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Sächsische Zeitung
Mittwoch, 29. September 2004


Reinhold Kosan kontrolliert seine Bienenvölker regelmäßig, auch in der Jahreszeit wo sie nicht ausfliegen.  Foto: B. Donke

Ein letztes süßes Mahl vor der Winterruhe / Reinhold Kosan "verabschiedet" sich von seinen Bienen
von Bernhard Donke

  Prüfend geht der Blick des Imkers Reinhold Kosan in die P Bienenkästen seines Bienenstandes in Arnsdorf. Am 20. September hatte der gelernte Imker, der heute die Imkerei als reines Hobby betreibt, seine Bienenvölker das letzte Mal mit einer Zuckerwasserlösung gefüttert. Ja, das ist so ein umgeschriebenes Gesetz bei den Imkern, dass die Bienen nach dem 20. September nicht mehr eingefüttert werden. Die nächste Fütterung erfolgt dann erst wieder im kommenden Frühjahr, wenn die Temperaturen über zehn Grad Celsius liegen, und die Bienen ihren ersten Reinigungsflug absolviert haben, das kann im März, aber auch April sein, sagt der Hobbyimker.
          Regelmäßige Kontrollen sind notwendig
  "Dann beginnt die eigentliche Arbeit des Imkers wieder aufs Neue, die mit den ersten Frösten im Herbst für das laufende Jahr abgeschlossen ist', fügt er noch hinzu. Durch regelmäßige Kontrollen, wie diese, verschafft sich der Imker einen Überblick über den Zustand seiner Bienenvölker. Er will sich ja auch davon überzeugen, dass es seinen Bienen nicht schlecht geht.  Noch schwirren sie ja aus, um Nektar von den jetzt noch Muhenden Pflanzen, wie dem Senf, einzusammeln, um den Wintervorrat zu bereichern. Doch mit den ersten Frösten stellen sie dann ihre Flüge ein und zehren von den durch die Einfütterung angereicherten Vorrat bis zur nächsten Reizfütterung im Frühjahr des kommenden Jahres. Diese verabreicht der Imker, damit die Bienen schneller in Brut gehen.
          2004 ist ein gutes Honigjahr
  Eigentlich ist das ablaufende Jahr ein gutes Honigjahr für mich als Imker. Ich hatte keine Probleme mit der Varroa-Milbe oder anderen Infektionen in meinen Bienenständen', sagt er zufrieden.  Zufrieden können auch Sachsens Imker sein.  Sie wurden auch in diesem Jahr von Milben und anderen Krankheitserregern verschont.  Der durchschnittliche Ertrag je Bienenvolk liegt bei etwa 20 Kilogramm Rohmasse.  Das ist zwar nicht der Ertrag vom Vorjahr, stimmt die Imker aber versöhnlich.
  Insgesamt zählt der Bienenstand in Sachsen 32 000 Völker. Das sind aber nur etwa die Hälfte der Völker, die eigentlich gebraucht werden, um Umwelt und Natur zu erhalten.  Dagegen ist erfreulich, dass die Zahl der Imker leicht gestiegen ist, aber dennoch lange nicht in ausreichender Anzahl. Leider lassen sich jugendliche nur schwer für die Imkerei begeistern.  Dabei ist doch gerade die Imkerei ein schönes Hobby, das im Einklang mit der Natur ausgeübt werden kann.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 28. September 2004


Aus veterinärmedizinischen und hygienischen Gründen war das Betreten der Stallanlagen für die Besucher nicht gestattet. Eigens eingebaute Schaufenster wie bei den Tagesküken, der Kinderstube des Putengutes, gewährten aber einen guten Einblick in Stallanlagen. Fotos: B. Donke

Den Weihnachtsbraten schon vor Augen / Besucher erfuhren viel Wissenswertes über die Putenzucht auf der Hartha
von Bernhard Donke

  Immer wieder kräftige Regenschauer begleiteten die ]3esucher und Gäste beim 1. Hoffest des Putengutes Paul Hoke auf der Hartha bei Prachenau auf ihren Rundgängen durch das etwa 2,8 Hektar große Hofgelände am Sonnabend. Doch das störte die wenigsten der Besucher, sie waren auch wie Claus und Ruth Schumann aus Ober Prauske hierher zum Hoffest gekommen, um sich einmal etwas mehr über die Putenzucht zu informieren. "Wir wollten einmal die Gelegenheit beim Schopfe packen und uns selbst ein Bild vor Ort machen. Und wir sind überrascht, was wir hier antreffen. Alles spricht doch für das Putengut. Die Stallanlagen sind sauber und ordentlich, die Tiere gut untergebracht, und auch so ist alles in Ordnung und im gesetzlichen Rahmen, was mit Massentierhaltung zu tun hat', sagt Claus Schumann.
          Die Festtagspute schon bestellt
 
Seine Frau Ruth fügt noch hinzu: "Ich glaube, ich werde heute gleich noch eine Pute für den Festtagsbraten zu Weihnachten bestellen.' Diese Dienstleistung nahmen an diesem Tag auch noch viele andere Besucher wahr.  So steht auch für Rudi und Christa Krieg aus Görlitz, die auch keines der Hoffeste in der Region verpassen, fest, was sie zu Weihnachten auf den Festtagstisch zum Mittag servieren, natürlich Pute. Wir haben bis jetzt noch keines der Hoffeste hier in der Region verpasst. Für uns als Städter ist es ganz interessant, die Tierhaltung in der heutigen Landwirtschaft kennen zu lernen. 

 

 

 
Die kleine Aline Hänsch aus Groß Radisch war mit ihren Eltern zum Hoffest gekommen. Sie hatte sich gleich die richtige Regenbekleidung mit einem Marienkäferregenschirm angelegt.

 

Es hat sich doch in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf dem Lande in der Landwirtschaft viel geändert, sagt Rudi Krieg. "Eigentlich schade, dass das Wetter heute nicht so mitspielt. Der Züchter und Gastgeber Herr Hoke hat sich doch alle Mühe gegeben, um den Besuchern so viel wie möglich von seinem Hof zu zeigen, wirft sie noch in das Gespräch mit ihrem Mann hinein. Die Besucher bekamen auch sehr viel Interessantes zu sehen, und vor allem viele Informationen über die Putenhaltung, hier auf dem Putengut. Da es aus veterinärmedizinischen und hygienischen Gründen nicht möglich war, die Besucher direkt in die Stallanlagen hineinzulassen, wurden eigens Schaufenster eingebaut. An diesen stand dann der Fachberater Dieter Meier von der Erzeugergemeinschaft Nord-West aus Kartzfehn und beantwortete Fragen der Besucher.
           Putenzucht auch im Video vorgestellt

  Diese umfassten das gesamte Spektrum der Putenhaltung, von der Aufzucht, Fütterung und Schlachtung, und auch insbesondere der Massentierhaltung.  Meier konnte aber auf alle Fragen der Besucher eine Antwort geben, so dass kaum einer ohne befriedigende Antwort das Hoffest verließ.  Gleichzeitig lief auch ein Videoband in einem provisorischen Kinoraum.  Es wurde alles Wissenswerte über die Putenzucht vom Küken, der Aufzucht, Mast und Schlachtung gezeigt.  Und natürlich war für das leibliche Wohl mit Spezialitäten aus Putenfleisch bestens gesorgt.

Bestens zufrieden mit dem ersten Hoffest war auch Putenzüchter Paul Hoke "Ich und alle die zum Gelingen dieses Festes beitrugen, waren und sind überrascht, wie groß doch das Interesse der Bürger, trotz des Regenwetters, an der Tierhaltung und der Landwirtschaft ist", sagte er.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 28. September 2004


An den Informationstafeln drückten sich die Besucher wie hier eine Gruppe aus Reichenbach die Nasen breit. Auf ihnen wurde die Arbeit der Evangelischen Jugendarbeit des Kirchenkreis Niesky dokumentiert.  Foto: B. Donke

Auch übernachten lässt sich hier / Jugendliche, Kinder und ihre Eltern zeigen reges Interesse an der Arbeit der Jugendscheune
von Bernhard Donke

  Sonntagnachmittag, ein eher kühler und unangenehmer Herbsttag der auch noch in den späten Nachmittagsstunden Nieselregen und Regenschauer brachte. Trotzdem hatten viele Kinder mit ihren Eltern und Jugendlichen den Weg nach Melaune in die Jugendscheune gefunden.  Hier fand neben dem Gemeindefest der Kirchgemeinde Melaune auch ein "Tag der offenen Tür" der Jugendscheune statt. Zu diesem hatte der Träger der Jugendscheune, die Evangelische Jugendarbeit des Kirchenkreis Niesky, eingeladen. So konnte Denis Kirchhoff, Kreisjugendwart des Kirchenkreises Niesky und Leiter der Jugendscheune, an diesem Nachmittag doch eine große Anzahl von Jugendlichen und Kindern mit ihren Eltern auf dem Gelände der Jugendscheune in Melaune begrüßen. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen der jungen Gemeinde hatten sie sich gut auf diesen Tagvorbereitet. So drückten sich trotz unangenehmen Herbstwetters viele Jugendliche und Kinder an den Schautafeln, die auf dem Gelände der Jugendscheune in Melaune aufgestellt waren, die Nasen platt. Auf den Schautafeln war die Arbeit und das Wirken der Evangelischen Jugendarbeit durch Bilder und Schrift dokumentiert. Thomas aus Reichenbach, Marcel aus Krobnitz und noch andere Jugendliche aus Schöps waren hier hergekommen, um sich über die Aktivitäten der Evangelischen Jugendarbeiten zu erkundigen, in der Hoffnung, eventuell auch etwas für sich dabei zu finden. "Gerade das war und ist doch auch der Anlass dieses Tages der offenen Tür, der Öffentlichkeit einmal zu zeigen, was wir hier so alles machen und unternehmen. Wir präsentieren sozusagen die gesamte Palette unseres Freizeitangebots für Kinder und jugendliche", sagt Denis Kirchhof. 
  Gemeinsam mit seiner Ehefrau Silke, die hier als Hausmeisterin und Verwaltungschefin arbeitet, haben sie ein großes Freizeitangebot für die Jugendlichen und Kinder ausgearbeitet. Das beinhaltet neben Rüstzeiten, Ferienlager, Betreuung kirchlicher Jugend und Kindergruppen auch solche Tagesangebote wie die Mitarbeit im Kinder- und Jugendzirkus und vieles mehr. Gleichzeitig wird die Jugendscheune auch für Übernachtungen bei Exkursionen und Tagungen angeboten.
  Allein die Besucher und Gäste sollten an diesem Tag nicht nur schauen und sehen.  Sie konnten sich auch selbst auf einer Meinkunstbühne als Zirkuskünstler oder Clown betätigen. Wer aber all das nicht wollte, der fand garantiert bei Kaffee und Kuchen zu einer Gesprächsrunde zusammen.

 

Sächsische Zeitung
Montag, 27. September 2004


Mädchen der Hortgruppe begeistern mit "Pompombüscheln". Foto: C. Prause

Ein Tag voller Unruhe(n) / Mobiles schmücken die Melauner Kita des Kinderkreises zum Tag der offenen Tür
von Constance Prause

  Konstantin möchte unbedingt "eine Narbe im Gesicht.' Der Achtjährige lässt sich von Erzieherin Jana Silbe zum Tag der offenen Tür in der Melauner Kindertagesstätte (Kita) schminken. Die junge Frau ist eine von mittlerweile neun Beschäftigten und drei ABM-Kräften, deren Arbeitgeber der Vierkirchener Kinderkreis ist. Dieser betreibt als freier Träger seit 1999 zwei Kitas in der Gemeinde, eine in Arnsdorf und eine in Melaune.
  Die Kommune allein hätte die Einrichtungen nicht mehr finanzieren können, sagt Diana Hesse.  Deshalb gründeten der Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte, die Kirchgemeinde Arnsdorf, der Sportverein Arnsdorf, die Melauner Landfrauen, die Gemeinde Vierkirchen und eine Privatperson den Kinderkreis. Die beiden Kitas in Melaune und Arnsdorf sind heute fast ausgelastet.  In Arnsdorf werden 38 Kinder betreut, in Melaune sind es 45 jeweils vom Krippen- bis zum Hortkind.
  Zum Tag der offenen Tür können sich die Besucher in Melaune anschauen, wie die Kinder untergebracht sind. "Im Schlafsaal sieht es aus wie bei den sieben Zwergen", schmunzelt Michael Gutsche. Tochter Anja findet die Hortvesper mit Selbstgebackenem und die vielen Kinder toll. Die Bettchen und Wickelkommoden sind unter der
Dachschräge untergebracht. Das interessiert Lotti und Emilie aber weniger. Sie wollen malen und spielen. Ihre Eltern schauen sich inzwischen an, wie sich das Gebäude seit 2001 verändert hat. Die ehemalige Küche bietet Platz zum Toben und Turnen.  Das Essen liefert die Schulküche Jänkendorf.
  Hier geht es recht mobil zu, stellt Pfarrer Andreas Fünfstück fest. Der Vorsitzende des Trägervereins verweist auf die Ausstellung "Ein Tag voller Unruhe". Der Name ist Programm. Von den Decken hängen in der gesamten Einrichtung Mobile. Viele davon sind selbst gemacht. Aus Ton, Papier, Stoff oder
Metall vermitteln sie einen lebendigen Eindruck. Lebendigkeit ist es auch, die die Melauner Kita und deren Arnsdorfer Schwester vermitteln möchten. Andreas Fünfstück geht davon aus, dass die Einrichtungen wichtig für die Region seien. Dörfer sollten nicht zu reinen Wohndörfern verkommen. Sie sollten Orte der Kommunikation sein. Familien im Dorfgefüge würden die Politiker manchmal vergessen. "Doch Kindern und ihren Familien muss man eine Zukunft geben", sagt der Pfarrer. Kinder machten das Leben wertvoll. Sie seien das Schönste, was man haben kann.

Vorfahrtsfehler hat böse Folgen
  Einschwerer Verkehrsunfall hat sich am Freitagmittag zwischen Melaune und Nieder Seifersdorf ereignet. Ein 55-jähriger Mann fuhr mit einem Renault auf der S 122 und wollte nach links auf die Autobahn abbiegen. Dabei übersah er einen entgegen kommenden Ford. Beide Autos stießen zusammen. Dabei wurde der 55-jährige Mann schwer verletzt. Die drei Insassen des Pkw-Ford - eine 36-jährige Frau, ein fünfjähriges Mädchen und ein 64-jähriger Mann wurden leicht verletzt.
  In Prachenau war am Sonnabendabend ein 31-Jähriger mit 2,13 Promille unterwegs. Er fuhr auf der Dorfstraße in Richtung Buchholz. Da er zu schnell war und sich der Alkohol bemerkbar machte, kam er plötzlich nach rechts von der Fahrbahn ab und stieß letztendlich gegen einen Lichtmasten.

 

Sächsische Zeitung
Montag, 20. September 2004

Sächsische Zeitung
Dienstag, 21. September 2004

Kirmes in Melaune lockt viele Besucher an

Oldtimer knattern durch Melaune
  

  Am Sonntagvormittag knatterten sie heran und präsentierten sich auf dem Festgelände im Eisstadion von Melaune den staunenden Zuschauern. Neben schweren Motorrädern aus den 40er Jahren waren auch viele Modelle von Simson Suhl und aus Zschopau vertreten. Einige von ihnen werden noch regelmäßig benutzt und nicht nur ausgestellt. 
Foto. Rolf Ullmann
  Die Akrobaten des Zirkus "Buchholzi" der Grundschule Vierkirchen zeigten den Gästen der Melauner Kirmes, was sie auf dem einen Rad alles anstellen können. Das traditionelle Fest, das am Freitagabend im Vierkirchner Ortsteil begann, lockte bei herrlichem Spätsommerwetter viele Besucher an. Zog der Lampionumzug mit musikalischer Begleitung der Feuerwehrkapelle Melaune die kleinen Gäste in seinen Bann, war das Feuerwerk für die Großen ein Höhepunkt. Erfolge feierten am Sonnabend beim Feuerwehrfest die Kameraden aus Sohland/Rotstein beim Wettstreit um den Kirmespokal. Bei den jungen Brandschützern schaffte die Jugendfeuerwehr aus Ebersbach den Sieg. Gewonnen hat auch Familie Gottfried Hennersdorf aus Döbschütz. Die Jury kürte ihren Erntekorb als den schönsten der Kirmes. Organisiert wurden die festlichen drei Tage vom Heimatverein Döbschütz/Melaune.  Foto: B. Donke

 


Sächsische Zeitung
Freitag, 17. September 2004

Neuer Schick für Wartehäuschen

  Noch hat Erhard Deunert von einer Buchholzer Baufirma ein ganzes Stück Arbeit vor sich, ehe das Buswartehuschen auf dem neugestalteten Buswendeplatz und Bushaltestelle in Melaune fertiggestellt sein wird. Hier treffen sich die Dorfbewohner auch zu einem Plausch miteinander. Eine Steinbank dient bei schönem Wetter als Sitzgelegenheit.
Foto B. Donke

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 16. September 2004


Interesse zeigten die Besucher an der alten Handwerkskunst, wie hier in der Schmiede.

Wo und wie einst die alten Ritter lebten / Milzenerverein lädt zum Wendenlager ein
von Constance Prause

  Trommelstäbe sausen rhythmisch auf gegerbte Tierhäute. Und die alten Ritter brüllen sich in Kampfesstimmung an. Daneben schlürfen Mädchen und Jungs Cola, die Erwachsenen ihr Bier. Der "Tag des offenen Denkmals" zieht über 2000 Besucher nach Melaune. Dort findet ein Wendenlager statt.
  Organisiert hat das Lager der Verein "Milzener". Eine der möglichen Rekonstruktionen, die für die Wallanlage des Melauner Burgbergs denkbar wären, ist in Miniformat als Modell zu sehen. Da nur leidlich dokumentierte Grabungen in den 20er Jahren stattfanden, lässt sich über die Innenbebauung der Festung bisher nichts sagen.
          Deutsche und polnische Akteure
  Rund 100 Akteure aus Deutschland und Polen zeigen den Gästen ihr Können. Sie erleben die Zeit, zurückversetzt ins elfte Jahrhundert. Essen gibt es anno dazumal. Getreide ohne Salz, versetzt mit einer Mischung aus Quark und Kräutern, lassen sich die Gekommenen munden. Zwischen den Zelten aus heller Leinwand sind Stände aufgebaut. An ihnen kann man Köcher und Pfeile oder mittelalterlich hergestellten Silberschmuck erwerben. Auch Sarina  an ihrer Wolltunika wirbelt durch das Geschehen.
  Die dreijährige hilft ihrem Papa am Blasebalg. Das Schmiedefeuer brennt lichterloh. Die Besucher seien sehr interessiert, sagt Reik Dießner, der gemeinsam mit Kornelius Kusch aus Forst die Dinge aus Eisen formt. In einer Lehmmulde glüht Holzkohle. Mit Hilfe von Amboss und Hammer entstehen Schwertspitzen oder Schmuckstücke.
  Laut ertönt der Klang eines Kuhhorns. Das langgezogene Tröten ruft die Ritter auf den Platz vor der Slawenschanze. Kämpfer in schweren Rüstungen werden von Teilnehmern aus Deutschland und Polen dargestellt. "Polnische Akteure sind hier mit dabei, weil der Verein in ganz Europa tätig ist", sagt Diego Scholz. Deshalb gebe es eine jahrelange Beziehung zum Nachbarland. Der Vereinsvorsitzende ist beim Kampf mit engagiert.
          Kräftemessen mit Axt und Schwert
  Mit Äxten oder Schwerter gehen die Mannschaften mit lautem Gebrüll aufeinander los. Dabei sthen nicht Sieg oder Niederlage im Vordergrund. Diego Scholz erläutert nach dem Getümmel den Besuchern des Wendenlagers die in vergangener Zeit vorherrschenden Waffen. Schilder schützen den Körper. Der sogenannte Schwertarm führt meist  Werkzeuge aus dem Alltagsleben.
  Daneben erlebten die Gekommenen das Mittelalter hautnah. Auf hölzernen Drehscheiben wird getöpfert. Frauen in langen Kleidern zeigen die Kunst des Wollwebens. Mit Äxten und Speeren können Strohballen getroffen werden. Besonders die Kinder sind begeistert, eigenhändig Teig zu kneten und Fladen zu backen.

 


Sylke Rösler ist stolz auf die bisher vollendeten Sanierungsarbeiten im Döbschützer Wasserschloss, das zum Tag des offenen Denkmals am 12. September allen Interessenten zugänglich ist.

Niederschlesischer Kurier
Sonnabend, 4. September 2004

Döbschützer Wasserschloss öffnet seine historischen Mauern

  Die Außenmauern sind rund einen Meter dick, um das Gemäuer herum fließt Wasser. Dieses hat dem historischen Objekt auch den Namen gegeben: Wasserschloss Döbschütz. Sylke Rösler wohnt mit ihrer Familie seit einigen Jahren hier . Am Tag des offenen Denkmals, dem 12. September, wollen sie der Öffentlichkeit zeigen, wie sich das Anwesen in den vergangenen Monaten verändert hat, welche Restaurierungsarbeiten über die Bühne gegangen sind und natürlich, was noch zu tun bleibt. Im Keller, der immerhin schon 1.000 Jahre "auf dem Buckel" hat, wurde erst kürzlich ein alter Backofen entdeck, dessen Abwärme man früher zur Fußbodenheizung des großen Saals nutzte. Übrigens wird es auch einen Flohmarkt (unter Tel.: 035827-78486 melden) sowie ein Ritterlager und einen Mittelaltermarkt geben.

A u g u s t   2 0 0 4

Sächsische Zeitung
Montag 23. August 2004


Gunnar Poller zeigt den staunenden Besuchern des Waldfestes, die Attraktion "Springboard", ein Teil des Timbersportes. Er ist der einzige Ostdeutsche, der die von amerikanischen Holzfällern übernommene Sportart durchführt.

Die Axt schwingt hoch oben / Waldfest mit vielen sportlichen und Natur-Attraktionen
von Constance Prause

  "Timber!", rufen die Holzfäller in den Wäldern Alaskas, bevor der Baum fällt. das englische Wort für Bauholz hat eine ganz besondere Sportart den Namen gegeben. Beim Timbersport lassen die Athleten das Holz krachen, so auch Gunnar Poller. Hoch oben am Stamm schwingt der Mann die messerscharfe Axt. Er hackt Kerbe um Kerbe. Zuerst um Trittbretter im Holz zu befestigen, dann auf diese hinaufzuklettern und das Baum-Ende zu fällen. Das Timbersprts-Geschehen verfolgten viele Zuschauer beim Arnsdorfer Waldfest.
  Eingebunden war es in das dreitägige Dorffest vom Sportverein (SV) Arnsdorf-Hilbersdorf. "Wichtig ist, dass man das Interesse der Leute weckt", sagt SV-Mitglied Friedbert Lindner.
  Geboten wird für Kinder, wie füe Erwachsene, eine Menge. Forstschädlinge, wie die Falterart "Nonne", kann man betrachten. In Alkohol sind deren Raupen eingelegt oder der Borkenkäfer liegt bewegungslos in Reagenzschalen. So mancher Quittiert deren Aussehen mit einem "Igitt!".
  Anders ist es bei den kleinen Handwerkern beim Nisthausbau. Kostenlos werden hier die Materialien zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe der Forstmitarbeiter gelingen kleine Kunstwerke. Auch für viele andere Attraktionen des Waldfestes brauchen die Besucher nichts bezahlen. An einem lehrreichen Wald-Quiz können die Mädchen und Jungen teilnehmen. Als Preise gibt es unter anderem Bücher, Rucksäcke und eine Schatztruhe voller Naschereien.
  Die Besucher der "Duftorgel" können ihren Geruchssinn überprüfen. Sie sollen die Gerüche von Kamille, Kiefer oder Pfefferminze erkennen. "Uns gefällt das Fest sehr gut. Es ist fast alles umsonst und wir möchten, dass es das Waldfest wieder gibt", sind sich der zehnjährige Dennis und sein vierzehnjähriger Freund Steven einig.
  "Hier bekommt man eine Menge Wissen vermittelt und kann viel bauen", erzählt Elisa. Die Elfjährige begeistert sich für das Klettern auf Bäume. Marko Hänsel und Frank Kowalzik sind sogenannte Zapfenpflücker. Die Samenernte im Staatswald ist ihre Aufgabe. "Gesammelte Samen gehen in die Samendärre nach Flöha, wo sie aufbereitet werden", erklären die Männer.
  In Arnsdorf wagen sich auch Kinder an einem speziellen Kindergurt in Höhen zwischen zwei und sechs Metern. Außerdem gibt es hochkarätige Gewinne für den, der per Handsäge einen Stamm durchtrennt. Nicht auf die Schnelligkeit kommt es an, sondern auf das Geweicht der abgetrennten Holzscheibe. Wer den 86 Gramm am nächsten kommt, heimst einen Preis ein.

