht es los. Start- und Zielort ist der Arnsdorfer Pfarrhof. Nach einer kurzen Einführung durch Revierleiter und Vereinsmitglied Ingo Weber führt die knapp zweistündige Strecke durch den Arnsdorfer Kirchwald. Rund um das Thema der diesjährigen Wanderung „Das hölzerne Zeitalter“ wird es wieder viel Wissenswertes zu hören und zu sehen geben. Wer möchte, kann auch gern ein Stück Holz aus dem Busch tragen – für das Lagerfeuer beim anschließenden gemütlichen Abschluss auf dem Pfarrhof. Dann wird auch wieder für das leibliche Wohl bestens gesorgt sein. Der Dorfgeschichtsverein lädt dazu herzlich ein. Er freut sich über viele Gäste, die er, wie das Foto zeigt, auch schon in den vergangenen Jahren mit seiner Idee zur Winterszeit anstecken konnte. (SZ)

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Was der Nicht-Buchholzer nicht weiß: Den Eingang zum Friedhof hatten bisher zwei stattliche, 100 Jahre alte Ahornbäume gesäumt. Die Bäume wurden aus Sicherheitsgründen gefällt. Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 2. Februar 2011 +++
 

Kirchgemeinde fällt morsche Ahornbäume

Von Bernhard Donke
 

  Die Bäume drohten zu einer Gefahr zu werden. Es gibt bald jungen Ersatz.

  Wer in diesen Tagen den Buchholzer Friedhof über den Haupteingang betritt, dem wird es als Ortskundiger auffallen: Hier stimmt etwas nicht. Die beiden 100-jährigen Ahornbäume, die rechts und links vom Eingangstor standen, sind verschwunden. Der neue Anblick verwundert so manchen Passanten. Geblieben sind nur zwei Baum-stümpfe von den einst stattlichen Schattenspendern. „Es ist sehr schade um diese beiden alten Bäume, doch die Sicherheit der Friedhofsbesucher geht nun einmal vor“, erklärt Ortsvorsteher Udo Gleisenberg. Herunterfallende tote Äste und so mächtige Wurzeln, dass schon die Friedhofsmauer in Gefahr war, brachten die Entscheidung. „Die Sicherheit war uns wichtiger, und so gaben auch wir als Ortschaftsrat das Einverständnis zum Fällen der Bäume.“
  Vorher hatten Fachleute die Bäume und ihre Standfestigkeit gründlich untersucht. Eine Sanierung und Sicherung der Bäume wäre demnach nur von kurzem Erfolg gewesen, sagt Ortsvorsteher Udo Gleisenberg. So beauftragte die Kirchgemeinde als Eigentümerin der beiden Bäume eine Bautzner Firma. Bis auf die beiden Baum-stümpfe, die noch auf dem Friedhof stehen und auch heruntergeraspelt werden sollen, erinnert nichts mehr an die Ahornbäume. „Im Frühjahr werden an ihre Stelle zwei junge Bäume gepflanzt, die dann wieder in Ruhe wachsen können“, tröstet der Ortsvorsteher.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 2. Februar 2011 +++
 

Haushalt liegt aus

 

Vierkirchen. Die Gemeinde legt zurzeit ihren Entwurf für den Haushaltsplan öffentlich aus. Bis zum nächsten Mittwoch können Bürger in die Unterlagen Einsicht nehmen. Das ist entweder in der Gemeindeverwaltung in Melaune oder im Reichenbacher Rathaus möglich. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 1. Februar 2011 +++
 

Gemeinde will weitere Straßen sanieren

 

Vierkirchen. Die Gemeinde Vierkirchen will auch 2011 Geld für die Sanierung von Straßen ausgeben. So sind im Haushaltsplan für 2011 vier Ortsstraßen in Arnsdorf-Hilbersdorf mit aufgenommen, auf denen der Belag erneuert werden soll.
  Der Gemeinderat unterzog den Finanzetat jetzt einer ersten Lesung. Da das Zahlenwerk aber erst am Sitzungstag auf den Tisch kam, wird sich der Rat zu einer zusätzlichen Sitzung am 7.Februar treffen. Dann will er über einzelne Positionen diskutieren. Auf der nächsten regulären Sitzung am 21.Februar soll das Haushaltsdokument beschlossen werden. (SZ/sg)

