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Hier finden Sie alle Artikel chronologisch geordnet bis Dezember 2003.

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Sächsische Zeitung / Weißwasser
Dienstag, 23. Dezember 2003

Ein Fest, das der Familie gehört / Ein Usbeke möchte das deutsche Weihnachten nicht mehr missen
Von Bernhard Donke

Für Barat Chashajew, ein Usbeke, und seine deutsche Frau Daniela ist Weihnachten ein Familienfest. Foto: B. Donke 

  Wer jetzt zur vorweihnachtlichen Zeit das Haus der Familie Chashajew in Vierkirchen-Prachenau betritt, wird kaum Unterschiede in der weihnachtlichen Dekoration der Räume zu anderen deutschen Familie ausmachen. Da steht ein Adventskranz mit vier Kerzen und ein weihnachtliches Gesteck mit Kerzen genauso auf dem Tisch wie bunte Weihnachtskalender und Weihnachtssterne, die die Kinderzimmer der beiden Kinder Samira und Asim schmücken. Auch adventliche und weihnachtliche Musik ist im Haus zu hören. – Bis auf einen Unterschied, dass bei Chashajews keine christlichen Weihnachtssymbole, wie zum Beispiel eine Krippengruppe zu finden sind.

Ohne religiöse Erziehung aufgewachsen
  „Ich und mein Mann Barat sind ohne religiöse Erziehung aufgewachsen. Deshalb fehlt uns jeglicher Bezug zu diesen christlichen Dingen“, sagt Daniela Chashajew. Und auch unsere Kinder erziehen wir so. Trotzdem feiern auch wir das Weihnachtsfest wie in tausenden anderen Familie in Deutschland, nur eben ohne jegliche religiöse Bedeutung“, sagt die studierte Finanzexpertin und Mutter von zwei Kindern im Alter von vier und sieben Jahren.
  Auch ihr Mann, ein gebürtiger Usbeke, sieht im Weihnachtsfest ein Fest der Familie. „In der vorweihnachtlichen Zeit und auch in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nimmt man sich schon etwas mehr Zeit für die Kinder und die Familie. Da wird gemeinsam gebacken, gebastelt, gelesen und sich sehr viel mit den Kindern beschäftigt. Also eine richtige Familienzeit. Da kommt dann auch öfters Besuch von Freunden und Verwandten. Oder man geht einmal auch Freunde und Familienmitglieder besuchen. Am 24. Dezember wird früh der Weihnachtsbaum geschmückt, und abends kommt der Weihnachtsmann für die Kinder zur Bescherung. Also eine richtig deutsche Weihnacht wird bei uns gefeiert“, sagt der Familienvater. „Selbst der Weihnachtsbraten darf an den beiden Feiertagen nicht fehlen. Das wäre eine Katastrophe...“, fügt er noch hinzu.

Eine neue Erfahrung
  Dabei ist für den aus dem usbekischen Samarkand stammenden Mann das Weihnachtsfest erst seit einigen Jahren eine neue Erfahrung. Während seines Studiums 1985 lernte er seine heutige Frau Daniela, die ebenfalls in Moskau Ökonomie studierte und aus Bautzen stammte, kennen. Mit ihr und den anderen deutschen Studenten, die damals alle aus der DDR kamen, feierte er das erste Mal 1985 das traditionelle deutsche Weihnachtsfest in Moskau.
  „Für mich eine ganz neue und sehr interessante Erfahrung. Ich erlebte ein Brauchtum wie ich es bisher nie kannte. Gleichzeitig war ich auch fasziniert über dieses Fest, da es etwas Vergleichbares in meiner usbekischen Kultur nicht gibt.“ Noch größer wurde Barats Staunen, als er 1989 ein Jahr nach der Heirat mit Daniela in die DDR kam.
  „Hier sah ich zum ersten Mal auch die vielen buntgeschmückten Straßen, Schaufenster und die bunten Weihnachtsmärkte. Es war für mich schon etwas überwältigend dieser Anblick der Vielfalt der Lichter“, erzählt der Usbeke.
  So richtig wurde Weihnachten erst als Tochter Samira 1996 geboren wurde und die Familie in ein neues Eigenheim nach Prachenau zog. Mit der Tochter und den später geborenen Sohn Asim wurde das Weihnachtsfest erst zum Familienfest. „Ich finde, Weihnachten und die Adventszeit ist eine wunderbare Erfindung, vor allem für die Kinder. Sie freuen sich doch am meisten auf diese Zeit, und natürlich auf den Weihnachtsmann und seine Bescherung“, sagt er und seine tiefschwarzen Augen strahlen freudig.

Kein vergleichbares Fest in Usbekistan
  „Bei uns in Usbekistan, das ja bekanntlich ein moslemisches Land ist, gibt es kein vergleichbares Fest, sieht man einmal vom ,Haid-Fest´, einem Frühlingsfest ab. Das aber ist mehr mit dem deutschen Osterfest zu vergleichen. Zu diesem Fest werden Hühnereier bunt gefärbt, und alle Frauen und Mädchen machen sich hübsch und schmücken sich mit ihrem traditionellen Schmuck.“ Ein weiterer Unterschied besteht auch noch: „Bei uns in Usbekistan feiert das ganze Dorf mit seinen Einwohnern. In Deutschland feiert man fast allein im Kreis der eigenen Familie. Trotzdem, würde Weihnachten plötzlich wegfallen, da würde auch mir etwas fehlen“, sagt er, denn: „Ich habe mich schon so sehr daran gewöhnt an all den bunten Trubel in dieser Zeit.“

 

Sächsische Zeitung
Dienstag, 23. Dezember 2003

Lieder und Geschichten auf Reisen / Vierkirchner Schüler zeigten Weihnachtsbräuche aus der Region der niederschlesischen Oberlausitz
Von Bernhard Donke

Die Vierkirchener Schüler zeigten in ihrem weihnachtlichen Programm auch eine kleine Weihnachtsgeschichte, die von einen Apfel, einem Tannenbaum, einem Pfefferkuchen und dem Licht erzählt. Foto: Bernhard Donke 
  Etwas überrascht war schon die Schulleiterin der Grundschule Vierkirchen in Buchholz, Gudrun Koch, über die Einladung aus dem Gymnasium Siedlecin aus Jezow-Sudecki, der Partnergemeinde von Vierkirchen. Doch die Einladung enthielt auch eine Bitte an die Schüler und Lehrer. Sie sollten im Rahmen des Projektes „Sitten und Bräuche zur Weihnachtszeit“ Weihnachtsbräuche aus Deutschland und insbesondere aus der Lausitzer Region zeigen und aufführen.
  Wer könnte das besser als die Mitglieder des Schulchores der Grundschule unter der Leitung von Irmtraudt Biele? So studierten die dreizehn Mädchen und Jungen des Schulchores schon Wochen vor ihrer Fahrt in das polnische Nachbarland zu ihrer Partnergemeinde Bräuche und Sitten aus der Lausitz ein. Ein nicht immer ganz leichtes Unternehmen für die Chorleiterin Irmtraudt Biele und ihre Sänger. Viele Weihnachtsbräuche und Weihnachtsgeschichten sind ja in den letzten Jahren und Jahrzehnten untergegangen oder wurden einfach vergessen. Doch da waren auch die Eltern und Großeltern sehr hilfsbereit, wenn es darum ging, altes Weihnachtsbrauchtum wieder aufzufrischen. Nach wochenlangem Üben und Proben stand dann das Programm mit den Weihnachtsbräuchen, Weihnachtsliedern und Weihnachtssitten. Schulleiterin Gudrun Koch und Vierkirchens Bürgermeister Andreas Nedo begleiteten die Schar in die polnische Partnergemeinde von Vierkirchen. Zwei Kleinbusse stellte die Gemeindeverwaltung zur Verfügung. Diese brachten dann die Schüler nach einer dreistündigen Fahrt ins polnische Jezow-Sudecki.
  Hier wurden die Schüler und ihre drei erwachsenen Begleiter aufs Herzlichste vom Lehrerkollegium und den Gemeindehonoratioren begrüßt. Mit im Gepäck hatten die Vierkirchner Grundschüler auch selbstgebastelten Weihnachtsbaumschmuck. Diesen haben sie im Anschluss an das Vorstellen von Weihnachtsbräuchen und Weihnachtsgeschichten aus ihrer Heimat an den Weihnachtsbaum des Gymnasiums angehängt. Bei dieser Arbeit wurden sie auch tatkräftig von ihren Gastgebern, den Schülern des polnischen Gymnasiums, unterstützt und einer tschechischen Schuldelegation unterstützt. Die weilte ebenfalls auf Einladung des Gymnasiums in Jezow-Sudecki. Überrascht waren die Vierkirchner, das sowohl von den polnischen als auch tschechischen Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsbräuchen viele mit denen bei und in der Oberlausitz übereinstimmten.
  Etwas Besonderes hatten sich die polnischen Gastgeber dann auch noch für diesen Tag ausgedacht. Sie reichten ihren Freunden und Partnern aus Vierkirchen ein Weihnachtmahl ,wie es bei ihnen speziell in Jezow-Sudecki am 24. Dezember dem „Heiligabend“ in fast allen Familien auf den Festtisch kommt. Sicher war dieses 12-Gänge-Menü, bestehend nur aus dem, was im Garten und auf dem Feld wächst sowie mit Fisch, nicht Jedermanns Geschmack, doch man wollte ja nicht unhöflich sein und langte deshalb kräftig zu. Am Schluss dieses erlebnisreichen Tages hatten die Vierkirchner neben neuen geschlossenen Freundschaften auch einen ausgefüllten Tag erlebt.
  Irmtraudt Biele, Chorleiterin des Schulchores der Vierkirchner Grundschule, bringt die Eindrücke die ihre Schüler und sie hier erlebten auf den Punkt: „Ich habe so etwas zum ersten Mal erlebt und bin überrascht und überwältigt von der Gastlichkeit und der Herzlichkeit der polnischen Gastgeber. Solche Veranstaltungen sollten öfter gemacht werden, auch von der deutschen Seite aus, damit endlich die noch herrschenden Vorurteile von deutscher wie auch polnischer Seite abgebaut werden.“

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 18. Dezember 2003

Eine spielerische Initiative
Von Lieselotte Donke

Zu einem gemütlichen Spielabend in den Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung Vierkirchen hatte die "Initiative für ein aktives Melaune" eingeladen. Es gab einen Wettstreit am Schachbrett ebenso wie beim Halma oder "Mensch ärgere dich nicht!" Die Melauner kamen zahlreich, doch es waren meist Mütter mit Kindern, während die Ehegatten wohl zum gleichen Zeitpunkt beim Skatturnier des SV Meuselwitz weilten. Doch machte es ihrer Spielfreude keinen Abbruch, zumal sich mit Herbert Riedel, einer der wenigen männlichen erwachsenen Teilnehmer, um wärmende Getränke wie Grog und Glühwein redlich kümmerte. Foto: Lieselotte Donke

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 18. Dezember 2003

Die Knirpse der Kindertagesstätte in Arnsdorf, die ebenso wie die Melauner Einrichtung zum Kinderkreis Vierkirchen e.V. gehört, fühlen sich nicht nur im Haupt-, sondern auch im Spielhaus auf dem Außengelände wohl. Foto: Constanze Prause 

Betreuung in großer Runde / Verschiedene Institutionen sind Träger von zwei Kindertagesstätten
Von Constanze Prause

  Seit fast vier Jahren besteht der Kinderkreis Vierkirchen e. V. Durch diesen werden in der Arnsdorfer und Melauner Einrichtung derzeit 62 Kindergarten- und Hortkinder betreut. Grund für die Gründung des Kinderkreis-Vereins war, dass in Vierkirchen zu diesem Zeitpunkt die Kommune nicht mehr die Trägerschaft für beide Kindertagesstätten (Kita) übernehmen konnte, erzählt der Arnsdorfer Pfarrer Andreas Fünfstück. Ein Jahr zuvor wurde die Arnsdorfer Einrichtung für einen kürzeren Zeitraum vom Görlitzer Diakoniewerk Salem getragen. Diesen Part übernahm ab 1999 die Kirchgemeinde Arnsdorf. Der Melauner Kindergarten dagegen lag weiterhin in kommunaler Hand. „In dieser Zeit“, so der Pfarrer, „überlegten beide Häuser, in welcher Form die Einrichtungen zu halten sind.“ Wichtig machte sich dies, um die ländliche Kommune nicht zu einem reinen Wohndorf zu stilisieren. Das hätte passieren können, wenn eine Kita weggefallen wäre. „Einrichtungen für Kinder prägen die Infrastruktur“, weiß Andreas Fünfstück.