 

Sächsische Zeitung
Freitag, 20. August 2004

Kampflärm um ein Lagerfeuer / "Teuditzer Raubritter" versetzten Schlosspark ins Mittelalter
von B. Donke

  Kürzlich klang in den frühen Abendstunden Kampflärm aus dem Schlosspark des Döbschützer Wasserschlosses.  Unter einer über 100-jährigen Esche dicht an einem Lagerfeuer kämpften zwei in mittelalterlicher Ritterrüstung mit Schwertern.  Die da aufeinander kräftig einschlugen, sind Raubritter.  Sie wollten um eine Dame für diese Nacht kämpfen.  Einer von ihnen ist ,Sven von Teuditz".  Im zivilen Leben haben beide einen ganz normalen Beruf.  Das mittelalterlich gekleidete Volk sind eigentlich Studenten, Arbeiter oder Angestellte. Sie kommen aus dem Leipziger Umfeld und haben sich zu den "Teuditzer Raubrittern", eine Art Freizeitgruppe, zusammengefunden.
         
Urlaubswochenende im Grünen
  Die Burg Teuditz war im 13.  Jahrhundert eine berüchtigte Raubritterburg.  Die Raubritter von Teuditz entführten selbst in dieser Zeit einmal den Bischof von Merseburg.  Die Mitglieder der Freizeitgruppe wollen diese Zeit nachempfinden und ihren Zuschauern etwas näher bringen, weshalb sie auf Volksfesten und historischen Jahrmärkten auftreten.  Am vergangenen Wochenende aber wollten "Sven von Teuditz" und seine sieben Mannen zusammen mit den Mägden und den Knappen nur einmal einen kurzen Wochenendurlaub im Döbschützer Schlosspark verbringen.  Dazu haben sie ihr eigenes mittelalterliches Lager aufgeschlagen und spielten die Kampfszene einfach zur Freude der Besucher nach. 

 

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 11. August 2004

 

Sächsische Zeitung
Freitag, 13. August 2004

 

Hitze / Wer jammert da über 25 Grad im Schatten?
von B. Donke
Um seinen Arbeitstag wird in diesen "Hundstagen" den Schmiedegesellen Reik Dießner mit Sicherheit niemand so schnell beneiden. Bei über 30 Grad Celsius Wärme in der Werkstatt der väterlichen Schmiede in Arnsdorf-Hilbersdorf, und über 1500 Grad Celsius am Schmiedefeuer kommt der Schmiedegeselle auch ohne Anstrengung ins Schwitzen. Da hilft nur viel Mineralwasser trinken, und hin und wieder eine kleine Pause einlegen. Foto. B. Donke
Alte Technik fasziniert

  Dass alte Technik Neu- und Wissensbegierde weckt, zeigt Niklas Rochau aus Prachenau. Der kleine Knirps erstieg den Fahrersitz eines alten Lanz Bulldog bei der dortigen Parade und fühlte sich sprichwörtlich wie "Gott in Frankreich". Runter wollte er so schnell nicht mehr. Foto: B. Donke

Sächsische Zeitung
Dienstag, 10. August 2004

Kläranlage wird gebaut / Anschlussbeiträge sind zu bezahlen
von Constance Prause
  In Buchholz, einem Ortsteil der Gemeinde Vierkirchen, entsteht gegenwärtig eine Teichkläranlage mit zwei Belüftungsteichen. Der Bau der Kläranlage sei für die Reinigung der Schmutzwassers aus der Gemeinde Vierkirchen notwendig, teilte auf Anfrage der Abwasserzweckverband "Schwarzer Schöps" der "SZ" mit.
Baubeginn war im Juni diesen Jahres. Mit dem Bauende wird nach Angabe der verantwortlichen Mitarbeiter im Oktober gerechnet. Träger der Maßnahme ist der Abwasserzweckverband.
  Die Kosten in Höhe von voraussichtlich rund 600 000 Euro trägt der Verband. Gleichzeitig fließen von Seiten des Staatlichen Amtes für Ländliche Neuordnung Kamenz Fördergelder.
  Durch die Errichtung der Anlage soll eine ordnungsgemäße Schmutzwasserentsorgung ermöglicht werden. Das betrifft die Ortsteile Buchholz, Tetta, Prachenau, Melaune und Döbschütz.
  Derzeit werden Erd- und Tiefbauarbeiten sowie die Dichtung der Klärbecken durchgeführt. Danach entsteht ein so genannter Schönungsteich mit Sickerbeeten zur Nachklärung des Schmutzwassers.
  Bisher ist die Entsorgung über private Kläranlagen oder Sammelgruben erfolgt.
Mit dem Neubau und dem letztlich erfolgten Anschluss haben die betroffenen Einwohner öffentliche Gebühren sowie die Anschlussbeiträge zu zahlen

 

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 4. August 2004


Anne Freund (li) und Axel Rudolph (m) zeigen den Kindern, wie man einen Schlüsselanhänger knüpft. Foto: Bernhard Donke

Kreative Freizeit und Bibelstunde / 16 Görlitzer Kinder in Melauner Jugendscheune
von B. Donke

  Eigentlich herrscht auf dem Gelände der "Jugendscheune" der Evangelischen Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis Niesky in Melaune immer reger Betrieb. Rüstzeiten und andere Veranstaltungen wechseln sich hier ab.
  16 Kinder aus Görlitz hatten im Rahmen der Ferienbetreuung der Evangelischen Stadtjugendarbeit Görlitz eine Woche lang die Räumlichkeiten und das Gelände um die Jugendscheune in Beschlag. Sie verbrachten frohe Ferientage unter dem Motto "Kreative Freizeit".
  Anne Freund und Kathi Kincl, unter deren Aufsicht diese Feriengestaltung stand, erzählten: "Wir betreuen mit unseren Helfern die Kinder rund um die Uhr. Am Vormittag halten wir meist mit den Kindern eine kleine Bibelstunde ab. Danach kann jedes Kind bei Bastelarbeiten seiner Kreativität freien Lauf lassen."
  Axel Rudolph, einst Seemann half dabei und knüpfte mit den Kindern und Anne Freund einen Schlüsselanhänger. Dabei erzählte der ehemalige Seemann den Kindern auch einiges über sein Leben auf See.
  Neben den kreativen Bastelarbeiten standen allen Ferienkindern die sportlichen Gerätschaften der Jugendscheune zur Verfügung, so dass es nie Langeweile gab. "Diese haben wir auch noch nicht gehabt", bestätigten spontan die Kinder, während sie mit ihrer Knüpfarbeit beschäftigt waren. (B. Donke)

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Das Deutsche Dengeln beherrscht seit Jahrzehnten Fritz Lille aus Arnsdorf-Holzmühle. Foto: Bernhard Donke

Sächsische Zeitung
Dienstag, 27. Juli 2004

Schärfe kommt durch dünnes Ausschlagen / Fritz Lille dengelt auch mit 82 noch seine Sense
von B. Donke

Auch mit seinen 82 Jahren lässt es sich Fritz Lille aus Arnsdorf-Holzmühle nicht nehmen, seine Sense selbst zu dengeln. Gelernt hat der aus Ostpreußen stammende Mann das Dengeln seiner Sense in seiner frühen Jugendzeit. Damals war das ein muss für jeden der in der Landwirtschaft aufgewachsen ist. Nur so konnten die Sensen die richtige Schärfe bekommen, und dadurch die Arbeit bei der Grasmahd oder Getreidemahd erleichtern.
Der Senior bevorzugt das sogenannte Deutsche Dengeln. Das heißt, er schlägt mit dem Hammer auf die Finne eines Amboss. Durch die Schläge wird der Stahl der Sense breitgeklopft und dünn ausgeschlagen, gleichzeitig dadurch auch gehärtet. Das macht die Sense scharf und schnittfähig. Heute gibt es dafür verschiedene Hilfsmittel, die aber allesamt die hervorragende Wirkung haben wie das eigentliche Dengeln. Gleichfalls lassen auch die zunehmende Technik wie Rasenmäher und Motorsensen das Dengeln immer mehr vergessen, so dass nur noch wenige ältere Leute heute diese Kunst des Sense schärfen verstehen und beherrschen.

 

Sächsische Zeitung
Freitag, 23. Juli 2004


Buchholz

Tongrube lädt zum Baden ein
von B. Donke

Wie für die Städter das Stadtbad ist, ist für Buchholz und Umgebung die Tongrube der ehemaligen Ziegelei. Hier, im meist klaren Wasser, kann man sich so richtig abkühlen. Leider gab es in diesem Jahr nicht so viele Gelegenheiten dazu. Jetzt war es aber dann doch so angenehm, dass es die Kinder wagten, ins kühle Nass zu gehen. Der kleine, aber sehr schöne, naturbelassene Strand ist mit Sand aufgefüllt und braucht sich vor dem Ostseestrand nicht zu verstecken. Eine Liegewiese lädt zum Sonnenbaden ein oder auch nur zum Faulenzen. Von einem Wassersteg aus können Wagemutige sogar einen Kopfsprung ins Wasser wagen. Foto. B. Donke

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 21. Juli 2004


Sein Herz hängt an der Feuerwehr / Reinhold Kosan aus Arnsdorf-Hilberdorf erhält die zweithöchste Auszeichnung
von Bernhard Donke
Die Auszeichnung bewegte ihn sehr. Das war Reinhold Kosan anzusehen. Auf der Verbandsdelegiertenversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen bekam der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Arnsdorf-Hilbersdorf das Steckkreuz in Silber des Landesverbandes. Der Feuerwehrmann engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Feuerwehr. Das wurde nun mit der zweithöchsten Auszeichnung im Bereich Feuerwehrwesen im Freistaat gewürdigt.
          Auszeichnung steht für Einsatz der Wehr
  Für ihn ist die Auszeichnung eine Ehrung, die nicht nur seine bisherige Arbeit im Feuerwehrwesen der Gemeinde Vierkirchen und als Kreisausbilder ehrt, sondern die der gesamten freiwilligen Feuerwehr Arnsdorf-Hilbersdorf. "Ohne die gute Zusammenarbeit in der Wehr und ohne das Engagement jedes Mitglieds wäre meine Arbeit kaum denkbar.". erklärt er bescheiden. Deshalb stehe die Auszeichnung auch für das Engagement der anderen. Rückhalt für seine Arbeit würde ihm dabei auch seine Frau Regina und die Familie geben, sagt er. Dabei braucht der 1947 in Guben Geborene, der seine Lehre als Imker in Dresden erfolgreich absolviert hat, seine Arbeit keineswegs unter den Scheffel stellen. 1967 kam der frischgebackene Imker auf das Volksgut nach Hilbersdorf, ein Jahr später absolvierte er seinen Armeedienst und danach arbeitete er in Jänkendorf. Um nicht in die Kampfgruppe einzutreten, entschied er sich 1968 für die Freiwillige Feuerwehr Arnsdorf-Hilbersdorf. " 
  In der Mitarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr sah ich eine wirklich sinnvolle Tätigkeit. Hier konnte man anderen in Not helfen", sagt er. Kosan fand schnell Gefallen an der Feuerwehrarbeit und war bereit, sich dafür auch zu qualifizieren. Die ersten Schritte in diese Richtung waren ein Lehrgang mit Abschluss als Kontrolleur für den vorbeugenden Brandschutzund der zweimalige Besuch der Feuerwehrschule Kamenz zu Beginn der 80er Jahre. 1985 wurde er in die Leitung für den Bereich Arnsdorf-Hilbersdorf berufen, dem immerhin acht Ortswehren angehörten. Nach der Wende übernahm er die Leitung der Ortswehr Arnsdorf-Hilbersdorf. Das war 1991. Zugleich begann er mit dem Neuaufbau der Wehr und einer geordneten Feuerwehrarbeit. Kostete das schon einige graue Haare und Nerven, so kam mit dem Neubau des Arnsdorf-Hilbersdorfer Feuerwehrgerätehauses eine Aufgabe auf ihn zu, die manchmal an die Substanz ging.
  Für die Zukunft wünscht er sich, dass die Hilfsbereitschaft unter den Arnsdorf-Hilbersdorfern auch weiterhin so gut funktioniert und sie in seiner Arbeit gut unterstützen. Sohn Marko ist schon heute Jugendfeuerwehrwart von Vierkirchen, und Enkelsohn Philipp weiß in der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Vierkirchen schon die Feuerwehrgerätschaften richtig zu handhaben. Dabei soll auch seine Arbeit als Kreisausbilder nicht unerwähnt bleiben. Hier engagiert er sich in der Ausbildung junger Männer und Frauen.
          Bürgermeister lobt fachliche Kompetenz 
Gerade das ist ein Grund mehr für den Vierkirchner Bürgermeister und obersten Dienstherren der Vierkirchner Feuerwehr, Andreas Nedo, hervorzuheben, dass hier der Richtige ausgezeichnet wurde. "Ich möchte besonders die fachlichen Kenntnisse von Reinhold Kosan, die er an den Nachwuchs weitergibt, loben. Gerade beim Neuaufbau der FFw Arnsdorf-Hilbersdorf nach der Wende und beim Bau des neuen Gerätehauses in Arnsdorf hat er sich große Verdienste erworben." Nicht unerwähnt ließ der Bürgermeister auch das Engagement bei den freundschaftlichen Beziehungen zu den tschechischen Feuerwehrleuten aus Cerveny Kotelec.

 

Sächsische Zeitung
Montag, 19. Juli 2004


Mit vollem Körpereinsatz meistern die Teilnehmer die Strecke. mit Zeiten unter zwei Minuten bei den vorderen Plätzen zeigen die Fahrer, was in ihren Maschinen steckt.. Foto: Constanze Prause 

Antike Gefährte liefern sich spannendes Rennen / Das Dorffest ist in Buchholz traditionell der Höhepunkt des Jahres
von Constance Prause
Lautes Geknatter tönt am Sonnabend durch Buchholz. Klänge aus vergangenen Zeiten sind es, welche die Besucher zum mittlerweile siebenten SR-2-Rennen locken. Der Wettkampf findet im Rahmen des 27. Buchholzer Dorffestes statt. Initiiert hat diese Veranstaltung der Kultur- und Sportverein Buchholz/Tetta.
  Das Fest sei der Höhepunkt des Jahres im Ort, sagt Dietmar Schlenz. Der Vereinsvorsitzende verweist in diesem Zusammenhang auf die Stärkung der Gemeinschaft. Noch viele Besucher erhofft er sich am Nachmittag und dass das schöne Wetter weiter mitspielt.
  Die Gekommenen erfreuen sich derweil an den antiken Maschinen und am "Kampfgeist" der elf Starter und eine Starterin. Jeweils drei Fahrer gegeneinander legen sich bei der rund zwei Kilometer langen Strecke mächtig ins Zeug. Einmal geht das schief. Das Zweirad wird an den Rand geschoben. Zum Glück scheint dem Teilnehmer nichts passiert zu sein. 
  Geburtsstätte des SR-2-Rennens ist eigentlich Königshain, erzählt Peter Obierski. Der Mann im grünen Vereins-T-Shirt hat dort selbst schon teilgenommen und die Idee eines solchen Wettkampfes nach Buchholz gebracht. Grund dafür war "eine Möglichkeit zu suchen, Leute mit ranzuziehen". Und die bekommen eine Menge zu sehen.
          Quer durch den Park führt die Strecke
  Erstmalig verläuft die Streckenführung aufgrund von Baumaßnahmen nicht entlang der Straße, sondern durch den Park und über den Sportplatz. Die Etappe ist von Bänken gesäumt. Dort sitz man und fachsimpelt oder schwelgt in Erinnerungen.
Das Ganze sei sehr interessant, und die Mopeds kenne sie noch von früher, sagt Besucherin Regina Becker. Katharina Tobias freut sich ebenfalls. Solch einen Wettkampf habe man nicht oft so direkt vor der eigenen Haustür. Die beiden Frauen schmunzeln. "Ihre" Buchholzer könnten vielleicht vom Heimvorteil profitieren. Sie hätten die Strecke schon vorher proben können.
  Doch auf dem Siegertreppchen landen sie nicht. Eddi Klare aus Markersdorf entscheidet nach einem packenden Finallauf mit einer Zeit von einer Minute und 48 Sekunden das Rennen für sich. Platz 2 heimst Manuel Vetter aus Melaune ein, ihm folgt der Beiersdorfer Daniel Kern. Den Pokal gibt es auch für die Buchholzerin Mandy Zumpe als beste und einzige Frau des Starterfeldes.
  Nach dem Rennen erfreuen sich die Besucher weiter an den altehrwürdigen Mopeds. Sie sind auf der Festwiese zwischen Karussells und Rummelbuden zu bewundern. Das älteste Gefährt stammt von 1958. Jetzt beginnt auch auf der Bühne das Festprogramm. Live-Musik ertönt. Die Kinder warten sehnsüchtig auf die Clowns, die etwas später zum Mitmachen und -lachen animieren wollen. Selbst das Park-TV filmt erstmalig. Die elfjährige Julia hält mit der Kamera das Geschehen fest und Papa Uwe startet Umfragen. Der so entstehende Film soll später dem Verein zugute kommen.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 15. Juli 2004


Zu einem ordentlichem Dorffest gehört auch ein Rummel. Das ist in Buchholz nicht anders. Darum sind die Schausteller eifrig dabei, ihre Vergnügungstechnik aufzubauen. Der Mitarbeiter des Schaustellerbetriebs Zortel wird beim Aufbau seines "Twisters" aufmerksam von den Kindern beobachtet. Foto: Bernhard Donke

Unterhaltung und viele Angebote zum Mitmachen / Buchholz feiert wieder von Freitag bis Sonntag
von Bernhard Donke

  Von Freitag bis Sonntag findet in Buchholz das diesjährige Dorffest statt. Es ist inzwischen schon das 27. Fest dieser Art.
  Nach der Eröffnung am Freitag, um 18 Uhr, durch Bürgermeister Andreas Nedo, lädt der Kultur- und Sportverein Buchholz/Tetta ab 20 Uhr zur Diskonacht ein. Hier kann nach Herzenslust das Tanzbein geschwungen werden.
  Um den großen Preis von Buchholz geht es am Sonnabend, ab 14 Uhr, beim 7. Buchholzer SR-2-Rennen. Ein buntes Kinderprogramm für die kleinen Gäste und eine musikalische Reise durch die Oberlausitz mit Live-Musik schließen um 15.30 Uhr an, so dass  die ganze Familie auf ihre Kosten kommt. 
  Der Abend hält eine Partynacht bereit. Diese beginnt  um 19.00 Uhr. Am Sonntag geht es um 10 Uhr mit einem musikalischen Frühschoppen weite. Das bunte Unterhaltungsprogramm, für das der verantwortliche Kultur- und Sportverein wie in jedem Jahr einen Stargast nach Buchholz holt, beginnt um 15 Uhr. Diesmal wird neben verschiedenen Artisten und einem Bauchredner die Schlagersängerin Andrea Jürgens auftreten.
  Sämtliche Veranstaltungen finden wie gewohnt auf dem Festplatz im Buchholzer Park statt. Der Verein hat sich für alle Wetterbedingungen gewappnet. Das Festzelt befindet sich auf einem festen Untergrund. Das Fest klingt am Sonntag mit einer Disko und der Ehrung der Kegelkönigin und des Kegelkönigs aus.

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 14. Juli 2004


Ohne Angst in den Kindergarten / Mutter-Kind-Tag in Buchholz/Tetta wird gut angenommen
von B. Donke
Einmal im Monat lädt der Kultur- und Sportverein Buchholz/Tetta zum Mutter-Kind-Tag in das Vereinsheim ein. „Meist sind es etwa zehn Kinder im Alter bis zu drei Jahre, die mit ihren Muttis den Weg hierher finden“, sagt Gabriele Kreusch vom Verein, die gemeinsam mit ihren Helferinnen Carmen Heine und Anita Miertschink das Treffen vorbereitet.
An diesem Tag verwandelt sich dann der Gesellschaftsraum im Vereinsheim in eine große Spielwiese. Auf der können sich die Kinder mit ihren Müttern tummeln und spielen  Vor etwa drei Jahren hat der Verein mit diesem Mutter-Kind-Tag versucht, die in Buchholz und Tetta vorhandene Lücke vom Baby bis zum Eintritt der Kinder ins Kindergartenalter ein wenig zu schließen. "Unser eigentliches Anliegen ist, dass wir die Kinder, ehe sie in den Kindergarten gehen, schon etwas miteinander bekannt machen. Damit erreichen wir, eventuelle Ängste vor dem ersten Kindergartentag abzubauen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die Mütter können viel entspannten ihren Arbeitstag gestalten, und das Kind hat vom ersten Tag mehr Freude am Kindergarten", sagt Gabriele Kreusch vom Kultur- und Sportverein Buchholz/Tetta e.V. "Und ich glaube, mit diesem Mutter-Kind-Tag haben wir vom Verein etwas in Bewegung gesetzt, was bei den jungen Müttern in Buchholz und Tetta recht gut ankommt.
Ganz nebenbei lernen sich nicht nur die Kinder, sondern auch deren zumeist jungen Mütter untereinander besser kennen und können im Gespräch ihre Erfahrungen und Probleme bei der Kindererziehung austauschen.
Cornelia Ponert, die mit ihrer 13 Monaten alten Tochter Ruby regelmäßig an diesem Treffen teilnimmt, hat auch so ihre Erfahrungen gemacht: "Das Wichtigste ist doch, dass die Kinder untereinander Kontakt finden und gemeinsam spielen. So werden sie später keine Einzelgänger und haben es beim Einstieg in den Kindergarten dann etwas leichter. Auch für die junge Mutter Doreen Ponert, die mit ihrem Söhnchen regelmäßig zu dem Mutter-Kind-Tag kommt, ist diese Initiative eine feine Sache. "Marvin hat hier schon viele Freunde gefunden, die auch später mit ihm gemeinsam den Kindergartenbesuchen werden. So fallen ihm mit Sicherheit die ersten Tage dann in der neuen Umgebung etwas leichter."

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 13. Juli 2004


Buchholzer Schulhof wird eine Zirkusmanege

Die Vierkirchener Grundschule in Buchholz feierte auf ihrem Schulhof zum Abschluss des Schuljahres wieder ein Fest. Diesmal ließen die Veranstalter die Besucher Zirkusluft schnuppern. Panther, Löwe, Gazellen und andere Tiere sprangen hier umher. Zauberer und Jongleure zeigten ihre Kunst. Ein bunt gekleideter Clown trieb sein Unwesen in der Manege und brachte die Zuschauer – Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde – zum Lachen. Auf diese Vorstellung ... 

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 8. Juli 2004


Die jungen Feuerwehrleute beim Aufbau des Camps in Arnsdorf-Hilbersdorf. Schon hier bewährte sich die Kameradschaft untereinander, denn beim Aufbau der Zelte half man sich gegenseitig.
Foto: B. Donke

Jugendfeuerwehr

Gemeinsam campen und arbeiten
von B. Donke
Ein Wochenend-Camp für drei Jugendfeuerwehren innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Reichenbach hatte die Jugendfeuerwehr Vierkirchen organisiert. Der Nachwuchs aus Sohland/Rotstein und Königshain folgte am vorigen Wochenende der Einladung nach Arnsdorf-Hilbersdorf. "Wir wollen das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Kameradschaft unter den Jugendwehren der Verwaltungsgemeinschaft stärken", sagte der Leiter der Jugendfeuerwehr Vierkirchen, Marko Kosan.
Doch nicht nur allein gecampt sollte werden. Die Mädchen und Jungen leisteten auch gemeinnützige Arbeit. Nahe der Kämpferberge beräumten die 30Jugendlichen am Sonnabend ein Waldstück. Eine Gelegenheit, sich bei der Arbeit kennen und schätzen zu lernen.
Der Leiter der Vierkirchener Jugendfeuerwehr sprach nach Abschluss des Jugendcamps von einem sehr gelungenem Versuch, die Jugendlichen noch mehr für die Feuerwehrarbeit zu begeistern.. 

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 8. Juli 2004


Statt Glotze Abstecher zum Abenteuer-Spielplatz / Kulturverein Buchholz/Tetta organisiert Ferienangebote
von B. Donke
Langeweile, Stunden vor der Glotze, viereckige Augen vom Ausflug ins Internet? Das muss nicht sein, sagt sich der Sport- und Kulturverein Buchholz/Tetta e.V. Er hat für die am Sonnabend beginnenden Sommerferien ein abwechslungsreiches und interessantes Freizeitangebot vorbereitet, bei dem Langeweile keine Chance hat.
Damit knüpft der Verein an bereits bestehende Traditionen an. Denn die Kinder aus Buchholz und Umgebung machen von seinem Freizeitangebot bereits jetzt reichlich Gebrauch. Regelmäßig organisieren Vereinsmitglieder für sie im Vereinsheim auf dem Sportplatzgelände Veranstaltungen.
Nun stehen die sechs Wochen Sommerferien vor der Tür: "Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche auch in dieser Zeit ihre Freizeit so sinnvoll wie nur möglich gestalten können- und das zu einem erschwinglichem Preis", sagt Christina Kreusch. Sie hat im Sport- und Kulturverein für die Freizeitangebote den Hut auf, wird bei der Feriengestaltung von zwei ABM-Kräften unterstützt. Ein wichtiges Argument aus ihrer Sicht, sich besonders zu engagieren: "Nicht alle Familien sind in der Lage, mit ihren Kindern die Ferien irgendwo im Ausland zu verbringen."
Zum Angebot für die Kinder und Jugendlichen in den Wochen vom 27. Juli bis 12. August gehören Radtouren, Ausflüge, eine Fahrt nach Zentendorf auf den Abenteuerspielplatz, der Besuch des Waldbades in Niesky und vieles mehr. "Bei uns sind die Kinder in guter Obhut. Dafür müssen die Eltern auch nicht tief in die Tasche greifen." Die Kinder könnten auf Wunsch auch am Mittagessen teilnehmen. 

