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D e z e m b e r   2 0 0 7

 

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 28. Dezember 2007 +++

Senioren treffen sich seit 15 Jahren regelmäßig
Von Bernd Donke
Melaune. Einmal im Monat wird im Gemeindehaus der Kirchgemeinde gemeinsam etwas unternommen, gefeiert oder einfach nur geredet.
  „Inzwischen hat sich der Seniorenkreis zu einem richtigen monatlichen Ereignis herausgeputzt, zu dem fast alle Senioren aus der Kirchgemeinde kommen“, sagt Gerda Thomas. Die Rentnerin aus Prachenau ist seit dem ersten Treffen dabei. „Es fing vor 15 Jahren an. Da hatten wir einfach das Bedürfnis, uns zusammenzusetzen, gemeinsam etwas zu unternehmen, oder uns auch nur zu unterhalten“, erinnert sich Gerda Thomas. Seitdem hat sie nur selten gefehlt, wenn sich die Senioren regelmäßig am ersten Donnerstag im Monat von 14.30 bis 17 Uhr im Gemeindehaus der Kirchgemeinde am Fuße des Melauner Burgberges treffen.
          Bunte Karten zur Einladung

  Seit zwei Jahren leitet Katrin Gaertner den Seniorentreff ehrenamtlich. Ihre Einladungen dazu sind liebevoll selbstgemalte oder bestickte Einladungskarten. Das Thema kann dabei genauso ein aktuelles Ereignis sein wie speziell an Senioren gerichtet. So geht es oft um Gesundheit, Altersversorgung oder auch die Dorfentwicklung.
  Natürlich feiern die Senioren auch Geburtstage gemeinsam, zu denen die Geburtstagskinder selbstgebackenen Kuchen mitbringen. Den notwendigen Kaffee oder Tee bereitet dann Katrin Gaertner in der kleinen Küche des Gemeindehauses zu.
  Natürlich war Gerda Thomas – wie weitere 16 Senioren – auch beim Dezembertreff und trug zu einer anregenden Unterhaltung bei. Eingeladen waren die Pastorin Brigitte Lampe aus Rothenburg und Gerd Neumann von der Evangelischen Jugendarbeit. Brigitte Lampe sprach über die Figur des Sankt Nikolaus, Gerd Neumann zeigte dazu Lichtbilder. Zur Überraschung der Senioren boten die Jugendlichen der Melauner Jungschar ein kleines buntes weihnachtliches Programm mit Liedern und Gedichten.
          Offen auch für andere
  „Es war heute wieder sehr unterhaltsam und anregend. Ich bin ja noch nicht so lange dabei – aber bisher hat mir jedes Treffen gefallen. Unter uns entspannt sich eigentlich immer eine anregende Unterhaltung. So hält man Kontakt zu den Leuten hier im Ort und erfährt auch mal das eine oder andere“, meint Ingeborg Becker, die ebenfalls aus Prachenau zu diesen Treffen kommt. Sie fügt hinzu: „Unser Seniorenkreis ist übrigens offen. Alle Senioren aus Melaune und Umgebung sind bei uns herzlich willkommen.“
Kontakt: 035827/70388

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Theatermaler Carsten Scholz zeigt ein selbst gemaltes Weihnachtsbild. Foto: Christian Suhrbier 

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 24. Dezember 2007 +++
Blau trifft auf Gelb
Von Varinia Bernau

Die SZ erzählt von Eindrücken zu Weihnachten. Heute: Sehen.

Weihnachten passt in einen Bilderrahmen. In der Szenerie jedenfalls, die Carsten Scholz einst für seine Kinder mit Tusche festgehalten hat, stecken alle Farben und Motive, die zum Fest gehören: Schneebedeckte Tannen, Kerzenschein, Weihnachtsmann in rotem Gewand. „Auf die Kontraste kommt es an“, sagt Carsten Scholz, der seit mehr als 20 Jahren als Theatermaler arbeitet. Die heilige Nacht lässt sich in dunklem Blau einfangen, das fast ins Schwarze übergeht. Weihnachtlich wirkt es aber erst dort, wo den dunklen Tönen Licht gegenüber gestellt wird. Auf dem Bild, das Carsten Scholz viele Jahre lang pünktlich zum Advent ins Haus hängte, sind die Fenster der Holzhütten gelb ausgemalt. „Das steht für die anheimelnde Wärme. Wenn ich noch etwas Orange oder Rot reingebe, wird’s noch wärmer.“ Früher, als die Winter noch lange währten, weckte klirrende Kälte den Wunsch nach Wärme. Und die Dunkelheit den nach Licht. Vor allem im Erzgebirge, wo die Bergbauleute den ganzen Tag unter Tage verbrachten, hatte ein Leuchten etwas Festliches. Deshalb stellten sie die geschnitzten Engel ins Fenster, die in den beiden Händen Kerzen halten.

 

Theaterspiel der Eltern für Kinder
Von Bernhard Donke
Buchholz. Traditionell gab es zum letzten Schultag, in der Grundschule Vierkirchen ein von den Eltern für die Kinder vorgetragenes Theaterstück. Diesmal spielten sie die Geschichte von Gerhard Lahr und Hannes Hüttner „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“. Als Bretter, die die Welt bedeuten, nutzten die Laiendarsteller den Vorraum der Schule, wo Kinder, Lehrerinnen und einige Eltern dicht gedrängt saßen. Viel Beifall gab es am Ende und auch zwischendurch für die Schauspieler. Natürlich kam am Ende dann auch der Weihnachtsmann, nachdem ihn die Feuerwehrmänner zuvor aus seinem Missgeschick befreit hatten.

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Eckehard Radisch zeigt mit Stolz seine kleine Waagensammlung. Deren wertvollstes Stück ist eine historische Wildbretwaage.Foto: Bernhard Donke  

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 21. Dezember 2007 +++

Vereinshaus zeigt jetzt auch ein Stück Heimatgeschichte
Von Bernhard Donke

Melaune. Drei Räume hat der Heimatverein in der „Alten Wassermühle“ in eine kleine Schau über die Geschichte verwandelt.

  Hausrat und andere alte Gebrauchsgegenstände sind jetzt in einer kleinen Ausstellung im Vereinshaus „Alte Wassermühle“ in Melaune zu sehen. All diese Stücke wurden bei den Räum- und Grabungsarbeiten in der „Alten Wassermühle“ gefunden. Darunter ist zum Beispiel eine Flasche aus der Reichenbacher Stadtbrauerei, die ein Schriftstück enthielt.
          Historische Flaschenpost
  Das Papier gibt Auskunft über die Elektrifizierung im Jahr 1909. Ortschronist Eckehard Radisch, der auch Mitglied im Heimatverein Döbschütz/Melaune ist, hat das Dokument entziffert. Das war selbst für den begeisterten Hobbyhistoriker nicht ganz so leicht, denn die Schrift war schon arg verschwommen und unleserlich geworden. Dabei konnte er den Elektrikermeister aus Ostritz ausfindig machen, der die Arbeiten zur Elektrifizierung 1909 geleitet hat. Das Schriftstück und die anderen gefundenen Zeitzeugen vermitteln einen Eindruck davon, wie die Melauner einst ihr Tageswerk gemeistert haben. So befinden sich ein Hanfkamm, mehrere Tabakspfeifenköpfe, Töpfe, Schuhe, Scherben und andere Dinge unter den Fundstücken, die nun einen Platz in einer Vitrine bekommen haben. Hier sollen sie für jedermann zugänglich sein. Aber der Raum birgt noch andere Schätze, die Eckehard Radisch zusammengetragen hat. Viele Stücke hat er liebevoll und mit Sachkenntnis repariert, aufpoliert und mit Hilfe der Mitglieder des Heimatvereins eine Ausstellung daraus gemacht. Eine große Sammlung von rund 70 Vorhängeschlössern aus verschiedenen Epochen und von mehreren Herstellern ist genauso zu sehen wie alte Waagen. Dort entdeckt der Besucher eine Wildbretwaage oder eine Laufgewichtswaage, deren Gegenstück eine eingebundene Kanonenkugel ist. Aber auch Geräte zur Feld-, Garten- und Küchenarbeit bekommt man zu sehen. Die beiden oberen nur 1,80 Meter hohen Räume im Vereinshaus sind teilweise so erhalten geblieben, wie sie einst gebaut wurden. Man sieht noch die ursprüngliche Bemalung und das Stuckmuster.
          So lebte die Müllersfamilie
  „Der Heimatverein hat die beiden Räume so ausgestattet und eingerichtet, dass sie einen Einblick in das häusliche Leben der Müllersfamilie zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert vermitteln“, sagt Eckehard Radisch. Liebe zum Detail, Herzblut und viele viele Stunden Arbeit stecken dahinter.
  Eckehard Radisch führt Besucher gern durch die Ausstellungsräume. Doch sollte man sich vorher unter Telefon 035827/ 70403 oder bei Herbert Riedel unter Telefon 035827/7 03 00 oder in der Gemeindeverwaltung Vierkirchen unter Telefon 035827/7 02 69 anmelden.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 20. Dezember 2007 +++

Grundschüler erfreuen Senioren mit Liedern
Von Bernhard Donke
Melaune. Mit besinnlichen weihnachtlichen Liedern überraschte der Chor der Grundschule Vierkirchen aus Buchholz unter Leitung von Musiklehrerin Margitta Thiele die Melauner Senioren bei ihrer traditionellen Weihnachtsfeier. Liebevoll von den engagierten Mitgliedern des Heimatvereins Döbschütz/Melaune e.V. organisiert und ausgerichtet, fand sie erstmals in der „Alten Wassermühle“ am Burgberg statt. Im Anschluss an das kleine weihnachtliche Programm der Grundschüler führte Ortschronist Eckehard Radisch die Senioren durch das erst kürzlich eröffnete Vereinshaus. Dabei erzählte er so manche interessante Geschichte über die Wassermühle und ihre Vergangenheit.

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Mit Tobias Walzok (3.v.l.) hatten die Kinder und Jugendlichen beim Basteln und Spielen viel Spaß. Während sie dort beschäftigt wurden, konnten ihre Eltern ungestört Einkäufe oder andere Arbeiten erledigen.Foto: Bernhard Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 19. Dezember 2007 +++
Junge Gemeinde übernimmt Betreuung
Von Bernhard Donke

Melaune. Die Kinder sind in guter Obhut, während sich die Eltern ungestört dem Weihnachtsstress hingeben können.

  Der Kindertreff am Vorabend des dritten Adventsonntages hat in Melaune schon eine Tradition. Dieses Mal verbrachten elf Kinder am Sonnabend beim Melauner „Kindertreff“ mit sechs Jugendlichen der Jungen Gemeinde Melaune ihre Freizeit. Mit dabei war auch der Jugendwart der Evangelischen Jugendarbeit im Kirchenkreis Niesky und Reichenbach, Tobias Walzok.
  „Wir haben den Kindertreff ins Leben gerufen, damit die Eltern den Sonnabend ganz ungestresst und ohne ihre Kinder dem Weihnachtseinkäufen widmen können. Während sie in Ruhe Geschenke und andere Dinge für das Fest aussuchen und einkaufen, beschäftigen wir uns mit den Kindern, und dass von morgens bis zum späten Nachmittag“, sagt Tobias Walzok.
  Die Kinder und Jugendlichen hatten auch dieses Mal keine Langeweile, denn mit Spielen, Bastelarbeiten und einer Filmvorführung war für Abwechslung gesorgt. Den Film haben die Jugendlichen der Jungen Gemeinde selbst nach dem Vorbild der Kindersendung „Dingsda“ in der ARD auf Video aufgenommen. Gebastelt wurde auch sehr fleißig. Unter den geschickten Händen der Kinder und mit Anleitung von Tobias Walzok entstanden schöne Papiertaschentuchhalter mit denen die Kinder zu Weihnachten ihre Eltern oder die Großeltern überraschen können.

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Gemeinderat Peter Gloger, Bürgermeister Andreas Nedo, sowie André Wichor und Frank Benade (v.l.) machten sich ein Bild von der Fertigstellung. Foto: cj 

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 15. Dezember 2007 +++
Brückensperrung durch Neubau zuvorgekommen
Von Constanze Junghanß

Arnsdorf. Nach einer Bauzeit von vier Monaten ist aus der alten Brücke in Richtung Thiemendorf eine neue geworden.

Freie Fahrt haben seit gestern wieder die Autofahrer zwischen Arnsdorf und Thiemendorf. Den ausgeschilderten Umweg über Nieder Seifersdorf müssen sie nun nicht mehr nutzen. Die für rund 100000 Euro sanierte Brücke ist am Freitag für den Verkehr freigegeben worden. Dafür flossen Fördergelder in Höhe von 75 Prozent über das Brückensonderprogramm des Freistaates. Anfang September begann die Sanierung der Überführung. Beauftragt mit den Arbeiten war die Nieskyer Baufirma Nyla Baugesellschaft mbH. André Wichor vom Unternehmen sagte, dass die alte Brücke komplett weggerissen werden musste.
  „Die Überführung war nicht mehr tragfähig und ihre Tonnage musste bereits im Vorfeld begrenzt werden“, begründete er. Einer Brückenprüfung hätte das Bauwerk vermutlich nicht mehr standgehalten. „Eventuell wäre sie gesperrt worden“, sagte Frank Benade vom beauftragten Bischofswerder Ingenieurbüro Stiller.
  Mit der Sanierung wurden etwa 150 Meter Straße ausgeglichen und das Flussbett erneuert. Damit das Regenwasser künftig nicht über die Straße abläuft, erfolgte eine sogenannte Abschälung im Seitenbereich. Im Frühjahr stehen noch Restarbeiten an. Ebenfalls müssen noch Masten durch die Telekom gesetzt werden. „Eigentlich könnte das Kabel in die Erde verlegt werden. Doch die Telekom plant erneut die Aufstellung von zwei Freimasten“, sagte Bürgermeister Andreas Nedo. Nun hofft die Gemeinde, dass das schnell erfolgt.

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Geld für Feuerwehrhaus
Von Constanze Junghanß
Vierkirchen. Der Haushaltsplan für 2008 wurde von den Gemeinderäten einstimmig begrüßt. Investitionen erfolgen für die Freiwillige Feuerwehr, im Straßenbau und für die Erneuerung der Arnsdorfer Dorfmitte. Bei der Feuerwehr müssen Funkempfänger und Sirene digital umgerüstet werden. Das kostet rund 6000 Euro. Weitere 15000 Euro fließen in die Anschaffung einer Pumpe TS 8. Fördermittel für diese Investitionen wurden beantragt. Das FFw-Gerätehaus in Tetta muss außerdem umgebaut werden. „Diese Maßnahme macht sich notwendig, weil das Gebäude nicht mehr den Sicherheitsstandards entspricht“, sagte Bürgermeister Andreas Nedo. Für die zweijährige Bauphase werden rund 186 000 Euro veranschlagt. Ein Viertel an Eigenmitteln von etwa 400 000 Euro bringt die Gemeinde für den Straßenbau in Arnsdorf/Hilbersdorf auf. Dort soll im Zuge des geplanten Abwasserbaus die Straße erneuert werden. (cj)

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 13. Dezember 2007 +++
ganz kurz
Von Constanze Junghanß
Brücke wieder befahrbar
Arnsdorf
. An diesem Freitag wird die Brücke auf der Thiemendorfer Straße wieder für den Verkehr frei gegeben. Darüber informierte Bürgermeister Andreas Nedo den Gemeinderat. Während der rund viermonatigen Bauzeit wurde die desolate Brücke, deren Tonnage begrenzt war, saniert. Die Kosten dafür betrugen rund 100 000 Euro.

Dorfkern wird erneuert
Arnsdorf. Die Dorfmitte soll saniert und ein touristischer Informations- und Anziehungspunkt werden. Das beschlossen die Gemeinderäte in ihrer Dezembersitzung. Mit der Projekt-Planung wird im nächsten Jahr begonnen. Im Zusammenhang mit dem vorgesehenen Bau der Kreisstraße soll 2009 die Sanierung der Dorfmitte erfolgen.

 

Hobbymaler zeigen Arbeiten
Von Bernhard Donke
Ausstellung. Morgen, 19.30 Uhr, wird im Schloss Krobnitz die Ausstellung „Federleicht“ mit Arbeiten des Görlitzers Mike Nelde und von Rosemarie Mann aus Tetta, Vierkirchen, eröffnet. Beide Hobbymaler zeigen einen Querschnitt ihrer Arbeiten der vergangenen Jahre. Rosemarie Mann greift auch aktuelle Themen auf, wie in dem Bild „Rauchverbot“, das seinen Platz in der Ausstellung finden wird. (bd)

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Elke Gaida

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 11. Dezember 2007 +++
Weihnachtsmarkt wird im Dorf gut angenommen
Gespräch: Constanze Junghanß
Frau Gaida, ist Ihre Idee denn nun gut angenommen worden?

Ich denke ja. Der Weihnachtsmarkt hat bei den Einheimischen viel Anklang gefunden. Auch die ortsansässigen Unternehmen, die die Preise für die Tombola gesponsert haben, fanden die Idee toll.

Hatten Sie Konkurrenz durch die Märkte in der Nähe?

Dass direkt im eigenen Ort etwas Besonderes passiert, war ja mein Hauptanliegen. Deshalb haben mich die umliegenden Märkte nicht wirklich gestört. In Melaune ist sonst nicht viel los. Der Markt war vor allem für die eigenen Einwohner gedacht, und das ist auch so aufgegangen.

Denken Sie schon an eine Wiederholung?

Ja, im nächsten Jahr soll der Weihnachtsmarkt wieder stattfinden.

Haben Sie schon Veränderungen im Blick?

Es wäre schön, wenn noch mehr Vereine und Händler mitmachen. Der Termin am zweiten Advent ist nicht so günstig, weil da ja in der Tat bereits anderswo Weihnachtsmärkte stattfinden und manche Händler anderweitig verplant sind. Ich tendiere da eher zum dritten oder vierten Advent.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 8. Dezember 2007 +++
Lichterglanz lockt Familien
Von Constanze Junghanß

Landkreis. In vier Orten öffnen am Wochenende nicht nur die eigenen Weihnachtsmärkte.

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Melaune
Hier gibt erstmals einen Weihnachtsmarkt, der am 8. Dezember stattfindet. 15 Uhr kommt der Weihnachtsmann. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr. Verschiedene Stände laden zum Stöbern ein. Die Organisation des Marktes liegt in privaten Händen.
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Gärtnerin Margit Pohl in der Gärtnerei Fuchs in Döbschütz kann derzeit in einem farbenfrohen Meer von Adventssternen baden. Foto: Bernhard Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 6. Dezember 2007 +++
Die Adventssterne zeigen jetzt Farbe
Von Bernhard Donke
Döbschütz
. Rund 150 Adventssterne in den Farben Rot, Rosa und Creme blühen derzeit in der Gärtnerei Fuchs in Döbschütz. So nahe am Weihnachtsfest erfreuen sich die in den tropischen Laubwäldern Mittel- und Südamerikas beheimateten Wolfsmilchgewächse einer großen Beliebtheit. Gärtnerin Margit Pohl, die derzeit für die Pflege der Pflanzen in Döbschütz mit zuständig ist, weist jedoch darauf hin, dass alle Teile des Adventssterns und insbesondere der Milchsaft giftig sind. Trotzdem ist das Topfgewächs aufgrund seiner Farbenpracht auf vielen Fensterbänken derzeit eine wahre Augenweide. Die Blütezeit reicht von November bis Januar. Die eigentlichen Blüten sind aber ganz klein, unscheinbar und grün-gelblich. Das, was wir als Blüte sehen, sind die großen, kräftigen Hochblätter. So oder so: Ein Farbtupfer sind die Pflanzen allemal für die Adventszeit.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 5. Dezember 2007 +++
Notiert
Von Constanze Junghanß

Plätzchen backen, basteln und gemeinsam spielen
Melaune. Die Evangelische Jugendscheune lädt am 15. Dezember, von 10 Uhr bis 16.30 Uhr, Kinder ab Grundschulalter ins Pfarrhaus ein. Sie können Geschenke basteln, Geschichten lauschen, singen, spielen und Plätzchen backen. Der Unkostenbeitrag beträgt fünf Euro. Um Anmeldung bis 13. Dezember wird gebeten. 035827/7 34 13

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Barbara Schediwy  Rainer Schulze
Peggy Radisch

Carola Schulze 

Vorfreude auf ersten Markt
Von Constanze Junghanß

Melaune. Am Sonnabend weihnachtet es im Ort. SZ fragte nach, was die Einwohner davon halten.
  Der Weihnachtsmarkt findet in Melaune zum ersten Mal statt. Bereits im Vorjahr hatte das Elke Gaida, die sich mit einem Imbissstand selbstständig gemacht hat, so geplant. Jetzt wird die Idee Wirklichkeit. Mit ins Boot geholt hat die Melaunerin die Feuerwehr. Die hilft mit, dass genug Bratwürste auf dem Grill liegen und der Glühwein heiß ist. Händler bieten Holzspielzeug, Adventsgestecke, Tischwäsche, Backwaren und Milchprodukte an.
          Was sagen nun aber die Melauner zu ihrem ersten Weihnachtsmarkt?

  Peggy Radisch, 18 Jahre, findet das richtig gut, „weil mir in dieser Art im Ort bis jetzt noch nichts bekannt war“, sagt sie. „Da braucht man nicht zu anderen Weihnachtsmärkten weit fahren. Vielleicht kann ich hier auch das eine oder andere Geschenk für die Familie erwerben. “

  Carola Schulze, 46 Jahre, freut sich, weil auf den Dörfern sonst wenig los ist. „Deshalb werde ich dem Weihnachtsmarkt ganz bestimmt einen Besuch abstatten. Vielleicht war auch der Ostermarkt im Frühjahr ein guter Start für solche Aktionen.“
  Reiner Schulze, 54 Jahre, geht davon aus, „wenn keine Angebote im Ort gemacht werden, passiert auch nichts“. Nun müsse man schauen, wie das von den Leuten angenommen wird. „Denn es ist gar nicht so leicht, was auf die Beine zu stellen. Unsere Feuerwehr ist auf jeden Fall mit eingebunden. Zur Ortsbelebung trägt der Weihnachtsmarkt bestimmt mit bei.“
  Barbara Schediwy, 57 Jahre, will mit ihrer Familie auf jeden Fall beim Weihnachtsmarkt vorbeischauen. „Es ist ja ein Versuch, hier im Ort etwas Neues anzubieten. Ich begrüße diese Idee jedenfalls sehr und finde es gut, dass die private Initiatorin den Mut dazu hat.“

Weihnachtsmarkt am 8. Dezember, 14 bis 18 Uhr.           Fotos: Constanze Junghanß  

N o v e m b e r  2 0 0 7

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 30. November 2007 +++
Jugendfeuerwehr freut sich immer über Verstärkung
Von Bernhard Donke
Vierkirchen.
Die Jugendfeuerwehr der Gemeinde sucht noch Verstärkung. Elf Jugendliche zwischen neun und 18 Jahren machen derzeit bei der 1999 gegründeten Jugendfeuerwehr mit. Sie werden durch drei Ausbilder auf den aktiven Dienst in den Ortswehren Arnsdorf/Hilbersdorf, Döbschütz/Melaune/Prachenau und Buchholz/Tetta vorbereitet.
  Die meisten Jugendlichen, die nicht wegen einer Lehrstelle oder einem Arbeitsplatz weggezogen sind, wechseln nach der Ausbildung in den aktiven Dienst. Bis dahin holen sie sich aller zwei Wochen, freitags von 17 bis 19 Uhr, im Gebäude der Jugendfeuerwehr in Arnsdorf oder in einem der drei Gerätehäuser der Ortswehren das nötige Rüstzeug.
  Wer Lust hat, in der Jugendfeuerwehr Vierkirchen mitzumachen, kann sich bei Jugendwart Marko Kosan unter Telefon 035827/7 06 96 melden.

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Weihnachtsmann wird gesucht

Melaune
. Für den Weihnachtsmarkt, der am zweiten Adventssonnabend zum ersten Mal stattfindet, wird noch dringend ein Weihnachtsmann gesucht.
  Wer diesen Part ehrenamtlich zur Freude der Kinder übernehmen möchte, meldet sich bei Elke Gaida. Die Gewerbetreibende aus Melaune hatte bereits im Vorjahr die Idee, einen Weihnachtsmarkt zu organisieren. Mit ins Boot geholt hat sie die Feuerwehr und Händler. (cj)
  Wer zum Weihnachtsmarkt am 8. Dezember, von 14 bis 18 Uhr, den Bärtigen mimen kann, melde sich bitte bei Elke Gaida unter Telefon 0172/2 87 78 74.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 29. November 2007 +++
Notiert
Von Bernhard Donke
Buchholz. 400 Bücher und andere Medien können die Grundschüler in der Schulbibliothek ausleihen. Das Angebot wird gern genutzt, informiert die Schule. Die in Regie der Schüler liegende Bücherei verfügt über Kinder-, Jugend- und Schulliteratur.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 28. November 2007 +++
Auf den Lichterglanz verzichtet fast keine Gemeinde
Von Susan Ehrlich
 Königshain hat einen, Markersdorf auch und Görlitz sowieso: Vielerorts stehen jetzt wieder Weihnachtsbäume auf Plätzen und Märkten.
 Geschmückte Nadelbäume gehören zu Weihnachten wie das Ei zu Ostern. Während in den Wohnzimmern noch etwas Zeit bleibt, bis der Baum dekoriert wird, werden in Görlitz, Reichenbach und den Dörfern rundherum in diesen Tagen meterhohe Weihnachtsbäume an markanten Plätzen im Ort aufgestellt. Spätestens am ersten Adventssonntag tauchen sie die Umgebung in vorweihnachtlichen Lichterglanz.

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Vierkirchen
  Gestern erst waren Gemeindeangestellte unterwegs, um sich im Wald die Bäume für die Dorfplätze in Melaune und Arnsdorf auszusuchen. Eher kleinere Exemplare von etwa zwei bis drei Metern Höhe sollen es sein. Mit Lichtern bestückt, erhellt zumindest der Melauner Baum auch den Weihnachtsmarkt am 8.Dezember, von 14 bis 20Uhr.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 24. November 2007 +++
Drei Tiere als Bergöffner
Eine Sage erzählt von einem Postillion und dem Schatz auf der „Krone“.
Vor ungefähr 200 Jahren lebte in Krischa, dem heutigen Buchholz, der Postillion Matthes, der bei der für ihn naheliegenden Poststation Rothkretscham seine Anstellung hatte. Da Matthes ein lustiger und gewissenhafter Postillion war, reisten viele Kaufleute mit ihm. Von diesen hörte man auch viele Geschichten. Auf diese Weise erfuhr Matthes eines Tages durch einen Handelsherrn, der angeblich ein verkleideter Berggeist war, vom Schatz auf der Landeskrone. So soll zur Mitternacht des Johannistages (24. Juni) auf dem Berg eine wunderschöne Blume wachsen, und zwar an der Stelle, an der der sagenhafte Schatz vergraben läge. Hat man drei schwarze Tiere, nämlich eine Katze, einen Hund und einen Ziegenbock dabei, ginge der Eingang von selbst auf. Von dem Schatz könne der Finder so viel nehmen, wie er will. Er solle sich beim Weggehen nur hüten, einen Blick rückwärts zu tun, auch wenn das Toben der Berggeister noch so fürchterlich anzuhören sei. Sonst wäre der Mensch im unterirdischen Gewölbe gefangen.
  Der Postillion muss die Schilderung seines Fahrgastes überprüft haben. Jedenfalls berichtet die Sage weiter, dass er sich in einer Johannisnacht heimlich auf die Landeskrone begab und von dem Schatz als bescheidener Mensch nur soviel mitnahm, was er das Jahr über für sich und seine Familie benötigte.
  Trotz aller Verschwiegenheit erfuhren allerhand Leute von der Geschichte und bestürmten den Postillion mit Bitten, ihnen das Geheimnis mitzuteilen. Die Weißenberger Bürgerschaft schickte sogar eine Abordnung mit einem Geldangebot. Doch Matthes gab sein Geheimnis nicht preis und nahm es bei seinem Tod 1826 mit ins Grab. Und so ruht der Schatz wahrscheinlich noch heute tief in der Bergspitze der Landeskrone.
  Aufgeschrieben von Paul Mikles (1988)

 

siehe auch Sagen

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Seit Anfang November betreibt Elke Gaida in Melaune einen kleinen Imbisstand mit dem sie Durchreisende und Ortsansässige mit Speisen und Getränken versorgen möchte. Foto: B. Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 23. November 2007 +++
Eine neue Stätte der Rast für Hungrige
Von Bernhard Donke

Melaune. Mit einem eigenen Imbiß macht sich Elke Gaida im Ort selbstständig.
  Die Kraftfahrer auf der S 111 von Niesky nach Löbau, die auch Melaune durchquert, freut es. Sie können in Melaune eine kleine Rast einlegen und sich dabei einen Imbiss genehmigen. Seit einigen Tagen hat hier im Ortszentrum an der Staatsstraße neben dem kleinen Parkplatz für die Arztpraxis, die Gemeindeverwaltung sowie die Verwaltung für den Abwasserzweckverbandes Elke Gaida einen kleinen Imbiss aufgemacht.
  Sie will montags bis freitags von 8Uhr bis 18Uhr die Leute mit warmen und kalten Speisen sowie Getränken aller Art versorgen. Für den kleinen Imbissstand wurde die Garage auf dem familieneigenen Grundstück ausgebaut, so dass sie den gesetzlichen und hygienischen Bestimmungen für das Imbissgewerbe entspricht.
  Die 33-jährige gelernte Hauswirtschafterin ist im Besitz eines Gewerbescheines und einer Gewerbegenehmigung für das Imbissgewerbe. Mit diesen hatte sie sich nach Kündigung ihrer Arbeitsverhältnis durch den Arbeitsgeber im Februar dieses Jahres wirtschaftlich selbständig gemacht. So wollte sie der drohenden Arbeitslosigkeit entrinnen. Sie begann mit einem Crepesstand auf dem Görlitzer Wochenmarkt auf dem Elisabeth-Platz. „Doch die hier abverlangten Standgebühren von knapp 400 Euro und die anfallenden Kosten für Wasser und Strom waren mir dann doch zu hoch, so habe ich mich entschieden, zu Beginn des November es auf unserem Grundstück mit dem Imbissstand zu versuchen“, sagt die Jungunternehmerin.
          Zielgruppe Laufkundschaft
  Durch die stark frequentierte Durchgangsstraße und die unmittelbare Nähe der Arztpraxis erhofft sie sich genügend Laufkundschaft, die das Geschäft rentabel macht. Ein Versuch ist es allemal wert und besser, als resignierend die Hände in den Schoß zulegen. Den Crepesstand auf dem Elisabeth-Platz werde ich nur noch sporadisch bei größeren Veranstaltungen betreiben“, sagt sie zuversichtlich.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 20. November 2007 +++
Feuerwehr macht die Hydranten fit
Von Bernhard Donke
Vierkirchen. Für die Kameraden der FF Döbschütz/Melaune/Prachenau war jetzt Tag der Winterfestmachung angesagt. „Diesen Tag führen wir alle Jahre durch, um zum einen Mängeln auf die Spur zu kommen und um unsere Technik auf den Winterbetrieb umzustellen“, sagt Ortswehrleiter Joachim Mielsch.
  Außerdem wurden die Löschwasserzapfstellen im Versorgungsbereich überprüft. Das war mit weiten Wegen verbunden, ehe alle in den drei Ortsteilen von Melaune und der Siedlung Feldhäuser befindlichen 16 Unterflurhydranten, ein Überflurhydrant, drei Filterbrunnen, drei offene Löschwasserzapfstellen sowie der Löschwasserteich an der Melauner Landfarm in Augenschein genommen und auf Funktionsfähigkeit und ungehinderten Zugang überprüft waren. Gleichzeitig wurden die offenen Löschwasserzapfstellen so hergerichtet, dass auch bei starkem Frost Wasserentnahme möglich ist

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Das Literarische Café zählt zu den etablierten und gern besuchten Veranstaltungen. Am Wochenende las hier „Alt-Tennianer“ Stefan Biele. Foto: C. Junghanß

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 19. November 2007 +++
Tenne-Verein stellt sich auf Gäste jeden Alters ein
Von Constanze Junghanß

Buchholz. Seit zehn Jahren gibt es den Verein. Im Laufe der Zeit hat sich hier einiges gewandelt.
  Am Anfang war die Scheune. In dieser war es wüst und leer“. Mit diesen Worten beginnt die Chronik des christlichen Kulturvereins Tenne e.V. in Buchholz. Genau zehn Jahre liegt die Gründung des Vereins zurück.
  Heute ist die Scheune von ihren Staubschichten befreit und ein Ort für Kunst und Kultur. Namensgeber des Tenne-Vereins und Gründungsmitglied Andreas Kochte erinnert sich an die Anfangszeiten zurück: „Es ging uns weniger um Mission, sondern um den Austausch zum Glauben zwischen religiösen und nichtchristlichen Menschen.“
          Theater, Musik und Lesungen
  Der Verein ist aus der Jungen Gemeinde in Buchholz entstanden. „Wir entwickelten ganz bewusst ein Profil, das sich von den anderen Gemeinden unterscheiden sollte“, sagt Andreas Kochte. Auf geistige Offenheit wird viel Wert gelegt. Theater, Lesungen, Vorträge und musikalische Darbietungen locken inzwischen ein großes Publikum aus der Region an. Inzwischen ist der Altersdurchschnitt des Publikums allerdings gestiegen. Der Lesung im „Literarischen Cafe“ in der sanierten „Alten Schule“ hörten am Sonnabend zum Beispiel vor allem Frauen und Männer ab 40 Jahren bis ins Seniorenalter zu. „Der Verein wurde im Laufe der Zeit von älteren Menschen übernommen“, erklärt Andreas Kochte. Die Jugendlichen von damals sind längst aus Vierkirchen weggezogen, weil sie anderswo ihren Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden haben. „Deshalb haben wir einen Förderkreis gebildet. Der soll die ursprüngliche Arbeit der jungen Leute des Tenne-Vereins unterstützen“, erklärt Katharina Tobias. Sie agiert heute als stellvertretende Vereinsvorsitzende und Mitglied des Förderkreises. Der Brückenschlag zwischen Angeboten für religiöse und nichtreligiöse Menschen steht weiterhin im Vordergrund. „Das soll mögliche Berührungsängste nehmen“, sagt Katharina Tobias.
          Plaudercafé und Brotzeit
  So spielen Kunst, Kultur und Bildungsangebote noch immer eine tragende Rolle. Auch, wenn sich das Publikum gewandelt hat, wird das Programm weiterhin gern angenommen. So kamen an diesem Sonnabend zum Literarischen Café mehr als 20 Zuhörer. Einer der Vortragenden, Stefan Biele, gehört noch zu den „alten“ Tennianern. Dem Förderkreis sind solche gemeinsamen Veranstaltungen sehr willkommen.
  „Wir versuchen die jungen Leute von damals mit einzubeziehen“, sagt die stellvertretende Vereinschefin. Veranstaltungen wie das „Offene Haus“, das „Plaudercafé“ oder die „Brotzeit“ mit der evangelischen Jugendarbeit Melaune sollen auch Altersunterschiede überbrücken. Für den Januar hat sich der Verein eine Kulturwoche vorgenommen, bei der die Themen Pilgerweg, Musik und Film aufgegriffen werden. Bedarf besteht auch für Gesprächsabende und Ausstellungen. Letztere finden in den Logenräumen der Kirche statt.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 17. November 2007 +++
Hagelschäden an Kirche beseitigt
Von Bernhard Donke


Tetta
. Mitarbeiter der Firma Tobias-Bau aus Buchholz haben in dieser Woche die Fenster der Tettaer Kirche repariert. Diese hatten beim Hagelschlag im Frühjahr erheblichen Schaden genommen. Dadurch war vor allem der Fensterkitt herausgeplatzt. In Folge dessen lockerten sich die Scheiben in ihren Rahmen. So konnten sie auch Regenwasser nicht mehr völlig aufhalten. Nun sind die Scheiben wieder abgedichtet und in Ordnung gebracht. Gegen Regen und Wind ist der Innenraum der Kirche nun wieder gut geschützt. (bd)

Mike Miertschink repariert die beschädigten Kirchenfenster. Foto: Donke 

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 16. November 2007 +++

Polizeibericht

Fahrer bemerkt lockere Radmuttern unterwegs

Vierkirchen.
Der Fahrer eines VW Golf aus dem Ortsteil Melaune bemerkte während einer Fahrt, dass am linken Vorderrad die Radmuttern gelockert waren. Auch das vordere amtliche Kennzeichen fehlte (NOL-MW 444). Bereits vor einigen Wochen war das abgestellte Fahrzeug schon einmal beschädigt worden. Der Gesamtschaden beläuft sich mittlerweile auf 800 Euro.

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Das Überbrücken einer langen Löschwasserversorgung hatten auch die Kameraden der Ortswehr Döbschütz-Melaune-Prachenau zur Aufgabe. Foto: Donke .

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 15. November 2007 +++
Damit Löschwasser fließt
Von Bernhard Donke

Vierkirchen. Die drei Ortswehren proben ihr Zusammenspiel.
  Die Kameraden der drei Freiwilligen Ortswehren Döbschütz-Melaune-Prachenau, Tetta-Buchholz und Arnsdorf-Hilbersdorf absolvierten unlängst an einem Sonnabend eine gemeinsame Einsatzübung. Der Ort dafür war die Putenfarm auf der Hartha in Prachenau. Hier war Feuer in einem der Wirtschaftsgebäude ausgebrochen. Vor den drei Ortswehren stand die Aufgabe, eine etwa 1300 Meter lange Löschwasserversorgung aufzubauen.
  Für Einsatzleiter Joachim Mielsch hatte die Übung aber auch einen ernsten Hintergrund: „Es gibt nur einen Löschwasserhydranten. Bei einem Brand viel zu wenig für eine optimale Brandbekämpfung.“ Somit konnte die Einsatzleitung am Ort prüfen, ob im Ernstfall auf so eine lange Strecke die Löschwasserversorgung, bis zu einer eventuellen anderen Lösung, gewährleistet ist. „Ich glaube, das ist uns heute recht eindrucksvoll gelungen. Dabei zeigte sich auch, dass die Zusammenarbeit der drei Wehren untereinander reibungslos funktionierte“, so Joachim Mielsch.


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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 14. November 2007 +++
Neuer Imbiss im Ortszentrum

Melaune.
Im Ortszentrum, am Rande des kleinen Parkplatzes, gibt es jetzt einen kleinen Imbissstand. Er bietet wochentags, von 8 bis 18 Uhr, kalte und warme Speisen sowie Getränke an. Betreiberin Elke Gaida will besonders die Laufkundschaft der umliegenden Dienstleister ansprechen.
  Außerdem sei die Durchgangsstraße in Richtung Löbau und Niesky gut frequentiert. Der Stand befindet sich auf dem Grundstück der Familie. Ausgebaut wurde dafür eine ehemalige Garage. Die 33-jährige Jungunternehmerin hat bereits Erfahrungen mit einem Crepesstand beim Görlitzer Wochenmarkt gesammelt. (bd)

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 10. November 2007 +++

Zwei junge Männer gestehen Brandstiftung

Vierkirchen.
Der Brand des Wohnhauses an der Holzmühle in Arnsdorf vom 12. August 2006 ist aufgeklärt. Zwei Beschuldigte haben eingeräumt, den Brand verursacht zu haben. Zur Tatzeit waren sie 18 Jahre alt. Sie hatten in der ersten Etage Tapeten- und Papierreste entzündet. Als nur noch Glut vorhanden war, verließen beide das Gebäude. Sie nahmen in Kauf, dass sich das Feuer wieder entfachen könnte. Tatsächlich griff die Glut auf die Dielen über. Das Gebäude wurde vollständig zerstört. Der Schaden beträgt 100000 Euro. „Gegen beide Beschuldigte wurde Haftbefehl erlassen. Da sie einen festen Wohnsitz haben, konnten die Haftbefehle gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt werden“, sagte Staatsanwalt Till Neumann. Die Täter müssen mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen rechnen. (SZ)

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Noch ist die Tür nicht offen, damit aus der früheren Mittelschule in Nieder Seifersdorf eine gemeinsame Grundschule für Kinder aus Waldhufen und Vierkirchen wird. Der Waldhufener Bürgermeister Horst Brückner sucht das Gespräch, der Kreis will dabei unterstützend eingreifen. Foto: Rolf Ullmann.

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 6. November 2007 +++
Zwei Gemeinden ringen um eine gemeinsame Schule
Von Annett Preuß

Kinder aus Waldhufen und Vierkirchen sollen in Nieder Seifersdorf lernen. Doch ohne Förderung kein Schulumbau: Jetzt läuft ein Widerspruchsverfahren.
  Ende voriger Woche ist die Anhörungsfrist für Waldhufen abgelaufen. Die Gemeinde ist in Widerspruch gegangen gegen die Ablehnung ihres Fördermittelantrages: Für rund 1,75Millionen Euro soll die frühere Mittelschule in Nieder Seifersdorf in einem ersten Bauabschnitt in eine zweizügige Grundschule umgebaut werden und alle Schüler aus Waldhufen und der Nachbargemeinde Vierkirchen aufnehmen. Waldhufen hat dafür im Mai dieses Jahres beim Freistaat eine Zuwendung von rund 875000Euro beantragt. „Wir haben dazu seit 2004 mit Vierkirchen eine Zweckvereinbarung für einen gemeinsamen Schulbezirk. Ab Schuljahr 2008/09 sollte am gemeinsamen Grundschulstandort Nieder Seifersdorf unterrichtet werden“, sagt Bürgermeister Horst Brückner.
          Keine wirtschaftliche Lösung?
  Der Termin droht mit der Ablehnung zu platzen. Diese begründet die Sächsische Aufbaubank (SAB) als Bewilligungsstelle damit, „dass die vorliegende Planung keine funktionell zweckmäßige und auf Dauer wirtschaftliche Lösung darstellt“. Sie stützt sich dabei auf die baufachliche Prüfung durch die Oberfinanzdirektion Chemnitz (OFD) und die Stellungnahme der Regionalstelle Bautzen der Sächsischen Bildungsagentur (SBAB). Die hätte das Projekt aus schulfachlicher Sicht nicht positiv bestätigt.
  Das kann und will Bürgermeister Horst Brückner so nicht stehen lassen: „Ich habe in unserer Stellungnahme eine mündliche Anhörung gefordert“, sagt er. Dass ein Antrag nicht immer prompt genehmigt werde, sei ganz normal. „Doch niemand hat vor einer Ablehnung versucht, mit uns Rücksprache zu halten“, sagt er. Das sei für ihn der übliche Werdegang guter Zusammenarbeit. Auch der Einladung zu einer Ratssitzung seien weder Finanzdirektion noch die zuständigen Mitarbeiter im Kultusministerium und der SAB gefolgt. „Dabei haben wir in dieser Runde das überarbeitete Projekt vorgestellt.“
  Horst Brückner spricht von Ignoranz seitens der Fachbehörden. Die habe er in dieser Form in den 17 Jahren seiner Amtszeit noch nie erlebt. Das Sanierungsvorhaben werde seit dem Jahr 2000 diskutiert – immer in Abstimmung mit dem Landkreis und dem früheren Regionalschulamt, betont er. „Es ist im Schulnetzplan des Kreises verankert, der seit 2003 genehmigt ist. Mittlerweile sind wir auf Platz 1 der Prioritätenliste gerückt.“ Der Kontakt zur Bildungsagentur sei über einen Mitarbeiter gelaufen, der jetzt im Ruhestand sei. Gemeinsam erarbeitete Kompromisse würden nun in der Kritik stehen. „Wir haben zum Beispiel einen Treppenlift eingeplant, mit dem behinderte Schüler alle Räume vom Keller bis zum ersten Obergeschoss erreichen können, das zweite jedoch nicht.“ Deshalb sollten Fachräume nach Gesprächen mit der Lehrerschaft nur im erreichbaren Bereich angeordnet werden. Preiswerter als ein Aufzug, der etwa 40000 Euro mehr kosten und die Wirtschaftlichkeit negativ beeinflussen würde. „Für die Grundschule Horka ist das so genehmigt worden“, sagt Brückner.
  Da das Widerspruchsverfahren noch laufe, könne sich „die Regionalstelle Bautzen gegenwärtig nicht zum Verfahren äußern“, sagt Mathias Peter, Sprecher der Sächsischen Bildungsagentur Bautzen. Sein Kollege Dirk Reelfs vom Sächsischen Kultusministerium antwortet auf Nachfrage der SZ: „Die nur teilweise gegebene Barrierefreiheit ist nur ein Punkt unter weiteren, die die OFD bemängelt hat.“
         Landkreis: alle an einen Tisch
  Strittig ist auch der vorgesehene Speiseraum. Er macht mit rund 90 Quadratmetern Fläche zwölf Prozent der förderfähigen Kosten aus. „Reichlich 200000 Euro, die uns als Gemeinde wirtschaftlich weh tun, werden sie gestrichen.“ Luxus wie das Ministerium sehe er darin nicht. Schulspeisung ist für Grundschüler wichtig. „Nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel bei Ganztagsangeboten, kann eine Förderung erfolgen“, sagt dagegen Dirk Reelfs. Auch Missverständnisse tragen wohl zur verhärteten Situation bei: „Ich habe im Gespräch mit der Prüferin der OFD gesagt, am Konzept festhalten zu wollen“, sagt Horst Brückner. Damit sei der gemeinsame Schulstandort gemeint. In Auslegung seiner Worte sei herausgekommen, dass die Gemeinde an der Planung nichts ändern wolle. „Das ist aber bereits passiert.“ Der Landkreis will nun helfend eingreifen, sagt Marlies Wiedmer-Hüchelheim, Leiterin des Schulverwaltungs-, Kultur- und Sportamtes: „Wir haben eine Einladung auf den Weg gebracht, um alle Beteiligten im November an einen Tisch zu bringen.“


Chronologie Schulstandort Nieder Seifersdorf

Der 1987/88 erbaute Schulkomplex wird mit der politischen Wende Mittelschule.

Die Schulnetzplanung:
- Im März 2000 beschließt Waldhufen aufgrund sinkender Schülerzahlen freiwillig die gleitende Aufhebung zum 31.07.2005; am 11.12.2003 wird die vorzeitige Schließung zum 31.7.2004 beschlossen.
- Die Schulnetzplanung 2001-2010 sieht die Schließung der Grundschule Buchholz (Vierkirchen) zum 31.07.2003 vor und die Aufnahme der Grundschüler in Waldhufen als nächst gelegener Schule.
- Seit August 2004 gilt die Zweckvereinbarung zwischen Vierkirchen und Waldhufen für gemeinsamen Schulstandort und Umnutzung des Mittelschulgebäudes zur Grundschule (befürwortet durch Regionalschulamt 5.12.2003); Ziel Schulbetrieb ab 08/09; bis dahin sollen die Grundschüler sowohl in Buchholz als auch in Jänkendorf lernen.