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 28. Januar 2011 +++
 

Nachrichten

 

Arnsdorfer wollen noch eine dritte Sirene haben

Vierkirchen.
Ohne viel Aufwand wollen die Arnsdorfer in ihrem Ort noch eine dritte Sirene für Alarmierungen installieren. Diesen Vorschlag unterbreiteten die Gemeinderäte der Wählervereinigung Arnsdorf-Hilbersdorf im jüngsten Gemeinderat. Das würde auch ohne große Kosten gehen, denn sowohl Sirene als auch der Mast sind vorhanden und die Feuerwehrleute würden das Ganze aufstellen. Bürgermeister Horst Brückner war gegen den Vorschlag: Arnsdorf-Hilbersdorf hat schon zwei Sirenen und da es sich um eine mechanische handelt, sind auch die Betriebskosten höher. (SZ/sg)

 

Hundehaufen ärgern Bürger in Vierkirchen

 

Melaune. Der weggetaute Schnee bringt einiges zu Tage, darunter auch Hundehaufen. Dass diese kein schöner Anblick und keine Zierde für den Ort sind, darauf machte Ilona Richter als Gemeinderätin in der jüngsten Ratssitzung aufmerksam. Die Geschäftsinhaberin appellierte an die säumigen Hundehalter, doch dafür Sorge zu tragen, dass ihre Vierbeiner keine bleibenden Haufen im Ort hinterlassen. (SZ/sg)

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 26. Januar 2011 +++
 

Verein bringt Kultur aufs Dorf

Von Bernhard Donke

 

  Seine Angebote will der Tenne-Verein halten und auch Neues ausprobieren.

  Ein Kinderprojekt will der christliche Kulturverein Tenne in diesem Jahr starten, und auch der im vergangenen Jahr begonnene Hörbuchverleih soll sich weiter etablieren. Das sagt Vereinsvorsitzende Katharina Tobias auf SZ-Nachfrage. Ansonsten möchte der Verein an seinen Angeboten für die Dorfbewohner und über die Ortsgrenzen hinaus festhalten. Im März gibt es einen Abend mit Pastorin Christa Hanke zum Thema „Jahr der Taufe“. Drei Ausstellungen in den Logenräumen der Buchholzer Kirche sind geplant, und der 15. Mai ist im Kalender für den Tenne-Pilgertag fest eingetragen. Die Kreativgruppe hat jetzt noch eine Menge zu tun. Wenn es draußen wieder länger hell ist, rücken die Handarbeiten etwas in den Hintergrund.
  Am Besucherdienst der Kirchgemeinde will sich der Tenne-Verein ebenfalls weiter beteiligen. Die „Kulturzeit“, die eben zum vierten Mal stattgefunden hat, ist nach Einschätzung des Vereins zum festen Bestandteil im Dorfleben geworden. Die ursprüngliche Idee dahinter, in der Winterzeit, wo es meistens etwas ruhiger zugeht, ein besonderes kulturelles Erlebnis für die Bürger im Ort zu schaffen, funktioniert. Filmabend, Vortrag, Buchlesung und ein Musikabend sind Bestandteil des mehrtägigen Programms zu Jahresbeginn. Das wird von den Bürgern aus dem Ort und umliegenden Dörfern auch gern angenommen und geschätzt, zumal die Veranstaltungen alle ehrenamtlich von den Vereinsmitstreitern organisiert werden.

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50 Prozent Überlebenschance: Wuschel mit Verband Foto: Steffen Scholz

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 20. Januar 2011 +++
 

Kleiner Wuschel überlebt Angriff von Rottweiler

Von Matthias Klaus
 

  Die Attacke passierte beim Spaziergang von Melaune. Ob der Hund durchkommt, ist offen.