 

Sächsische Zeitung
Montag, 5. Juli 2004


Im Landkino bringt die resolute "Kellnerin" der Nieder Seifersdorfer-Theatergruppe die Pfarrhoffest-Besucher zum Lachen. 

Die Görlitzer Sternwarte schenkt Sternstunden / Achtes Pfarrhoffest mit schönen Aussichten und einer Premiere
Von Constanze Prause
Das Zifferblatt wirkt so nah, als könnte man es anfassen. Es gehört zur Uhr der Arnsdorfer Kirche und wurde im vergangenen Jahr beim Kirchweihfest angebracht. Die Nahsicht beschert ein Fernrohr, das Mitarbeiter vom Verein der Görlitzer Sternwarte zum Pfarrhoffest mitgebracht haben. Für die zahlreichen Gäste gibt es gemäß dem Motto des Festes "schöne Aussichten" viel zu sehen. Sie können den Blick auf verschiedene Himmelskörper schweifen lassen. Mit Hilfe eines riesigen Fernrohres entdecken Besucher Flecken auf der Sonne. Dazu wird ein Spezialfilter angebracht, der die Augen vor Verbrennungen schützt. 
"Die Sternwarte schenkt Sternstunden", sagt Pfarrer Andreas Fünfstück augenzwinkernd. Das Motto wurde aber auch noch aus einem anderen Grund gewählt. Einmal im Jahr wird beim Pfarrhoffest Bilanz und Ausblick auf künftige Veranstaltungen gegeben. "Es fehlt uns an kommunikativen Orten im Dorf", sagt Pfarrer Andreas Fünfstück. 

Mit dem Fernrohr der Görlitzer Sternwarte sind die Gäste dem Himmel ein Stück näher. Fotos: Constanze Prause 

Nur im Pfarrhof und im Arnsdorfer Landkino kommen die Leute zusammen und reden miteinander. Das bestätigt auch Thomas Scholz, während er das Schwein am Spieß über einem offenen Feuer brutzelt. Treffpunkte wie einst den Dorfkonsum gebe es nicht mehr. Wohl auch deshalb würden alle Anlässe zum Feiern gern angenommen. Gemütlich, urig und familiär findet Rosemarie Förster die Veranstaltung. "Das Pfarrhoffest ist Höhepunkt des Sommers in Arnsdorf und eine Art Begegnungszentrum", sagt sie.An der Salatbar wird geklönt, und als es dunkel wird und die Schwedenfeuer angezündet werden, sitzen die Arnsdorfer und Gäste aus dem Nachbarort zusammen. Am Nachmittag gibt es für Klein und Groß einen Trödelmarkt . Später sind zwei Darbietungen im Landkino die Attraktion. Dort, wo sonst die Filmleinwand hängt, leuchtet Gereimtes - Text aus einem Arnsdorflied. Getextet und komponiert hat das Werk Achim Simniok. Er wirft einen Blick in die Vergangenheit des Ortes, erzählt von der Eingemeindung, den Vereinen und der Zukunft, die durch den Kinderkreis lebt. Zur Premiere wird das Lied vom Komponisten mit kräftiger Stimme und zu Gitarrenklängen vorgetragen. Die Zuhörer klatschen lange Beifall. Der Titel des Werkes fehlt noch. Die Arnsdorfer werden gebeten, eine Überschrift zu finden. Die Nieder Seifersdorfer-Theatergruppe präsentiert einen Sketch vom "Klugen und Dummen" und bringt die Zuschauer zum Lachen. In der Kirche musiziert das Bläserensemble der Kirchgemeinde Ebersbach.

 

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Sächsische Zeitung
Donnerstag, 24. Juni 2004


Prachenau

Clowns und Parodie
von B. Donke

Beim Prachenauer Sport- und Spielfest am vergangenen Wochenende unterhielt Clown Susi - alias Gerda Gabriel - die jüngsten Prachenauer mit ihrer Show bestens. Dabei bezog Susi die kleinen Gäste immer wieder in ihre Späße mit ein. Für die Generation der Eltern und Großeltern sorgte später Nachmittagsstunde Gerda Gabriel und das Parodisten-Duo Frieder & Günter für eine tolle Stimmung und einem stimmungsvollen Ausklang des Festes. Foto. B. Donke

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 29. Juni 2004

Polizeibericht
In Vierkirchen gab es auf der Ortsverbindung von Königshain nach Arnsdorf-Hilbersdorf einen Unfall, weil plötzlich ein Wildschwein über die Fahrbahn lief. Am PKW entstand Sachschaden.

Sächsische Zeitung
Dienstag, 29. Juni 2004

Feuerwehren zeigen ihr Können / Vierkirchener Wehrleute im Wettstreit mit Freunden aus Polen und Tschechien
Von Bernhard Donke
Am Sonnabendnachmittag bestimmten die blauen Uniformen polnischer, tschechischer und der Vierkirchener Feuerwehrleute das Bild auf den Gelände des Prachenauer Sport- und Kulturzentrums. Die Freiwilligen Feuerwehren der Partnergemeinden aus Jezow Sudecki (Polen ) und Paseky nad Jizerou (Tschechien) waren zu einem Freundschaftstreffen nach Vierkirchen- Prachenau eingeladen. Es sollte ein Höhepunkt in der knapp zweijährigen freundschaftlichen Zusammenarbeit der Freiwilligen Feuerwehren werden.
  Die Löschgruppe Prachenau und Sportfreunde des SV Prachenau hatten die Wettkampfstätten und Wettkampfbahn in einen tadellosen Zustand gebracht und die Versorgung der Gäste und der Ortswehren aus Buchholz/Tetta, Arnsdorf-Hilbersdorf und Melaune organisiert.
  In seiner Begrüßung lobte der stellvertretende Landrat, Jörg Dreier, die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene zwischen den drei Partnergemeinden. Und nach einer Ortsbegehung und der Besichtigung des neuen Feuerwehrgerätehaus in Arnsdorf, des Melauner Windfelds und der Buchholzer Kirche begann der Wettstreit zwischen den Wehren. Hier erwiesen sich die Buchholzer/Tettaer Wehrleute als die Schnellsten. Sie gewannen vor den Arnsdorfern und den Freunden aus dem polnischen Jezow Sudecki.
          Tschechische Gäste siegen im Kleinfeldfußball
  Dann gab es ein Kleinfeldfußballturnier. Hierbei spielten die Tschechen den besseren Fußball und holten sich den Pokalsieg vor den polnischen und den Vierkirchener Feuerwehrleuten. Bei denen stand mit Bürgermeister Andreas Nedo und dem Leiter des Feuerwehrausschusses, Axel Strauß, örtliche Prominenz in der Mannschaft. Doch konnten auch sie nicht das Blatt zu Gunsten ihrer Mannschaft wenden.
  Viktor Malik, Leiter der Feuerwehrkommandostelle in Paseky nad Jizerou, war „überrascht mit wie viel Herzlichkeit wir hier empfangen wurden“. Das sagte er nicht nur, weil seine Mannschaft im Fußball gewonnen hatte. „Wir sollten an solchen Freundschaftstreffen festhalten und diese jedes Jahr in einen anderen Land durch führen. So stelle ich mir die europäische Gemeinschaft vor. Jeder achtet jeden, gleich welcher Herkunft er ist.“
  Kacpeerski Andrzej Feuerwehrkommandostellenleiter in Jezerou - Sudecki, hob hervor: „Ein wirklich super organisiertes Treffen, was unbedingt wiederholt werden soll. Hier zeigt sich auf unterer Ebene das die europäische Vereinigung doch etwas für uns alle bringt.“
  Alex Strauß, Leiter Feuerwehrausschuss Vierkirchen, zollte den Prachenauer Wehrleuten und Sportfreunden Lob. „Ich glaube das Treffen hat allen etwas gebracht.“
          Ein guter Anfang ist jetzt gemacht
  Andreas Nedo, Bürgermeister der Gemeinde Vierkirchen, hielt das erste Treffen der Wehren aus den drei Ländern für „einen guten Anfang“. Man werde nun überlegen welche Schritte „wir unternehmen, um die Zusammenarbeit auszubauen und zu festigen“.
  Solche Treffen auf unterer Ebene seien für das Zusammenwachsen der europäischen Gemeinschaft sehr wichtig. Hier können sich die Menschen kennen lernen und Vorurteile abbauen (bd)

 

Sächsische Zeitung
Freitag, 18. Juni 2004

Spielen auf schnellen Rollen / Inline-Skater spielen um Hockey-Pokal

Melaune. Der Heimatverein Döbschütz/Melaune e. V. lädt am Sonnabend zu seinem traditionellen Inline-Skater-Hockey-Wanderpokalturnier in das Melauner Eisstadion ein. Der Anpfiff zu diesem nun schon seit vier Jahren ausgetragenen Nachtturnier erfolgt um 19 Uhr. Bis dahin haben noch Mannschaften, die das Inline-Skater-Hockeyspiel betreiben, die Möglichkeit, sich bei der Turnierleitung anzumelden. Wie auch bei allen Veranstaltungen in den Jahren zuvor ist für die Versorgung der Spieler und Zuschauer gesorgt. (Donke)

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 16. Juni 2004

Keine großen Überraschungen, aber auch einige neue Politiker / In den meisten Kommunen im Görlitzer Umland werden viele der bisherigen Abgeordneten weiter mitreden
...
          Vierkirchen
Nicht mehr im Gemeinderat vertreten sind in Vierkirchen die Christdemokraten. Zwei der bisherigen vier CDU-Gemeinderäte waren zur Freien Wählervereinigung Arnsdorf-Hilbersdorf gewechselt. Diese neue Vereinigung wird mit vier Abgeordneten im Gemeinderat mitbestimmen. Erstmals in der Gemeindepolitik engagieren werden sich auch die drei Abgeordneten der Aktiven Wählervereinigung Döbschütz, Melaune, Prachenau. Die Freie Wählervereinigung Vierkirchen hat zwei Sitze eingebüßt, die Wählervereinigung Buchholz/Tetta einen....

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 10. Juni 2004

Schüler tauchen ins frühe Mittelalter ein / Milzener-Verein gestaltet Projektwoche zum Anfassen
Von Constanze Prause
  Melaune versetzt sich zurück ins 11. Jahrhundert. Diese Zeitreise treten die Mitglieder des Milzener e. V. nicht allein an. „Wir werden ab dem 21. Juni ein speziell für Schulklassen konzipiertes Projekt der besonderen Art anbieten“, sagt Diego Scholz. Der Vereinsvorsitzende verrät, dass alle Beteiligten für einige Stunden in die Alltagswelt unserer Vorfahren eintauchen können.
          Handwerker lagern am Eisstadion
An fünf aufeinander folgenden Tagen lassen die Handwerker des Vereins direkt am Fuße einer 1 000 Jahre alten Burgschanze im Ort die Arbeitswelt des Hochmittelalters wieder auferstehen. Direkt neben dem Eisstadion befindet sich das Gelände des Handwerkerlagers vergangener Zeiten.
  Das Projekt feiert Premiere und sei zudem in einer solchen Form einzigartig in der Region. „Museumspädagogik gehört als elementarer Bestandteil zu Vereinsarbeit. Wir wollen das Bild des Mittelalters für Schulklassen differenzierter darstellen“, begründet der 26-Jährige diesen Schritt. In dem 28 Mitglieder zählenden Verein engagieren sich auch Archäologen und Pädagogen. Sie wollen für die Kinder „die Tür zum Anfangspunkt der regionalen Besiedlungsgeschichte aufstoßen.“
  Informiert wird kindgerecht, weshalb in der Lausitz noch heute neben der deutschen auch die sorbische Sprache gesprochen wird oder die Städte und Dörfer verschieden aussehen. Eigenes Anpacken ist erwünscht. Denn damals mussten die Jüngsten bei verschiedenen Arbeiten selbst kräftig mit Hand anlegen. Schule gab es nicht.
  Je nach Alter mussten die Kinder zu bestimmten Aufgaben beitragen. Der in Jena Studierende erläutert: „Mit Feuerstahl und Zunderschwamm, Messer und Axt umzugehen oder Tiere hüten zu können, war lebensnotwendig.
          Hunger wird in einer Schauküche bekämpft
  So anstrengend wird es nicht. Dafür interessant und lehrreich. „Nach der Führung erhält jeder einen Zettel mit Forschungsaufträgen“, sagt Diego Scholz. Diese „Rätsel“ kann nur lösen, wer selbst zu mittelalterlicher Handwerkstechnik greift. Kammweben, Schmieden oder Töpfern sollen dann kräftige kleine Hände meistern.
  Der Hunger wird in einer Schauküche bekämpft. Jeder Teilnehmer an dem Projekt kann seinen eigenen Brotfladen backen. Die hergestellten Produkte samt dem erworbenen Wissen über das Mittelalter nehmen die so geschultem Teilnehmer mit nach Hause.

 

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 9. Juni 2004

Ab August ist Waldhufen Schulträger für Vierkirchen / In Nieder Seifersdorf zweizügige Grundschule schaffen
Von Annett Preuß
... Ende dieses Schuljahres läuft die Mittelschule Nieder Seifersdorf aus. Ein „Zukunfts-Projekt“ ist die Umwandlung des dortigen Komplexes zu einem zweizügigen Grundschul-Standort. Dazu gab es im Vorfeld Gespräche mit Vierkirchen: Die Grundschule in Buchholz ist ein Wackelkandidat. Die mündeten in eine Zweckvereinbarung zur Bildung eines gemeinsamen Schulbezirks, die Ende vorigen Jahres unter Dach und Fach gebracht wurde und am 1. August 2004 in Kraft tritt. „Wir haben eine grundsätzliche Entscheidung für die Zukunft getroffen“, sagt Horst Brückner, der die nach mancher kontroversen Diskussion als Erfolg des jetzigen Gemeinderats verbucht. Und es sei nicht alltäglich, dass sich zwei Gemeinden im Rahmen der Schulnetzplanung freiwillig zusammenfänden. Aus Vierkirchener Sicht sei es keine leichte Entscheidung gewesen: Ab Mitte 2008 wird es dort keine Schule mehr geben. Denn bis 31. Juli 2008 will Waldhufen als Schulträger den Schulkomplex für rund zwei Millionen Euro sanieren.

„Für uns ist das eine riesige Investition“, sagt Brückner. Bis Ende des Jahres will er die Förderanträge auf die Reihe bekommen. „Da müssen wir jetzt noch Hausaufgaben machen“, sagt er. Auch der neue Gemeinderat. Der Bürgermeister ist überzeugt, dass sich an der konstruktiven Zusammenarbeit nichts ändern wird und der Blick für den Nachbarn gewahrt bleibt.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 8. Juni 2004

Schule jetzt nebenan / Arnsdorf-Hilbersdorfer haben aktiven Sportverein
von Constance Prause
  Peter Gloger ist seit zehn Jahren Ortsvorsteher in Arnsdorf-Hilbersdorf. Davor war er Bürgermeister der Gemeinde. "Unser damaliger Gemeinderat hat den Zusammenschluss befürwortet. In der Verwaltung musste gespart werde, und mit einem hauptamtlichen Bürgermeister sollten anstehende Probleme dieser Zeit gemeinsam gelöst werden." erinnert sich Peter Gloger.
  Ob das gelungen ist könne man nur schwer beurteilen. Zwar "verloren" die Arnsdorf-Hilbersdorfer ihre Schul. Im nicht weit entfernten Buchholz hingegen konnte der Grundschulstandort erhalten bleiben. Als der kindergarten vor dem Aus stand, griffen die Eltern zur Selbsthilfe. Mit ihrer Initiative, privater und der Unterstützung vom Diakoniewerk Salem e.V. wurde der Kindergarten weitergeführt.
  Lobend erwähnt Peter Gloger auch den Sportverein. In der zur Gemeinde gehörenden Anlage stecken zahlreiche freiwillige Eigenleistungen der Sportler. Sie ist heute ein Schmuckstück. Motor, dass die Gemeinde lebt waren alle Vereine. In Vierkirchen gibt es daher eine Vereinsförderrichtlinie, welche die Arbeit der Vereine mit einem kleinen Obolus bezuschusst.
  Zu wünschen übrig lasse jedoch der Zustand einzelner Straßen. Der Straßenbau der Ortschaft wurde wegen des zu erwartenden Abwasserkanalbaus auf die kommunalen Wege und Straßen konzentriert, die nicht durch den Bau von Abwässerkanälen berührt werden. "Nun sei der Zustand einiger Straßen so nicht mehr hinnehmbar." Deshalb wird der Kanalbau als Problem angesehen. Auch, um die seit Jahren anstehende Erneuerung der Kreisstraße zu ermöglichen. Zusammen mit dem Abwasserzweckverband müsse die Gemeinde kurzfristige Lösungen finden. Die eine oder andere Gewerbeansiedlung wünscht sich der Arnsdorfer jedoch noch in der Region.

Sächsische Zeitung
Dienstag, 8. Juni 2004


Den Blick aufs Ganze / Vierkirchen setzt trotz knapper Kassen auf weiteren Ausbau der Infrastruktur
Von Constanze Prause

  Die Eingemeindung der Vierkirchener Ortsteile Melaune mit Döbschütz und Prachenau, Arnsdorf-Hilbersdorf und Buchholz/Tetta erfolgte 1994 im Zuge der Gemeindegebietsreform. In diese Zeit fällt auch die zu Ende gehende Wahlperiode der Gemeinderäte. SZ sprach mit Bürgermeister Andreas Nedo (parteilos).


Wie hat sich die Eingemeindung auf Vierkirchen ausgewirkt?


Anfangs gab es die Skepsis, dass sich ein Ortsteil als das fünfte Rad am Wagen fühlen könnte. Buchholz entschied sich nur knapp für die Eingemeindung. Doch die Chancen und neuen Möglichkeiten überwogen. Der Horizont hat sich erweitert. Mit dem Bauhof arbeiten die Orte zusammen. Aufgaben der Ortsfeuerwehren werden über den Feuerwehrausschuss koordiniert. Durch den Zusammenschluss gibt es eine stärkere Finanzkraft. Jeder Ort hat außerdem seine Besonderheiten. Die Stärken kann man mit ins große Ganze nehmen. Buchholz hat zum Beispiel das Ziegelwerk und die Tongrube. Eine reizvolle Teichlandschaft liegt in der Ortsmitte. In Arnsdorf-Hilbersdorf gibt es das Landkino und reges Vereinsleben. Melaune ist das Zentraldorf mit Versorgungsmöglichkeiten und dem Eisstadion.

Was hat die Gemeinde in Vierkirchen und den einzelnen Ortsteilen bewegt?

Die Gemeinde ist sehr weiträumig. Bei rund 5 000 Hektar Größe haben wir ein Straßennetz von 35 Kilometern. Davon wurde ein beträchtlicher Teil erneuert. Die seit langem geplanten Abwasserentsorgungsmaßnahmen in Buchholz beginnen jetzt. In drei Ortsteilen haben wir die Dorfentwicklung hinter uns. Straßenbeleuchtung, Dorfplätze oder ortstypische Gebäude, wie die „Alte Schule“ Arnsdorf, das Bürgerhaus Buchholz oder das Gemeindeamt in Melaune konnten saniert oder erneuert werden. Das vielfältige kulturelle Leben ist dem Engagement der Bürger, den Vereinen und den Kirchgemeinden zu verdanken. Seit drei Jahren gibt es bei uns die Kulturwochen Vierkirchen. 60 Veranstaltungen finden jährlich statt. Rundwanderwege entstanden im Zuge der touristischen Erschließung in Melaune und Arnsdorf-Hilbersdorf. Durch die Steinbank im Buchholzer Park hat dieser einen besonderen Charme bekommen. Der Kinderkreis Vierkirchen e. V. betreibt die beiden Kindertagesstätten in freier Trägerschaft. Ein Computerkabinett und eine Verbesserung der sanitären Anlagen erhielt die Grundschule Buchholz.


Ein großer Spielplatz wird in Arnsdorf geschaffen, für die Kindergarten- und Hortkinder. Im Hintergrund die ehemalige Schule, die nach ihrer Sanierung zum Domizil für den Kinderkreis Vierkirchen e. V. werden soll. Fotos: Constanze Prause 

Wo gibt es heute noch Handlungsbedarf?

Obwohl wir ein zehnjähriges Jubiläum feiern, muss der Blick auf das Ganze weiter wachsen. Begegnungsmöglichkeiten der Bürger sind wichtig. Die Zusammenarbeit sollte noch weiter gefördert werden. Viele junge Menschen haben keine Arbeit mehr. Da gilt es, von unserer Seite Druck auf politische Entscheidungsträger zu machen. Trotz knapper Kassen sind die benötigten Infrastrukturmaßnahmen weiter durchzuführen. Wir müssen nach der Fertigstellung der Abwasserverlegung an die Gemeindestraßensanierung denken. Probleme gibt es mit dem schlechten Zustand mancher Gebäude. Hier sollten, jeweils nach Möglichkeit, Abriss oder Sanierung erfolgen. Unsere letzten Orte in der Dorfentwicklung sind Melaune, Prachenau und Döbschütz.

Gespräch: Constanze Prause

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 8. Juni 2004

Vereine beraten gemeinsam / Drei Orte sind von alters her eine Kirchengemeinde
Von Constanze Prause
Seit der Gemeindegebietsreform würden die Vereinsmitglieder untereinander eine noch bessere Zusammenarbeit leisten. Denn alle Vereine von Vierkirchen setzen sich einmal im Jahr zusammen an den runden Tisch. Veranstaltungen werden besprochen und darauf geachtet, dass keine Doppelungen oder Zeitüberschneidungen entstehen. Eckehard Radisch (parteilos) ist seit dem Zusammenschluss Ortsvorsteher. „Unsere drei Orte sind von alters her eine Kirchengemeinde“, sagt der ehemalige Bürgermeister. Er kann einschätzen, wie es in den vergangenen zehn Jahren für die Ansiedlungen gelaufen ist. Auswirkungen habe es in gesamt Vierkirchen gegeben. Oftmals zum Wohle der Bürger, wie er betont.

Der Kindergarten wurde in freie Trägerschaft überführt. Das Eisstadion bekam die notwendige Sanierung. Einem Umbau und anschließender Renovierung unterzog sich die Freilichtbühne in Melaune. Selbst im Sommer kann das Terrain als Veranstaltungsort oder Skaterbahn genutzt werden. Vor allem die Jugend zeige sich davon begeistert. Die Orte sind hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt. Trotzdem haben sich verschiedene Gewerbe, wie ein Transport- und Tiefbau, Tischlerei, Schlosser oder Dachdecker niedergelassen. Es gibt eine Arztpraxis und Einkaufsmöglichkeiten. Weggebrochen sind die Bäckerei und die Gaststätte am Eisstadion.

Ein Ärgernis ist für Eckehard Radisch der Name der Anschlussstelle der Autobahn. Der Bauabschnitt der A4, Weißenberg-Nieder Seifersdorf, wurde im November 1996 beendet. Der Abschnitt liegt auf Prachenauer Flur. Damals schlug er vor, den Anschluss als Melaune/Nieder Seifersdorf zu bezeichnen. Immerhin könne dadurch der Ort größere Bekanntheit erlangen. Das wurde nicht verwirklicht. Als weiteren Knackpunkt bezeichnet der Ortsvorsteher die mit der Eingemeindung einhergehende höhere Pro-Kopf-Verschuldung. Heute ist der Ort zwar Förderdorf, doch alle Mittel für private Bauvorhaben wurden gestrichen. Dafür sind die gemeindeeigenen Straßen und Wege gut ausgebaut. Döbschütz und Melaune aber warten noch heute auf den Ausbau der Staatsstraßen 122 und 124. Deren Zustand sei schlecht. Zuständig dafür ist das Straßenbauamt Bautzen. „Die Ortsstraßen sind besser ausgebaut, als die Staatsstraßen“, sagt Eckehard Radisch. (cp)

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 05. Juni 2004


Herbert Riedel als Vorsitzender des Heimatvereins Döbschütz/Melauen fragt sich mit seinen Vereinsmitgliedern und allen Melaunern, wie es mit dem Eisstadion weitergehen soll. Planungen dazu sind schon im Gange. Foto; P. Wilhelm 

Fördertöpfe ja, aber mit Bedacht wählen

Herbert Riedel, Bürgermeister von 1994 bi 2001 in Vierkirchen, kandidiert zu den Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 gleich zweimal
Gespräch: Ullrich Martin

Sie hatten alles andere als einen leichten Job, als sie Anfang der 90er Jahre im damaligen Kreis Görlitz in das Amt des Bürgermeisters gewählt wurden. Vieles war Neuland, von der kommunalen Selbstverwaltung über Gewerbegenehmigungen, der Antragstellung auf Fördermittel bis hin zum Aufbau einer intakten Infrastruktur. Der größte Teil der damaligen Bürgermeister nahm inzwischen Abschied aus der aktiven Kommunalpolitik. Was machen Sie heute? SZ fragte nach bei Herbert Riedel (59), Ex-Bürgermeister in Vierkirchen.