Das Umbauprojekt:
- August 2002frühzeitige Beauftragung eines Planungsbüros.
- Im März 2003erfolgt die Abstimmung des Planungsvorentwurfes im Regionalschulamt; Überarbeitung; weitere Gespräche
- April 2004 Einreichung Entwurfsplanung in Bautzen; Schulamt bestätigt qualifizierte Planung.
- August 2004 erste Antragstellung, 28.08.2006 erneute Beantragung.
- März 2007erneute Prüfung und Korrekturen.
- Mai 2007Einreichung bei der Sächs. Bildungsagentur.
- Juli 2007Prüfung durch Oberfinanzdirektion
- August 2007Ablehnung durch Aufbaubank
- September 2007 Widerspruch der Gemeinde
- Oktober 2007 Aufforderung zur Stellungnahme durch die SAB

Der Kostenplan (Geplanter Bauzeitraum/Gesamtkosten/geplante Fördermittel 50 %/ Eigenmittel):
- 1. Bauabschnitt Schulgebäude 3/2008-7/2009; 1,75Millionen Euro, 875000 Euro Förderung , 875000 Euro
- 2. Bauabschnitt Neubau Verbinderbau, 1/2010-12/2010; 379000 Euro/ 189000/189000
- 3. Bauabschnitt Sporthalle, 1/2011-12/2011, 692000 Euro/346000/346000
- 4. Bauabschnitt Außenanlagen, 2/2012-10/2012 154000 Euro/77000/77000.
- Gesamtbaukosten: rund 2,977 Millionen Euro.

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Dieser riesige Krautberg muss klein geschnitzelt werden, damit später Sauerkraut entstehen kann.

Das Umfüllen in die Badewanne ist ein kleiner Kraftakt. Zu zweit geht es besser, findet Cordula Rhone (hinten im Bild). Fotos (2): Constanze Junghanß

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 5. November 2007 +++
Jetzt wird das Kraut gehobelt
Von Constanze Junghanß

Bei Gärtner Jung wird das Wintergemüse noch wie zu Großmutters Zeiten zubereitet.

Hilbersdorf. „Bei uns ist das Sauerkrauteinstampfen eine alte Familientradition“, sagt Michael Hoke. Der Ebersbacher stemmt gerade 40 Kilogramm Weißkraut in sein Auto. Hobeln muss er die Köpfe nicht. Das besorgte für den Mann aus dem Schöpstal die Gärtnerei Jung.
  Seit einigen Jahren wird in Arnsdorf/Hilbersdorf der Weißkohl portionsgerecht geviertelt, anschließend klein geschnippelt und in Säcke verfrachtet. Rund 500 Kilogramm des Wintergemüses müssen am Sonnabend auf diese Weise verarbeitet werden. Stefan Jung holte zuvor die Köpfe vom Feld. Bionah wurde das Kraut angebaut. „Etwa einen halben Hektar Fläche haben wir bei uns für den Weißkohl“, sagt der Gärtner.
          Gestampft wird zu Hause
  Das frisch gehobelte Produkt findet schnell Abnehmer. 20 Familien trugen sich im Vorfeld in die Bestellliste ein. Für jeden wird die Menge portionsgerecht abgewogen. Zwischen acht bis 100 Kilogramm Kraut holen sich die Leute ab. „Gestampft wird dann zu Hause selbst“, sagt Hoke. Einerseits wüsste man durch diese Form der Selbstverarbeitung, was im künftigen Sauerkrauttopf landet. Andererseits könnten so die vier Kinder lernen, wie man mit eigener Hände Arbeit das vitaminreiche Nahrungsmittel herstellen kann.
  Auch Cordula Rhone schwärmt vom Selbermachen. Die Gersdorferin hat eine Plastikwanne dabei, um sie mit den weißen Fäden befüllen zu lassen. Daheim soll in einer 30 Kilogramm fassenden Krautkruke das Gemüse vergoren werden. „Stellt man das Sauerkraut selber her, schmeckt es besser.“ Erstmals dürfe um die Weihnachtszeit herum davon genascht werden. So lange benötigt das Kraut, bis es die richtige Konsistenz und Geschmack aufweist. Währenddessen wird das Kraut von einem Elektrohobel klein geschnippelt. Die fein geschnitten Krautfäden landen in einer Schüssel und werden zur Waage transportiert. Hunderte Köpfe zerschneidet derweil Dirk Richter mit dem scharfen Messer.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 2. November 2007 +++

Polizeibericht

Wildwechsel lassen die Unfallstatistik klettern


NOL-Kreis. Wildwechsel sorgten am 31. Oktober für Unfälle. Zwischen Buchholz und Gebelzig rannte um 17.45 Uhr einem 19-Jährigen ein Reh in den Wagen. Das Tier musste vom Jagdpächter mit einem Schuss von seinem Leiden erlöst werden. – Gegen 22.20 Uhr war es ein Hirsch, der auf der Straße nahe Stannewisch einem PKW vor die Räder lief. Der 24-jährige Fahrer streifte das Tier, von dem danach jede Spur fehlte. Nur wenige Meter weiter hatte gegen 23 Uhr ein 46-Jähriger eine unsanfte Begegnung mit einem Reh. Auch über das Schicksal dieses Tieres ist nichts bekannt.

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Das Haus Nummer 165 und die marode Durchgangsstraße verschandeln im ansonsten idyllischen Arnsdorf-Hilbersdorf das Ortsbild. Foto: U. Martin  

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 1. November 2007 +++
Der Dorfstraße geht es endlich an den Kragen
Von Ullrich Martin

Vor gut einem Jahr, in der SZ-Ausgabe vom 7./8. Oktober 2006, wechselten sich bei unseren Geschichten über die Dorfstraße in Arnsdorf-Hilbersdorf Licht und Schatten ab.

In Gesprächen mit Anliegern an der genau zwei Kilometer langen Ortsdurchfahrt erzählten diese, mit welchen Problemen sie „an der wohl schlechtesten und unsichersten Dorfstraße im Landkreis leben müssen.“ Hautnah rollt und poltert der Verkehr an den Häusern vorbei. Risse in den Mauern, Gestank und Lärm sind nur einige der vielen Übel. Und das seit 15 Jahren, als die Fahrzeuganzahl mit den schweren Lkws rasant zunahm. Immer wieder wurde der Bau vom Kreis zurückgesetzt. Wegen dem Abwasserkanal. Doch der verläuft künftig wo ganz anders lang.
          Altes Gemeindeamt verfällt
  Aber auch ein besonderer „Stolperstein“ im ansonsten recht idyllischen Dorfbild fiel auf. SZ schrieb: „Bis 1992 war in der Nummer 165 das Gemeindeamt untergebracht. Seitdem ist in dem Grundstück direkt an der Dorfstraße nichts mehr los. Ein Verkauf brachte nichts ein. Die Bausubstanz verfällt immer mehr.
  Gestapelte Mauerziegel an der Straßenseite lassen jedoch auf bessere Zeiten für das einstige Häuslerhaus hoffen.“ Erfüllte sich dieser vorsichtig ausgedrückte Hoffnungsschimmer? SZ hakte in diesen Tagen nach. Leider ist alles beim Alten geblieben. Nichts deutet darauf hin, dass sich hier demnächst etwas tut. Der Ziegelhaufen lagert noch immer am Haus, im Grundstück wächst Unkraut meterhoch. Eine kleine Fläche ist halbwegs abgemäht.
          Heuhaufen liegen rum
  „Da hat sich einer ein bissel Karnickelfutter geholt“, sagt der Nachbar. „Aber sehen sie die Heuhaufen. Die liegen seit Monaten rum, keiner macht sie weg. Beim nächsten richtigen Starkregen nimmt das Arnsdorfer Wasser alles mit. Keiner kontrolliert. Im Gemeindeblatt steht, dass solche Haufen so nahe am Wasser nichts zu suchen haben. So ist und bleibt das hier ein Schandfleck für das Dorf.“
  Die Gemeinde, so ein anderer Arnsdorfer, war 1992 froh, das Grundstück loszuwerden. Der private Käufer aus dem Westen kümmerte sich überhaupt nicht, und auch ein junger Mann, der ein paar Arbeiten begann, gab bald wieder auf. Das Haus ist weiter in privater Hand. Aber selbst die Gemeinde weiß nicht, wie es weitergeht.
Dem eigentlichen Stolperstein in Arnsdorf-Hilbersdorf, der Dorfstraße, könnte es aber bald an den Kragen gehen. Dazu Werner Genau, Dezernent im NOL: „Im nächsten Jahr beginnen wir mit den Planungen. Dabei greifen wir auf das ehemalige Projekt zurück. 2009 folgen die Bauarbeiten, allerdings im begrenzten Maße. Ein Gehweg wird dabei sein. Auch die Fahrbahnbreite von 5,50 Meter kriegen wir hin.“
Die Mittel dafür, rund 130 000 Euro, fließen aus der Anschubfinanzierung des Landes für den geplanten neuen Landkreis.
Wird sich mit der fertigen Straße dann erneut ein Hoffnungsschimmer für das Haus 165 ergeben und der Besitzer seiner Verantwortung nachkommen?

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O k t o b e r   2 0 0 7

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 30. Oktober 2007 +++
Kanalbau liegt im Zeitplan

Tetta.
Zurzeit wird der Kanal zur Verlegung der Abwasserleitung in der Ortslage Tetta der Gemeinde Vierkirchen ausgebaggert. Seit dem Sommer sind die Mitarbeiter der Erd&Tiefbau GmbH Görlitz mit anderen Baufirmen dabei, die Ortsteile Prachenau, Tetta, Döbschütz und Melaune an das Abwassernetz anzuschließen.
  In Buchholz ist eine Biologische Kläranlage in Betrieb. In diese wird das Abwasser eingeleitet und danach weiter geklärt. Der 15. Dezember ist derzeit als Fertigstellungstermin für die Anschlüsse der Ortsteile geplant. Wie der Vorsitzende des Abwasserzeckverbandes „Schwarzer Schöps“, Horst Brückner, bestätigte, liegen die Arbeiten soweit auch im Zeitplan. (bd)

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Renate Gäbler an ihren Hagebutten, die sie auch zu Marmelade verarbeitet und Tee daraus macht. Foto: B. Donke  

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend 27. Oktober 2007 +++
Rote Früchte schmecken und heilen
Von Bernhard Donke

Arnsdorf.
Bei Renate Gäbler wachsen die Hagebutten vor dem Haus. Sie macht daraus Tee und Marmelade.
  Wenn man sich zur Herbstzeit umschaut, sieht man an vielen Orten die rotleuchtenden Früchte der Heckenrose (Rosacanaia), die Hagebutten. In Gärten, Parks, als einzelnen Strauch oder auch als Hecke, selbst an Waldrändern trifft man sie an. Die Hagebutte ist seit alters her wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehaltes ein beliebtes Heilmittel.
  Aber auch als Grundstoff für die Marmeladen- und Konfitüreherstellung wird die rote Frucht von den Hausfrauen geschätzt. Daher werden die Früchte gern gesammelt und aufgearbeitet. Renate Gäbler aus Arnsdorf-Hilbersdorf macht sich noch die Arbeit mit dem Pflücken der roten Früchte, was auch nicht immer einfach ist. Denn die Stacheln der Heckenrose sind spitz und hart, und man sollte es meiden, mit ihnen in direkte Berührung zu kommen. Das Entkernen der Hagebutte ist auch nicht jedermanns Sache, da die Kerne, wenn sie mit den Körper in Berührung kommen, einen extrem starken Juckreiz ausüben. Daher wurde in vergangenen Zeiten das Juckpulver als Faschingsscherzmittel aus ihnen hergestellt.
          Entkernt und getrocknet
  Renate Gäbler hat es einfach: Bei ihr wachsen die Hagebutten im Vorgarten ihres Grundstücks. Nach dem Pflücken werden die Früchte entkernt und entweder getrocknet – und so zu Hagebuttentee oder verschiedene Teemischungen vorbereitet – oder auch zu Marmelade verarbeitet. „Hagebutten zu pflücken, ist schon eine sehr stachlige Arbeit. Und dann der ganze Aufwand mit dem Entkernen, Trocknen oder Kochen. Wer aber weiß, wie gut der Tee der Hagebutte und wie vorzüglich die Marmelade daraus schmeckt, der kann es nicht lassen und nimmt die Mühen auf sich“, sagt die Hausfrau und fügt hinzu: „Außerdem kann man damit so manchen Euro beim Tee in der Apotheke und bei der Marmelade in der Kaufhalle sparen“.
  Weinkenner wissen übrigens aus den roten Früchten einen vorzüglichen Wein zu keltern. Und im Winter dienen die Früchte, ob nun noch am Strauch hängend oder schon am Boden liegend, als ideales Winterfutter für unsere Vögel.
  Hinzu kommt, die heilenden Kräfte der Hagebutte wirken auch bei der Wundheilung und bei Fieber. Hoch ist auch der Gehalt an Fruchtsäuren und Pektine in der Hagebutte, die daher auch leicht abführend wirkt.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 25. Oktober 2007 +++
Abwasserkanal für Vierkirchen


Von B. Donke

 

Thomas Schmidt gibt seinem Kollegen Marco Eichler im Bagger mit dem Nivelliergerät die Höhe vor, die zum Ausbaggern des Grabens notwendig ist. Darin wird die Abwasserleitung für den Ortsteil Tetta verlegt. Seit dem Sommer sind die Mitarbeiter einer Görlitzer Tiefbaufirma mit weiteren Baufirmen dabei, Prachenau, Tetta, Döbschütz und Melaune an das Abwassernetz, das bereits in Buchholz mit der biologischen Kläranlage besteht, anzuschließen. Der 15. Dezember ist als Fertigstellungstermin geplant. Foto: B. Donke

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Den Kindern aus Meuselwitz um Erzieherin Carola Leubner macht es Spaß, sich in der Heimatstube umzusehen. Foto: Bernhard Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 24. Oktober 2007 +++
Lohnender Besuch in der Heimatstube
Von Bernhard Donke

Prachenau. Über Alltag und Arbeit vor über 100 Jahren kann man sich hier informieren.
  Für die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte Meuselwitz war der Besuch in der Heimatstube in Prachenau ein Ausflug in die Vergangenheit. Mit Erzieherin Carola Leubner staunten die Mädchen und Jungen über so manches Alltagsgerät aus der Küche oder den Arbeitsalltag ihrer Ururgroßeltern. Mit Neugierde wurden Herd, Töpfe und andere Küchenutensilien in Augenschein genommen. Auch Ruhrhacken, Dreschflegel und Kartoffelhacke waren da zu sehen. Damit hatten die Menschen Ende des 19. Jahrhunderts gearbeitet.
  Die Kinder waren begeistert und stellten viel neugierige Fragen an den Betreiber der Heimatstube, Paul Hoke und Tochter Peggy. So wollten sie zum Beispiel wissen, wofür so manches ihnen unbekannte Gerät verwendet wurde. Peggy Hoke blieb den Kindern keine Antwort schuldig, denn sie kennt sich aus.
  „Für die Kinder war das heute bestimmt ein sehr lehrreicher und auch interessanter Nachmittag, den sie hier erlebt haben“, schätzt Carola Leubner ein. Die Heimatstube vermittelt sehr anschaulich und übersichtlich, wie die Menschen auf dem Land vor über 100 Jahren gelebt und gearbeitet haben. Nach so viel Wissensdurst gab es dann in der Heimatstube auch noch Kakao und Gebäck.
  Die Heimatstube befindet sich auf dem Gelände der Putenfarm von Paul Hoke, der sich seit einem Jahr um den Aufbau der Stube bemüht. Sie ist seit September nach Absprache geöffnet und wird im kommenden Frühjahr für die Öffentlichkeit uneingeschränkt zugänglich sein.

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Seit Jahren engagiert sich Gabriele Kreusch im Kultur- und Sportverein. Dafür bekam sie beim Dorfwettbewerb einen Sonderpreis. Foto: Junghanß    

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 18. Oktober 2007 +++
Ein Kleinod mit vielen eifrigen Menschen
Von Constanze Junghanß

Buchholz/Tetta. Die beiden Orte kletterten beim Dorfwettbewerb mit aufs Siegertreppchen.

Gabriele Kreusch staunte nicht schlecht, als sie vom Ortschaftsrat gebeten wurde, unbedingt im Oktober am Kreistag in Niesky teilzunehmen. „Ich sollte mich mit umhören, welchen Platz unser Ort beim Dorfwettbewerb gemacht hat“, sagt sie. Dass ihr Heimatdorf, Buchholz/Tetta, dann tatsächlich gemeinsam mit Kodersdorf mit aufs Siegertreppchen des Landkreises stieg (SZ berichtete), freute die engagierte Frau natürlich sehr.
          Zusammenhalt prägt den Ort
  Seit Jahren kümmert sie sich ehrenamtlich mit um die Kinder- und Seniorenbetreuung des Kultur- und Sportvereins. „Damit, dass ich dann aber selbst in Niesky ausgezeichnet wurde, habe ich überhaupt nicht gerechnet.“ Gabriele Kreusch erhielt als Überraschung einen Sonderpreis in Form von Urkunde und einem kleinen Scheck.
  Das Leben im Dorf, so schätzt sie ein, werde vor allem durch den Zusammenhalt geprägt. Dadurch sei vieles erst möglich. Aktionen, wie Dorffeste, Freizeitangebote für Kinder und Senioren sowie gegenseitige Hilfe bei Veranstaltungen, zählt sie auf. Auch zur Präsentation ihres Ortes im Dorfwettbewerb hatten sich Einwohner gemeinsam einige Überraschungen ausgedacht. So wurde die Jury im Vereinshaus des Kultur- und Sportvereins von einem Dutzend Anwesenden begrüßt. Vereinsvorsitzende, Kirche, Feuerwehr und ortsansässige Unternehmer stellten Technik, Produkte sowie das ehrenamtliche Engagement vor.
  Zu den Unternehmern gehörte Martin Leubner, der mit seiner Frau Martina einen Ferienhof betreibt. „Seit mehreren Generationen lebt meine Familie in Buchholz“, sagt er. Viele Bauernhöfe in der östlichen Region Deutschlands stünden mittlerweile leer. Seinen Hof baute das Ortschaftsratsmitglied ab Mitte der neunziger Jahre als Urlaubsdomizil um. „Wir möchten unseren Besuchern mit dieser Umnutzung des Gebäudes eine Oase bieten“, sagt er. Der Bedarf dafür sei recht groß. Vor allem für Großfamilien und Gruppen biete der Ferienhof eine Menge Platz. Seit dem Vorjahr gibt es auch eine behindertengerechte Wohnung.
  „Das Ergebnis des Kreiswettbewerbes ist eine schöne Motivation, die auch das Selbstbewusstsein des Ortes stärkt“, schätzt Martin Leubner ein. Das sieht auch Bürgermeister Andreas Nedo so.
          Auf die Landesebene geschafft
  „Mit der Bewerbung wollten wir den Versuch starten, die landschaftlich schöne Region in der Gemeinde Vierkirchen, die Gewerbeansiedlungen und vor allem das bürgerschaftliche Engagement öffentlich vorzustellen“, sagt er. So starteten Buchholz und Tetta auf Kreisebene. Dort gingen insgesamt zehn Bewerber ins Rennen.
 
Buchholz/Tetta qualifizierte sich neben Kodersdorf und noch vor Horka und Schleife mit seinem ersten Platz für den Landeswettbewerb 2008. Aufgrund seiner Größe falle der Ort eher weniger ins Auge, sagt der Bürgermeister. „Der Sieg auf Kreisebene wertet die ländliche Region jedoch auf. Wir haben hier ein Kleinod mit Menschen, die gut miteinander leben.“
  130 sächsische Dörfer meldeten sich insgesamt zum 7. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ an. Neben Buchholz Tetta haben es Kodersdorf, Horka und Schleife in den Landeswettbewerb geschafft.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 12. Oktober 2007 +++
Bei Sport und Spiel die Freundschaft vertieft
Von Bernhard Donke

Buchholz. Besuch aus der polnischen Partnerschule hatten die Vierkirchner Grundschüler.

  „Eigentlich schade, dass das Wetter heute so schlecht ist, wo wir doch gerade lieben Besuch aus unserer Partnerschule Siedlecin aus der Partnergemeinde Jezow Sudecki haben“, sagt Gudrun Koch, Leiterin der Grundschule Vierkirchen, angesichts des starken Regen der gerade über Buchholz niederging.
  Elf Schüler und zwei Lehrerinnen sowie Schuldirektorin Elzbieta Knappe waren als Gäste nach Buchholz gekommen, um gemeinsam mit den Vierkirchener Schülern einige unterhaltsame Stunden zu erleben. Die Gastgeber hatten sich sehr viel mit ihren polnischen Freunden vorgenommen. So standen lustige, sportliche Wettkämpfe wie Sackhüpfen, Büchsenwerfen und Ballhüpfen auf dem Sportplatz auf dem Programm.
         Kurzweilige Wettkämpfe
  „Leider machte uns das Wetter einen großen Strich durch die Rechnung, so dass wir kurzerhand in die Schule ausweichen mussten“, erklärt die Schulleiterin. Der Stimmung sowohl bei den Pädagogen als auch bei den Schülern beider Schulen tat das keinen Abbruch. Trotz der räumlichen Enge ging die Post ganz schön ab: Mit Lachen und Freude wurden die Wettbewerbe gemeistert bei denen es keine Verlierer gab. Vielmehr waren alle Sieger, denn Polen und Deutsche lernten sich näher kennen. Dabei wurde auch diesmal wieder so manche kleine Freundschaft geschlossen, die dann den Abschied am späten Nachmittag schwer fallen ließ.
  Am Ende waren sowohl Grudrun Koch als auch ihre Kollegin Elzbieta Knappe, über den gelungenen Besuch zufrieden. „Es war ein schöner Tag, unsere Gastgeber haben trotz des Regens etwas daraus gemacht, so dass wir sehr viel Freude dabei hatten. Ich denke, damit hat unsere Zusammenarbeit wieder neue Impulse bekommen“, sagt Elzbieta Knappe. Grudrun Koch kann sich dieser Meinung nur anschließen.

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Viele Kinder ließen sich schminken. So kam es, dass auf dem Platz vor dem Vereinshaus kleine Elfen, Prinzessinnen und bunte Fantasiegestalten herumtollten.    

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 8. Oktober 2007 +++
Viele Firmen sponsern Preise für die Tombola
Von Constanze Junghanß

Buchholz. Zum Herbstfest gab es für die Kinder am Sonnabend ein buntes Programm mit vielen kostenlosen Angeboten.
  Der Elefant ragt Gabriele Kreusch über den Kopf, als sie damit das Buchholzer Vereinshaus betritt. Frisch gewaschen reiht sich das graue Plüschtier ein auf eine Bank neben Teddybär, Kuschelmaus und Co. Das Schmusespielzeug gehört mit zu den Preisen der Tombola, die der Kultur- und Sportverein Buchholz/Tetta im Rahmen seines Herbstfestes am Sonnabend organisiert hat. „Plüschtiere sponserten die privaten Haushalte aus unserem Ort. Gleichzeitig konnten wir für die Tombola regionale Firmen gewinnen, die ebenfalls Preise zur Verfügung stellten“, freut sich Gabriele Kreusch. Immer wieder kommen Kinder, um ihr Glück bei der Losaktion zu versuchen. Die 25 Cent kommen ihnen letztendlich selbst zugute. Der Verein organisiere Ausfahrten und gemütliche Treffen, erzählt die Buchholzerin. Eine Teenie-Gruppe wird ebenso ehrenamtlich betreut, wie die Mutti-Kind-Gruppe und die Senioren.
          Viel Rummel auf dem Festplatz
  Vom Herbstfest sollen sich vor allem die Jüngsten und ihre Familien angesprochen fühlen. Reger Rummel herrscht auf dem Festplatz der etwas anderen Art. „Hier muss man fast nirgends etwas bezahlen. Das finde ich schon toll“, kommentiert die elfjährige Paula Hübner. Gemeinsam mit Freundinnen bemalt das Mädchen Zierkürbisse. „Die Kürbisse wurden von einheimischen Familien zusammen getragen. Wer etwas hat, der gibt“, sagt Standbetreuerin Sylvia Blank.
  Das Vereinsmitglied weist auf weitere Besonderheiten hin. Im Vereinshaus dreht sich eine Modelleisenbahn. Da schlagen vor allem die Herzen der Jungen höher. Andre Bethig muss mit einem kleinen Stück Faden eine Kupplung reparieren. Interessiert beobachten die Steppkes das Geschehen. Auch wenn die extra aus Görlitz georderte Anlage klein ist, weckt sie das Interesse der Kinder. Andre Bethig erklärt geduldig, wie die Eisenbahn funktioniert und lässt sie Runde um Runde laufen.
  Carola Leubner hat sich für das Fest ebenfalls ihre Gedanken gemacht. Mit einfachen Mitteln lockt sie die Kinder zu Freizeitbeschäftigungen der anderen Art. An einem Zaun ist ein Rohr aus Plaste befestigt. Dadurch lässt sie frisch geerntete Walnüsse kullern. Am Ende des Rohres stehen die Kinder und versuchen, mit einem Hammer die herausschnellende Nuss zu knacken.
  Nebenan dürfen Nägel in alte Bretter geklopft werden. Das Konzept geht auf, die Teilnehmer haben ihren Spaß.

  Pony Niro dreht seine Runden. Davon sind vor allem die Mädchen begeistert. Melanie Lachnitt und Anne Christin Bresler freuen sich, reiten zu dürfen. Kinderschminken und eine Zauberschau mit Burelli sind ebenso angesagt.
  „Ich finde es sehr schön, was hier für die Kinder geboten wird“, sagt Günter Najort. Gemeinsam mit drei Enkeln ist er mit Frau und Tochter extra aus Königshain angereist. „Nur selten findet man im Görlitzer Umland solche Veranstaltungsformen für die Jüngsten. Da kommen sie an die frische Luft und vielleicht auch mal weg vom heimischen Fernseher“, sagt er. Ohne großen Geldbeutel, dafür mit jeder Menge Engagement, sei eine Menge auf die Beine gestellt worden.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 6. Oktober 2007 +++
Vor 35 Jahren fuhr der letzte Zug in Buchholz
Die Görlitzer Kreisbahn stellte 1972 den Abschnitt zwischen Königshain und Weißenberg ein.

Nur älteren Anwohnern in den Dörfern entlang der ehemaligen Eisenbahnstrecke Görlitz – Weißenberg, der einstigen Görlitzer Kreisbahn, sind die alten Haltepunkte und der Streckenverlauf noch in Erinnerung. Kein Wunder, benutzten sie damals doch oft die Bahn, weil der öffentliche Busverkehr noch nicht so ausgebaut war, um nach Königshain oder Görlitz zu kommen. 67 Jahre lang bestimmte die Bahnstrecke das Bild der Landschaft zwischen Weißenberg und Königshain-Hochstein und 21 Jahre länger auch noch das Bild von Königshain nach Görlitz.
          Schlussfahrt im September
  Am 30. September vor 35 Jahren ertönte vom Weißenberger Bahnhof um 17.56 Uhr für den P3314 zum letzten Mal das Abfahrtssignal in Richtung Görlitz. Mit dieser Fahrt wurde die Teilstrecke der Kreisbahn über Buchholz bis Königshain-Hochstein stillgelegt. Nur noch von dort bis Görlitz lief der Zugverkehr bis zum 22. Mai 1993 weiter. Danach wurde auch dieser Abschnitt der 1905 als Privatbahn von der Firma Lenz & Co erbauten Eisenbahnlinie stillgelegt.
  Die Kreisbahn wurde zwischen 1903 und 1905 auf Betreiben der Steinbruchbesitzer und zum Teil auch der Großagrarier von Görlitz aus bis nach Buchholz, dem damaligen Krischa erbaut. Der Erweiterungsbau bis Weißenberg konnte erst 1912/13 erfolgen. Zur damaligen Zeit gehörte Weißenberg zum Königreich Sachsen, und in diesem waren keine Privatbahnen wie im Königreich Preußen (zu dem Görlitz und damit auch Krischa gehörte) zulässig. Schnell trug die Kreisbahn zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei. Auch das Gebiet der Königshainer Berge als Ausflugsziel vieler Görlitzer profitierte von den Gleisen. Vor allem für die Kenner der Bahn erweist sich der Abschnitt zwischen den Stationen Königshain-Wald und Hilbersdorf als besondere Attraktion, denn hier wird der Verkehr am steilen Berg zunächst nur mittels Zahnstangenbetrieb möglich.
  Im Zuge des Ausbaus des Straßennetzes und durch die Verlagerung von Transportkapazitäten auf die Straßen verlor die Strecke Ende der 1960er Jahre an wirtschaftlicher Bedeutung. Auch ein erhöhter Wartungs- und Reparaturbedarf an den Gleisanlagen trugen dazu bei. So fiel dann die Entscheidung durch die damaligen Behörden der DDR, vorerst die Teilstrecke Weißenberg- Königshain-Hochstein einzustellen. Ebenfalls 1972 kam das Aus für die anliegenden Strecken Weißenberg – Löbau und Weißenberg – Radibor. Spätere Einschätzungen bestätigten übrigens durchaus die Richtigkeit dieser Entscheidungen.
          Strecke kaum noch erkennbar
  Nach der Stilllegung wurden die betrieblichen Einrichtungen, wie Haltestellen und Bahnhöfe, zum Kauf angeboten, und schon zwei Jahre später wurden im März 1974 stufenweise die Gleisanlagen zurückgebaut. Der Bahnhof Königshain-Hochstein wurde erst vor wenigen Jahren an Privat verkauft, wogegen die Gleisanlagen Eigentum der Deutschen Bahn AG blieben. Mittlerweile ist die komplette Strecke abgebaut, nur in Königshain sind noch Bahnhofsgleise und ein paar Fahrzeuge vorhanden. (bd)

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 4. Oktober 2007 +++
Sieg für Buchholz-Tetta und Kodersdorf
Von Wolfgang Nagorske

Im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ setzte die Jury die beiden Gemeinden auf den 1.Platz.
  Man merkte es Annett Palitzsch an, dass es sich die Jury nicht leicht gemacht hat bei der Bewertung der zehn Gemeinden, die sich am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beteiligten. Die Unternehmensberaterin und Sprecherin der Bewertungskommission hob im Kreistag immer wieder hervor, dass in allen Dörfern in den vergangenen Jahren viel geleistet wurde.
  Letztlich musste die Jury sich entscheiden. Gemeinsam auf den ersten Platz kamen die Gemeinden Kodersdorf und Buchholz-Tetta. Auch Landrat Bernd Lange gratulierte nicht nur den beiden Siegern des Wettbewerbes, die den Landkreis jetzt in der nächsten Runde des Bundeswettbewerbes vertreten werden, sondern würdigte auch die anderen Gemeinden, die sich dem Wettbewerb stellten.
          Nicht die Postkarte entscheidet
  Der Wettbewerb machte auch das überall zu spürende ehrenamtliche Engagement der Bürger deutlich. So wurden auch zahlreiche Sonderpreise vergeben: An die Schule „Dr. Marja Grollmus“ in Schleife und an die Kirchgemeinde in Meuselwitz. Aber auch die hervorragende Leistung des Vereins um den Njepilahof in Rohne mit dem Vorsitzenden Manfred Nickel wurde gewürdigt. „Der Wettbewerb hat gezeigt, das Leben in den Gemeinden ist intakt“, so Landrat Bernd Lange. Annett Palitzsch machte in der Auswerung noch einmal deutlich, dass es nicht um die schönste Postkarte ging, sondern darum, welche Anreize schafft eine Gemeinde für das Leben im ländlichen Raum.
  Für Kodersdorf mag die engagierte Gewerbeansiedlung mit den Ausschlag gegeben haben. Damit werden Arbeitsplätze geschaffen und der immer noch nicht abgeklungene Abwanderung, vor allem von jungen Menschen entgegengewirkt. Der Ort hat aber auch viel für die Gestaltung seines Zentrums getan und unterstützt aktiv das Vereinsleben. Bürgermeister René Schöne ist stolz auf die Auszeichnung und sieht sie als Ansporn für die Einwohner, auch im BezirksWettbewerb gut abzuschneiden.
  „Es ist bemerkenswert, wie hier das Leben auf dem Lande gefördert wird“, sagte Annett Palitzsch mit Blick auf die Studie eines Berliner Institutes. Darin wird den Bundesländern, vor allem in Ostdeutschland empfohlen, eine aktive Aussiedlungspolitik zu betreiben.
          Gemeinden Chancen geben
  In dünn besiedelten Gebieten sollen die Bewohner mit einer Prämie zum Wegzug in größere Dörfer oder in Städte belohnt werden. Das solle vor allem aus Kostengründen geschehen. Für die dann menschenleere Region empfiehlt das Institut eine umfassende Renaturierung. „Allein solche abenteuerlichen Überlegungen“, so Annett Palitzsch, „zeigen, wie wichtig es ist, den Dörfern eine Zukunft zu geben.“

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 2. Oktober 2007 +++
Polizeibericht

Verletzter Fuchs erhält den Gnadenschuss

Vierkirchen. Ein 27-jähriger Mercedes-Fahrer fuhr in der Nacht zum Montag auf der Kreisstraße 8402 in Richtung Königshain, als ihm in Arnsdorf-Hilbersdorf ein Fuchs vor den Wagen rannte. Meister Reineke wurde so schwer verletzt, dass ihn ein Polizeibeamter mit einem Schuss aus seiner Dienstwaffe von seinem Leiden erlösen musste. (SZ)

S e p t e m b er   2 0 0 7

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 28. September 2007 +++
Schulsport gemeinsam mit Waldhufen
Von Bernhard Donke
Vierkirchen.
Noch ist es ja nicht soweit, aber künftig wird aus der Grundschule Waldhufen-Jänkendorf und der Grundschule Vierkirchen in Buchholz eine Grundschule mit Sitz in Nieder Seifersdorf. Der Termin für den Zusammenschluss hängt von den Bauarbeiten in Nieder Seifersdorf ab. Doch schon vorher finden Eltern, Lehrer und Schüler, dass ein gemeinsames Sportfest zum Kennenlernen nicht schaden kann. Sie haben das jetzt zum dritten Mal ausprobiert. Die Eltern beider Grundschulen haben die Veranstaltung wieder organisiert.
  An die 80 Schüler, Eltern und Lehrer nahmen teil. Vom Ballweitwurf über Slalomlauf bis Sackhüpfen reichte die Wettbewerbspalette. Neue Kontakte sind entstanden, sagt Gudrun Koch, Schulleiterin der Grundschule Vierkirchen. Und das zählt fast noch mehr als die sportlichen Leistungen.

 

Lampionumzug durch das Dorf

Arnsdorf-Hilbersdorf.
Die Freiwillige Feuerwehr lädt am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit Kinder und Erwachsene zum Lampionumzug durch das Dorf ein. Im Anschluss an den Umzug findet ein gemütliches Beisammensein auf dem Vorplatz des Feuerwehrgerätehaus in Arnsdorf statt. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr treffen sich um 18 Uhr am Gerätehaus, um noch einige Handgriffe zu erledigen. Eine Stunde später sollen sich dann die Teilnehmer des Umzuges auf dem Dreieck Bachtig in Hilbersdorf einfinden.
  Von Hilbersdorf aus führt der Lampionumzug mit musikalischer Begleitung durch das gesamte Dorf. Je nach Einbruch der Dunkelheit rechnet die Freiwillige Feuerwehr mit dem Beginn des Umzuges zwischen 19 und 19.30 Uhr. Gäste sind dazu herzlich willkommen.

Mit Sorgfalt pflückt Ramona Lehmann Äpfel in Hilbersdorf. Foto: B. Donke     


Mit geübtem Griff ran an die Äpfel
Von Bernhard Donke

Landkreis.
In Kunnerwitz fällt die Apfelernte gut aus, in Hilbersdorf schadet dem Ertrag der Hagelschauer im Mai.
  Für Ramona Lehmann könnte jeder Tag zur Apfelerntezeit so schön sonnig und trocken sein wie der Montag. Gemeinsam mit weiteren Kollegen ist die Mitarbeiterin im Stadtgut Görlitz GmbH an diesem Tag in Hilbersdorf. Auf der etwa 20 Hektar großen Apfelplantage des Stadtgutes ernten sie Äpfel.
  Bei der Ernte hier in Hilbersdorf müssen die Mitarbeiter mit viel Augenmerk und Sorgfalt die Äpfel von den Obstspindelbäumen pflücken. Viele der Äpfel zeigen die Spuren der Hagelschauer im Mai. „Schade, aber das ist nun mal nicht zu ändern. Der Hagelschauer im Mai hat an den Obstgehölzen hier sehr viel Schaden angerichtet. Daher erwarten wir hier keine sehr ertragreiche Ernte. In Kunnerwitz sieht es da schon besser aus. Dort rechnen wir mit einem recht erfolgreichen Ernteabschluss im November“, sagt Maik Schwarzbach Abteilungsleiter Obstanbau im Stadtgut.
          Ernte der Herbstsorten
  Die Ernte hat wie überall mit den Herbstapfelsorten begonnen, die zum Handel und sofortigen Verkauf bestimmt sind. Die späteren Wintersorten kommen später im Oktober bis Anfang November zur Ernte. Diese späten Sorten werden in Hilbersdorf und in Borthen in den entsprechenden Lagerräumen bis zum nächsten Frühjahr eingelagert. Die Äpfel, die sich wegen Qualitätsmängel oder geringer Größe nicht verkaufen lassen, kommen als Mostgut in die Mostereien und Keltereien der Region.
  Ramona Lehmann ist als langjährige Mitarbeiterin im Stadtgut nicht das erste Mal bei der Apfelernte dabei. Sie weiß, was zu tun ist: „Es ist ganz entscheidend, dass wir die Äpfel qualitätsgerecht und ohne Beschädigungen sowie Druckstellen vom Baum holen und in die eigens dafür bereitgestellten Weichplasteeimer ablegen“, sagt sie.
   
       Mit geübtem Blick
  Um das zu schaffen, müssen die Pflücker ein gutes und geübtes Auge haben, um Schadstellen sofort zu erkennen und dabei auch noch den richtigen Griff zum Apfel anwenden. Zurzeit werden die mittelfrühen Sorten wie Jonagold auf der Plantage in Hilbersdorf und Topas, wie sie in Kunnerwitz wachsen, von den Stadtgutmitarbeitern und Saisonkräften gepflückt.

Verkauft werden die Äpfel auch in den Hofläden in Kunnerwitz und Hilbersdorf, jeweils Montag bis Freitag von 7 bis 16Uhr.

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Mit den Eltern machen die Wettkämpfe besonders Spaß. Foto: B. Donke    

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 27. September 2007 +++
Sport mit Waldhufen
Von Bernhard Donke

Vierkirchen.
Die Schulen der beiden Orte wachsen zusammen. Gemeinsame Bewegung verbindet.

  Noch ist es ja nicht soweit, aber künftig wird aus der Grundschule Waldhufen-Jänkendorf und der Grundschule Vierkirchen in Buchholz eine Grundschule mit Sitz in Nieder Seifersdorf. Der Termin für den Zusammenschluss hängt von den Bauarbeiten in Nieder Seifersdorf ab. Doch schon vorher finden Eltern, Lehrer und Schüler, dass ein gemeinsames Sportfest zum Kennenlernen nicht schaden kann. Sie haben das jetzt zum dritten Mal ausprobiert. Die Eltern beider Grundschulen haben die Veranstaltung wieder organisiert.
  An die 80 Schüler, Eltern und Lehrer nahmen teil. Vom Ballweitwurf über Slalomlauf bis Sackhüpfen reichte die Wettbewerbspalette. Neue Kontakte sind entstanden, sagt Gudrun Koch, Schulleiterin der Grundschule Vierkirchen. Und das zählt fast noch mehr als die sportlichen Leistungen.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 26. September 2007 +++
Polizeibericht

Diebe bedienen sich an einem LKW mit Diesel

Vierkirchen.
Auf einem Firmengelände im Ortsteil Tetta haben Unbekannte aus einem abgestellten Fahrzeug rund 130 Liter Diesel im Wert von etwa 150 Euro abgezapft.

Mit viel Engagement und Können boten die Laienspieler vom Martinshof Rothenburg beim Tag der offenen Tür in der Jugendscheune Melaune das Theaterstück „Der Seelenvogel“ dar.Foto: B. Donke 


Viele sahen sich um
Bernhard Donke berichtet vom Tag der offenen Tür in der evangelischen Jugendscheune Melaune:

  Das Interesse war groß am Tag der offenen Tür der Jugendscheune Melaune und der Evangelischen Jugendarbeit im Kirchenkreis Niesky und Umgebung Reichenbach. Denn es kamen viele Jugendliche und Erwachsene mit ihren Kindern, um sich über die Arbeit des Vereins und das Freizeitangebot der Jugendscheune zu informieren. Nach dem Begrüßungsgottesdienst in der Melauner Kirche war das Scheunengelände am Fuße des Melauner Burgbergs im ehemaligen Pfarrhof Schauplatz des Geschehens. Gerd Neumann unterhielt die Kinder mit Spiel und Malerei. Der Jugendwart der Evangelischen Jugendarbeit Tobias Walzok zeigte Videoaufnahmen von der Arbeit mit den Jugendlichen, die unter anderem an einer Skifreizeit in Oldrichov, an einer Forstrüstzeit in Königshain, einem Volleyballturnier, einem Pilgertag, an einer Kinderfreizeit im Erzgebirge und an einer Deutsch-Polnischen Begegnungsfreizeit teilnehmen konnten.
  Andreas Nedo vom Förderverein für die Jugendscheune Melaune gab Auskunft über die Aktivitäten seines Vereins in Melaune. Außerdem machte er Vorschläge, wie man die Jugendarbeit noch effektiver gestalten und das geistig-kulturelle Jugendleben ausbauen kann.
  Mit dem kleinen Theaterstück „Der Seelenvogel“ überraschten dann die Laienspieler die Gäste. Die Aufführung wurde von Regina Jeschke vom Martinshof aus Rothenburg geleitet.

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Wissenswertes über die Pute erfährt man während des Hoffestes auf der Putenfarm. Foto: Bernhard Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 21. September 2007 +++
Hoffest auf der Putenfarm
Von Bernhard Donke

Am Sonntag geht es in Prachenau hoch her. Sehenswert ist auch die neue Heimatstube.
  Diesen Sonntag kann man in Prachenau das Wachsen und Gedeihen vom Putenküken bis zum küchenfertigen Weihnachtsbraten verfolgen. Auf der Putenfarm von Paul Hoke auf der Hartha. Hier findet das vierte Hoffest statt.
          Einblick hinter Glas
  Den Besuchern wird in die sonst streng verschlossenen Stallanlagen ein Einblick gewährt. „Sicher, das ist meist nur mit dem Blick durch eine Schutzglasscheibe möglich. Aber anders geht es wegen der noch bestehenden Infektionsgefahr der Vogelgrippe nicht“, sagt Paul Hoke. Fachleute des Putenzüchterverbandes Oldenburg/Niedersachsen informieren über die Putenzucht. Sie und Mitarbeiter der Farm beantworten Fragen der Gäste.
  In der Heimatstube, die an diesem Tag im ehemaligen Ausgedingehaus auf der Wirtschaftsfarm neu eröffnet wird, braucht es kein Sicherheitsglas. In der kleinen Stube kann sich der Besucher einen Einblick verschaffen, wie unsere Vorfahren vor gut 100 Jahren auf dem flachen Land lebten und arbeiteten. Das Inventar und die Ausstellungsstücke hat Paul Hoke, der auch ehrenamtlicher Ortschronist von Prachenau ist, zusammengetragen. Teilweise restauriert, zeugen sie nun vom Alltag der Menschen zur Wende vom 19. zum 20.Jahrhundert.
  Die Feuerwehr-Blaskapelle Melaune begleitet das Fest musikalisch. Auch für die jüngsten Besucher gibt es ein Programm.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 19. September 2007 +++
Polizeibericht

Zugmaschine mit Hänger nimmt Zaun und Lampe mit

Vierkirchen
. Ein Zugmaschinen-Fahrer war in Melaune vorgestern in Richtung S122 gefahren, in einer Linkskurve mit seinem Anhänger gegen eine Straßenlaterne geprallt und hatte eine Grundstücksumzäunung touchiert. Der angerichtete Schaden wird auf 1000 Euro geschätzt.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 15. September 2007 +++
Letztmalig treten zehn Dörfer im Kreis gegeneinander an
Von Anja Köhler und Steffen Gerhardt

Landkreis. Im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mischen fünf Orte aus dem Görlitzer Umland mit. Die Jury dreht am Montag ihre Runde.