Viele Mitglieder haben gleiches Ziel
  „In Zeiten der Stagnation, in denen nichts mehr möglich schien, haben wir etwas möglich gemacht“, schiebt der Pfarrer hinterher. Der Erhalt der dörflichen und christlichen Tradition habe dabei im Vordergrund gestanden. So schlossen sich als Träger die Gemeinde Vierkirchen, der Ortslandfrauenverein Melaune, der Sportverein Arnsdorf-Hilbersdorf, die evangelische Kirchgemeinde Arnsdorf, der Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte und zwei Einzelpersonen zusammen. Mehrere Mitglieder mit einem gemeinsamen Nenner setzen sich seit dieser Zeit gemeinsam für die Zukunft der Gemeinde und der Kinder ein. So konnte die Zahl der zu betreuenden Kinder seit der Gründung um zwölf erhöht werden. Es gibt eine Krabbelgruppe für die Allerkleinsten, die abwechselnd einmal wöchentlich in den Einrichtungen stattfindet. „Bei diesen Treffen können die Kinder und ihre Eltern das Angebot der Häuser kennen lernen“, erzählt der Pfarrer, der zugleich Vereinsvorsitzender ist. Neben dem Kindergartenalltag findet eine Betreuung der Hortkinder bis zur vierten Klasse statt. Die Arnsdorfer haben sogar ihren eigenen „Freizeit-Action-Club“ gegründet, der für alle Kinder offen steht. Hier haben sie die Möglichkeit zum Spielen, Basteln oder Herumtollen. Und die Nutznießer der Kita sind zudem beim jährlichen Vorfilm im Arnsdorfer Landkino mit Begeisterung als „Jungschauspieler“ zu erleben. In Melaune dagegen ist die Herbstwanderung mit Kind und Kegel samt der Feuerwehrkapelle einer der Jahreshöhepunkte. Der Kinderkreis arbeitet mit allen Institutionen der Gemeinde, des Landkreises und der Evangelischen Kirche der Schlesischen Oberlausitz zusammen. Er arbeitet nach den Richtlinien des Kinder- und Jugendhilfegesetzes und des Sächsischen Kindertagesstättengesetzes.

Diese Form ist in der Region einmalig
  In dieser Form dürfte solch ein Kinderkreis in der Region einmalig sein. Zumindest hat Pfarrer Fünfstück noch nichts von einer gleichen Konstellation der Träger gehört. So ein Modell funktioniere allerdings nur auf dem Dorf. Hier gebe es personelle Überschneidungen durch die Vereins- und Kinderkreisarbeit.
  „Wir können zusammen die Kräfte für ein gemeinsames Engagement bündeln“, sagt Andreas Fünfstück. Das soll in Zukunft weiter beibehalten werden, denn diese Form der Trägerschaft habe sich im Laufe der Jahre bewährt.

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 17. Dezember 2003

Klaus Isert, einer der Initiatoren des Bürgerprotestes. Er möchte nicht, dass die Natur in der Melauner Schöpsaue zerstört wird. Fotos: B. Donke 

Schöpsaue soll unberührt bleiben / Umweltbewusste Bürger protestieren gegen den Standort des Freilichtmuseums für slawische Frühgeschichte
Von Bernhard Donke

  Melauner Bürger machen mobil gegen den Standort des Freilichtmuseums für slawische Frühgeschichte. Das Museum ist ein Projekt des Milzener e.V. Der Verein hat die Schöpsaue hinter dem Melauner Wehr – zwischen dem Schwarzem Schöps, der Lache und den angrenzenden Waldflächen – als Gelände für sein Vorhaben ausgesucht.
  Der Protest äußert sich in einer Unterschriftensammlung. Die Liste wurde dem Bürgermeister übergeben.
Die SZ sprach mit zwei Initiatoren des Bürgerprotestes, Klaus Isert und Lothar Kleint. „Mit dem Konzept des Milzener Vereins für das Freilichtmuseum könnten wir noch leben“, sagen Lothar Kleint und Klaus Isert. Schwer im Magen liege ihnen und vielen Melaunern aber der Standort des geplanten Freilichtmuseums – die Schöpsaue. Das ist ein einzigartiges Gelände mit einem reichhaltigen Vorkommen an seltenen Pflanzen und Tieren. Dank der verbesserten Wasserqualität des Schwarzen Schöps und der Lache in den vergangenen zehn Jahren sowie der Ruhe, sind Waldkauz und Pirol, aber auch Schildkröte, Rotbauchunke, Erdkröte und Schlangen in der Gegend zu finden. „Hier ist die Natur zu sich selbst zurückgekehrt. Warum soll ein einzigartiges Biotop jetzt zerstört werden?“, fragen Klaus Isert und Lothar Kleint.

Camps auf Feuchtwiesen
Die Milzener campierten an Wochenenden oder Feiertagen auf den Feuchtwiesen in der Schöpsaue. Hier gab es Lagerfeuer, und es ging laut zu, wenn Vereinsmitglieder Kampfszenen aus der Zeit der Slawen mit den entsprechenden Waffen wie Speere, Schwerter und Schilde probten.
  Da es sich bei der Schöpsaue um eine seggen- bzw. binsenreiche Nasswiese mit angrenzendem Wald handelt, steht dieses Gebiet unter besonderem Schutz. Der Standort des Freilichtmuseums ist außerdem Überflutungsgebiet des Schwarzen Schöps und der Lache bei Hochwasser. „Diesbezügliche Gebiete sind laut dem Sächsischen Wassergesetz für den schadlosen Abfluss der jährlichen Hochwasser freizuhalten. Also muss die Melauner Schöpsaue als zusammenhängender örtlicher Wald- und Wiesenbereich in seinem jetzigen Zustand bestehen bleiben“, wissen die Initiatoren des Bürgerprotestes Isert und Kleint. Und sie fügen hinzu: „Trotz der Bedenken halten wir und die protestierenden Bürger die Idee des Milzener Vereins für begrüßenswert.“ Alles, was den Ort attraktiver macht und die Melauner an ihre Heimat bindet sowie Auswärtige anlockt, werde man unterstützen.
Erdarbeiten gestoppt
  Klaus Isert und Lothar Kleint sehen die Melauner Bürgerbewegung in guter Gesellschaft. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Bautzen, habe sich ebenfalls mit einer Stellungnahme gegen das Vorhaben an der Schöpsaue ausgesprochen. Der Bund ist bereits aktiv geworden, als die Milzener zu Pfingsten in der Schöpsaue mit Erdarbeiten, unter anderem mit dem Ziehen von Entwässerungsgräben, begonnen haben. Die Arbeiten wurden gestoppt. Die Untere Naturschutzbehörde hat verfügt, den Urzustand wieder herzustellen. Für eine gefällte Eiche und eine Schwarzerle war es aber zu spät.
  Deshalb wird an den Bürgermeister, den Gemeinderat sowie an alle Beteiligten appelliert, das Projekt an dem Standort abzusagen und den Milzenern einen alternativen Standort anzubieten.

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 13. Dezember 2003

Gegenwind in Vierkirchen
Bürgerprotest gegen Standort von Windkraftanlagen / Betreiberfirma lässt sich mit einer Antwort Zeit

Von Bernhard Donke

In Vierkirchen, speziell im Ortsteil Tetta, sowie auch in Neukunnewitz (Landkreis Zittau/Löbau) formiert sich Widerstand gegen den Standort von zwei Windkraftanlagen

  „Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir sind nicht gegen die alternative Energieerzeugung durch Windkraftanlagen. Unser Protest richtet sich allein gegen den von der Betreiberfirma Boreas (Dresden) geplanten Standort für zwei neue Anlagen, unmittelbar am Ortsrand von Tetta“, sagt Frank Ender. Er ist einer der Initiatoren des Bürgerprotestes. Diesem haben sich fast alle Bürger des Ortes und der Nachbargemeinde Neukunnewitz angeschlossen.
  Als Ende der 90er Jahre in Melaune das Windfeld mit acht Windkraftanlagen geplant und auch teilweise realisiert wurde, hatte man noch die teils unangenehme Veränderung des Umfeldes noch hingenommen. Auch im guten Glauben, auf Grund der Zusicherung und Zusage seitens der Betreibergesellschaft, dass es hier zu keinem Bau von weiteren Windkraftanlagen kommen würde. Nun aber erfuhren die Bewohner auf Umwegen, dass die Betreibergesellschaft doch den Bau von zwei neuen Windkraftanlagen plant. Dagegen wollen sie sich nun mit einer Protestaktion wehren, sammelten auch schon zahlreiche Unterschriften.
  Christine Lachnit wohnt in dieser Region. Auch sie schließt sich den Protesten an: „Aus welchem Fenster ich auch aus meinem Haus schaue, ich sehe nur sich drehende Windräder. Der freie Blick in die Natur und auf das Oberlausitzer Bergland ist kaum noch möglich. Sollte es doch noch zum Bau der zwei geplanten Windkraftanlagen kommen, dann ist selbst der letzte freie Blick auf den Löbauer Berg verbaut.“ Doch nicht allein der freie Blick, auch das Geräusch der Anlagen ist, so sagen viele Anwohner, „kaum noch zu ertragen“. Und besonders schlimm ist es dann noch bei Sonnenschein mit der Schattenwerfung. „Ich empfinde es als psychischen Terror, sollten die geplanten Anlagen gebaut werden“, schimpft Christine Lachnit.
  Auch Familie Wünsche aus dem benachbarten Löbau-Neukunnewitz hat ihre Probleme mit den schon bestehenden Windkraftanlagen. Tochter Doreen (17) kann Lärm und das Geräusch der sich drehenden Windräder nicht mehr ertragen: „Besonders schlimm ist es bei Nacht, wenn ich dadurch keinen Schlaf mehr finden kann.“
  In einem Protestschreiben, an die Betreiberfirma, das Landratsamt Zittau-Löbau, den Stadtrat Löbau, dem Regierungspräsidium und den Regionalplanungsverband Bautzen, wehren sich jetzt die Bürger der beiden betroffenen Orte gegen den geplanten Standort der neu zu bauenden Windanlagen. Dabei werden sie vom Ortschaftsrat Buchholz-Tetta und dem Landesverein „Sächsischer Heimatschutz“ unterstützt.
  In einer Eingabe an den Gemeinderat Vierkirchen bringen sie ihre Zweifel und Sorgen, die mit der Erweiterung des Windparks auf sie zukommen werden, zum Ausdruck: „In tiefer Sorge um die Zerstörung unseres natürlichen Umfeldes.“
  Bisher haben die Einwohner auf ihr Protestschreiben nur eine Antwort vom Umweltamt des Landratsamt Zittau-Löbau erhalten. Diese besagt, das nach der Regionalplanung noch zwei Windkraftanlagen, auf die zur Gemeinde Löbau-Neukunnewitz gehörende Fläche, die unmittelbar an die Ortsgrenze von Tetta reicht, gebaut werden könnten. Alle anderen Behörden und Institutionen schweigen sich bisher noch aus. Nicht einmal die Betreiberfirma hat sich bei den Bewohnern von Tetta gemeldet, um endlich Klarheit zu schaffen, wie Frank Ender berichtet.
  Noch sind die Einwohner guter Hoffnung, das ihr Protest letztlich zu einem Erfolg führen wird, und damit sie in ihrer Lebensqualität keine weitern negativen Einschnitte hinnehmen müssen. Bis dahin, so Ender, „protestieren wir weiter!“