Sie wohnen in Melaune fast auf Sicht- und Hörweite zum Gemeindeamt. Schauen Sie manchmal an Ihrem ehemaligen Arbeitsplatz vorbei?
Warum nicht? Ich habe vor drei Jahren nicht nur wegen der Altersgrenze eine erneute Kandidatur zur Bürgermeisterwahl zurückgegeben. Das geschah vor allem aus privater Sicht mit dem Wunsch, einem jüngeren Nachfolger Platz zu machen und damit neue Ideen und Zielstellungen in der Gemeinde einzubringen. Jetzt, nach dieser Entscheidung, kann ich davon ausgehen, das war richtig. Deshalb schaue ich auch öfter im Amt vorbei. Aus rein persönlichem Interesse.
Nun aber stehen Sie auf der Liste als Kandidat der Wählervereinigung Döbschütz, Melaune, Prachenau, um am 13. Juni in den Gemeinderat gewählt zu werden. Warum tun Sie sich das an, zumal Sie ja auch schon von 1981 bis 1994 Bürgermeister in Buchholz waren?
Solch eine lange Zeit als Bürgermeister kann man nicht einfach wegstecken. Ich möchte für meine Gemeinde nochmals was tun, gemeinsam mit dem Gemeinderat etwas bewegen. Wir haben gute Voraussetzungen in Vierkirchen, die Bedingungen sind aber ungleich komplizierter geworden. Trotzdem, wir sollten es schaffen, eine etwa gleiche Entwicklung in allen Ortschaften zu erreichen. Da braucht es an Kreativität und weitsichtigem Denken, aber auch an Erfahrung.
Sie meinten damit den Umgang mit immer weniger werdenden finanziellen Mitteln?
Natürlich. Alles hängt ja am Geld. Aber Gott sei Dank, wir haben in Vierkirchen eine Bürgerschaft mit Vereinen und Vereinigungen, mit der vieles erreicht werden kann, auch ohne Fördermittel und belastenden Kreditaufnahmen. Ich denke da nur an den Kinderkreis Vierkirchen, der als Träger der Kindergärten in Melaune und Arnsdorf eine sehr gute Arbeit leistet.
Hier spricht der ehemalige und sparsame Bürgermeister.
Damit meinen Sie sicher, dass sich die Verschuldungen der Gemeinde in Grenzen halten. Ja, das stimmt. Ich habe als Bürgermeister immer darauf geachtet, dass wir in Sachen Fördermittel nicht zu kräftig zulangen. Jetzt zahlt sich das aus. Das soll aber nicht heißen, dass Vierkirchen um Fördermöglichkeiten einen Bogen machte. Buchholz ist noch heute im Programm der ländlichen Neuordnung. Melaune bis 2005/2006 Förderdorf.
1994, mit Beginn Ihrer Amtszeit, vereinten sich Buchholz, Tetta, Melaune und Arnsdorf- Hilbersdorf zur Gemeinde Vierkirchen. Wie beurteilen Sie diesen Schritt heute?
Der war notwendig und damit richtig. Nebeneinander hätte sich keine der einzelnen Gemeinden behaupten können. Vieles entstand, die Infrastruktur wie auch Gewerbe oder das Vereinsleben. Ich freue mich, dass es mit dem Zusammenhalt zwischen den Ortschaften weiter voran geht. Noch aber brauchen wir Verständnis und Geduld.
Haben die Vierkirchner auch bei dem noch nicht erfolgten Anschluss an die zentrale Abwasserversorgung Geduld?
Die Abwasserentsorgung hätten wir schneller in den Griff bekommen müssen. Es gab einfach zuviel Drumherum, das wir aber als Gemeinde auch nicht immer grundlegend beeinflussen konnten. Nun werden endlich die Kanäle nach Arnsdorf-Hilbersdorf und von Buchholz Richtung Melaune gebaut. Damit hängt ja auch der so lange liegen gebliebene Ausbau der Kreisstraße in Arnsdorf-Hilbersdorf zusammen.
Und die sieben Windräder in Melaune, die ja vor und mit dem Bau für gehörigen Gesprächsstoff sorgten?
Obwohl die Windräder nicht unbedingt für eine Bereicherung der Landschaft beitragen, stehe ich nach wie vor zu dieser Form der Energiegewinnung.
Seit diesem Jahr sind Sie Vorsitzender des Heimatverein Döbschütz/Melaune. Ein besonderes Vereinsziel ist es, das Melauner Eisstadion in eigener Regie als Freizeittreff und Veranstaltungsort auf Fordermann zu bringen. Genügen die bisherigen Möglichkeiten nicht?
Nein. Besonders für und mit der Jugend müssen wir das Eisstadion nutzen, wie zum Beispiel mit den Möglichkeiten zu den sogenannten Trendsportarten. Planungen für eine kontinuierliche Nutzung das ganze Jahr über laufen.
Läuft Ihnen da als Vorsitzender nicht die Freizeit davon?
Ach wo. Ich bin mit Leib und Seele Hobbygärtner. Sie sollten mal meine exotischen Früchte sehen. Dann fahre ich mit meiner Frau Rad, jedes Jahr wird eine größere Baumaßnahme im Wohn- und Grundstück geplant und nun auch öfter zu einem Buch gegriffen. Meine Hausbibliothek reicht für die nächsten 20 Jahre. Sogar den Angelschein habe ich gemacht, zum Angeln bin ich aber noch nicht gekommen.
Aber jüngst sind Sie mit einem Hausboot über die Mecklenburger Seen geschippert?
Ja. Das war ein Urlaub nach Maß, in einer herrlichen und fast unberührten Gegend. Meine Frau und ich kamen mit dem Hausboot gut zurecht. Man muss sich halt was zutrauen.
Wie auch mit Ihrer erstmaligen Kandidatur zum Kreistag?
Genau. Als Parteiloser stehe ich auf der Liste der Freien Wähler. Ich wurde dazu angesprochen, und man sagte mir, Du hast Erfahrungen, bringst Zeit für die nötige Kommissionsarbeit auf und kannst im Kreistag auch mal gegenhalten.

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 2. Juni 2004

Die Buchholzer Kirche steht seit 300 Jahren / Gemeinde eröffnet Festtage mit einem Gottesdienst
Von Bernhard Donke
  „Eigentlich gab es hier schon seit dem 14. Jahrhundert ein Gotteshaus. Nur brannte es am 22. Januar 1703 nieder. Aber bereits ein Jahr später zu Pfingsten stand durch die fleißige Arbeit der Menschen hier in Buchholz bereits ein Neubau der Kirche. So konnte die Buchholzer Kirchgemeinde zu Pfingsten 1704 wieder ihre Kirche zum Gottesdienst nutzen.“ Pfarrer Helmut Törne erinnerte daran in seiner Eröffnungsrede am Pfingstmontag zu den Festtagen anlässlich dieses Jubiläums: 300 Jahre ist die alte, neue Kirche mittlerweile im Dorf präsent.
  Die Chöre der Buchholzer, Arnsdorfer und Nieder Seifersdorfer Kirchen unter Leitung von Kantorin Hannelore Schulz umrahmten den Festgottesdienst musikalisch. Im Anschluss wurde in den Räumen der Kirche eine kleine Ausstellung der Kirchengeschichte von Buchholz gewidmet, auch gut dokumentiert mit der Zeit um das 14. Jahrhundert.
  Die Ausstellung, die von Sonja Leubner und Stefan Biele gestaltet wurde, basiert auf den Arbeiten von Ortschronist Gotthard Ender. Er musste nach deren Eröffnung auch viele Fragen der Besucher beantworten. Für die Nieder Seifersdorferin Claudia Pioch ist diese Ausstellung ein sehr gelungenes Werk aller daran Beteiligten. „Es ist einfach wunderbar, was hier geleistet wurde, zeugt es doch von sehr viel Liebe zum Detail“, sagte sie, während Herr Ender Taufbecken und Kelch aus dem Jahre 1687 erläutert. Beides sind eigentlich die Prunkstücke der Ausstellung und Zeugnisse der mittelalterlichen Kirche, die den Brand 1703 überlebt haben.
          Orts- und Kirchenhistorie stehen in Zusammenhang
  Ortsvorsteher Udo Gleisenberg konnte die Worte von Claudia Pioch nur bestätigen: „Hier wurde ganze Arbeit geleistet. Wir werden mit Sicherheit diese Ausstellung in ihrem gesamten Rahmen für unsere Jubiläumsfeier 700 Jahre Buchholz im nächsten Jahr übernehmen. Stehen doch Ortsgeschichte und Kirchgeschichte in einem unmittelbaren Zusammenhang. Man kann beides nicht voneinander trennen“, sagte er nach seinem Besuch der Ausstellung.
  Noch an zwei weiteren Tagen wird die Kirchgemeinde das 300-jährige Jubiläum ihres Gotteshauses in dieser Woche feiern. Am Freitagabend geht es mit einen musikalisch-historischen Abend unter Leitung von Kreiskantorin Bettina Neumann und Pfarrer Helmut Törne weiter. Das traditionelle Gemeindefest mit einen bunten Programm und Gastpfarrer Wähner beschließen am kommenden Sonntag die Feierlichkeiten.

M a i   2 0 0 4

Sächsische Zeitung
Sonnabend, 27. Mai 2004

Brauchtum

Die Holzhexe lebt noch

Diese kunstvoll gefertigte Hexe steht am Eingang des Vereinshauses des Kultur- und Sportvereins Buchholz/Tetta e.V. und soll wohl vor Ungemach schützen. Oder ist sie nur beim traditionellen Hexenbrennen vergessen worden? "So ist es", bestätigte Christina Kreusch vom Verein. "Die Hexe wurde beim Wettbewerb um die originellste Hexe von der elfjährigen Juliane Laßmann aus Tetta gebastelt. Den Feuerwehrleuten der FFw Buchholz/Tetta war es zu schade, dieses kunstvoll geschaffene Werk beim Hexenbrennen dem Feuer zu übergeben. So hat sich der Verein ihrer angenommen und sie als Begrüßungsdame am Vereinsheim postiert..    Foto: B. Donke 

Sächsische Zeitung
Sonnabend, 26. Mai 2004

Tierwelt

Heidschnucken

Mit ihren Hörnern schaut die Heidschnuckenmutter schon sehr wehrhaft aus. Doch keine Angst, niemand will ihrem Nachwuchs, der wohlbesorgt in der 40 Tiere zählenden Heidschnuckenherde auf dem Gelände der Putenfarm in Prachenau-Hartha weidet, etwas antun. Die Heidschnucken, die als Jungtiere mit einem rabenschwarzen Wollkleid zur Welt kommen, das sich mit dem Alter dann in ein grobes langes grauweißes Wollkleid färbt, kommen ursprünglich aus der Lüneburger Heide. Heute wird die Heidschnucke hauptsächlich zur Landschaftspflege eingesetzt.   Foto: B. Donke

 

Sächsische Zeitung
Montag, 24. Mai 2004


Kegelmeister gesucht. Foto: Donke 
Sportliches Treiben unter strahlenden Scheinwerfern / Vereinsmeister im Kegeln und Tischtennis gekürt
Von Bernhard Donke

  Das Gelände um das Melauner Eisstadion gibt eine wunderbare Kulisse für das Fest des Heimatvereins Döbschütz-Melaune ab. Bei dem sportlichen Treiben unter Scheinwerfern wurden die Vereinsmeister im Kegeln und beim Tischtennis gesucht.
  An die etwa 100 Personen beteiligten sich am Freitagabend am sportlichen Treiben, das unter dem Motto Spaß & Sport und Spiel stand. „Sicher, es hätten noch einige mehr sein können, doch aller Anfang ist auch bei uns schwer,“ sagte Herbert Riedel, Vorsitzender des Heimatvereins und Mitorganisator des sportlichen Treibens.
  Er und seine Vereinsmitglieder hatten sich sehr viel Mühe gegeben um das sportliche Fest zu gestalten. Fanden sich beim Tischtennisspiel viele Jugendliche und Kinder ein, so war der Wettbewerb fast eine Domäne der gestandenen Mannsbilder. Obwohl auch hier sich so mancher kleine Knirps, wie die vierjährige Anna König, beim Schieben einer Kugel versuchte.
  Überlegener Sieger wurde bei diesem Wettbewerb der Döbschützer Wilfried Thiele. Er hatte an diesem Abend das vermeintlich beste Zielwasser getrunken. Rasanter und schneller gestaltete sich das Treiben an den 6 aufgestellten Tischtennisplatten. Hier gaben sich die Jugendlichen und junggebliebenen Vereinsmitglieder die gut präparierten Tischtennisschläger in die Hand und jagten den kleinen Celluloidball gekonnt über das 15,25 Zentimeter hohe Netz und die Tischtennisplatte.
  Auch Bürgermeister Andreas Nedo versuchte sich bei diesem Spiel, fand aber in Jan Kreusch seinen Meister. Der wiederum hatte alle Mühe sich seiner Tochter Silvana im Finalspiel zu erwehren. Diese belegte unter der männlichen Konkurrenz Platz zwei vor Robert Koch.
  Bei den Kindern hatte Armin Ritter die besten Schmetterbälle und Rückhandspiele. Er verwies Johannes Nedo und Hannes Weist auf die Plätze. Aber auch sie konnten stolz einen Pokal mit nach Hause nehmen. Wie im Fluge vergingen so die Stunden an diesem Abend, der mit einem gemütlichen Beisammensein, bei dem über Gott und die Welt diskutiert wurde, zu Ende. Die nächste Veranstaltung ist mit einem Inline-Skaterabend im Juni geplant.

Sächsische Zeitung
Samstag, 15. Mai 2004

Kleine Stars in der Buchholzi-Manege / Interessante Projekttage in der Grundschule Vierkirchen
Von Bernhard Donke

Projekttage an den Schulen erfreuen immer wieder aufs Neue die Schüler und Lehrer. Können sie doch an diesen Tagen ihre ganze Kreativität zeigen und ausleben.
  Stehen diese Projekttage dann noch unter dem Motto Hereinspaziert! Hereinspaziert! Dann riecht man schon förmlich die Zirkusluft. Entsprechend munter ging es kürzlich in der Grundschule Vierkirchen zu.
  In enger Zusammenarbeit mit den Eltern und Zauberprofi Wolfgang Kritsch erarbeiteten die Lehrer der Schule ein interessantes Programm für die beiden Projekttage. „Die Schüler sollten nicht nur Zuschauer sein, vielmehr wurde angestrebt, dass sie selbst zu Akteuren, Kulissenbauern und Bühnendekorateuren wurden,“ sagen Ute Gründer und Ines Wilhelm, die als Lehrerinnen „den Hut aufhatten“.
  Während die Schüler fleißig in den verschiedenen Arbeitsgemeinschaften übten, probte die Schulleiterin Gudrun Koch mit Julia Laßmann und Max Kreusch intensiv an der Rolle des Zirkusdirektors, der auch durch das Programm führen sollte. Als Zirkusmanege diente das Buchholzer Schloss.
  Bevor aber das Programm eröffnet wurde, begaben sich der bunte Zirkustross, der nun den Namen „Zirkus-Buchholzi“ angenommen hatte, von der Grundschule durch das Dorf zum Schloss. Was natürlich die Neugierde vieler Buchholzer weckte.
  In dem anschließenden Programm zeigte dann jede Arbeitsgemeinschaft – Zaubern, Clown und Co, Rhythmus und Jonglage, Balance und Akrobatik, Tanz, Diabolokünstler und Tellerdreher, ihre in diesen beiden Projekttagen antrainierte Zirkuskunst. Und das vor einer Kulisse, die ebenfalls von einer Arbeitsgemeinschaft, von Schülern der Grundschule, geschaffen und gestaltet wurde.
  „Es ist erstaunlich, welch riesige Leistung die Schüler hier vollbracht haben. Hatten sie doch nur zwei Tage Zeit um das einzustudieren und zu üben. Eine tolle Arbeit die von den Schülern und den Arbeitsgemeinschaftsleitern da geleistet wurde“, sagte sie völlig überraschend am Ende der Projekttage.
  Als Fazit dieser Projekttage kann man sagen, und darin sind sich auch die Schüler einig, ist die Zirkuskunst etwas, was zwar die Leute zum Lachen bringt, aber eine schwere und schweißtreibende Vorarbeit voraussetzt.

 

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 12. Mai 2004

Das hölzerne Kreuz vor dem Windpark Melaune: Wie einst die Bürgerproteste gegen die geplante Sondermüllanlage (die übrigens Erfolg hatten), regt sich nun Widerstand gegen weitere Windräder. Foto: SZ/Thomas Fiedler 
Bürgerinitiative gibt nicht auf
/ Auch in Vierkirchen regt sich harscher Protest gegen die im Regionalplan vorgesehene Erweiterung der Windkraft
Von Anja Hecking

Die Bürgerinitiative Tetta – gegen die Erweiterung des Windparkes Melaune nutzte eine Diskussion mit CDU-Politikern zur Energiepolitik, um erneut auf ihr Problem aufmerksam zu machen.
  Die Situation spitzt sich zu. Das Windfeld Melaune soll laut Regionalplan für die Region Oberlausitz-Niederschlesien erweitert werden. Doch damit sind die Bürger in Vierkirchen, besonders die Tettaer, sowie die Gemeinde nicht einverstanden. Bürgermeister Andreas Nedo zeichnete den CDU-Politikern von Bund und Land, die ins Buchholzer Vereinshaus zu einem energiepolitischen Forum eingeladen hatten, ein Bild von seiner Kommune: Die Einwohnerzahl liegt knapp über 2 000, die Arbeitslosenquote bei 27 Prozent, die Klinkerwerke sind der einzige größere Arbeitgeber, die Grundschule wird schließen, und immer mehr junge Leute gehen weg.
          Tourismus wäre ein Pfund für die Gemeinde
  „Die touristische Entwicklung wäre ein Pfund der Gemeinde“, erklärte der Bürgermeister. Aber, nachdem der geplante Bau einer Sondermüllanlage bei Melaune 1993 vom Tisch war, begegneten die Vierkirchener der Windkraft mit weitaus weniger Skepsis. Inzwischen belasten die sieben Räder Mensch und Tier. Wenn weitere Anlagen gebaut würden, könnte man zwischen Landeskrone und Löbauer Berg eine durchgängige Kette von Rädern am Horizont sehen, sagte Andreas Nedo.
  Doch damit nicht genug. Durch die Erweiterung der Tongrube würde sich das Grundwasser absenken und es zu Rissen an Häusern in Tetta kommen. „Und nun soll auch noch im Zuge des Ausbaus der B 178 eine große Brücke in unserer Nähe entstehen, eine neue Anbindung an die A 4 gebaut und die S 111 verlegt werden.“ Der Landtagsabgeordnete Peter Schowtka und Bundestagsmitglied Michael Kretschmer verteidigten die neue dreispurige Bundesstraße. Die künftige Anbindung in Richtung Prag sei wichtig für die Infrastruktur. Dennoch stellte der Vierkirchener Bürgermeister die Summen für solch ein großes Projekt den leeren Kassen der Kommunen gegenüber.
  Die anwesenden Einwohner der Gemeinde beschäftigte vor allem die Frage, was sie tun können, um eine Erweiterung des Windkraftgebietes zu verhindern. Eine Stunde hatten sie ausgeharrt und den Ausführungen der Politiker zugehört – zwar mit Interesse, aber auch dem Gefühl, ins Wahlkampfgetriebe geraten zu sein, wie die meisten von ihnen nach der Veranstaltung gegenüber der SZ bestätigten. „Das hatten wir schon geahnt“, erklärte ein Bürger. Es seien nur wenige Einwohner zu diesem Forum gekommen, weil viele schon aufgegeben hätten. Ein anderer Tettaer wies darauf hin, dass das Windfeld in einem Vogelzuggebiet liegen würde. Das Staatliche Umweltfachamt in Bautzen spreche zwar nur von einer Randlage, er aber hätte auf einer Karte gesehen, dass das Zuggebiet der Tiere mit dem Windfeld übereinstimme.
  Peter Paziorek, energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, stimmte dem Unmut der Bürger während der Veranstaltung zu. „Ja“, entgegnete ein Herr aus Tetta, „aber helfen muss uns auch mal jemand.“ Die CDU-Politiker verwiesen indes auf ihre Forderungen, die rotgrüne Energiepolitik zu ändern. Das neue Baurecht würde den Kommunen mehr Zeit einräumen, um Bauanträge für Windkraftanlagen zurückzustellen, informierte Peter Paziorek. Sachsen habe nun die Rückbaupflicht für Windräder gesetzlich verankert, ergänzte Peter Schowtka.
          Bürger hoffen auf Zusage der CDU-Abgeordneten
  Die rotgrüne Regierung würde jedoch dem Ausbau der Windenergie den Weg weiter ebnen. Kostendeckend könnte ein Großteil der Anlagen nur arbeiten, weil der Staat eine Kilowattstunde mit neun Cent fördert. Dem Vorschlag von CDU/CSU, Windkraftanlagen nur dort zu errichten, wo eine bestimmte Windstärke gegeben ist, sei die Regierung nicht gefolgt. Dass die Räder auf dem Windfeld oft still stehen, bestätigten die Tettaer Bürger. Sie hoffen nun, dass die Politiker ihre Zusage einhalten: Sie wollen an den Problemen dran bleiben und auf Bundesebene darauf aufmerksam machen.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 4. Mai 2004


Der Kameramann beobachtet den Polizisten aus der Vergangenheit. Foto: Constanze Prause  

Die Arnsdorfer jagen Verbrecher / Zum 6. Mal wird in Eigenregie ein Film produziert
Von Constanze Prause

So richtig will die blaue Schwalbe nicht. Das Kult-Zweirad aus vergangenen Zeiten hat scheinbar einen etwas eigenwilligen Fahrer. Ohne Volldampf nach einem kräftigen Schubs rollt dieser beim Döbschützer Holzmühlenteich durch den Wald. Die Uniform verrät: Der Mensch mit dem orangefarbigen Mopedhelm auf dem Kopf ist Volkspolizist der DDR. Die gibt es bekanntlich seit vielen Jahren nicht mehr.
  Hergelockt hat den Laienschauspieler die Arnsdorfer Filmdrehcrew. „Zum mittlerweile sechsten Mal produzieren wir selbst einen eigenen Kurzfilm“, erzählt Andrea Gloger. Der Streifen kann im Landkino Arnsdorf gesehen werden. Hier ist er Vorfilm für die mehr oder weniger großen Kinohighlights.
  30 Darsteller wirken an der Eigenproduktion mit. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen stammen aus Arnsdorf und der Umgebung des Ortes. Selbst die Kleinsten aus dem Kindergarten stehen spielerisch vor der Kamera Rede und Antwort. Diesmal haben sich die Produzenten und vier Drehbuchautoren einen „echten“ Kriminalfall vorgenommen. Der Abschnittsbevollmächtigte kann den Fall nicht allein lösen. Denn der Buchstabe A auf seiner Uniform weist ihn als ABM-Kraft aus. Um nicht im Dunkeln zu tappen, gibt es mehrere Ermittler. Die Kinder beschreiben mit großem Enthusiasmus mal einen dickbäuchigen, mal vollbärtigen Menschen. Ein Mädchen kräht ins Mikrofon: „Und einen Kopf hatte der auch!“
  Viel Spaß haben die ehrenamtlichen Filmer. Das bestätigt auch Darsteller Thomas Scholz. „Wer weiß, wie es zu den Szenen gekommen ist, kommt manchmal aus dem Lachen überhaupt nicht mehr heraus“, sagt er. Dabei ist Ernsthaftigkeit beim Filmen auch ein Muss. Ersatz-Polizist Matthias Richter soll grimmig dreinschauend die Mütze und das Haupt mit einem speckig wirkendem Lappen reinigen. Nein, eine solche Szene klappt nicht auf Anhieb. Immer wieder gluckst das Kichern hervor. Da ist Rolf Sonders-haus unerbittlich. Noch mal das Ganze, fordert er.
  Bis alles filmreif ist, muss Matthias Richter viel herumputzen. Kameramann Rolf ruft öfter: „Und Action!“ Wie beim richtigen Film. Doch das Werk soll niemals einen kommerziellen Anstrich erhalten, betont Pfarrer Andreas Fünfstück. Für die drei Tage Drehzeit kassiert niemand einen einzigen Cent. Nicht mal Rolf Sondershaus, der extra für die Kameraaufnahmen aus Leipzig anreist, danach das Material schneidet, bearbeitet und letztendlich als 15-Minuten-Film fertigstellt. „Wenn dann die Leute den Film sehen und begeistert sind, ist das der schönste Lohn für unsere Arbeit“, sagt Andrea Gloger. Am 18. Juni ist im Landkino Premiereaufführung. Danach kann man den Vorfilm während der Kinosaison in Arnsdorf vor allen Hauptfilmen anschauen.