Den Sonntagnachmittag wird Familie S. aus Löbau wohl nicht so schnell vergessen. Gemeinsam mit dem kleinen Hund Wuschel, ein Bichon, spazierten Frau S. und ihre Eltern über die „Hu-Brücke“ von Melaune nach Döbschütz. „Ein Babywagen, ein paar Kinder und der Rottweiler der Nachbarin– all das machte einen friedlichen Eindruck“, erinnert sich Frau S. an die Szene am Ortseingang Döbschütz. Trotzdem gingen die Löbauer zügig vorbei.
          Frauchen wird umgerissen
  Da aber passierte es. „Schon nach ein paar Metern riss der Rottweiler sein Frauchen um, stürmte auf Wuschel zu, biss ihn und ließ nicht mehr von ihm ab“, erinnert sich Frau S. Ein Anblick des Grauens sei es gewesen, sagt sie, als der kleine Hund nach minutenlangem Martyrium auf dem schlammigen Boden lag–zerbissen, das Blut strömte.
  Dorfbewohner halfen jedoch, der Tettaer Tierarzt Frank Ender operierte Wuschel sofort. Ob der kleine Hund durchkommt, ist offen. Frau S. appelliert derweil an die Besitzer großer (Kampf-)Hunde: „Bitte legen Sie Ihren Lieblingen in der Öffentlichkeit einen Maulkorb an.“

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Trotz Wassertemperaturen von ein bis zwei Grad Celsius im Hilbersdorfer Steinbruch nahmen die Saunafreunde ihr erstes Bad. Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 13. Januar 2011 +++
 

Eisbader gönnen sich erste Erfrischung

Von B. Donke
 

  Waldsaunafreunde Melaune nehmen ihr erstes Bad im Hilbersdorfer Steinbruch.

  13 hartgesottene Männer der Waldsaunafreunde Melaune haben im Hilbersdorfer Steinbruch jetzt ihre Saison mit einem Eis-Bad und anschließender wärmender Waldsauna eröffnet. Sie kommen aus dem brandenburgischen Beeskow, Rothenburg, Lodenau und aus und um Vierkirchen, um gemeinsam ihrem Hobby zu frönen.
  In einem eigens gemieteten Autoanhänger haben sie sich eine Sauna eingerichtet, wo sie sich nach dem Baden durchwärmen und ins schwitzen kommen. Doch ehe man sich dem Badevergnügen hingeben konnte, musste ein Loch in die gut sieben Zentimeter dicke Eisdecke geschlagen werden.

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Es wird wieder bunter in den Gewächshäusern der Gärtnerei Fuchs in Döbschütz. Gärtnerei-Chefin Margit Pohl (rechts) und Mitarbeiterin Kathrin Gebauer zeigen die ersten Primeln, die es zu kaufen gibt. In den nächsten Tagen kommen die eigenen Tulpen und Narzissen dazu. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 12. Januar 2011 +++
 

In Döbschütz blühen die ersten Primeln

Von Constanze Junghanß  

 