  Am Montag ist es so weit: Landrat Bernd Lange (CDU) wird den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ offiziell eröffnen. Eine aus fünf Mitgliedern bestehende Kommission wird dann die teilnehmenden Orte besuchen und nach verschiedenen Kriterien bewerten – etwa nach ihrer wirtschaftlichen Entwicklung und der baulichen Gestaltung. Reichenbach wird dabei als Erstes heimgesucht, genauer gesagt Meuselwitz und Mengelsdorf.
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Aber auch landschaftliche Aspekte werden eine Rolle spielen. „Dörfer sollten nicht uniformiert aussehen“, sagt Marion Girth vom Lausitzer Landschaftspflegeverband, die in diesem Jahr erstmals in der Kommission dabei ist, „und dabei kommt es nicht darauf an, dass alles klinisch rein ist.“ Vielmehr solle daran gearbeitet werden, natürliche Gegebenheiten zu erhalten. „Wer zum Beispiel eine alte Kastanienallee in seinem Dorf hat, sollte sich auf jeden Fall stark dafür machen, dass sie bestehen bleibt“, so Girth. Zudem sei wichtig, dass kleine Orte nicht zu Schlafgemeinden verkommen.
  Darauf wird auch Lydia Noack achten, die für die Stiftung für das Sorbische Volk in der Kommission sitzt und die Bewertung in der Kategorie „Kultur und Soziales“ vornimmt.
          Die Chance nutzen
  Für das langjährige Kommissionsmitglied ist vor allem von Bedeutung, dass die Orte nach außen ein gemeinschaftliches Bild abgeben. „Das Vereinsleben und die Pflege von langjährigen Traditionen spielen gerade in kleinen Gemeinden eine entscheidende Rolle“, so Lydia Noack, „und ich freue mich jedes Mal, diesbezüglich viele Fortschritte zu sehen.“
  Gute Aussichten für die Gemeinde Schleife, die es 1992 bis zum Bundesausscheid schaffte. Neben ihr nehmen Kodersdorf, Zodel, Deschka, Horka, Biehain, Mückenhain, Meuselwitz, Mengelsdorf und Buchholz/Tetta am Wettbewerb teil.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 14. September 2007 +++
Wassermühle wird Tor für das Gestern und Heute
Von Constanze Junghanß

  „Ihr seid ziemlich verrückt, hier zu bauen. Schiebt die Bude doch weg.“ An diese Worte mancher Skeptiker erinnert sich Bürgermeister Andreas Nedo noch genau, als die „Alte Wassermühle“ nach anderthalbjähriger Bauzeit eingeweiht wird. „Uns haben einige nicht zugetraut, dieses Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen“, sagt er. Umso erfreuter zeigt sich der Bürgermeister, dass die Baumaßnahme nun abgeschlossen ist. Er lobt das Engagement der rund 20 regionalen und einer polnischen Firma, der ABM- und Ein-Euro-Jobber sowie der ehrenamtlichen Helfer, die allesamt maßgeblich zur Sanierung beigetragen haben. Fast 26 Jahre lang stand das Gebäude leer. Während der Feierstunde lässt Andreas Nedo historische Splitter Revue passieren. 1898 gab es einen folgenschweren Wolkenbruch, bei dem das Wasser in der Mühle bis zur Hälfte der Fenster stand. 30 Fuhren Steine wurden benötigt, um die Löcher im Mühlenhof zu stopfen, die durch das Wasser entstanden waren.
          Mit der Stille ist es nun vorbei

Und so sieht die Wassermühle (Foto während der Bauzeit) aus. Zur Einweihung griffen Gäste aus Tschechien und Polen mit Joachim Mühle vom Landratsamt (links) zur Schere.Fotos: Constanze Junghanß  

  Der Umbau zum Elektrizitätswerk erfolgte 1909, und Melaune kam in den Genuss elektrischer Glühbirnen. „Damit zählen wir mit zu den Ersten, die in Ostsachsen angeschlossen wurden“, erzählt der Bürgermeister. Anfang der 80er Jahre riss ein Hochwasser die Straße samt Ufermauer weg. Die in der Mühle wohnenden Mieter wurden evakuiert, und in das Gebäude zog Stille ein. Nun macht die Stille neuem Leben Platz. Denn hier wird es eine „Euroregionale Begegnungsstätte“ geben. Ortschronist Eckehard Radisch gestaltet mit anderen Engagierten den ehemaligen Altenteil aus. Historische Wäschestücke hängen auf der Leine, Frack und Zylinder an der Wand. Hölzerne Truhe, Dreschflegel sowie historisches Mobiliar runden das Bild ab. In den unteren Räumen ist Platz für Veranstaltungen, wie Konzerte, Ausstellungen oder Seminare. Die „Alte Wassermühle“ soll Infostation für Pilger, das Tor zum geplanten Natur- und Geschichtslehrpfad, Ortschaftszentrum für die Vereine und vor allem ein Ort der Begegnung für polnische, tschechische und deutsche Menschen werden. Zur Eröffnung sind deshalb befreundete Nachbarn aus Polen und Tschechien mit dabei. Bürgermeister Edward Dudeck aus der Partnergemeinde Jezow Sudecki (Grunau) betont, dass es in den fünf Jahren Partnerschaft bereits 120 Besuche gegeben hat. „Auch in unserem Ort entsteht eine Begegnungsstätte. “In Jezow Sudecki erfolgt der Umbau einer ehemaligen Fliegerschule. Mit der tschechischen Gemeinde Paseky nad Jizerou wurde ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet, der die drei Gemeinden weiter zusammenschweißt.

Der Heimatverein öffnet am Sonntag zur Kirmes in Melaune von 10 bis 16 Uhr die Wassermühle zum Besichtigen.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 12. September 2007 +++
Mit dem schönsten Erntekorb zum Fest / Tagesgespräch mit Vereinsvorsitzenden Herbert Riedel
Gespräch: Constanze Junghanß

Herr Riedel, der Heimatverein Döbschütz/Melaune stellt die Kirmes seit vielen Jahren auf die Beine. Welche Bedeutung hat diese Veranstaltung für die Menschen im Ort?
Dieses Fest gilt als der jährliche Höhepunkt im Kulturleben für die Einwohner von Döbschütz und Melaune.

Ein Eisstadion als Festplatz gibt es in der Region sicherlich kein zweites Mal. Warum wurde gerade dieser Ort gewählt?
Mitte der 70er Jahre wurde das Stadion als Mehrzweckgelände mit einer Freilichtbühne errichtet, damit im Ort auch größere Veranstaltungen stattfinden können. Der Boden ist befestigt, sodass selbst bei schlechterem Wetter kein Besucher durch den Schlamm waten muss.

Das Wort „Kirmes“ geht auf „Kirchmesse“ zurück. Inwieweit wird die Kirche auch heute noch in diese Veranstaltung eingebunden?
Am Sonntag findet um 9 Uhr ein Festgottesdienst in der Kirche Melaune statt.

Konnten neben dem Heimatverein auch andere Vereine und die Gemeinde mit ins Boot geholt werden?
Der Landfrauenverein bietet regional typische Speisen frisch aus der Pfanne und vom Herd an. Hier gibt es auch selbst gebackenen Kuchen und Kaffee. Mit ins Boot geholt werden konnte der Traditionsverein der Feuerwehr. Die Männer sichern die Veranstaltung ab. Bei beiden Vereinen bedanken wir uns ganz herzlich für ihr Engagement.

Welche Höhepunkte können die Besucher erwarten?
Freitagabend findet ein Fackelumzug mit anschließendem Lagerfeuer und Knüppelkuchenbacken sowie einem Eröffnungsfeuerwerk statt. Sonnabend steigen das Fußballpunktspiel der E-Jugend und ein Altherrenturnier mit der polnischen Partnergemeinde Jedzow Sudecki.

Der schönste Erntekorb wird gesucht und auch die kurioseste Gartenfrucht. Bis wann und wo können die Körbe und das Obst oder Gemüse abgegeben werden?
Zeit dafür ist bis Sonntag 10 Uhr. Körbe und Vitaminspender bitte zum Eisstadion bringen.

Was erwartet den Gewinner?
Eine Überraschung, die jetzt noch nicht verraten wird.

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Notiert

Kindervorstellungen im Landkino Arnsdorf

Arnsdorf. Nicht nur für Erwachsene zeigt das Landkino ab Freitag mehrere Filme (SZ berichtete), sondern auch für die kleinen Flimmerfreunde. Sie sind jeweils Sonnabend zur Kindervorstellung ab 16Uhr eingeladen. Diesen Sonnabend gibt es Zeichentrickfilme zu sehen, den Sonnabend darauf ist der Puppentrickfilm „Wo der Sandmann zu Hause ist“ zu erleben. (SZ/sg)

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Buntes Allerlei: Christoph Stief verkauft auf dem Görlitzer Wochenmarkt Obst und Gemüse. Fotos: Christian Suhrbier 

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 11. September 2007 +++
Vitaminverkäufer arbeiten schon nachts
Von Ines Igney

Berufe rund um Gemüse, Obst und Garten stellen wir anlässlich der SZ-Gartenolympiade vor. Lesen Sie heute: der Gemüsehändler.

  Es ist eine schlechte Zeit für den Gemüsehandel. „Wenn die Kleingärtner ihre eigene Ernte essen, geht bei mir natürlich die Nachfrage etwas runter“, sagt Christoph Stief. Jeden Tag steht er mit seinem Gemüsewagen auf dem Wochenmarkt auf der Elisabethstraße. Städter ohne Garten kaufen natürlich immer, darunter viele Stammgäste, sagt Stief. Exotische Früchte verlangen die kaum und außerdem: „Was wochenlang im Schiff unterwegs war, kann nie so schmecken, wie am Baum oder an der Palme gereift“, sagt Stief. Also gibt es bei ihm vor allem Früchte der Region entsprechend der Saison, also derzeit besonders Blumenkohl, Porree und Möhren.
          Kalter Arbeitsplatz
  Ziemlich zugig ist es in dem kleinen offenen Gemüsewagen von Stief. Wenn es zu kalt wird, behilft er sich mit einer Heizdecke, die wärme zumindest die Füße. Einen Vorteil habe die Arbeit an der frischen Luft: Man härtet sich ab. Aber eigentlich sei der Job vor allem sehr anstrengend, sagt Stief. Froh ist er zumindest über die immer gleichen Arbeitszeiten.
  Der Verkauf am Marktstand ist nur ein Teil seines langen Arbeitstages. Denn der beginnt nicht erst um halb sieben morgens, wenn er auf der Elisabethstraße aufbaut. „Früh um drei klingelt mein Wecker“, sagt der 55-Jährige. Dann fährt er mit seinem Wagen aus Vierkirchen zum Großmarkt in Görlitz. Sieben bis acht Händler warten geduldig, wenn Obst und Gemüse angekarrt werden. Dann heißt es schnell sein, so manches kosten, kaufen, einpacken, losfahren und aufbauen.
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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 10. September 2007 +++
Neugier auf alte Gemäuer
Von Constanze Junghanß und Ines Igney

...das während des Denkmalstages am Sonntag absolviert werden konnte. Immerhin öffneten rund 60 Gebäude ihre Türen,...


Arnsdorf

In die Arnsdorfer Kirche zog es zum Denkmalstag außerhalb des Gottesdienstes etwa 20 Besucher. „Das ist der normale Durchgangsverkehr“, sagte Pfarrer Andreas Fünfstück. Das Gotteshaus ist an der Aktion „Offene Kirche“ beteiligt. Täglich von 8 bis 20 Uhr können Interessenten in der spätromanischen Saalkirche verweilen und auch einen Blick in die ehemalige Patronatsloge werfen. Dort ist die Fotoausstellung „Mein Garten Eden“ zu sehen.

Melaune

Zur „Alten Wassermühle“ in Melaune, die nach ihrer Sanierung am Freitag feierlich eingeweiht wurde, kamen 60 Besucher. „Es waren viele Leute da, die das Gebäude noch von früher kannten“, sagt Andreas Nedo. Der Bürgermeister von Vierkirchen zeigte sich mit der Resonanz zufrieden: „Der Heimatverein bereitete den Tag gut vor und bot Führungen durch das Gebäude an.“

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 6. September 2007 +++

Polizeibericht

Verrutschte Brille sorgt für Zusammenstoß mit Baum

Vierkirchen
. In Döbschütz war am 4. September, 15.30 Uhr, ein Suzuki-Fahrer (74) in Richtung Nieder Seifersdorf unterwegs, als ihm während der Fahrt die Brille von der Nase rutschte. Beim Richten des Sehgestells muss er wohl ein wenig unaufmerksam geworden sein, denn der Rentner geriet nach rechts von der Straße ab, streifte einen Baum und blieb in einem Graben liegen. Das Resultat: rund 1500 Euro Blechschaden.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 1. September 2007 +++
Die Schulen im Umland

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Grundschule in Buchholz: 17 Abc-Schützen, 65 Grundschüler

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A u g u s t   2 0 0 7

Martin Bauz hat seine Ausbildung zum Tierwirt in drei Jahren mit Bravour gemeistert.Foto: Bernhard Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 30. August 2007 +++
Tierwirt bekommt „sehr gut“

Von Bernhard Donke
Melaune. Die Landfarm bildet Lehrlinge aus. Ein neuer Azubi steht schon vor der Tür, für 2008 wird noch einer gesucht.


  „Nun, das wäre geschafft“, sagt Martin Bauz von der Landfarm Melaune GbR. Der 20-Jährige aus Dittmannsdorf hat es am Ende seiner dreijährigen Lehrzeit in der Landfarm auf ein „Sehr gut“ bei der praktischen Prüfung zum Tierwirt geschafft. Eine dreiköpfige Prüfungskommission hat dabei das Können des jungen Mannes begutachtet. „Martin hat alles mit Bravour gemeistert“, freut sich sein Ausbilder Volker Hänsel.
          Vier Bereiche bei der Prüfung
  Die drei Prüfungskommissions-Mitglieder waren Marion und Wolfgang Golibruzch aus Rothenburg und Spree sowie Roland Kohls vom Amt für Landwirtschaft Niesky/Kamenz. So konnte dann auch der Ausbildungsberater Eberhard Watzlawik von der Landwirtschaftsbehörde den Prüfling mit Freude das Gesamtergebnis der Facharbeiterprüfung mit „sehr gut“ bestätigen. Neben der praktischen Prüfung hat Martin Bauz auch die Theorie mit dem gleichen Ergebnis geschafft. Die praktische Prüfung unterteilte sich in vier Prüfungsbereiche: Gewinnung und Aufarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, zum Beispiel das Melken; Beurteilung und Kennung der Tiere; Füttern und Pflegen sowie die Kenntnis der Betriebsabläufe und Zusammenhänge.
„Die sehr gute Bewertung der praktischen Facharbeiterprüfung von Martin Bauz beweist einmal mehr die qualitativ hohe Ausbildung der Lehrlinge hier im Betrieb“, sagt Eberhard Watzlawik. Das zeige sich in der gesamten landwirtschaftlichen Ausbildung nun schon seit Jahren. Von den 19 Auszubildenden im Niederschlesischen Oberlausitzkreis in den drei Fachbereichen Landwirt, Tierwirt und Landwirtschaftswerker werden alle ihre Facharbeiterprüfung in diesem Jahr wieder bestehen. „Ein Durchfallen ist bei uns in den vergangenen Jahren die Ausnahme“, sagt Watzlawik.
          Neues Ziel nach Traumberuf
  Für Martin Bauz war der Beruf des Tierwirtes schon immer ein Traumberuf. „Ja, ich wollte schon als Kind mit Tieren arbeiten. Wenn mir auch bewusst war, dass der Beruf oft rund um die Uhr, ob sonntags oder feiertags, ausgeübt werden muss.“ Die Ausbildung auf der Landfarm bei Volker Hänsel habe ihm Spaß gemacht. „Dabei möchte ich aber nicht stehen bleiben, und so strebe ich eine Qualifizierung zum Fachagrarwirt für Klauenpflege an“, sagt der junge Tierwirt nach seiner Prüfung bei einem kleinen Imbiss, den der Ausbildungsbetrieb für ihn und die Prüfungskommission vorbereitet hat.
  In der Landfarm Melaune GbR erlernen zurzeit noch ein Azubi im zweiten Lehrjahr und eine Praktikantin den Beruf des Tierwirtes. In wenigen Tagen wird ein weiterer Auszubildender im ersten Lehrjahr dazukommen. Und für das Jahr 2008 sucht die Landfarm noch Auszubildende, die Interesse an einem landwirtschaftlichen Beruf haben.

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Die schon recht marode Alte Post mit der für Melaune ortsprägenden Lage geht wohl besseren Zeiten entgegen. Wohnungen und ein Gewerbe sollen hier entstehen. Foto: U. Martin  

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 28. August 2007 +++
Alte Post erlebt wohl den zweiten Frühling
Von Ullrich Martin

  SZ schrieb in ihrem Beitrag vom 11./12. März 2006 über Melaune, dass außer den Einheimischen kaum jemand weiß, „welch bauliche Jahrhundertzeugnisse im Unterdorf zu bewundern sind. Auf engstem Raum schmiegen sich am Alten Dorfring Haus an Haus. Davon sieben Fachwerkhäuser, die allesamt ihre 250 Jahre auf dem Buckel haben.“ Eine Reihe der baulichen Denkmale sind und werden unter privater Hand liebevoll und mit großem Aufwand restauriert. Leider trafen wir auch auf Anwesen, die verfallen und sich damit als Stolpersteine erweisen. Hat sich in den vergangenen Monaten etwas getan? SZ hakte nach.
         Besitzer einfach weg
  Mit dem Stolperstein Gebäude am Konsumgässel sieht es, wie Ortsvorsteher Herbert Riedel betont, „zappenduster aus.“ Der Käufer aus dem Westen lässt nach wie vor nichts von sich hören. Obwohl sich die Gemeinde um Kontakte mit dem Besitzer bemüht, fehlt von ihm jede Spur.
  Auch mit dem Fachwerk Nummer 65 am Alten Dorfring, dort, wo bis vor 150 Jahren der Webstuhl von Traugott Gerber ratterte, tut sich nichts. Familie Scholz aus Görlitz , die vor 16 Jahren Nummer 67 kaufte und fast original wieder aufbaute, ist aber überzeugt davon, dass sich irgendwann ein neuer Nachbar findet, der ähnlich wie sie Aufbauarbeit leistet. Die ist jedoch ebenso für das Grundstück 63 erforderlich. Im Frühjahr 2006 versicherte Sohn Diego, der Älteste der drei Kinder von Familie Scholz: „In zwei Jahren etwa soll das Haus fertig sein. Wir richten es innen ein wie zur Gründerzeit.“ Auf den Studenten für Mittelalterliche Geschichte und gleichzeitig Vorsitzenden des Milzener e.V. in Melaune, und seinen Helfern dürfte diese Zielstellung aber kaum erreichbar sein. Einen besonderen Ansporn für das spätmittelalterliche Dreierensemble sollte es jedoch für die jungen Leute geben.
          Konzept überzeugt
  Zurzeit kommt die Leitung für die zentrale Abwasserentsorgung in die enge Straße hinein. Und obendrauf nicht die geplante Asphaltdecke. Sondern altes Pflaster, wie vor 250 Jahren.
  Neben der Alten Gaststätte oben an der Durchfahrtsstraße, genau gegenüber der Kirche, hatte SZ noch einen besonderen Stolperstein im Visier: Die Alte Post am Schmiedeberg. Das stattliche Gebäude, erbaut vor etwa 140 Jahren von einem städtischen Unternehmer als Ruhesitz im Stil der Gründerzeit, war bis 1994 unter Verwaltung der Gemeinde bewohnt. Als der Eigentümer aus Berlin jedoch verstarb und sein Sohn das verschuldete Erbe ausschlug, begann die Leidenszeit der noch recht gut erhaltenen Hausnummer 32.
  „Wir wollten die Immobilie unbedingt an den Mann bringen. Selbst eine Zwangsversteigerung brachte nichts ein. Jetzt, mit der zweiten Versteigerung in den nächsten Wochen, aber gibt es Hoffnung. Ich bin überzeugt, dass ein Bieter aus der Region den Zuschlag bekommen wird“, sagt Bürgermeister Andreas Nedo. Das Konzept für die Alte Post überzeugt: Ein Wohnhaus mit gewerblicher Nutzung.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 24. August 2007 +++

Randalierer wüten an der Bushaltestelle

Vierkirchen
. Unbekannte haben am Mittwoch in Melaune ein Buswartehäuschen an der Haltestelle auf der Hauptstraße verwüstet. Sie rissen Dachrinnen und Fallrohre ab, warfen Blumenkübel um und verunreinigten den Warteraum. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest. Die Polizei ist für Hinweise zum Vorgang dankbar. (SZ)

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Isabel (links) mit Axel, einer Deutschen Dogge, und Jennifer mit Hündin Gina fühlen sich in der Einsamkeit des Fleckens „Waldvilla“ wohl. Foto: Bernhard Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 22. August 2007 +++

Nur eine Sackgasse führt zu Isabel und Jennifer
Von Bernhard Donke

  Was macht das Leben in den kleinen Ortsteilen des Kreises lebenswert? Die SZ sah sich um und entdeckte Erstaunliches. Heute in Waldvilla.
  „An den Autobahnlärm im Hintergrund haben wir uns schon lange gewöhnt und nehmen ihn kaum noch wahr. Nur wenn sich die Motorradfahrer auf der langen Geraden eine Wettfahrt liefern, dann geht das schon mal auf die Ohren“, sagen Jennifer und Isabel Petzold. Die beiden neun und zwölf Jahre alten Mädchen leben in „ Waldvilla“, einem kleinen Flecken zwischen der Alten Weißenberger Straße und Buchholz.
  Nur etwa 400 Meter von der Autobahn4 entfernt. Gemeinsam mit ihren drei älteren Geschwistern, Mutter Katrin und Vater Wolfgang wohnen sie in dem einzigen Haus, einem ehemaligen Kinderheim. Nur wenige Meter weiter stehen noch Stallanlagen eines Landwirts, der seine Tiere hier draußen untergebracht hat. Das Haus, in dem die beiden Schwestern wohnen, war einst als Kinderheim Ende der 1930er Jahre erbaut worden, diente im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager für französische Soldaten und nach dem Krieg als Wohnhaus.
  Wegen seines villenähnlichen Baustils und seiner Lage mitten im Wald bekam es den Namen „Waldvilla“. Unter diesem Namen ist es heute noch in den meisten regionalen Land- und Wanderkarten verzeichnet.
          Keine Angst in dunkler Nacht
  Die Großmutter der beiden Mädchen kaufte das Gebäude 1975 von der Gemeinde Buchholz, zu dem Waldvilla politisch und verwaltungsmäßig gehörte. „Kurz darauf zogen unsere Eltern hier ein, und seitdem wohnen wir hier draußen ganz allein“, erzählen die beiden Mädchen, die am Rande des Diehsaer Oberwaldes Platz genug haben, um sich ihrem Hobby, dem Pferdesport, widmen zu können.
  Zurzeit wird das Haus von der Familie gründlich saniert und renoviert. Etwa 2,5 Kilometer Weg sind es bis nach Buchholz, aber diese Entfernung ist zu allen Jahreszeiten überhaupt kein Hindernis, wie die Mädchen erzählen, zumal die Straße hier heraus vor wenigen Jahren ausgebaut wurde. Doch wer sie benutzt, muss wissen, dass es eine Sackgasse ist, in die er hineinfährt.
  „Wir fahren mit dem Fahrrad bis nach Buchholz. Dort besuche ich die Grundschule, und meine Schwester Isabel steigt in den Schulbus nach Reichenbach ein“, sagt Jennifer. Auf die Frage, ob sie sich nicht manchmal bei Unwetter, Dunkelheit oder in den langen Winternächten hier so weit draußen allein fürchten, kommt prompt die Antwort: „Nein, Axel und Gina, unsere beiden Hunde, halten alle Fremden vom Haus fern.“

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Udo Tiffert (rechts) und Michael Bittner würzten ihre Geschichten mit einer prächtigen Prise Humor.   

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 20. August 2007 +++

Mit Witz und Charme durch die Lausitz
Von Constanze Junghanß

Buchholz. Udo Tiffert und Michael Bittner erzählen humorvoll eigene Kindheitserinnerungen.

  In der Lausitz gibt es massenhaft Teiche. In denen wohnen Karpfen und manchmal sogar Goldfische. Michael Bittner kramt in Kindheitserinnerungen. Gewürzt mit einer prächtigen Prise Humor erzählt er von illegalen Angelausflügen und deren Konsequenzen. Udo Tiffert unterstützt die zu Lachtränen anrührenden Geschichten mit gepfefferten Nachrichten aus der Region, Deutschland und der ganzen Welt bis hin zum makabren Promiklatsch. Zwei „Lausitzer Poeten“ treten mit ihrem Programm „Stadt-Land-Fluss“ in Buchholz auf. Die neunte Lesenacht beim christlichen Tenne-Verein auf dem Pfarrhof findet rund 40 Zuhörer. Bunt gemischt und begeistert ist das Publikum.
  „Wir lesen heute Texte, die sich mit dem Leben in und um die Region befassen. Bisher sind sie noch nicht veröffentlicht“, sagt Tiffert. Eine Art Generalprobe sei die Lesung, auch um zu testen, wie die witzigen Geschichten beim Publikum ankommen. Im September werden Bittner und Tiffert im Görlitzer Apollo lesen, später vielleicht in Dresden und Cottbus. Für das Thema Lausitz entschieden sich der freiberufliche Schriftsteller und der Literaturwissenschaftler, weil beide eine besondere Beziehung zur Region haben. Tiffert ist gebürtiger Nieskyer, Bittner Görlitzer.
         Eine Region mit Charme
  Ihre Geschichten über das Leben zwischen Stagnation und Hoffnung, zwischen Landflucht und Heimkehr sind mal am eigenen Leibe erfahren, mal mit dem Blick aus der Fremde erzählt. Obwohl beide heute nicht mehr in ihren Geburtsorten wohnen, finden sie, dass „die Lausitz eine Region mit besonderem Charme“ sei.

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Um ihren Kindern einen optimalen Start ins neue Schuljahr zu gewährleisten, griffen die Eltern der künftigen Klasse 3 der Grundschule zu Farbe und Pinsel. Foto: B. Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 18. August 2007 +++

Frische Farbe und neuer Fußboden
Von Bernhard Donke

Vierkirchen. Eltern der künftigen Klasse 3 der Grundschule renovieren das Klassenzimmer.
  „Es tat wirklich not, dass hier etwas passiert“, meint beim Anblick des renovierten Klassenzimmers Antje Stein. „Der Fußboden hatte Flecke und die Wände schrien geradezu nach einem frischen Anstrich“, fügt die Mutti von Paula Stein, die ab dem neuen Schuljahr die 3. Klasse besucht, noch hinzu. Der Klassenraum sah vor den Renovierungsarbeiten tatsächlich sehr wüst aus und es machte bestimmt den Schülern und Pädagogen keinen Spaß mehr in ihm zu lernen oder zu unterrichten.
  So griffen die Eltern der Schüler selbst zu Pinsel und Farbe. Gaben dem Klassenzimmer einen neuen Anstrich und fanden im Planungsbüro Richter & Kaup aus Görlitz einen Sponsor für die neue Auslegware des Klassenzimmers. So wurde mit neuem Bodenbelag und frischer Farbe ein neuer Raum, in dem es den Kindern und Lehrerinnen bestimmt wieder Spaß macht zu lernen und zu unterrichten.
          Wieder ein schöner Anblick
  Die Freude für das renovierte Zimmer ist auch der Schulleiterin Gudrun Koch anzusehen. Sie ist mit ihren Kolleginnen mit den Vorbereitungsarbeiten für das neue Schuljahr im Schulgebäude in Buchholz beschäftigt. „Es ist eine schöne Sache, wie sich hier die Eltern engagiert haben und ihren Kindern mit der Renovierung ihres künftigen Klassenzimmers optimale Bedingungen geschaffen haben. Dafür mein Dank und auch an das Planungsbüro für seine unkomplizierte und uneigennützige Hilfe bei der Beschaffung der neuen Auslegeware“, sagt sei beim Anblick des renovierten Klassenraumes.

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Markus Till spielt mit Leidenschaft Trompete. Der 27-jährige Löbauer, der heute in Bautzen zu Hause ist, gehört zur Stammbesetzung bei den Löbauer Bergmusikanten, den Original Heideländer Musikanten aus Trebus und der Feuerwehrkapelle Melaune. Foto: SZ/Uwe Soeder  

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 15. August 2007 +++

Nicht ohne meine Trompete
Von Jana Ulbrich

Markus Till aus Bautzen kam als Achtjähriger zur Blasmusik. Er ist gefragt in den Kapellen der Lausitz.
  Das Wochenende wird wieder anstrengend: Freitagabend Probe mit dem Blechbläserquintett der Löbauer Bergmusikanten. Sonnabendvormittag Auftritt mit dem Quintett. Sonnabendnachmittag Auftritt mit den „Original Heideländer Musikanten“ beim großen Heidefest in Trebus. Sonntag Festumzug in Trebus und anschließend gleich noch ein Konzert mit den Heideländern.
  Markus Till hat nichts gegen solcherart Anstrengung. Im Gegenteil: „Ich kann nicht mehr ohne“, sagt der 27-Jährige und grinst. So eine Trompete, die will schließlich auch gespielt sein.
  Acht Jahre alt war er, als er das erste Mal eine in den Händen hielt. Die Löbauer Bergmusikanten hatten sich in seiner Schule nach Nachwuchs umgesehen. Und da er gerade nichts besseres vorhatte, erzählt er, hat er sich eben gemeldet. Aus Neugier. Er hat gelernt, die Noten zu lesen und einen Rhythmus zu schlagen. Und nach einem Jahr bekam er sein erstes Instrument. „Das war echt klasse, die erste Trompete“, erinnert er sich. Viel üben musste er nicht, und bald schon spielte er mit den Großen.
          Viel mehr als nur Ufftata
  Markus Till ist heute ein gefragter Mann in den Blaskapellen der Oberlausitz. Nach wie vor gehört er zur Stammbesetzung der Löbauer Bergmusikanten, die unter der Leitung von Joachim Gocht beweisen, dass Blasmusik „viel mehr ist als nur Ufftata“ – und durchaus auch etwas für Jugendliche. „Die Leute sind jedesmal begeistert und staunen, wie wir zum Beispiel Beethoven oder die Beatles interpretieren“. Bei den „Heideländern“ in Trebus geht’s da schon traditioneller zu. Was nicht heißt, dass Markus Till dort nicht genauso gerne zur Stammbesetzung gehört. Kapellenchef Hartmut Hübner hatte ihn gefragt, ob er nicht Lust und Zeit hätte, bei ihnen mitzumachen. Das war nach einem Auftritt mit der Feuerwehrkapelle Melaune. Auch der fehlte vor Jahren ein Trompeter – und Till ist geblieben.
          Wenn mal Not am Mann ist
  Viele Kapellen hätten Nachwuchssorgen, erzählt er. Das sei ja auch der Grund, warum er außerdem noch mal hier und mal da einspringt, wenn Not am Trompeter ist. „Man kann ja auch schwer nein sagen, in so einer Kapelle sind ja alle auf jeden angewiesen.“ Markus Till genügt ein Blick auf die Noten – und schon ist er dabei. Das Spielen im Blasorchester ist eine gute Schule, sagt er, auch wenn er keine klassische Musikschulausbildung genossen hat.
  Seine Trompete kennt Markus Till wie einen guten Freund. „Man muss den Ton im Gefühl haben“, sagt er. „Man muss sich einspielen, herausfinden, wie das Instrument reagiert.“
 Und gut gepflegt will sie sein, die Trompete, immer gut geputzt, geölt und gefettet. An diesem Wochenende wird sie wieder ihre Solis schmettern. Markus Till freut sich drauf.

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Das Dach des Mühlengebäudes wurde jahrzehntelang nur geflickt. Jetzt muss Eberhard Schade alle Pappschichten runterholen. Foto: Thorsten Eckert  

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 14. August 2007 +++

Dachpappe weicht einem neuen Blechdach
Von Kerstin Fiedler

Wasserkretscham. An der Wassermühle wird derzeit gewerkelt. Der Besitzer investierte mehrfach in die Sanierung.
  Seit 1846 ist die Mühle im Landkreis Bautzen in Familienbesitz. Eberhard Schade ist der jetzige Besitzer. „Die Originalurkunde des Kaufvertrags habe ich noch da“, sagt er. Zurzeit arbeitet er wohl mehr an der Mühle als im Auftrag seiner Kunden. „Wir haben bereits im oberen Mühlgraben des Löbauer Wassers die Turbineneinlaufschützen entsprechend der gesetzlichen Vorschriften gebaut“, sagt Eberhard Schade. Das sind Tafeln, die das Wasser absperren können. Auch das Horizontal- und Vertikalgatter wurde erneuert sowie der Turbinenrechen neu eingebaut. Nun ist das Dach dran.
  Das Gebäude wurde nach dem Krieg 1948 völlig neu aufgebaut. „Die Dachpappe von damals ist wohl jetzt auch noch drauf“, vermutet der Mühlenbesitzer, denn er weiß, dass seither das Dach nur geflickt und eine Lage über die andere gepappt wurde. Jetzt entsorgt er das alte Material. Es kommt dann anschließend Aluminiumtrapezblech drauf. Die Arbeiten führen zwei junge Männer aus, die sich erst kürzlich als Dachdeckerei und Zimmerei selbstständig gemacht haben. „Ein junger Mann aus Maltitz ist das mit seinem Freund aus Weigersdorf“, erzählt Eberhard Schade, der froh ist, dass die beiden den Auftrag haben. Allein an Materialkosten investierte Schade für die Vorhaben über 12 000 Euro.
  Eberhard Schade ist gelernter Kfz-Schlosser. Bis 1979 betrieb sein Vater die Mühle und das Sägewerk, danach übernahm es die Mutter. Schade selbst ist seit 1996 selbstständig. Er arbeitet überwiegend für Privatkunden, führt sogenannte Lohnschnittarbeiten durch. Das heißt, die Kunden bringen ihre Stämme und lassen sie in Wasserkretscham auf die gewünschte Größe sägen. Eberhard Schade verkauft aber auch Bauholz. Das Holz bekommt er vorwiegend aus den Königshainer Bergen.
          Zweites Standbein aufgebaut
  Als zweites Standbein hat sich der Mühlenchef auf das Schärfen von Ketten- und Kreissägen spezialisiert. Er repariert aber auch Motorsägen. „Da kommt mir mein Beruf ja zugute“, sagt Schade. Für mehr als nur einen reicht die Arbeit allerdings nicht. Dabei gab es in dem Gebiet schon mal viel mehr Arbeit, erinnert sich Eberhard Schade. „In den 20/30er Jahren beschäftigte mein Großvater bis zu 20 Leute. Er hat damals eine Dampfmaschine angebaut. Die wurde allerdings 1968 verschrottet“, sagt Schade.
  Da der Teil von Wasserkretscham, der zur Stadt Weißenberg gehört, nicht gerade viele Einwohner hat, engagiert sich Eberhard Schade in den Nachbardörfern. Doch an einem Tag im Jahr ist auch ihm Aufmerksamkeit gewiss. Zum Mühlentag kamen fast 200 Gäste. Bei Führungen zeigte er seine Technik, in gemütlicher Atmosphäre kamen die Besucher ins Gespräch. Immerhin ist die Mühle ja auch ein Punkt entlang des Mühlenradweges. „Ich staune immer wieder, welches große Interesse an der Wasserkraft besteht“, sagt Eberhard Schade. Doch im Gegensatz zur Niedermühle Weißenberg hat er selten Probleme mit dem Wasser. „Ich brauche keinen kontinuierlichen Wasserstand, weil ich keinen Strom erzeuge wie es an der Niedermühle der Fall ist“, erklärt Schade. Höchstens Hochwasser könnte ihm Sorgen bereiten, denn das Löbauer Wasser umfließt sein Grundstück.

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Blick von der Straße an der Kirche auf die Schulgasse, die inmitten der Auenwiese über das Buchholzer Wasser führt. Foto: Ullrich Martin  

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 11. August 2007 +++

Auch kleinere Dinge gehören dazu
Von Ullrich Martin

  n den Buchholzer Straßenansichten vom 1./2. Juli 2006 ging es nicht nur um eine Zuckertüte, gefüllt mit Sirup und Holzwolle, sondern auch um den Stolperstein Schulgasse. Mittendrin im herausgeputzten historischen Dorfkern trennt der kaum 100 Meter lange Weg die Alte und Neue Schule. SZ schrieb: „Monatelang war die Gasse gesperrt. Mehrmals stand sie, nur für Fußgänger und Radfahrer zugelassen, im Ortschaftsrat zur Diskussion. Ohne Erfolg.“
  Doch schon damals tat sich etwas. Arbeiter des Bauhofes begannen, die Verbindung zwischen den Straßen an der Kirche und Richtung Gebelzig, in Ordnung zu bringen.
  Anlieger Dietrich Kamber, der jüngst mit dem neuen, roten Dach an seinem Haus für einen besonderen Farbtupfer sorgte, konnte zufrieden sein: „Jahrelang regte ich mich darüber auf, dass sich am Weg und damit in der Auenwiese nichts tat. Jetzt ist die Wiese ordentlich gemäht, auf dem Weg ein fester Belag drauf, Gras angesät. Bei starkem Regen macht sich das schon bemerkbar. Schließlich wohne ich direkt am Buchholzer Wasser.“ Von Vorteil sind ebenso die Angleichung des Höhenunterschiedes und das Ausfüllen der Wegeränder mit Sand zur Wasseraufnahme. So wurde vorausschauend geplant, um zusätzlich für den Hochwasserschutz zu sorgen. Das Setzen von Großpflaster als optische Eingrenzung von der Schule aus vervollständigt den guten Eindruck.
  Für Ortsvorsteher Udo Gleisenberg ist dieser einstige Stolperstein nicht das Maß aller Dinge. „Aber auch solch kleinere Vorhaben, die nicht im Mittelpunkt stehen und das ganze Dorf bewegen, müssen erledigt werden. Außerdem bringen Helfer ihre Ideen ein und machen mit.“
  Der überfällige Wegebau soll nur der Anfang sein, an und unterhalb der Grundschule ein kleines Naturidyll zu schaffen. Mit viel Grün, einer blühenden Ginsterhecke und Sitzgelegenheit am Buchholzer Wasser. „Warum sollen hier die Pilger nicht Ruhe und Entspannung finden? Die Herberge in der Alten Schule wird von den jungen Menschen, die entlang des Jakobsweges pilgern, ja sehr gut angenommen,“ blickt Udo Gleisenberg voraus.
  Dieses kleine Fleckchen Erde wird neben dem Dorfzentrum mit Schule, Pfarrhaus, Kirche und vielen neuen und restaurierten Häusern sicher bald eine besondere Rolle spielen. Buchholz zählt zu den zehn Dörfern im Landkreis, die sich am landesweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beteiligen. Der Ortsvorsteher: „Auch falls wir nicht zu den Siegern gehören sollten, ist das kein Beinbruch. Wir bleiben deshalb unserer Linie treu, gemeinsam für ein schönes, anziehendes Buchholz zu sorgen und im Ort was losmachen.“


Diebe stehlen Teile aus BMW

Königshain. In der Nacht zum Donnerstag drangen Unbekannte in einen BMW ein, der auf einem Parkplatz an der Kreisstraße zwischen Königshain und Arnsdorf abgestellt war. Sie entwendeten aus diesem die komplette Sitzgarnitur, das Handschuhfach und andere Teile. Der Gesamtschaden beträgt rund 1700 Euro. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 9. August 2007 +++
Dorffest zwischen Breakdance und Feuerwehr

Arnsdorf.
Drei Tage wird in dem Vierkirchener Ortsteil Dorffest gefeiert. Los geht’s am 17. August mit einem Seniorennachmittag und den „Original Heideländer Musikanten“. Am Abend steigt ab 20Uhr eine Disco-Nacht im Festzelt am Sportplatz mit Eröffnungsfeuerwerk. Sonnabends kann ebenfalls ab 20 Uhr wieder das Tanzbein geschwungen werden. Eine Breakdanceshow steht ebenfalls auf dem Plan.
  Der Sonntag beginnt 10 Uhr mit Frühschoppen. Anschließend messen zehn Wehren aus der Region in einem Feuerwehrwettkampf ihre Kräfte. Jugendwehren ermitteln die besten bei einer Gruppenstafette. Ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Kinderüberraschungen, Comedy, Gesang und Moderation ist ab 15 Uhr zu erleben. Organisator des Festes ist der Sportverein Arnsdorf-Hilbersdorf. (cj)

 

Polizeibericht

PKW-Fahrerin beachtet die Vorfahrt nicht


Reichenbach. Eine 66-jährige PKW-Fahrerin war am Dienstag, gegen 18 Uhr, im Ortsteil Döbschütz in Richtung Melaune unterwegs. An der Einmündung nach Krobnitz beachtete sie einen vorfahrtberechtigten, von rechts kommenden Renault nicht. Es kam zum Zusammenstoß und 3000 Euro Sachschaden.

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Die Kirche in Melaune ist eine der vier auf dem Wappen. Foto: B. Donke

 

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 8. August 2007 +++
Vier Gotteshäuser prägen die Gemeinde
Von Bernhard Donke

Viele Gemeinden des Kreises haben ein Wappen als Erkennungszeichen. Die SZ stellt sie vor. Heute: Vierkirchen

  „Gleich nachdem sich 1994 die einst politisch selbstständigen Gemeinden Buchholz-Tetta mit den Ortsteilen Wasserkretscham und Rotkretscham, Melaune mit den Ortsteilen Prachenau und Döbschütz sowie Arnsdorf-Hilbersdorf zur Gemeinde Vierkirchen zusammengeschlossen hatten, waren wir auf der Suche nach einem Wappen, mit dem die neue Gemeinde nach außen hin repräsentieren kann“, erzählt Herbert Riedel. Der heutige Pensionär war zu dieser Zeit Bürgermeister der neugegründeten Gemeinde Vierkirchen. Von den Gemeinderäten erhielt ein Grafiker den Auftrag, ein entsprechendes Wappen für die Gemeinde zu entwerfen.
  „Es sollte bestimmte Symbole der neuen Großgemeinde enthalten und auch unsere hier in der Region vorhandene Naturgegebenheiten und Lebensgewohnheiten wiedergeben“, erzählt Herbert Riedel weiter. Nach mehreren Entwürfen haben sich dann die Gemeinderäte für den des heutigen Wappens entschieden. So wählte der Grafiker als Symbole für die Gemeinde Vierkirchen die vier Kirchen der einzelnen Ortsteile. Sie haben ja auch dem neugegründeten Gemeindegebilde den Namen gegeben. Die Kirchen wurden in das dreigeteilte Wappen von unten nach oben in das blaue Feld eingesetzt: Den Anfang links unten macht die Tettaer Kirche, gefolgt von der Buchholzer, Melauner und zum Schluss der Arnsdorfer Kirche.
  Alle vier Kirchen sind für den Betrachter gut an ihren charakteristischen Kirchtürmen zu erkennen. Als Farbe wurde für sie Goldgelb gewählt, das auch auf die Zugehörigkeit zur Oberlausitz verweist. Das blaue Feld, so sagt Herbert Riedel, symbolisiert die seit dem Mittelalter intensiv betriebene Teichwirtschaft; wobei auch hier die Farbe Blau wieder auf die Oberlausitz hinweist. Forst- und Landwirtschaft, ebenfalls eine der Haupterwerbsquellen der hier lebenden Bevölkerung, symbolisiert das untere, grüne Feld. Das obere, kleine, weiße Feld hat keine Bedeutung, es dient als Abgrenzung.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 7. August 2007 +++
Feuerwehr wird in den Festtrubel eingebunden

Herr Weigel, in den vergangenen Jahren hielt allein der Sportverein Arnsdorf-Hilbersdorf die Fäden für die Vorbereitung des Dorffestes in der Hand?

Genauso ist es. Deshalb freuen wir uns als Feuerwehr besonders, in diesem Jahr mit ins Boot geholt zu werden. Wir wurden von den Sportlern übrigens mit offenen Armen empfangen.

Und warum wollte die Feuerwehr diesmal mitmachen?

Mit dem Sportverein möchten wir auch künftig enger zusammenarbeiten. Allein stemmen können wir so eine Veranstaltung nicht. Dazu fehlt es uns schlicht und einfach am Personal und am entsprechenden Platz. Dafür sichern wir zum Beispiel das Feuerwerk ab.

Was organisieren die Floriansjünger in Eigenregie?

Es wird am Sonntag zwei Wettkämpfe geben. Die aktiven Kameraden sind mit einem großen Löschangriff dabei. Für die Jugend findet eine sogenannte Gruppenstafette statt.

Was verbirgt sich dahinter?

Jeweils sechs Kinder absolvieren einen Parcours. Dabei müssen sie Schläuche kuppeln, Knoten binden oder Behälter mit Wasser zielsicher treffen. Das Zusammenspiel in einer solchen Gruppe zeigt den Jungen und Mädchen, dass man gemeinsam viel erreichen kann.

Werden Wehren aus anderen Orten dabei sein?

Natürlich. Darüber freuen wir uns auch sehr. Bei den Jugendlichen nehmen Reichenbach, Königshain, Sohland, Ebersbach und Vierkirchen teil. Zehn Wehren aus der gesamten Region konnten bei den Erwachsenen zum Mitmachen animiert werden. Für unseren kleinen Ort ist das eine beachtliche Zahl.

Also ein großer Wettkampf, der von einer kleinen Wehr organisatorisch gestemmt wird?

Na ja, wir haben immerhin rund 40 Mitglieder. Etwa die Hälfte von ihnen ist aktiv. Trotzdem drücken auch uns die Sorgen um den Nachwuchs. Mit solchen Wettkämpfen möchten wir deshalb gleichzeitig interessierte Jungen und Mädchen anlocken, einfach mal vorbeizuschauen. Wer möchte, kann übrigens selbst als Freizeitteilnehmer beim Brand eines „Gebäudes“ löschen helfen. Mehr wird aber noch nicht verraten.

Gespräch: Constanze Junghanß
Das Dorffest steigt vom 17. bis 19. August. Der Wettkampf der Feuerwehren beginnt am 19. August, um 11 Uhr, auf dem Sportplatz in Arnsdorf.

Eine ständige Ausstellung erinnert an den preußischen Kriegsminister Albrecht von Roon, der das Schloss 1873 erworben hatte.  