A p r i l   2 0 0 4

Sächsische Zeitung
Freitag, 30. April 2004


„Wir machen Papier“ hieß es an der Grundschule Vierkirchen. Dagmar von Taschitzki von der „Joe-Clever-Aktion“ zeigte den Vierkirchener Grundschülern, wie aus leeren Trinkpäckchen neues Papier entsteht. Auch Dominic Arlt (rechts) durfte wie alle anderen Schüler sich auch einmal als Papierhersteller ausprobieren. Foto: B. Donke 

Papiermanufaktur in der Schule / „Wir machen Papier“ aus leeren Trinkpäckchen, sagten sich die Grundschüler in Buchholz
Von B. Donke

  Es war schon ein besonderer Tag an der Grundschule Vierkirchen in Buchholz, als Dagmar von Taschitzki von der Joe-Clever-Aktion, einer Initiative des Verpackungshersteller Tetra-Pack und der Molkereien Deutschlands, das Klassenzimmer der Klasse 1 zur Papiermanufaktur umwandelte.
  Dagmar von Taschitzki hatte das Klassenzimmer in eine kleine gut übersichtliche und leistungsfähige Papiermanufaktur umgebaut, um den Grundschülern handlungsorientiert und übersichtlich die Herstellung von Papier aus den alten leeren Milch- und Saftpäckchen zu demonstrieren. Schon im Vorfeld dieses Projekttages an der Grundschule haben die Schüler aller Klassen fleißig leer getrunkene Milch- und Saftpäckchen gesammelt. Dabei staunten sie, wie viele dieser Verpackungen, die sie oft achtlos weggeworfen haben, zusammenkamen.
  „Diese entfesselte Sammelleidenschaft ist von den Initiatoren der Aktion nicht ganz ungewollt und gezielt gesteuert worden. Sollten die Kinder einmal sehen, wie viele dieser Verpackungen täglich gebraucht werden, und welcher Berg recyclingfähiges Material sich da mit der Zeit anhäuft“, sagt die Leiterin der „Joe-Clever-Aktion“.
          Erstaunte und überraschte Gesichter
  Die organisatorischen Fäden hielt für diesen Projekttag Rosemarie Senkel in den Händen. Sie war es auch, die sich im Namen der Grundschule bei den Initiatoren dieser Aktion beworben hat und letztlich auch durch ein Auswahlverfahren den Zuschlag dafür bekam.
  Bei der Herstellung des Papieres selbst gab es oft erstaunte und überraschte Gesichter bei den Schülern. Aber Dagmar von Taschitzki hatte auf alle Fragen eine Antwort. Immerhin waren einige Arbeitsgänge vom leeren Trinkpäckchen bis zum fertigen Schreibpapierblatt zu demonstrieren. Richtig Spaß machte es den Schülern dann aber, als sie selbst zum Schöpfen eines Blattes Papiers antreten durften. Aber bevor es soweit war, bekamen sie noch demonstriert, wie in einem Mixer die Alufolie und Plaste-Folie von den Trinkpäckchen getrennt wurde. Staunen erregte da die von der Projektleiterin gemachte Aussage, dass die abgelöste Alu-Folie später als Kleber in der Baustoffindustrie Verwendung findet. Genauso erstaunt schauten sich die Schüler die graubraune „Brühe“, also die flüssige Pappbreimasse an, der man nach dem Trennen der Folie das Wasser abgesaugte. „Hier soll einmal ein richtiges Schreibpapier daraus werden“, sagte Dagmar von Taschitzki.
  Nach den Schöpfen mit einem Schöpfrahmen und dem anschließenden Zentrifugieren wurde mittels kräftigen Klopfens das nasse Blatt Papier zum Trocknen in eine Zeitung gelegt. Hier muss es nun 24 Stunden trocknen. Erst danach kann es zum Beschreiben verwendet werden. Im Werkunterricht wollen die Vierkirchener Grundschüler dieses von ihnen selbst geschöpfte Papier, als Glückwunschkarte zum Muttertag beschreiben und ihren Müttern überreichen.
          Nicht mehr achtlos wegwerfen
  Neben der Demonstration der Papierherstellung aus recyclingfähigen Trinkpäckchen hatte diese Lehrstunde noch einen anderen Hintergrund, wie die Leiterin Dagmar von Taschitzki sagte „Die Kinder sollen angeregt werden, wieder mehr Milch zu trinken, und gleichzeitig darauf achten, dass sie die Trinkpäckchen in die vorgesehenen Recyclingsbehältnisse ablegen“.
  Und das haben die größte Anzahl der Kinder und Schüler an der Grundschule Vierkirchen auch nach diesem Projekttag begriffen, wie es Richard Gruhl und Markus Poller aus der 4. Klasse zum Ausdruck brachten. „Jetzt haben wir zum ersten Mal gesehen, was aus den leeren Päckchen noch alles hergestellt werden kann. Wir werden mit Sicherheit darauf achten, dass wir und unsere Freunde die leeren Päckchen nicht mehr achtlos wegwerfen“, sagten beide noch beeindruckt von der Lehrstunde.
  Ute Gründer, Klassenleiterin an der Schule, fand diesen Projekttag besonders für die Schüler sehr lehrreich. „Doch auch für uns Erwachsene gab er so manchen Anstoß, sein eigenes Recyclingverhalten einmal zu überdenken“, sagte sie.

Sächsische Zeitung
Freitag, 23. April 2004


Anne Ritter (links) mit ihrer Betreuerin Doris Melchior Foto: Thomas Fiedler 
Bohlen wird gern ausgeliehen / Für Anne Ritter aus Melaune ist die Berufswelt mit Büchern vollgestellt
Von Anja Heinze

Vor neun Jahren hat die Generalkonferenz der Unesco den 23. April zum „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ ausgerufen. Das Datum ist der Todestag von Shakespeare und Cervantes. Die Sächsische Zeitung sprach mit einer jungen Melaunerin, die Bücher zu ihrem Beruf machen will.

Dieter Bohlen geht weg wie warme Semmeln: „Die Biografie steht auf der Ausleihliste ganz weit oben“, sagt Anne Ritter. Die 18-jährige Auszubildende in der Görlitzer Stadtbibliothek hat das Bohlen-Buch selbst oft an Benutzer weitergegeben. Fast genauso häufig übrigens wie die Lebenserinnerungen von Uschi Glas, Harald Juhnke und Boris Becker. Solche „prominenten“ Trends und die Spiegel-Bestseller-Liste helfen den Bibliothekaren bei der Auswahl von neuen Büchern, erklärt Anne Ritter.
  Vor anderthalb Jahren hat sie ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste im Bereich Bibliothek begonnen und sich damit einen Wunsch erfüllt. Bücher sind wichtig und haben Zukunft, ist sie sich sicher. Den Theorieteil ihrer Ausbildung absolviert die junge Frau an der Gutenbergschule in Leipzig, einem beruflichen Schulzentrum, das auch Drucker und Buchhändler für ganz Sachsen ausbildet.
  „Ich habe mich schon immer für Bücher interessiert und bin mit meiner Freundin nach der Schule oft zu ihrer Mutter in die Bibliothek in Reichenbach gegangen“, erzählt die Melaunerin über ihren Hang zum Lesen. Privat schmökert sie gern in modernen Romanen oder auch in einem Kinderbuch: „Erich Kästner habe ich schon immer gern gelesen“, erzählt die junge Frau mit den schulterlangen braunen Haaren. Dass das Internet einmal ein echtes Buch ersetzen könnte, kann sich Anne Ritter nicht vorstellen: „Das ist doch unpraktisch am Bildschirm, da kann man sich nicht entspannen“, sagt sie. Doch aus Beobachtungen weiß sie, dass neben Büchern auch CDs und DVDs in der Bibliothek eine immer größere Rolle spielen: „Am Morgen ist das Regal mit 200 DVDs und CDs voll, und am Abend ist alles weg“, erzählt sie.
  Ein stilles, verstaubtes Bibliotheksleben, wie es sich manche ihrer Bekannten vorstellen, hat sie ganz sicher nicht: Da die Bibliothek kommunal verwaltet wird, schnuppert Anne Ritter auch in andere Bereiche herein, beispielsweise im Kulturamt und im Ratsarchiv, oder bei einem Görlitzer Buchhändler. Mit der Görlitzer Bibliothek ist die Auszubildende aber rundum zufrieden: „Hier ist alles kompakt und übersichtlich und man hat viel mit Menschen zu tun“, sagt sie. Besser als in großen Büchereien, wo die Atmosphäre oft etwas steril ist. Alle Abteilungen lernt sie in ihrer Ausbildung kennen – von der Ausleihe, der Fernleihe aus anderen deutschen Bibliotheken über die Neubestellung bis zur Buchaufnahme in den Katalog. „Nur bei der Bestandsaufnahme kann man auch mal ein bisschen in den Büchern blättern, sagt sie schmunzelnd.
  Der absolute Horror bei der Bibliotheksarbeit sind für Anne Ritter versteckte Bücher: „Das ist schrecklich, wenn jemand einen Band in das falsche Regal gestellt hat“, seufzt sie. Deshalb kontrollieren sie und ihre Kollegen immer wieder, ob alles am rechten Platz steht – und auch Dieter Bohlen nicht irgendwann in der falschen Ecke landet.
  Zum Welttag des Buches lädt die Stadtbibliothek zu einem langen Bibliotheksabend ein. Es liest Hexe Barbara bis 22 Uhr Geschichten für Groß und Klein.

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 17. April 2004


Diese kleinen Eintagsputen werden von Paul Hoke nach den gestrengen Kriterien der Gutfried -Vertrauensproduktion aufgezogen und gemästet. 

Der Prüfer stellt alles auf den Kopf / Prachenauer Geflügelfarm lässt strenge Kontrollen über sich ergehen und freut sich über ein neues Gütesiegel
Von Bernhard Donke

Die Putenfarm von Paul Hoke in Prachenau liefert ihren Kunden einwandfreies Fleisch – das bezeugt das Gütesiegel der Firma „Gutfried“, das jetzt an Paul Hoke vergeben wurde.
BSE, Schweinepest, Hormonskandale und asiatische Vogelgrippe – die Liste an Schreckensmeldungen für die Verbraucher ist lang. Was kann man noch ohne Bedenken essen?
Das Misstrauen der Käufer ist auch für Paul Hoke ein Problem. Er betreibt eine Putenfarm auf der Hartha in Prachenau. Wie viele Mitbewerber in der Branche, hat Hoke eine Partnerschaft mit einem Großerzeuger geschlossen – der sichert nicht nur den Absatz und den Vertrieb, sondern garantiert mit seinem Namen auch die Qualität. Wer im Supermarkt ein Stück Putenfleisch der Marke „Gutfried“ kauft, hat dann womöglich ein Stück Fleisch aus Prachenau auf dem Teller.
Mitglieder solcher großen Erzeugerketten unterwerfen sich einer strengen Qualitätskontrolle. Unabhängige Kontrolleure untersuchen die Geflügelfarmen in regelmäßigen Abständen.
Um ein Qualitäts-Sicherungs-Zertifikat (Q-S-Zertifikat) zu bekommen, muss sich Paul Hoke genau in die Karten schauen lassen: Wo kommen die Putenküken her? Woher kommt ihr Futter? Was fressen sie? Haben sie genügend Platz im Stall und ist der Stall auch sauber?
„Da sind wir sehr gründlich und überaus streng“, sagte der Prüfer und Kontrolleur der SGS Germany-Controll Firma Heinrich Lücking. Er hat die Putenfarm von Paul Hoke untersucht und ist zufrieden. „Es ist doch wichtig, dass der Verbraucher und Kunde sich auf unser Zertifikat verlassen kann, ohne Wenn und Aber.“ Vertrauen sei das A und O beim Einkauf.
Paul Hoke legt daher viel Wert auf das Gütesiegel. Für ihn hat es eine existenzielle Bedeutung. Umso größer war nach der mehrstündigen Kontrolle der gesamten Putenfarm – vom Kükenstall bis hin zum Schlachthaus – die Freude, als der Prüfer und Kontrolleur das Gutfried-Qualitäts-Sicherungs-Zertifikat an die Putenfarm verleihen konnte. Es ergänzt das Qualitätssiegel nach der Deutschen Industrie Norm (DIN) 9002.
Zurücklehnen kann sich Paul Hoke deswegen aber noch nicht. Solche Gütesiegel gelten nur eine bestimmte Zeit. Dann kommen die Prüfer wieder.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 13. April 2004

Abkratzen und Schokoeis / Arnsdorf-Hilbersdorfer erleben sich Karfreitag auf der Kino-Leinwand in der Kirche
Von Irmela Hennig

Sommer 2003. Eine Woche hält ein Filmteam die Gemeinde Arnsdorf-Hilbersdorf auf Trab. Mit Kamera, Technikern, Requistite und Drehbuch ist man angerückt, einen Film zu drehen: Kino über die Würde.

Langsam radelt sie über den leeren Marktplatz, das Brot auf dem Gepäckträger. Sie nickt den alten Männern auf der Bank höflich zu und radelt aus dem Bild. Sekundenauftritt von Christine Pitters im Kurzfilm. „Zur Zeit verstorben“, eine kleine Geschichte von Menschen, vom Alltag, von Würde, von Leben und Sterben. 17 Minuten Kino, das Frau Pitters eine Sommerwoche rund um die Uhr beschäftigt hat.
  Thomas Wendrich, Drehbuchautor und Regisseur hatte Arnsdorf-Hilbersdorf bei Reichenbach ausersehen. Kulisse und Drehort sollte es werden für seinen ersten selbst gedrehten Film: Weil es eine Mühle ohne Flügel gibt, ein leer stehendes Gasthaus und Christine Pitters, die ein hungriges Filmteam mit ihren Kochkünsten eine Woche lang bei Laune halten kann.
  Frau Pitters saß zur Premiere am Karfreitag im Arnsdorfer Kirchenschiff. St. Katharinen, inmitten von Gräbern, diente vier Tage lang als Kinosaal. Beinahe alle 730 Arns- und Hilbersdorfer kamen irgendwann, um ihr Dorf auf einer Leinwand zu sehen. Kino mit kalten Füßen und kichernden Kindern. „Mir hat‘s viel gegeben zum Nachdenken.“ Christine Pitters war und ist begeistert. „Mal was besonderes. Es ist was seltenes an unserem Ort, wo nix los ist.“
  Ein Dorf mit Denkmal für gefallene Soldaten, mit Arbeitslosigkeit und schwieriger Perspektive, aber mit Menschen voller Humor und Wärme – so sieht es aus, das Dorf in Thomas Wendrichs Film. „Einer, der überall spielen könnte und der nichts mit Arnsdorf zu tun hat“, sagt Ortspfarrer Andreas Fünfstück, um keine Missverständnisse aufkommen zulassen. Wendrich habe hier schlicht gefunden, was er suchte: Kulisse, Requisite. „Denn der Ort ist weder struktur- noch perspektivlos“, ist auch Andrea Gloger vom Landkino überzeugt.
          Der Vater ist „plemplem“
  Die nachdenklich-traurige Geschichte, nicht symbolisch für den Ort, sondern ein Bild der Zeit. Nur die Bank, auf der sich Menschen treffen und unterhalten, die gibt es tatsächlich in Arnsdorf. „Und das brauchen die Leute auch“, so Christine Pitters. Im Film gehört die Bank Franz und alten Freunden. Drei alte Männer sind sie, reden übers Abkratzen, über Schokoeis mit Sahne.
  Als „plemplem“ hatte die Tochter ihren Vater erst beschimpft und ihm wütend gegen die Stirn getippt. Ein Moment, der ausreicht, um filmisch ein Dilemma auf den Punkt zu bringen. Der alte Mensch, vergesslich und ungeschickt, wird von der Gesellschaft fürs Leben disqualifiziert. Würde gesteht ihm kaum jemand zu. Und so stirbt er, der Großvater Franz zum Ende, zu rechten Zeit.
  So könnte man den Titel jedenfalls deuten meint Thomas Wendrich. „Zur Zeit verstorben kann auch Wiederkehr meinen oder, dass etwas vorbei ist, wie sich auf eine Bank setzen und reden.“ Obwohl Arnsdorf ein Kino hat, wollte Pfarrer Andreas Fünfstück den Film in der Kirche zeigen. „Er passt zur Osterzeit, auch wenn er nichts damit zu tun hat und – es geht um die Würde des Menschen.“
  Für Kirchen immer ein Thema, doch für den Pfarrer gerade ganz besonders. Der Film ist Auftakt zur „Woche für das Leben“. Katholische und Evangelische Kirchen in Deutschland wollen erinnern, daran dass auch alte Menschen Würde besitzen und ein Recht darauf haben, in Würde zu leben, alt zu werden, zu sterben. Für Andreas Fünfstück ist genau das die Botschaft von „Zur Zeit verstorben“. Die 16-jährige Maja jedenfalls hat ihre Zeit, ihre Gegenwart, im Film wiedererkannt. „Er zeigt genau, wie wir mit unseren Alten umgehen, so als wären sie total verblödet.“
  Thomas Wendrich hat seine Wurzeln übrigens in der Lausitz, die Mutter kommt aus Rothenburg, Wendrichs Opa lebt heute noch dort. Der war zur Premiere gekommen und Wendrichs letzte Verbeugung nach Danksagungen und viel Applaus galt ihm, dem Großvater.

 

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 7. April 2004


 

Auch für die Schwäne wird es Frühling
von B. Donke

Vom Eise befreit sind in diesen Tagen längst alle Gewässer in unserer Region. So auch auf dem Teich des Heinerhofs nahe Tetta. Das dortige Schwanenpärchen ist oft zu einem geruhsamen Schwimmausflug unterwegs. Dabei haben sich beide beim Tauchen ungewollt als Halsschmuck einen Schilfhalm übergezogen. (bd)

Sächsische Zeitung
Samstag, 3. April 2004


Hier packen die Jugendlichen des Melauner Jugendclubs kräftig mit an bei der Neugestaltung des Kinderspielplatzes auf dem Sportplatz. Foto: B. Donke 
Hauruck am Spielplatz / Jugendklub will sein Image verbessern
von B. Donke

„Sicher halten uns einige Melauner für Taugenichtse und solche die nur ihre Zeit totschlagen. Deshalb haben wir uns vor genommen, zu zeigen, dass wir nicht so sind“, sagt Mario Nennemann, Vorsitzender des Jugendklubs Melaune, während sich die jungen Leute über einen Haufen Sand auf dem Kinderspielplatz hermachen. Den Spielplatz wollen sie wieder auf Vordermann bringen.
  Der Zahn der Zeit hat schon mächtig an den Anlagen des Platzes genagt. Zu dem Arbeitseinsatz haben die Jugendlichen die Technik mitgebracht. Das Material ist von der Gemeindeverwaltung Vierkirchen zur Verfügung gestellt worden. So werden erst einmal Planierungsarbeiten durchgeführt und verrottete Anlagen abgebaut. Später werden eine neue Abenteuerburg und die sanierten Klettergerüste aufgebaut. Unter den Mitwirkenden sind einige junge Väter, deren Kinder die Spielgeräte gewiss nutzen werden. (bd)

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 1. April 2004


Thomas Krause (rechts) und Klaus-Dieter Richter opfern einen Teil ihrer Freizeit der Blasmusik. Die Melauner Kapelle kann auf eine Großzahl von Ehrungen, Urkunden und Präsenten stolz sein. Foto: Constanze Prause 

Geprobt wird auf der Terrasse / Die Melauner Feuerwehrkapelle ist die einzige ihrer Art im Landkreis / Nachwuchs wird ständig gesucht
Von Constanze Prause

Machen sich die Knirpse von Kindergarten und Hort in Melaune zu ihrer jährlichen Herbstwanderung auf den Weg, darf musikalische Begleitung nicht fehlen. Die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr (FFw) des Ortes führt seit vielen Jahren die Schar an. Die Kapelle ist die einzige ihrer Art im gesamten Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Ihre Gründung führt bis in das Jahr 1966 zurück. Schon damals fanden die Musiker Erwähnung in der Sächsischen Zeitung in der Ausgabe von Görlitz-Land. Allerdings wurde dort über die neu gegründete Schalmeienkapelle geschrieben, die sich anlässlich der Dorffestspiele der Bevölkerung vorstellte.
  1972 wechselten die Schalmeienspieler auf Blechblasinstrumente. Trompeten, Flügel- und Tenorhörner, Tuba sowie Posaune bereiten seitdem Menschen der Region Freude. „Wir sind seit langer Zeit einer der kulturellen Träger der Gemeinde, der Melaune nach außen präsentiert“, stellt Thomas Krause fest. Der 37-Jährige sagt, dass die Existenz der Truppe im Laufe der Zeit noch „nie gewackelt hat“. Aber eine Veränderung steht an. Die Blaskapelle möchte einen eigenen Verein gründen. Das mache sich nötig, weil so bessere Möglichkeiten für die Nachwuchsförderung ausgeschöpft werden könnten. Gleichzeitig biete eine gute Traditionspflege die Aussicht, über Landkreisgrenzen hinaus bekannter zu werden. „Dadurch gibt es Chancen auf Verbindungen zu anderen Vereinen“, hofft der organisatorische Leiter der Kapelle.
  Proben werden nicht vernachlässigt. Jeden Donnerstag steht das Üben mit den Instrumenten auf dem Plan. Dieser Wochentag hat sich seit der Gründung der Gruppe fest etabliert. „Der Donnerstag war kein so genannter Kneipentag“, schmunzelt Thomas Krause. Mittlerweile haben die Mitglieder im Alter von 23 bis 73 Jahren ein Repertoire von 150 Titeln auf Lager. Auf „guter deutscher Blasmusik“ liegt das Hauptaugenmerk. Daneben begeistern Schlager und Volksmusik die Zuhörer. Gespielt wird zu Geburtstagen und Wettkämpfen der FFw ebenso, wie bei Versammlungen.
  Im Sommer kommen selbst Spaziergänger in der Nähe des Melauner Eisstadions auf ihre Kosten. „Wenn es draußen warm ist, proben wir auf der Terrasse“, erzählt Klaus-Dieter Richter. So mancher Ton streift dann des Wanderers Ohren. Der Mitorganisator und Tenorhornspieler betont, dass diese Form der Musik ein Hobby für jeden wäre. Man sei eine gute Truppe, in der Freundschaft einen hohen Stellenwert einnimmt.
          Grundkenntnisse in Musik sind schon nötig
  Jeder Laie mit musikalischen Grundkenntnissen könne bei den Melaunern mitmachen. Zurzeit besteht die Kapelle aus 19 Mitgliedern. Über einen Zuwachs würden sich die Musikanten freuen. Vielleicht hätte da der Eine oder Andere Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Denn bei Wettbewerben ihrer Zunft nimmt die Kapelle ebenfalls teil. Im Vorjahr war es der Landesausscheid der Feuerwehrmusik, der der Truppe mit 71 Punkten das Prädikat „Gut“ bescherte.

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 01. April 2004

Tetta

Frühling lockt in die Gärten

Frühjahrszeit ist Pflanzzeit. So auch bei Familie Gerd Walter aus Tetta. Nachdem das neue Wohnhaus bezugsfertig ist, wird der Vorgarten gestaltet. Dazu gehören auch einige Obstbäume. Diese hat der Hausherr gemeinsam mit seinem Sohn Kohn getreu dem Motto "Heirate,baue ein Haus, zeuge einen Sohn und pflanze einen Baum." i9ns Erdreich gebracht.   Foto: B. Donke

      

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 31. März 2004

Polizeibericht

Unfall. Bei einem Überholmanöver sind in Melaune zwei Autos zusammengestoßen. Der Sachschaden beläuft sich auf 4.000 Euro.

M ä r z   2 0 0 4

Niederschlesischer Kurier
Sonnabend, 27. März 2004


Sylke Rösler inmitten von Puppenstuben und Kaufmannsläden. Die 41-jährige gebürtige Hallenserin richtet derzeit im Wasserschloss Döbschütz ein Spielzeugmuseum ein. 

Das Spielzeugmuseum der neuen Rittersleut´

Frische Ideen hinter dicken Mauern
von Frank-Uwe Michel

Döbschütz. Wie ein Burgfräulein sieht sie nicht aus. Eher wie eine moderne Frau, die ihre Ärmel hochzukrempeln weiß. Und das muss sie auch. Denn die Mauern des Wasserschlosses Döbschütz sind bis zu 1,60 Meter dick, das gesamte Gebäude ist überholungsbedürftig. Im Mai 2001 haben Sylke und Thomas Rößler das historische, an den Ufern des Schöps gelegene Gemäuer gekauft. Im Oktober 2002 sind sie mit ihrem Sohn Matthias von Halle aus hierher umgezogen. Und noch immer ist jede Menge zu tun, um das riesige Haus wieder in den einstigen Glanz von einst erstrahlen zu lassen. Obwohl die Wohnung in Parterre schon recht gemütlich ist, der große Rittersaal mit Geweihen, Kamin, Holzbalkendecke, und kunstvoll verziertem Schrank eine Augenweide ist.
  Sylke Rößler ist Sammlerin durch und durch und vor allem an geschichtlichen Dingen interessier. Deshalb waren sie und ihr Mann auch auf das Döbschützer Schloss gestoßen, hatten sich auf Anhieb in das herrschaftliche Haus verliebt. „In Dokumenten lässt sich die Geschichte bis in das Jahr 1218 zurückverfolgen, als die Lausitzer Ritterfamilie von Debschütz das Anwesen erwarb. Die Grundmauern, so ist überliefert, stammen jedoch aus der Zeit vor 1.000 Jahren. Beleg dafür ist der romanische Keller.“ Übrigens haben berühmte Leute hier logiert: König Wladislaw von Böhmen soll 1160 auf dem Weg nach Thüringen im Königszimmer des Schlosses  genächtigt haben. 1611 hat angeblich Kaiser Matthias sein Haupt hier zur Ruhe gelegt, als er die Erhuldigung der oberlausitzer Stände entgegen genommen hatte.
 
Seine jetzige Gestalt bekam das Gemäuer durch Alfred Graf von Rohn, den preußischen Kriegsminister unter Bismarck. Die „rechte Hand“ des deutschen Reichskanzlers hatte die Fassade im neogotischen Stil umgestalten lassen und sich darüber hinaus auch das Krobnitzer Schloss gesichert. 
  1945 wollte man das geschichtsträchtige Haus von der Bildfläche verschwinden lassen, hatte es schon aus dem Grundbuch gelöscht. Doch die Flüchtlingsströme aus dem Osten brachten die Rettung. Fortan diente es zu Wohnzwecken.