  Nicht alle Gärtnereien legen im Winter eine Zwangspause ein. Schon gar nicht in diesem Winter, der so zeitig begann und jede Menge zusätzliche Belastungen für die eher kleinen Unternehmen mit sich brachte.
          Döbschütz: Viele Mäuse und weniger Kunden
  „Wir hatten zum Beispiel sehr mit den Mäusen zu kämpfen“, erzählt Norbert Pohl. Der Inhaber der Gärtnerei Fuchs in Döbschütz weiß auch warum: Die frechen Nager fühlten sich unter dem Schnee sehr wohl. Bekamen die Mäuse kalte Füße, krochen sie in die beheizten Gewächshäuser. Rund 30 Prozent der Freesienzwiebeln futterten sie einfach weg. Als die Nager endlich gebannt waren, kamen noch ganz andere Probleme dazu. „Durch die Witterung und die schlechten Straßenverhältnisse kamen weniger Kunden als in der Vergangenheit“, sagt Norbert Pohl.
  Die Gärtnerei blieb auf Weihnachtssternen und Gestecken sitzen. Der Umsatz sank. Da die Firma in den letzten zehn Jahren viel in neue Anlagen investierte, blieben zum Glück größere Schäden an den Gewächshäusern durch Schneebruch aus. „Unsere Gewächshäuser sind jetzt durch neue Thermoverglasung energieeffizienter geworden“, berichtet Norbert Pohl. Er und sein Team blicken jetzt in die Zukunft: Salat und Kohlrabi werden eingesät, Primeln zum Blühen gebracht und die Tulpen, Narzissen und Hyazinthen angetrieben. Tulpen gibt es allein in Döbschütz etwa 13000 Stück.
          Hilbersdorf: Rosenkohl vor dem Erfrieren gerettet
  Bei der Gärtnerei Jung in Hilbersdorf ist dieser Winter ebenfalls nicht spurlos vorbeigegangen. „Jeden Tag haben wir von den Gewächshäusern Schnee geschippt, damit nichts zusammenbricht“, sagt Stefan Jung. Durch den strengen Frost blieb ein Teil des Wurzelgemüses im Boden. Um den Rosenkohl vor dem Erfrieren zu retten, wurde dieser per Hand geerntet und musste – statt auf dem Feld verarbeitet – in Lager gebracht werden. „Für die Ernte der verschiedenen Gemüsesorten war der Zeitaufwand dreimal höher als sonst“, so der Hilbersdorfer. Die Aussaaten von Gurken, Tomaten, Salat und so weiter verzögerten sich durch das Wetter um zwei Wochen. Jetzt beginnt die Anzucht mit Hochtouren.
          Reichenbach: Zulieferer kommen schwer durch
  „Am schwierigsten für uns war, dass die Kundschaft ausblieb“, sagt Bernd Zimmermann von der gleichnamigen Reichenbacher Gärtnerei. Auch die Zulieferer hätten es durch den Wintereinbruch schwer gehabt, und es gab zeitliche Verzögerungen. „Doch unsere Gewächshäuser sind ganz geblieben. Damit die Alpenveilchen, Stiefmütterchen und Primeln nicht erfrieren, mussten wir jede Menge heizen“, erzählt er. Die Pflanzen haben überlebt, und Bernd Zimmermann beginnt noch in diesem Monat mit der Aussaat der Gemüsepflanzen.
          Pfaffendorf: Gewächshäuser vom Schnee freihalten
  Mit Schneemassen kämpften Roland Heyde von der Gärtnerei in Pfaffendorf und das Gartenforum in Reißaus. „Schippen, schippen und nochmals schippen war angesagt, um die Gewächshäuser zu sichern“, berichtet Roland Heyde. Das Gartenforum hat noch bis zum März Winterpause. Bei Roland Heyde beginnt die Pflanzenproduktion ab Februar. Jetzt sind die Gewächshäuser noch leer.

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Der Schwarze Schöps (vorn) hat sich in Schöps in sein Bett zurückgezogen. Einige Wiesen bleiben vom Schmelzwasser aber überflutet. Foto: SZ/St. Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 11. Januar 2011 +++
 

Das Bangen am Schwarzen Schöps war nicht von Dauer

Von Steffen Gerhardt
 

  Das Hochwasser an dem Fluss ging gestern wieder zurück – ohne Schaden angerichtet zu haben.

Rasch wie er gestiegen war, so zog sich der Schwarze Schöps gestern auch wieder in sein Bett zurück. Lag der Pegel am Mittag in Krobnitz noch bei 1,80 Meter, so betrug die Wasserhöhe am Abend nur noch 1,60 Meter. Gegen Mittag konnte bereits die niedrigste Alarmstufe aufgehoben werden. Damit hat sich die Hochwassersituation zwischen Sohland und Nieder Seifersdorf wieder entspannt.
  Stunden zuvor lag das Augenmerk der Sicherheitsbehörden noch voll und ganz auf dem Schwarzen Schöps. Denn hier war der Pegel am Wochenende am schnellsten und höchsten gestiegen, sogar Alarmstufe drei wurde ausgerufen, zur vier fehlte nicht mehr viel. In Krobnitz erreichte er mit 2,47 Metern seine Höchstmarke, 13 Zentimeter unter der Alarmstufe 4. „Als die Stufe 3 ausgerufen wurde, bin ich schon etwas unruhig geworden“, sagt Klaus Schönfelder, dessen Haus in Meuselwitz am Schwarzen Schöps steht. „Es wusste ja keiner, wie viel Wasser noch kommt.“ Auch die Stadt Reichenbach reagierte: „Wir hatten am Nachmittag alle vier Ortswehren alarmiert und vorsorglich Sandsäcke füllen lassen“, sagt Hauptamtsleiter Karl-Heinz Vogel. Die Sandsäcke kamen aber nicht zum Einsatz, da der Schöps nicht weiter anstieg und keine Hochwasserschäden in den Ortschaften verursachte. „Unser Glücksumstand war, dass es nicht mehr regnete und der Wind für etwas Trocknung sorgte“, ergänzt er. Somit blieb auch Vierkirchen vom Hochwasser verschont. Wachsam zeigten sich dennoch die Feuerwehrleute von Melaune und Döbschütz. Sie gingen ohne Alarmierung selbst in Bereitschaft und kontrollierten am Sonnabend und Sonntag früh den Schöps. Bürgermeister Horst Brückner war Sonnabendnachmittag ebenfalls vor Ort. Aber da der Pegel in Krobnitz nicht weiter anstieg, drohte keine Gefahr mehr in Vierkirchen..