Krobnitz erinnert an meine Kindheit
  Über Ihren Beitrag zum Schloss Krobnitz habe ich mich sehr gefreut. Alles erinnerte mich an meine Kindheit. Jetzt bin ich fast 85 und habe bis zum 14. Lebensjahr in Melaune gelebt, musste ab dem 5. Schuljahr nach Niesky in die Schule fahren– ab Haltestelle Döbschütz, mit dem Postauto, das von Reichenbach abfuhr, über die Dörfer. Auch über Jänkendorf, wo das Schloss des Prinzen Reuss von Plauen stand. Auch dessen drei Kinder, zwei Jungs und ein Mädchen, gingen in Niesky zur Schule. Das Mädchen, die kleine Prinzessin Edina, ging in meine Klasse. Es ergab sich, dass wir uns, vom Vater gefahren, damals gegenseitig besuchten und so lernte ich dort Schloss und Park mit Teich kennen. Die Familie wohnte aber im Gärtnerhaus, das war billiger. Aber auch dort bot ein Diener die Speisen an und füllte die Gläser.
          Kein Knicks erforderlich
  Meine Mutter sagte mir vor der ersten Einladung: „Du musst zu den Eltern ,Durchlaucht’ sagen und einen Knicks machen“ und übte das mit mir. Dort wurde mir dann gesagt, es sei nicht nötig. Als wir die Tiere in den Ställen besucht und gestreichelt hatten, badeten wir im Teich und spielten im Park. Die Brüder hatten einen Hauslehrer und Edina, die wir in der Schule kurz Dina nannten, eine Hauslehrerin. Beide waren selbst noch jung und störten uns nicht. Was mir gefiel: Jedes Kind hatte ein eigenes Pferd zum Reiten und gemeinsam Wagen und Schlitten für den Winter. Dass wir uns angefreundet hatten, lag wohl daran, dass wir beide Dorfkinder waren, im Gegensatz zu denen aus der Stadt, die ja am Nachmittag ihre eigenen anderen Beschäftigungen hatten oder im schuleigenen Internat lebten.
  Es gab damals keine Schulbusse für die Landkinder. Nur eben das Postauto zwischen Reichenbach und Niesky. Mein Weg von Melaune nach Döbschütz war ein Damm, der am Schloss in Döbschütz endete. Dies mit dem Rittergut gehörte damals einem Doktor der Landwirtschaft, der mit den alten Eltern und einer Schwester dort lebte und wo ich als Kind mit meinen Eltern manchmal eingeladen war. Dort durfte ich reiten und der Gutsherr zeigte mir alle Tiere in den Ställen und auf der Weide. Er führte einige praktische Neuerungen in der Landwirtschaft ein.
          Neuerungen aus Amerika
  Er hatte an dem Dammweg, der von alten Eichen gesäumt war, Hütten für die Schweine gebaut und mit Schilf gedeckt. So hatten die Schweine ihr Futter an den reichlichen Eicheln und lebten dort im Freien. Dann hatte er einen Pflug für die Felder und nutzte dessen Maschine auch zum Dämpfen der Egge-Kartoffeln für die Silos und zum Brennen von Spiritus. So wurde alles verwertet. Er hatte wohl manches aus Amerika mitgebracht an landwirtschaftlichen Neuerungen. Er hat es mir erklärt, obwohl ich ja noch ein Kind war. Manchmal, wenn ich mit den Eltern auf dem Heimweg war, auf dem Damm zwischen Döbschütz und Melaune, lief mir der Jagdhund hinterher, den ich dann wieder zurückbringen musste. Was mir damals großen Eindruck machte, war das, was die Eltern mir erzählten. Der Vater des Gutshauses, Daniel, war beim damaligen Grafen Roon in Krobnitz Verwalter gewesen und hatte dabei so viel ersparen können, seinem Sohn das Studium bis zum Doktor zu ermöglichen, um ihm dann das damals freie Gut mit Schloss in Döbschütz zu kaufen. Dort lebten sie dann, als der Vater alt war, zusammen. Diese Möglichkeit, ein Rittergut einfach so dem Sohn zu erwerben, erschien mir damals als Kind ungeheuerlich.
          Mit 14 weg aus der Heimat
  Ich sah aber auch mit wachen Augen die Unterschiede in der Lebensführung der Schlossbewohner und der dazugehörigen Landarbeiter, deren Kinder mit mir vier Jahre in die Dorfschule gingen. Als ich darüber daheim sprach, sagte meine Mutter: „Du bist ja ein kleiner Kommunist!“ Die Bedeutung dieses Wortes kannte ich damals noch nicht. Auf meine Fragen wurde ich auf später vertröstet. „Später“ hatte dann für mich eine sehr traurige Erfahrung. Meine Eltern zogen mit mir von Melaune weg, das für mich eine Heimat war, wie ich dachte, für immer. Mit Haus, Garten und Tieren und den Freunden. Ich war 14 Jahre und habe diesen Kummer bis heute nicht vergessen.
  Obwohl noch viel Schlimmeres folgen sollte, nämlich eine Vertreibung ganz anderer Art. In „fünf Minuten raus“ mit Bedrohung durch drei polnische Soldaten mit auf uns gerichteten Gewehren. Dass dies ernst gemeint war, bewiesen zwei Leichen im Hof ihrer Grundstücke. In einem langen Treck, zu dem noch andere Bewohner aus Nachbarorten gehörten, zogen wir so in wohl drei Wochen bis nach Forst, wo wir an der Neißebrücke „freien Abzug“ hatten. In eine Freiheit, wo am anderen Ufer viele Menschen lagerten, die wie wir nicht wussten wohin. Aber das war dann ein anderes Leben.
         Einziger überlebender Junge
  Meine eigentliche Heimat aber war immer das Dorf meiner Kindheit geblieben. Von den neun Jungen aus meiner Dorfschulklasse sind acht gefallen, die in Holz geschnitten im Eingang der Kirche eine Gedenktafel haben, wo wir alten Frauen an unserer goldenen Konfirmation unsere geschenkten Blumen niederlegten. Gefeiert wurde nach dem Gottesdienst unterhalb des „Burgberges“, der zwischen Krobnitz und Döbschütz liegt, und von wo es nach beiden Seiten zu den Schlössern unterirdische Gänge geben sollte, die wir als Kinder zu erkunden versuchten.
  Jedenfalls danke ich Ihnen, der Zeitung, von ganzen Herzen für den Beitrag und den Kartenausschnitt, der mir meine alte Heimat mit allen Erinnerungen wieder so nahe brachte. Vielleicht können Sie auch einmal etwas über das Wasserschloss Döbschütz bringen. Noch heute ist mir der Vater Daniel bewundernswert, wie er das schaffte, es für seinen ebenso tüchtigen Sohn zu erwerben. Im kleinen Maßstab taten das ja auch die Handwerker in unserem Dorf, wie ich das miterlebte.

Cordel Bertram, 01561 Ebersbach

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Stefan Jung inmitten seines „Tomatendschungels“. Die Pflanzen werden naturnah angebaut.  

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 6. August 2007 +++
„Verrückte“ Tomaten angebaut
Von Constanze Junghanß

Hilbersdorf. „Green Zebras“ und andere Spezialitäten sollen die Kasse einer kleinen Gärtnerei klingeln lassen.

  Der Film „Grüne Tomaten“ des Regisseurs John Avnet füllte 1991 die Kinokassen. Ob die Kassen bei der Hilbersdorfer Gärtnerei ebenfalls klingeln, wird sich zeigen. Seit Kurzem baut Stefan Jung grüne Tomaten der Sorte „Green Zebra“ an. Auch die wie eine zusammengewachsene Weintraube aussehende „Reisetomate“, die schwarz-grün gestreifte Sorte „Zebrino“ oder die alte Kultursorte und Fleischtomate „Schlesische Himbeere“ wachsen hier unter Folie.
  „Auf die Idee, außergewöhnliche Tomaten anzupflanzen, kam die Gärtnerei durch den Tag der Kulturpflanze in Görlitz 2004“, erzählt Stefan Jung. Weit über tausend wenn nicht sogar mehr Tomatensorten gebe es weltweit. „In Deutschland wird davon für den Handel nur ein minimaler Bruchteil angebaut“, sagt der 36-Jährige.
  Um den Verbraucher mit der Sortenvielfalt vertraut zu machen und das eigene Sortiment zu vergrößern sind 500 Quadratmeter Anbaufläche notwendig. Bereits im Januar werden die Pflänzchen der besonderen Sorten gezogen. Gleichzeitig baut der Landwirt als Unterlage eine Kreuzung aus Wildtomaten an, die gegen Wurzelkrankheiten unempfindlich sind.
  Haben die Nachtschattengewächse eine Größe von rund zehn Zentimetern erreicht, werden sie per Hand veredelt. „Nematoden oder die Korkwurzelkrankheit haben kaum Chancen, sich auszubreiten“, sagt Jung. Bis zu einer Länge von sechs Metern schlängeln sich die Triebe.
  Unter der Folie fühlt man sich wie in einem Tomatendschungel. Gelbe, rote, rosafarbene, fast schwarze und gestreifte Früchte wachsen nebeneinander. „Die Sorte Zebrino ist eine Neuzüchtung. Diese und weitere Samen bestellten wir über einen Spezialversand“, sagt der Unternehmer. Ein Teil des Saatgutes stammt aus den Anbauversuchen einer Reichenbacher Kleingärtnerin.
           Chemie nur im Notfall
  Chemie kommt nur im Notfall zum Einsatz. Genmanipulation spielt keine Rolle. Auch baut die Gärtnerei traditionell ihre Pflanzen auf Erde an und nicht wie in der Großproduktion auf Hydroponik. „Das ist eine Technik, die Wasser angereichert mit Nährlösungen anstelle von Erde einsetzt, um ein steriles Wurzelmedium zu erhalten“, sagt Jung. Zur Bekämpfung der Schädlinge werden tierische Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen und Schlupfwespen genutzt. Um Pilzerkrankungen wie der Braunfäule oder dem Grauschimmel vorzubeugen, dürfen die Pflanzen keinem Morgentau ausgesetzt sein. Deshalb heizt Jung in kalten Nächten auch im Sommer mit seiner Biomasseheizung. Sägespäne sind hierbei der Brennstoff. Tomaten und Gurken aus dem naturnahen Anbau werden in den Gemüseabo-Körben, an kleine regionale Händler und direkt vor Ort verkauft.Gärtnerei Jung

  Die Gärtnerei Jung ist in Hilbersdorf Nr. 108 zu finden. Sie besteht seit über 50 Jahren. Bis zur Wende wurden vor allem Zierpflanzen angebaut. Danach erfolgte die Umstellung auf Gemüse.
  Im Herbst bietet die Gärtnerei die Selbsternte von Feldfrüchten wie Kohl, Möhren, Zwiebeln, Porree, Rosenkohl an. Feste Termine dafür werden noch bekannt gegeben.
  Öffnungszeiten: Dienstag, von 13 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag, von 9 bis 11 und von 13 bis 18 Uhr, Sonnabend, von 9 bis 12 Uhr

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Auf dem historischen Wegweiser in Prachenau steht noch der über 470 Jahre gebräuchliche frühere Ortsname von Buchholz. Foto: Bernhard Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 4. August 2007 +++

Buchholz hieß einst Krischa
Von Bernhard Donke

Zwischen 1936 und 1945 gab es in der Oberlausitz zahlreiche politisch frei erfundene Dorfnamen.
  So macher jüngere Betrachter wird sich über den Namen Krischa wundern, der auf einem historischen Wegweiser in Prachenau in der Gemeinde Vierkirchen zu lesen ist. Auch beim Studium älterer Dokumente – zum Beispiel Fahrplänen der einstigen Eisenbahnlinie von Görlitz bis nach Weißenberg – ist diese Ortsbezeichnung üblich. Die jungen Leute fragen heute: Krischa, was ist das nur für ein Ort, wo mag der nur liegen?
  Ältere Einwohner wissen darauf die Antwort. Noch jedenfalls können sie die Auskunft geben, dass Krischa und Buchholz ein und dasselbe Dorf sind. Genaueres freilich wissen nur historisch Bewanderte. Zum Beispiel, dass es den Namen Krischa seit 1305 gab, damals noch in der erst erwähnten Form „Chrisowbis“. Krischa klang jedoch den deutschen Behörden der Nazi-Zeit nicht „arisch“ genug, so dass er der sogenannten Germanisierungspolitik im Nationalsozialismus zum Opfer fiel. 1933, schon kurz nach dem braunen Machtantritt, begann diese Verdrängung meist slawischer Einflüsse. Dazu zählt auch die 1936 in der gesamten Oberlausitz vorgenommene Umbenennung von 56 Orten. Darunter war auch Krischa, das fortan den Namen Buchholz bekam.
  Nach 1945 waren nicht alle Dörfer an der Rückbenennung interessiert. So blieb Buchholz denn bis heute ebenso bestehen wie Weinhübel (Posottendorf-Leschwitz) oder Hagenwerder (Nikrisch). Anders dagegen verfuhren zum Beispiel die Gemeinden Tetta (Margaretenhof), Deschka (Auenwald), Uhyst (Spreefurt), Diehsa (Altmarkt), Noes (Bleichenau), Podrosche (Grenzkirch), Kreba (Heideanger), Torga (Kleeberg), Wiesa (Rabental), Stannewisch (Steinhufen), Thräna (Stiftswiese), Mücka (Stockteich) oder Horka (Wehrkirch).

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 2. August 2007 +++

Neue Ideen aus Franken
Von Constanze Junghanß

Melaune. Zehn Landfrauen besuchen den Deutschen Landfrauentag und wickeln bald wieder die Erntekrone.

  Unter den 50 Frauen aus Sachsen, die jüngst für drei Tage in die Fränkische Schweiz zum Deutschen Landfrauentag fuhren, waren auch zehn Melauner Landfrauen vertreten. „Wir haben die Schönheiten von Bamberg, Gößweinstein und der Binghöhle in Führungen kennen gelernt“, erzählt Heike Windler. Die Vereinsvorsitzende sagt, dass die Sorgen und Nöte der dortigen Landwirte, die durch die Kleinstrukturierung der Flächen zu 80 Prozent im Nebenerwerb betrieben werden, zur Sprache kamen. Dabei wären Parallelen zur hiesigen Landwirtschaft aufgefallen.
  „Im größten zusammenhängenden Kirschanbaugebiet Europas haben die Bauern die gleichen Probleme wie wir“, so Heike Windler. Die Ernte könne nur über ausländische Arbeitskräfte gesichert werden. Die Vermarktung über Großmärkte sei schwierig. Lieber würden dort Kirschen aus Übersee angeboten. „Wer versteht das eigentlich – gerade in Zeiten des Klimawandels“, fragt die Vereinsvorsitzende. Auch die Dörfer litten unter der Abwanderung der Jugend. Ein gemeinsames Ziel soll deshalb sein, die Orte attraktiver zu gestalten.
  An dem Treffen nahmen insgesamt 6500 Landfrauen aus ganz Deutschland teil. Die Landfrauen-Präsidentin Erika Lenz und die Politiker Edmund Stoiber und Ursula von der Leyen kamen zu Wort. „Wir kehrten mit vielen neuen Ideen und Kontakten in die Heimat zurück“, schätzt Heike Windler ein. Es mache Mut, in solch einem großen Verband Mitglied zu sein. „Denn nur gemeinsam sind wir stark und können etwas bewegen.“
  Gegründet haben sich die Landfrauen in Vierkirchen 1994. Über 20 Mitglieder sind hier aktiv. Ziel ist, dass frühere Landleben wieder aufleben zu lassen, Projekte in Schulen anzubieten oder die Erntekrone für die Landesausstellung und die Kirche zu binden. Dieser Termin steht kurz vor der Tür. Am 7. August wird bei Familie Windler in Tetta Nr. 5, ab 18 Uhr, die Erntekrone gewickelt. Interessenten sind herzlich eingeladen, mitzumachen.

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Gabriele Pursche kocht leidenschaftlich gern. Ihre Speisen werden von Vereinen, regionalen Unternehmen und Privatpersonen angefordert.Foto: C. Junghanß  

Mit geräucherten Eiern in die Selbstständigkeit
Von Constanze Junghanß

Arnsdorf. Für Gabriele Pursche hat sich in einem Jahr Selbstständigkeit einiges geändert.

  Gabriele Pursche kocht gern und gut. Aus ihrem Talent ist ihre Geschäftsidee entstanden. Die Arnsdorferin bietet einen Imbiss- und Partyservice an. „Die Nachfrage dafür war da. Viele Leute haben mir Mut gemacht. Bisher habe ich die Selbstständigkeit nicht bereut“, erzählt die Unternehmerin, die eigentlich einen Beruf in der Textilbranche erlernte und später als Kantinenwirtin im Volksgut Hilbersdorf arbeitete. Nach dessen Schließung Mitte der 90er Jahre wechselte sie von Arbeitgeber zu Arbeitgeber, sammelte manchmal schlechte Erfahrungen mit ausbleibendem Lohn. Später drückte sie noch einmal die Schulbank und schloss als Fachlogistikerin ihre Umschulung ab.
          Den Wagen gibt es nicht mehr
  Nun hat sich nach ihrem Start im Vorjahr einiges geändert. Den Imbissverkaufswagen, mit dem sie in den Dörfern Bockwurst, Fischsemmel und Co. an Frau oder Mann brachte, gibt es nicht mehr. Dafür fährt die 47-Jährige im Kombi das Essen aus. In der Küche ihrer Wohnung bereitet sie die Speisen für den Partyservice vor. Abnehmer sind ortsansässige Firmen, Vereine wie Feuerwehr und Sport sowie Privatpersonen. Unterstützung hat sie von Seiten der Gemeinde Vierkirchen erfahren. Ohne Probleme erteilte diese die notwendige Zusage, da sie in einer Mietwohnung der Kommune kocht. Während selbst Nachbarn und Freunde die Jungunternehmerin unterstützen, sei das von Seiten der Arbeitsagentur leider weniger der Fall. „Hier gab es keinerlei Hilfen und selbst auf Nachfragen wurde kaum reagiert, sogar der Telefonhörer manchmal einfach aufgelegt“, erzählt die engagierte Frau.
          Neue Idee vom Lebenspartner
  Dafür sprossen die Ideen, um ihr Konzept noch tragfähiger zu untermauern. Bei Frau Pursche wird geräuchert. Ideengeber dazu war Lebensgefährte Frank Pautsch, dessen Vater selbst das alte Handwerk durchführte. Zuerst jedoch wurde Lektüre gewälzt, Informationen gesammelt und Rezepte ausprobiert. „Von nichts kommt eben nichts“, meint Gabriele Pursche. Die Waren zum Räuchern besorgt sie auf Bestellung und immer frisch. Gerade bei Fisch sei das besonders wichtig. Doch auch Käse, Hähnchenschenkel und selbst Eier landen auf Wunsch im Ofen, nachdem sie zuvor gewässert und im Kräutersud eingelegt wurden. Das Rezept dafür verrät die Arnsdorferin nicht. „Das ist streng geheim“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Mittlerweile komme die Kundschaft sogar von außerhalb. Und beim anstehenden Arnsdorfer Dorffest vom 17. bis 19. August übernimmt sie die kulinarische Betreuung der Gäste mit.

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Poesie und Satire zum Leben in der Lausitz

Buchholz. „Stadt-Land-Fluss“ heißt die 9. Lesenacht in Buchholz, die der christliche Tenne-Verein am 17. August organisiert. Damit startet ein Literarisches Programm zum Leben in der Lausitz. Michael Bittner, gebürtiger Görlitzer und heutiger Literaturwissenschaftler sowie Autor und Udo Tiffert, 1963 in Niesky geboren und Geschichten-, Lyrik- sowie Kabaretttexter, sind ab 19.30 Uhr zu Gast. Poetisch und satirisch möchten sich die beiden Lausitzer zweier Generationen in ihren Texten mit der östlichsten Region Deutschlands auseinandersetzen. Anschließend gibt es noch ein Lagerfeuer, Speisen und Getränke sowie eine kleine musikalische Umrahmung. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. (cj)

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Die „Alte Wassermühle“ mauserte sich von einer ehemaligen Ruine zum schönen Blickfang. Fotos: Constanze Junghanß

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 1. August 2007 +++

 

„Alte Wassermühle“ wird bald eingeweiht
Von Constanze Junghanß

Vierkirchen. In Melaune schreitet die Sanierung des historischen Bauwerks voran.

  Mehl gemahlen wird mit dem historischen Mühlrad schon lange nicht mehr. Der steinerne historische Zeitzeuge ist vielmehr Bestandteil eines Einbaus in der „Alten Wassermühle“. Deren Sanierung schreitet mit großen Schritten voran. „Alle wichtigen Innenarbeiten sind erledigt“, sagt Andreas Nedo.
          Viele Eigenleistungen
  Der Bürgermeister von Vierkirchen erzählt, dass der Heimatverein Eigenleistungen erbringt. „Zum Beispiel nähen die Frauen Gardinen, Renovierungs- und Maler- und Säuberungsarbeiten werden ebenso mit erledigt, wie Pflasterarbeiten und der Bau einer Trockenmauer“, sagt Vorstandsmitglied Eckehard Radisch. Der Verein soll die Bewirtschaftung der künftigen internationalen Begegnungsstätte übernehmen. Vereinsvorsitzender Herbert Riedel spricht über geplante Aktionen: „Grundgedanke ist die euroregionale Zusammenarbeit. Deshalb werden wir mit unserer tschechischen Partnergemeinde Pazeky nad Jizerou und unseren polnischen Partnern aus Jezów Sudecki hier Treffen, Foren und Ausstellungen durchführen“, sagt er. Geplant sind außerdem Vorstellungen der Vereine und Organisationen der Partnergemeinden.
  In Zusammenarbeit mit der Kommune möchte der Verein gesellige Nachmittage für Kinder und Senioren anbieten. „Nicht zu vergessen der Heimatgedanke, den wir mit anklingen lassen möchten“, sagt Herbert Riedel. Auf die ehemalige Nutzung als Mühle soll hingewiesen werden.
          Ausstellungen im Blick
  Ausstellungen zu Landwirtschaft und historischem Handwerk sind vorstellbar. Freuen würden sich die Mitglieder in diesem Zusammenhang über Leihgaben. „Schön wäre, wenn wir noch weitere Gegenstände und Mobiliar aus der Gründerzeit für das Haus finden“, ruft Eckehard Radisch auf.
  Andere Vereine nutzen die Räumlichkeiten künftig mit, heißt es von Seiten des Bürgermeisters. Dazu zählen zum Beispiel die Landfrauen, die Milzener oder die Gymnastikgruppe des Arnsdorfer Sportvereins. Anfang September wird die Begegnungsstätte eingeweiht. Der Jugendchor der polnischen Partnergemeinde ist mit dabei. Unterzeichnet wird ein Freundschaftsvertrag mit Pazecky nad Jizerou und die Geschichte der Mühle sowie das Baugeschehen passieren noch einmal Revue. Zum Tag des offenen Denkmals öffnet das Objekt für alle Interessenten seine Pforten. „Wir laden alle ganz herzlich ein, Melaune an diesem Tag zu besuchen“, wirbt Andreas Nedo. Die Gäste erwartet dabei ein kleines historisches Rahmenprogramm.
  Wer Möbel oder Gegenstände aus der Gründerzeit als Leihgaben zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei Herbert Riedel 035827/70300 oder Eckehard Radisch
( 035827/70403) melden.
  Die Einweihung der Mühle erfolgt am 7. September um 18 Uhr. Am 8. September öffnet das Haus von 10 bis 18 Uhr.

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Stülpner-Legende im Sommerkino

 

Arnsdorf. Das Landkino hat sein Sommerfilmprogramm erweitert und zeigt im August jeweils Montag, um 20 Uhr, Filme. Krug-Fans kommen dabei voll auf ihre Kosten. Am 6. August laufen zwei Teile der DDR-Fernsehserie „Die Stülpner-Legende“ (mit Manfred Krug), es folgen „Bankett für Achilles“ (mit Erwin Geschonneck), „Hauptmann Florian von der Mühle“ und „Kinnhaken“ (beide Filme mit Manfred Krug). (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 30. Juli 2007 +++

Bauboom in den Ortsteilen
Von Constanze Junghanß

Vierkirchen. In den Dörfern wird derzeit kräftig investiert.

Bereits seit Mai arbeitet eine Schöpstaler Firma daran, Kanäle, Schächte, Pumpstationen sowie Grundstücksanbindungen in Melaune und die Überleitung nach Buchholz über Tetta zu verlegen. Im Juli begann der Bau der Abwasserortsnetze in Tetta und Döbschütz. „Auch in Prachenau werden die Schmutz- und Regenwasserkanäle in diesem Monat in Angriff genommen“, sagt Bürgermeister Andreas Nedo. Dort soll anschließend, ebenso wie in Melaune, mit dem Straßenbau begonnen werden. Weiterhin erhält Melaune eine neue Straßenbeleuchtung.
  Im September steht in Arnsdorf die Erneuerung der „Berndtbrücke“ Richtung Thiemendorf an. Rund fünf Monate Bauzeit werden veranschlagt. Die Thiemendorfer Straße ist in dieser Zeit gesperrt. Umleitungen werden ausgeschrieben. „Ist der Winter mild, kann alles gut gelingen“, hofft Nedo.
  Die insgesamt 2,55 Millionen Euro teuren Abwasserarbeiten werden zu 60 Prozent mit Fördermitteln des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) finanziert.
  Straßenbau sowie Beleuchtung sind Sache der Gemeinde, die 75 Prozent des Geldes über das ALE gefördert bekommt. In Prachenau wurden dafür rund 450 000 Euro, in Melaune 350000Euro veranschlagt.

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Bilderschau wirbt für das Reiseland Polen
Von Constanze Junghanß

Buchholz. Fotografen haben den Alltag im Nachbarland aus einem ungewohnten Blickwinkel festgehalten.

  Fotografische Eindrücke von Polenreisen sind zurzeit in der Buchholzer Kirche zu sehen. Unter dem Motto „Polen beißt nicht“ hat die 25-jährige Marta Glauer eine Schau zusammengestellt, an der sich 14junge Menschen aus Chemnitz, Hamburg, Radeberg oder Gießen beteiligt haben. Sie alle haben sich längere Zeit in Polen aufgehalten und viele ihrer Erlebnisse fotografisch festgehalten.
  Dicht drängten sich die Besucher zur Eröffnung im Kirchenraum und bewundern einerseits die Naturschönheiten, andererseits die Weitsicht der jungen Fotografen. Christoph Höhne etwa war mit seiner Kamera in Szczecin (Stettin) unterwegs. Eine Fototafel zeigt Ansichten, die nachdenklich stimmen: Eine Bar, aus der wahrscheinlich zu später Stunde der Alkohol in Strömen fließt, ein Obdachloser mit leerem Blick, Jugendliche, die an einer Haltestelle mitten am Tag schlafen. Großstadtbilder, die es auch in Deutschland zu sehen gibt.
  Die Naturbilder dagegen vermitteln Einblicke in Lebensfreude und Harmonie. Anna Meier zog es an die winterliche Ostsee. Zwischen Eisschollen und am schneebedeckten Strand spielen Erwachsene in Badekappe und Badeanzug. Kalt wird es einem beim Betrachten dieser Bilder nicht, eher warm ums Herz. Maike Limprecht „fängt“ die Menschen mit ihrem Apparat ein. Bauer und Bäuerin pflügen ihren kleinen Kartoffelacker. „Die beiden sind sehr alt. Man sah ihnen an, wie schwer die Arbeit für sie war“, sagt sie. Sonnenuntergänge, grüne Landschaften oder sanfte Hügel – auch diese Bilder gibt es.
  Marta Glauer will mit der Ausstellung Deutsche auf das interessante Reiseland Polen aufmerksam machen. Leider wüssten die Deutschen noch immer fast nichts über ihre Heimat, sagt die junge Frau, die derzeit in Berlin Lehrer für Polnisch als Fremdsprache studiert und gleichzeitig ein interkulturelles Jugendprojekt in Freiberg leitet.
  Die Ausstellung ist bis zum 12. August täglich in der Zeit von 9 bis 18 Uhr zu sehen.

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Bei der Arnsdorfer Kirche sind die Tore täglich geöffnet.Fotos: C. Junghanß (3) 

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 27. Juli 2007 +++

Dem Landkino folgen Fotos
Von Constanze Junghanß

Arnsdorf. Bilder werden derzeit in der Kirche gezeigt. Bürger, Verein und Kirchengemeinde engagieren sich für ihr Gotteshaus.
  Moritz sucht in der sommerlichen Wärme stets ein schattiges Plätzchen. Der rotbraune Kater wählte sich dafür einen ganz besonderen Ort: Die ehemalige Patronatsloge in der Arnsdorfer Kirche.
  Andrea Gloger, Vorsitzende des Vereins für Kirchenbau und Dorfgeschichte, schmunzelt: „Vielleicht möchte sich Moritz unsere neue Ausstellung anschauen“, fragt sie augenzwinkernd. Unter dem Motto „Mein Garten Eden“ sind in den Schauvitrinen und an den Wänden rund 30 Fotografien zu entdecken. Buchholzer, Thiemendorfer, Reichenbacher und natürlich die Einheimischen fotografierten ihre Eindrücke zum Thema. Wer denkt, nur florale Aspekte spielen dabei eine Rolle, der irrt. Vorbeiziehende Wolkenfelder in der Abendsonne, ein grasgrüner Laubfrosch zwischen den Blättern des Asparagus, der in den Himmel steigende Heißluftballon oder auch ungestüme Wildnis im heimischen Wald sind neben „echten“ Garteneindrücken zu sehen. „Die Patronatsloge wurde vor etwa zwei Jahren renoviert und mit neuen Fenstern versehen“, sagt Andrea Gloger.
          Fotogalerie täglich geöffnet
  Von hier aus können die Besucher das gesamte Kirchenschiff überblicken. Bereits im Vorjahr wurde hier eine Ausstellung über die Geschichte des Gotteshauses vom Verein organisiert.
  Im Jahr 2007 beschäftigen sich Kirche und Verein intensiv mit der Thematik des Klimawandels. Der selbst gedrehte Vorfilm im Landkino, in dem über 20 Filme zu sehen waren, band das Motto ebenso ein, wie das Pfarrhoffest. „Jede Veranstaltung war sehr gut besucht. Viele Gäste bedauerten aber, dass im Juli die Saison des Landkinos zu Ende geht“, sagt Andrea Gloger. Deshalb wird es im August eine weitere Auflage geben. Jeden Montag flimmern ab 20 Uhr Defa-Filme über die Leinwand. Im September steigt die „Herbstvariante“ für zehn Tage.
  „Mit der Ausstellung möchten wir nun Optimismus unter dem Blickwinkel zeigen, wie schön und bewahrenswert Gottes Schöpfung ist“, sagt die Vereinsvorsitzende. Täglich öffnet die kleine Fotogalerie ihre Pforten. Auch bei der Kirche steht man nicht vor verschlossenen Toren. Die Kirchengemeinde nimmt seit mehreren Jahren an der Aktion „Offene Kirchen“ teil. Menschen, die innehalten möchten, Interessenten historischer Bausubstanz, Pilger, Neugierige sind hier jederzeit willkommen. Nachbarn, die bei der Kirche wohnen, kümmern sich ehrenamtlich im wöchentlichen Rhythmus um das Auf- und Zuschließen der Kirche.
  Arnsdorf ist zudem erste Pilgerstation nach Görlitz auf dem ökumenischen Jakobspilgerweg. Wanderer können im extra eingerichteten Pilgerquartier übernachten.
  Die Kirche in Arnsdorf öffnet täglich von 8 bis 20 Uhr. Es stehen für Pilgergruppen Übernachtungsmöglichkeiten bereit. Der Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte feiert im nächsten Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Er hat zurzeit 29 Mitglieder.


Annalena (vorn) und ihre Freundin Emma aus Arnsdorf freuten sich über Skier und Schlitten im sommerlichen Gefilde des diesjährigen Pfarrhoffestes.


Moritz fühlt sich auf den Vitrinen wohl. Was in ihnen steckt, können Zweibeiner bei einem künftigen Besuch in der „Offenen Kirche“ entdecken.

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Ausnahmeregel wird aufgehoben

Vierkirchen.
Die Gemeinde muss ihre Hauptsatzung umstellen. Grund dafür ist, dass nach der Wahl 2008 der Bürgermeister nur noch ehrenamtlich tätig sein kann. „Laut Gemeindeordnung ist das eigentlich schon immer so. Für Vierkirchen galt bisher eine Ausnahmeregelung, die von Seiten des Sächsischen Staatsministerium des Inneren nicht verlängert wurde“, sagt der amtierende Bürgermeister Andreas Nedo. Bei einer Einwohnerzahl von unter 5000 gelte es generell, dass der Bürgermeister ehrenamtlich arbeitet. In Vierkirchen leben knapp 2000 Menschen. (cj)

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 25. Juli 2007 +++

Kirche zeigt: Polen beißt nicht

Buchholz.
In den Logenräumen der evangelischen Kirche wird am Sonnabend, um 19 Uhr, eine neue Ausstellung eröffnet. Sie heißt „Polen beißt nicht“ und zeigt Bilder und Texte zum Nachbarland. Junge deutsche Freiwillige, die ein Jahr lang in Polen verbracht haben, sind federführend für die Schau. Der Tenne-Verein lädt Interessenten herzlich zur festlichen Eröffnung ein. Danach soll der Abend gemütlich auf der Wiese hinter der Tenne ausklingen, mit Feuer, Grillwurst und Getränken. (SZ)

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Viele Filmminuten sind dem Muffelwild in der kleinen Berglandschaft gewidmet. Fotos: Alpe-Verlag


Hartmut Riepe war mit seiner Kamera zwei Jahre lang in den Königshainer Bergen auf Bildersuche.

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 24. Juli 2007 +++

Dokumentation zeigt eindrucksvolle Landschaft

Königshain. Über Berge, Geschichte und Tierwelt entstand ein Farbfilm, der jetzt im Handel ist
  Die erste Begegnung mit den Königshainer Bergen hatten Helga und Hartmut Riepe im Jahr 2000. Die beiden aus Nienburg (Niedersachsen) kommenden Filmemacher waren privat in der Gegend. Beeindruckt vom Naturpotenzial der Königshainer Berge, den filmreifen Kulissen in den alten Granitbrüchen und der Geschichte der Landschaft entschlossen sie sich, diesem Teil der Oberlausitz einen Dokumentarfilm zu widmen.
  Nach zweijähriger Arbeit liegt der Film nun vor: „Die Königshainer Berge“, 48 Minuten auf DVD und VHS. Hartmut Riepe, Autor regionalgeschichtlicher Bücher aus seiner Heimat, Filmautor und Kameramann hat die vielseitigen Themenbereiche erzählend zusammengefasst. Dadurch ist ein kurzweiliger Film entstanden, der von der Schauspielerin Anke Homburg aus Bremen gesprochen wird.
  Am Beispiel des Bauernhofmuseums Markersdorf gibt der Film Einblicke in die frühere Lebens- und Wirtschaftsweise der Bevölkerung, beleuchtet das Wirken von Carl Adolph Gottlob von Schachmann, der als bedeutender Sozialreformer in die Regionalgeschichte eingegangen ist. Sein Barockschloss zeigt sich nach Abschluss der Sanierung und Rekonstruktion auch im Film in vollem Glanz.
  Über die Geschichte des Granitabbaus und die Arbeit der Steinschläger erzählen im Film Heinz Jäkel und Lutz Neugebauer, zwei Königshainer, die die schwere Arbeit in den Brüchen selbst erlebt haben. Ein Abstecher zu den Arnsdorfer Granitwerken, wo noch heute Granit gebrochen wird, fehlt ebensowenig wie die Geschichte der Eisenbahnverbindung von Görlitz nach Königshain-Hochstein, einer Bahn, die am Beginn ihrer Einrichtung bis nach Weißenberg fuhr.
  Besonders angetan waren Hartmut und Helga Riepe, die Licht und Ton verantwortet, von den Kirchen in den Ortschaften um die Königshainer Berge. Besonders die Kirche in Nieder Seifersdorf mit ihrer barocken Ausgestaltung, aber auch die Gruft der Familie von Nostitz in der Rengersdorfer (Kodersdorfer) Kirche haben die Filmproduzenten nach eigenem Bekunden beeindruckt. Nach einer Wanderung auf dem Jakobsweg über die Königshainer Berge lauscht der Film in der Königshainer Kirche der Organistin Helga Walther beim Orgelspiel. Die Filmmusik schrieb der Kasseler Komponist Joachim Lehberger.
  Neben vielen anderen Themen hat der Film einen großen Schwerpunkt: Die Natur. Auf seinen Wanderungen mit der Kamera hat Hartmut Riepe stimmungsvolle Bilder aus dem Waldgebiet gesammelt und im Film verarbeitet. Die vielen „kleinen Dinge“ am Wegesrand kommen ebenso vor wie Aufnahmen des heimischen Wildes. Revierförster Ingo Weber aus Arnsdorf gibt dazu fachliche Erläuterungen.
  Den Schlusspunkt des Films setzen einmalige Aufnahmen vom Muffelwild, die Hartmut Riepe gelangen. Er begegnet der großen Herde an einem frühen Morgen im Wald. Durch umsichtiges Verhalten und günstige äußere Umstande gelingt es ihm, die Tiere über einen längeren Zeitraum zu beobachten und zu filmen. Das sind Aufnahmen, wie sie wohl selbst Einheimische bisher nicht sahen. (SZ/rs)

Der Film liegt als DVD- und VHS-Video vor und ist ab sofort in Görlitzer Buchhandlungen, in Touristikbüros und in Königshainer Geschäften zum Preis von 19,90 Euro erhältlich (DVD: ISBN 3-924792-36-4,   VHS : ISBN 3-924792-37-2).

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 20. Juli 2007 +++

Notiert

Bauarbeiten für den Abwasserkanal laufen
Tetta.
Der Ortsteil von Vierkirchen wird derzeit mit seinen biologischen Kläranlagen zwischen Rotkretscham und Wasserkretscham an das zentrale Abwassernetz angeschlossen. Die Tiefbauarbeiter einer regionalen Baufirma sind in diesen Tagen auf der historischen Holzstraße in Tetta dabei, die Abwasserrohre ins Erdreich zu verlegen. Noch dieses Jahr sollen die Arbeiten für das gesamte Abwassernetz in Vierkirchen abgeschlossen sein. (bd)

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Die Artisten der Akrobatikgruppe Ostritz zeigten beim Dorffest in Buchholz ihr Können. Foto: Christian Suhrbier

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 16. Juli 2007 +++

Artistik und Holzfällerlook begeistern
Von Ines Eifler

Buchholz. Drei Tage lang haben die Einwohner ihr 30. Dorffest gefeiert. Rund 2000 Neugierige waren gekommen.
  Tanz für alle, jede Menge Spaß im geschmückten Festzelt, Rummelvergnügen vom Safarikarussell übers Lose-Ziehen bis zum Autoscooter und ein unterhaltsames Programm für Leute jedes Alters erlebten am Wochenende 2000 Menschen beim Buchholzer Dorffest.
  Dietmar Schlenz, Chef des örtlichen Kultur- und Sportvereins, ist bereits am Freitagabend froh gestimmt. Ein paar mal hätten die Buchholzer schon Pech mit dem Wetter gehabt, seit der Verein das Fest organisiert, erzählt der. Diesmal jedoch reißt nach einer kalten Juliwoche pünktlich zum Bieranstich der Himmel auf, und die Sonne scheint als gutes Omen auf die Festwiese.
          Deftiges aus der Pilzpfanne
  Bald fließt das Bier in Strömen, an den Ständen der Wirte aus dem Umland gibt es dazu Deftiges von der Pilzpfanne bis zum Broiler, und die Disko am späten Abend zieht die jungen Leute aus den Nachbardörfern an.
  „Das Rennen war toll gerade“, sagt der 15-jährige Tom aus Meuselwitz am Sonnabend, nachdem sich neun Mopedfahrer eine Wettfahrt rund um den Platz geliefert haben. Und als da keine Action mehr ist, dient dem Jungen und seinen Freunden der Autoscooter zur nachmittäglichen Unterhaltung.
          Überrascht vom Festangebot
  Ein Rentnerpaar aus Reichenbach dagegen ist ganz überrascht vom Buchholzer Festangebot. „Wir waren vor kurzem bei uns in Reichenbach beim Stadtfest, aber ein so hübsches Kinderprogramm gab es da nicht“, sagt Ingrid Kotta, die nur aus Zufall beim Buchholzer Dorffest ist und zuvor noch nie hier war.
  An Vorführungen von Kindern für Erwachsene hat der Kultur- und Sportverein nicht gespart in diesem Jahr. Die Buchholzer Grundschüler werden nicht müde, zu Liedern von Abba und anderen Bands vergangener Jahrzehnte zu tanzen oder Bühnenshow zu spielen, um den Generationen vor ihnen etwas zu bieten.
  Als drei Jungen „De Randfichten“ mimen und mit Gitarre, Akkordeon und Mundharmonika im erzgebirgischen Holzfällerlook den „Holzmichel“ singen, bleiben auch die Festbesucher nicht still. „Ja, er lebt noch“, singen sie lauthals mit, stehen auf und klatschen im Takt.
          Graziöse Choreografie getanzt
  Auch die Mädchen vom Ostritzer Artistikverein bekommen viel Applaus, als sie in ihren schwarz-rot geflammten Samtanzügen bunte Bänder schwingen und eine graziöse Choreografie tanzen.
  „Wir sind aus Arnsdorf hergekommen, weil unser Sohn in Buchholz zur Schule geht und heute hier auf der Bühne steht“, sagt die 38-jährige Carolin Hänsel, die mit ihrer ganzen Familie da ist. Die Eltern der mitwirkenden Kinder als Festbesucher zu gewinnen war auch die Absicht von Dietmar Schlenz. In vergangenen Jahren habe der Verein immer ein Programm für Kinder veranstaltet. „Doch diesmal lassen wir sie erstmals selbst auftreten.“
  Am Abend aber feiern und tanzen die Buchholzer, sagen, das Fest sei schöner als im Vorjahr, und haben bis morgens um drei keine Eile, ins Bett zu kommen. Und wenn, dann nur, um für den Nachmittag wieder fit zu sein und sich auf die urkomische Misswahl einiger Dorfbewohner in Frauenkleidern zu freuen.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 14. Juli 2007 +++

Zehn Orte beim Wettbewerb

Landkreis.
Ab September schaut sich die Jury die Wettbewerbsdörfer an.
  Niesky. Am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beteiligen sich in diesem Jahr zehn Gemeinden und Ortsteile aus dem Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Landrat Bernd Lange hat die Wettbewerbskommission berufen, die ab der dritten Septemberwoche die zehn Kandidaten begutachten wird. Das sind die Orte Schleife, Kodersdorf, Zodel, Deschka, Horka, Biehain, Mückenhain, Meuselwitz, Mengelsdorf und Buchholz/Tetta.
  Zur Kommission gehören Fachleute der Kreisbehörde, eine Unternehmensberaterin, eine Architektin sowie je eine Vertreterin des Landschaftspflegeverbandes Lausitz und der Stiftung für das Sorbische Volk. Schwerpunkt beim siebenten Wettbewerb ist die Dorfentwicklung durch Eigeninitiative und Bürgerbeteiligung in Vergangenheit und Zukunft. Ebenso ist das Besondere in jedem Ort gefragt. Der Sieger qualifiziert sich für den Ausscheid im Regierungsbezirk Dresden im nächsten Jahr. Der Wettbewerb geht auf Landes und Bundesebene bis 2010 weiter. (SZ/sg)

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Schlossherr Thomas Rößler befestigt das Wappen am neuen Ort. Hier ist es sicher vor Dieben und schlechtem Wetter. Foto: Bernhard Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 12. Juli 2007 +++

Wappen vor Dieben sicher
Von Bernhard Donke
Döbschütz
. Im Schloss wird das Familienwappen nach der Restaurierung gut aufbewahrt.

  „Tatsächlich, so ist es gewesen, man wollte uns das Wappen der Familie von Roon, das über dem Torbogen am heutigen hinteren Schlosseingang in Döbschütz angebracht war, tatsächlich stehlen“, erzählt Thomas Rößler. Um das zu verhindern, wurde das Wappen entfernt und aufwendig restauriert. „Es war ja auch schon sehr stark vom Zahn der Zeit gezeichnet“, sagt der heutige Schlossherr auf dem Döbschützer Wasserschloss.
  Das Anwesen wurde wie das benachbarte Schloss Krobnitz 1876 vom Preußischen Feldmarschall, Heeresreformer und Kriegsminister Albrecht Graf von Roon gekauft. Er vereinigte die Güter Krobnitz und Döbschütz zu einem Majorat. Sein Nachfolger, Waldemar Graf von Roon, ließ es in der Zeit des Historismus im 19. Jahrhundert aus- und umbauen. Im Wesentlichen ist die Fassade so heute noch erhalten.
          Neuer Platz über der Tür
  Das Familienwappen stammt auch aus dieser Zeit. Nun, nach mühevoller handwerklicher und künstlerischer Arbeit, die das Wappen wieder im alten Glanz erscheinen lässt, wurde es durch die Schlossherren in den Innenräumen des Gebäudes angebracht. Es ziert jetzt den Türbogen über der Eingangstür vom Museum zum Treppenhaus.
  Hier, unter dem Lutherspruch „Fürchtet den Todt nicht dem also ist es beschieden vom Herrn über alles Fleisch beide derer die vor dir gewesen sind und nach dir kommen werden Amen“, ist es vor Diebstahl und Witterungseinflüssen sicher.

Dietmar Schlenz 

 Foto: Constanze Junghanß  

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 10. Juli 2007 +++
Tierrevue und Artisten zum runden Geburtstag
Gespräch: Constanze Junghanß
Buchholz. Der Kultur- und Sportverein organisiert wieder das Dorffest. SZ sprach mit Vereinschef Dietmar Schlenz.

Zum 30. Mal wird in Buchholz von Freitag bis Sonntag gefeiert. Ist der Ort stolz auf den runden Geburtstag?


Wir freuen uns, dass diese Tradition über so lange Jahre fortgeführt wurde. Im Ort ist die Veranstaltung der jährliche Höhepunkt.


Der Kultur- und Sportverein hat wieder die Fäden für das Fest in die Hand genommen...


Ja, wir haben damit ja nun schon viele gute Erfahrungen gemacht. Unser Verein besteht nun schon seit 13 Jahren. Vorher organisierte der Dorfclub die bunten Tage. Heute sind rund 30 Mitglieder bei uns aktiv.


Ein Blick zurück: An welche Besonderheiten erinnern sich die Organisatoren gern?

Wir sind schon stolz, dass wir in unseren kleinen Ort Stars wie Michel, Bernhard Brink, Christina Bach, Andrea Jürgens und viele andere locken konnten. Von den Besuchern werden diese Höhepunkte immer wieder gern angenommen.

Gibt es Unterstützung von Seiten der Gemeinde und Privatpersonen?

Die Gemeinde hilft mit benötigter Technik aus. Regionale Firmen sponsern die Veranstaltung. Dafür sagen wir auf diesem Wege ein ganz herzliches Dankeschön!

Was erwartet die Gäste in diesem Jahr?

Guido Hoffmann ist unser Stargast. Akrobaten treten auf, und die Gäste dürfen sich auf Disconacht, Tanzabend, Tierrevue und vieles mehr freuen.

Gibt es spezielle Programmpunkte für die Kinder?

Die Kinder der Grundschule zeigen ihr Programm. Es gibt einen kleinen Rummelbetrieb mit Karussell, Losbude und Autoscooter.

Auch das SR2-Rennen ist traditionell und steigt zum zehnten Mal. Wie viele Teilnehmer meldeten sich an und woher kommen sie?

Seit vielen Jahren halten uns die Teilnehmer auch aus den anderen Gemeinden die Treue. Die Fahrer kommen zum Beispiel aus Königshain, Girbigsdorf, Melaune und Buchholz. Weit über ein Dutzend SR2-Fans haben sich bereits für den Wettkampf registrieren lassen.