Hoch herrschaftlich - so stellt sich ein Blick auf das Wasserschloss Döbschütz dar, dessen Grundmauern zu den ältesten der Region gehören und rund 1.000 Jahre alt sein sollen. 

  Sylke und Thomas Rößler kam das Schloss gerade recht. In ihrer Hallenser Heimat hatten sie mit dem Sammeln begonnen. - erst Möbel, dann Zinnfiguren und Blechspielzeug, später Puppen. "Das ist bei uns zu einer richtigen Leidenschaft geworden. Inzwischen haben wir eine derartige Vielfalt zusammengetragen, die unbedingt mehr Platz verlangt." Den haben die Rößlers jetzt auf Schloss Döbschütz. Als moderne Schlossherren wollen sie neben drei Gästezimmern auch ein Spielzeugmuseum etablieren.
  Erste Anfänge sind bereits gemacht. In einem Seitenflügel stehen Vitrinen, in denen man die unterschiedlichsten Puppen, Kleider, Mützen, aber auch Spiele aus vergangener Zeit, komplette Puppenstuben und Kaufmannsläden bewundern kann. Natürlich sind Zinnfiguren vertreten - So wird die Schlacht bei Lützen im 30-jährigen krieg (1632-1662) mit dem Fall des Schwedenkönigs Gustav Adolf dargestellt.
  Als Highlights ihrer Schau empfiehlt Sylke Rößler einen Fleischerladen von 1880, einen Kaufmannsladen aus dem gleichen Jahr sowie Puppenhaus und Uhrenladen von 1900. Zwar gibt es keine offiziellen Öffnungszeiten, doch:: "Wer anklopft, wird auch eingelassen und kann sich die Ausstellung ansehen", zeigt sich die 41-jährige Schlossherrin besucherfreundlich. Ganztägig ist das Döbschützer Wasserschloss wieder am Ostersonntag zu besichtigen, das nächste mal zum Tag des offenen Denkmals im September.
  Übrigens suchen die Rößlers weiterhin nach historischen Puppen, Zinnfiguren und Zubehör. Wer derartiges noch zuhause hat, kann sich jederzeit melden - zum Beispiel unter E-Mail schwestersissi@aol.com

 

Sächsische Zeitung
Sonnabend, 27. März 2004

Ortsbild

Keiner fühlt sich verantwortlich

Zu einem Schandfleck haben sich die beiden, bis Ende der 80er Jahre genutzten Güllepumpstationen am Ortsausgang Tetta entwickelt. Sie bieten heute einen verwahrlosten Anblick. Vermutlich findet sich keiner, der für diese Hinterlassenschaft Verantwortung trägt. Schon hat sich die Stelle als Entsorgungsstelle für Müll herumgesprochen. Und wie man sieht, wird sie dafür auch schon reichlich genutzt.    Foto: B. Donke 

Sächsische Zeitung
Sonnabend, 27. März 2004

Brauchtum

Auch in Buchholz wird es Ostern

Susanne Ittmann putzt in Buchholz ihren Osterbaum mit bunten Plast-Eiern. In diesem Jahr muss selbst die Korkenzieherweide im Blumenkübel dafür herhalte. Obwohl in der Familie selbst keine Kinder mehr wohnen, wird traditionell der Osterbaum im Vorgarten geschmückt.   Foto: B. Donke

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 24. März 2004

Kinder

Frühling auch auf dem Spielplatz in Melaune

Die ersten Frühlinssonnestrahlen genießen die Kinder der Kindertagesstätte des Kinderkreises Vierkirchen in Melaune auf ihrem Spielplatz im Freien. Mit ihrem Traktor und unter Mithilfe von ihrer Erzieherin Diana Hesse haben sie sich auch gleich den Frühjahrsputz auf dem Spielplatz vorgenommen. Dass die Beschäftigung nach dem langen Winter im Freien den Kindern Spaß macht, sieht man ihnen auch an.   Foto: B. Donke

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 25. März 2004

Freizeitspaß

Gemeinsam rollt es sich viel besser

Christian, Nicole, Eric und Carolin, vier Jugendliche aus Buchholz, haben beim in den vergangenen Tagen verlockenden Frühlingswetter ihre Inline-Skater aus dem Schrank geholt und versuchen die ersten Schritte auf ihnen. Da störte auch der gestrige Regen nicht. Weil aber die ersten Rollversuche doch noch etwas wackelten, besann man sich auf die Weisheit, dass bekanntlich alles besser geht, wenn man es gemeinsam anfasst. Und siehe da - als sich die vier bei den Händen nahmen, ging es gleich flott los. Doch auch beim Inline-Skaten ist Vorsicht geboten: Wenn man sich auf öffentlichen Straßen bewegt, ist man Verkehrsteilnehmer und muss sich nach den Regeln der StVO halte.Sonst kann es mal eine böse Überraschung geben. Foto: B.Donke

 

Sächsische Zeitung
Freitag, 19. März 2004

Frühjahrsarbeiten auf weiter Flur

Die Landwirte nutzen das zurzeit günstige Wetter, um die ersten Frühjahrsarbeiten auf ihren Feldern auszuführen. Dazu gehört auch die Frühjahrsdüngung. Joachim Schade vom gleichnamigen Agrardienst bringt die Frühjahrsdüngung, auch Startgarbe genannt, hier gerade auf ein Wintergerstenfeld am Ortsrand von Buchholz aus. Foto: B. Donke 

 

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 16. März 2004

Eisstadion wird zur kulturellen Bühne / Der Heimatverein Döbschütz/Melaune e.V. widmet sich der Traditionspflege und der Kultur
Von Bernhard Donke

  Ja so ist das, vor zehn Jahren wurde der Heimat-Sport und Schützenverein Döbschütz e. V. gegründet. Dieser hatte sich zum Ziel gesetzt, das traditionelle Kulturleben in Döbschütz und Melaune zu pflegen und zu erhalten“, sagt Herbert Riedel, der Vorsitzende des erst am 7. Februar neugegründeten Heimatvereins Döbschütz/Melaune e. V. Mit viel Engagement und Einsatz ging man an dieses Ziel und hatte auch einen großen Anteil an den kulturellen Aktivitäten im Ort.
  Da seien nur die traditionelle Kirmes mit ihre gärtnerischen Wettbewerben oder die kulturellen Veranstaltungen im Melauner Eisstadion genannt. Neben dem Heimat-Sport und Schützenverein gründete sich in den letzten beiden Jahren eine „Initiativgruppe für ein aktives Melaune“ – ebenfalls mit dem Ziel, das Leben hier auf dem Dorf kultureller zu gestalten.
  Die etwa zwölf Mitglieder der Gruppe unternahmen Wanderungen, Radtouren und gestalteten Spielabende im Ort. Diese Aktivitäten wurden von den Leuten im Ort spontan und sehr rege in Anspruch genommen. Bald schon gestalteten sie diese gemeinsam mit den Mitgliedern der Initiativgruppe auch mit. Deshalb wurde bereits zu Beginn des vergangenen Jahres erste Vorgespräche mit dem Vorstand des Heimat-Sport und Schützenverein Döbschütz e. V. geführt. Diese sollten eine Übernahme der Initiativgruppe in den Verein klären. So entschieden sich die Mitglieder im Januar dieses Jahres, geschlossen sich dem Heimat-Sport und Schützenverein Döbschütz e. V. anzuschließen. Die Mehrzahl der Vereinsmitglieder entschied sich für den Namen „Heimatverein Döbschütz/Melaune e.V.“
          Sport und Kultur sollen weiter obenan stehen
  „Mit dem neuen Namen soll so gleich ein engerer und direkter Bezug auf die Ziele des Vereins, die Pflege heimatlicher Gefühle hingewiesen werden. Das dabei aber die Kultur- und Sporttraditionen im Ort nicht zu kurz kommen werden, ist auch selbstverständlich“, betont Herbert Riedel. Dabei legt der Verein sein Augenmerk nicht auf eine größere Anzahl von Veranstaltungen, sondern vielmehr will man den Umfang der bisherigen Aktivitäten erweitern. So ist vorgesehen, dass das Eisstadion und sein Umfeld im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes umgestaltet werden soll.
  In den neuen Vorstand wurden Grit Weist, Andrea Weise, Eckehard Radisch, Hagen Böhme, Carola Haase und Herbert Riedel gewählt. Den Vorsitz übernahm der Ex-Bürgermeister von Vierkirchen, Herbert Riedel. Weitere Aktivitäten sind für dieses Jahr im Mai ein Ballturnier im Eisstadion Melaune. Dem folgen im Juni ein Inlineskaterturnier und die traditionelle Kirmesfeier im September.

Sächsische Zeitung
Montag, 15. März 2004

Das Zimmer im Schloss wird renoviert / Aktives Jugendleben und Ausbildung in „Erster Hilfe“
Der Jugendclub in Arnsdorf arbeitet in der Erste-Hilfe-Ausbildung eng mit dem Ortsverein Görlitz der Johanniterunfallhilfe zusammen.
von Bernhard Donke

  „Das passt einfach zusammen“, sagt Maria Barteldt, die beim neu gegründeten Jugendclub in Arnsdorf als Sprecherin fungiert. Begonnen hatte alles im vergangenen Jahr: Damals machten sich 14- bis 18-Jährige, die keinen Anschluss an den schon vorhandenen Jugendclub in Arnsdorf fanden, auf die Suche nach einer geeigneten Bleibe im Ort. Ihr erster Anlaufpunkt war Bürgermeister Andreas Nedo. Dieser engagierte ein Treffen mit dem Schlossbesitzer Hansheinrich Schnorr von Carolsfeld, einem aktiven Mitarbeiter des Johanniterordens.
  Dieser stellte den Jugendlichen schließlich einen Raum in seinem Schloss zur Verfügung. Um die Renovierung und Ausstattung der desolaten Räumlichkeit wollten sich die Jugendlichen selbst kümmern. Gleichzeitig bot von Carolsfeld die Zusammenarbeit mit der Johanniterunfallhilfe an.
  Zum ersten offiziellen Treffen kam es am 12. Januar dieses Jahres. Über die Johanniterunfallhilfe wurde eine Anschubfinanzierung gewährleistet. Gleichzeitig stellte sie mit Gerd Ziegler einen Betreuer. Da zurzeit noch an der Sanierung und Ausgestaltung des künftigen Clubraumes im Schloss gearbeitet wird, stellte die Kirchgemeinde um Pfarrer Andreas Fünfstück den Jugendlichen einen Raum im Pfarrhaus zur Verfügung.
  Hier treffen sich nun einmal wöchentlich die Jugendlichen des Clubs mit Gerd Ziegler, einem Lehrrettungsassistenten und Fachausbilder im Rettungsdienst bei der Johanniterunfallhilfe. Für Ziegler lag es nahe, neben Diskomusik und Unterhaltung auch etwas Sinnvolles und Bleibendes mit den Jugendlichen zu unternehmen. Und was könnte ein Lehrrettungsassistent und Fachausbilder besseres tun, als die Jugendlichen in der „Ersten Hilfe“ auszubilden.
          Stabile Seitenlage statt Diskomusik
  „Ich versuche den Hauptinhalt der Jugendarbeit auf eine solide Ausbildung in der Ersten Hilfe zu legen“, sagt der 32-Jährige. Damit hätten die Jugendlichen die Option, sich später einmal für eine Ausbildung zum Sanitätshelfer zu entscheiden. Überdies könnte der Club bei der medizinischen Absicherung von Kulturveranstaltungen in der Gemeinde ein Betätigungsfeld finden.
  Die Jugendlichen sind mit Begeisterung dabei. Es sei sicher etwas ungewöhnlich, nun statt Diskomusik und ausgelassener Stimmung, sich mit stabiler Seitenlage, Verbänden und offenen Wunden zu beschäftigen, sagt der 17-jährige Karsten Schur. Aber es habe auch etwas Gutes: „Wenn wir beispielsweise einmal den Führerschein machen wollen.“

 

Sächsische Zeitung
Montag, 15. März 2004


Julia Laßmann, Anna-Sophie Scholz und Kristin Rattey (v. re.) sind wie alle anderen Schüler der 4. Klasse stolz auf ihre Basteleien. Foto: B. Donke 
Das Ziel heißt „Tiger-Enten-Club“ / Grundschüler auch Vierkirchen nehmen wieder am bundesweiten Wettbewerb der Stiftung „Lesen“ teil
von Bernhard Donke

Für die Schüler der 4. Klasse der Grundschule Vierkirchen in Buchholz und ihre Klassenleiterin Ute Gründer hat schon zum Schuljahresbeginn festgestanden: „Wir nehmen am bundesweiten Lese-, Bastel- und Erfinderwettbewerb der Stiftung „Lesen“ teil.“

  „Die Kinder hatten großen Spaß beim Lesen, Schreiben, Dichten und Basteln“, sagt Klassenlehrerin Ute Gründer. Die Viertklässler hätten ihrer Kreativität freien Lauf lassen können und auch die Eltern hätten „fleißig und engagiert“ mitgemacht“, sagt sie. So entstanden unter den Händen der Kinder wahre kleine Kunstwerke.
  Inseln voller Romantik und paradiesischer Bepflanzung, Segelschiffe, bei deren Anblick man sich sofort in die eigene Kindheit und in die Fantasiewelt eines Robert Louis Balfour Stevenson versetzt fühlt. Diese Werke und die geschriebene Geschichte liegen nun zur Begutachtung in der Grundschule in Buchholz aus.
  Der Wettbewerb steht 2004 unter dem Motto „Tesalino und Tesalina unter Piraten“ nach der Abenteuergeschichte von Hilke Rosenboom. Die Autorin gibt mit ihrer angefangenen und aufgeschriebenen Abenteuerlektüre die Basis für eine Geschichte. Welche die Schüler mit ihren Eltern gemeinsam weiterschreiben sollen. Die fertigen Werke werden dann an der Wandzeitung in der Schule unter dem Motto „Unsere Geschichte“ ausgehangen. Im zweiten Teil des Wettbewerbs sollen Bastelarbeiten zum Thema gefertigt werden, die dann ebenfalls ausgestellt werden. Bis Ende April werden die Arbeiten nach Mainz zum Sitz der Stiftung geschickt.
  Hier wertet eine unabhängige Jury die besten Arbeiten aus und vergibt die Preise dafür. Für die Klassenleiterin und ihre Schüler waren nicht allein die Preise, die sie bei diesem Wettbewerb eventuell erringen konnten der große Ansporn sich so in die Sache hineinzuknien.
  Der Hauptpreis besteht übrigens in der Teilnahme an der Fernsehsendung „Tiger-Enten-Club“ der ARD und des Kinderkanals. Weitere wertvolle Preise winken in Form von Büchern und anderen Sachwerten. Doch nicht allein der Hauptpreis soll die Kinder zum Lesen, Schreiben und Basteln anregen. Ein Hauptanliegen des Wettbewerbes ist, dass diese Tätigkeiten gemeinsam mit Kindern und den Eltern ausgeführt werden.

 

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 10. März 2004

Begegnungstreff hat in Buchholz Tradition 
Treffen Ehemaliger mit Schülern der Klasse 4

Von Bernhard Donke

Einmal in jedem Schuljahr gibt es an der Grundschule Vierkirchen in Buchholz ein Treffen der ehemaligen Viertklässler des vergangenen Schuljahres mit den Schülern der jetzigen vierten Klasse. Bei diesem Treffen besteht für die Schüler der vierten Klasse die Möglichkeit, Fragen an ihre ehemaligen Mitschülern, die im vergangenen Schuljahr die Grundschule in Richtung Mittelschule oder Gymnasium verließen, zu stellen. „Die Idee des Treffens ist, dass ein Erfahrungsaustausch stattfindet. Das soll und kann bei manchem unserer Schüler noch einmal seine Entscheidung über seinen künftigen Bildungsweg beeinflussen“, sagt Heidrun Mühle, Beratungslehrerin an der Grundschule. Gemeinsam mit der Klassenlehrerin der vierten Klasse, Ute Gründer, hat sie das diesjährige Treffen gründlich vorbereitet. Bei Saft, Kakao und Gebäck stellten die Viertklässler ihre Fragen. Dabei war von besonderem Interesse der Schulalltag an ihren neuen Schulen, die Gestaltung des Unterrichts und die Möglichkeit der Freizeitgestaltung. Aber auch Fragen über Schulspeisung, Pausenversorgung und dem Schülerverkehr standen zur Debatte. Die ehemaligen und jetzigen Mittelschüler bzw. Gymnasiasten beantworteten alle an sie gerichteten Fragen so ausführlich wie möglich. Oft ging das nicht ohne ein Schmunzeln und Lächeln ab. Besonders dann, wenn es darum ging, wie die Lehrer an einer Mittelschule oder am Gymnasium seien.
  Vielen Grundschülern lag auch die Frage nach beginnenden Freundschaften und geschlossenen Bekanntschaften unter den neuen Bedingungen einer Mittelschule oder eines Gymnasiums am Herzen. Da konnten die Befragten beruhigend antworten: „Das ist nicht viel anders als an einer Grundschule. Freundschaften und Bekanntschaften kann man überall schließen, nur muss man auch den Willen dazu haben.“

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 10. März 2004

Viel Arbeit zum Jubiläum
Kirchgemeinde rüstet zum 300. Geburtstag
Von Bernhard Donke


In diesem Jahr begeht die Kirchgemeinde Buchholz/Tetta das 300-jährige Bestehen ihres Gotteshauses. 1703 brannte die alte in Buchholz stehende Kirche aus dem ausgehenden Mittelalter ab. Schon ein Jahr konnte die im barocken Stil neuerbaute Kirche, so wie sie heute noch zu sehen ist, geweiht werden.
  Für die Kirchgemeinde ein würdiger Anlass dieses Jubiläum festlich zu begehen. So wurde eine aus acht Gemeindemitgliedern bestehende Arbeitsgruppe gebildet, welche die Festlichkeiten vorbereiten soll. Ihr gehört auch der Ortschaftsratsvorsitzende Udo Gleisenberg an. Und das aus gutem Grund: Buchholz kann 2005 das Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung vor 700 Jahren begehen. Deshalb will Udo Gleisenberg die Arbeit in der Vorbereitungsgruppe nutzen, um für die 700-Jahr-Feier seines Ortes Erfahrungen zu sammeln, und vorzuarbeiten.
  Für das Kirchenjubiläum ist vorgesehen, mehrer Veranstaltungen an verschiedenen Terminen durchzuführen. Dazu gehört auch eine Ausstellung über das Gotteshaus. Auch sind Gemeindefeste, Gottesdienste und eine Mitarbeit des „Tenne e.V.“ vorgesehen und wollen von der Arbeitsgruppe koordiniert werden. Pfarrer Helmut Törne freut sich über jede helfende Hand, die ihn und die Arbeitsgruppe 300 Jahre Buchholzer Kirche tatkräftig mit unterstützt. 

Sächsische Zeitung
Freitag, 05. März 2004


Ganz geheuer ist Miez die Untersuchung bei Tierarzt Frank Ender (rechts) nicht. Herr Kittlaus, Besitzer des Tieres, hält den Kater fest. Foto: Constanze Prause 
Ein Tierarzt braucht viel Kondition / Zu Besuch in der Kleintierarztpraxis von Diplom-Veterinärmediziner Frank Ender aus Tetta
Von Constanze Prause

  Knappe vier Kilogramm wiegt Miez, der Kater. Doch nicht zum Wiegen wird der Sechsjährige beim Tierarzt vorgestellt. Er hat sich am Fuß verletzt. Diplom-Veterinärmediziner Frank Ender untersucht den kleinen Kerl. Nach einer Spritze darf er wieder ins Katzenkörbchen. Miez ist für seine Heideberger Besitzer „fast wie ein Kind“ und folge den jungen Leuten auf Schritt und Tritt. Deshalb ist es für die „Katzeneltern“ nur natürlich, bei Unwohlsein des Katers den Tierarzt aufzusuchen.
  In der Reichenbacher Kleintierarztpraxis werden neben Hunden, Katzen, Wellensittichen, Meerschweinchen oder anderen typischen Hausgenossen auch Wildtiere in die Praxis gebracht. Sie müssen nach ihrer Genesung allerdings wieder zurück zu Mutter Natur. An ein Eichhörnchen, das eine Gehirnerschütterung hatte, erinnert sich der Arzt. Ein Naturschutzbeauftragter hat das Eichhörnchen wieder aufgepäppelt. Auch das ist Aufgabe eines Tierarztes: Ansprechpartner zu vermitteln.
  Doch viel Zeit zum Reden bleibt während der Sprechstunde nicht. Die Patienten wollen versorgt sein. Findlingskater Tony mit seidenweichem rotem Fell soll Schutzimpfungen erhalten. Neugierig schnuppert das Tier am Untersuchungstisch. Dem Frauchen war das eigene Tier entlaufen. Auf eine Zeitungsannonce hin kam sie zu dem Kater. „Liebe auf den ersten Blick“, kommentiert die Görlitzerin.
  Derrick, eine weiße Schönheit in gesetzterem Alter, hat Angina und frisst nicht mehr. Der Medizin steht der elfjährige Kater skeptisch gegenüber. Also müssen Frank Ender und Tierarzthelferin Uta Frömmig zu einer List greifen. Es hilft alles Fauchen und Kratzen nichts. Der Weiße kommt in einen Käfig, der durch ein spezielles Gitter verkleinert werden kann. Nun sitzt die Spritze. Kurze Zeit später lässt sich Derrick schon wieder übers Fell streicheln, bevor Mary mit zusammengekniffenen Schwanz in die Praxis kommt. Die Hündin schüttelt mit dem Kopf. Das Schütteln deutet darauf hin, dass mit den Ohren etwas nicht in Ordnung sein könnte. Aufklärung bringt eine Untersuchung des Ohrinhaltes im Labor.
  In einer Pause erzählt der Veterinärmediziner, dass er neben kleinen auch große Tiere medizinisch versorgen muss. Morgens wird er von Bauern erwartet. Da leistet er Geburtshilfe bei Kühen, untersucht Euter und Klauen. Sind die Nutztiere versorgt, fährt Frank Ender entweder zu Notfällen oder in die Kleintierpraxis. Er hat einen langen Arbeitstag, der nicht so idyllisch ist, wie in einigen Fernsehsendungen gezeigt wird. Trotzdem melden sich zahlreiche Praktikanten bei dem gebürtigen Dresdner.
  Ender sagt, der Beruf erfordert neben der Liebe zum Tier auch eine gute körperliche und seelische Kondition. Der Arzt muss auf die Tierhalter eingehen. Hobby und Beruf müssten Hand in Hand gehen und Courage darf nicht fehlen. Ender erzählt aus seiner Praxis: Einmal musste er einen Goldfisch und einen Frosch trennen. Diese wurden in inniger Umarmung aus einem Gartenteich geborgen. Der Frosch hatte sich in Ermangelung eines Liebespartners an den Fisch geklammert.

 

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 3. März 2004


Bürgermeister Andreas Nedo zeichnet Günter Strauß und Ursula Förster für 25 Jahre Dienst in der Feuerwehr Arnsdorf/Hilbersdorf aus. Foto: B. Donke 
Ehrenkreuz für Siegfried Litke / Feuerwehr Arnsdorf/Hilbersdorf zog Bilanz

Unzufriedenheit über den Stellenwert der Freiwilligen Feuerwehr Arnsdorf/Hilbersdorf herrscht unter den Feuerwehrleuten. Erneut hatte kein Gemeinderat Zeit gefunden, einer Einladung der Feuerwehr Folge zu leisten.