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Bürgermeister Horst Brückner

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 6. Januar 2011 +++
 

Straßenbau bleibt auch 2011 Schwerpunkt

Gespräch: Steffen Gerhardt
 

In der Gemeinde fließt dieses Jahr das meiste Geld in die Infrastruktur, sagt Bürgermeister Horst Brückner im SZ-Gespräch.

 

Herr Brückner, Sie sitzen mit der Kämmerei über dem Haushaltsetat für 2011. Welche Schwerpunkte werden gesetzt?

Priorität haben die Investitionen, die wir als Gemeinschaftsaufgabe mit dem Landkreis und mit dem Straßenbauamt Bautzen 2010 begonnen haben. Das ist der Straßenbau in Arnsdorf und Melaune. Dieser soll bis Sommer abgeschlossen sein. Dazu gehören auch der Durchlass zwischen Döbschütz und Melaune und die Fertigstellung der S122 mit dem Radweg bis zur Autobahn. Wir als Gemeinde waren in Melaune für den Geh- und Radweg sowie die Beleuchtung zuständig.

Damit ist noch nicht der Schlussstrich unter dem Straßenbau gezogen?

Der Bedarf an der Sanierung kommunaler Straßen ist da. Was wir davon umsetzen können, hängt vom Haushalt ab. Da kann ich noch keine Zusagen geben. Was aber mit im Plan aufgenommen wird, ist die Erneuerung der Kirchstraße in Arnsdorf. Ein Vorhaben, das schon seit zwei Jahren auf seine Umsetzung wartet. Die Kirchstraße wird aber erst werden, wenn wir mit der Kreisstraße in Arnsdorf fertig sind.

Ein weiteres Vorhaben, das schon Jahre in der Schublade liegt, ist der Ausbau der S124 in Döbschütz. Wann wird es damit losgehen?

Das Thema wird dieses Jahr wieder aktuell. Zusammen mit dem Straßenbauamt Bautzen wollen wir die Ortsdurchfahrt erneuern. Eine Vereinbarung mit dem Amt liegt vor und auch die Planung, die aber noch auf den aktuellen Stand zu bringen ist. Wir sind für den Gehweg und die Regenentwässerung der Grundstücke verantwortlich.

Bleibt bei den vielen Vorhaben im Straßenbau auch noch Geld für andere Dinge übrig?

Aufgeschoben hatten wir bisher die energetische Sanierung der Kindereinrichtung Melaune und die Erneuerung der Sanitäranlagen. Beides soll nun im ersten Halbjahr erfolgen, da das noch ein Projekt aus dem Konjunkturpaket II ist.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 5. Januar 2011 +++
 

Firmen geben Geld für neue Maschinen aus

Von Steffen Gerhardt
 

  Von Investitionsmüdigkeit kann bei den mittelständischen Betrieben im Görlitzer Umland nicht die Rede sein. Denn neben den Investitionen in die laufende Produktion wird diese auch erweitert oder dafür Neues angeschafft. Wir fragten in einigen Unternehmen nach.
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Beispiel 3: Neuer Lagerplatz für Ton im CRH-Klinkerwerk
  Kontinuierlich wird auch in das Klinkerwerk Buchholz, das als CRH-Oberlausitz GmbH jetzt firmiert, investiert. „Im vergangenen Jahr haben wir den Trockner für die Klinkerproduktion umgebaut und am Tagebau einen neuen Tonlagerplatz errichtet. Beides kostete fast 100000 Euro“, zählt Werkleiter Michael Gerbert auf. So wie für den Trockner wird Geld jedes Jahr vorwiegend für die Produktion ausgegeben. Fast 200000 Euro kostete die Umstellung der Steuerungstechnik von Siemens auf eine neuere Variante. Mit ihr wird der ganze Produktionsprozess gesteuert. Das war mit die größte Investition in den vergangenen Jahren..