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 13. Dezember 2003

Mit Freude nimmt Oma Gisela von ihrer Enkelin Melanie das kleine gebastelte Geschenk entgegen. Foto: Donke 

Ein Dankeschön an Oma und Opa / Schüler aus Vierkirchen bedankten sich bei ihren Großeltern

Im Klassenraum der 2. Klasse der Grundschule Vierkirchen in Buchholz, in dem eigentlich lernen angesagt ist, herrschte am Montag ein buntes Treiben. Auf den Schulbänken saßen diesmal nicht die Grundschüler, sondern deren Großeltern. Vor der Schultafel agierten mit Liedern, Gedichten und lustigen Sketchen ihre Enkel. In einem bunten Programm bedankten diese sich bei ihren Großeltern für ihr Engagement, das sie ihren Enkeln entgegenbringen. Mit viel Fleiß und vielen Übungsstunden, wobei so mancher Tropfen Schweiß geflossen ist, hatten die Schüler und ihre Klassenleiterin Ines Wilhelm ein amüsantes Programm einstudiert. War es nun das Spiel der Mäuse mit der Katze oder der Sketch mit der Großmutter und der ungezogenen Enkeltochter – es gefiel den Zuhörern bestens. Doch allein mit Liedern und Geschichten wollten die Schüler ihre Großeltern nicht nur erfreuen. In einer Bastelstunde vor diesem Oma-Opa-Tag hatten sie sich mächtig angestrengt und ein kleines Geschenk angefertigt. Dieses übergaben sie ihnen am Ende ihres kleinen Programms. Mit Staunen vernahm da so manche Oma und mancher Opa, dass ihr Enkel doch auch sehr geschickte Finger und viel Kreativität besitzt.

Bei einer Kaffeetafel, zu der die Mütter der Schüler mit selbstgebackenem Kuchen und Kaffee beitrugen, ging dieser Oma-Opa-Tag zu Ende. Großmutter Christine sagte im Anschluss sicher stellvertretend für alle Großeltern: „Und ich glaube auch, dass es den Kindern selbst sehr viel Spaß gemacht hat, uns etwas vorzuspielen.“ (bd)

 

Sächsische Zeitung
Freitag, 12. Dezember 2003

Segenreich seit 300 Jahren

Die Buchholzer Kirche feiert im kommenden Jahr ihr 300-jähriges Bestehen. Mit Sicherheit ist die Kirchgemeinde noch einige hundert Jahre älter, aber das Gotteshaus wurde 1703 ein Raub der Flammen. Danach wurde es 1704 in seiner noch heutigen äußeren Form wieder aufgebaut. Dieses Jubiläum wird die Kirchgemeinde Buchholz / Tetta im kommenden Jahr in einer würdigen Weise begehen. An einem entsprechenden Festprogramm wird schon gearbeitet, wie Pfarrer Helmut Törne sagte.  Foto: L. Donke

Sächsische Zeitung
Dienstag, 11. Dezember 2003

Große Augen machten die Arnsdorfer Filmfreunde beim Kino-Abschluss in der Pfarrscheune   Foto: Autorin 
Kuscheldecke fürs Scheunen-Kino / Filmvorführung und selbstgedrehte Vorfilme schaffen einzigartiges Ambiente
Von Constance Prause

Eingepackt mit Mützen, Schals und Handschuhen sitzen rund 150 Besucher im "Klapperkino". Die Hände und den Bauch wärmen Glühwein oder heißer Tee. Wer friert, bekommt am Eingang des Arnsdorfer Landkinos eine kuschelige Decke aus dem großen Weidenkorb. Und wer das Zittern trotz aller wärmenden Vorsorgemaßnahmen nicht unterdrücken kann, auf den warten draußen Schweden- und Lagerfeuer. Eben ein Kino, in dem man obschon niedriger Temperaturen doch nicht mit den Zähnen klappern muss. Es ist mittlerweile die fünfte Saison für das Arnsdorfer Landkino, die mit dem Klapperkino zu Ende gegangen ist. Hier werden seit 1999 Filme unterschiedlichster Couleur gezeigt. Vom Drama über die Komödie, Spiel- und Action- oder Kinder- und Jugendfilmen ist für alle etwas dabei. Auf noch eine Besonderheit kann die ehemalige Scheune auf dem Pfarrhof blicken: Jedes Jahr drehen die Arnsdorfer ihren eigenen Vorfilm. Über den Winter setzt sich eine Gruppe von Leuten zusammen und schmiedet die Ideen für das nächste Drehbuch. "Dann sprechen wir eventuelle Darsteller an", erzählt Andrea Gloger vom Verein für Kirchenbau- und Dorfgeschichte. 

Arnsdorf sticht Leipzig bei Olympiade aus
Der Verein und die Kirchgemeinde sind Hauptinitiatoren für das Projekt. Diesmal sind 80 Personen als freiwillige Schauspieler engagiert worden. Alle Darsteller stammen aus Arnsdorf und der Umgebung. Sogar der Kinderkreis und die freiwillige Feuerwehr spielen wichtige Rollen. Das Thema, welches im Sommer Premiere hatte, heißt: "Feuer und Flamme für Arnsdorf". Arnsdorf wird anstelle von Leipzig Olympiadorf. Neben Bürgermeister Andreas Nedo, Pfarrer Andreas Fünfstück, dem Feuerwehrmann Reinhold Kosan spielen die Altgötter Hera und Zeus eine tragende Rolle. Die drei "Gemeindeoberhäupter" empfangen Delegationen des Internationalen Olympischen Komitees. Ein Chinese kommt per Fahrrad und futuristischer Kopfbedeckung angereist. Das Komiteemitglied aus Afrika lässt sich im tarnfarbenen bemaltem Trabant chauffieren. Oder der Texaner reitet auf einem - auf den ersten Blick fast echt wirkendem - Strauß auf den Pfarrhof ein. In der Endwertung landet der kleine Ort laut ZDF - Quote vor Leipzig als Austragungsort. 

Landesinstitut hält viele Filme parat
Für exzellente Dreh- und Schnitttechnik sorgte der Leipziger Kameramann Rolf Sondershaus. Danach gibt es Spaß mit dem Trickfilm "Ice Age". Auch ansonsten stehen in der Kinosaison bekannte Filme auf dem Programm. Möglich macht das der Sächsische Kinder- und Jugendfilmdienst Chemnitz mit der Görlitzer Regionalstelle beziehungsweise ein Filmverleih. In der Sommer- und Herbstsaison laufen etwa 35 Filme. "Aber wir sind keine Konkurrenz für andere Kinos", sagt Andrea Gloger. Der Komfort ist ein vollkommen anderer. "Bei uns ist es besonders urig und gemütlich."

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Sächsische Zeitung / Niesky
Dienstag, 18. November 2003

Sven Gutsche und Cindy Strehle (v. l. n. r.) von der Jugendfeuerwehr Vierkirchen lassen sich vom Maschinisten der Nieder Seifersdorfer Feuerwehr Torsten Stricker (ganz rechts.) den Rettungs- und Bergungskomplex Schere/Spreizer genau erklären, der bei der Bergung von eingeklemmten Unfallopfern zum Einsatz kommt. Foto: V. Donke 
Genau erklärt, wie Technik funktioniert
/ Vierkirchener Jugendfeuerwehr besuchte die Nieder Seifersdorfer Wehr
Von V. Donke

Am Sonnabendvormittag weilten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Vierkirchen mit ihren Jugendfeuerwehrwart Marko Kosan bei den Kameraden der Nieder Seifersdorfer Feuerwehr. Das Interesse der Vierkirchener Jugendlichen galt insbesondere der Technik der Nieder Seifersdorfer Wehr, die bei Einsätzen auf der Autobahn und im Königshainer Tunnel zum Einsatz käme.
  Diese Technik wollte man sich einmal genauer ansehen und deren Funktion im Detail erklärt bekommen. Torsten Stricker, Maschinist der Nieder Seifersdorfer Wehr, hatte somit ganz interessierte Zuhörer und Zuschauer, die alles genau wissen wollten. Und ihm machte das Vorstellen und Erklären der Funktionsweise aller Rettungs- und Bergungsmittel, die seine Feuerwehr besitzt, auch viel Spaß. „Man spürte schon, dass man hier Jugendliche vor sich hat, die sich für alles genauestens interessierten. Da macht es auch Spaß, etwas noch einmal zu erklären und vorzuführen“, sagte er.
  Ihrerseits wussten auch die Jugendlichen das Engagement von Torsten Stricker zu schätzen, wie es Jugendwart Marko Kosan zum Ausdruck brachte: „Ich freue mich, und natürlich auch alle, die wir hier heute da sind, dass sich die Kameraden der Nieder Seifersdorfer Wehr die Arbeit machen, uns alle ihre Bergungs- und Rettungstechnik detailliert zu erklären und vorzuführen. Wird doch dadurch bei unseren Jugendlichen das Interesse an der Feuerwehrarbeit noch verstärkt und der Wunsch nach Qualifizierung und Weiterbildung gefördert. Ich glaube, ich dass dieser Vormittag in Nieder Seifersdorf ein erfolgreicher für unsere Jugendarbeit war“ fügte er noch abschließend hinzu. 

Sächsische Zeitung
Samstag, 8. November 2003

Viele Kinder des Hortes wollten sich noch einmal für die schöne Hort- und Kindergartenzeit bedanken. 
Abschied nach 40 Jahren / Ingrid Scholz, Kindergärtnerin mit Leib und Seele
Von Constanze Prause

Ich freue mich nicht, dass du unseren Hort verlässt“, hat Samira auf einen bunten Zettel geschrieben. Die Siebenjährige trennt sich nicht gern von Kindergärtnerin Ingrid Scholz. Diese nimmt Abschied vom Kinderkreis Vierkirchen nach über 40 Jahren im Beruf. Zeichnungen und Geschenke erhält die gelernte Kindergärtnerin. Tränen fließen auf beiden Seiten.
  Ingrid Scholz, die von 1962 bis 1999 als Leiterin des damaligen Kindergartens und danach als Horterzieherin arbeitete, wurde von Eltern und Kindern feierlich verabschiedet. Die gebürtige Holtendorferin erhielt ein Bukett aus Zweigen, versehen mit Schleifen. Auf diesen sind Fotos mit den Porträts der Jüngsten zu sehen. „Ich werde euch sehr vermissen“, sagt Ingrid Scholz.
  Die Mutter zweier Söhne erklärt, warum die vielen Dienstjahre keine Routine für sie waren: „Es sind ja ständig neue Kinder zu uns gekommen. Jedes Kind ist anders, auf jedes muss man individuell eingehen.“ Viele Eltern erinnern sich noch gern an ihre eigene Kindergartenzeit in Melaune. Mit Leib und Seele sei Ingrid Scholz Erzieherin gewesen, schwärmen sie. Keiner wäre bevorzugt worden. „Wir haben Kuchen gebacken und gebastelt“, erzählt eine Mutti. Frau Scholz und ihr Mann habe sich auch in der Freizeit für den Nachwuchs engagiert.
  Als vor vielen Jahren der Swimmingpool auf dem Kindergartengelände wegen des desolaten Zustandes schließen musste, half man aus. Und außerdem sorget Dieter Scholz für einen Rodelberg. Die Kindergärtnerin hat bei vielen Kindern den Werdegang über die Schule hinaus verfolgt. Von einem auf den anderen Tag aufhören, das fällt ihr schwer. „Ich werde die Kinder besuchen und mal eine Radtour oder Wanderung mit ihnen unternehmen“, verspricht sie beim Abschied. Das tröstet die Jüngsten ein wenig, die „ihre“ Tante Ingrid gar nicht gehen lassen wollen.