„Ich hoffe nur, wenn es einmal brennt, und die Gemeinderäte unsere Hilfe benötigen, werden sie den Weg ins Feuerwehrgerätehaus finden.“ Feuerwehrleiter Reinhold Kosan nahm beim Rechenschaftsbericht der Wehr kein Blatt vor den Mund. Weder zur vorjährigen noch zur diesjährigen Hauptversammlung ließ sich ein Gemeinderat blicken. Bürgermeister Andreas Nedo war als einziger des Gemeindeparlaments Vierkirchen erschienen.
  Dabei müsste es doch vor allem die Gemeinderäte interessieren, wie es in ihrer Wehr läuft und wo es Probleme gebe, sagt Kosan: „Vermutlich glauben manche Räte, dass sie nur den Alarmknopf drücken müssen und alles läuft bei der Wehr reibungslos.“
          Feuerwehrgerätehaus feierlich eingeweiht
  Der Jahresbericht zeigte, das Licht und Schatten eng beieinander liegen. Zu den Lichtblicken 2003 gehörte die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses im Rahmen der 100-Jahr-Feier der Arnsdorf/Hibersdorfer Wehr. Außerdem zeigten die Feuerwehrleute bei Wettkämpfen und Einsätzen gute bis sehr gute Leistungen. Bei sechs Einsätzen war die Wehr aktiv bei der Brandbekämpfung dabei und trug dazu bei, dass größere Schäden an Sachwerten nicht entstanden.
  Stolz ist Kosan auch auf die Jugendfeuerwehr Vierkirchen, die in Arnsdorf ihre Heimstätte hat. Die 16 Jugendlichen, die von Leiter Markus Kosan ausgebildet werden, sollen einmal die Wehren in den Ortsteilen von Vierkirchen stärken. Bereits heute habe die Arnsdorf/Hilbersdorfer Wehr keine Probleme in ihrer Altersstruktur, sagte Bürgermeister Andreas Nedo zufrieden.
  Aus dem kulturellen Leben der Gemeinde sind die Florianjünger nicht mehr wegzudenken. Sie sind bei der Gestaltung fast aller kultureller Veranstaltungen beteiligt. Das fängt beim „Tag der offenen Tür“ an, geht übers Hexenbrennen, dem Landkino u. v. m und endet beim Martinstagumzug im November.
  Etwas überrascht war der 69-jährige Rentner und frühere Landwirt Siegfried Litke, als er vom Feuerwehrchef das Ehrenkreuz für 50 Jahre Dienst in der Feuerwehr überreicht bekam. Litke wurde am 1. Januar 1954 Mitglied der Feuerwehr Döbschütz. Als er 1959 nach Arnsdorf zog, trat er selbstverständlich in die Feuerwehr ein und versah seinen Dienst vorbildlich im Löschtrupp und dem Katastrophenzug bis 1990. Doch auch heute noch kann sich der Wehrleiter auf seinen Kameraden verlassen: Ein Wort und er kommt.“
          Im Sommer 1964 schlug Blitz in die Scheune ein
  Litke musste in seiner aktiven Dienstzeit zum Glück nie Menschen aus Feuer und Flammen retten. Nur einmal, beim Brand der Scheune in Arnsdorf, musste er mit ansehen, wie Kühe beim Brand zu Tode kamen. Einen Einsatz aber vergessen er und seine Familie nie: Das war im Sommer 1964, als ein Blitz die eigene Scheune in Brand setzte. Gern erinnert sich das heutige Mitglied in der Alters- und Ehrenabteilung an die vielen Feuerwehrbälle und Veranstaltungen im Arnsdorfer Kretscham. „Ja, da war man noch jung und hatte sehr viel Unternehmungsgeist. Ein Zusammenhalt war das unter den Leuten“, schwärmt er.
  Für ihr Engagement zeichnete Bürgermeister Nedo auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ursula Förster und Günter Strauß für 25 Jahre Dienst in der Feuerwehr aus. Zu Hauptfeuerwehrmännern wurden Jan Kubasch, Marko Kosan und Sven Weigel befördert. Siegmund Jänsch wurde Oberfeuerwehrmann und Christoph Gläser Feuerwehrmann. Regina Kosan wurde wegen ihres Engagement um die Feuerwehr vom Bürgermeister persönlich zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Arnsdorf/Hilbersdorf ernannt. Der Vorstand der Wehrleitung wusste auch das Engagement des Wehrleiters während der Bauphase des Gerätehauses und der Vorbereitung der 100-Jahr-Feier der Feuerwehr zu würdigen und überreichte ihm ein Präsent. (bd)

Sächsische Zeitung
Samstag, 28. Februar 2004


 Arnsdorf

Regina Kosan (l) und kurt Schuster bemalen Schilder für die Wanderwege in der Gemeinde Vierkirchen. Sie sind in einer dafür vom Arbeitsamt genehmigten AB-Maßnahme für Arbeitslose über 55 Jahre in der Gemeinde Vierkirchen beschäftigt. Doch nicht nur Schilder werden von ihnen bemalt, auch das Freischneiden von Wanderwegen und deren Sauberhaltung fällt bei ihnen an. Beiden macht diese Tätigkeit sehr viel Spaß, bringt sie ihnen doch nicht nur Beschäftigung für sechs Monate und damit auch ein klein wenig mehr Geld in die Tasche. Und so nebenbei wird das Umfeld der Gemeinde auch ein sauberes Bild erhalten.   Foto: Bernhard Donke

Sächsische Zeitung
Montag, 01. März 2004

Volle Kirche in Melaune

Der Einladung zum Evangelischen Gottesdienst gestern Abend in der Melauner Kirche waren so viele Menschen nachgekommen, dass noch zusätzlich Stühle in das Gotteshaus geholt werden mussten. Der Aktionskreis "Rettet die Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz", die "Initiative Kirchenreform"" und der "Arbeitskreis Kritische Synodale" waren Veranstalter des Gottesdienstes. Gestern Abend ging es vor allem noch einmal um die sich aus Sicht der Organisatoren widersprechenden Entscheidungen der Provinzialsynode über die Fusion der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz mit der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. (cp)

 

F e b r u a r   2 0 0 4

Sächsische Zeitung
Samstag, 28. Februar 2004

Rollifahrer baut ehrenamtlich Internetseiten / Kommunale Präsentation im Netz wartet auf den 1000. Besucher
Von Constanze Prause

Sven Koch ist nicht nur Tüftler, sondern recherchiert auch für die Internetseiten der Gemeinde Vierkirchen.

Schon 952 Zugriffe zeigt der Besucherzähler der Homepage von Vierkirchen an. Die Internetseiten mit zweifacher Bildschirmauflösung werden von Sven Koch ehrenamtlich erstellt und betreut. Dem Rollstuhlfahrer macht es „einfach Spaß, Vierkirchen nach außen zu präsentieren.“ Kulturelles Leben entstehe, wenn das „Drumherum“ stimmt, sagt der Melauner. Dabei bezieht er sich auf das Vorhandensein von infrastrukturellen Einrichtungen, Vereinen oder Initiativen. Auf diese hinzuweisen, ist Hauptanliegen des 30-Jährigen. Mehr als 1000 Arbeitsstunden hat er in den Seitenaufbau investiert. Nicht zu vergessen die ausführliche Durchforstung des Gemeindearchivs im Vorfeld. „Dort habe ich mich durchgewuselt und alles selbst zusammen gestellt.“ Vierkirchens Internetpräsenz kann sich sehen lassen. Neben Landkarten, Bevölkerungszahlen und Informationen über die einzelnen Ortsteile sind Informationen über die polnische Partnergemeinde Jezow Sudecki, Feuerwehr, Schule, Gewerbe oder Vereine zu entdecken.

Sven Koch ist nicht nur Tüftler sondern recherchiert auch für die Internetseite der Gemeinde. Foto: Constanze Prause 

  Allerdings könnte die Besucherresonanz größer sein, wünscht sich der Tüftler. Bisher wüssten zu wenige, dass die Homepage seit Herbst 2002 im World Wide Web zu finden ist. Problemlos lief der Seitenbau nicht. Die einige Monate zuvor fast fertig gestellte Präsenz fiel einem unbeabsichtigten Löschen der Festplatte zum Opfer. „Zum Glück hatte ich sämtliche Entwürfe ausgedruckt“, schmunzelt heute der junge Mann. Abschreibearbeiten begannen von vorn. Im Laufe der Zeit stellten ein Ortschronist und verschiedene Privatpersonen Fotomaterial zur Verfügung. So sind zum Beispiel alle vier Kirchen der Ansiedlung auf den Bildschirm gebannt. Landkarten weisen den Weg in die Gemeinde, Verkehrsanführungen werden ausführlich dargestellt. Rund um die Ortschaften und ihre Besonderheiten hat Sven Koch die Sagenwelt der Region recherchiert. Selbst ein ausführliches Pressearchiv – vor allem mit Beiträgen der Sächsischen Zeitung – ist zu finden. Darauf ist der Melauner besonders stolz. Ihren Aktualitätswert soll die Homepage beibehalten. Deshalb wird mindestens fünf Stunden Freizeit pro Woche in die Pflege der Seiten gesteckt. Und mit der Darstellung des „Vierkirchener Rundblick“ ist Sven Koch der Kommune sogar an Schnelligkeit voraus. Zwei Tage vor Erscheinen des Gemeindeblattes können Internetbesucher den „Rundblick“ am Computer lesen. 
  Die Inhalte der Homepage werden nach eigenen Ideen gestaltet. Eine Absprache dazu erfolgt im Vorfeld mit Bürgermeister Andreas Nedo. Als künstlerische Gradwanderung wäre der Seitenbau schon zu verstehen. Übersichtlichkeit stehe vor Verspieltheit. Mit nur wenigen „Klicks“ findet man zu gewünschten Informationen. Mit dabei sind unter anderem Immobilienangebote oder der aktuelle Veranstaltungskalender.  
 
Zukunftsträume hat der engagierte Rollifahrer für seine Kommune auch. „Wichtig ist mir, dass noch mehr Leben in Vierkirchen einzieht.“ Seine ausführlichen Seiten könnten dazu beitragen: Sie machen die Gemeinde weit über den Landkreis hinaus bekannt.

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 26. Februar 2004

Arnsdorf

Das Streugut auf der Arnsdorfer Dorfstraße vor seinem Grundstück fegt Dieter Herkner zusammen und lagert es an geeigneter Stelle. So kann es beim nächsten Winterreinbruch und der darauffolgenden Straßenglätte wieder zum Abstumpfen des Gehweges verwendet werden. Jetzt stellt das Streugut bei schneefreier und eisfreier Fahrbahn eine Gefahr für Fußgänger dar. Schnell ist man auf dem körnigen Streugut ausgerutscht So beseitigt der Grundstückseigentümer nicht nur das Streugut auf der Straße er beseitigt gleichzeitig eine Gefahrenquelle. Foto: B. Donke 

 

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 25. Februar 2004

Es wäre sicher für die Gemeinde und die Bürger der umliegenden Orte förderlich, wenn in diesem Jahr die Ortsverbindungsstraße zwischen Gebelzig und Buchholz doch noch eine Schwarzdecke erhalten könnte. Die Chance auf Fördermittel hatte bereits im Januar das Landratsamt signalisiert. Foto: B. Donke 

Hiobsbotschaft in Sachen Ganztagsschule / Kürzung der Fördermittel bereitet Kopfzerbrechen
Von Bernhard Donke
Aus der Nachbargemeinde... Mit der Hiobsbotschaft, dass die eigentlich geplanten Fördermittel für den Aufbau der Hohendubrauer Ganztagsschule ...

...       Straßenbau zwischen Buchholz und Gebelzig?
  Einen Lichtblick in Sachen Straßenbau signalisierte das Landratsamt. Das eigentlich schon abgeschriebene „Schwarzdeckenprogramm“ könnte für Hohendubrau in diesem Jahr doch noch etwas bringen. Allerdings mit der Einschränkung, dass nur Projekte gefördert werden, die nicht innerstädtisch oder innerhalb von Gemeinden vorgesehen sind. Der Gemeinderat favorisierte nach reger Diskussion die Ortsverbindungsstraße zwischen Gebelzig und Buchholz und beauftragte den Bürgermeister, Fördermittel in Höhe von 109 000 Euro zu beantragen. Der Eigenanteil bei diesem Bauvorhaben beläuft sich auf etwa 48 000 Euro.
  Mit dem Ausbau der Verbindungsstraße erhofft man sich eine wirtschaftliche Belebung im Ort. Bürgermeister Hans-Hermann Zschieschank und Gemeinderat Lothar Wehle knüpfen daran für die Zukunft auch die Hoffnung auf eine Busverbindung für den Schülerverkehr, die der Grundschule zugute kommen könnte. Denn in absehbarer Zeit fällt in Buchholz die Grundschule Vierkirchen weg. Damit und mit einer guten Straßenverbindung bestehe die Chance, Grundschüler von Buchholz/Tetta nach Gebelzig zu holen.
  Einig war man sich im Gemeinderat darüber, auf den Straßenbau zu verzichten, sollten die Eigenmittel für die Ganztagsschulprojekte eng werden. Zschieschank: Mit einer Genehmigung der beantragten Fördermittel für dieses Straßenbauprojekt sei nicht vor Juni dieses Jahres zu rechnen.

Sächsische Zeitung
Dienstag, 24. Februar 2004

Interessiert schauen Vierkirchens Bürgermeister Andreas Nedo (rechts) und der Wehrleiter der Buchholz/Tettaer Freiwilligen Feuerwehr Günter Kreusch in den von dem Gemeinde rat und den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr aus der polnischen Partnergemeinde Jezow Sudecki mitgebrachten Kalender. Diese werden an die Haushalte der Gemeinde Vierkirchen verteilt. Foto: B. Donke
Partnerschaft wird ausgeweitet
Polnische Gäste aus Jezow Sudecki schenkten den Vierkirchnern 400 Kalender mit Bildern der Feuerwehren    Von Bernhard Donke

Die Feuerwehr der Gemeinde Vierkirchen, der Polnischen Partnergemeinde Jezow Sudecki und der tschechischen Gemeinde Paseky nad Jizerou planen Zusammenarbeit.

Schon seit geraumer Zeit besteht eine enge Partnerschaft  zwischen der Gemeinde Vierkirchen und dem Gemeinderat der polnischen Gemeinde Jezow Sudecki. Gerade im Zusammenhang mit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union ist diese Partnerschaft, die zugleich eine Zusammenarbeit einbezieht, ein wichtiger Schritt von beiden Seiten. Gilt es doch nach wie vor vorhandene Vorurteile, die noch auf beiden Seiten bestehen, abzubauen. Enge Partnerschaft mit Jezow Sudecki ist wichtig
“Deshalb ist uns eine enge Kooperation mit unserer Partnergemeinde Jezow Sudecki sehr wichtig“, sagte Vierkirchens Bürgermeister Andreas Nedo. „So gibt es schon auf dem Gebiet der Landwirtschaft und zwischen der Grundschule Vierkirchen mit Jezow Sudecki eine enge Partnerschaft.“
  Nun sei man dabei, diese Partnerschaft auch auf dem Gebiet der Freiwilligen Feuerwehren zu erweitern, sagte der Bürgermeister. Er hoffe, dass auch die Vereine bald in dieser Beziehung nacheifern. Es sei eine Partnerschaft und Zusammenarbeit, die auf gegenseitiger Achtung und Respektierung der Lebensgewohnheiten im jeweiligen Land basiert.
  Bereits Ende des vergangenen Jahres weilten der Vierkirchener Bürgermeister mit einer Delegation der Grundschule in der Partnergemeinde. Diesen Besuch wiederholte nun der Gemeinderat von Jezow Sudecki mit seinem Bürgermeister, Schuldirektor und dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr am vergangenen Donnerstag.
  Bei diesem Treffen, bei dem auch der versammelte Gemeinderat Vierkirchen zugegen war, wurde mit den Feuerwehren der beiden Gemeinden eine enge Partnerschaft und Kooperation vereinbart. Inn diese Zusammenarbeit der beiden Wehren aus Vierkirchen und Jezow Sudecki wurde auch die Freiwillige Feuerwehr aus der tschechischen Gemeinde Paseky nad Jizerou mit einbezogen.
  Mit dieser Wehr halten die polnischen Kameraden schon seit langer Zeit eine enge Verbindung. So ist es verständlich, dass auch diese Wehr mit in die partnerschaftliche Zusammenarbeit einbezogen wurde.
  Die polnischen Gäste aus Jezow Sudecki waren zum Treffen nach Vierkirchen nicht mit leeren Händen gekommen. Sie brachten 400 Kalender für die Vierkirchner mit. Diese sind mit Bildern und Porträts aus den drei Wehren gestaltet. Finanziert wurden sie über das Euro-Neiße-Programm.
         
Zusammenarbeit wird fortgesetzt
  Bei diesem Treffen wurden auch Termine für weitere konstruktive Zusammenarbeit, die insbesondere aus sportlichen Feuerwehrwettkämpfen und einem Erfahrungsaustausch bestehen wird, festgelegt. So weilte am 14. Februar eine Gemeinderatsdelegation aus Vierkirchen der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Jezow Sudecki bei. Am 2. Mai trifft man sich dann wieder mit der tschechischen Partnerwehr aus Paseky nad Jizerou und Jezow Sudecki zu einem Dreiländerkampf.
 
Der Höhepunkt aber soll ein weiteres Treffen der drei Wehren aus Polen, Tschechien und der Vierkirchener Freiwilligen Feuerwehr am 26. Juni im Rahmen des Sportfestes in Prachenau sein. Hier wird es auch sehr interessante feuerwehrsportliche Wettkämpfe untereinander geben. Bei diesem Fest besteht die Möglichkeit für die Vierkirchner Bürger, sich persönlich mit der polnischen Partnergemeinde bekannt zu machen. (bd)

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 21. Februar 2004

Ganz kurz
Melaune. Die Melauner Feuerwehr hat an den Bürgermeister eine Liste übergeben. Dabei geht es um offene Fragen zur Neuerrichtung des Feuerwehrgerätehauses in Arnsdorf und die Zusammenlegung der Wehren von Prachenau, Döbschütz und Melaune. (cp)
Buchholz. Die Grundschule in Buchholz kann nicht über Nachwuchsmangel klagen. Für das Schuljahr 2004/2005 gibt es 16 Anmeldungen. „Damit ist die erste Klasse gesichert“, informierte Vierkirchens Bürgermeister Andreas Nedo. Neun Schüler kommen aus Waldhufen. (cp)

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 21. Februar 2004

Alles dreht sich ums Kino
/ Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte gestaltet das Dorfleben mit
Von Constanze Prause

An eine lange Winterpause ist beim Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte in Arnsdorf nicht zu denken. Schon Anfang Februar begannen die Vorbereitungen auf die neue Saison. Im Vorfeld hat der 1998 gegründete Verein seine jährliche Winterwanderung absolviert. Andrea Gloger, Vereinsvorsitzende, hat sich gefreut: In diesem Jahr haben 160 Leute an dem Rundgang teilgenommen.
  Der Verein strebt an, leer stehende Gebäude des Pfarrhofes nutzbar zu machen. Entstanden ist aus dieser Idee die Gründung des Landkinos. Die alte Pfarrscheune konnte durch Umbaumaßnahmen in einen Kinosaal verwandelt werden. Bei den Filmvorführungen darf Werbung nicht fehlen. Dabei spielen Arnsdorf und Menschen der Region die Hauptrolle. Möglich macht das ein in Eigenregie erstellter Film. Fünf Vorfilme sind mittlerweile „im Kasten“. Die meisten Schauspieler stammen aus der Gemeinde.
  In diesem Monat beginnt wieder die Spinnstunde, erzählt Andrea Gloger. Ideen dazu werden von Verein und Kirchgemeinde gesammelt und gebündelt. Und das Konzept für einen neuen Film kommt ins Rollen. In rund 60 Tagen muss „abgedreht“ sein.
  Ein im vergangenen Jahr in Arnsdorf von Profis gedrehter Kurzfilm verhalf dem Ort zu großem Medieninteresse. Der Film heißt „Zur Zeit verstorben“, und es spielen Marie Gruber und Michael Gwisdek mit. Der Streifen hatte mittlerweile Teampremiere. Der Verein unterstützte damals den Drehstab in Arnsdorf. Die Erstausstrahlung im Ort erfolgt zu Ostern in der Kirche St. Katharina.
  In der Vereinssatzung ist auch die Erhaltung und Bewahrung des Gotteshauses sowie der in ihr erhaltenen Denkmale und Flächen verankert. Die 24 Mitglieder konzentrieren sich auf die Pfarrhofgebäude Scheune (Kino) und den ehemaligen Stall. Dieser dient derzeit als Lagerplatz für Requisiten, Dekoration und ein kleines Archiv. Der Verein bewahrt unter anderem Aufzeichnungen und Fotos aus dem vergangenen Jahrhundert ebenso auf, wie Geschirr oder Möbelstücke. Das kommt alles bei den Filmdrehs zum Einsatz. So manches gute Stück schmückt das Landkino, unter anderem ein Filmvorführgerät aus der ehemaligen Grundschule des Ortes. Entdecken können diesen Apparat Besucher des Landkinos ab Juni. Dann beginnen die Sommerfilmwochen.
  Kinotage: 9. bis 12. April: „Zur Zeit verstorben“, Kurzfilm in der Kirche, 20. Mai: Himmelfahrtstag mit Film im Landkino, 18. Juni bis 16. Juli: Sommerfilmwochen, 18. bis 26. September: Herbstvariante.

Sächsische Zeitung
Freitag, 13. Februar 2004

Vereine erhalten wieder eine Finanzspritze / Gemeinderat beschließt Zuschüsse
Von Constanze Prause

  Im vergangenen Jahr kamen alle Vereine in Vierkirchen in einen besonderen Genuss. Sie erhielten jährlich aus dem Finanztopf der Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 250 Euro. Kriterien für diese Finanzspritze waren unter anderem Gemeinnützigkeit oder die Repräsentation des Gebietes nach außen.
  In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand die Vereinsförderrichtlinie 2004 zur Debatte. Der „Verein ökologisches Leben in der Euroregion Neiße“ fällt aus der Förderung heraus. Grund dafür ist, dass dieser Verein nicht mehr aktiv ist und keinen Vereinssitz hat.
  Freuen können sich aber unter anderem die drei neuen Zusammenschlüsse. Der Kreisbahnverein wird ebenso wie die Buchholzer Ortsgruppe der Angler und der Jugendverein Melaune bezuschusst. Diese Vereine haben sich neu gebildet. Der Kreisbahnverein schloss einen Pachtvertrag über den „Alten Bahnhof“ in Hilbersdorf ab. Zwei erste Waggons und Gerätschaften sind vorhanden. Hier soll laut Bürgermeister Andreas Nedo eine Art Freilichtmuseum entstehen. Der ehemalige Jugendclub findet dort ebenfalls sein Domizil. Die Angler sind Mitglied im Görlitzer Kreisverein. Sie haben sich die Bewirtschaftung der drei Buchholzer Teiche zum Ziel gesetzt. Hier läuft ein anderer Pachtvertrag aus. „Der Jugendverein kümmert sich momentan etwas um das Eisstadion“, sagt der Bürgermeister.
  Sieben weitere Vereine erhalten den 250-Euro-Zuschuss. Zusätzlich gibt es für alle Vereine eine Förderung pro Mitglied. Dafür fließen Mittel aus dem Haushalt in Höhe von 3 400 Euro. Die Vereinsförderung ist als Beihilfe gedacht, das sahen alle Gemeinderäte so und befürworteten deshalb einstimmig die Aufnahme der Vereine in die Förderliste.

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 12. Februar 2004

Schonfrist für Eigentümer / Für Riesen-Grundstücke kann Abwasser-Beitrag gestundet werden
Von Constanze Prause

Wer in Vierkirchen ein sehr großes Grundstück besitzt, kann von der Gemeinde ein Entgegenkommen bei den Abwasserbeiträgen erwarten. Das sagte Bürgermeister Andreas Nedo in der Fragestunde bei der jüngsten Gemeinderats-Sitzung. Nedo schlägt vor, für private Grundstücke, die im Dorfgebiet liegen, die Beiträge für drei bis fünf Jahre zu stunden – auch ohne Zinsen, für Bürger, die ein sehr geringes Einkommen haben.
  In Frage kommen unbebaute Flächen von mehr als 2 000 Quadratmetern, soll für die darüber liegende Fläche die Stundung der Beiträge auf Antrag hin erfolgen. Die Gemeinde „schießt“ einen jährlichen Betrag an den Abwasserzweckverband „Schwarzer Schöps“ zu. Seit 1996 beträgt die Umlage für den Verwaltungshaushalt rund 462 000 Euro.
  Die Meinung der Räte klaffte hier weit auseinander. Das zeigte sich im Abstimmungs-Ergebnis. Vorbehaltlich einer notwendigen gesetzlichen Prüfung wurde der Vorschlag des Bürgermeisters mit sechs Ja- und fünf Gegenstimmen angenommen. Wichtiger Streitpunkt war dabei die Gleichbehandlung der Bürger.
          300 Lampen leuchten
  Ums Geld ging es auch beim Punkt Straßenbeleuchtung. Hier sind die Zeiten innerhalb der Gemeinde bislang unterschiedlich lang. Dies wird nun einheitlich geregelt.
  Über Dämmerungsschalter gesteuert, leuchtet das Licht ab fünf Uhr früh. Die Ausschaltzeiten wurden auf 23 Uhr festgelegt.
  Zu den verschiedenen Dorffesten soll es allerdings Ausnahmen geben. Werden die Feste von Vereinen veranstaltet, müssen diese keine Kosten für die Umstellung der Lampen auf längere Leuchtzeiten tragen. Voraussetzung ist, dass im Vorfeld ein Antrag gestellt wird. Bei Drittnutzern entfällt diese Sonderregelung.
  Insgesamt gibt es in Vierkirchen 294 Leuchten. Die Vergabe für deren Wartung stand auf der Tagesordnung. Aus formellen Gründen wird sie aber erst in der nächsten Sitzung beschlossen. Dagegen wurde die Wartung der neun Sirenenanlagen aus wirtschaftlicher Sicht an eine Arnsdorfer Firma vergeben. Der Wartungsvertrag war im vergangenem Jahr ausgelaufen.