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Gespannte Gesichter der Teilnehmer: Kann man auf 40 Fuß Distanz noch das Ziel treffen? Foto: Constanze Junghanß  

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 09. Juli 2007 +++
Erinnerung an den Alltag vor tausend Jahren
Von Constanze Junghanß

Melaune. Zu einem Tag des mittelalterlichen Handwerks lud der Verein der Milzener ein.
  Roman Scholz schlüpft in seinen „Gambeson“. Das rund fünf Kilogramm schwere Kleidungsstück wurde getragen, seit es Rüstungen gab. Wie eine Art gesteppte Tunika sieht es aus. „Diese Polsterrüstung trugen die Vorfahren unter Kettenhemden oder auch ohne diesen zusätzlichen Schutz, um sich im Kampf vor Schlägen zu sichern“, erzählt er.
  Der junge Mann gehört zu den Milzenern, einem Verein, der sich mit der theoretischen und praktischen Erforschung mittelalterlicher Alltagsgeschichte der elbslawischen Stämme befasst. Ihre Ergebnisse stellen die Frauen und Männer auf Veranstaltungen, bei Workshops und Vorträgen der Öffentlichkeit vor. Am Sonnabend luden die Vereinsmitglieder zum Mitmachen ein.
  Beim Bogenschießen konnten die Teilnehmer ihre Kräfte messen. Mehr als ein Dutzend Schützen fanden sich unterhalb des Burgbergs zusammen, um ihre Pfeile ins Ziel zu bringen. Ungewöhnlich erwies sich dabei die eine oder andere Perspektive. So mussten sitzend von einem dreibeinigen Schemel aus die Bogengeschosse in die richtige Richtung gelenkt werden. Auch im Stehen und auf eine Distanz von 40 Fuß visierten die mittelalterlich gewandeten Besucher ihre Pfeile. Das beste Auge und die sicherste Hand hatte letztendlich Andreas Jakob aus Jena, der damit den „Goldenen Pfeil“ einheimste.
  Ebenso überzeugten sich die Gäste von mittelalterlichen Handwerkstechniken. Am Schmiedefeuer loderten die Flammen ebenso, wie bei der Herstellung des Fladenbrotes. Susanne Mätzschke sowie Caroline und Petra Kusch zeigten die Kunst der Wolleverarbeitung mit Handspindeln. Hölzerne Tröge entstanden und bei allen Gewerken schaute das Publikum den Darstellern gern über die Schultern.
  „Wir möchten Altbewährtes neu entdecken und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, sich mit den damaligen Gepflogenheiten vertraut zu machen“, begründete Vereinsvorsitzender Diego Scholz das Engagement der Milzener. Sein Bruder Roman und Robert Wegner schlüpften derweil in die Rollen kampferprobter Männer. Mit Helmen, Äxten und Rüstungen ausgestattet lieferten sich die beiden ihre „Schlacht“ auf der Heuwiese.
  Im nächsten Jahr möchten die Milzener eine weitere Veranstaltung dieser Art starten. „Dann ziehen wir das Treffen auch noch größer auf“, sagt Diego Scholz.
  2008 bietet der Verein das „Milzener Schulprojekt“ in der ersten Juliwoche an. Interessenten können sich per E-Mail unter fidelius-web@gmx.de oder telefonisch 0179/7873586

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 7. Juli 2007 +++

Ortsnamen im Wandel der Zeit
Von Bernhard Donke

Buchholz. In der Kirche werden derzeit die alten Bezeichnungen erklärt.
  Noch für eine Woche ist in den Logenräumen der Buchholzer Kirche eine Ausstellung zu sehen. Unter dem Titel „Chronikblätter – Ortsteile und Flurnamen“ taucht der Besucher in die Historie der Ortsteile von Buchholz und Tetta ein und kann Wissenswertes über Namen und Flurnamen erfahren.
  Ortschronist Gotthard Ender hat dafür umfangreiches Material aus der Chronik beider Orte bereitgestellt. Auf Bildern und in Texten, meist Auszüge aus der Ortschronik, wird Auskunft über die heute noch gebräuchlichen Flurnamen gegeben. Wer weiß schon ganz genau, wie die Flurnamen entstanden sind, zum Beispiel wie Bärenschänke oder Bleichwiese oder die Namen der Ortsteile wie Heinershof oder Wasserkretscham. Interessant ist auch, wie sich die Namen in den vergangenen Jahrhunderten bis heute im Sprachgebrauch entwickelt haben. Das Kernstück der Ausstellung bildet eine Zusammenstellung der Ortsteile und Flurnamen von Buchholz und Tetta auf einer farbigen Flurkarte. Insgesamt 90 Namen und deren Lage sind darauf verzeichnet.
  Beiträge aus Zeitungen, die sich mit den Ortsteilen befassen, schlagen einen Bogen zur Gegenwart. Pfarrer Helmut Törne ist begeistert, wie hier Heimatgeschichte näher gebracht wird. „Heute kommt uns zugute, dass wir vor zehn Jahren die Logenräume in der Kirche zu Ausstellungsräumen umfunktioniert haben.“ Der Pfarrer lobt die gute Zusammenarbeit mit Gotthard Ender, dem bei dieser Ausstellung Sonja Leubner und seine Tochter Kerstin Ender zur Seite gestanden haben.
  Die Ausstellung ist heute und am nächsten Sonnabend, außer Montag, jeweils 9 bis 18 Uhr, zu sehen und am Sonntag nach dem Gottesdienst oder nach telefonischer Absprache im Pfarramt 035876/42716 .

J u n i   2 0 0 7

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 28. Juni 2007 +++

Diebe räumen Bauernhaus leer

Vierkirchen.
Durch ehemalige Stallungen sind in Arnsdorf Einbrecher in ein altes Bauernhaus gelangt. Dort haben sie zwei Computer, zwei Bildschirme, zwei Tastaturen und einen passenden Scanner mitgehen lassen – und eine Flasche Schnaps obendrein. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 27. Juni 2007 +++

Leubners laden ein zum Hoffest
Von Bernhard Donke

Buchholz. Ein buntes Treiben gibt es dort, wo Familien ansonsten auch Ferien machen.
  Schon zu einer kleinen Tradition geworden ist das Hoffest auf dem Familienferienhof Leubner in Buchholz. Was zur 700-Jahr-Feier des Ortes begann, hat sich inzwischen zu einem kulturellen Ereignis in der Gemeinde und der Umgebung gemausert.
  „Auch in diesem Jahr wartet das Fest mit Überraschungen für Jung und Alt auf“, erzählt Martin Leubner, der den Ferienhof betreibt und in diesen Tagen voll mit der Organisation eingespannt ist. Am Sonnabend beginnt das bunte Treiben mit einem Jugendfestival, zu dem sechs Bands aus Ostdeutschland eingeladen sind: „PleinAir“ (Rock aus Dresden), „two arms“ (Hardrock aus Gera), „Division X“ (Breakdancegruppe aus Bautzen), „J-Dur“ (Ska aus Hoyerswerda), „MC M@rco“ (Reggae aus Bauzen) und „Kashee opeiah“ (Bluescore aus Chemnitz).
           Leiser Start nach Konzertnacht
  Am Sonntag geht es mit einem ökumenischen Hofgottesdienst weiter, zu dem Pfarrer Michael Jahn aus Niesky-See die Predigt hält. Anschließend gibt es Mittagessen vom Grill, aus der Pfanne oder Crepes. Besucher können sich über die Arbeit des Vereins Lahfa (Love And Help For Africa) informieren, der unter anderem in Tansania ein Krankenhaus für mittellose Menschen baut. Der Verein hat im nahe gelegenen Weigersdorf eine Kontaktadresse. Das Familienprogramm am Nachmittag startet mit dem Kinder-Jugendmusical „Verlorene Jahre“, der Aufführung einer Kindertanzgruppe aus Herrnhut und Darbietungen des a-cappella-Chores „No name Singers“ aus Bautzen. Im Anschluss können kleine und große Gäste beim bunten Hoftreiben mitmachen, Imkerprodukte, Bastelarbeiten, Töpferwaren, Kräuter und Bücher kaufen. Es gibt einen „Eine-Welt-Laden“, einen kurzen Tanzkurs, Zaubertricks und eine Bastelstation. Kinder sind herzlich auf die Spiel- und Kreativwiese eingeladen, wo ein Trampolin, ein Streichelzoo und die Ponykutsche bereitstehen. Dabei ist für Musik und das leibliche Wohl gesorgt. Der Eintritt ist an beiden Festtagen frei. Leubners haben auf ihrem Hof, der am südlichsten Punkt der Radwanderroute „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ liegt, drei Ferienwohnungen eingerichtet und bieten die Möglichkeit zum Zelten. Vor allem für Kinder ist Platz für Abenteuer bei gutem und schlechtem Wetter.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 23. Juni 2007 +++

Käfer werden zur Plage
Von Bernhard Donke

Buchholz. Gegen die Schädlinge hilft nur das Ablesen mit der Hand.
  „Alle Jahre wieder das gleiche Bild an unseren Kartoffelstauden“, sagt Jürgen Koppe in Buchholz. Sein nur wenige Quadratmeter großes Kartoffelbeet im Garten ist auch in diesem Jahr wieder vom Kartoffelkäfer und seinen Nachkommen, den Maden und Larven, befallen. Da hilft nur, die Tiere mit der Hand abzulesen. Dabei hat auch er gehofft, wie alle Kleingärtner und Landwirte, dass ihn in diesem Jahr die Kartoffelkäfer verschonen würden.
          Keine chemische Keule
  Vielmehr hat jedoch der milde Winter den Insekten wohl sehr gut getan. „Dabei sind es nicht die Käfer selbst, die hier die Kartoffelstauden fast kahl fressen, sondern die rotbraunen ekelerregenden Maden und Larven“, sagt Jürgen Koppe. Würde er die Plagegeister nicht fast täglich einmal ablesen, so hätten sie in kurzer Zeit seine Pflanzen kahlgefressen. Dann ist kaum noch eine gute Ernte zu erwarten“, ärgert sich der Buchholzer. Also bleibt ihm außer der chemischen Keule nichts anderes übrig, als alle sichtbaren Maden, Käfer und Larven zu entfernen. Sie werden danach in ein Gefäß mit Wasser gegeben, wo sie dann das Zeitliche segnen. Das ist sicher nicht die feinste Methode. Doch ist sie effektiv und billig, und dazu noch ökologisch vertretbar. „Wer will schon gern Kartoffeln essen, die mit der chemischen Keule behandelt wurden“, sagt Jürgen Koppe. Dass diese Methode der Ungezieferbekämpfung nur auf sehr kleinen Anbauflächen möglich ist, wird auch der Laie nachvollziehen können. Der mit den Kartoffeleinfuhren aus den USA nach dem Ersten Weltkrieg ungewollt eingeschleppte Kartoffelkäfer richtet alljährlich sehr hohe Verluste in der Landwirtschaft an. Gerade deshalb ist seine Bekämpfung legitim.

 

Jürgen Koppe legt immer wieder Hand an, um die Plagegeister abzuwehren. Unscheinbar sehen die Maden aus (kleines Foto), aber sie sind gierig. Fotos: bd

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Noch schauen die erst wenige Tage alten Jungschwalben ängstlich aus dem Nest, doch sobald die Elterntiere mit Nahrung kommen, beginnt ein großes Geschrei im Schafstall von Paul Hoke auf der Hartha bei Prachenau. Foto: Bernhard Donke  

Nachwuchs bei den Schwalben
Von Bernhard Donke

Prachenau.
Im Schafstall bei Hokes haben sich die Vögel eingenistet.
  In wenigen Tagen ist der erste Rauchschwalbennachwuchs flügge. Weit reißen die jungen Rauchschwalben in diesen Junitagen ihren Schnabel auf, um von den Eltern gefüttert zu werden. Dabei machen sie ein Geschrei, als ob sie verhungern müssten. Davon kann Paul Hoke in Prachenau ein Lied singen, wenn er den Schafstall betritt. Und das geht fast den ganzen Tag so, kaum dass die Schwalbeneltern mal zur Ruhe kommen.
  Immer wieder fliegen sie aus dem Stall, um auf Nahrungssuche für ihren Nachwuchs zu gehen. Dabei schaffen sie Unmengen an Insekten heran, um ihre Kinder satt zu bekommen. Als Fliegen- und Mückenschreck sind die Schwalbeneltern sozusagen ökologische Schädlingsbekämpfer.
          Gern gesehene Gäste
  Daher sind sie auch gern gesehene Gäste in den Schafställen von Paul Hoke in Prachenau auf der Hartha. Im Frühjahr werden sie mit Spannung erwartet, denn sie kündigen den Frühling an. Schon am ersten Tag ihrer Ankunft beginnen sie mit dem Nestbau. Sie kleben und kleistern ihre Behausung mit speicheldurchtränkter Erde und Lehm an Decken oder auch Dachbalken an. Schon kurz nach dem Nestbau legt das Schwalbenweibchen seine Eier und beginnt mit dem Brutgeschäft.
  Ist diese Brut erst einmal aufgezogen, gönnen sich die Vögel nur eine kurze Ruhepause, um Ende Juli bereits mit dem zweiten Brutgeschäft zu beginnen.
  Denn dann wird es Zeit, die Jungen noch bis zum September – dem Abflug in den Süden – großzuziehen. Sie müssen ja für die weite Reise bis auf die südliche Erdhalbkugel gut gerüstet sein. Dabei unterstützen sich die Schwalbeneltern gegenseitig.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 21. Juni 2007 +++

„Fahrradkino“ auf dem Hof und Überraschungen
Arnsdorf-Hilbersdorf. Die ersten Veranstaltungen der Sommerfilmwochen haben gezeigt, dass das Landkino auch in der neunten Saison eine gute Adresse ist. Nun freuen sich die zahlreichen Helfer, mit weiteren Höhepunkten aufwarten zu können: Am Sonnabend wird zum „Fahrradkino“ auf dem Hof eingeladen. Wer das Auto zu Hause lässt und sich auf das Fahrrad schwingt, darf mit einer Überraschung rechnen.

Am 29. Juni läuft Thomas Wendrichs neuer Film „Maria am Wasser“. Der Autor und Darstellerin Marie Gruber sind als Gäste da. Freuen können sich die Kinobesucher auch über Schauspielerin Jutta Hoffmann am 6. Juli. Gemeinsam mit Helmut Morsbach, Vorstand der DEFA-Stiftung Berlin, wird sie an der Aufführung des Streifens „Das Versteck“ teilnehmen, in dem sie mit Manfred Krug spielte.

„Der Räuber Hotzenplotz“ (Sonnabend, 16 Uhr), „7 Zwerge – der Wald ist nicht genug“ (20 Uhr), „Der Amphibienmensch“ (22 Uhr); Sonntag„Das Mädchen mit dem Perlenohrring“; Montag „Grüne Hochzeit“; Mittwoch „Zug des Lebens“ und Freitag „Maria am Wasser“ (jeweils 20 Uhr).

 

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In der Baruther Heide zwischen Kreba und Tauer (li) ist einer der Wegweiser aus Granit zu finden. Rund 190 Jahre steht der Wegweiser zwischen Prachenau und Arnsdorfer Holzmühle (re). Fotos: B. Donke (2)

 

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 16. Juni 2007 +++

Steine erzählen von „maßlosen“ Zeiten
Von Bernhard Donke

Zwei Wegweiser im Kreis haben mittlerweile fast 200 Jahre auf dem Stein.
  Da stehen sie nun und werden immer älter. Das stimmt nicht ganz, denn ab und an erleben sie eine Verjüngung. Es ist noch gar nicht so lange her, da verpasste man ihnen und vielen ihrer Steinkollegen eine neue Aufschrift. Ihre jedenfalls geben exakt die Entfernung von Prachenau nach Reichenbach, Klein Radisch nach Neudorf beziehungsweise Kreba und Tauer an. Spätestens jetzt weiß man genau: Wir sprechen über alte, neue Wegweiser. Neu ist vor allem, dass sie längst eine andere Bedeutung erfahren. Eine touristische.
  Aber auch dafür sind die Säulen aus gutem Lausitzer Granit bestens geeignet. Wer genau diese Steinsäulen in Augenschein nehmen möchte, muss sich entweder an eine Stelle bemühen, die zwischen Prachenau und Holzmühle liegt. Genauer gesagt an eine Straße, die einst von Diehsa über den Diehsaer Hochwald kommend zur Kleinstadt Reichenbach führte. Oder in die Baruther Heide zwischen Tauer und Kreba, zum zweiten Exemplar, das an der Kreuzung der Waldstraßen zu finden ist.
          Ein Teil deutscher Kultur
  Die guten Stücke sind zwei der wenigen historischen Wegweiser, die in der Region noch in einem so guten Zustand erhalten sind. Viele dieser Steine wurden leider achtlos entfernt, als kein Fuhrmann mehr die Angaben brauchte und Touristen noch nicht in Sicht waren. Erst später wurde vielen klar: Auch diese Steine sind Teil unserer Geschichte und Kultur.
  Beide Steine könnten jetzt 190 Jahre auf dem Buckel haben. Oder sagen wir fast 200, das klingt noch besser. Exakter freilich wird es, widmet man sich der Einführung der „Preußischen Maß- und Gewichtsordnung“. Diese gilt seit dem 16. Mai 1816. Und nach dieser ordentlichen Ordnung wurden einst auch die Strecken Prachenau – Reichenbach bzw. Klein Radisch – Neudorf vermessen, bevor Wegweiser Aufstellung fanden.
  Aber Vorsicht: Schon vorher könnte hier ein kursächsischer Meilen- oder Halbmeilenstein gestanden haben. Denn bis zum 21. Mai 1815 gehörte die östliche Oberlausitz bekanntlich noch zum Königreich Sachsen, bevor der Wiener Kongress mit seinem „Friedenstractat zwischen ihrer königlichen Majestät von Sachsen König Friedrich August III. und ihrer königlichen Majestät von Preußen König Friedrich Wilhelm III. die schlesische Hintertür öffnete. Ohne Spaß: Damals verlor das Königreich Sachsen wegen seines Bündnisses mit Kaiser Napoleon gut 58 Prozent seines Territoriums. Unter anderem auch große Teile der Oberlausitz. Und deshalb galt auch hier dann die preußische Messerei, die übrigens ihre Basis auf das Pariser Normalmeter zurückführt.
          Immer mehr werden „normal“
  Noch bis zu Beginn des 19. Jahrhundert gab es im Deutschland der Kleinstaaterei über 300 verschiedene Längen- und Gewichtsmaße. Zur Überwindung lokaler Unterschiede beschloss der Norddeutsche Bund, in dem Preußen federführend war, am 17. August 1868 die Einführung des metrischen Systems für seine Mitgliedsstaaten. Ab 1871 galt es für das neugegründete Deutsche Reich. Am 20. Mai 1871 fand die Meterkonvention in Paris statt, bei der weitere 18 Staaten diese unterzeichneten. Heute haben sich bis auf wenige Ausnahmen fast alle Staaten der Erde dieser Konvention angeschlossen. Und die Steine bei Prachenau und Kreba gehören noch immer mit dazu.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 14. Juni 2007 +++

Landkino startet in die neue Saison
Arnsdorf-Hilbersdorf
. Alle Landkino-Freunde und die, die es noch werden wollen, können sich auf die Sommerfilmwochen mit vielen interessanten Angeboten und prominenten Gästen freuen. Den Auftakt dazu gibt es am Freitag, ab 19 Uhr, mit einem kleinen Eröffnungsspektakel und der Premiere des neuen Vorfilms. Schon beim Betreten des Pfarrhofs werden die Besucher auf das diesjährige Thema „Klimawandel“ eingestimmt, und passend zum Hauptfilm des Abends („Barfuß“) kann jeder seine eigene Barfüßigkeit testen… Die weiteren Vorstellungen im Überblick: Am Sonnabend läuft der „Kater Zorbas“ in der Kindervorstellung und „Wie ein einziger Tag“in der Abendvorstellung. Am Sonntag heißt es „Wer früher stirbt, ist länger tot“, am Montag „Der Mann, der nach der Oma kam“, am Mittwoch geht es um „Das Leben der Anderen“ und am 22. Juni um den „Fluch der Karibik II“.Das Landkino-Team freut sich auf seine Gäste.(SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 12. Juni 2007 +++

Starke Männer für das Lanz-Bulldog-Ziehen
Von Bernhard Donke

Prachenau.
Von Freitag bis Sonntag wird hier wieder zünftig gefeiert.
  In diesen Tagen vor dem Prachenauer Dorffest herrscht große und emsige Betriebsamkeit auf dem kleinen Sportplatz und Vereinsgelände des Sportvereins. „Die Vereinsmitglieder und die Freiwillige Feuerwehr bringen, wie man so schön sagt, das Gelände wieder auf Vordermann und bereiten so alles für unser Dorffest am Wochenende vor“, sagt Paul Hoke, der beim Sportverein und in der Feuerwehr mitmischt.
          Gemütlicher Festplatz
  „Es ist gar nicht so leicht, wieder alles so in Ordnung zu bringen, nachdem der Orkan, die Stürme und Unwetter auf dem Gelände und an den Anlagen gewütet haben“, sagt er. „Doch wir werden das schon schaffen, um den Gästen wieder eine gemütliche Atmosphäre zu vermitteln.“
  Die knapp 170 Einwohner von Prachenau haben wieder allerhand auf die Beine gestellt. Da ist das nun schon traditionelle Lanz-Bulldog-Ziehen. Dabei müssen vier starke Männer einen tonnenschweren Lanz in kürzester Zeit eine bestimmte Strecke ziehen. Ein Wettbewerb, der hier in Prachenau vor Jahren aus der Taufe gehoben wurde und nun auf vielen Dorffesten Nachahmer findet. Aber die Prachenauer haben es in diesem Jahr auch mit Schlangen am Hut. Am Sonnabendnachmittag können die Besucher eine tolle Schlangenshow erleben, bevor am Abend Diskomusik gespielt wird. Sonntagvormittagwerden die Bewohner durch die Lanzparade aus den Federn gelockt. Dann müssen die starken Männer beim Lanz-Bulldog-Ziehen alles geben. Danach ist Witz und Humor mit den „Oberländer Blasmusikanten“ angesagt. Pferdeliebhaber kommen am Nachmittag auf ihre Kosten bei Pferdesport-Dressuren und Springreiten. Und wie auf allen Dorffesten wird auch für die kleinen Besucher ein kleiner Vergnügungspark für abwechslungsreiche Unterhaltung sorgen.

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Ortsvorsteher Udo Gleisenberg (vorn) und Firmenchef Uwe Groß

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 09. Juni 2007 +++

Leben zieht in ehemalige Industriebrache ein
Von Constanze Junghanß
Buchholz. Mit einem Fest feierte die Fördergurt- Service Groß & Sohn KG die Einweihung der Halle.

  Auf dem Gelände der „Alten Ziegelei“ in Buchholz erklingt Tanzmusik. Seit Oktober läuft hier sonst bei der Fördergurt-Service Groß und Sohn KG die Produktion in einer neuen Halle. Das Gebäude wurde jetzt feierlich mit einem bunten Fest für die Mitarbeiter und Anwohner eingeweiht.
  Über 100 Besucher kamen. „Wir freuen uns sehr, dass in die Halle Leben eingezogen ist“, sagt Udo Gleisenberg. Der Ortsvorsteher und Gemeinderat erinnert sich an die Schwierigkeiten am Anfang. Wo heute Förderbänder für Müller-Milch, Bahlsen, Flughäfen in München oder Österreich produziert werden, befand sich Mitte der neunziger Jahre eine Industriebrache. Der letzte Eigentümer ging damals in die Liquidation.
          Ansiedlung war schwierig
  „Unser ehemaliger Ortschaftsrat von Buchholz/Tetta positionierte sich im Zuge der Gemeindegebietsreform 1994 für die Ansiedlung eines Gewerbegebietes“, erklärt Udo Gleisenberg. Allerdings entpuppte sich das Vorhaben als schwierig. „Das Gebiet war schwer an den Mann zu bringen“, sagt der Ortsvorsteher. Drei Jahre später konnte Uwe Groß ins Boot geholt werden. Auf der Industriebrache befindet sich auch ein Reifen-Center, das der Geschäftsinhaber aufbaute und in dem mehrere Menschen Arbeit fanden. „Nicht nur deshalb entschied ich mich, die neue Halle hier zu bauen“, sagt Uwe Groß. Die Größe des Gesamtgeländes mit rund 10000 Quadratmetern sei für die Produktion und den Servicebereich gut geeignet. „Mit der Gemeinde gibt es eine ausgezeichnete Zusammenarbeit.“ Dem 48-jährigen Geschäftsmann aus Weißenberg bleibt während des Festes nur wenig Zeit zum Reden. Sind doch die Besucher an dem, was hinter den Kulissen abläuft, sehr interessiert. Bei Rundgängen erfahren sie zum Beispiel, dass das Ausschälen der verschiedenfarbigen und in unterschiedlichen Stärken vorhandenen „Gummimatten“ in Handarbeit erfolgt. „Geliefert wird deutschlandweit, wir montieren auch vor Ort“, erzählt Uwe Groß.
  Die Fördergurt-Service Groß & Sohn KG wurde 1989 als Ein-Mann-Betrieb in Weißenberg gegründet. Sie zog Ende 2006 nach Buchholz um und arbeitet mit einer auf rund 20 Mann angewachsenen Belegschaft und drei Lehrlingen. Auch in München konnte der Sohn von Uwe Groß, Vulkaniseurmeister Andreas Groß, eine Niederlassung eröffnen.
www.foerdergurtservice-gross.de

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Die Olsenbande sorgt in Buchholz für Aufregung, obwohl jedermann weiß, dass ihre Aktionen meistens in die Hose gingen. Foto: Bernhard Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 8. Juni 2007 +++

Ausflug mit der Olsenbande
Von Bernhard Donke

Buchholz.
Beim Sommerfest der Schule ging es kunterbunt zu.

„Im Wandel der Zeit von 1970 bis in die Gegenwart“ hieß es beim Sommerfest der Grundschule Vierkirchen in Buchholz. Und so ging es dann auch auf dem Schulhof recht bunt und lustig zu. Die Schüler der Klasse 4 setzten nochmals die 1970er Jahre mit all ihren farbigen und schrillen Figuren, wie den Blumenmädchen und den Hippies, in Szene. Dabei war sicher die von ihnen gespielte Popgruppe „ABBA“ der Höhepunkt ihres bunten Programms. Die Drittklässler hatten die Aufgabe, sich den nächsten 20 Jahren zu widmen. Sie hatten damit auch den Fall der Bauer im Blick. Und die Schüler der Klassen 1 und 2 waren mit der Öffnung des Königshainer Tunnels und der Feier zur Jahrtausendwende voll im Programm. Wer da dachte, dass etwa nur die Mädchen und Jungen der Grundschule für das bunte Sommerfestprogramm sorgten, der musste sich spätesten beim Auftritt der legendären Olsenbande und der Modenschau – von Ramona Fehrmann und den Eltern wunderbar in Szene gesetzt – eines Besseren belehren lassen. Kinder, Eltern und Gäste hatten ihre wahre Freude.

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Die Kostüme entstehen in eigener Regie ebenso, wie die Texte. Geprobt wird unter freiem Himmel. Foto: Constanze Junghanß 

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 6. Juni 2007 +++

„Namenlos“ macht sich einen Namen
Von Constanze Junghanß

Arnsdorf-Hilbersdorf. Laienschauspieler haben eine Theatergruppe im Ort gegründet.

Nicht nur zu den Festen des Vierkirchener Kinderkreises tritt die Laienschauspielgruppe „Namenlos“ gerne auf. „Wir waren unter anderem beim Sportlerball oder runden Geburtstagen dabei“, erzählt Katrin Himpel.
  Erst im September des Vorjahres gründete sich die Gruppe, der bisher 18 Frauen und Männer angehören. Texte und Kulissen entstehen in eigener Regie. Auch um die Technik kümmern sich die Akteure selbst. „Wenn die Menschen offen sind für neue Ideen, weckt das die Kreativität“, sagt Mitglied Cornelia Piskol. Wichtig sei, gemeinsam etwas für das Leben im Dorf zu tun. Bei fast jedem Wetter finden die Proben an der frischen Luft statt. Geschauspielert wird im Ort schon lange. „Der Kinderkreis führte zu seinen Veranstaltungen bereits seit Jahren Märchen auf“, erzählt Leiterin Sabine Lätsch.
          Mitstreiter sind eingeladen

  Erzieherinnen und Eltern, die ihre Kinder in der Einrichtung hatten, probten gemeinsam. Jetzt geht ein Teil der Knirpse in die Schule. Der Einrichtung kehrten deren Muttis und Vatis jedoch nicht den Rücken. „Und so wurde die Idee geboren, uns weiterhin zu treffen und diese Treffen mit einer Schauspielgruppe zu verbinden“, sagt Sabine Lätsch.

  Wer übrigens Lust hat, sich ebenfalls auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“ auszuprobieren, ist herzlich eingeladen, mitzumachen.
  Melden können sich Interessenten unter der Telefonnummer des Kinderkreises Vierkirchen: 035827/7 08 40.

M a i   2 0 0 7

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 30. Mai 2007 +++

Kühles Nass an heißen Tagen
Von Steffen Gerhardt

Auch bei Trockenheit und Hitze ist eine stabile Versorgung mit Trinkwasser durch den Zweckverband Neiße-Schöps gewährleistet.

  Im April lässt sich bereits der Sommer blicken und im Mai brütet die Sonne schon mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Da dürstet nicht nur das Vieh auf der Weide, auch die Menschen suchen eher als früher Erfrischung und Abkühlung mit dem kühlen Nass. Eine besondere Herausforderung für die Wasserwerker? Klaus Kopke winkt ab. Als Geschäftsführer des Trinkwasserzweckverbandes „Neiße Schöps“ kann er einen Mehrverbrauch an Trinkwasser in der Bevölkerung nicht feststellen. „Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt schon seit einigen Jahren stabil bei rund 70 Liter am Tag“, so der Geschäftsführer.
          Wasser für über 17000 Bürger
  Über 17000 Bürger werden durch den Zweckverband mit Trinkwasser versorgt. Wasserwerke, Pumpstationen und Rohrleitungen sind auf einer Fläche von 406 Quadratkilometern verteilt und reichen von Kaschel bis Klein Krauscha bzw. von Quolsdorf bis Arnsdorf-Hilbersdorf. Mit Ausnahme der Territorien der Gemeinde Mücka und der beiden Städte Niesky und Rothenburg versorgt der Verband den Altkreis Niesky und die Gemeinde Vierkirchen. Das Wasseraufkommen ist dabei stabil und lässt sich relativ günstig fördern. „Wir brauchen keine Tiefbrunnen, wir holen das Wasser aus 10 bis 15 Metern Tiefe“, erläutert Klaus Kopke. Dabei legt der Verband großen Wert darauf, dass das Wasser nicht nur in Lebensmittelqualität aus den Wasserhähnen kommt, sondern dieses auch durch die technischen Einrichtungen ermöglicht wird.
          Weniger Wasserwerke
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  Darüber hinaus muss das Leitungsnetz in Schuss gehalten werden, desolate Rohrleitungen sind auszuwechseln. Das wird dieses Jahr noch in Prachenau und Tetta geschehen. Der Zweckverband will sich auch an der weiteren Abwassererschließung in Horka beteiligen, in dem gleich eine neue Trinkwasserleitung mit verlegt wird. Das Gleiche ist vonseiten des Verbandes in Trebus vorgesehen.
  Mit Ausnahme von Prachenau und Tetta schätzt Verbandsvorsitzender Horst Brückner ein, dass der Zweckverband in der Grundsanierung des Leitungsnetzes durch ist und „wir eine Stabilität erreicht haben“. Auch wenn technisch alles gut läuft, so blicken Verbandsvorsitzender und Geschäftsführer etwas skeptisch in die Zukunft. „Unser Problem ist der Bevölkerungsrückgang. Wir haben inzwischen einen Anschlussgrad von 99,3Prozent aller Haushalte erreicht, hier ist eine Steigerung kaum noch möglich“, sagt Horst Brückner.
          Die Leute werden weniger
  Waren es Ende 2005 noch 17667 Einwohner, die im Versorgungsgebiet den Wasserhahn aufdrehten, zählte man ein Jahr später nur noch 17114. Auch wenn dieser Rückgang, so Klaus Kopke, derzeit nicht von existenzieller Bedeutung ist, wird sich der Verband diesen Trend stellen müssen. Nicht ohne Stolz verweist er darauf, dass seit 1998 der Trinkwasserpreis mit 1,51 Euro pro Kubikmeter stabil geblieben ist, was auch für eine vorausschauende Betriebsführung spricht.
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Einen Abstecher an die alte historische Grenze zwischen dem Königreich Preußen, Provinz Niederschlesien, und dem Königreich Sachsen, zwischen Gebelzig und Buchholz gelegen, machte die Gruppe der Landsmannschaft Schlesien, um sich hier über den Verlauf der alten Grenze durch Dr. Friedrich Vetter (2.v.l.) zu informieren. Foto: B.Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 24. Mai 2007 +++

Bewahren und weitergeben
Von Bernhard Donke

Mitglieder der Landsmannschaft Schlesien aus Berlin und Brandenburg begeben sich auf Spurensuche in den Landkreis.
  Ich finde es sehr gut, dass man auch hier in Niederschlesien die Erinnerungen an unsere schlesische Heimat wach hält und fördert“, sagt Wolfgang Gebauer. Er ist Jahrgang 1930 und gebürtiger Liegnitzer. Zusammen mit 15 weiteren Frauen und Herren gehört er der Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Berlin-Mark Brandenburg, e. V. an, die zwei Tage lang im Niederschlesischen Oberlausitzkreis weilte. An der ehemaligen niederschlesisch (preußisch)-sächsischen Grenze, am Grenzstein 59 zwischen Gebelzig und Buchholz, machte die Gruppe Halt, um hier Stätten der schlesischen Geschichte aufzusuchen.
          Ein Stück Heimat bewahren
 Dr. Friedrich Vetter, gebürtiger Parchwitzer und der 1.Vorsitzende der Landesmannschaft, unternimmt mit den Mitgliedern regelmäßig Besuche in Schlesien rechts und links der Neiße. „Es ist doch immer wieder bewegend, wenn man seine alte Heimat besucht. Mit diesen Reisen wollen wir uns das Andenken an unsere Heimat und auch ein Stück dieser bewahren“, sagt er während er sich die restaurierten Grenzsteine, die einst das Königreich Sachsen und Preußen trennte, betrachtet. Etwas enttäuscht ist er aber, als er erfährt, dass die Restaurierung der Grenzsteine (Pilare) auf eine Privatinitiative zurückgeht. Hierbei hätte er das Engagement der dafür zuständigen und offiziellen Stellen erwartet. In Gebelzig machte die Reisegruppe Station und unternahm von dort aus Besuche in die Neißestadt Görlitz und dem Schlesischen Museum Görlitz. „Es ist wunderbar, wie hier in dem Museum die schlesische Geschichte und Tradition bewahrt und für spätere Generationen in Erinnerung gehalten wird“, sagte nach dem Besuch des Museums Hildegard Paletta, die im schlesischen Schlichtingsheim nahe Glogau geboren wurde.
  „Wir kennen ja die Geschichte und die Traditionen unserer Heimat noch sehr gut. Doch was, wenn wir nicht mehr sind, dann ist dieses Museum der richtige Ort um nachfolgenden Generationen zu zeigen wie Schlesien unsere Heimat einst war“, fügt sie hinzu.
          Angetan von den Museen
  Durch die Räume der Roon -Ausstellung im Schloss Krobnitz selbst wurden die Mitglieder der Landsmannschaft von Werner Conrad geführt. Er und auch Dr. Friedrich Vetter wussten den aufmerksam zuhörenden Besuchern alles Wissenswerte über Albrecht Theodor Emil Graf von Roon, preußischer Kriegsminister und Generalfeldmarschall, zu berichten. „Eine wunderbare Ausstellung, die von viel Sachverstand und Wissen zeugt. Gleichzeitig wirft sie auch ein sehr realistisches Bild auf den Grafen von Roon und auch auf Preußen und die ersten Jahre des Deutschen Kaiserreichs“, erklärt nach dem Besuch Dr. Friedrich Vetter. Den zweiten Tag ihres Besuches benutzte die Gruppe zum Besuch des Klosters Sankt Marienthal bei Ostritz, um von hier aus wieder die Heimreise nach Berlin anzutreten.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 15. Mai 2007 +++

Feuerwehr lockt Gäste wieder ins Eisstadion
Von Bernhard Donke

Melaune. Zum 15.Mal steigt ein großes Fest mit SR-2-Rennen. Das hat nun schon Tradition.
  „Man kann es kaum glauben, aber in diesem Jahr können wir nun schon das 15. Feuerwehrfest feiern. 1993 haben wir es aus der Taufe gehoben und setzen bis heute diese schöne Tradition fort“, sagt Joachim Mielsch, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Döbschütz/Melaune/Prachenau.
  „Es ist sicher nicht immer einfach, in einer Zeit, wo Fernsehen und Computer die Leute unterhalten, noch etwas auf die Beine zu stellen, was sie zu den Festplätzen zieht.“ Doch die Feuerwehr hofft, dass sie auch in diesem Jahr für alle Gäste auf dem Festplatz im Eisstadion am Burgberg in Melaune etwas Interessantes zu bieten hat. Und die Mitglieder der Wehr haben ein Programm aufgestellt, das sich sehen lassen kann. Bereits am Freitagabend geht es mit Jugendtanz los. Am Sonnabend knattern dann wieder beim SR-Rennen um den Pokal der Freiwilligen Feuerwehr die Motoren. Kegeln auf der Bahn am Eisstadion können Sportbegeisterte am Nachmittag. Den Abend krönt der Feuerwehrball im Festzelt mit einer Band. Sonntag werden die Melauner nicht nur wie üblich durch den Klang der Kirchenglocken geweckt, ein Feuerwehrcorso wird sie aus den Federn holen. Interessante historische Feuerwehrtechnik bekommt der Besucher am Vormittag in einer Ausstellung zu sehen. Und wer vom Kegeln noch nicht genug hat, der kann schon am Sonntag wieder eine Kugel schieben. Zum Frühschoppen, laden die Musikanten des Musikvereins Feuerwehrkapelle Melaune ein. Das Fest geht am Nachmittag mit einem bunten Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt zu Ende.

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 14. Mai 2007 +++

Laienschauspieler studieren Märchen ein
Von Constanze Junghanß

Arnsdorf-Hilbersdorf. Das Frühlingsfest beim Kinderkreis Vierkirchen ist in der Gemeinde beliebt.

  In der Arnsdorfer Kindertagesstätte wird am Mittwoch gefeiert. „Unserer Kinder zeigen, was sie in den vergangenen Wochen gelernt haben“, sagt Sabine Lätsch. Die Leiterin der Einrichtung erzählt, dass das Frühlingsfest in der Gemeinde sehr beliebt ist. „Gäste können sich auf ein Fest für die Familie freuen.“ Dass bestimmt viele Besucher kommen werden, liegt schon darin begründet, dass die Kita neben der Gemeinde und der Kirche ortsansässige Vereine und Privatpersonen als Träger hat. Gemeinsam mit den Eltern stellen sie das bunte Programm auf die Beine. „Den Geheimnissen des Waldes auf der Spur“ lautet das diesjährige Motto. Naturmaterialien spielen eine wichtige Rolle, es wird gebastelt, über den Wald und seine Tierwelt informiert, und es gibt dazu passende Geschicklichkeitsspiele. Beim „Preishäckseln“ müssen die Mitstreiter eine vorgegebene Menge Häckselgut abschätzen und danach selbst herstellen.
         Später gibt es ein Märchen
  Kaffee, Kuchen und eine Menge Überraschungen dürfen natürlich nicht fehlen. „Außerdem öffnet unsere Einrichtung ihre Türen, damit sich die Gäste ein Bild machen können“, sagt Sabine Lätsch. Das Fest soll gleichzeitig die Möglichkeit bieten, sich mal wieder außerhalb der eigenen vier Wände zu treffen und ins Gespräch zu kommen.
  Das Frühlingsfest in der Arnsdorfer Kindertagesstätte beginnt um 15 Uhr. Um 18 Uhr wird ein Märchenstück der Laienschauspielgruppe „Namenlos“ aufgeführt.

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Kanal wird in Melaune gebaut
Von Bernhard Donke

Melaune. Im Ort geht es derzeit recht laut zu. Das liegt an den Bauarbeitern, die direkt am Fuße des Burgberges einen tiefen Graben für die zentrale Abwasserleitung der Gemeinde Vierkirchen ziehen.
Gleichzeitig beginnen auch im benachbarten Tetta die Tiefbauarbeiten für die Überleitung nach Melaune. Nach Auskunft des Vorsitzenden des Abwasserzweckverbandes „Schwarzer Schöps“, Horst Brückner, soll es in Prachenau, Tetta und Döbschütz, mit den Bauarbeiten in den Sommermonaten losgehen. Im Dezember soll dann alles in Melaune fertig sein, einschließlich dem dazugehörigen Straßenbau. Bis dahin heißt es für die Anwohner und Bauarbeiter, miteinander klar zu kommen, bei allen Erschwernissen, die so eine Maßnahme mit sich bringt. Verständnis ist da von beiden Seiten gefragt. (bd)

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Das Alter spielt beim Nordic Walking keine Rolle. Wichtig war den Teilnehmerinnen der Spaß, gemeinsam in der Gruppe zu laufen.   

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 8. Mai 2007 +++

Sportliche Betätigung direkt vor dem Stall
Von Constanze Junghanß

Melaune. Die Landfrauen luden zu einem Schnupperkurs im Gehen am Stock ein.
  Verdutzt schaut die schwarz-weiß gefleckte Kuh auf das Treiben vor ihrem Stall. Da stehen 17 Frauen im Kreis, wedeln mit den Armen, heben ihre Beine und drehen mit federnden Schritten Runde um Runde auf dem Gelände der Melauner Landfarm. Dazu wird geschwatzt und gekichert.
  Auch das Milchvieh muss nun etwas sagen und muht einmal lauf auf. Mitmachen kann sie nicht. Eine Kuh hat schließlich keine Hände, um die Stöcke zu halten, um die es bei diesem Treffen geht. Nordic Walking ist angesagt. Siegried Neumann, Mitglied bei den Melauner Landfrauen, ist ausgebildete Übungsleiterin für den Volkssport. Vor dem Stall sind Bänke aufgebaut. Die Teilnehmerinnen können vorerst sitzen und zuhören. Wie die Schlaufen der Stöcke zu halten sind, in welche Richtung der Blick gehen sollte und die Füße auf den Boden gesetzt werden, erklärt Siegrid Neumann ausführlich.
          Spaß muss dabei sein
  „Das Wichtigste ist jedoch, dass jeder sich dabei wohlfühlt und das Ganze einem auch Spaß bereitet“, schließt die Übungsleiterin ab. Lore Jockusch gehört zu den Teilnehmerinnen. „Ich möchte sehen, wie Nordic Walking funktioniert. Wenn es mir gefällt, mache ich später bestimmt weiter“, sagt sie.
  Seit eineinhalb Jahren trainiert Waltraud Böhme bereits. Es ist der dritte Kurs, den sie besucht. „Man kann immer wieder etwas dazulernen und in einer solchen Runde bekommt man hilfreiche Anregungen“, ist sie sicher. Zeit zum Reden haben die Frauen vorerst keine mehr. Aufwärmungsgymnastik steht auf dem Plan. Während die elfjährige Carolin und ihre ein Jahr ältere Freundin Stefanie die Übungen mit Lockerheit meistern, fällt das den Seniorinnen teilweise doch etwas schwerer.
  Eine von ihnen stützt sich auf uralte Skistöcke. „Die passen von der Länge her am besten. Der Kurs ist für mich zwar eine schöne Abwechslung, da ich jedoch Probleme mit Hüftgelenk und den Knien habe, fahre ich lieber weiter auf meinem Fahrrad“, sagt die Trägerin der Skistöcke.
          Kleiner Test mit Hindernissen
  Heike Windler, Vorsitzende des Landfrauenvereins, verteilt Ingwertee. Denn Flüssigkeit beim Sport ist für den Körper wichtig. Nun geht es endlich los. Die Schnuppertour führt rund einen Kilometer durch das Dorf. Für zwei Seniorinnen ist die Strecke zu anstrengend. „Ich kenne eine Abkürzung bis zum Ziel“, zwinkert die eine der anderen zu. Während der erste Trupp losläuft, muss der zweite noch warten. Carolines Stöcke sind unterschiedlich lang und sollen noch auf die richtige Größe eingestellt werden. Etwas später geht es im Laufschritt durch den Ort beziehungsweise auf den Burgberg. Auch, wenn sich die Gruppen verfehlt haben, kommen beide zeitgleich am Ziel an.
          Laufgruppe könnte entstehen
  „Ich finde diese Form des Laufens richtig toll“, sagt Jaqueline Senejko, die extra mit der Tochter aus Arnsdorf angereist ist. Die 34-Jährige würde sich freuen, den Sport öfter zu betreiben. Heike Windler ergänzt nach einer Lockerungsübung zum Abschluss: „Wenn wir Leute finden, die mitmachen wollen, könnte sich hier in Melaune auch eine Laufgruppe bilden“, sagt die Chefin des Landfrauenvereins.

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+++ Sächs. Zeitung, Dienstag, 8. Mai 2007 +++

Völler trainiert junge Kicker
Von Sarah Seitz

Die Fußballlegende nahm sich am Montag Zeit für die C-Jugend aus Kittlitz und Meuselwitz.
  Dicht an dicht warten die Fans vor dem Vereinshaus des SV Horken Kittlitz. Vier Jungs stehen auf einer Holzbank, jeder von ihnen will unbedingt einen Platz am Fenster erhaschen. „Guck mal. Da drin sitzt er. Guck mal!“, ruft der Kleinste. Und schon geht das Geschubse von Neuem los. Plötzlich ein lauter Ruf aus einer ganz anderen Richtung. „Jetzt kommt er raus. Rudi Völler kommt!“ Sofort wenden sich alle Augen auf die Tür des Vereinshauses. Wenig später tritt die Fußballlegende mitten unter ihre Fans, wird von Kamerateams umlagert und von Sicherheitsleuten auf den Platz geführt. Dort wartet bereits gespannt, aber geduldig die C-Jugend des SV Meuselwitz, die eine Spielgemeinschaft mit dem SV Horken Kittlitz bildet.