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 6. November 2003

Die Ziehharmonika gehört zu Gisela Schulze / Anderen Menschen Freude mit Musik bringen
Von Bernhard Donke

  Wenn in Arnsdorf-Hilbersdorf ein Seniorengeburtstag gefeiert wird, dann darf Hannelore Schulze mit ihrer Ziehharmonika auf keinen Fall fehlen. Seit vielen Jahre erfreut die 59-jährige arbeitslose Postangestellte bei Seniorengeburtstagen, silberner und goldener Hochzeit die feiernden Gäste mit Ziehharmonikaspiel und ihrem Gesang dazu.
  Animiert zu dieser Tätigkeit hat sie die schon verstorbene Elfriede Hilbrich aus Arnsdorf, die viele Jahre im Ort das Seniorenleben organisierte und leitete. Und sie hat diesen Schritt, den sie damals tat, bis heute noch nicht bereut. Glaubte sie doch selbst nicht daran, als sie ihre musikalische Tätigkeit begann, dass man mit solch relativ einfachen Mitteln derartig viel Freude bereiten kann.
  Doch bald wurde sie eines Besseren belehrt. „Heute macht es mir deshalb umso mehr Spaß und Freude, wenn ich sehe, wie sich die Menschen freuen, wenn ich ihnen volkstümliche Weisen und Volkslieder vorspiele und vorsinge. Oft stimmen sie dabei fröhlich mit in den Gesang ein, und vergessen dabei ihre Leiden und Krankheit“, sagt sie. „Und wenn dann noch vor allem bei älteren Bürgern Tränen der Freude und Überraschung fließen, dann sehe ich das als besten Dank an“, fügt sie noch hinzu.
  Doch nicht nur allein in Arnsdorf-Hilbersdorf bringt sie Freude, Spaß und Abwechslung in die Rentnerstuben und Häuser. Sie erfreute auch schon mit ihrer Musik und Gesang die Bewohner des Altenheims in Görlitz am Stadtpark und in der Begegnungsstätte in Görlitz -Königshufen.
  „Es ist sicher heute nicht mehr ganz alltäglich, dass sich Leute um ihre Mitbürger kümmern, und das aus reinem Idealismus“, sagt auch Vierkirchens Bürgermeister Andreas Nedo. „Deshalb schätze auch ich das Engagement von Gisela Schulze, die mit ihrer Musik und ihren erfrischenden Gesang den Senioren und älteren Bürgern, die oft nur noch ihre eigenen vier Wände kennen, Freude, Spaß und Abwechslung bringt.“
  Der Mutter von drei erwachsenen Kindern und Oma von fünf Enkelkindern macht das Musizieren für ihre Mitbürger auch richtig Spaß und Freude. Ständig ist sie beim Einstudieren neuer Volkslieder und volkstümlicher Weisen und Melodien, um ihr Repertoire zu erweitern.
  Als Autodidaktin hat sie sich das Ziehharmonikaspiel im späten Jugendalter angeeignet. Später aber auch fast wieder vergessen. Nach Jahren durch Zufall wieder auf das Instrument aufmerksam geworden, begann sie erneut zu üben und zu musizieren. Bedauerlich ist für die musikalisch Begabte nur, dass keines ihrer drei Kinder dieses Talent von der Mutter geerbt hat. So bleibt ihr nur die Hoffnung, dass wenigstens ein Enkel zur Musik findet.
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Sächsische Zeitung
Mittwoch, 29. Oktober 2003

Im Schein der Kerzen lagen die Drittklässler in Buchholz bei ihrer Lesenacht dicht gedrängt und verschlangen ihre Lieblingslektüre bis gegen Mitternacht. 
Das Lieblingsbuch im Kerzenschein / Nur das Rascheln beim Umblättern ist in der langen Lesenacht zu hören
Von Bernhard Donke

Es lag schon dunkle Nacht über Buchholz, nur die auf Sparflamme dümpelnde Dorfbeleuchtung erhellte etwas den schon schlafenden Ort. Hin und wieder hörte der aufmerksame Beobachter, der noch auf den Beinen war, zu dieser Zeit ein Käuzchen vom nahen Friedhof rufen. Doch die Stille und Ruhe täuschte. Im Klassenzimmer der 3. Klasse der Grundschule Vierkirchen herrschte zu dieser Zeit noch reges Leben. Das Rascheln der Seiten verriet: Hier wurde aufmerksam und fleißig gelesen.
Im vom Kerzenschein leicht erhellten Klassenzimmer lagen die Schüler mit ihrer Klassenleiterin Heidrun Mühle auf Luftmatratzen und Schlafsäcken im Kreis. Alle hatten sich in ihr Lieblingsbuch und ihre Lieblingslektüre vertieft, und keinem der Schüler sah man Müdigkeit an. Noch nicht. Schon seit Beginn dieses Schuljahres hatte sich die Klasse mit ihrer Klassenleiterin auf diese Lesenacht in der Schule vorbereitet. Dabei fanden sie auch Hilfe und Unterstützung bei ihren Eltern und dem Lehrerkollegium.
Während sich die Schüler am Tag der Lesenacht in den frühen Abendstunden gegen 18 Uhr in den Räumen der altehrwürdigen Schule trafen, bereiteten die Eltern schon das erste Abendessen für sie vor. Doch zum Essen kam man noch nicht. Ein Lampionumzug durch die Schulräume und den Ort war sozusagen der Auftakt zu dieser Lesenacht. Vielleicht hätte man diesen durch die Räume der Schule doch lieber lassen sollen. Denn durch den dadurch entstandenen Lärm machte man die Geister und Gespenster, die schon über 100 Jahre ihr Unwesen in den altehrwürdigen Räumen des Schulgebäudes treiben, munter. Damit die Lese-nacht aber durch ihr Treiben nicht gestört wird und man eine ruhige Nacht haben wollte, musste man die Gespenster fangen und beruhigen. Das war schwerer, als mancher der Schüler glaubte. Doch schließlich hatte man es in einer aufregenden Geisterjägerei geschafft.
Die Jagd machte hungrig, und das erste Abendessen schmeckte dann besonders gut. Mit gefülltem Bauch und gestilltem Hunger wurden die ersten Bücher gelesen. Jedes der Kinder hatte deshalb seine Lieblingslektüre mitgebracht und vertiefte sich jetzt in diese. Auch Lesen macht hungrig, deshalb wurde noch gegen 22 Uhr ein weiterer kleiner Imbiss mit Nudelsalat und Pizza für die Schüler vorbereitet. Nach diesen machte sich bei einigen der Schüler doch der Sandmann-Sand bemerkbar, und das Gähnen nahm zu. Auch wurde jetzt einigen der Schüler, die vor der Lesenacht noch prahlten, die ganze Nacht bis in den Morgen munter zu bleiben, doch bewusst, wie schön der Schlaf sein kann. Und eigentlich in diesem Alter auch sehr wichtig. Kein Wunder, dass der Schlaf auch die letzten noch tapfer lesenden Schüler spätestens nach einem „Gute-NachtPunsch“ übermannte. Kurz nach Mitternacht fielen der letzten „Leseratte“ die Augen zu.
Die ersten Morgenstrahlen weckte dann die Nachtleser, und nach einem kräftigenden Frühstück ging es mit vielen neuen Eindrücken zu Muttern nach Hause. Und selbst die zwei wegen Krankheit fehlenden Kinder dürften von den lebendigen Schilderungen ihrer Schulkameraden noch lange zehren . . .

 

Sächsische Zeitung / Weißwasser
Samstag, 25. Oktober 2003

Das Ländliche hat viel Kultur zu bieten / Gedanken zum offenen Tag des Denkmals 2003 
von Reinhard Diekmann aus Niesky:
Tausende „pilgerten“ nach Görlitz. Sicherlich zu recht. Aber auch das Ländliche hat viel an gewachsener Kultur zu bieten. So der Raum Melaune – Döbschütz – Krobnitz.
In Melaune stellte der neu gegründete Geschichtsverein „Die Milzener e.V.“ die Alltagskultur der Milzener im 11. Jahrhundert dar. Diese frühmittelalterlichen Lausitzer lebten zwischen Görlitz und Bautzen. Hier in Melaune war ihr Standort am Burgberg. Die in zeltartigen mit Fellen und Tüchern ausgelegten Holzhütten sowie die Darsteller in historischer Kleidung einschließlich der Musik von „Fidelius“ unterstrichen das Flair. Die Auenfläche im Halbrund, umflossen vom Schwarzen Schöps und dahinter befindlichen Erdwällen, bietet die ideale Kulisse für den zukünftigen Bau eines Freilichtmuseums für slawische Geschichte.
Ein echter Höhepunkt war die Eröffnung eines Spielzeugmuseums für Puppen und andere Gegenstände im ehemaligen Wasserschloss Döbschütz durch Frau Rößler. Die in Eigenleistung der von Familie Rößler bisher durchgeführten Sanierungsarbeiten lassen die vielen Besucher erstaunen. Fleißige Helfer wie Herr Bronda sowie die Dachdeckerfirma GVM seien hier lobend erwähnt.
Das Wasserschloss wurde schon im Jahr 1000 unserer Zeit urkundlich erwähnt. Im Mittelalter war sogar ein böhmischer König Gast des „Hauses“. Mehrere Adelsgeschlechter war Besitzer im Laufe der Jahrhunderte. Nach 1871 fand der ehemalige preußische Generalfeldmarschall und Kriegsminister von Roon gefallen. Die Lausitz war damals in preußischer Verwaltung.
Den Kreis des eingangs aufgeführten Kulturprogramms „schließt“ das Schloss Krobnitz, das ebenfalls vorgenannten Herrn von Roon und seiner Familie gehörte. Auch hier sind Sanierungsmaßnahmen neoklassizistischen Gebäude voll im Gange, ebenso an den zum Schlosskomplex gehörenden Inspektorenhaus sowie der Schmiede. Die im Eingangsbereich des Schlosses aufgestellten Erläuterungstafeln, sowie die Ausführungen von Herrn Vogel, stellten das zukünftige 1. Treppenmuseum Deutschlands in anschaulicher Weise dar.
Am 5. Oktober diesen Jahres ist übrigens nochmals ein Tag der offenen Tür im Schloss Krobnitz, zu dem hiermit herzlich eingeladen wird.

Sächsische Zeitung
Samstag, 11. Oktober 2003

N A C H B A R L A N D

Vom Galgenberg auf die Riesengebirgs-Welle

Vor 80 Jahren begründeten Deutsche die Segelflug-Tradition in Jelena Gora

Im Sommer beging der Aeroclub Jelena Gora das 80-jährige Segelflug-Jubiläum am Fuße des polnischen Riesengebirges. Aktive Segelflieger und Fachleute aus Polen, Deutschland, der Schweiz und  Tschechien sowie tausende Schaulustige verfolgten das Spektakel.
von Arndt Bretschneider

Erstmals wurde aus Anlass des Jubiläums die deutsche Tradition gebührend erwähnt, die nach dem Ersten Weltkrieg ihre Wurzeln auch des damaligen Hirschberg hatte. Man muss wissen, dass es Deutschland nach dem verlorenen Weltkrieg durch die Siegermächte zunächst untersagt war, Motorflugzeuge – und sei es auch nur zu sportlichen Zwecken – zu fliegen. Als Folge besannen sich die ehemaligen Flieger auf die Alternative des motorlosen Segelfluges.