J a n u a r   2 0 0 4

Sächsische Zeitung
Freitag, 30. Januar 2004


Beim Mutter-Kind-Tag des Kultur- und Heimatverein Buchholz/Tetta e.V. sollen Kinder und Mütter spielend Kontakt zueinander finden. Foto: Bernhard Donke 
Mutter-Kind-Tag ebnet den weiteren Lebensweg / Ein Tag zum Kennen lernen und zum Erfahrungsaustausch   Von Bernhard Donke

Einmal im Monat lädt der Kultur- und Sportverein Buchholz/Tetta zum Mutter-Kind-Tag in das Vereinsheim ein.
  „Meist sind es etwa zehn Kinder im Alter bis zu drei Jahren, die mit ihren Muttis den Weg hierher finden“, sagt Gabriele Kreusch vom Verein, die gemeinsam mit ihren Helferinnen Marietta Beck und Brigitte Pabst den Mutter-Kind-Tag vorbereiten. An diesem Tag verwandelt sich der Gesellschaftsraum im Vereinsheim in eine große Spielwiese. Auf dieser können sich die Kinder mit ihren Müttern tummeln. Vor etwa zwei Jahren hat der Verein mit diesem Mutter-Kind- Tag versucht, die in Buchholz und Tetta herrschende Lücke bis zum Eintritt der Kinder ins Kindergartenalter ein wenig zuschließen.
  „Unser eigentliches Anliegen mit diesem Tag ist, dass wir die Kinder, ehe sie in den Kindergarten gehen, schon etwas miteinander bekannt machen. Beim Spielen miteinander lernen sich die Kinder schon vor ihrem ersten Kindergartentag kennen. So erreichen wir, dass eventuelle Ängst, ob nun von der Mutter ausgehend oder vom Kind, abgebaut werden oder gar nicht erst aufkommen. Das hat mit Sicherheit sehr viele Vorteile, können doch die Mütter viel entspannter ihren Arbeitstag gestalten und das Kind hat Freude vom ersten Tag an im Kindergarten. Und auch die Mütter finden im Gespräch besser und leichter zueinander“, sagt Gabriele Kreusch.
  Cornelia Ponert die mit ihrer 13 Monate alten Tochter Ruby regelmäßig an diesem Tag teilnimmt, und dabei auch so ihre Erfahrungen gemacht hat, stimmt ihr bei: „Das Wichtigste ist doch, dass die Kinder untereinander Kontakt finden und gemeinsam spielen. So werden sie keine Einzelgänger, und haben es beim späteren Besuch des Kindergartens etwas leichter.“ Auch für die junge Mutti Romy Nowak, die mit der 21 Monate alten Tochter Alina regelmäßig zu diesem Tag kommt, ist das eine feine Sache. „Alina hat schon viele Freunde hier gefunden, die mit ihr dann in einem reichlichen Jahr gemeinsam den Kindergarten in Melaune besuchen werden. So werden ihr mit Sicherheit die ersten Tage dann in dieser Einrichtung leichter fallen, da sie ja schon einige der Kinder gut kennt“, sagt die junge Mutti.
  Diese positive Erfahrung hat Yvette Dießner schon mit ihren zwei Kindern gemacht: „Ja, da kann ich Romy nur beipflichten, bei unseren beiden Kindern war es tatsächlich so, dass sie die ersten Tage im Kindergarten viel besser und vor allem stressfreier erlebt haben“, erzählt sie über ihre Erfahrungen. „Und weil es meinen beiden so gut hier beim Mutter-Kind-Tag gefällt, kommen wir auch noch regelmäßig hierher.“ Eigentlich ein dickes Lob für die drei Frauen vom Kultur- und Heimatverein.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 20. Januar 2004


Monika Kretschmer sitzt in den Wintermonaten gern am Spinnrad und verarbeitet Wolle für wärmende Bekleidung. Foto: B. Donke 
In Heideberg wird noch Wolle gesponnen / Monika Kretschmer sitzt im Winter am Spinnrad

Was in früheren Zeiten in vielen Haushalten auf den Dörfern von den Frauen und Mädchen im langen Spätherbst und in den Winternächten ausgeübt wurde, das Spinnen von Rohwolle zu feinen Wollfäden, ist heute nur noch selten anzutreffen.
  Nach Einführung der Spinnmaschine und dem Rückgang des Flachsanbaus um 1870, ist das Spinnen am traditionellen Spinnrad fast verschwunden. Doch hatte das in der ländlichen Gegend von den Frauen und Mädchen gemeinsam ausgeübte Spinnen in den „bäuerlichen Spinnstuben“ auch ihr Gutes. Es förderte und hielt die dörfliche Gemeinschaft zusammen. Beim gemeinsamen Spinnen traf sich die Dorfjugend unter Aufsicht der Älteren. Doch da wurde nicht nur gesponnen, es wurden Lieder gesungen, getanzt, gespielt und vor allem sehr viel erzählt. Es gab damit keine Langeweile auf den Dörfern in den langen Nächten.
  Diese gibt es auch für Monika Kretschmer aus Vierkirchen-Heideberg in der Winterzeit nicht. Wenn es draußen stürmt, schneit oder garstiges Wetter ist, dann sitzt sie an ihrem Spinnrad und spinnt die gereinigte und gekämmte Rohwolle von Schaf, Lama, Hund und Kaninchen zu feiner Wolle. Aus der daraus gewonnenen Wolle werden wärmende Handschuhe, Socken oder Pullover für die ganze Familie gestrickt.
          Ein bisschen dörfliche Tradition pflegen
  Es macht ihr Freude, wenn sie sieht, wie ihr die Arbeit von der Hand geht. Sie könnte sicherlich auch darauf verzichten, doch sie betrachtet diese Arbeit mehr als Hobby. „Nur immer am Fernseher sitzen, das ist doch auch nichts für mich. Da greife ich lieber zum Spinnrad und beschäftige mich damit. Es kommt ja etwas dabei heraus, die Wolle für warme Bekleidung. Außerdem ist es doch auch ein bisschen dörfliche Tradition, die ich dabei pflege“, sagt sie, während sich das Spinnrad mit der Spule lustig weiterdreht. (bd)

Sächsische Zeitung
Freitag, 16. Januar 2004

Neues Zentrum für Melaune / Die Brücke über den Schwarzen Schöps wird saniert
Von Constanze Prause

Die Haushaltsplanung in Vierkirchen ist beschlossen. Bürgermeister Andreas Nedo sagte, dass die Planung für dieses Jahr mehrheitlich von den Gemeinderäten angenommen wurde. Fördermittel soll der Ortsteil Melaune vom Amt für Ländliche Neuordnung Kamenz für die Dorfplatzerneuerung erhalten. Der Planungsentwurf zur Erneuerung des Dorfzentrums wurde vorgestellt. Hier soll ein neues Bushäuschen aus Holz entstehen. Vorgesehen sind Parkmöglichkeiten für Arzt- oder Gemeindeamtsbesucher. Auf dem Terrain befindet sich ein Containerstellplatz für wiederverwertbare Rohstoffe. Dieser Platz soll neu gestaltet werden. Für den „Mittelpunkt von Melaune“ sind auch Gehölzbepflanzungen geplant. Auf dem Dorfplatz verkaufen ein mobiler Bäcker und ein Fleischer ihre Waren. Für die Verkaufsfahrzeuge ist auch in Zukunft ein Platz vorgesehen.

Das Telefonhäuschen der Telekom wird wegfallen. Eine so genannte Basisstation soll die vorhandene Telefonanlage ersetzen. Die Station wird aber nicht überdacht sein. Deshalb hat sich die Gemeinde überlegt, die Basisstation an das Buswartehäuschen anzubauen. Somit wäre die Überdachung gewährleistet. Mit der Planung dieses Bauabschnittes wurde das Görlitzer Planungsunternehmen Richter & Kaup beauftragt. Erneuert werden soll auch die Behelfsbrücke in der Nähe des Melauner Eisstadions. Sie führt über den „Schwarzen Schöps“. Andreas Nedo sagt: „Die Brücke entspricht nicht der erforderlichen Tonnage.“ In Zukunft soll das Bauwerk eine Belastung von 30 Tonnen aushalten. Bisher habe es für die Tonnage keine Festlegung gegeben. Laut dem Bürgermeister müssen alle befahrbaren Brücken nach der Sanierung oder dem Neubau mindestens ein Gewicht von 30 Tonnen tragen können. Die Sanierung der Brücke ist wichtig für das Eisstadion, die Gastsstätte und die Anwohner. Entsorgungs- und Lieferfahrzeuge können die Brücke problemlos nutzen.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 13. Januar 2004

Arbeit mit Senioren und Jugendlichen / Ein Lächeln ist der schönste Lohn für Gabriele Kreusch

Wer von einem Kultur- und Sportverein hört, der denkt mit Sicherheit, dass in diesem Verein Kulturarbeit und Sport betrieben werden. „Das ist auch bei uns im Verein so gewesen, als wir uns 1990 über das Dorffestkomitee zum Kultur und Sportverein Buchholz-Tetta e.V. zusammenschlossen“, sagt Gabriele Kreusch. Mit der Betreuung der Senioren und später auch der Kinder und Jugendlichen habe man aber erst Mitte der 90er Jahre begonnen.
  Zu dieser Zeit bemühte sich nur die Kirchgemeinde um die Senioren im Ort. „Wir sprachen die älteren Bürger im Ort an, ob sie Interesse an einer Arbeit mit dem Verein hätten“, sagt Frau Kreusch. Nach anfänglichem Zögern hatte man den entsprechenden Zuspruch, und konnte mit einen ausgearbeiteten Jahresprogramm mit der Seniorenarbeit beginnen.
  Waren es anfänglich nur kleinere Treffen, die die Senioren im Ort zusammenführten so konnten wir bald auch die ersten Ausflüge in die nähere Umgebung machen. Heute sind solche Ausflüge und Treffen fester Bestandteil der Vereinsarbeit. Und seit das neue Vereinsheim im Jahre 2000 vom Verein bezogen wurde, hat sich diese Arbeit noch um einiges verbessert.
          Auch das Tanzbein wird geschwungen
  Jetzt stehen für die Treffen der Senioren eine Bowlingbahn, Küche, Sanitäranlagen und ein großer Gesellschaftsraum zur Verfügung. Das dieses nicht nur aus Kaffee trinken und Kuchen essen besteht, zeigt der Jahresplan von Gabriele Kreusch. Da wird neben der Faschingsfeier, gebastelt, dass Tanzbein geschwungen und natürlich werden Busausflüge unternommen.
  Aus diesen Treffen haben sich in der Zeit nun auch spezielle Interessengruppen gebildet, wie die Bowlingtruppe der Männer, oder die Gymnastikgruppe der Frauen. Vor kurzem ist auch eine Schwimmgruppe aus 15 Senioren gebildet worden, die sich regelmäßig einmal im Monat zum Schwimmen ins Bad nach Kirschau fährt.
  Doch der Verein macht nicht nur Seniorenarbeit, auch für die Jugendlichen bis 16 Jahre führt er regelmäßig Veranstaltungen durch. Damit eine solche Arbeit wächst, braucht man engagierte Mitstreiter. Zwei dieser engagierten Mitstreiter sind Gabriele Kreusch und Carola Leubner. Bei ihnen laufen die gesamten Fäden für die Organisationsarbeit in der Seniorenbetreuung und der Jugendarbeit zusammen.
          Arbeitsamt fördert die Seniorenbetreuung
Unterstützt werden die beiden Frauen da nicht nur von den 25 Vereinsmitgliedern auch gibt es hin und wieder Unterstützung durch geförderte Maßnahmen über das Arbeitsamt. In einer solchen sechs Monate geförderten Maßnahme „Seniorenbetreuung“ arbeitet zur Zeit gerade Gabriele Kreusch. Das macht ihr natürlich zurzeit die Arbeit auch etwas leichter. Aber auch nach diesen sechs Monaten wird sie sich weiterhin mit der Seniorenarbeit ehrenamtlich beschäftigen. „Das habe ich doch vor dieser Maßnahme auch schon gemacht. Ich glaube, wer solche Arbeit schon einmal gemacht hat, den lässt sie nicht mehr los“, sagt sie über ihr Engagement.
  Den schönsten Lohn für ihre Arbeit erhalten sie und ihre Helfer immer dann, wenn die Senioren sich mit einen Lächeln bedanken und gleichzeitig nach der nächsten Veranstaltung fragen. In letzter Zeit hat sich auch unter Federführung der beiden Frauen eine Mutter-Kind-Gruppe gebildet in der Mütter mit ihren bis drei Jahre alten Kindern einen Anlaufpunkt für gesellschaftliche Leben im Ort gefunden haben. (bd)

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 10. Januar 2004

Was macht ein Sofa im Wald? / Falsch entsorgte Dinge schädigen die Tier- und Pflanzenwelt
Von Constanze Prause

Lothar Kleint entdeckte im Wald bei Döbschütz unter anderem einen eigenartigen Behälter. Foto: Constanze Prause 

Knallgelb und mit einer Schneemütze versehen leuchtet der Plastekanister aus dem Wald. Er befindet sich in weniger guter Gesellschaft von einem alten Sofa, verrostetem Maschendrahtzaun oder blauen Mülltüten. Sein Standort: Zwischen Melaune und Döbschütz kurz vor der Autobahnauffahrt Nieder Seifersdorf.
  Als makaber empfindet es Lothar Kleint, dass auf dem Kanister zwischen den Bäumen in großen Buchstaben prangt: „Umweltschutz, biologisch schnell abbaubar“. Nicht nur, dass Plaste im Wald unverrottbar ist. ,,Was hier draufsteht, muss nicht drin sein“, sagt der Kreisnaturschutzbeauftragte der südlichen Region des Niederschlesischen Oberlausitzkreises (NOL) und schnuppert vorsichtig an dem Inhalt. Seine Vermutung scheint der Nase nach Bestätigung zu finden. ,,Das riecht eher nach Benzin.“
          Anhaltende Trockenheit schädigt Baumbestand
  Seit knapp einem Jahr beschäftigt sich Kleint ehrenamtlich gegen eine Aufwandsentschädigung mit verschiedenen Naturschutzbelangen. Bewogen hat ihn dazu die Verbundenheit zur Umwelt und Heimat. Der Schutz der Flora und Fauna steht für den Melauner im Vordergrund. Seine Aufgabe ist vor allem die Beobachtung der Tier- und Pflanzenwelt. ,,Ich sehe nach, an welchen Stellen die Natur intakt ist und an welchen Stellen Hilfe ermöglicht werden muss“, sagt der 47-Jährige.
  Gleichzeitig ist er Ansprechpartner für Menschen, die in „seinem Revier“ Frevel an der Landschaft entdecken. Kleint kümmert sich um Biotopinstandhaltung und -pflege und betreibt allgemeine Aufklärung zu den Grundlagen der Einhaltung von Naturschutz anhand des Naturschutzgesetzes. Beispielsweise dürfe weder ohne entsprechende Genehmigung Bäume gefällt oder Feuer entzündet werden.
  Der gebürtige Kodersdorfer hat in der Vergangenheit auch den Einfluss von Witterung und Industrie auf die Landschaft beobachtet. ,,Durch die enorme Trockenheit im Sommer 2003 sind allgemein Schäden am Baumbestand aufgetreten“, sagt Kleint. Nicht zu vergessen sei die Vorschädigung vom Wald durch das ehemalige Kraftwerk Hagenwerder und das Kraftwerk Boxberg.
  Seine Nachforschungen teilt Kleint der Unteren Naturschutzbehörde des NOL mit Sitz in Niesky mit. Er meldet unerlaubte Eingriffe in Biotope oder so manches „Drecknest“.
  Erst kürzlich entdeckte der „Umweltpolizist“ im Diehsaer Wald ein rund 50 Meter langes Stahlkabel, was irgendjemand um die Bäume gewickelt habe. Daran können sich Tiere schwere Verletzungen zufügen. In der alten Lehmgrube in Krobnitz hätten Autoreifen und Hausmüll gelegen. Halbentleerte Farbbehälter, Flaschen oder ein Sack voller Tapetenreste wurden an weiteren Orten gesichtet.
  ,,Es ist jedoch wichtig, dass alle Menschen die Natur achten und pflegen“, sagt Kleint. Falsch entsorgte Dinge schädigten Flora und Fauna. Deshalb wünscht sich der Familienvater, dass die Leute die Möglichkeit von gelben Säcken, Mülltonnen oder dem Schadstoffmobil bei der Entsorgung nutzen. Er selbst geht mit gutem Beispiel voran.
  Der gelbe Kanister, der 30 Liter Inhalt fasst und laut dem Hersteller ein Betontrennmittel für Schalungen bei Hoch- und Tiefbau beinhaltet, wird ins Auto gepackt. Bei der nächsten Fuhre des Schadstoffmobiles in Melaune wird Lothar Kleint den Kanister mit abgeben.

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 7. Januar 2004

Das einstige Herrenhaus eines Bauerngutes, mit Sicherheit mal eine Perle unter den Häusern in Melaune, ist seit vielen Jahren unbewohnt, und sein maroder Zustand trägt nicht gerade zu einem schönen Ortsbild bei. Foto: B. Donke 
Der Zahn der Zeit nagt auch an Melaune / Baufällige Gebäude wirken negativ auf das Ortsbild
Von Bernhard Donke

Sehen Sie sich doch bloß einmal um, wie viele Gebäude in Melaune baufällig geworden sind, manche gar schon zur Ruine verfallen! Das wirkt sich doch sehr negativ auf unser Ortsbild aus“, sagt Grit Weist. So wie sie denken und fühlen viele Einwohner des bereits 1293 erstmals als „Merowe“ (altsorbisch „Friedensort“) urkundlich erwähnten Dorfes an der S122 zwischen Niesky und Löbau.
          Verfall sorgt für kritische Betrachtung
  In der Tat. Wer mit etwas kritischen Augen durch das Dorf geht, der wird ihr und den anderen Recht geben müssen. Gleich, wenn man aus Richtung Löbau/Reißaus auf der S122 in den Ort hineinkommt, fällt dem Besucher und Durchreisenden der verfallene Gasthof mit seinen Wirtschaftsgebäuden ins Auge. Nur wenige Meter weiter an der Einmündung der Straße von Buchholz-Tetta steht im beginnenden Verfall das Gebäude der ehemaligen Molkerei. Nur wenige Meter über der S122 an der Straße nach Buchholz ist das ehemalige Grohmannsche Bauerngut mit seinen Wirtschaftsgebäuden und einem großen Hof zu finden. Doch während sich die vordere Fassade, wo sich die Eingänge zum Landwarengeschäft und der Post befinden, noch sehen lassen kann, stellt die Hofseite doch nicht gerade einen einladenden Anblick dar. Zum Glück ist sie durch Gebäudeteile in ihrer Einsicht eingeschränkt.
  Wer eine Fahrt oder einen Spaziergang über die Dorfstraße zum alten Ortskern, den slawischen Rundling, macht, wird sich über das marode Gebäude, das einst das Herrenhaus eines Bauernhofes war, sehr wundern. Das 1876 erbaute siebenachsige und zweigeschossige Gebäude trägt neubarocken Zierat (Kunststil des 19. Jahrhundert). Das in seinem Baustil für dörfliche Verhältnisse einst prunkvolle Haus beherbergte nach dem Krieg 1945 mehrere Mietwohnungen, die Poststelle von Melaune, und bis 1968 den Schulhort. Gehalten hat sich bei den Bewohnern von Melaune noch bis heute der Name „Alte Post“ für das Gebäude. Seit die letzten Mieter 1981 auszogen steht das Gebäude leer. Eigentlich wollte es sein Besitzer damals zu einer Werkstatt für Behinderte ausbauen. Doch dieser Versuch scheiterte, warum auch immer. Ebenso scheiterte die geplante Schenkung des Gebäudebesitzers an die Gemeinde in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch das Liegenschaftsamt. Seitdem sind die Räume des Gebäudes leer, der Verfall schreitet voran.
  Nur wenige hundert Meter weiter, am Fuße des „Burgberges“ und der schönen romantischen Schöps-Aue stehen die verfallenen Gebäude der einstigen Mühle von Melaune. So bietet sich den Spaziergängern, die hier auf dem Wanderweg Melaune – Döbschütz wandeln, kein schöner Anblick. Obwohl gerade dieser Flecken von Melaune seine eigene Romantik hat.
  Da es sich bei den Gebäuden um Privatbesitz handelt, sind der Gemeindeverwaltung die Hände gebunden. Diese Rechtslage ist allerdings nicht jedem Bürger bekannt. Deshalb gehen immer wieder Fragen an das Bürgermeisteramt und bei Bürgermeister Andreas Nedo wegen dieser Missstände. Doch die Antwort ist immer dieselbe: „Wir als Gemeinde haben es hier mit privatem Besitz an Gebäuden und Grundstücken zu tun. Was das Gesetz ermöglicht, haben wir schon mehrmals gemacht. So haben wir die Besitzer schriftlich über den Zustand ihrer Gebäude informiert, und sie darauf hingewiesen, dass sie gesetzlich verpflichtet sind, ihre Gebäude und ihren Besitz so abzusichern, das von diesen keine Gefahr ausgehen kann. Bei Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Auflagen müssten sie die gesetzlichen Konsequenzen tragen. Doch leider, wie Sie sehen, bisher ohne nennenswerten Erfolg“.
          Eigentum verpflichtet?  Zu gar nichts!
  So werden die Melauner weiterhin mit ihren Ruinen und maroden Gebäuden und Häusern leben müssen, die nicht gerade zu einem schönen Ortsbild beitragen. Doch vielleicht rafft sich doch einmal ein Hauseigentümer dazu auf, seinen Besitz wieder in einen ordentlichen Zustand zu bringen. Damit das Ortsbild von Melaune nicht weiter negativ beeinträchtigt wird.

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 6. Januar 2004

Schandflecke sollen weg und mehr Angebote her / Für ihren Heimatort haben Einwohner Wünsche offen

Persönliche Wünsche und gute Vorsätze haben viele Menschen zu Beginn des neuen Jahres. Doch was wünschen sich Einwohner des Landkreises für ihren Heimatort?
Es fragte Anja Hecking      Auszug:
...   „Für die Jugend muss unbedingt etwas getan werden“, erklärt Barbara Jahn aus Tetta. Sie wünscht sich mehr Arbeit in der Region, eine bessere Betreuung älterer Menschen und dass die Überlandbusse wieder öfter fahren. „Dass Reichenbach, Niesky und nicht zuletzt auch unsere gesamte Gemeinde Vierkirchen in den vergangenen Jahren schöner geworden sind, vieles in Ordnung gebracht wurde, darüber freue ich mich.“
  Das Zusammenwachsen der Ortsteile in Vierkirchen liegt einer Frau aus Arnsdorf-Hilbersdorf besonders am Herzen. „Es sollten alle über den eigenen Gartenzaun hinaus denken.“ Die guten Ansätze, die es auf kulturellem Gebiet geben würde, müssten in Zukunft auch für die politische Zusammenarbeit der einzelnen Orte genutzt werden.

Sächsische Zeitung
Dienstag, 6. Januar 2004

Verschuldung liegt im Landesdurchschnitt / Kompromisse für die Errichtung der Windkraftanlagen werden gesucht
Von Constanze Prause
  Die Pro-Kopf Verschuldung der Gemeinde Vierkirchen liegt derzeit bei 736 Euro. Mit dieser Zahl befindet sie sich im Landesdurchschnitt, sagt Bürgermeister Andreas Nedo. „Ich denke, wir sind kurzfristig in der Lage, Investitionen zu tätigen“, merkt das Gemeindeoberhaupt an. Langfristig dagegen müssten Kredite zurückgefahren werden.
               Auch Fördermittel sind bei Plänen zu beachten
Grund für deren Aufnahme ist, dass bis 2006 noch Mittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm fließen und die Abwasserverlegung mit der Straßenerneuerung verbunden ist. Das sind Kostenpunkte, für die es momentan noch Fördermittel gibt. Bei der Gemeinderatssitzung im Dezember kam der Haushalt 2004 zur Sprache. Es soll versucht werden, den Verwaltungshaushalt so schmal wie möglich zu halten. Sparsamkeit ist bei der Freiwilligen Feuerwehr (FFw), der Schule und dem Bauhof angesagt. Allerdings ist für die Melauner Wehr ein neues Löschfahrzeug geplant. Dessen Anschaffung schlägt bei den Eigenmitteln der Kommune mit 73 000 Euro zu Buche. Wichtig wäre zudem die Sanierung vom Gerätehaus in Tetta und vom Dach des FFw-Gebäudes in Melaune. „Dieses ist brüchig“, sagt Andreas Nedo. Hier erfolgt im nächsten Jahr voraussichtlich die Dachsanierung.
  Gespart werden soll bei der Verwaltung. An einen Stellenabbau ist jedoch nicht gedacht. Bei den Betriebskosten sind Einsparungen von Heizung und Energie geplant. Der „Vierkirchener Rundblick“ als Mitteilungsblatt wird nicht mehr bezuschusst und müsse kostenneutral wirtschaften. Keine Investitionen fließen in Gebäude und Außenanlagen. „Die Verschuldung wird sich geringfügig erhöhen“, denkt der Bürgermeister. Das hänge unter anderem damit zusammen, dass es allgemein in Sachsen mit den Einnahmen runtergehen werde. In Melaune besteht ein Windpark mit sieben Anlagen, die regenerativen Strom erzeugen.
              Bürgerinitiative gegen den Bau weiterer Anlagen
  In Tetta hat sich eine Bürgerinitiative gegen den Bau zwei weiterer Anlagen ausgesprochen sowie bei der Gemeinderatssitzung eine Unterschriftenliste vorgelegt. „Für die Anlagen liegt bisher kein Bauantrag von der Betreiberfirma vor“, weiß Andreas Nedo. Der Bau der neuen Anlagen sollte laut Gesprächen außerhalb der Gemarkung der Gemeinde Vierkirchen erfolgen.
             Protest gegen Verbau von Sicht und Geräuschpegel
  Das Vorranggebiet Windenergie befindet sich zum Teil auf Löbauer Flur. Den Tettaern würde die Anlage bei einem Aufbau „direkt vor der Nase stehen.“ Die Initiative wehre sich gegen die verbaute Sicht und eventuelle Geräuschbelästigung. „Ich teile die Sorgen der Bürger“, sagt der Bürgermeister, der deshalb Gespräche mit der Betreiberfirma Boreas suchte. Als Kompromissvorschlag steht, eine Windkraftanlage im schon vorhandenen Feld zu errichten. Man müsse eine gute Lösung finden. „Wir sind auf dem Weg dazu“, so Andreas Nedo.