          Döbschützer ergriff Initiative
Unter den jungen Fußballern steht auch Thoma Meyer. Dem 14-Jährigen aus dem kleinen Ort Döbschütz bei Meuselwitz hat es die Mannschaft zu verdanken, dass sie mit dem Ex-Nationaltrainer üben darf: Er schrieb den entscheidenden Brief an den Autohersteller Ford, der junge Fußballer dazu aufgerufen hatte, sich zu bewerben und in Briefen zu schildern, warum Rudi Völler gerade ihre Mannschaft trainieren sollte. Meyer beschrieb, dass die Meuselwitzer – obwohl seit Dezember ohne Trainer – in der Kreisliga vorn mitspielen. Das entschied. „Mehr als 50Jugendmannschaften aus ganz Sachsen haben sich bei uns gemeldet. Da fiel die Auswahl ziemlich schwer“, erklärt Gernot Ey von der Ford-Initiative. „Ich freue mich aber, dass wir das Training an einen so kleinen und unbekannten Verein vergeben konnten.“
  Inzwischen sind die Nachwuchssportler schon mitten im Training, trippeln Bälle um Hindernisse, üben Torschüsse und spielen zum Schluss ein kleines Turnier aus.
          Fußball-Kittlitz steht Kopf
  Manfred Tschackert, der Vorsitzende des SV Horken Kittlitz, beobachtet das bunte Treiben vom Rand des Spielfeldes. Fasziniert verfolgt er jeden Schritt des Profifußballers. Und eigentlich kann er es immer noch nicht richtig fassen, dass Rudi Völler leibhaftig in Kittlitz auf dem Sportplatz steht. „Erst vor einem knappen Jahr haben wir den neuen Platz hier eingeweiht. Ich hätte mir damals nie träumen lassen, dass einmal ein so prominenter Fußballer auf unserem Rasen trainiert“, schwärmt der Vereinsvorsitzende.
  Nach gut anderthalb Stunden geht das Training mit dem früheren Nationaltrainer langsam dem Ende zu. In kleiner Runde im Vereinssaal dürfen die Jungs vom SV Meuselwitz und dem SV Horken Kittlitz ihrem Star dann noch alle möglichen Fragen stellen. Vor seiner Abfahrt findet der Fußballweltmeister von 1990 noch ein paar abschließende Worte: „Der Tag heute war toll. Es hat riesigen Spaß gemacht mit den Jungs hier zu trainieren. Eine richtig gute Geschichte.“
  Kurz darauf ist der Horken in Kittlitz wieder wie leer gefegt. Frisch geduscht und mit nassen Haaren kommt Thoma Meyer aus dem Duschraum geschlendert. „Es war wirklich super mit Rudi Völler auf dem Platz zu stehen“, sagt der 14-Jährige überwältigt, „damit hätte ich nie gerechnet, als ich damals die Bewerbung abgeschickt habe.“

 

A p r i l   2 0 0 7

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 30. April 2007 +++

Konzert ist ein Geschenk
Von Constanze Junghanß

Vierkirchen. Bei den Kontakten über Ländergrenzen spielt auch die Musik eine große Rolle.
  „Musik ist eine Botschaft. Dieses Konzert ist ein Geschenk für uns“, sagt Andreas Nedo. Der Vierkirchener Bürgermeister freut sich, dass der Chor aus der tschechischen Partnergemeinde Paseky nad Jizerou erstmals zu Gast ist.
  In der Buchholzer Kirche erklingen am Sonnabendabend die „Cantate Domino“ ebenso, wie die „Laudatur Jesus Christus“ und andere Weisen. Kennen gelernt haben sich die Gemeinden über die polnische Partnergemeinde von Vierkirchen, Jezow Sudecki.
  Die wiederum verbindet eine langjährige Freundschaft mit den tschechischen Nachbarn. Dem 75-jährigen Chorleiter Josef Waldmann sei es besonders wichtig, die Verbindung der Orte zu halten und neue Kontakte zu knüpfen, erzählt der Bürgermeister. Deshalb gibt es vor dem Auftritt auch eine kleine Rundreise durch die Region. Die Schlösser in Königshain und Krobnitz werden besucht und nach dem Konzert steht eine Gesprächsrunde mit den Einheimischen, Tschechen und auch Holländern auf dem Plan. „Mit den Holländern verbindet unsere Kirchengemeinde in Melaune eine langjährige Partnerschaft“, sagt Pfarrer Helmut Thörne. Sie sind am Wochenende ebenfalls in Vierkirchen zu Besuch.
          Weitere Treffen sind geplant
  „Durch die Kontakte soll nichts künstliches entstehen. Uns allen ist es vielmehr wichtig, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen“, erklärt der Bürgermeister. Gegenseitige Besuche, vielleicht ein erwachender Briefwechsel oder Gespräche zählen dazu.
  Das Konzept kommt inzwischen gut an. Hans Lau, Dolmetscher der Tschechen, ergänzt: „Es war schön, hier zu sein und es wird weitere Treffen geben.“

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 27. April 2007 +++

 

Gäste aus Holland und Tschechien sind zu Besuch
Von Constanze Junghanß

Vierkirchen. Eine „Begegnung der Nationen“ findet an diesem Sonnabend in der Gemeinde statt. Andreas Nedo sagte, dass Gäste aus Tschechien und aus Holland erwartet werden. „Uns besucht zum ersten Mal der Chor aus unserer Partnergemeinde Paseky nad Jizerou, der in der Kirche Buchholz auftritt“, so der Bürgermeister. Gleichzeitig sind in der Kirchgemeinde Melaune die holländischen Besucher zu Gast. Ihnen soll am Begegnungstag ein Stück Heimat gezeigt werden, um Land und Leute kennenzulernen.
Eine Rundreise führt zu den sanierten Schlössern Krobnitz und Königshain. Nach dem Chorkonzert gibt es eine gemeinsame Gesprächsrunde in der „Alten Schule“ in Buchholz, zu der alle Interessenten um 21 Uhr ebenso herzlich eingeladen sind, wie zu dem Konzert, welches um 19.30 Uhr beginnt.

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Rosemarie Mann lässt sich inzwischen auch in der Görlitzer Künstlerwerkstatt „die fabrik“ inspirieren und hat ihren Weg gefunden. Foto: Bernhard Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 24. April 2007 +++

 

Traum vom Malen wird mit Verspätung wahr
Von Bernhard Donke

Tetta. Rosemarie Mann hat aus ihrem Wunsch ein Hobby und sich damit inzwischen Gutes getan.

Eigentlich wollte Rosemarie Mann vor 53 Jahren Porzellanmalerin werden. Das schlug fehl. Nun verwirklicht sie sich mit der Malerei als Hobby ihren Lebenstraum.
  Das kleine Maleratelier von Rosemarie Mann in ihrem Wohnhaus in Tetta sieht genauso aus, wie man sich ein Künstleratelier vorstellt, nur eben etwas kleiner. An den Wänden hängen Bilder, teils Stillleben oder Landschaften darstellend. Ringsum in den Regalen stehen lauter buntbemalte Keramikfiguren. Alles kleine Kunstwerke, die die gelernte Baustoffprüferin und Laborantin in ihrer Freizeit selbst angefertigt hat. Zurzeit arbeitet die Endfünfzigerin an einem Bild für eine Ausstellung in der Görlitzer Künstlerwerkstatt „die fabrik“ auf der Rothenburger Straße. „Dass ich die Ausbildung an der Meißner Porzellanmanufaktur trotz bestandener Aufnahmeprüfung 1964 absagen musste, lag an familiären Gründen“, denkt sie zurück. „Das war für mich ein schmerzlicher Verlust. Nun versuche ich, mir meinen Lebenstraum mit der Malerei doch noch zu verwirklichen.“
          Immer nach vorn schauen
  Als Laborantin und Baustoffprüferin ging sie der Malerei zwar in der Freizeit nach. Doch die wurde mit der späteren Familiengründung immer knapper. Ungewollt mehr Freizeit als ihr lieb war, bekam sie 1996, nachdem sie arbeitslos wurde und nur noch sporadisch in Beschäftigungsprogramme rutschte. Positiv zu denken und immer, auch nach misslichen Lebenslagen, nach vorn zu schauen, war trotzdem immer ihre Lebensdevise. So begann sie, sich mit über vierzigjähriger Verspätung nun ihren Lebenstraum vom Malen zu erfüllen.
  Auf der Suche nach fachlicher und künstlerischer Inspiration und neuen Maltechniken besuchte sie Keramikmalkurse an der Görlitzer Volkshochschule und trat einem Kunstverein bei. „Weder das eine noch das andere hatten bei mir den künstlerisch einschneidenden Effekt. So suchte ich weiter nach einem Meister, der mir konsequent meine Fehler aufzeigt und mir gleichzeitig die richtigen Maltechniken beibringt“, erzählt sie.
  Nach langem und konsequentem Suchen hat sie und davon ist sie überzeugt, nun ihre Meister in den beiden Künstlern Maik Nelde und Sandro Hesse gefunden. Die beiden haben Anfang des Jahres die Künstlerwerkstatt „die fabrik“ in Görlitz eröffnet. „Bereits nach dem ersten Malkurs, den ich in ihrer Künstlerwerkstatt absolvierte, spürte ich, dass es das ist, was ich lange vergeblich gesucht hatte. Hier bringt man mir das bei, was ich künstlerisch und maltechnisch beherrschen möchte.“
  Inzwischen nimmt sie schon an einem zweiten Kurs in Görlitz teil und spürt selbst, dass sie mit dem Malen ein ganzes Stück vorangekommen ist. So manches sieht sie jetzt mit anderen Augen als vorher. Rosemarie Mann ist begeistert. Das Geheimnis der beiden Künstler will sie natürlich nicht ganz und gar verraten. „Sie sind für uns Kursteilnehmer in allen künstlerischen Dingen offen und haben stets eine Antwort auf alle fachlichen Fragen, die man ihnen stellt. Jetzt macht das Malen noch mal so viel Spaß.“

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Mit der Legemaschine werden die Kartoffeln gelegt. Aus dem einstigen Damm werden dann zwei Kartoffelfurchen. Foto: B. Donke  

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 21. April 2007+++

 

Die nächste Ernte fest im Blick
Von Bernhard Donke

Melaune. Die Kartoffeln zur Vermehrung von Pflanzgut werden gelegt.

  Die Landfarm Melaune GbR hat ihre Erdäpfel zur Vermehrung des Pflanzgutes in diesen Tagen in die Erde gebracht und damit für den Speisekartoffelanbau im kommenden Jahr alles gut vorbereitet. Da herrschte in dieser Woche schon Bewegung auf dem etwa 18 Hektar großen Feld am „Töpfer-Busch“ zwischen Tetta und Melaune.
  Ein eisiger Wind fegte über den Acker und wirbelte die trockene Erde durch die Luft. „Das ist für uns gerade das richtige Wetter zum Legen“, sagt Bernd Windler, einer der Geschäftsführer der Landfarm Melaune. Die Männer in ihren Traktoren und ein Kran waren damit beschäftigt, das Pflanzgut im sogenannten Siebsystem-Legekomplexverfahren in die Erde zu bringen. Für Bernd Windler war das Verfahren, wie es in diesem Jahr angewendet wird, eine richtige Premiere.
  Gemeinsam mit Reinhard Weigt vom Agrarverarbeitungsbetrieb Reichenbach, der den Einsatz vor Ort koordiniert hat, beobachtete er die Arbeitsgänge, mit denen das Saatgut in der Region um Reichenbach in den Boden kommt. „Wie das jetzt hier so abläuft, ist das keine schlechte Sache. Drei Arbeitsgänge und die Kartoffeln brauchen bis zur Ernte kaum noch Pflege“, sagt Reinhard Weigt zufrieden.
          Mehr als das Zehnfache
  Die drei Arbeitsgänge beinhalten das Aufpflügen der Rohdämme, das Separieren der Dämme und das Legen der Kartoffeln mit anschließendem Schlusshäufeln.
  Beim Separieren werden alle Steine und Kluten mit einer Größe von über 35 Millimetern Durchmesser ausgesiebt und abgelegt. Mit dem großen Dammvolumen wollen die Landwirte gute Voraussetzungen für das Wachstum der Pflanzen erreichen und damit letztendlich eine entsprechend gute Qualität und einen hohen Ertrag bei der Kartoffelernte.
  Der Landwirt legt auf einem Hek-tar 3,5 Tonnen Pflanzgutkartoffeln aus. Bei der Ernte wird er dann immerhin 40 Tonnen Erdäpfel einfahren können.

 

Landfrauen gehen am Stock
Von Constanze Junghanß
Melaune. Einen Schnupperkurs „Nordic Walking“ gibt es beim Landfrauenverein. Am 26. April um 18 Uhr können sich Interessenten rund um das Thema informieren und auch selbst zu den Stöcken greifen. Die werden übrigens bereitgestellt.
Hintergrund der Veranstaltung ist, dass Vereinsmitglied Siegried Neumann kürzlich einen Übungsleiterkurs für den Laufsport absolvierte und nun ihr Wissen weitergeben möchte. Bei schlechtem Wetter wird statt „Nordic Walking“ eine Rückenschule angeboten. 

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Mit Freude lesen Elias Ullrich und Mathelehrerin Ines Wilhelm die Einladung zum Adam-Ries-Wettbewerb. Foto: Bernhard Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 21. April 2007+++

 

Rechenkünstler Elias legt sich wieder ins Zeug
Von Bernhard Donke

Vierkirchen. Ein kleines Mathe-As kommt beim Adam-Ries-Wettbewerb in die nächste Runde.

  Heute und am Sonnabend ist Elias Ullrich aus der Grundschule in Buchholz in Annaberg-Buchholz. Dort, wo der Adam-Ries-Verein seinen Sitz hat, wird die zweite Runde des Mathematikwettstreits veranstaltet.
           Jury macht eine Ausnahme
  Und obwohl Elias erst in die vierte Klasse geht und noch gar nicht in dieser Runde mitmachen darf, hat er die Jury in Annaberg-Buchholz mit seinen Rechenkünsten wohl umgestimmt. Mit großer Freude hat Elias Ullrich deshalb diese Nachricht vom Adam-Ries-Bund gelesen. Die ist auch in der Grundschule Vierkirchen in Buchholz wie ein kleines Lauffeuer herumgegangen. „Ja wir sind schon ganz schön erfreut, dass wir so ein Mathe-As unter unseren Schülern haben“, sagt Schulleiterin Gudrun Koch.
  Für die Mathelehrerin von Elias, Ines Wilhelm, war es zwar eine Überraschung, doch geahnt hat sie im Vorfeld schon, dass ihr Schüler das schaffen könnte. „Ich weiß, dass Elias ein wahrer Mathekünstler ist und dieses Fach besonders mag. Dass er es unter den 2 000 Teilnehmern des sachsenweiten Wettbewerbs geschafft hat, unter die besten 49 Schüler zu kommen und das, obwohl er ja eigentlich noch Schüler der Klasse 4 ist, finde ich ganz toll“, sagt die Lehrerin freudig.
  Der Adam-Ries-Wettbewerb wird eigentlich nur für Schüler der Klasse 5 ausgeschrieben. Schüler der Klasse 4 können an der ersten Stufe, die aus Hausaufgaben und Klausur besteht, teilnehmen. Sie werden aber nicht für die zweite Stufe des Wettbewerbs der heute und morgen in Annaberg-Buchholz stattfindet, zugelassen. Aus der Grundschule Vierkirchen in Buchholz haben vier Schüler an der ersten Wettbewerbsstufe teilgenommen.
          Keine Blamage für die Schule
  „Von Elias und einem weiteren Schüler habe ich die gelösten Aufgaben zur Prüfungskommission eingeschickt“, erzählt die Lehrerin. Dass Elias die Prüfungskommission mit seinem Wissen überzeugen konnte und nun mit weiteren 49 verbliebenen Schülern aus der Klasse 5 an der Stufe 2 teilnehmen darf, sorgt für große Freude und Bewunderung.
  Elias, der vor wenigen Tagen noch ganz sprachlos über seinen Erfolg war, will heute sehen, wie es läuft. „Ich werde jedenfalls alles tun, um unsere Schule nicht zu blamieren und mein Bestes geben.“

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 19. April 2007 +++

Lernen von den Jüngsten / Einen Vormittag lang besuchten Grundschüler aus Buchholz einen integrativen Kindergarten in Görlitz.

  Wie wird es dort aussehen? Wie kommen die Kinder mit ihrer Behinderung aus? Und was werden wir den ganzen Vormittag erleben? Diese Fragen schossen uns durch den Kopf, als wir im Auto nach Görlitz in den Kindergarten Salem fuhren. Wir, das waren Marlene, Alisa, Christina und Elisabeth. Voller Neugier fand die erste Begegnung mit den Kindern beim morgendlichen Stuhlkreis in einem gemütlich gestalteten Raum statt. Dort stellten wir uns gegenseitig vor und erfuhren, dass wir in der Ballongruppe zu Gast waren.
  Außerdem gab es noch andere lustige Gruppen, wie die Zwerg-, die Eisenbahn- und die Häuschengruppe. Diese Namen fanden wir ziemlich witzig. In der Ballongruppe gibt es neben gesunden Kindern auch Kinder mit verschiedenen Behinderungen. So zum Beispiel ein blindes Kind, ein Kind mit einer Laufbehinderung und ein hyperaktives Kind. Wir waren erstaunt, wie gut sich die 15 Kinder miteinander verstehen.
          Ein Märchen als Extra
  Als der Stuhlkreis zu Ende war, malten wir gemeinsam Schneeglöckchen aus. Dabei konnten wir beobachten, wie eine Erzieherin dem blinden Mädchen half, indem sie ihre Hand führte. In diesem Moment merkten wir, wie schlimm es ist, nicht sehen zu können. Später gab es für uns eine tolle Überraschung. Die Ballongruppe hatte das Märchen von Schneewittchen eingeübt und auf ein Video aufgenommen. Diesen Film durften wir uns anschauen. Langsam wurde es für uns Zeit, sich von den Jungen und Mädchen zu verabschieden. Wir bedankten uns für den schönen Vormittag.
  Uns wurde klar, dass man vor Menschen mit Behinderungen keine Scheu haben muss, denn sie sind Menschen so wie wir.
Elisabeth Scholz ist Schülerin der Grundschule Vierkirchen, Klasse 4

 

Kleines Mathe-As in zweiter Runde

Vierkirchen
. Elias Ullrich aus der 4. Klasse der Grundschule in Buchholz ist ein richtiges Mathe-Ass. Vom Adam-Ries-Bund e. V. aus Annaberg-Buchholz bekam er jetzt die Nachricht, dass er sich für die zweite Stufe des diesjährigen Wettbewerbes qualifiziert hat. „Ich weiß, dass Elias ein kleines Genie ist und dass er dieses Fach besonders mag“, sagt seine Lehrerin Ines Wilhelm. Dennoch sei die Schule überrascht gewesen, dass es Elias unter den 2000 Teilnehmern des sachsenweiten Wettbewerbs geschafft hat, unter die besten 49 Schüler zu kommen und das, obwohl er noch Schüler der vierten Klasse ist.
  Der Adam-Ries-Wettbewerb wird eigentlich nur für Schüler der fünften Klassen ausgeschrieben. Schüler der Klasse 4 können lediglich bei der ersten Stufe, die aus Hausaufgaben und Klausur besteht, mitmachen. Aber Elias kommt nun eine Runde weiter und wird am Freitag und Sonnabend in Annaberg-Buchholz erneut Matheaufgaben lösen. (bd)

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 18. April 2007+++

Milzener wollen freier Träger sein

Niesky/Melaune. Im Jugendhilfeausschuss des Landkreises stellt sich am Donnerstag der Milzener-Verein aus Melaune vor. Er bemüht sich um die Alltagsgeschichte der Milzener, eines slawischen Stammes im Mittelalter, und bietet Projekte für Jugendliche an. Deshalb will sich der Verein um die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe bemühen. Das ist Voraussetzung für die Nutzung von Förderprogrammen.
In der Beratung geht es auch um die Jugendhilfeagenturen im Landkreis. Die südlichste davon ist die Agentur in Reichenbach. Im Bereich der Familienbildung beantragt das Diakoniewerk Martinshof Rothenburg finanzielle Unterstützung. Es hält thematische Angeboten in Kodersdorf, Horka und in der Neißeaue bereit.(SZ)

19. April, 17 Uhr, TBGZ Niesky

Kameramann Rolf Sondershaus ist Profi. Die mitwirkenden Laienschauspieler haben am Filmdreh großen Spaß. Foto: Constanze Junghanß    

 

Gemeinderat spielt Minister
Von Constanze Junghanß

Arnsdorf-Hilbersdorf. Laien schlüpfen in Filmrollen, um über den Klimawandel zu reden.
  Hell scheint die Sonne durch die großen Fenster. Was anheimelnd wirkt, ist für die Kamera ein kleines Problem. Licht und Gegenlicht müssen ausbalanciert werden. Doch Rolf Sonders-haus ist Profi. Der Kameramann aus Leipzig dreht in Arnsdorf. Zum neunten Mal entsteht in dem Vierkirchener Ortsteil ein Vorfilm für die Landkinosaison. „Familie Schnorr von Carolsfeld stellt uns in diesem Jahr die Räumlichkeiten ihrer Orangerie zur Verfügung“, sagt Andrea Gloger.
  Das Team vom Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte schrieb im Vorfeld das Drehbuch, erzählt die Vereinsvorsitzende. Schauspieler kommen aus dem Ort. Sabine Lätsch gehört dazu. „Es macht einfach Spaß, mit dabei zu sein. Gerade bei unserem jetzigen Thema kommen die unterschiedlichen Sichtweisen gut zum Tragen“, sagt die Erzieherin. Sie schlüpft in die Rolle einer Moderatorin. Der Klimawandel soll diskutiert werden. Zu Wort kommen Landwirt, Bischof und verschiedene Minister, die von Ökologie, Gentechnologie bis hin zur Chemie die verschiedensten Thesen vertreten. „Und Schnitt“, ruft Rolf Sondershaus. „Wenn die rote Lampe leuchtet, bedeutet das Action. Der Bischof darf sich nicht nach vorn bewegen, sonst fällt das Licht ungünstig“, leitet er die Laienschauspieler an. Geschnitten werden muss ständig. Sabine Lätsch und die anderen Akteure sprechen ihre Texte einzeln. Erst wenn der Kameramann alle Passagen zusammen gefügt hat, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.
  15 Mitwirkende sind beim Kurzfilmdreh dabei. Zwei Tage dauern die Aufnahmen. Auch ein echter Gemeinderat steht auf der Bühne. Thomas Scholz zeigt als Minister sein schauspielerisches Können. „Das Team ist toll. Wir freuen uns schon sehr auf die Uraufführung Mitte Juni“, sagt er schnell und muss nach einer Minipause wieder seinen Posten beziehen, um mit den anderen Mitwirkenden das Pro und Contra zum Klimaschutz zu diskutieren.
  Nicht nur der Vorfilm soll in der Sommerkinosaison das Publikum locken. Andrea Gloger verrät, welche weiteren Aktionen zwischen Juni und Juli geplant sind: „Es gibt erstmalig ein Fahrradkino. Das wird eine Open-Air Vorstellung auf dem Pfarrhof.“ Außerdem ist der neue Film von Thomas Wendrich, der in Vierkirchen den Kurzfilm „Zur Zeit verstorben“ drehte, zu sehen. Schauspielerin Marie Gruber und der Autor haben ihr Kommen bereits zugesagt. Zudem gibt es eine gemeinsame Veranstaltung mit der Defa-Stiftung, die voraussichtlich den Film „Das Versteck“ mit Jutta Hoffmann und Manfred Krug mitbringt. „Als zusätzliches Filmangebot im August gibt es jeweils montags eine Kinovorstellung. Geplant sind Filme mit Manfred Krug anlässlich seines 70. Geburtstages“, sagt Andrea Gloger.
  Das Sommerkino läuft vom 15. Juni bis 6.Juli. Die Aktion „Fahrradkino“ steigt am 23. Juni auf dem Pfarrhof. „Marie am Wasser“, der neue Film von Thomas Wendrich, wird am 29. Juni gezeigt. Die gemeinsame Veranstaltung mit der Defa-Stiftung findet am 6.Juli statt.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 17. April 2007+++

„Schnupperkurs“ vor dem Kindergarten
Von Bernhard Donke

Buchholz. Aus dem Mutti-Kind-Angebot für Kleinkinder ist längst ein beliebter Treff geworden, von dem die Kinder später profitieren.

  Regelmäßig am letzten Montagnachmittag im Monat hat der Kultur- und Sportverein Buchholz/Tetta die jüngsten Einwohner im Vereinsheim auf dem Sportplatz zu Gast. „Meist sind es etwa sechs bis acht Kinder im Alter von einem bis zu sechs Jahren, die mit ihren Muttis den Weg hier her zu uns finden“, sagt Gabriele Kreusch.
  Gemeinsam mit ihren Helferinnen bereitet sie diesen Tag immer gründlich vor. So verwandelt sich der große Gesellschaftsraum im Vereinsheim in eine Spielwiese. Auf der können sich die Kinder mit ihren Müttern tummeln und spielen. Oder sie basteln gemeinsam mit den Kindern, lesen Märchen vor.
          Kennenlernen beim Spielen
  Vor etwa fünf Jahren hat der Verein mit diesem Mutter-Kind-Treff versucht, eine Lücke in der Betreuung für Familien mit Kleinkindern in Buchholz und Tetta zu schließen. „Unser eigentliches Anliegen mit diesem Nachmittag ist, dass wir die Kinder, bevor sie in den Kindergarten gehen, schon etwas miteinander bekannt machen“, erklärt Gabriele Kreusch. Beim Spielen lernen sich die Mädchen und Jungen so schon vor ihrem ersten Kindergartentag kennen.
  „Damit erreichen wir, dass eventuelle Ängste vor dem ersten Kindergartentag, ob nun von der Mutter ausgehend oder vom Kind selbst, abgebaut werden.“ Oder vielleicht gar nicht erst aufkommen. Das hat mit Sicherheit sehr viele Vorteile für Mutter und Kind. Die Mütter können viel entspannter ihren Arbeitstag gestalten, und das Kind hat vom ersten Tag an mehr Freude im Kindergarten. Mit diesem Angebot einmal im Monat hat der Verein etwas in Bewegung gesetzt, was bei den jungen Müttern in Buchholz, Tetta und Maltitz recht gut ankommt und angenommen wird.
  Inzwischen kommen jedoch immer noch Mütter zu dem Treff, deren Kinder aus dem eigentlichen Alter bis zum Start im Kindergarten schon herausgewachsen sind. Das liegt daran, dass es zurzeit kaum Kleinkinder im Ort gibt. Ein weiterer Grund ist die Beliebtheit des Treffpunktes.
          Mütter kommen ins Gespräch
  Es lernen sich ja nicht nur die Kinder untereinander besser kennen, sondern auch die Mütter, die im Gespräch besser und leichter zueinander finden. „Zudem können sich die jungen Muttis in ihren Erfahrungen, die sie bisher in der Erziehung ihrer Kinder gesammelt haben, untereinander austauschen“, fügt Gabriele Kreusch noch hinzu.
  Doreen Ponert aus Maltitz, die mit ihrem Sohn Marvin schon fast drei Jahre zum Mutter-Kind-Treff kommt, ist jedenfalls begeistert. „Die Gesellschaft mit den anderen Kindern hat Marvin von Beginn an sehr gut getan“, sagt sie. Die Treffen hätten ihm auf jeden Fall damals auch die Angst vor dem Kindergarten genommen. So hatte er seit dem ersten Tag bis heute keine Schwierigkeiten damit, in den Kindergarten zu gehen.
  Der Meinung schließt sich auch Yvette Dießner, Mutti von der sechsjährigen Constantina, an. „Seit es diesen Tag für uns junge Muttis gibt, bin ich mit meiner Tochter dabei. Auch sie hat bei ihren ersten Kindergartenbesuchen von diesem Mutti-Kind-Tag profitiert“, sagt sie. „Und wir freuen uns, dass die schon etwas älteren Kinder und ihre Muttis immer noch zu uns kommen“, sagt Gabriele Kreusch.

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Rund 190 Jahre steht dieser Wegweiser zwischen Prachenau und Arnsdorfer Holzmühle. Foto: Bernhard Donke    

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 14. April 2007 +++

 

Ein Stein erzählt von „maßlosen“ Zeiten
Von Bernhard Donke

Ein Wegweiser im Umland hat mittlerweile fast 200 Jahre auf seinem Stein.

  Da steht er nun und wird immer älter. Das stimmt nicht ganz, denn ab und an erlebt er eine Verjüngung. Es ist noch gar nicht so lange her, da verpasste man ihm und vielen seiner Steinkollegen eine neue Aufschrift. Seine jedenfalls gibt exakt die Entfernung von Prachenau nach Reichenbach an. Spätestens jetzt weiß man genau: Wir sprechen über einen alten, neuen Wegweiser.
  Neu ist vor allem, dass er längst eine andere Bedeutung erfährt. Eine touristische. Aber auch dafür ist die Säule aus gutem Lausitzer Granit bestens geeignet. Wer genau diese und keine andere der Steinsäulen im Umland in Augenschein nehmen möchte, muss sich an eine Stelle bemühen, die zwischen Prachenau und Holzmühle liegt. Genauer gesagt an einer Straße, die einst von Diehsa über den Diehsaer Hochwald kommend nach der Kleinstadt Reichenbach führte.
          Ein Teil deutscher Kultur
  Das gute Stück ist eines der wenigen historischen Wegweiser, die in der Region noch in einem so guten Zustand erhalten sind. Viele wurden leider achtlos entfernt, als kein Fuhrmann mehr die Angaben brauchte und Touris noch nicht in Sicht waren. Erst später wurde vielen klar: Aber hallo, auch diese Steinklopper sind doch Teil unserer Geschichte und Kultur.
  Dieser hier könnte jetzt 190 Jahre auf dem Buckel haben. Oder sagen wir fast 200, das klingt noch besser. Exakter freilich wird es, widmet man sich der Einführung der „Preußischen Maß- und Gewichtsordnung“. Diese gilt seit dem 16. Mai 1816. Und nach dieser ordentlichen Ordnung wurde einst auch die Strecke Prachenau – Reichenbach vermessen, bevor Wegweiser Aufstellung fanden. Aber Vorsicht: Schon vorher könnte hier ein kursächsischer Meilen- oder Halbmeilenstein gestanden haben. Denn bis zum 21. Mai 1815 gehörte die östliche Oberlausitz bekanntlich noch zum Königreich Sachsen, bevor der Wiener Kongress mit seinem „Friedenstractat zwischen ihrer königlichen Majestät von Sachsen König Friedrich August III. und ihrer königlichen Majestät von Preußen König Friedrich Wilhelm III. die schlesische Hintertür öffnete. Ohne Spaß: Damals verlor das Königreich Sachsen wegen seines Bündnisses mit Kaiser Napoleon gut 58 Prozent seines Territoriums. Unter anderem auch große Teile der Oberlausitz. Und deshalb galt auch hier dann die preußische Messerei, die übrigens ihre Basis auf das Pariser Normalmeter zurückführt.
          Immer mehr werden „normal“
  Noch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es im Deutschland der Kleinstaaterei über 300 verschieden Längen- und Gewichtsmaße. Zur Überwindung lokaler Unterschiede beschloss der Norddeutsche Bund, in dem Preußen federführend war, am 17. August 1868 die Einführung des metrischen Systems für seine Mitgliedsstaaten. Ab 1871 galt es für das neu gegründete Deutsche Reich. Am 20. Mai 1871 fand die Meterkonvention in Paris statt, bei der weitere 18 Staaten die Konvention unterzeichneten. Heute haben sich ihr bis auf wenige Ausnahmen fast alle Staaten der Erde angeschlossen. Und der Stein bei Prachenau gehört noch immer mit dazu.

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+++ Sächsische Zeitung (Niesky/WSW), Donnerstag, 12. April 2007 +++

Drei Gemeinden wollen eine Schule / Vierkirchen, Waldhufen und Nieder Seifersdorf streben zusammen einen gemeinsamen Grundschulstandort an.
Von Bernhard Donke

  Wegen sinkender Schülerzahlen hätten die Grundschulen Vierkirchen-Buchholz und Waldhufen-Jänkendorf schließen sollen. Deshalb suchte man vor vier Jahren mit den benachbarten Gemeinden einen Ausweg, um wenigstens einen Grundschulstandort in Nieder Seifersdorf zu erhalten.
          Waldhufener nach Buchholz
 Um die Grundschule Vierkirchen noch bis zum gemeinsamen Grundschulstandort zu erhalten, gehen jetzt schon Kinder aus Waldhufen nach Buchholz in die Schule. So garantiert man hier die gesetzlich vorgeschriebene Schülerzahl von 15 für eine Schulklasse. „2004 wurde eine Vereinbarung zwischen den Gemeindeverwaltungen Waldhufen und Vierkirchen zum Grundschulstandort Nieder Seifersdorf ab Schuljahresbeginn 2008/2009 getroffen. Hier haben wir im Gebäude der ehemaligen Mittelschule mit der Turnhalle und dem großzügigen Freigelände die besten Voraussetzungen für eine zweizügige Grundschule gesehen“, sagt Waldhufens Bürgermeister Horst Brückner. Voraussetzung ist, dass das Gebäude und die Turnhalle sowie das Außengelände um- und ausgebaut werden. „Deshalb haben wir als künftiger Träger der Grundschule sogleich einen Fördermittelantrag über drei Millionen Euro zum Ausbau der ehemaligen Mittelschule gestellt: an das Regionalschulamt, das Landratsamt und das Regierungspräsidium“, erklärt Brückner.
  „Diesen Antrag hat die Gemeindeverwaltung jährlich erneuert. Doch ein Eingangsbescheid ist bis heute nicht bei uns eingetroffen.“ Ein Zustand, der für die Gemeindeverwaltung Waldhufen nicht angenehm war. Auch für die Schulen in Buchholz und Jänkendorf wurde es schwierig. Dazu sagt Gudrun Koch, Schulleiterin der Grundschule Vierkirchen in Buchholz: „Die Ungewissheit, wann es einen Umzug nach Nieder Seifersdorf geben wird, ist nicht schön. Dieser Zustand hemmt auch unsere schulische Entwicklung. Bestimmte Unterrichtsprojekte sind schwer planbar. Die Anschaffung von Mobiliar oder notwendige Renovierungsarbeiten werden in Frage gestellt. Für das kommende Schuljahr planen wir unsere Arbeit noch hier in Vierkirchen-Buchholz.“
          Die Chancen stehen gut
  Doch nun scheint sich eine Entscheidung anzubahnen. „Wir haben endlich von der Sächsischen Aufbaubank eine Mitteilung bekommen, dass der Förderantrag in Höhe bearbeitet wird. Das macht uns Hoffnung, dass wir in diesem Jahr noch einen Bescheid über unseren Antrag bekommen werden“, meint er hoffnungsvoll. Sollte der positiv ausfallen, dann könnte sofort mit den ersten Arbeiten, den Ausschreibungen für die bauausführenden Firmen, begonnen werden.
  Alle Vorleistungen, wie beispielsweise die Planung der Bauabschnitte, wurden bereits von der Gemeindeverwaltung Waldhufen erbracht. Es ist vorgesehen, den Um- und Ausbau in mehreren Bauabschnitten durchzuführen.

Zur Entwicklung

 Die Schülerzahlen (2003/2004/2005/2006): Jänkendorf–83/81/83/81; Buchholz–72/70/66/70; Jänkendorf hat nach Bedarf für die 1.Klasse in Buchholz Schüler abgegeben.
  Die Diskussion zum geplanten neuen Grundschulstandort Nieder Seifersdorf ist in den Orten Jänkendorf und Buchholz mit großer Sachlichkeit geführt worden.
  Alle anderen Lösungen hätten evtl. die baldige Schließung der Grundschule Buchholz zur Folge.

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Am letzten Tag der Gebetswoche gab es die Abschlussveranstaltung in der Jugendscheune Melaune mit zahlreichen Gästen. Foto: B. Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 11. April 2007 +++

 

Im Herbst folgt die Fortsetzung der Melauner Gebetswoche
Tagesgespräch mit Tobias Walzok, evangelischer Jugendwart


Die Gebetswoche unter dem Titel „24-7-Prayer Germany“ (Betende in Deutschland), die von der Jugendscheune Melaune organisiert wurde, ist vorüber. Allerdings bleiben ihre Gedanken und Thesen erhalten. SZ fragte beim Mitorganisator und Jugendwart in der Evangelischen Jugendarbeit, Tobias Walzok, nach, wie die Resonanz war.
Herr Walzok, bei Veranstaltungen werden gerne die Teilnehmer gezählt. Daran lässt sich einiges aber nicht alles ablesen – wie stehen Sie solchen Statistiken gegenüber?
Wir Menschen sind geneigt, uns von großen Zahlen imponieren zu lassen. Doch das war bei dieser Woche überhaupt nicht das Ziel. Es ging nicht darum, Massen in diesen Raum zu holen. Nei,n es ging um jeden einzelnen – Gott hat mit jedem Menschen eine Beziehung.
Der Titel der Veranstaltung und auch die Ankündigungen selbst, ließen auf etwas Besonderes schließen. Was haben die Leute erwartet, was bekamen sie?
Viele waren gekommen, um sich auf etwas Neues, etwas bis dato Fremdes, einzulassen. Wir hatten also einen Gebetsraum, welcher bereits durch seine Äußerlichkeiten auffiel. So wies ein über drei Meter großes, leuchtendes Kreuz, neben einer in Licht gesetzten Jugendscheune alle Kommenden und Vorbeifahrenden darauf hin, dass hier etwas Besonderes passiert. Jugendliche aus den Gemeinden Melaune, Reichenbach und Kodersdorf haben eine Menge Zeit investiert, um aus einem doch etwas steril wirkenden Gruppenraum eine faszinierende Atmosphäre zu schaffen.
Das Wecken von Interesse ist bei solchen Veranstaltungen nur die halbe Miete. Gefällt es den Besuchern nicht, gehen sie auch wieder. Was war das Faszinierende an dieser Aktion?
Dass diese 60 Minuten Leben verändern können, hat manch’ einer der Gäste an den dafür vorgesehenen Gebetswänden hinterlassen. Das lässt sich nachlesen. Dass Gott junge und ältere Menschen angesprochen hat, war in den tief bewegenden Gebeten, Wünschen und Dankesworten während der Veranstaltung zu lesen.
Was war der Zweck des Beisammenseins?
Beten, mit Gott reden oder in sich gehen, hat für den einen oder anderen Besucher eine völlig neue, heilende Wirkung gezeigt. Wer meint, dass das Beten etwas für alte Menschen ist, wird sich von den Berichten unserer Gäste in den nächsten Tagen und Wochen eines Besseren belehren lassen müssen. Die wohl deutlichste Erfahrung für alle die da waren lautet: Gott lebt und er hat mit unseren Leben ganz Grundsätzliches vor. Und allein diese Erkenntnis ist für uns ein Erfolg.
Sie sind also zufrieden mit dieser Veranstaltung – wird es eine weitere dieser Art geben?
Den Wunsch vieler, vieler Besucher und Beter wollen wir natürlich entsprechen – und deshalb eine Fortsetzung der Veranstaltung anberaumen. Die wird noch in diesem Jahr stattfinden und wieder unter dem Titel: Gebetswoche 24-Prayer Germany stehen. Wir planen, die nächste Veranstaltung im Herbst durchzuführen. Vielleicht kommen diesmal noch mehr Menschen – es würde mich freuen.
Gespräch: Bernhard Donke

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 10. April 2007 +++

Kurzfilm im Gotteshaus
Von Constanze Junghanß

Arnsdorf. In der Kirche flimmerte die Leinwand. Ein Minutenfilm lud zum Nachdenken ein.

  Nicht nur zur Taufe der zwei Babys am Sonntagvormittag in der St. Katharinen-Kirche in Arnsdorf waren die Bänke gut gefüllt. Auch am Abend nahmen Besucher die Sitzreihen gern ein weiteres Mal an.
  Von Karfreitag bis Ostermontag erlebten die Gäste täglich zwölf Minuten Filmgeschehen im Gotteshaus. Über die Leinwand flimmerte der Kurzfilm „Frohe Ostern“. In schönstem Schweizer Dialekt, versehen mit Untertiteln, zeigte das Werk von Ullrich Schaffner Probleme zwischen Eltern und ihrem erwachsenem Sohn auf.
          Keine freudige Überraschung
  Der Sohn kommt über Ostern mit seiner Freundin zu Besuch, um Vater und Mutter die Schwangerschaft seiner Sophie und den Abbruch seines Studiums zu verkünden. Gar nicht einverstanden zeigt sich der Vater, der für seinen Jungen eine Karriere vorgesehen hat.
  Gesprächsbedarf mit Pfarrer Andreas Fünfstück gab es im Nachhinein genug. Mancher Gast konnte sich an ähnliche Lebenssituationen erinnern. „Das Osterkino läuft bereits zum vierten Mal“, sagt Gemeindekirchenrat Gotthard Gaertner. Damit hätte sich eine Tradition entwickelt, die auch gern von Besuchern aus der Umgebung angenommen wird. Gäste stehen übrigens seit Ostern tagsüber nicht vor verschlossenen Türen. Arnsdorf und auch die Dorfkirche in Nieder Seifersdorf beteiligen sich am Projekt „Offene Kirchen“.

Bis zum Ewigkeitssonntag können Besucher täglich von 10 bis 18 Uhr das Gotteshaus besuchen.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 7. April 2007 +++

Referenz an Omas und Opas
Von B. Donke

Vierkirchen. Die Schüler der 2. Klasse der Grundschule Vierkirchen in Buchholz hatten ihre Großeltern zu einem gemütlichen Oma-Opa-Tag in die „Alte Schule“ nach Buchholz eingeladen. Zwei Wochen lang haben die Schüler mit ihrer Klassenlehrerin Heidrun Mühle geübt und geprobt, um die Omas und Opas mit einen bunten Reigen an Melodien und Gedichten durch das Jahr zu führen, und das trotz vieler Krankheitsausfälle.
  Langanhaltender Beifall und lobende Worte der Zuschauer waren der Lohn für die Mühe. Während sich die Kinder mit ihrem kleinen Programm vor ihren Großeltern viel Mühe gaben, bereiteten die Muttis der Schüler schon mal in der Küche der „Alten Schule“, die heute den „Tenne-Verein“ Buchholz beherbergt, eine Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen vor. Den ließen sich auch die Großeltern samt ihren Enkeln dann natürlich gut schmecken.

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Reinhold Kosan ist mit geringen Verlusten an Bienen über den Winter gekommen. Nach Brutnest- und Futterkontrolle lässt er sie jetzt in Ruhe.Foto: B. Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 5. April 2007 +++

 

Kein großer Schaden für das emsige Volk
Von Bernhard Donke

Arnsdorf. Hobbyimker Reinhold Kosan hat kaum Verluste bei den Bienen. Jetzt bereitet er alles für die Honigernte vor.

  Als Hobbyimker Reinhold Kosan Anfang März seine Bienenstände kontrollierte, konnte er zufrieden feststellen, dass die Verluste an Bienenvölkern nach dem doch recht milden Winter gering waren. „Fünf von meinen insgesamt 16 Bienenvölkern sind der Milbe im Winter zum Opfer gefallen. Das ist ein Verlust, den ich verschmerzen muss“, sagt er.
  Nach der Kontrolle hatten die Bienen wieder drei Wochen Ruhe. Ende März erfolgte eine Futter- und Brutkontrolle. „Das ist notwendig, um sich einen Einblick in die Brutnester zu verschaffen. Sind diese nicht ordentlich aufgebaut, wird die Königin des Volkes entfernt, ihr Volk aufgelöst und auf andere Völker, die ein ordentliches Brutnest haben, verteilt“, erklärt der Imker. Im Frühjahr zählt ein Bienenvolk etwa 30 000 Bienen, die sich bis zum Hochsommer auf gut 70 000 Insekten vermehren.
          Tausende junge Bienen
  Immerhin wollen 40 000 junge Bienen im Brutnest das Licht der Welt erblicken. Nach der Brutnestkontrolle lässt der Imker seine Bienen wieder in Ruhe und kontrolliert nur noch aller zwei Wochen die Brutnester samt Futtervorrat.
  Ist dieser von den Bienen aufgebraucht, wird zugefüttert, und erweisen sich die Brutnester mit der Zeit als zu klein und eng für das heranwachsende Bienenvolk, wird sie der Imker schrittweise erweitern und vergrößern. Reinhold Kosans Bienen haben in diesem Jahr noch einen großen Futtervorrat. „Das mag daran liegen, dass sie schon Ende Februar mit der blühenden Weide die erste natürliche Nahrung fanden.“ Jetzt folgt in Kürze die Obstbaumblüte, beginnend mit der Kirschblüte, der dann die Rapsblüte folgt, und so wird für die Bienen ausreichend Nahrung vorhanden sein.
  Mit der ersten Honigernte rechnet der Hobbyzüchter nach der Rapsblüte. Wie die dann ausfallen wird, kann er jetzt noch nicht sagen, denn das hängt insbesondere vom Wetter ab und wie sich die Bienenvölker entwickeln. „Wir lassen uns überraschen.“ Die Zeit bis zur ersten Honigernte wird der Imker die Bienen in Ruhe lassen. Es erfolgt nur noch in regelmäßigen Abständen eine Fluglochkontrolle an den Bienenkästen. „Denn jeder unnötige Eingriff wirkt sich sehr störend auf das Leben der Bienen aus und ist deshalb zu unterlassen“, sagt Reinhold Kosan.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 3. April 2007 +++

Kinder lernen spielend die Bibel kennen
Von Bernhard Donke

Melaune. Das ehemalige Pfarrhaus steht auch den Kindern offen. Einmal pro Wochen treffen sie sich.

Einmal wöchentlich treffen sich fünf- bis achtjährige Kinder im Gemeinderaum des ehemaligen Melauner Pfarrhauses. Ein buntes Treiben herrscht dann dort am Dienstagnachmittag. Das ehemaligen Pfarrhaus beherbergt inzwischen die Evangelische Jugendarbeit. Katrin Gärtner und Martina Ullrich spielen und basteln hier gemeinsam mit den Mädchen und Jungen. Dabei haben sie immer alle Hände voll zu tun, denn die Kinder sprühen vor Ehrgeiz bei diesen Beschäftigungen. Auch Frauke Hiemisch gehört zum Team. Sie hat den Anlaufpunkt vor zehn Jahren ins Leben gerufen. „Ja, sozusagen als Ersatz für den Kinderreligionsunterricht“, sagt sie. „Ich wollte den Kindern wieder mit diesen lockeren Treffen die Möglichkeit geben, sich spielend mit dem Glauben zu befassen.“ Sie lernen hier neben Spiel und Bastelarbeiten die Bibel kennen. Die Frauen lesen daraus Geschichten vor und spielen selbst kleine Szenen nach. Dabei verläuft das alles in einer lockeren und ungezwungenen Atmosphäre, so dass die Kinder Spaß daran haben.
Das können Richard Nitsche, Oskar Thiel und Fabienne Förster, die alle drei noch im Kindergartenalter sind, bestätigen. „Wir freuen uns schon jedes Mal auf den Dienstagnachmittag.“ Regelmäßig kommen bis zu zwölf Kinder.
Kindertreff jeden Dienstagnachmittag von 15.15 bis 16.15 Uhr im Gemeinderaum.

 

M ä r z   2 0 0 7

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Noch steht ein Bauzaun vor der soziokulturellen Begegnungsstätte. Inzwischen sind die meisten Firmenleistungen abgeschlossen.Foto: C. Junghanß   

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 30. März 2007 +++

 

Im Juli soll die Melauner Mühle öffnen
Von Constanze Junghanß

Vierkirchen. Die Gemeinde kommt mit viel Hilfe bei der Sanierung der Wassermühle voran. Eine Begegnungsstätte soll hier entstehen.

  Mit Riesenschritten gehen die Baumaßnahmen an der „Alten Wassermühle“ in Melaune voran. Hier entsteht eine soziokulturelle Begegnungsstätte als Ortschaftszentrum. Vereine und Kultur halten künftig Einzug. „Noch im Frühjahr kommen voraussichtlich die meisten Firmenleistungen zum Abschluss“, sagt Andreas Nedo.
  Heizung und Elektrik wurden eingebaut, Fliesenlegerarbeiten und die Installation der sanitären Technik sind bis Ostern abgeschlossen. Parallel dazu greift auch der Heimatverein als einer der künftigen Nutzer kräftig mit unter die Arme. Säuberungsarbeiten sowie die Grundsicherung des Gebäudes zählen dazu. Und der Milzener-Verein engagierte sich im Vorfeld mit praktischen Ratschlägen und Ideen. „Auch der Bauhof beteiligt sich. Außerdem konnten wir über die Arge einige Jobs anbieten“, so der Bürgermeister.
  Präsentierte sich das Gebäude vor rund zwei Jahren noch in einem völlig desolaten Zustand, sind heute die baulichen Fortschritte nicht mehr übersehbar. Am sanierten Altbau schließt sich ein Anbau an. Große Fenster lassen hier das Licht durch den unteren Raum fluten. Eine Galerie ist an dieser Stelle geplant, in der Zeichnungen junger Menschen sowie eine Fotoschau von der gesamten Bauzeit ausgestellt werden. Im Altbau soll eine Heimatstube – genutzt als Mühlenmuseum – entstehen. Die Räume sind teils nach historischem Vorbild rekonstruiert. „Wir hatten zwar nur wenige detaillierte Vorlagen, versuchten diese aber beim Bau umzusetzen“, sagt Andreas Nedo. Rotweiße Fliesen und mit Lehm gewickelte Wände gehören dazu. Eine polnische Firma fertigte sogar die Türen originalgetreu nach.
  Nachbarn aus Polen spielen im Begegnungsstättenkonzept auch an anderer Stelle eine wichtige Rolle. Eine mehrjährige Partnerschaft verbindet die Gemeinden Jedzow Sudecki und Vierkirchen. So ließen es sich die Nachbarn nicht nehmen, einen symbolischen Arbeitseinsatz für die Wassermühle zu stemmen.
  „Die ehemalige Mühle liegt direkt am Pilgerweg. Eine Touristinformation für das künftige Freilichtmuseum und Sehenswürdigkeiten der Region wäre denkbar“, sagt der Bürgermeister. Geplatzt dagegen ist der Plan, eine Wasserturbine am Wehr aufzustellen.
  Nun wird die Errichtung eines kleinen Schauwasserrades mit Scherenschleiferei angestrebt. Vorhanden sind solche historischen Kleinode wie Mühlsteine oder Fliesen bereits jetzt. Auch das Außengelände erfährt eine Aufwertung. Sitzgelegenheiten laden nach der Eröffnung zum Verweilen ein. Diese steht für Anfang Juli auf der Tagesordnung. Zum Tag des offenen Denkmals im September wird die Wassermühle für alle Interessenten ihre Tore öffnen.