Vergleichbare Thermik gibt´s nur in Kalifornien

Im Restaurant „Zur Post“ (nach dem Zweiten Weltkrieg „Tokaj“) trafen sich 1921 in Hirschberg und Umgebung lebende Veteranen des öfteren beim Biere und beschlossen schließlich, auch hier das Segelfliegen zu beginnen. Als idealer Starthang war der Galgenberg bei de Ortschaft Grunau (Jezow Sudecki) den Fliegern gut bekannt. Man wählte den Südhang nicht aufs Geradewohl, sondern kannte die hervorragende atmosphärischen Bedingungen dort aus der Praxis vor und während des Krieges. Die spektakuläre Luftdynamik am Nordrand des Hirschberger Talkessels machten Grunau in ganz Europa unter den Segelfliegern bekannt.
Der mit 651 Metern günstige Galgenberg mit dem häufig wehenden aufsteigenden Westwind trägt das Segelflugzeug schnell auf 1000 Meter, und dort kann der Pilot oft auf die berühmte „Riesengebirgs-Welle“ aufspringen und höchste Höhen erklimmen. Eine vergleichsweise günstige und verlässliche Thermik gibt es nur noch in Kalifornien. Also beste Voraussetzungen dafür, dass schon in den Zeiten de Weimarer Republik viele Rekorde mit Seelflugzeugen der ersten Generation aufgestellt und dann während der Nazizeit noch überboten wurden.
So ist es kaum verwunderlich, dass die faschistische Luftwaffe ihre zukünftigen Piloten des öfteren zum Segelflug nach Grunau schickte. Zur Geschichte des Erfolges gehört aber noch mehr – nämlich der Segelflugzeugbau. In den 30er Jahren gründete der Konstrukteur Edmund Schneider in Grunau eine Werkstatt für Reparatur und Neubau von Segelflugzeugen. Können und Wissen ließen die Firma bald bekannt werden. Berühmt wurde sie mit dem „Grunau-Baby“ – einem der meistgebauten Segelflugzeuge, das bis in die späten 50er Jahre geflogen wurde.
Anlässlich der Feierlichkeiten meldete sich der betagte Sohn des Firmengründers aus Australien und gratulierte den polnischen Fachleuten zur erfolgreichen Fortsetzung der Tradition – sagte der heutige Chef Henryk Mynarski im Verlaufe des Gesprächs.

Flugzeugbauer können fast alle Typen reparieren

Die Firma steht in Jezow heute an gleicher Stelle und repariert schon über 50 Jahre zuerst Segelflugzeuge auf Holzbasis und heute auch Plastik-Typen in solider Handarbeit.
Aufträge aus aller Welt, darunter manch Oldtimer in bedauernswertem Zustand, werden hier topfit gemacht. Dabei schloss man sich mit einem anderen Zentrum des polnischen Segelflugzeugbaus - Bielsko-Biela (früher Bielitz) am Fuße der Beskiden – zusammen. Schon 1946 in den Wirren der ummittelbaren Nachkriegszeit, während der sogar tschechische Experten ein Auge auf  Jezow geworfen hatten, begann die Zusammenarbeit und führte die polnische Tradition im Segelflugzeugbau weiter bis heute.

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 11. Oktober 2003

Langfinger und Hochwasser
Notizen aus der Gemeinderatssitzung


In jüngster Zeit suchten vermehrt Langfinger die Gemeinde Vierkirchen heim. Darüber informierte Bürgermeister Andreas Nedo während der Gemeinderatssitzung. Mehrere Einbrüche und Diebstähle wurden angezeigt. Unter anderem entwendeten unbekannte Täter aus einem Wohnwagen Baumaterial. Im Laufe der Woche bestahlen Diebe zudem den Melauner Teil-Bauhof und ließen elektrische Gartengeräte mitgehen. Die Schadenshöhe betrage insgesamt über 3 000 Euro.

Einen positiven Rückblick dagegen konnte das Gemeindeoberhaupt auf den „Tag des offenen Denkmals“ im Vormonat nehmen. Von der Kommune beteiligten sich unter anderem das Döbschützer Wasserschloss und der Milzener-Verein mit dem Ortskern Melaune. Mehrere hundert Besucher ließen sich von den Angeboten locken, um einen Blick hinter die Kulissen der Anlagen zu werfen.

Über eine so genannte „Gefahrenabwehr Hochwasser“ erfolgten ebenfalls Informationen. Die Gemeinde ist verpflichtet, dazu Einsatz- und Alarmpläne zu erarbeiten. Dazu soll im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft eine Wasserwehrsatzung erstellt werden. Die Wartung der Sirenen- und Straßenanlagen kommt zur Ausschreibung. In Vierkirchen gibt es neun Sirenen und rund 300 Straßenlampen. (cp)

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 4. Oktober 2003

Bushaltestelle „Buchholz Schule“. Ob hier in den nächsten Jahren noch Grundschüler aussteigen, um den Unterricht zu besuchen, ist ungewiss. Foto: Prause 
Sicherung des Schulstandortes / Eine Fusion mit Waldhufen ist geplant
Von Constanze Prause

In vier bis fünf Jahren wird es in der Gemeinde Vierkirchen voraussichtlich keine Grundschule mehr geben. Nachdem die Arnsdorfer Schule nach der Wende aufgelöst wurde, steht das gleiche Schicksal der Buchholzer Grundschule bevor. Grund dafür sind die zurückgehenden Schülerzahlen, sagte Bürgermeister Andreas Nedo. Schon vor einigen Jahren stand die Schließung der Einrichtung aus dem selben Grund zur Debatte. „Damals konnte eine Ausnahmegenehmigung zur Weiterführung erzielt werden.

Derzeit besuchen über 60 Kinder die Schule. Damit wurde die erforderliche Schülerzahl ohne Ausnahmegenehmigung erreicht. Doch laut Geburtenstatistik der Gemeinde gibt es 2004 nur sieben Erstklässler. Erforderlich sind aber Klassenstärken von 15 Kindern. Mit der geringen Einschulungszahl sei der öffentliche Bedarf in Frage gestellt, heißt es in einem Schreiben vom Regierungspräsidium.

Derzeit führt die Gemeinde Gespräche mit dem Regionalschulamt. Dieses machte den Vorschlag, die Grundschule im Rahmen der kommunalen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Waldhufen zu sichern. „Wir haben uns mit Waldhufen eine gemeinsame Strategie überlegt“, sagt Nedo. Damit der Grundschulstandort Buchholz vorerst bis 2007/2008 bestehen bleibt, soll eine „Zweckvereinbarung“ getroffen werden. Das bedeutet, dass die Schulträgerschaft der Buchholzer Einrichtung auf die Gemeinde Waldhufen übergehen soll. Bisher war die Kommune Vierkirchen Träger der eigenen Schule.

Als Vorschlag ist nun die Zusammenlegung der einzügigen Grundschulen Buchholz und Jänkendorf in Planung. Die Nieder Seifersdorfer Mittelschule läuft in den nächsten Jahren aus. Dieses Gebäude soll zu einer zweizügigen Grundschule ausgebaut werden, die von den Schülern der Einrichtungen besucht wird. „Doch bis dahin fehlen in Buchholz die Kinder“, sagt der Bürgermeister. Die Perspektive laute, Nieder Seifersdorfer Schüler in der Zwischenzeit nach Buchholz zu holen. Dann könne bis zur Sanierung der Mittelschule, die ebenso wie Jänkendorf zu Waldhufen gehört, der Buchholzer Standort gesichert werden. Diese Gedanken seien der bisherige Entwurf. Dem stünden Vierkirchener Elternvertreter positiv gegenüber. Unterschiedliche Standpunkte zu dem Konzept habe es von Seiten der Nieder Seifersdorfer gegeben. Die besichtigten kürzlich die Buchholzer Grundschule. „Auf alle Fälle finden die Räte beider Gemeinden den Entwurf gut“, sagt Nedo. Eine Entscheidung zum Konzept muss noch in diesem Jahr fallen.

S e p t e m b e r   2 0 0 3

Sächsische Zeitung
Samstag, 27. September 2003

Es wird ein Herbst der Baumaßnahmen / Feuerwehr präsentiert im Oktober neue Technik

Mehr als 100 000 Euro werden in die Erneuerung der Dorfstraße Buchholz gesteckt. Hier entsteht derzeit ein Abwasserkanal, der bis Ende Oktober fertig sein soll. Danach erfolgt noch in diesem Jahr die Erneuerung der Deckenlage. Gefördert wird die Maßnahme zu 75 Prozent durch das Schwarzdeckenprogramm. Zwar belasteten die 25 Prozent Eigenleistung die Gemeinde erheblich, sagt Vierkirchens Bürgermeister Andreas Nedo. Doch die Gelder wurden in dieser Höhe im Vorfeld in den Haushalt eingestellt und genehmigt.

Weitere Projekte der Kommune befinden sich ebenfalls in einer „Auffrischungskur“. Die Arnsdorfer Bräuergasse sei durch Nutzung von schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen in einem schlechten Zustand. Deshalb greift hier das Schwarzdeckenprogramm. „Der Zuschlag für die Vergabeleistung wurde erteilt“, informiert der Bürgermeister. Anfang Oktober beginnen die Bauarbeiten. Fleißig gewerkelt wird vor Ort auch an der Kriegerdenkmalstraße. Hier erfolgt der teilweise grundhafte Ausbau mit einer Erneuerung der Randbereiche.

Die Außenanlage der „Alten Schule“ in Arnsdorf erhält dieser Tage seinen Bolz- und Spielplatz. Gleichzeitig entstehen Parkmöglichkeiten. „Diese Arbeiten sind Ende Oktober beendet“, informiert das Gemeindeoberhaupt. Auf dem Areal befindet sich ebenfalls das neue Feuerwehr-Gerätehaus. Dieses wird Anfang des nächsten Monats eingeweiht. Mit rund 250 000 Euro für den Bau wurden die Planungskosten nicht überschritten. Das Gebäude bietet Platz für das moderne Einsatzfahrzeug der Kameraden sowie einen Schulungsraum für die Ausbildungseinheiten der Feuerwehr.

Gleichzeitig konnte neue Technik installiert werden. Dazu zählen unter anderem eine automatische Türöffnung, spezielle Drucklufttechnik oder eine Absauganlage. Zur Einweihung dürfen Besucher diese Neuerungen einmal unter die Lupe nehmen. Die Melauner Feuerwehrkapelle sorgt bei der Eröffnung für Stimmung.

Der Bürgermeister freut sich in dem Zusammenhang über eine Besonderheit: „Für gesamt Vierkirchen ist die Erbauung des Gerätehauses eine Premiere. Seit 20 Jahren wurde in der Kommune erstmalig wieder ein öffentliches Gebäude errichtet.“ (cp)

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 18. September 2003

Ziel: moderne Schule in Seifersdorf
Waldhufen will für Vierkirchen Schulträger werden / Aus vorerst zwei Standorten soll nach Sanierung einer werden