Waldhufens Bürgermeister Horst Brückner setzt sich für einen gemeinsamen Grundschulstandort ein.    

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 30. März 2007 +++

Das Gebäude ist da, das Geld steht noch aus
Von Bernhard Donke

Region. Waldhufen und Vierkirchen streben mit Nieder Seifersdorf einen gemeinsamen Standort für die Grundschule an.

  Wegen sinkender Schülerzahlen musste schon manche Schule in der Region ihre Pforten schließen. Das Schicksal droht auch den Grundschulen Vierkirchen in Buchholz und der Grundschule Waldhufen in Jänkendorf. Deshalb suchten beide benachbarten Gemeinden schon vor vier Jahren einen Ausweg, um wenigstens einen Grundschulstandort zu behalten.
  Diesen fand man in Nieder Seifersdorf. Um die Grundschule Vierkirchen noch eine Weile zu erhalten, lernen jetzt schon Kinder aus Waldhufen in Buchholz. So garantiert man hier die gesetzlich vorgeschriebene Schülerzahl von 15 Kindern für eine Schulklasse.
  „Im Jahr 2004 wurde eine Vereinbarung zwischen den Gemeindeverwaltungen Waldhufen und Vierkirchen zum Grundschulstandort Nieder Seifersdorf getroffen. Hier haben wir im Gebäude der ehemaligen Mittelschule mit der Turnhalle und dem großzügigen Freigelände die besten Voraussetzungen für eine zweizügige Grundschule gesehen“, sagt Waldhufens Bürgermeister Horst Brückner. Das setze aber voraus, dass am Schulgebäude und der Turnhalle sowie dem Außengelände umfangreiche Aus- und Umbaumaßnahmen getätigt werden.
          Förderantrag ist gestellt
  Deshalb sei von der Gemeinde auch gleich ein Fördermittelantrag in Höhe von rund drei Millionen Euro an die zuständigen Behörden, die Bautzener Bildungsagentur (ehemals Regionalschulamt), das Landratsamt und das Regierungspräsidium, ergangen, sagt der Bürgermeister. Diesen Antrag hat die Gemeindeverwaltung seither jährlich wiederholt gestellt. Doch ein Eingangsbescheid ließ bis heute auf sich warten.
  So herrschte lange Zeit Ruhe um das gemeinsame Projekt der Grundschule. „Auch unsere Nachfragen bei den verschiedenen Ämtern brachten lange Zeit keine Klarheit, ob der Antrag genehmigt wird oder wir auf Ablehnung stoßen“, sagt Horst Brückner. Sowohl für Waldhufen, als auch für die Schulen in Buchholz und Jänkendorf ist das eine alles andere als einfache Situation.
          Entscheidung noch offen
  Gudrun Koch, Schulleiterin der Grundschule Vierkirchen in Buchholz sagt dazu: „Die Ungewissheit, ob und wann es einen Umzug nach Nieder Seifersdorf geben wird, ist nicht schön. Dieser Zustand hemmt auch unsere schulische Entwicklung.“
  Bestimmte Unterrichtsprojekte oder Vorhaben seien derzeit schwer zu planen, Anschaffungen von Mobiliar oder notwendige Renovierungsarbeiten in Frage gestellt. „Deshalb würde ich eine schnelle und konkrete Entscheidung begrüßen“, so Gudrun Koch, die das kommende Schuljahr noch für die Schule in Vierkirchen-Buchholz vorbereitet.
  Doch nun scheint sich langsam eine Entscheidung anzubahnen, wie Bürgermeister Horst Brückner die Gemeinderäte von Waldhufen auf der jüngsten Sitzung informierte. „Wir haben von der Sächsischen Aufbaubank eine Mitteilung bekommen, dass der Förderantrag in Höhe von drei Millionen Euro jetzt bearbeitet wird“, sagt er. Das mache Hoffnung, dass noch in diesem Jahr mit einem Bescheid über den Antrag gerechnet werden könne. Sollte dieser positiv ausfallen, dann könne sofort mit den ersten Arbeiten, sprich Ausgabe der Ausschreibungen für die bauausführenden Firmen begonnen werden. Alle Vorleistungen, wie die Planung der Bauabschnitte, seien bereits durch die Gemeindeverwaltung erfolgt. Es ist geplant, den Ausbau und Umbau der ehemaligen Nieder Seifersdorfer Mittelschule in mehreren Bauabschnitten durchzuführen.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 28. März 2007

Auto schleudert gegen Baum

Vierkirchen.
Montagmittag fuhr ein 67-Jähriger im Ortsteil Melaune auf der S122 mit seinem Ford in Richtung Reißaus. Kurz nach dem Ortsausgang geriet er durch eine Unachtsamkeit auf die Gegenfahrbahn. Über diese Fehlhandlung erschrak er dermaßen, dass er das Lenkrad verriss. Dadurch kam der PKW ins Schleudern, schlug mit der linken Fahrzeugseite gegen einen Straßenbaum und kam erst nach reichlich 20 Metern zum Stillstand. Am Fahrzeug entstand wirtschaftlicher Totalschaden, verletzt wurde zum Glück aber niemand.

Markt ist kein Aprilscherz

Melaune. In diesen Tagen hat der Heimatverein Döbschütz/Melaune noch alle Hände voll zu tun. Denn am Sonntag findet der Frühlingsmarkt von 10 bis 16 Uhr statt. Immerhin erwarten die Organisatoren 26 Händler und Gewerbetreibende.
  Die wollen bei ihrer Anreise alle einen Stellplatz, Strom und Wasser haben. „Das setzt schon eine gute Vorarbeit voraus, zumal wir ja in diesem Jahr mit dem Platz vor Richters Kaufpunkt einen neuen Standort nutzen“, sagt Vereinsvorsitzender Herbert Riedel. Unter den Ständen sind auch wieder Handwerker, wie Steinmetz, Zimmermann, Schreiner und zum ersten Mal ein Sensedengler. So sind die Melauner Heimatfreunde bestens gerüstet und freuen sich auf viele Besucher am 1. April. (bd)

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 27. März 2007 +++

 

Neugierig auf die Zeitung und ihre Partner

Die Viertklässler der Grundschule Vierkirchen in Buchholz haben sich nicht nur tagtäglich mit dem Inhalt der Sächsischen Zeitung vertraut gemacht. Während ihrer Teilnahme am Frühjahrsprojekt von „Schüler & Zeitung“ haben sie sich auch Gäste eingeladen. So war unter anderem der Projektpartner Lichtenauer Anfang März zu Besuch in der Schule. Christin Bauer, Marketing-Beschäftigte des Unternehmens (links im Hintergrund), hatte neben vielen Informationen rund um Lichtenauer auch einige Kostproben im Gepäck. Die ließen sich die Grundschüler schmecken.

Foto: Christian Suhrbier

 

Monika Ignaczak, Dave Exner und Angela Wuttig (v. l.) lichten die Apfelbäume des Görlitzer Stadtgutes aus.Foto: B. Donke     

Der Schnitt im Frühjahr sichert die Ernte im Herbst
Von Bernhard Donke

Vom Görlitzer Stadtgut werden in jedem Frühjahr fast 100000 Bäume ausgelichtet. Das ist wichtig für das Wachstum der Früchte.

  „Mit dem Baumschnitt legen wir die Basis für eine gute und ertragreiche Ernte im kommenden Sommer und Herbst“, sagt Maik Schwarzbach, Abteilungsleiter Obstbau in der Stadtgut Görlitz GmbH. Er ist in diesen Tagen mit seinen Mitarbeitern mit dem Baumschnitt auf den Plantagen des Stadtgutes in Arnsdorf-Hilbersdorf und Kunnerwitz beschäftigt. „Im weiteren Jahresverlauf kommen dann noch die anderen für eine reiche Ernte wichtigen Faktoren hinzu: Die Blüte, das Klima und das Wetter sowie die weitere Pflege“, sagt er. „Der Baumschnitt ist eine der Hauptaufgaben in den ersten Wochen des neuen Jahres für uns Obstbauern. Wir nennen das dann den Winterschnitt, den wir fast bis zum Blütenbeginn der Bäume ausführen können“, erklärt der Obstbauer. Dabei schaut er hin und wieder kontrollierend auf die von seinen Mitarbeitern bereits mit der pneumatischen Astschere bearbeiteten Zwergapfelbäume. Die Pflanzen der Sorten Topaz, eine Winterapfelsorte, und Rosana, ein Herbst-Winterapfel, sind in diesen Tagen an der Reihe.
          Technik muss durchpassen
  Dabei werden Wassertriebe und Äste entfernt beziehungsweise – wie der Obstbauer sagt – ausgelichtet. „Damit erreichen wir, dass die Baumreihen ständig eine lichte Breite von vier bis fünf Meter erhalten“, sagt Maik Schwarzbach. Das sei notwendig, damit auch die Technik, die zur Pflege und Ernte eingesetzt wird, ungehindert durchfahren und arbeiten kann. „Außerdem garantieren wir mit der Auslichtung dem heranwachsenden Obst optimale Lichtverhältnisse und die notwendige Sonne, die es zum späteren Reifeprozess benötigt.“ Das sei man schließlich den späteren Kunden schuldig, die nun einmal nur gleichmäßig gut ausgereiftes Obst kaufen und essen wollen.
          Mehr Kraft im Obst als im Holz
  In diesem Frühjahr werden auf den Plantagen in Kunnerwitz 45000 Apfel- und 32000 Kirschbäume und in Arnsdorf-Hilbersdorf insgesamt 21600 Obstbäume beschnitten. „In diesem Jahr kommt uns dabei zugute, dass die Ernte im Vorjahr doch recht ertragreich war und deshalb die Kraft des Baumes mehr ins Obst und weniger ins Holz überging“, sagt Maik Schwarzbach. Damit falle im laufenden Jahr auch weniger nachgewachsenes Holz zum Auslichten an.
  Trotz aller Technik: Die zwei Männer und drei Frauen, die hier einst das Obstbauernhandwerk erlernt haben und nach der Lehrzeit übernommen wurden, verrichten eine körperlich schwere Arbeit.
          Anstrengend für die Frauen
  Ein Traktor zieht ein pneumatisches Luftdruckgerät durch die Baumreihen. Das versorgt die durch Druckschläuche angeschlossenen pneumatischen Astscheren, die ihr Gewicht haben. Sind sie doch immerhin gut einen Meter lang, damit man auch höhere Äste erreichen kann. „Für mich ist das sicher nicht das Problem, aber für die Frauen doch recht anstrengend. Aber die Arbeit muss nun mal gemacht werden, wenn wir im Herbst viele Früchte ernten wollen“, sagt Dave Exner, der gemeinsam mit Monika Ignaczak und Angela Wuttig eine Baumreihe auslichtet.

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Einen Großteil seiner Freizeit widmet der Buchholzer Udo Gleisenberg der Zucht von Exoten, insbesondere der australischen Sittiche. Foto: Bernhard Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 23. März 2007 +++

 

Pracht-Rosellas auf dem Gartengrundstück
Von Bernhard Donke

Buchholz. Australische Sittiche sind die Leidenschaft von Udo Gleisenberg.

  „Die australischen Sittiche aus der Art der Prachtrosella und später auch noch der Bandsittiche begeisterten mich Anfang der 80er Jahre. 1984 habe ich dann mit deren Zucht begonnen“, erzählt Udo Gleisenberg, während er seine Sittiche in den Volieren im Garten seines Grundstücks in Buchholz füttert. Der Buchholzer ist Leiter der Straßenmeisterei Niesky und ein begeisterter Züchter australischer Sittiche.
  „Es ist das lebendige Wesen dieser farbenschönen Vögel, das mich zu Beginn meiner züchterischen Tätigkeit in seinen Bann zog“, fügt der 55-Jährige hinzu. Im Garten seines Grundstücks baute er sich seine ersten Volieren und widmet sich seit dieser Zeit der Zucht dieser Tiere. „Mein Hauptanliegen heute ist die reinerbige Zucht, auch wenn mir das zu Beginn noch gar nicht richtig klar war. Aber nur so kann man die Schönheit der Tiere vervollkommnen und in ihrer Art reproduzieren“, sagt er.
          Höhepunkt ist die Exotenschau
  Gleisenberg bleibt mit seinem Hobby nicht in der Abgeschiedenheit seines Gartengrundstücks, auf dem heute mehrere Volieren mit Sittichen stehen, sondern ging damit auch an die Öffentlichkeit. Er wurde Mitglied im Weißenberger Kleintierzuchtverein S516 und bereicherte diesen schon im ersten Jahr, indem er eine Exotenschau im Rahmen der traditionellen Kleintierschau des Vereins am ersten Adventwochenende organisierte und mit seinen farbenprächtigen Vögeln daran natürlich auch teilnahm. Seit dieser Zeit ist die Exotenschau nicht mehr wegzudenken. Vielmehr macht die Exotenschau, bei der mehr als 100 Vögel und Fasane gezeigt werden, seit Jahren den Erfolg der Weißenberger Kleintierschau aus, da sie einmalig in ihrer Art in der Oberlausitz und Niederschlesien ist. „Eine gut organisierte Ausstellung ist – um es einmal poetisch auszudrücken – wie eine schöne neugezüchtete Blüte einer Blume, über die sich der Züchter als Krönung seiner Zuchtarbeit erfreut“, sagt er zu seinem Engagement für die Weißenberger Kleintier-, Ziergeflügel- und Exotenschau.
          Zum Zuchtwart qualifiziert
  Obwohl die Zucht nur ein Hobby ist, muss man sich qualifizieren, um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden. Dafür legte er den Qualifizierungsnachweis als Zuchtwart für Exoten und Ziergeflügel ab und füllt diese Funktion im Verein aus. Gleichzeitig ist er Mitglied in der Bundesvereinigung für die Zucht und Erhaltung einheimischer und fremdländischer Vögel (VZE). In dieser Funktion ist er bestrebt auch Nachwuchs für die züchterische Tätigkeit zu gewinnen.
          Keinen Tag ohne die Vögel
  „Wir sind für alle, die sich diesem schönen Hobby widmen wollen, offen und begleiten ihn, bis er den als Züchter notwendigen Sachkundenachweis abgelegt hat.“ Allerdings müsse den Interessenten auch klar sein, dass dieses Hobby ein sehr zeitraubendes ist, für das man an 365 Tagen im Jahr da sein muss.
  Ehefrau Veronika sieht das Hobby ihres Mannes positiv, würde sich aber daran nicht beteiligen. Ihre Interessen liegen in einer ganz anderen Richtung. Trotzdem steht sie ihm bei der Vorbereitung der traditionellen Weißenberger Ausstellung immer hilfreich zur Seite.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 22. März 2007 +++

168 Stunden beten in Melaune
Von Linda Müller

In der Jungendscheune findet noch bis zum Sonntag eine Gebetswoche statt. Jeder, der möchte, kann vorbeikommen und mitmachen.

In den 1980iger bis 90iger Jahren begann alles. Junge Leute wollten das Beten mehr in den Vordergrund stellen und hatten die Idee, dies vier Wochen ununterbrochen zu tun. So entstand dann 24-7 Prayer, eine Gebetsbewegung junger Menschen.
          Jede Stunde eingeteilt
 Heute dauert die Gebetswoche von 24-7 Prayer nur sieben Tage und ist in Deutschland über das ganze Jahr verteilt. Noch bis Sonntag, den 25.März, findet die Gebetswoche erstmalig in der Jugendscheune in Melaune statt. Die Evangelische Jugendarbeit im Kirchenkreis Niesky und die Evangelische Jugendscheune Melaune e. V. laden dazu alle Jugendlichen ab 14 Jahren herzlich für die verbleibenden Tage nach Melaune ein.
  Eine Woche hat 168 Stunden. Damit nicht jeder gleichzeitig beten möchte, ist jede Stunde mit einem Stundenplan eingeteilt, in den man sich eintragen kann. Jede Stunde ist für ein bis zwei Personen gedacht. Sie können in dieser Zeit die verschiedensten Dinge tun. Das kann zum Beispiel beten, zeichnen oder auch Musik machen auf der dort vorhandenen Gitarre sein. „Auch kann man seine Gebetsanliegen an eine Wand schreiben. So kann dann der Nachfolger für einen Beten“, erzählt Tobias Walzok, Leiter der Evangelischen Jugendarbeit im Kirchenkreis Niesky.
  Der Gebetsraum ist dabei sehr bunt gestaltet und mit Pflanzen ausgestattet. So fühlt man sich wohl und wird von der gemütlichen Atmosphäre inspiriert. Für die Abendstunden können sich zwischen 19 und 20 Uhr Gruppen wie Junge Gemeinden, Hauskreise aber auch Kindergärten eintragen. Doch auch für jeden anderen, nicht angemeldeten Beter steht die Tür zu diesem Zeitpunkt offen. „Die Abendstunden sind immer sehr ausgebucht. Für die Tagstunden sind noch Anmeldungen möglich“, so Tobias Walzok.
  Die Teilnahme ist für alle kostenlos, jedoch steht am Ausgang eine Spendendose.
          50 kamen zum Auftakt
  Begonnen wurde die Woche mit einem Anfangsjugendgottesdienst in der Kirche in Melaune. „Da kamen etwa 50 Jugendliche“, erzählt Tobias Walzok. Am 25. März, um 15Uhr, wird die Gebetswoche in der Scheune in Melaune beendet. Also kommt mal vorbei.

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Jennifer Petzold (links) bastelt mit Sieglinde Wagner ein buntes Frühlingsgesteck, dass den Buchholzer Vereinsraum schmücken soll.Foto: Bernhard Donke   

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 21. März 2007 +++

 

Basteln, Bowling und reichlich Spaß
Von Bernhard Donke

Buchholz/Tetta. Der Kultur- und Sportverein sorgt sich um sinnvolle Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche.

  Jennifer Petzold (8) aus Buchholz ist regelmäßig bei den Treffs im Vereinsheim des Kultur- und Sportvereins Buchholz/Tetta am Sportplatz dabei. Am vergangenen Dienstag wurde fleißig Frühjahrsschmuck aus Kunstblumen zu Körbchen und Kränzen zusammengebastelt. Sie sollen zu Hause Hauseingänge, Türen und Fenster schmücken. „Ich komme gern hierher. Es macht einfach Spaß, hier zu basteln und zu spielen“, sagt das Mädchen, während sie an einem Frühlingsgesteck mit Sieglinde Wagner bastelt.
  Jeden zweiten Dienstag ist buntes Kindertreiben angesagt. Gabriele Kreusch, vom Kultur- und Sportverein und ihre Helferinnen Sieglinde Wagner und Petra Wagner bieten jetzt wieder den beliebten Teenietreff für Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde an. „Wir haben seit dem 9. Januar begonnen, diesen in der Vergangenheit so beliebten Treff für Schulkinder und Jugendliche mit Hilfe von Ein-Euro-Jobbern wieder zu organisieren. Von 14 bis 18 Uhr bieten wir vorläufig noch aller zwei Wochen Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung an“, sagt Gabriele Kreusch.
  Wird der Treff gut angenommen, dann denken die Organisatoren darüber nach, ihn wieder jede Woche durchzuführen. Reglementieren wollen die Frauen die Teilnehmer dabei nicht. „Vielmehr geht es uns darum, den Kindern und Jugendlichen Anregungen und Tipps für ihre Freizeitgestaltung auch zu Hause zu geben“, sagt die Vereinsverantwortliche. So wird nicht immer nur gebastelt. Buchlesungen, Spiele und bei schlechtem Wetter auch die Nutzung der vereinseigenen Bowlingbahn sind genauso vorgesehen. Für das Frühjahr und den Sommer sind außerdem Fahrrad- und Wandertouren geplant. „Das Programm spricht hoffentlich auch die jungen Leute an“, meint Petra Wagner, eine der Helferinnen bei den Treffs. Und das alles gibt es für nur 50 Cent Unkostenbeitrag, den die Eltern für ihre Kinder zahlen müssen. Alle sonstigen durch den Teenietreff anfallenden finanziellen Aufwendungen werden vom Verein übernommen.

 

„Frohe Ostern“ auf der Leinwand
Von Constanze Junghanß


Arnsdorf. Die evangelische Kirchengemeinde lädt bereits zum vierten Mal zum Osterkino ein. Von Karfreitag bis Ostermontag wird jeweils um 20 Uhr „Frohe Ostern“ – ein Kurzfilm des Schweizer Drehbuchautors Ulrich Schaffner – gezeigt.
Auf den Künstler gestoßen ist die Arnsdorfer Kirchengemeinde bei ihren Recherchen, was aus ihrem ersten Osterkino-Film „Zur Zeit verstorben“ geworden ist.

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Gut sichtbar im Apfelbaum auf einer Wiese in Vierkirchen ist dieser Mistelstrauch. Foto: Bernhard Donke  

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 16. März 2007 +++

 

Mystisches Gewächs kann heilen
Die Mistel ist zurzeit gut zu sehen und wird bald geerntet.

Von Bernhard Donke

  Die Mistel (lateinisch Viscum), im Volksmund auch Hexenkraut, Donnerbesen, Kreuzholz und Vogelmistel genannt, ist zurzeit, wo die Baumkronen noch keine Blätter austreiben, besonders gut zu sehen. Von den vorwiegend in den Tropen wachsenden Mistelgewächsen gibt es in Deutschland nur die Laubholz- und die Nadelholzmistel.
  Die immergrünen, strauchförmigen Pflanzen, die zu den Halbschmarotzern gehören, haben gelbgrüne ledrige Blätter. Die weißen unscheinbaren bleichgelben Blüten werden bereits im Vorjahr angelegt.
          Ernte ab März
  Im März bis April erblühen sie, um dann ein dreiviertel Jahr später zu weißen Beeren heranzureifen. In der Volksmedizin hat die Mistel seit der vorchristlichen Zeit ihren festen Platz. Im ersten Jahrhundert unserer Zeit findet man bei Plinius den Hinweis, dass Mistelkraut gegen Fallsucht und Schwindelanfälle hilfreich sei. Hieronymus Bock (1498 bis 1554) und P. A. Matthiolus (1501 bis 1577) wissen in ihren Büchern zu berichten, dass Salbe aus Mistelblättern Geschwüre und eitrige Wunden heilen kann. Der naturheilkundige Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) empfiehlt die Mistel zur Stillung von Blutflüssen und Behandlung von Störungen im Blutumlauf.
  Medizinische Wirkstoffe in der Pflanze sind Viscotoxine, Lectine, Flavonide, biogene Amine und Schleimstoffe. Doch sollte vor einer Überbewertung der Mistel als Heilpflanze gewarnt werden. Die Erntezeit der Mistel für die Volksmedizin sind die Monate März und April. Dann werden die beblätterten Zweigspitzen langsam und schonend getrocknet. Aus den Blättern bereitet man sich Tee. In der modernen Medizin finden Mistelpräparate zur palliativen Krebsbehandlung Verwendung.
  Die Bezeichnung Mistel leitet sich wohl vom „Mist“ ab, da der Samen der Pflanze durch Vogelkot auf die Bäume gebracht wird. In der altnordischen Mythologie wird der Mistel eine besondere mystische Bedeutung zugeschrieben.
          Ein alter Brauch
  Bei den Kelten soll sie als heilige Pflanze verehrt worden sein. Davon kündet bis heut der Brauch, sich einen Mistelzweig über der Haustür anzubringen. Er soll Unheil und Ungemach abwenden. Die Griechen und Römer hatten noch eine andere Verwendung für die Mistel. Sie stellten aus ihr den Vogelleim her, den sie für den Vogelfang mit Leimruten benutzten.

Tobias Walzok Foto: B. Donke  

Jugendscheune wandelt sich in einen Ort der Ruhe
Melaune. Jugendwart Tobias Walzok ist Mitorganisator einer Gebetswoche.
Gespräch: Bernhard Donke

Wer veranstaltet denn diese Gebetswoche?
Dahinter steht neben der Evangelischen Jugendscheune und mir als Jugendwart der Evangelischen Jugendarbeit in der Region Reichenbach/Niesky die Initiative „24-7- PRAYER Germany“.

Was steckt hinter dieser Bewegung „24-7-PRAYER- Germany“?
24-7 Prayer heißt auf deutsch 24 Stunden sieben Tage lang beten. Die Bewegung ist Ende der 1990er Jahre unter jungen Christen in England entstanden. Sie berufen sich auf die Traditionen der 100-jährigen Zinzendorfschen Gebetskette. Daraus entwickelte sich die Idee, insgesamt 168 Stunden in einem eigens ausgestatteten Raum zu beten.

Was soll sich der Besucher darunter vorstellen?
Beten heißt auch, zur Ruhe und Besinnung zu kommen. In dieser Gebetswoche geht es um das Leben des Einzelnen. Jeder, der teilnehmen möchte, investiert 60 Minuten seines Lebens und festigt damit die Beziehung zu Gott.

Wo wird denn in der Jugendscheune gebetet?
Wir haben den Gruppenraum in der Jugendscheune so vorbereitet, dass er dazu inspiriert. Eine Gebetswand wird errichtet, an der kann jeder seine Sorgen, Gedichte oder Meinungen anschreiben.

Wie soll die Woche ablaufen?
Wir beginnen am Sonntag, um 15 Uhr, mit einem offenen Jugendgottesdienst in der Melauner Kirche und beenden die Gebetswoche am 25. März mit einer Abendveranstaltung ab 15 Uhr in der Jugendscheune. Es gibt einen Stundenplan mit jeweils freien Gebetszeiten, die jetzt schon teilweise ausgefüllt sind. Die Zeit von 19 bis 20 Uhr wollen wir Gruppen vorbehalten. Dabei denke ich vor allem an Hauskreise und Junge Gemeinden, die gemeinsam kommen wollen. Es ist auch angedacht, für jeden Tag ein Thema zu finden, wie Arbeitslosigkeit, Fremdenhass aber auch Gemeindewachstum oder Visionen der Jugend. Die Gebetszeiten sind jeweils für ein bis zwei Teilnehmer vorgesehen. Sie müssen das 14. Lebensjahr vollendet haben.

Die Gebetswoche steht unter dem Motto „60 Minuten, um die Welt zu verändern“. Sie findet vom 18. bis 25. März in Melaune statt. Weitgereiste können im Schlafsack übernachten.

Kontakt unter 035827/7 03 54; 035827 /7 34 13 oder jugendscheune@gmx.de.

Polizeibericht
Acht Unfälle in Stadt und Land und Alkohol dazu
Buchholz
. Gestern, 5.30 Uhr, geriet aus noch ungeklärter Ursache auf der S111 ein Hyundai unter einen belgischen Laster. Die Fahrerin wurde verletzt, an ihrem PKW entstand Totalschaden.

Straßenbau fast abgeschlossen
Vierkirchen.
In den Jahren 2001 bis 2007 konnte im Ortsteil Buchholz im Rahmen der Ländlichen Flurneuordnung für den Straßen- und Wegebau eine Menge erreicht werden. Die Gemeinderäte wurden in der jetzigen Sitzung darüber informiert, wie viele Eigenmittel in welche Projekte flossen. Insgesamt betragen die Eigenmittel rund 130 000 Euro. Damit konnten zum Beispiel die innerörtliche Dorfstraße, Randbefestigungen sowie zahlreiche Wegführungen saniert werden. „Offen ist bisher nur noch die Sanierung des Schilfteichweges“, erläuterte Bürgermeister Andreas Nedo. Die Straßen und Wege sind dann für den gesamten Ortsteil auf Vordermann gebracht worden. (cj)

Energievertrag läuft bis 2010
Vierkirchen.
Bis zum Jahr 2010 läuft der derzeitige Konzessionsvertrag Strom mit dem sächsischen Energieversorger Enso. Danach muss ein neuer Vertrag öffentlich ausgeschrieben werden. Die Gemeinderäte entschieden sich in ihrer jüngsten Sitzung den Beschluss zu fassen, in das dafür im Vorfeld notwendige Verfahren einzutreten. Welche Anbieter es bis zu diesem Zeitpunkt gibt, steht allerdings noch nicht fest, bestätigte Bürgermeister Andreas Nedo der SZ. (cj)

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Über das Ehrenkreuz für „50 Jahre treue Dienste“ in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr freut sich Erich Anders. Foto: Bernhard Donke 

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 9. März 2007 +++

Feuerwehr ist wichtiger Teil im Dorfleben
Arnsdorf-Hilbersdorf.
Die Mitstreiter der Freiwilligen Feuerwehr haben auch für 2007 viele Pläne geschmiedet.
Von Bernhard Donke

  Insgesamt 18 Mal musst die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrücken. Dabei wurde sie zweimal zu Gebäudebränden gerufen. Bei allen anderen Einsätzen stand Ödland in Flammen. Dabei würden die Mitglieder der Feuerwehr auch an körperliche und psychische Grenzen gelangen, schätzte Wehrleiter Reinhold Kosan auf der Jahreshauptversammlung ein.
  Neben dem Bürgermeister der Gemeinde Vierkirchen, Andreas Nedo, war auch Ortschaftsrätin Christine Nicht anwesend. Außerdem folgten Vertreter der befreundeten Wehren aus dem polnischen Jezow Sudecki (Grunau) und dem tschechischen Lhota der Einladung. Das sieht die Arnsdorf-Hilbersdorfer Wehr auch als Wertschätzung ihrer Arbeit.
          Kontakte im Dreiländereck
  Unterstützt wird die Freiwillige Feuerwehr auch von Firmen, wie Becker-Umweltdienste aus Reichenbach. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr für Übungszwecke uneigennützig ein Spezialfahrzeug zur Verfügung gestellt. Neben den Einsätzen, Übungen, Wettkämpfen und Ausbildungen mischt die FFw auch im Dorf kräftig mit. Das soll auch in diesem Jahr so bleiben. Dazu gehört das traditionelle Hexenbrennen, die Absicherung des Martinsumzugs zum Martinstag im November und des Fackelumzuges vor dem Tag der Deutschen Einheit sowie der „Tag der offenen Tür“.
  Ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit ist auch, dass der feuerwehreigene Schaukasten ständig auf dem aktuellen Stand gehalten wird. Die partnerschaftlichen Kontakte nach Polen und Tschechien wurden auch im vergangenen Jahr mit gegenseitigen Besuchen vertieft und gefestigt. In der Partnergemeinde von Vierkirchen, im tschechischen Paseky, war die FFw Arnsdorf-Hilbersdorf zu Gast beim Internationalen Feuerwehrforum im Rahmen des Interreg-Programms in der Euroregion Neiße.
  Für 30 Jahre treue Dienste in der Freiwilligen Feuerwehr wurde Klaus Güntzel geehrt. Der 70-jährige Erich Anders engagiert sich seit einem halben Jahrhundert in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr. Dafür erhielt er das Ehrenkreuz des Sächsischen Feuerwehrverbandes.

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Edgar Ritscher, Clemens Lachnitt und Werner Preuschoff (von links) zerlegen die Fleischteile beim Schlachtfest, die dann später zu den verschiedenen Wurstsorten verarbeitet werden. Im Hintergrund Fleischer Jörg Richter.Foto: B. Donke  

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 8. März 2007 +++

Hier wird noch zu Hause geschlachtet
Tetta
.
Auf dem Land halten so manche Familien an bäuerlichen Traditionen fest.
Von Bernhard Donke

  Sitten, Gebräuche und Traditionen sind noch Teil unserer Kultur. Bei vielen haben wir aber vergessen, dass sie ihre Wurzeln im bäuerlichen Leben haben. Eine solche alte Tradition ist die Hausschlachtung auf dem Bauernhof. Das wird bis heute auch bei Familie Lachnitt in Tetta so gehalten, obwohl das Schwein vom Bauern gekauft ist.
          Frühes Aufstehen gehört dazu
  Mit dem Schlachten geht es bereits frühmorgens los. An einem Sonnabend, denn da haben auch die Helfer Zeit, die sich der Hausherr heranholt, damit sie ihm und dem Fleischer zur Hand gehen. Hausschlachtungen wurden in der Vergangenheit meist in den kalten Monaten von November bis März durchgeführt. Da wirkte die Witterung als natürlicher Kühlschrank und bewahrte die Erzeugnisse vor dem Verderben.
  Schon am Vortag wird bei Lachnitts für das Schlachtfest alles gut vorbereitet, so dass der Fleischer pünktlich, um 6Uhr, mit seiner Arbeit beginnen kann. Das getötete und ausgeblutete Schwein wird zuerst über einem Trog mit heißem Wasser von den Borsten befreit. Hierbei kommen die Helfer zum ersten Mal zum Einsatz und so richtig ins Schwitzen. Danach wird das Schwein aufgehangen und aufgebrochen, was allein schon ein Kraftakt ist. Das Entfernen der Eingeweide ist sicher nicht jedermanns Sache.
  Inzwischen dampft das Wasser im Kessel schon wieder, damit die Teile vom Schwein, die zu Wurst verarbeitet werden sollen, kochen können. Die edleren Fleischstücke, wie Lenden, Keulen und Kotelett, werden später ausgelöst oder gepökelt und zu Schinken geräuchert. Fleischer Jörg Richter macht Gewürze und andere Zutaten für die verschiedenen Wurstsorten zurecht. Das in der Zwischenzeit weich gekochte Fleisch wird jetzt aus dem Kessel genommen, vom Knochen getrennt und durch den Wolf gedreht. Die Wurstmasse muss danach mit Platz in den vorbereiteten Därmen vorlieb nehmen. Die derart gepressten beliebten hauschlachtenen Würste gelangen aber nochmals in die Fleischbrühe zum Aufkochen.
          Schmaus nach getaner Arbeit
  Nach fast getaner Arbeit beginnt der lustigere Teil des Schlachtfestes, zu dem auch Freunde und Bekannte eingeladen werden. Dann darf nach Herzenslust zugelangt und mit einem hochprozentigem „Verdauungssaft“ nachgespült werden. Für die Hausfrau der Familie ist der Schlachttag allerdings noch lange nicht vorbei. Sie muss Wurst und Fleischwaren für die kommenden Wochen und Monate haltbar machen. Wurde dabei früher viel eingekocht und gepökelt, so steht dafür heute vor allem der Gefrierschrank bereit. „Ja man sieht, ein Tag, der es in sich hat, und viel Arbeit macht. Aber letztlich ist so eine Hausschlachtung auch eine schöne Tradition“, sagt Clemens Lachnitt in den späten Abendstunden, als das Schlachtfest zu Ende ist.

Die Zaubernuss blüht

Arnsdorf-Hilbersdorf. Dieser kleine Strauch der Zaubernuss steht in einem Vorgarten auf der Dorfstraße in Arnsdorf-Hilbersdorf. Dass der Strauch jetzt blüht, ist kein Naturwunder oder der milden Witterung zuzuschreiben. Die Zaubernuss blüht immer in dieser Jahreszeit.

Die Pflanze wächst ursprünglich an der nordamerikanischen Atlantikküste, im Kaukasus und in Ostasien. Sie kann acht Meter hoch werden und duftet in der Blütezeit angenehm. Ihre Früchte reifen erst im Sommer des nächsten Jahres. Die Zaubernuss ähnelt dem Haselnussstrauch und wird in Deutschland als Zierstrauch in Gärten und Parkanlagen gehalten. In der Volksmedizin werden Auszüge aus der Rinde und Blätter bei Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut verwendet. (bd)

Die Zaubernuss in Arnsdorf-Hilbersdorf.Foto: B. Donke  

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Helga Schaffrath (rechts) hat den Landshop Melaune gepachtet und ihn mit Hilfe ihrer Kolleginnen Daniela Hein (links) und Gabi Schütze wieder geöffnet – zur Freude der Melauner.Foto: Bernhard Donke  

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 6. März 2007 +++

Einkaufen im Ort ist nun wieder möglich
Melaune.
Der Landshop hat eine neue Betreiberin. Das freut viele Einwohner im Vierkirchener Ortsteil.
Von Bernhard Donke
  Nach knapp zwei Monaten ohne Landshop haben die Melauner ihren Einkaufsladen wieder zurück. Helga Schaff-rath hat das Geschäft übernommen und damit der Arbeitslosigkeit ein Schnippchen geschlagen.
  Erleichterung ist insbesondere bei den älteren Bürgern in Melaune zu spüren. „Wirklich, es ist schön, dass es euch wieder gibt, hört man nun des Öfteren, vor allem von unseren Kunden“, sagt Helga Schaffrath aus Ober Prauske. Seit Mitte Februar hat sie den Melauner Landshop gepachtet.
          Alternative zur Arbeitslosigkeit
  Zuvor hatte sie mit ihren beiden Kolleginnen Gabi Schütze aus Gebelzig und Daniela Hein aus Schönau-Berzdorf hier gearbeitet. Mit der Schließung am 27. Dezember standen die drei Verkäuferinnen ohne Arbeitsplatz da. Ihnen blieb vorerst nur der Weg zur Arbeitsagentur. Für die Melauner aber bedeutete das, fortan auf eine weitere Einkaufsmöglichkeit verzichten zu müssen. Das war besonders schlimm und ärgerlich für die älteren und nicht mehr so mobilen Bürger. Ohne die Hilfe von Nachbarn oder Verwandten wäre der Einkauf all der kleinen, aber nötigen Dinge für das tägliche Leben nur schwerlich möglich gewesen.
  Doch auch den drei Frauen war diese Situation nicht gleichgültig. „Außerdem suchten wir ja selbst einen Weg, um der drohenden Arbeitslosigkeit zu entkommen“, sagt Helga Schaffrath. Als älteste und erfahrene Kollegin übernahm sie die Verkaufsstelle als Pächterin und sicherte so ihren beiden ehemaligen Kolleginnen und nunmehr Angestellten den Arbeitsplatz. Was sich hier so einfach anhört, war aber keine Kleinigkeit, sondern ein schwieriger Weg. Sieben Wochen dauerte es, bis die Eigentumsverhältnisse geklärt waren und ein Mietvertrag zustande kam. Seitens der Behörden ging dann alles sehr schnell und unbürokratisch, so dass der „Einkaufsmarkt Melaune“ eröffnet werden konnte. „Besonders wir älteren Bürger sind sehr froh darüber, dass wir die drei Frauen wieder haben und nun unsere Einkäufe auch wie vorher selbst erledigen können“, sagt Hildegard Riedel. „Bei mir war es ja noch nicht ganz so dramatisch, da mein Sohn noch mit im Haus wohnt und mir in den vergangenen Wochen alle Einkäufe per Auto mitgebracht hat“, fügt sie noch hinzu.
          Schlimme Wochen sind vorbei
  Karin Friebe aus Buchholz und Irene Schlenz aus Tetta sind gerade mit ihrem Einkauf beschäftigt. „Gott sei dank, dass es hier weitergeht. Die vergangenen Wochen waren schlimm, weil es ja auch in Buchholz keinen Lebensmittelladen mehr gibt. Wegen jeder Kleinigkeit musste man weite Wege fahren“, sagt Karin Friebe. Irene Schlenz sieht die Situation genauso: „Wir können froh sein, dass die Drei den Mut haben weiterzumachen.“ „An uns soll es nun nicht liegen. Wir werden unser Bestes geben, um die Leute zufrieden zu stellen“, sagt Helga Schaffrath.

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 5. März 2007 +++

 

Konzentration ist gefragt beim Bearbeiten der Pfeile. Die Geschosse sollen schließlich auch bei Schauvorführungen funktionieren. Mit nur wenigen Werkzeugen kommen die Teilnehmer des Workshops aus. Fotos: Constanze Junghanß 

Auf den Spuren der Vorfahren
Vierkirchen. Am Wochenende gab es in Melaune Geschichte zum Anfassen zu erleben.

Von Constanze Junghanß

  Mit Messern und kleinen Pfeilen hantieren die Teilnehmer beim Workshop zur Herstellung von vor- und frühgeschichtlichen Pfeilen. Zu diesem lud am Sonnabend der Milzener-Verein die Interessenten. Ein kleiner Junge macht ebenso mit, wie mehrere Mädchen und auch ältere Herrschaften.
  „Der Workshop war ausgebucht. Über die Anzahl der Bewerber freuen wir uns natürlich sehr“, sagt Sebastian Pfeifer. Das Vereinsmitglied wird immer wieder an einen der Tische in der Jugendscheune geholt, um Fragen zu beantworten oder Unterstützung beim Bau der Pfeile zu geben.
          Pfeile schnitzen ist spannend
  Auch Nele Müller sitzt mit in der Runde. Konzentriert bearbeitet sie das Kiefernholz. „Das ist eine spannende Sache, wenn man mit den eigenen Händen etwas schafft“, erklärt sie. Ihr Freund besitzt den passenden Bogen. „So kann ich selbst mit meinem eigenen Pfeil üben“, sagt die junge Frau. Piotr Dmochowski vom polnischen Museum Biskupin hat ganz besonderes Material mitgebracht. In den 80er Jahren fanden Taucher in Ostrów Lednicki – einer Insel im See Lednica in der Nähe von Poznan (Posen) – hier zahlreiche historische Relikte. „Dazu zählten auch diese Pfeile“, zeigt Ostrów Lednicki auf eine Abbildung, die er mitgebracht hat. Die Burganlage auf der Insel gehörte im 10. und 11. Jahrhundert zu den bedeutendsten Burgen in Polen. Sie wurde archäologisch erforscht und gilt als eines der am meisten besuchten kulturhistorisch-ethnografischen Museen in Polen.
  Vor allem mit dem 11. Jahrhundert befassen sich auch die Milzener. Sebastian Pfeifer erzählt auch, dass Pfeilspitzen die häufigste Fundgattung aus dem Mittelalter waren.
  „Wenn man hier am Burgberg in Melaune graben würde, kämen mit hoher Wahrscheinlichkeit solche Funde ans Tageslicht“, meint er. Die Teilnehmer des Workshops erfahren, dass nur wenige Werkzeuge für die Herstellung der Jagd- und Kriegsgeschosse notwendig sind. Schnitzmesser und Feile gehören ebenso dazu, wie Sandpapier. Das gab es früher natürlich noch nicht.
          Rund 20 Bögen gebaut
  „Unsere Vorfahren nahmen stattdessen Sandstein oder sogar Schachtelhalme, die durch ihren hohen Anteil an Kieselsäure für die Holzglättung sorgten“, erläutert der Student für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Jena.
  Mit gewerkelt wird ebenfalls von Mitgliedern des Vereins „Kastrum Turgelow“ aus Torgelow. „Mit den Milzenern besteht bereits ein mehrjähriger Kontakt“, sagt Ulrich Bernhardt, der in seinem Verein die Rolle des Burgvogtes übernommen hat. Rund 20 Bögen bauten die Torgelower. „Nun wird es Zeit, dass wir auch die Herstellung von Pfeilen erlernen“, ergänzt Udo Bubberke. Schließlich möchten die Männer dieses Wissen in Zukunft an interessierte Schulklassen und Gruppen weitergeben.

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+++ Sächs. Zeitung, Freitag, 2. März 2007 +++


Dicht umlagert war im Vorjahr der Stand von Kerstin Hanusch. Die Künstlerin aus Schleife verzierte nach sorbischem Brauch Ostereier in den verschiedensten Techniken. Foto: Archiv/Bernhard Donke 

Frühlingsmarkt findet erneut statt
Von Bernhard Donke

Melaune. Händler können sich noch beim Heimatverein melden.

  Nachdem der erste Frühlingsmarkt erfolgreich war, folgt in diesem Jahr eine Neuauflage. Dafür werden aber noch spezielle Händler gesucht. „Ja die Resonanz unter den Besuchern des Ostermarktes im vergangenen Jahr, war doch recht positiv“, sagt Herbert Riedel, Vorsitzender des Heimatvereins Döbschütz/Melaune.
  „Deshalb haben wir uns als Verein auch für dieses Jahr vorgenommen, den nunmehr zweiten Melauner Ostermarkt zu organisieren.“ Der Termin steht fest. Es ist der erste Sonntag im April. „Das soll aber kein Aprilscherz sein“, sagt Herbert Riedel mit einem Augenzwinkern. Der Markt soll wieder sein besonderes Flair bekommen und auf das Frühjahr mit seinen speziellen Arbeiten in Garten und Hof sowie auf das Osterfest ausgerichtet sein. Landwirte und Gärtner können ihre Frühjahrspflanzen und Sämereien anbieten, Händler die nötigen Gartengeräte.
          Traditionelles ist gefragt
  Handwerker können sich mit traditionellen Arbeiten und Produkten präsentieren, zum Beispiel Besen- oder Fassbinder, Schreiner oder Kunstschmied. Auch Kunstgewerbeartikel für das Osterfest sind gefragt. Nicht auf dem Markt zulassen wollen die Organisatoren hingegen Anbieter von Textil- und Kurzwaren sowie Schuhen. Der Markt wird wieder in der Nähe der Melauner Kirche stattfinden.

Die Händler können sich schon jetzt unter Telefon 035827/7 03 00 anmelden.

Mopedfahrer und Polizisten werden verletzt

Arnsdorf. Ein Mopedfahrer (17) sollte Mittwoch kurz vor Mitternacht in Nieder Seifersdorf bei einer Verkehrskontrolle überprüft werden. Der junge Mann kam mit seiner Schwalbe aus Richtung Arnsdorf. Statt anzuhalten, gab er Gas. In einer Rechtskurve kam er ins Schleudern, stürzte, machte sich aus dem Staub – zu Fuß. Er kam nicht weit, denn es holte ihn ein Polizist ein. Einen Führerschein hatte der Schwalbefahrer nicht. Sowohl der betrunkene 17-Jährige als auch zwei Beamte wurden bei der Verfolgung verletzt. (SZ)

 

F e b r u a r   2 0 0 7

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+++ Sächs. Zeitung, Freitag, 23. Februar 2007 +++

 

Mobile Händler sind einzige Chance für Alte

Buchholz. Da es in dem Vierkirchener Ortsteil keine Einkaufsmöglichkeit, bis auf einen Getränkeshop, mehr gibt, sind insbesondere die älteren und nicht mehr so mobilen Bürger auf die Versorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs durch mobile Händler angewiesen. „Früher, da hatten wir eine Gaststätte, einen Bäcker, einen Laden der BHG, einen Konsum und sogar noch eine Gärtnerei. Von all dem ist nichts mehr geblieben“, hört man oft vor allem die älteren Bürger klagen.
  Ihnen, die selbst nicht mehr so mobil sind, bleiben daher nur die mobilen Verkäufer. Die kommen in regelmäßigen Abständen in den Ort gefahren und machen an mehreren Stellen Halt. Wer mehr als nur das Angebot dieser Händler nutzen möchte, der ist dann schon auf einen eigenen fahrbaren Untersatz angewiesen. Denn auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es in der Gemeinde nicht gerade gut bestellt. Busse der öffentlichen Verkehrsgesellschaft frequentieren nur noch zweimal das Dorf am Tag, um Mitfahrer aufzunehmen.