Von Annett Preuß

Waldhufen möchte das Schulhaus samt Turnhalle in Nieder Seifersdorf sanieren und zu einem zweizügigen Grundschulstandort entwickeln. Dafür reichen die Kinder aus der Gemeinde nicht aus. Zur Zeit laufen Gespräche mit dem benachbarten Vierkirchen zur Übernahme der Schulträgerschaft. Die dortige Grundschule ist ein Wackelkandidat. Auf Grundlage einer Zweckvereinbarung sollen in einer Übergangszeit die zwei Standorte in Jänkendorf und Buchholz parallel betrieben werden. Vorgesehen ist im Entwurf, dass Nieder Seifersdorfer Kinder in Buchholz lernen.
  Einen Vorgeschmack auf die jetzt anstehenden Elterngespräche bekam Bürgermeister Horst Brückner in der Ratssitzung am Dienstag. Eltern, Lehrer der Grundschule Jänkendorf und Erzieher des Hortes nutzten die Bürgerfragestunde, um sich über die Hintergründe der geplanten Zweckvereinbarung zwischen Waldhufen und Vierkirchen zu informieren und darüber, was an Änderungen auf sie und die Kinder zukommt.
  Die gravierendste: Die Nieder Seifersdorfer ABC-Schützen sollen ab neuem Schuljahr in Buchholz eingeschult werden. Denn bis das Gebäude in Seifersdorf als alleiniger Schulstandort saniert ist, sollen die jetzigen in Buchholz und Jänkendorf parallel betrieben und dafür in der Vereinbarung zwei Schulbezirke festgeschrieben werden.
  Ein Vater ist damit gar nicht einverstanden: „Was ist in Buchholz mit Turnhalle, Sportplatz und Hort“, will er prompt wissen. Seines Wissens werden die Grundschüler nach der Schule nicht in einem Hort, sondern in der Kita Melaune betreut. Eine Turnhalle gebe es nicht. „Aus meiner Sicht ist das ein Rückschritt.“ Den wolle er für sein Kind nicht.
  „Ohne Kompromisse wird es nicht gehen“, sagt der Waldhufener Bürgermeister Horst Brückner und bietet an, mit Eltern das Buchholzer Haus zu besichtigen. Er hoffe, dass er mit vielen einen Konsens finde. Ihm sei aber auch bewusst, dass er nicht alle überzeugen werde. „Doch wir als Gemeinde müssen in die Zukunft denken und damit über die nächsten zwei, drei Jahre hinaus“, sagt Brückner. Ziel sei eine sichere, deshalb möglichst zweizügige Grundschule.
  Ohne Zuwachs an Schülern ist die angestrebte Zweizügigkeit unrealistisch. „Wir alleine können langfristig nur eine einzügige Schule betreiben“, sagt Brückner. Insofern kämen Waldhufen die Gespräche mit der Nachbargemeinde Vierkirchen entgegen. Der dortige Grundschulstandort Buchholz ist mehr als gefährdet. Wurden in diesem Schuljahr nochmals 16 Kinder eingeschult, werden im nächsten maximal sieben ABC-Schützen erwartet, im Schuljahr 2009/10 nur noch zwei.
  Eine Zweckvereinbarung bietet beiden Gemeinden eine Chance. Kommt sie zustande, müssen sich die Vierkirchener nicht von heute auf morgen von ihrer Schule verabschieden. Im Gegenzug stärken ihre Grundschüler später die Reihen in Waldhufen. Und Horst Brückner rechnet sich als Folge des freiwilligen Zusammengehens ein größeres Entgegenkommen von Seiten des Regionalschulamtes und des Kultusministerium aus. Die Warteliste auf Fördermittel für Schulhausbauten sei lang, begründet er. Ohne Zuschüsse sei eine Sanierung des Gebäudes in Nieder Seifersdorf nicht möglich. Er hoffe, dass man den Umbau bald beginnen könne.
  Die Tage der dortigen Mittelschule sind gezählt. Sie läuft 2004 aus. Der Zweckbau mit der benachbarten Turnhalle würde nach einem Umbau wesentlich bessere Lernbedingungen als das Gebäude in Jänkendorf bieten. Der Umzug ist deshalb seit vorigem Jahr beschlossene Sache. „Nun geht es darum, ob wir den Umbau ein- oder zweizügig planen“, sagt Brückner. Es sei allerdings offen, ob eine einzügige Schule am Standort Seifersdorf überhaupt gefördert werde.
  Eine Entscheidung für oder gegen eine Zweckvereinbarung mit Vierkirchen soll bis Jahresende fallen. Bis dahin sind offene Fragen zu klären, beispielsweise zu Schülertransport und Hort, Arbeitsplätzen, die da möglicherweise gefährdet sind. Ein Gemeinderat will mehr Sicherheit für Waldhufen: „Wir tragen laut Entwurf die Investitionskosten alleine und müssen sicher einen deftigen Kredit aufnehmen. Was, wenn Vierkirchen den Vertrag plötzlich löst? Dann stehen wir mit unseren Schulden da.“ Die bisherige Kostenschätzung geht immerhin von rund 2,6 Millionen Euro aus.
Die Jänkendorfer Schulleiterin Evi Koch bedauert, dass die Elternvertreter nicht früher mit einbezogen wurden: „In Vierkirchen saßen sie mit am Tisch.“
Wochenkurier 
Mittwoch, 10.09.2003
Wendenlager an der Slawenschanze
Wussten Sie, dass es in Melaune eine Slawenschanze gibt?
Der Verein "Die Milzener" und Freunde gestalten u.a., eine historische Schlacht nach. Foto: Diego Scholz
Seit drei Jahren erforscht der Verein „Die Milzener“ den aus dem 11. Jahrhundert übrig gebliebenen Ringwall. „Sogar der Name der Slawenschanze - die Merburg - ist überliefert. Und das ist selten“, weiß Diego Scholz, der 24-jährige Student an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Melauner und Vereinsvorsitzende studiert dort mittelalterliche Geschichte und Archäologie.
Diego Scholz musiziert in der Görlitzer Gruppe „Fidelius“, die sich mittelalterlicher Musik verschrieben hat. „Überall trafen wir Leute, die großes Interesse an der Geschichte des frühen Mittelalters und der Merburg zeigten.“ Die Vereinsgründung war nur dessen logische Konsequenz.
Ziel des Vereins mit seinen 20 Mitgliedern ist es, das Bodendenkmal Slawenschanze zu erwerben, es zu erforschen, Funde zu sichern und die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der Verein setzt dabei nicht auf mittelalterliches Spektakel, sondern erhebt wissenschaftlichen Anspruch.
Zwei Arbeitsfelder umfasst die Vereinsarbeit: Zum Einen geht es um die Alltagskultur im frühen Hochmittelalter. „Es besteht diesbezüglich hoher Forschungsbedarf, denn Weniges ist überliefert.“
Zum Anderen gilt es, die Forschungsergebnisse umzusetzen. „Wir betreiben experimentelle Archäologie. Das heißt, wir testen unsere Theorien und geben die wissenschaftlichen Wertungen daraus u.a. in Vorträgen, Ausstellungen und Veranstaltungen weiter.“
Eine solche Veranstaltung findet am kommenden Wochenende an der Slawenburg in Melaune statt.
Der Verein lädt in ein mittelalterliches Wendenlager ein. Beginn ist am Sonnabend, 13.30 Uhr, wenn „Fidelius“ mit mittelalterlicher Musik den Zuhörer durch ein akustisches Fenster ins Mittelalter schauen lässt.
Am Sonntag werden anlässlich des Tages des offenen Denkmals Führungen um die Merburg angeboten, ab 10.30 Uhr. Archäologiestudenten erläutern dabei den historischen und archäologischen Hintergrund zur slawischen Besiedelung im frühen Hochmittelalter.
„Ein Mittelaltermarkt mit besonders hoher historischer Qualität wird vom Verein und Gruppen aus Polen, Tschechien und Deutschland gestaltet und zeigt Handwerk, Wettkämpfe, Kampf und Musik.“ (gla)
A u g u s t   2 0 0 3

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 27. August 2003

In guter Erinnerung bleibt bei Grit Weist (links) und Roswitha Pilz ihre Arbeit als Jugendsozialarbeiterinnen in der Gemeinde Vierkirchen. Foto: B. Donke 
Nicht alle Vorgaben und Ziele verwirklicht
Grit Weist und Roswitha Pilz leisteten Jugend-Sozialarbeit für ein Jahr
Von Bernhard Donke

Als im Juli 2002 Grit Weist und Roswitha Pilz ihre Arbeit, eine AB-Maßnahme Jugendsozialarbeit in der Gemeinde Vierkirchen begannen, waren sie voller Optimismus und Zuversicht. Der Schwerpunkt ihrer zukünftigen auf ein Jahr befristeten AB-Maßnahme lag bei der Betreuung der einzelnen Jugendclubs in der Gemeinde Vierkirchen. Dabei sollte eine fruchtbringende Zusammenarbeit der Jugendclubs in Arnsdorf, Buchholz und Melaune untereinander angestrebt werden. „Obwohl uns klar war, dass eine solche Aufgabe nur schwer zu schaffen ist, hatten wir den Kopf voller Pläne“, erzählt Grit Weist. Trotz dieser Bedenken und Skepsis wurde schnell ein freundschaftliches Vertrauensverhältnis zwischen den Frauen und den Jugendlichen aufgebaut.
Das von den Jugendlichen entgegen gebrachte Vertrauen stärkte das Selbstbewusstsein der Frauen, und spiegelte sich dann auch in ihrer Arbeit wider. „Leider haben die Vorstellungen und Ideen der Jugendlichen bei der Bevölkerung und den Ortschafts- und Gemeinderäten zu selten Anklang gefunden“, sagt Grit Weist. Die Jugend brauche Vertraute und Ansprechpartner, sagt Roswitha Pilz.
So scheiterte der Versuch, einen Dachverein für alle in der Gemeinde existierenden Jugendclubs zu gründen. Dieser sollte ihre Arbeit koordinieren und ihnen bei ihrer Arbeit beratend zur Seite stehen. Allerdings fand sich keine Person, die den Vorsitz für den Dachverein übernehmen und damit auch die Verantwortung übernehmen wollte. Leider mussten auch viele Vorhaben dem Rotstift weichen, da finanzielle Mittel durch die Kommune nur begrenzt zur Verfügung standen. Trotzdem wurde viel Positives geschaffen. So gab es sehr viele Freizeitaktivitäten, vom Grillabend über eine Neißetour bis zur Betriebsbesichtigung.
Mit Arbeitseinsätzen, bei denen die Jugendclubräume renoviert wurden, bis hin zur Verschönerung des Dorfbilds waren die Jugendlichen beteiligt. Dabei wurden sie von Sponsoren materiell unterstützt. So bauten die Jugendlichen des Buchholzer Jugendclubs einen Badesteg am „Lehmloch“. Im Melauner Eisstadion wurde durch den Melauner „JC“ eine idyllische Sitzecke geschaffen und der Ausschank in der Freilichtbühne renoviert. „Wir hoffen, dass unsere Nachfolgerin Siegrid Voigt vom NOL-Jugendring das von uns Begonnene mit Erfolg fortsetzten kann und ein Dachverein doch noch zustande kommt“, sagt Roswitha Pilz.

 

Sächsische Zeitung
Montag, 25. August 2003

Ivonne Lange hat eine der Holzscheiben als begehrtes Souvenir ergattert. 

Sägen kann auch eine Kunst sein
Der Sportverein Arnsdorf-Hilbersdorf ist zufrieden mit der hohen Besucherzahl/ Höhepunkt: Timbersport
Von René Tzschoppe

Einer der Höhepunkte des Dorffestes Arnsdorf nennt sich Timbersport. Sogar ein Arnsdorfer selbst stellte die Sportart vor.
Ein buntes Schild weist bei der Einfahrt in Hilbersdorf auf das Dorffest in Arnsdorf hin. Bereits vor der Sportanlage ist ein Feld als Parkplatz abgesperrt. Und diesen Extra-Parkplatz brauchen die Veranstalter. Bereits am Freitag waren über 700 Besucher auf dem Fest. Am Sonnabend über 1 300 Besucher, trotz Eintrittsgeld.
„Wir sind zufrieden“, meint Manuela Frenzel vom Kulturausschuss des Sportvereins Arnsdorf-Hilbersdorf. Bereits seit vergangenen Oktober werde das Dorffest geplant. „Wir haben viele Aufgaben an die Sportmitglieder verteilt. So zum Beispiel der Ausschank oder den Einlass“, ergänzt sie. 130 Mitglieder zählt der Sportverein.
Besonders stolz ist sie auf die Präsentation des Timbersports am Sonntag. Sie zeigt auf einen jungen Mann im grauen T-Shirt, auf dem sein Name neben der deutschen Fahne steht. „Gunnar Poller kommt aus unserem Ort und betreibt selbst den Timbersport“, erklärt Frau Frenzel.
Poller ist im Gespräch und schaut nebenbei dem Geschehen auf der Sportfläche zu: Der Tscheche Martin Komarek spannt einen dickes Holzstamm ein, wirft die Kettensäge an und setzt sie am Holz an. Nach etwa zwanzig Minuten erkennt man schon deutlich, dass er eine etwa 60 Zentimeter hohe Eule aus dem Stamm „schnitzt“. „Martin ist der Vizeeuropameister in Timbersport“, erklärt Gunnar Poller, der junge Arnsdorfer. Das für die Säger abgesperrte Terrain ist dicht umstellt, und alles schaut mit Begeisterung auf Martin Komarek. Seine Kunststückchen sind allerdings noch nicht Teil des Timber-Wettbewerbs. Mit solchen Schnitzereien wird die Pause zwischen den Präsentationen unterhaltsam überbrückt.
Poller erklärt: „Wir haben in der Sportart sechs Disziplinen. So geht es zum Beispiel um das Durchsägen eines Stammes“, und weist darauf hin, dass es dabei lediglich um die Zeit geht. Andere Disziplinen werden mit der Axt ausgeführt. „Bei einer Disziplin ist neben der Zeit aber auch Präzession gefragt“, fährt er fort. Hierbei wird ein Baumstamm in Scheiben geschnitten, wobei die Scheiben nicht schräg sein dürfen. Der Arnsdorfer ist selbstständiger Forstarbeiter und war bereits Teilnehmer an der deutschen Meisterschaft. Damals erzielte er in der Einzelwertung den neunten Platz. Mit seiner Staffel wurde es sogar Platz eins. „Mein Ziel ist die Weltmeisterschaft, die in den USA stattfindet“, sagt er.
Und während Gunnar Poller erzählt, weist der Moderator auf der Bühne auf den nächsten Höhepunkt hin. Er verspricht am Nachmittag viel Humor und Artistik mit Chris Wolff. Manuela Frenzel freut sich. „Sogar mit dem Wetter hatten wir Glück“, sagt die Frau vom Kulturausschuss des Sportvereins.