 

Der mobile Bäcker wird von älteren Bürgern gern genutzt. Foto: B. Donke  >>

 

 

Ein Wochenende in das Mittelalter eintauchen
von Constanze Junghanß

 

Melaune. Interessenten können gemeinsam mit den „Milzenern“ Pfeile bauen und spannenden Vorträgen lauschen.


Mitmachen können am 3. März kleine und große Interessenten beim historischen Workshop. Bei den Milzenern darf dabei nicht nur über die Schulter geschaut, sondern auch selbst mit Hand angelegt werden. Foto: Constanze Junghanß 

Bereits in der Steinzeit gab es die ersten Pfeilspitzen. Und auch im Mittelalter jagten die Vorfahren mit Bogengeschossen. Noch heute üben die antiken Werkzeuge auf so manchen Betrachter eine besondere Faszination aus. Piotr Dmochowski vom polnischen Museum Biskupin und Sebastian Pfeiffer von der Universität Jena gehen dieser Leidenschaft jetzt in Melaune auf den Grund. Sie laden gemeinsam mit dem Milzener-Verein aus Melaune Anfang März zu einem praktischen Workshop ein. Hier lernen die Teilnehmer die Herstellung von vor- oder frühgeschichtlichen Pfeilen. „Wer gern etwas Respekt vor der Pfeilherstellung entwickeln oder sich gern einen Kindheitstraum erfüllen möchte, ist zu diesem Workshop gern gesehener Gast“, sagt Diego Scholz, Vereinsvorsitzender der Milzener.
  In verschiedenen Stufen wird die authentische Herstellung aus Naturprodukten vorgeführt und alle Kursteilnehmer erhalten die Möglichkeit, mittelalterliche oder vorgeschichtliche Pfeile zu bauen. Dabei kann man zwischen Steinzeitalter- und Mittelalterpfeilen wählen. „Günstig ist, eigenes Werkzeug mitzubringen“, sagt Diego Scholz. Dazu zählen Schnitzmesser, Schere, 400er Sandpapier, runde Schlüssel- oder Kettensägenfeilen und, falls vorhanden, der eigene Bogen oder die Bogensehne.
  Historisch geht es übrigens am gesamten Wochenende zu. Geplant sind zusätzlich zu dem Workshop vier Vorträge zu den Themen Materialkunde, Quellenforschung und Archäologie. Sie finden in der Jugendscheune Melaune statt. Auf die Spuren der Jagd mit Pfeil und Bogen in der Oberlausitz begibt sich das Stadtmuseum Bautzen. Slawische Burgen und Siedlungsplätze in Westpolen nimmt Maciej Trzinski vom Stadtmuseum Wrolclaw genauer unter die Lupe. Am Abend folgt ein Kino-Vortrag zum Thema „Das Buch des Ahmad Ibn Fadlan“. Tags darauf gibt eine Diplom-Restauratorin Einblicke in die historische Lederherstellung.
  Der gemeinnützige Verein „Die Milzener e.V.“ aus Melaune erforscht theoretisch und praktisch die mittelalterliche Alltagsgeschichte der elbslawischen Stämme, im Speziellen den der „Milzener “. Derzeit zählt die Gruppe 25 Mitglieder.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 22. Februar 2007 +++

 

Sven Koch ist ein „Weltenbummler“. Zu Hause am heimischen PC kann er seine Erlebnisse Revue passieren lassen.Foto: Constanze Junghanß

Im Rollstuhl quer durch Afrika
Melaune.
Sven Koch bereiste zum bereits vierten Mal den schwarzen Kontinent.

Von Constanze Junghanß

Mehr als 20000 Kilometer Fahrtstrecke brachte Sven Koch in den vergangenen Jahren hinter sich. Kreuz und quer ist er durch Afrika gefahren. Mal für drei Monate, mal für einige Wochen. Jetzt im Januar zog es den Melauner wieder in die warmen Gefilde. Den gesamten Monat verbrachte er mit zwei Bekannten auf dem schwarzen Kontinent.
  Sven Koch sitzt im Rollstuhl. Er reist nicht in Luxuslimousinen durch Tunesien, Algerien, Marokko im Norden, Mauretanien, Senegal, Gambia im Westen, Südafrika, Mocambique, Swasiland oder Lesotho im Süden. Die Technik ist ebenso einfach, wie robust. W 50, Robur oder Landrover heißen die eigentlich von Sammlern begehrten Fahrzeugmarken. Diese stellt der Verein „Together offroad“ mit Sitz in Dresden zur Verfügung.
          Reisen abseits der Straßen
  Im 2004 gegründeten Verein, der eine Werkstatt in Radeberg betreibt, ist der Melauner zugleich Schriftführer. Und er war von Anfang an dabei. „Vor der Entstehung des Together offroad gab es seit ungefähr 1995 den offroad-travel-club. Diese Plattform bildete sich aus einem Freundeskreis, in dem allen das Reisen abseits der Straße ans Herz gewachsen war“, erzählt er. Die Fahrzeuge selbst stehen zum Teil an Standorten in Afrika, wo sie auch von Mechanikern der dritten Welt repariert werden. „Außerdem nehmen wir selbst gesammelte Hilfsgüter mit in die Regionen, damit diese Spenden unmittelbar an die Betroffenen weitergegeben werden können“, erzählt Sven Koch. Dazu zählen Bekleidung, Spielzeug oder Schulmaterialien.
  Im Januar nahmen die Afrika-Fans auch Schreibutensilien mit ins Land. Den Kindern einer Schule in einem abgelegenen Bergdorf wurden diese geschenkt. Die Dankbarkeit über solch eine „Kleinigkeit“ löse immer wieder große Freude bei den Überbringern aus. „Für viele Einheimische abseits der großen Städte sind wir Reisenden ebenso eine willkommene Abwechslung im Alltag“, sagt Sven Koch. Sehr herzlich falle die Begrüßung der fremden Weißen aus. Immer wieder werden die Deutschen zum Tee eingeladen. Selbst diejenigen Afrikaner, die selbst kaum etwas besitzen, böten ihre Gastfreundschaft sowie Speis und Trank an.
          Bisamratte auf dem Speiseplan
  Allerdings sollte man beim Essen eine gewissen Vorsicht walten lassen. „Wir versuchten, auf Märkten frische Ware zu kaufen, die auch genießbar ist. Unsere europäischen Mägen kommen nämlich – im Gegensatz zu den Mägen der Einheimischen – mit einigen Speisen überhaupt nicht klar“, so der Rollstuhlfahrer. Fisch gebe es fast überall, Gazelle sei essbar. Neben Tintenfischen und Muscheln stand sogar schon eine Bisamratte auf dem Speisezettel.
  Unterwegs treffe man jedoch den einen oder anderen Afrika-Enthusiasten, der Tipps und Hinweise zur Versorgung, Tank- oder Waschmöglichkeiten in Erfahrung gebracht hat. Übernachtet wird von den „Offroadern“ im und am Fahrzeug. Für einen Menschen im Rollstuhl sicher kein ganz leichtes Unterfangen? Doch der Melauner winkt ab: „Für mich sind diese Reisen ein Zurück an die Wurzeln. Man erkennt in der Ärmlichkeit des Lebens der Menschen dort, welchen hohen Luxus wir hier haben. Ich glaube, den Lebensstandard in Deutschland schätzt man nach einer solchen Tour viel mehr.“

Beim Sortieren der Äpfel ist Sorgfalt gefragt. Foto: Bernhard Donke


Boskoop noch ganz frisch

Von Bernhard Donke

Hilbersdorf. 80 Tonnen der reichen Apfelernte der Görlitzer Obstbauern lagern noch in einer Halle.


  Mit prüfendem Blick schaut sich Maik Schwarzbach, Leiter der Abteilung Obstanbau im Stadtgut Görlitz GmbH, in die mit Äpfeln gefüllten Kisten. Alle Früchte sehen frisch und knackig aus, als ob sie gerade vom Baum gepflückt hätte. „Das vergangene Jahr hat uns eine reichhaltige Apfelernte beschert. Bei der leider manchmal nur die Größe der Äpfel zu wünschen übrig ließ. 80 Tonnen der Ernte haben wir jetzt noch hier in Hilbersdorf eingelagert“, erzählt Maik Schwarzbach, während er die Kisten, die bis zu 350 Kilogramm Äpfel der Sorten Gloster, Melrose, Boskoop, Idared Topas und Pilot kontrolliert.
  Bei einer durchschnittlichen Lagertemperatur von drei bis fünf Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 80 bis 85 Prozent erleiden die Äpfel bis zur nächsten Ernte keinen Qualitätsverlust. Die niedrigen Temperaturen in der Halle werden durch Kühlaggregate erzeugt. Die hohe Luftfeuchtigkeit erhält man dadurch, dass der Fußboden der Lagerhalle ständig unter Wasser steht. Die Dunkelheit der fensterlosen Halle sorgt für einen weiteren guten Lagereffekt. Ehe die Äpfel das Lager zum Verkauf oder Versand verlassen, werden sie sorgfältig von den vier hier arbeitenden Saisonkräften ausgelesen.
  Unansehnliche und mit Druckstellen behaftete Äpfel und solche, die nicht den strengen Qualitätsanforderungen gerecht werden, sortieren sie aus. Kein verdorbener oder beschädigter Apfel darf ihnen entgehen. Dieser würde später in der Kiste einen viel größeren Schaden anrichten.
  Neben dem Verkauf im Hofladen in Kunnerwitz werden auch in Hilbersdorf Äpfel von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 16 Uhr verkauft.

Notiert

Rothenburger Diakon liest im Literarischen Café

Buchholz. Im Literarischen Café des Tenne e.V. Buchholz liest am Sonnabend, um 16 Uhr, der Rothenburger Diakon Kurt Warrack. Er hat das 100-Jahr-Buch über die Gründung und Geschichte des Martinshofes Rothenburg im Gepäck. Das Leben der ersten deutschen Ärztin, Dorothea Christiane Erzleben, stellt Kerstin Kolpe aus Neuteich vor. Dazu gibt es in der Alten Schule Kaffeehausmusik und selbst gebackenen Kuchen. (SZ)

Gemeinde unterzeichnet Partnerschaftsvertrag
Vierkirchen
. Die Gemeinde beschloss in ihrer jüngsten Sitzung, einen Partnerschaftsvertrag mit Paseky nad Jizerou zu unterzeichnen. Mit den tschechischen Nachbarn sollen unter anderem ein Austausch der Feuerwehren und ein Chorprojekt auf den Weg gebracht werden. Das Chorprojekt findet am 28. April in Buchholz statt. Kontakte zu der rund 200 Einwohner zählenden Gemeinde bestehen bereits seit zwei Jahren. Sie wurden über die polnische Partnergemeinde Vierkirchens, Jedzow Sudecki, geknüpft. (cj)

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+++ Sächs. Zeitung, Mittwoch, 21. Februar 2007 +++


Gebete in der Jugendscheune

Melaune. Die Evangelische Jugendarbeit im Kirchenkreis Niesky lädt zu einer Gebetswoche frei nach Zinzendorf ab Sonntag, dem 18.März, in die Jugendscheune nach Melaune ein. Es kann vor dem Kreuz gebetet werden, genauso wie im Sitzen oder Stehen. Es kann gesungen, gezeichnet, gemalt und gedichtet werden. Es sei auch das Angebot, wieder einmal intensiver das eigene Leben wahrzunehmen und sich eine Stunde zurückzuziehen, so der Veranstalter. (bd)    Infos: www.24-7prayer.de

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+++ Sächs. Zeitung, Sonnabend, 17. Februar 2007 +++


Händler für den Markt gesucht
Melaune
. Nachdem der vom Heimatverein Döbschütz/Melaune im vergangenen Jahr organisierte Frühlingsmarkt ein voller Erfolg war, soll es in diesem Jahr zur Osterzeit ein Neuauflage geben. Der Termin für den zweiten Ostermarkt steht auch schon fest. Wie schon voriges Jahr wurde er vom Heimatverein auf den ersten Sonntag im April gelegt – und das ist diesmal gleich der erste Tag des Monats. Allerdings werden dazu noch Händler und Handwerker gesucht. Ob Landwirte oder Gärtner, die ihre Waren anbieten möchten, oder traditionelles Handwerk – jeder ist willkommen. (bd)    Anmeldung unter 035827/70300


Sparkasse rollt in Melaune an
Melaune
. Ab 1. März wird die mobile Filiale der Sparkasse Oberlausitz- Niederschlesien auch in Melaune Halt machen. „Immer donnerstags von 13.30 bis 14 Uhr werden alle Serviceleistungen der Sparkasse, wie zum Beispiel Überweisungen, Bargeldabhebungen und -einzahlungen angeboten“, so die Pressesprecherin der Sparkasse, Katrin Sumpf. Haltepunkt für die fahrbare Filiale wird der Dorfplatz in Melaune sein.
  Bisher hält die mobile Filiale in 20 Gemeinden im Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Diesen Service nehmen vor allem die älteren Kunden sehr gern an. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 16. Februar 2007 +++

 

Wenngleich die Maschinen schon Rost ansetzen: In Buchholz gehen sie wieder an den Start. Foto: Archiv/Junghanß.

Spaßmacher und Artisten gesucht
Von Constanze Junghanß

Buchholz. Zum 30.Mal wird im Ort Dorffest gefeiert. Der Höhepunkt steht bereits fest: Das SR-2-Rennen.

  Gleich zwei Jubiläen stehen den Buchholzern im Juli dieses Jahres bevor. Am runden Tisch sitzen derzeit die Vereinsmitglieder des Kultur- und Sportvereins (KSV) Buchholz/Tetta zusammen. „Wir bereiten jetzt das schon 30. Dorffest vor“, sagt Vereinschef Dietmar Schlenz. Und während dieses Festes fällt zum mittlerweile zehnten Mal der Startschuss zum längst über die Buchholzer Ortsgrenzen hinaus bekannten SR-2-Rennen. Und so ist schon so mancher Liebhaber der kleinen Zweiräder dabei, sein Gefährt für dieses Ereignis auf Hochglanz zu polieren.
  Mehr als 20 Vereinsmitglieder sind in die Vorbereitungsarbeiten eingebunden, bringen Vorschläge ein und überarbeiten die Programmpunkte. Fest im Terminkalender eingeschrieben ist ein großes Konzert mit Schlagerstar Helene Fischer am 15. Juli, die sich mit Liedern wie „Von hier bis unendlich“, „Engel gehen durchs Feuer“ oder „Du triffst mitten ins Herz“ in die Hitlisten gesungen hat.
          Mehr als nur Feste
  Den Kultur- und Sportverein gibt es seit 1994. 20 Jahre zuvor wurde die Freilichtbühne im Park errichtet. Im Wechsel mit Melaune und Arnsdorf-Hilbersdorf fanden schon damals Dorffeste statt. Der ehemalige Konsum konnte vor sieben Jahren feierlich als Vereinshaus eingeweiht werden. „Das Objekt steht Familien und Firmen offen. Es gibt 60 Sitzplätze und zwei Bowlingbahnen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Nicht nur Feste werden in dem Vierkirchener Ortsteil gern gefeiert. Auch Senioren- und Kindernachmittage sowie gemeinsame Ausflüge organisieren die Mitglieder in Eigenregie. Nicht zu vergessen der alljährliche Wettbewerb zum Basteln der schönsten Hexe zu Walpurgis, Skatturniere, eine Frauensportgruppe, Mutti-Kind- oder Teenie-Treffen.
          Weitere Künstler gesucht
  Ziel der ehrenamtlichen Arbeit ist es, kulturelle Höhepunkte in der Gemeinde zu schaffen. Zwar finanziert sich der Verein aus eigener Tasche. Doch von Seiten der Gemeinde gibt es für alle Vereine einen Zuschuss. „Auch mit Technik wird uns von der Kommune unter die Arme gegriffen. Und unser siebenköpfiger Vorstand engagiert sich seit vielen Jahren ganz besonders“, sagt Dietmar Schlenz.
  Nun sucht der KSV für seine Veranstaltungsserie am dritten Juliwochenende weitere Höhepunkte fürs Programm. Schlenz: „Wir würden uns freuen, wenn sich Artisten, Spaßmacher und andere Kleinkünstler bei uns melden.“

Termin des Dorffestes: 13. bis 15. Juli;
Kontakt zum Verein: 035876/42879
E-Mail: info@ksv-buchholz-tetta.de www.ksv-buchholz.de         

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+++ Sächs. Zeitung, Donnerstag, 15. Februar 2007 +++

 

Kommt nach Buchholz nichts?

Hier ist die Welt zu Ende, signalisiert das Ortsausgangsschild auf der Dorfstraße in nördlicher Richtung. Dabei führt die Straße geradewegs Hohendubrau-Gebelzig, in das Landschafts- und Naturschutzgebiet.  Foto: B. Donke

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+++ Sächs. Zeitung, Dienstag, 13. Februar 2007 +++

 

Einkaufsmarkt öffnet wieder

 MELAUNE. Noch ist Helga Schaffrath mit dem Einräumen der Regale beschäftigt. Am Mittwoch wird wird sie das seit dem 27. Dezember geschlossene Geschäft wieder eröffnen. Das Angebot reicht dann von Lebensmittel, Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren und für Dinge des täglichen Bedarfs. Zum erweiterten Service gehört auch die Möglichkeit der Paketannahme und Rückgebe für den Hermesversand.  Foto: B. Donke

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+++ Sächs. Zeitung, Montag, 12. Februar 2007 +++

 

Volksbank vor Ort
Filialnetz: 121 Filialen gibt es in Görlitz und im Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Anfang März wird die Filiale in Melaune geschlossen, da sie die Versicherungsauflagen nicht erfüllt, wie es heißt.
Ausbildung: Zurzeit werden 13 Lehrlinge bei der Volksbank ausgebildet. Zum 1.August dieses Jahres werden wieder zwei Auszubildende eingestellt.
Ausschüttung: Die mehr als 8000Mitglieder der Volksbank erhalten in diesem Jahr wie bereits im Vorjahr eine Dividende in Höhe von vier Prozent. Für diese Ausschüttung wendet die Volksbank Niederschlesien rund 240000Euro auf.
Vereinsprojekt: Seit mehreren Jahren fördert die Volksbank flächendeckend verschiedene Vereine in der Stadt Görlitz und im Niederschlesischen Oberlausitzkreis.
Veranstaltungen: Es soll noch vor den Sommerferien regionale Mitgliederabende in Niesky, Weißwasser und Görlitz geben. Voraussetzung ist, dass die testierte Bilanz vorliegt.
Weitere Informationen sind im Internet zu finden: www.vrb-niederschlesien.de

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+++ Sächs. Zeitung, Freitag, 9. Februar 2007 +++

 

Ausflug in frühere Zeiten

Melaune.
In der Jugendscheune veranstaltet der Milzenerverein vom 3. bis 4. März eine „Geschichtenwerkstatt“. Vorträge beschäftigen sich unter anderem mit den ältesten Spuren der Jagd in der Oberlausitz, slawischen Burgen und Siedlungsplätzen in Westpolen oder geben Einblicke in die historische Lederherstellung. Für die Vorträge wird kein Eintritt erhoben. Außerdem findet am 3. März von 15bis 20 Uhr ein Workshop zur Herstellung von vor- und frühgeschichtlichen Pfeilen statt. Dazu sind Werkzeuge wie scharfes Schnitzmesser, Schere, Sandpapier sowie diverse Feilen mitzubringen. Für das gestellte bereitgestellte Material wird ein Unkostenbeitrag erhoben. (cj)

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 6. Februar 2007 +++

 

Mit Spiel und Sport stärken die Kinder in Buchholz unter Anleitung von Therapeutin Diana Ciechonska (Bildmitte) ihren Rücken.

Auch sitzen will gelernt sein 
Buchholz. Einmal pro Woche kommt die Physiotherapeutin Diana Ciechonska zur Rückenschule für Kinder.

von Bernhard Donke

  Jeden Donnerstag , um 12 Uhr, das gleiche Bild im Vereinshaus des Tenne e.V.: Kinder treiben spielend Sport und auch sonst geht es recht munter und lustig bei lauter Musik zu. Mittendrin Physiotherapeutin Diana Ciechonska von der Physiotherapie "Penkin" aus Kodersdorf. Bei laufender Musik beschäftigt sie sich spielend und sporttreibend mit den Kindern. Seit November vergangenen Jahres macht hier ihre Rückenschule mit Kindern aus Buchholz und Umgebung Station - immer donnerstags nach der Schule. "Sinn dieser Rückenschule für Vorschulkinder und Grundschüler ist, dass sie spielend ihren Körper erkennen und kennenlernen. Ein weiterer Aspekt der Rückenschule ist, dass die Kinder eine rückenfreundliche Sitz- und Stehhaltung erlernen. Das ist in der Schule wichtig, um schmerzfrei den Unterricht verfolgen zu können", sagt die junge Therapeutin. So wird bei Spiel und Sport der Rücken der Kinder gestärkt. Zurzeit läuft in Buchholz ein Kurs für Vorschulkinder und Schüler der Klassen eins und zwei. Im März sind dann die Kinder der dritten und vierten Klasse an der Reihe. Die Kursteilnahme ist natürlich freiwillig und umfasst zehn Übungsstunden. Finanziert wird er durch die Krankenkassen. Die Eltern der Kinder müssen 65 Euro vorfinanzieren, die sie aber am Kursende von den Krankenkassen zurückerhalten.

 

         

 

In Hilbersdorf wird nicht gemeckert 

von Constanze Junghanß

 

Unerwartete Verstärkung bei den Aufräumarbeiten in den Wäldern haben die Hilbersdorfer in diesen Tagen bekommen. Diese Schafe von einem nahren Gehöft helfen tatkräftig mit, um nach den orkanartigen Stürmen der vergangenen Wochen wieder etwas Ordnung zu schaffen. Geschicklichkeit beim Klettern auf den Hölzern ist hierbei aber auf jeden Fall gefragt. Auch das Klicken des Fotoapparates zeigte Wirkung... Foto: Constanze Junghanß

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 5. Februar 2007 +++

 

Auf der Wanderung erklärte Revierleiter Ingo Weber, welche aktuellen Probleme der Wald im hiesigen Forstgebiet hat.Foto: C. Junghanß .

Gute Bedingungen für Roteichen und Douglasien
Von Constanze Junghanß

  Ingo Weber, Leiter des Forstreviers Königshain, blickt auf die über 100 Teilnehmer an der Winterwanderung. Organisiert wurde sie vom Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte Arnsdorf/Thiemendorf, vom Heimatverein Döbschütz/Melaune und der Jugendgruppe Hilbersdorf. Start ist am ehemaligen Bahnhof, den die Jugendlichen als Treffpunkt weiter ausbauen möchten (SZ berichtete). Die mehrere Kilometer lange Route führt über den Hutberg. Zweieinhalb Stunden sind die Teilnehmer unterwegs. Langweilig wird es niemandem. Denn Ingo Weber spickt die Wanderung mit zahlreichen Informationen rund um den Wald. Immer wieder macht der Revierleiter kleine Pausen, klettert auf einen Holzstapel, einen Steintisch oder Baumstumpf, um auf Besonderheiten hinzuweisen. „Extreme Witterungsverhältnisse nehmen zu. Wir als Förster können uns dieser Tatsache nicht verschließen“, sagt er. So regt Ingo Weber dazu an, auch ausländische Baumarten künftig anzupflanzen. Roteiche oder Douglasie beispielsweise kämen mit den veränderten Bedingungen gut zurecht. „Eine Integration für Bäume wäre das“, schmunzelt eine Teilnehmerin. Der Revierleiter klärt über die Bodenverhältnisse und Standorte auf, die bei der Pflanzung eine wichtige Rolle spielen.
  Laubgehölze sollten verstärkt in den Wald gebracht werden, um mit Hilfe der vielschichtigen Kulturen eine bessere Widerstandskraft gegen Sturm und Trockenschäden zu erreichen. „Gerade die Trockenschäden nehmen in unseren Wäldern immer mehr zu“, hat er beobachtet. Insekten wie der Buchdrucker oder der Kiefernprachtkäfer machen zu schaffen. Nicht zu vergessen ganz harmlos wirkende Nager: Mäuse haben bereits ganze Kulturen abgefressen. Und auch der Sturm wütete auf dem Hutberg.
          Entwurzelte Bäume
  Den Wanderern begegnen abgeknickte Baumspitzen, gebrochene Birken und entwurzelte Kiefern. Hier muss aufgeräumt werden. „Allerdings gehören im Forstbezirk Weißwasser von 13 Revieren elf zum Privat- und Körperschaftswald“, sagt Ingo Weber. Das Revier Königshain zähle dazu. So kann der Förster nicht einfach Bruchholz an Interessenten abgeben. Erforderlich wären dazu Verträge mit den privaten Waldbesitzern. Die wirtschaften aber oft selbst mit dem nachwachsenden Rohstoff. Holz vom Hutberg wandert nach Kodersdorf ins Sägewerk. Je nach Qualität erfolgt die Verarbeitung zu Schnittholz, Zellulose oder Spanplatten. Auch die Wanderer können einiges über den heimischen Wald erzählen. Wilfried Pochanke jagte von 1970 bis Mitte der 90er Jahre im Revier. Er zeigt auf eine Hütte. Hier stand die „Braune Bude der Waldarbeiter“, sagt er an einer Wegkreuzung. Nach deren Verfall wurde sie wieder neu errichtet.

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+++ Sächs. Zeitung, Freitag, 2. Februar 2007 +++

 

Vogelfutter am Apfelbaum

 BUCHHOLZ. Vergessene Äpfel erfüllen, so wie hier in einem Garten an der Buchholzer Dorfstraße, derzeit noch immer ihren Sinn. Vögel laben sich daran, die in diesem milden Winter wohlreichlich Futter in der Natur finden. Foto: B. Donke

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In Melaune nutzte mancher Durchreisende auch die Einkaufsmöglichkeiten, die - wie die Landbäckerei - mehr und mehr abnahmen.

+++ Sächs. Zeitung, Donnerstag, 01. Februar 2007 +++

 

Schließungen sorgen bei den Bürgern für Ärger
Vierkirchen.
Einige feste Strukturen im Ort brechen weg. Die Einwohner müssen künftig längere Wege in Kauf nehmen.

  Die Landbäckerei steht schon seit mehreren Jahren leer. Ihre Rollläden sind heruntergezogen. Nur der Namenszug erinnert an das einstige Geschäft. Wenige hundert Meter weiter dasselbe Bild: "Bis auf Weiteres bleibt dieses Geschäft ab dem 27.Dezember geschlossen", steht an der gläsernen Eingangstür des Landshops. Hier wurden bis vor kurzem noch Butter und Brot, Getränke und Gemüse oder Fleisch und Wurst verkauft. Man munkelt im Ort, dass sich ein Nachfolger um den Laden bemühen würde.
  Fest aber steht die Schließung der Volks- und Raiffeisenbank am 2. März. Die Geschäftsstelle entspreche nicht mehr den heutigen versicherungsrechtlichen Anforderungen und erfülle nicht mehr die Ansprüche an eine qualifizierte und kompetente Beratung, heißt es von Seiten der Bank. Das Unternehmen spricht von einer Zusammenlegung der Geschäftsstelle Melaune mit Reichenbach, wo rund um die Uhr der Geldautomat sowie während der Öffnungszeiten Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Während einer Übergangszeit gibt es einen Briefkasten am bisherigen Standort in Melaune für Überweisungen und Schriftwechsel.
  Das nütze den älteren Einwohnern eher wenig, sagt eine Frau. "Was sollen wir denn in Reichenbach? Der lange Weg ohne eigenes Auto kostet Busgeld und zusätzliche Zeit", schimpft ein Mann beim Gang in "Richters Kaufpunkt".  Dieses Geschäft existiert seit 1992. "Natürlich ist es nicht leicht. Mit wirtschaftlichen Problemen hat doch mittlerweile fast jeder hier zu tun", sagt dessen Inhaberein, Ilona Richter. Doch ihr Geschäft wird angenommen.  Im "Kaufpunkt" befinden sich Lotto- und Postannahme, Kunden können Waren über den Versandhandel bestellen, Fotos machen lassen, Textilien, Spielzeug, Schreibwaren und Geschenkartikel kaufen. Lebensmittel fehlen.
  Die gibt es mittlerweile auf dem Gemeindeamt. Dreimal in der Woche kommt eine Reichenbacher Bäckerei und bietet im Foyer Brötchen und Co. an. In der Nähe der Verwaltung befindet sich auch die Praxis der Allgemeinärztin.  Hannelore Altmann ist 65 Jahre. Sie plant, noch 2007/2008 die Praxis zu betreiben. Dann geht sie voraussichtlich in den Ruhestand. "Junge Ärzte fürs Land zu begeistern, ist unter den gegebenen Voraussetzungen nicht einfach", sagt sie und kann auf einen Nachfolger nur hoffen.

Wie sehen Sie die Schließungen von Geschäften?

Lothar Schröter aus Meuselwitz

Es ist schlimm, dass das, was da ist, geschlossen wird. Wegen jeder Kleinigkeit ich muss ich weiter weg fahren. Das bringt zusätzliche Kosten. Auch in Meuselwitz haben wir gerade mal noch den Bäcker. Die Post bei uns wurde ebenfalls geschlossen.

Ilona Richter aus Melaune

Dass die Bank wegbricht, ist ein Dilemma. So viel Jugend haben wir nicht mehr im Ort, die mit dem Auto mal aushüft, wenn Erledigungen in anderen Gemeinden gemacht werden müssen. Zudem sind die Anfahrtswege viel zu lang.

Manfred Baum aus Melaune

Da heißt es immer, man soll wegen der Umwelt Benzin sparen und nun das: Bank macht dicht, der Landshop schließt seine Pforten. Vor allem für viele Senioren ergeben sich Nachteile. Ich befürchte, die Lage wird noch schlechter.

 

J a n u a r   2 0 0 7

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 29. Januar 2007 +++

 

Jugend kommt nicht aufs Abstellgleis
Hilbersdorf.
Damit im ehemaligen Bahnhof die Zeit nicht still steht, engagieren sich ein Verein und Jugendliche.
von Constanze Junghanß

  "Der Bahnhof Hilbersdorf ist ein ganz wichtiges Kapitel der Dorfgeschichte, sagt Andrea Gloger. Hier fuhr die Kreisbahn entlang. Steinbrüche prägten mehr als 100 Jahre die Arbeit der Menschen und das Leben im Ort. Schon längst ist der Haltepunkt am Fuße der Königshainer Berge stillgelegt. Absolute Stille herrscht hier jedoch nicht.
 Eine Gruppe von Jugendlichen aus der Region, die Mitglieder im Kreisbahnverein waren baute das Objekt in Eigenregie und mit viel Engagement aus. Im Vorjahr zog sich der Verein aus dem Projekt zurück. "Nun wollen wir den Jugendlichen ein Dach über dem Kopf geben", erzählt die Vorsitzende des Vereins für Kirchenbau- und Dorfgeschichte Arnsdorf/Hilbersdorf/Thiemendorf e.V. Alle Vierkirchener Gemeinderäte stimmten in ihrer jüngsten Sitzung diesem Anliegen zu. Für die Gruppe der jungen Leute bestätigt Mathias Herkner: "Wir suchten die Möglichkeit einer Rechtsform, mit der das Objekt weiter gehalten werden kann. Deshalb tritt die Jugendabteilung dem Dorfgeschichtsverein bei.
 
Wichtig sei sich um die baulichen Gegebenheiten zu kümmern. Schäden am Dach oder Wasser im Keller müssen beseitigt werden. „Es ist notwendig, dieses  Haus als Treffpunkt weiter zu erhalten", so Mathias Herkner.
          Erst einmal wird gewandert
  Jetzt ist der Hilbersdorfer Bahnhof erst einmal Treffpunkt für die am Sonnabend anstehende Winterwanderung, zu der auch der Heimatverein Döbschütz/Melaune mit ins Boot geholt wird.  Auch die Jugendlichen werden in die Vorbereitung einbezogen. "Dann haben zum Schluss alle Teilnehmer die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen", sagt Andrea Gloger. 
  Die Wanderungen werden seit vielen Jahren von Revierförster Ingo Weber begleitet, der über Themen des regionalen Waldgebietes informiert.
  Diesmal steht die "Waldwirtschaft unter den veränderten klimatischen Bedingungen" auf dem Plan.  Berichtet wird außerdem über die Holzverarbeitung im Kodersdorfer Sägewerk. Auch Eckehard Radisch steuert interessantes bei.  Der Döbschützer blättert verbal in der Geschichte der alten Kreisbahnstrecke.  Solch eine Themenwanderung beträgt in der Regel rund zwei bis zweieinhalb Stunden. Mehr als hundert Naturfreunde schnüren jedes Mal ihre Wanderstiefel.  Nicht nur die Einheimischen nehmen dieses Angebot gerne an. Viele würden über die Zeitung von der Veranstaltung informiert und kämen mittlerweile aus dein gesamten Umland und aus Görlitz.

- Die Wanderung findet am 3. Februar statt. Treffpunkt ist der ehemalige Bahnhof Hilbersdorf um 13 Uhr. Die Route führt Richtung Hutberg und endet wieder am Bahnhof, wo ein lmbiss bereit steht. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Alle Wanderfreunde, die Lust haben mitzumachen, sind eingeladen.

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 29. Januar 2007 +++

 

Brücken zwischen den Generationen
Vierkirchen.
Am Freitag lud die Gemeinde zur Neujahrsbegegnung in die sanierte "Alte Schule" ein.
von Constanze Junghanß

 Nicht einfach sei der Haushalt gewesen, aber der Gemeinderat habe zu dessen Konsolidierung beigetragen, sagt Jörg Dreier, stellvertretender Landtat, anlässlich der Neujahrsbegegnung in Vierkirchen. Die fand erstmals in der sanierten "Alten Schule" Buchholz statt.
  Die Begegnungsstätte und Pilgerherberge wurde im April des vergangenen Jahres eingeweiht. Kerstin Kolpe, Hausmutter der Einrichtung, erinnert während des Empfangs an die ersten Schritte. "Vor rund drei Jahren wurde in mühevoller Kleinarbeit die Sanierung begonnen", berichtet sie. Ehrenamtliche Arbeit sowie finanzielle Unterstützung verhalfen dem Haus zu seiner jetzigen Bestimmung: "Hier wird Bildung vermittelt. Und es werden Brücken zwischen Kultur, Religion und Generationen aufgebaut", sagt Kerstin Kolpe. Gleichzeitig soll die "Alte Schule" eine Plattform für die Jugend bilden. Veranstaltungen wie das Literarische Café, Konzerte und das "Offene Haus" mit kuchenreicher Plauderstunde etablierten sich. 2007 stehen ein Paul-Gerhardt-Projekt, ein Begegnungsprojekt für junge Familien sowie ein Projekt zur gesunden Ernährung auf dem Plan. Rück- und Ausblicke geben auch Vierkirchens Bürgermeister Andreas Nedo und sein Amtskollege Edward Dudeck aus der polnischen Partnergemeinde Jedzow Sudecki. Viele gemeinsame Unternehmungen konnten verwirklicht werden. Edward Dudeck nahm in seine Gemeinde die Idee eines besonderen Konzepts mit. Die ehemalige Wassermühle in Melaune wird zu einer soziokulturellen Begegnungsstätte ausgebaut (SZ berichtete). "In unserer Gemeinde bauen wir nun eine ehemalige Segelflugschule ebenfalls zu einem solchen Zentrum aus", sagt er.
  Großes Lob spendet Andreas Nedo dem Engagement der Freiwilligen Feuerwehr. Der Projektor wirft die Zeit zurück ins Jahr 2006. Fotografien von Höhepunkten in Vierkirchen flimmern als computergesteuerte Bilder über die Leinwand. Dazu zählen zum Beispiel der 40. Geburtstag der Feuerwehrkapelle, der Tag der offenen Tür bei der FF oder Bilder der Brandserie mit 30 Einsätzen im Sommer.
  Die Zukunft, so der Bürgermeister, bringe neue Herausforderungen. Wie das Leben im Ort lebenswerter gestalten? Danke sagen gehöre ebenso mit dazu, wie Probleme gemeinsam anzupacken. "Immer mehr Häuser werden unbewohnt, Banken und Verkaufseinrichtungen ziehen sich zurück, der Kommune fehlen Eigenmittel", konstatiert Andreas Nedo. Umso wichtiger sei es, sich gegenseitig Mut zuzusprechen.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 27. Januar 2007 +++

 

Dem Schnee zu Leibe rücken
Winter. Kaum hat Frau Holle die Betten geschüttelt, sind sie wieder im Einsatz: die Räumdienste der Region.
von Constanze Junghanß

  Lange herbeigesehnt haben sie den Schnee. Nun ist es für Wintersportler und vor allem auch für die Kinder endlich soweit. Zumindest ein paar Tage können sie die weiße Pracht genießen. Doch nicht nur Rodelhänge sind davon überzogen, auch die Straßen bedeckt eine mehr oder weniger dicke Schneeschicht. Alle die mit dem Auto unterwegs sind, freut das eher weniger. Die SZ hörte sich in den Gemeinden einmal um, wie der Winterdienst gehandhabt wird.
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VIERKIRCHEN
In Vierkirchen sind zwei Mitarbeiter des Bauhofes mit der Schneeberäumung auf den gemeindeeigenen Straßen beschäftigt. Jeweils nach Bedarf kommen die beiden Fahrzeuge dabei zum Einsatz. Die Staatsstraßen - dazu gehört unter anderem die durch Melaune führende Straße zwischen der Kreuzung Döbschütz bis zum Ortsteil Reißaus - werden ebenfalls von der Straßenmeisterei Bautzen unter die Fittiche genommen.
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Geschlossen
Melaune.
Zwar schon seit Ende vergangenen Jahres, aber dennoch für viele immer noch unerwartet hat der Melauner Landshop geschlossen. Damit wurde den Einwohnern die letzte Möglichkeit zum Einkaufen alltäglicher Dinge vor Ort genommen. Ob und wann sich für den Laden ein Interessent finden lässt, ist derzeit noch offen. (bd)

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag 26. Januar 2007 +++

Wieder Poststelle in Vierkirchen
Tetta Ab nächster Woche können sich die Tettaer auf kürzere Wege einstellen.  Am 30. Januar erhalten die Bewohner des Vierkirchener Ortsteils wieder eine eigene Postfiliale. Sie wird im Lebensmittelladen, Tetta 19 a, eingerichtet. Hier werden dann Briefe, Pakete und Päckchen angenommen und ausgegeben sowie Briefmarken verkauft. Auch Retourenpakete und Express-Sendungen können abgegeben werden. (SZ)

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+++ Sächs. Zeitung, Sonnabend, 20. Januar 2007 +++

 

Drei Zicklein in Prachenau

Mit einer Überraschung wartete vor wenigen Tagen Zwergziegendame "Enima“ auf dem Bauernhof von Paul Hoke in Prachenau auf. Sie brachte als weit vorgezogene Osterfreude drei kleine Zwergziegen zur Weit. Es ist der erste Nachwuchs dieses Jahres auf dem Bauernhof. Alle drei Zicklein sind wie ihre Mutter kohlrabenschwarz und wohlauf. Foto: B. Donke 

 

Wieder Lesung mit Tee und Kaffee

Buchholz. In der Alten Schule in Buchholz präsentiert am Sonnabend, dem 27.  Januar, der Tenne e.V. wieder ein "Literarisches Café". Diesmal stellt der Königshainer Andreas Bertram das Buch "Große, kleine Schwester" von Peter Härtling vor. Das Schicksal einer Familie der Flüchtlingsgeneration. Außerdem liest Elisabeth Törne aus dem Prosaband von Rainer Kunze "Die wunderbaren Jahre". Und wie immer gibt es dazu Kaffeehausmusik, Tee, Kaffee und Kuchen. Begin der Veranstaltung ist 16 Uhr. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag 18. Januar 2007 +++

 

Keine Kredite für geplante Maßnahmen 
Vierkirchen. Weil neue Schulden nicht genehmigt wurden, muss die Gemeinde einiges ins Jahr 2008 verschieben.
von Constanze Junghanß

  Die Gemeinde möchte auch ohne die Aufnahme neuer Kredite in den Haushalt für dieses und das kommende Jahr investieren. "Wir haben Mittel für den Ausbau des Ortskerns Melaune bereitgestellt, da wir damit rechnen, dass die Fördermittel für den Bau des Abwasserkanals bewilligt werden", sagt Bürgermeister Andreas Nedo.
          Vielzahl von Baumaßnahmen
  Wird dieser Schritt durchgeführt, könnten danach die betroffenen Straßenzüge saniert werden. Auch die Instandsetzung der Arnsdorfer Brücke Richtung Thiemendorfer Straße macht sich dringend notwendig. Das Bauwerk ist desolat und hält der Tonnage nicht mehr stand. Restmittel aus dem Haushalt fließen außerdem in den Ausbau der Wassermühle Melaune, die in diesem Herbst als soziokulturelle Begegnungsstätte eröffnen soll. Im Zuge der ländlichen Flurneuordnung erfolgt zwischen Buchholz und Prachenau der Ausbau einer ländlichen Straße. Die Maßnahme auf dem "Engelmannsweg" wird mit 86 Prozent Fördermitteln aus Kamenz unterstützt. Den Rest trägt die Kommune. "20 000 Euro stellen wir in den Haushalt für die Verbesserung der Straßenverhältnisse in der Gemeinde ein" sagt der Bürgermeister.
          Das Gerätehaus muss warten
  Fließen vom Land Sachsen Fördermittel zum Schwarzdeckenprogramm, findet das Geld beim Straßenbau Verwendung. Falls nicht, soll zumindest die Straßenbeleuchtung in Melaune und Arnsdorf auf Vordermann gebracht werden.
  Ein anderes Projekt muss noch bis 2008 warten. Der Aus- und Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Tetta verschiebt sich. Notwendig macht sich der Umbau wegen zu erfüllenden Sicherheitsauflagen. Auch zwei neue Bushäuser sind für 2008 in den Haushalt eingeplant. "Die Vorhaben müssen wir ohne die Aufnahme von Krediten auf die Beine stellen. Sonst ist unser Haushalt wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig", so Andreas Nedo.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend 13. Januar 2007 +++


Mit der Jugend unter einem Dach 
Vierkirchen. Die Gemeinderäte beschäftigen sich in ihrer nächsten Sitzung am Montag mit dem Haushaltsplan des laufenden Jahres. Beschlossen werden soll auch ein Nutzungsvertrag für den "Bahnhof Hilbersdorf“. Für das Objekt möchte sich der Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte stark machen. Der ehemalige Bahnhof wird von der Jugend als Domizil genutzt. Er befand sich unter der Obhut des Kreisbahnvereins, welcher das Objekt gepachtet hatte. Die "Bahner" zogen sich im Vorjahr aus vereinsinternen Gründen von dieser Pacht zurück.  Damit die jungen Leute weiterhin ihr Domizil nutzen können, möchte der Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte in den Pachtvertrag eintreten. Gleichzeitig werden die Jugendlichen bei dem Verein aus Arnsdorf, Hilbersdorf und Thiemendorf mit ins Boot geholt.
  Außerdem beschäftigen sich die Gemeinderäte mit einem Grundstücksverkauf sowie Bauanträgen. Bürger haben zuvor die Möglichkeit, die öffentliche Fragestunde zu nutzen. Beginn der öffentlichen Sitzung in der Gemeindeverwaltung Melaune ist um 19.30 Uhr. (cj)

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90 besinnliche Minuten bescherten die Sänger des Kirchenchors den zahlreichen Zuhörern.  Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag 11. Januar 2007 +++

Lieder für die Herzen und Rosen für die Sänger
Vierkirchen
In der Kirche zu Tetta begeisterte der Kirchenchor mit dem Epiphanias-Konzert.
von Bernhard Donke

 "Ich war schon 2005 beim ersten Konzert dabei. Es hat mir damals schon sehr gefallen und auch heute kann ich nur begeistert sagen: Lasst es zu einer Tradition werden", sagte Karin Lassmann, als sie am Sonnabend die Kirche zu Tetta wieder verließ.
  Zahlreiche Zuhörer und Besucher hatten in der kleinen Dorfkirche Platz genommen, um gemeinsam mit dem Chor die Weihnachtszeit mit einem Epiphaniaskonzert besinnlich ausklingen zu lassen. Organistin Hannelore Schulz nahm die Besucher auf der im vergangenen Jahr restaurierten Orgel mit dem Choralvorspiel "Kommt und lasst uns das Christentum ehren" von Jan Bender in Empfang. Dann übernahm der von Annegret Gäbler geleitete gemeinsame Kirchenchor Melaune-Meuselwitz und gab ein Konzert unter dem Motto "Auf Christen - singt frohe Lieder".
  Gesungen wurden Lieder von Johann Sebastian Bach und Peter Cornelius. In den Chorpausen sang sich Annegret Gäbler mit ihrer Sopranstimme in die Herzen der Zuhörer. In den kurzen musikalischen Pausen erzählten die Chormitglieder die Weihnachtsgeschichte nach Lukas. So vergingen die neunzig Minuten wie im Fluge.  Am Ende gab es für den Chor und für die Organistin langanhaltenden Beifall.
  Für den Chor aber gab es noch eine kleine Überraschung zusätzlich: In Vertretung des erkrankten Pfarrers Helmut Törne übergab seine Ehefrau der Chorleiterin Annegret Gäbler in Anerkennung des sechzigjährigen Chorjubiläums im vergangenen Jahr eine kleine Porzellanglocke. Jedes Chormitglied erhielt dazu noch eine Rose.
  Zum Abschluss sangen alle Zuhörer gemeinsam mit dem Chor das wohl bekannteste Weihnachtslied "0 du fröhliche, oh du selige gnadenbringende Weihnachtszeit". "Es war wirklich ein sehr feierliches und besinnliches Konzert.  Man müsste noch mehr solcher Veranstaltungen durchfuhren", sagte danach Annelies Birke.
- Epiphanie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Erscheinung.
- Das Epiphaniasfest ist das älteste Christusfest, das am 6. Januar, dem historischen Weihnachtsdatum, begangen wird.
- Im Volksmund und in vielen Kalendern ist es auch als Dreikönigsfest oder Theophanie bekannt.