Sächsische Zeitung
Dienstag, 19. August 2003

Holzfäller wetteifern in Arnsdorf
Beim Programm auf der Sport- und Freizeitanlage mischen prominente Sportler und Künstler mit
Von Anja Hecking

Als Gunnar Poller voriges Jahr auf dem Arnsdorfer Sportplatz den Timbersportathleten zusah, sprang der Funke über. Mit welcher Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Perfektion die Sportler das Holz mit der Säge schneiden oder der Axt schlagen – das wollte der junge Arnsdorfer zumindestens einmal ausprobieren.
Bei dem Angebot, Anfang dieses Jahres an einem Trainingscamp in Holland teilzunehmen, brauchte er nicht lange zu überlegen. Er machte mit. Ein halbes Jahr später schaffte es der 22-Jährige bei den Deutschen Meisterschaften auf Platz neun und wurde mit seiner Staffel Deutscher Meister.
Friedbert Lindner erzählt das nicht ohne Stolz. Der Arnsdorfer Unternehmer hat den Timbersport über sein Unternehmen hergeholt. Warum nicht, sagt er. „Timbersport ist mehr als Sägen.“ Friedbert Lindner weiß, wovon er spricht. Mit Sägetechnik hat er tagaus tagein in seiner Firma zu tun. Doch sein Herz schlägt auch für den Wald und den Sport. Dass all das im Timbersport zusammenfließt, erklärt, warum er das Wetteifern der Holzfäller unterstützt.
Die Stihl AG selbst – Produzent in der Sägebranche und Timbersportförderer seit 1985 – versucht seit wenigen Jahren die Sportart auch beim firmeneigenen „Gute Laune Tag“ einem breiten Publikum nahe zu bringen. Friedbert Lindner hat das Angebot im vergangenen Jahr mit einem Tag der offenen Tür seines Unternehmens in Arnsdorf verknüpft.
In diesem Jahr bekommen die Vorführungen als Bestandteil des Dorffestes einen größeren Rahmen. Umgekehrt sind sie für den Arnsdorf-Hilbersdorfer Sportverein, der das Fest ausrichtet, einer der Besuchermagneten.
Denn nicht nur der so schnell erfolgreich gewordene Arnsdorfer Gunnar Poller wird am Sonntag auf dem heimischen Sportplatz sein Können zeigen. Er tritt neben Vize-Europameister Martin Komarek und anderen gestandenen Athleten an. „Da kann man natürlich etwas lernen“, sagt der 22-Jährige, für den bei der Veranstaltung der Spaß im Vordergrund steht, denn es sei ja nichts zu verlieren.
Das hatte sich auch der Sportverein gesagt, als er in der Wendezeit versuchte, das Dorffest wieder auf die Beine zu stellen. „In kleiner Runde haben wir damals angefangen, jetzt ist das Programm viel umfangreicher geworden“, erzählt Ursula Kliem vom Kulturausschuss des Vereins.
Verein will auf dem Teppich bleiben
Beim Organisieren habe sich bereits vieles eingeschliffen, ergänzt Mitstreiterin Manuela Frenzel. Jeder im Verein, ob Jung oder Alt, hat so seine Aufgabe. „Zum Programm selbst haben sich die Meinungen im Kulturausschuss geändert.“ Bei einer Steigerung von Jahr zu Jahr sei man an einer Grenze angekommen. „Stargäste sind relativ teuer. Außerdem wollen wir auf dem Teppich bleiben. Deshalb haben wir uns schon im Vorjahr für eine bunte Künstlermischung entschieden.“
Auch Vereinschef Ludwig Günzel sieht das so. Er möchte, dass der gute Ruf des Dorffestes, der über Jahre hinweg entstanden ist, erhalten bleibt. Selbst viele ehemalige Dorfbewohner merken sich den Termin fest im Kalender vor. Jugendliche nutzen das Fest, um sich wiederzusehen, und die vielen fremden Autokennzeichen an den Fahrzeugen in den Höfen zeigen, wie weit zerstreut es vor allem die jungen Arnsdorfer hat.
Das bekommt natürlich auch der Sportverein zu spüren. Das Durchschnittsalter der 130 Mitglieder liegt zwischen 45 und 50 Jahren. „Uns fehlt eine große Gruppe von Jugendlichen, die einmal nachrücken“, sagt Ludwig Günzel. An der sportlichen Breite – Fußball, Kegeln, Tennis, Volleyball und Gymnastik – dem Engagement der Mitglieder und den selbst geschaffenen Möglichkeiten in der weiträumigen Sport- und Freizeitanlage mangelt es nicht.
Bevor hier am Sonntagvormittag die Späne fallen, stehen am Freitagnachmittag die Senioren im Mittelpunkt. Das hat so Tradition. Die älteren Bewohner aus Arnsdorf-Hilbersdorf und der Umgebung lassen sich mit selbst gebackenen Kuchen und Musik gern einmal verwöhnen, bestätigt Ursula Kliem.
Nun haben die Mitglieder des Sportvereins in den wenigen Tagen bis zum Fest noch mit den unmittelbaren Handgriffen zu tun. Übermorgen wird das große Zelt aufgebaut – auch als Schlechtwettervariante. „Nur einmal musste das Fest am Sonntag ausfallen, weil das Wasser schon durch das Zelt floss“, erinnert sich Ursula Kliem. Doch selbst da hätten die Besucher am Vorabend noch mit dem Regenschirm getanzt.
Das wünschen sich die Initiatoren natürlich für das kommende Wochenende nicht. Schon gar nicht am Sonntag, denn da rücken nicht nur die Timbersportler an.
Der Sonntag bedeutet für den Sportverein eine kleine Verschnaufpause vor den Aufräumarbeiten nach dem Fest. Denn der Sonntag, der ist und bleibt auch den Sportlern heilig.

 

Der Funke springt schnell über
In Buchholz verbrachten deutsche und polnische Jugendliche eine Woche gemeinsam
Von Constanze Prause

Sächsische Zeitung
Montag, 18. August 2003

 

Was mir so gut gefällt, ist, dass wir hier liebe Menschen treffen und sie kennen lernen können“, übersetzt Dolmetscherin und Studentin Justyna Rozanska ihrer Landsfrau Ewa Offmann-Lech. Die beiden hübschen Polinnen sitzen mit anderen jungen Leuten an einem kleinen Badesee in Buchholz.
In den Ort eingeladen hat sie der Tenne-Verein. 17 Jugendliche aus dem Nachbarland haben im Dorf mit 15 Deutschen eine Woche gemeinsam verbracht. Pfarrer Helmut Törne erzählt, wie es dazu kam. „Vor zwei Jahren war ein Freund des Vereins in Breslau. Dort hat er Kontakte mit einem Mitglied vom Kulturverein Choreia in Krysztalowice geknüpft.“
Polnischer Verein war an Partnerschaft interessiert
Choreia sei damals sehr an einer Partnerschaft mit den Tennianern interessiert gewesen. Die Zusage der Buchholzer kam spontan. Ein erstes so genanntes Multiplikatorentreffen fand in Berlin statt. Dort informierten sich beide Seiten bei einem Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppen über gemeinsame Partnerschaften.
Im März des Vorjahres war es dann soweit. Einige Tenne-Mitglieder fuhren erst zu einer Besprechung nach Krysztalowice, im Sommer dann zu zwei intensiven Kennen-Lern-Wochen. „Dort“, erklärt der Pfarrer, „wurden gegenseitige Ängste abgebaut“. Anfangs hätten die Polen das Vorurteil vom hochnäsigen Deutschen gehabt. Das konnte ebenso abgebaut werden wie andere Berührungsängste. Helmut Törne freut sich, dass in der Zwischenzeit ein reger Kontakt mit den Polen zustande gekommen ist. 

Gemeinsame Tänze zu polnischen Weisen. Die Beine zucken und da gibt es keine Unterschiede zwischen den Mentalitäten. Fotos (2): Constanze Prause

Zu Kulturveranstaltungen laden sich die beiden Vereine gern ein. „Auch einen Heizkessel hat ein Freund des Vereins Krysztalowice gespendet und diesen über die Grenze gebracht“, erinnert sich der Pfarrer. Was simpel klingt, ist für Choreia etwas Besonderes.  Denn nur knapp 100 Kilometer entfernt seien bereits die gravierenden sozialen Unterschiede zu sehen. „Der Lebensstandard ist in Polen niedriger. Man entdeckt bei so einer Partnerschaft, an wie viel Wohlstand man sich hier zu Lande schon gewöhnt hat“, sinniert Helmut Törne. Und was macht solch eine Partnerschaft sonst noch aus? In Buchholz ist es zu spüren und zu lesen. Nicht nur, dass gemeinsam auf der Zeltwiese bei der Kirche übernachtet wird. Nicht nur, dass gemeinsame Ausflüge nach Görlitz oder Dresden unternommen und zusammen gekocht oder ein kreatives Tanztheater in dieser Zeit auf die Beine gestellt wurde. Den Kirchhof und das Pfarrhaus spicken kleine Zettel: Zu Hause - na domu, Bank - lawka. Bei jeder noch so kleinsten Gelegenheit üben Deutsche und Polen die Sprache ihres Nachbarlandes im Spiel.
Im Alltag lernen sich die Sprachen viel leichter
„Dass dieses Sprachinteresse so groß ist und allen solchen Spaß macht, freut mich sehr“, lacht Ewa Offmann-Lech der Dolmetscherin zu. Die wiederum gibt ihre Begeisterung weiter. „Solche Treffen sind schön und wichtig. Hier wird mit typischen Vorurteilen gebrochen“, sagt sie und weist mit der Hand auf die kleine Wiese des Badestrandes. Da zeigt gerade eine deutsche Teilnehmerin einer zuschauenden Radlerin einen in der Woche gelernten, polnischen Tanz.
Und diese macht kurz mit und lächelt fröhlich, als sie wieder in die Pedalen tritt. Die Tänze haben alle in der Woche gemeinsam geübt. Kaum einer der Teilnehmer am Camp bleibt sitzen und lässt vielmehr die Beine im Licht der Abendsonne wirbeln.
Trotz der wunderbaren Stimmung bei einer vorangegangenen, riesigen Kaffeetafel, ist Helmut Törne ein bisschen traurig. Denn kaum einer der Dorfbewohner folgte der offenen Einladung zum Kaffee- und Teekränzchen mit leckeren Kuchenstückchen.

Sächsische Zeitung
Samstag, 2. August 2003

Klappe zu und Film ab  -   Kurzfilm mit Starbesetzung wird mitten im Dorf gedreht
Von Constanze Prause

Arnsdorf und Kino, das gehört mittlerweile zusammen. Das Landkino mit seinen Veranstaltungen ist eine feste Größe über die Gemeinde hinaus. Jetzt ist sie auch Drehort für einen Kurzfilm geworden, der im kommenden Herbst Premiere haben soll.

Diese Woche schlugen in Arnsdorf schwarze Klappen zu – die Klappen des Filmteams, das den Kurzfilm „Zur Zeit verstorben“ dreht. Drehbuchautor Thomas Wendrich war mit 25 Mitarbeitern vor Ort, um in fünf Tagen sein jüngstes Werk zu produzieren.
„Vom Autor zum Regisseur“, beschreibt Annekatrin Hendel diesen Schritt Wendrichs. Denn, einen Namen machte dieser sich bisher vorrangig als Drehbuchschreiber. Thomas Wendrich hat nicht von ungefähr die Kulisse um das ehemalige Arnsdorfer Gasthaus gewählt.
Wie die Produzentin des Streifens erzählt, stammt aus der Feder des jungen Künstlers im vergangenen Jahr der Kurzfilm „Hinten scheißt die Ente“. Dieser wurde im Landkino Arnsdorf ausgestrahlt. „Dadurch sind Kontakte zum Pfarrer der Gemeinde, Andreas Fünfstück, entstanden“, sagt die gelernte Szenenbildnerin. Gleichzeitig sei Thomas Wendrich gebürtiger Sachse. „Und nicht zuletzt entsprach der Drehort sämtlichen Vorstellungen“, so Annekatrin Hendel. Alle Motive, angefangen vom Steinbruch in der Nähe über die alte, flügellose Windmühle bis hin zum Gasthof hätten ideale Voraussetzungen für die Filmkulisse geboten. Es sei eher selten, dass sämtliche Motive direkt am Drehort liegen. Umso erfreuter zeigten sich die Schauspieler, Kameraleute und Beleuchter oder Kostüm- und Maskenbildner darüber, dass im alten Gasthof noch die DDR-Tapete und aus dieser Zeit stammende Gardinen vorhanden waren.
Die Arnsdorfer wurden auch in das Film-Geschehen eingebunden. Sei es, dass altes Kochgeschirr für die Kulisse zur Verfügung gestellt wurde oder der gesamte Drehstab vor Ort in Ferienwohnungen und Bungalows des ehemaligen Volksgutes die Woche über seine Unterkunft fand. Die Arnsdorferin Christine Pitters wird im Film zu sehen sein. Sie übernahm eine kleine Rolle auf dem Marktplatz. „Eigentlich verpflegt uns die Köchin. Bei der Motivsuche haben wir sie kennen gelernt“, erzählt die Produzentin.
Christine Pitters radelte mit Fahrrad und Gießkanne auf dem Gepäckträger durch den Ort. „So, wie wir sie gesehen haben, wird sie nun in die Geschichte mit eingebunden“, verrät Annekatrin Hendel.
Andreas Fünfstück half ebenfalls. Bestimmte Aufnahmen wurden aus einem Ballon gemacht. Die Ballonfahrt hat der Pfarrer zu seinem Geburtstag geschenkt bekommen und für diese Kameraeinstellung der Crew spendiert.
So kurz und bündig wie man sich vielleicht als Laie den Dreh eines Kurzfilms vorstellt, ist die tatsächliche Arbeit an dem Streifen nicht. Der Dreh nimmt viele Arbeitsstunden in Anspruch, obwohl am Ende nur knapp 15 Minuten Film auf der Leinwand zu sehen ist.
Im Vorfeld muss der finanzielle Aufwand abgeklärt sein. Die kulturelle Filmförderung Sachsen hat bis auf wenige Ausnahmen sämtliche Fördermittel gestrichen, ist zu erfahren. Der Mitteldeutschen Medienförderung hat der Filmstoff nicht gefallen. Im Gegensatz dazu war der Filmboard Berlin-Brandenburg begeistert gewesen. „Doch der hat derzeit eine Haushaltssperre“, erzählt die junge Frau.
Zum Glück für das Projekt stellte der sächsische Produzent Jürgen Grimmer von sigmundt.film sein Budget vorab zur Verfügung. Und das Filmteam verzichtet – trotz Starbesetzung – auf seine Gage.
Wenn alles funktioniert, wird der Film „Zur Zeit verstorben“ im Arnsdorfer Landkino im Herbst Premiere feiern. Gleichzeitig kommt er bei Filmfestivals – wie der „Berlinale“ – zum Einsatz. Untertitel in Englisch sind ebenfalls geplant, damit das Werk auch auf der internationalen Ebene gezeigt werden kann.
J u l i   2 0 0 3

Sächsische Zeitung
Montag, 28. Juli 2003

Requisiten von Geschirr bis zum Gewürzregal aus DDR-Zeiten wurden zum Teil von den Arnsdorfern für den Film zur Verfügung gestellt. Foto: Constanze Prause 
Das ehemalige Gasthaus ist ideale Filmkulisse

Szenenbildnerin Susanne Hopf und Requisiteur Sascha Strutz (im Bild) haben in Arnsdorf das ehemalige Gasthaus als Kulisse für Dreharbeiten zum Film „Zur Zeit verstorben“ ausgewählt. „Hier haben wir Originalmotive gefunden“, sagt Susanne Hopf, denn für Kurzfilme sei das Budget zu knapp, um eine Studiokulisse zu errichten. Vor Ort fanden die Künstler ihr ideales Ambiente.

Der Streifen erzählt die Geschichte eines altersverwirrten Mannes, der seine letzte Reise antritt. Der Dresdener Autor Thomas Wendrich wird sich mit dem Film als Regie-Nachwuchs vorstellen. Hauptrollen spielen Michael Gwisdek (Liebesau und Goodby Lenin), und Marie Gruber (Go Trabi Go, Polizeiruf 110). Paul Schulz, seit 40 Jahren am Görlitzer Theater, wird auch vor der Kamera agieren. (cp)

 

Sächsische Zeitung
Freitag, 18. Juli 2003

„Zur Zeit verstorben“
Kurzfilm verwandelt Gemeinde in Filmkulisse

Ab dem nächsten Wochenende verwandelt sich Arnsdorf in eine Filmkulisse. Schauspieler wie Michael Gwisdek oder Marie Gruber werden eine Woche vor Ort sein, um für den Kurzfilm „Zur Zeit verstorben“ vor der Kamera zu stehen. „Angefangen hat alles mit einer Bekanntschaft zu Thomas Wendrich“, erzählt Andrea Gloger, Vorsitzende des Vereins für Kirchenbau und Dorfgeschichte. Der Verein betreibt gemeinsam mit der Kirche das Landkino vor Ort. Der Berliner Drehbuchautor Wendrich stellte dem Landkino im Vorjahr seinen Kurzfilm „Hinten scheißt die Ente“ zur Verfügung. Das Werk erzählt in ironisch-witziger Weise vom Ossi-Wessi-Konflikt und spielt in der Lausitzer Grubenlandschaft.

Zu diesem Zeitpunkt habe der Künstler schon ein neues Drehbuch im Kopf gehabt. „Er hat sich bei uns im Dorf umgesehen und war auf der Suche nach alten Räumen für eine neue Handlung“, sagt Andrea Gloger. Mit dem alten Gasthof in Arnsdorf wurde Wendrich fündig. Dieser sei ihm samt dem Dorfplatz ideal für die Geschichte erschienen. Sein Drehstab gab das grüne Licht für die Kommune als Handlungsort. Andrea Gloger betreut die Filmleute. „Mich freut, dass nach einem Aufruf die Menschen im Ort alte Möbel und ähnliches als Requisiten ganz spontan zur Verfügung stellten“, sagt Frau Gloger. Sie hat sich für diesen Part entschieden, weil es Verbindungen zwischen einem Landkino und dem Film gebe.

Anfang der Woche fand ein Casting auf dem Pfarrhof statt. Ein Junge sollte die Möglichkeit für eine Nebenrolle im Film bekommen. Derzeit wird geprüft, welches Kind die Chance auf den Part erhält. Fest steht bereits, dass der Film 2004 im Landkino zu sehen sein wird. Die Dreharbeiten beginnen mit dem Aufbau der Kulissen am 26. Juli. Eine Woche lang arbeitet das Filmteam in der Gemeinde. (cp)

2003 wird kein gutes Erntejahr

Fast zwei Wochen früher als üblich hat Hartmut Kretschmer in Prachenau mit der Rapsernte begonnen. Der frühe Erntestart ist auf die anhaltende Trockenheit zurückzuführen, die den Raps früher reifen ließ. der Landwirt rechnet deshalb mit Minderertrag beim Raps. Foto Lieselotte Donke

Sächsische Zeitung
Dienstag, 15. Juli 2003

Das Märchen vom Schneewittchen wird von Laien professionell gespielt und erntet am Ende viel Beifall. Foto: C. Prause 
Ein Kreis für Kinder bereichert das Leben
Tag der offenen Tür und Sommerfest locken die Besucher
Von Constanze Prause

„Die Auslastung unserer Einrichtung ist gut“, sagt Sabine Lätsch. Die 40-Jährige ist Leiterin des Kinderkreis Vierkirchen e. V. In seiner jetzigen Zusammensetzung besteht der Kinderkreis seit über drei Jahren. Gegründet wurde dieser, um in den einzelnen Ortsteilen von Vierkirchen Kindertagesstätten (Kita) zu erhalten. Er betreut die Einrichtungen in Melaune und Arnsdorf. Letztere Kita sei in der Vergangenheit schon einmal kurzfristig geschlossen worden, erzählt Sabine Lätsch. Damals war die Kommune der Träger. „Mit der Übernahme in den Verein wollten wir erreichen, dass beide Einrichtungen bestehen bleiben“, so die Kindergartenerzieherin. Melaune ist Hauptstelle, Arnsdorf die Außenstelle.

Diese lud am Wochenende zu einem Tag der offenen Tür ein. Rund 100 Besucher und Mitwirkende lassen es sich nicht nehmen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Ohne die zahlreichen Helfer ist ein Fest in diesem Umfang nicht möglich. Mitarbeiter der Melauner Einrichtung sind ebenso daran beteiligt, wie die Vereine vor Ort. Aus diesen setzt sich der Kinderkreis zusammen. Der Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte engagiert sich ebenso, wie der Sportverein Arnsdorf, die Melauner Landfrauen, die Kirchgemeinde, die Kommune und Privatpersonen. Jeweils ein Vertreter davon hält die Fäden im Kinderkreis mit zusammen. „Aller zwei Wochen gibt es zudem bei uns besondere Veranstaltungen“, sagt die Leiterin. Im „Freizeit-Action-Club“ können große und kleine Kinder gemeinsam Grillen, das Landkino besuchen oder die Sportanlage zum Spielen nutzen. Die Kinder sind es auch, die das zusätzliche Freizeitangebot bestimmen dürfen.
Zum Tag der offenen Tür lassen sich die Steppkes ebenfalls von den vielschichtigen Angeboten locken. Da kann fleißig das Glücksrad gedreht, das imaginäre Feuer am Papphaus gelöscht, oder der Kriechtunnel aus Stoff durchkrabbelt werden. Daneben gibt es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Das Fest mündet in einem Höhepunkt. Die Aufführung von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ begeistert und lässt so manche Lachträne kullern. Gespielt wird das Märchen von Mitarbeiterinnen der Einrichtung, Eltern sowie Pfarrer Andreas Fünfstück als Prinz mit hölzernem Steckenpferd.
„Solch ein Sommerfest ist wichtig, um unsere Einrichtung vorzustellen“, sagt Sabine Lätsch. Derzeit nutzen 25 Mädchen und Jungen die Anlage in Arnsdorf. Die Gruppen sind altersgemischt, am Nachmittag kommen noch die Hortkinder. Außerdem gibt es im zeitlichen Wechsel mit Melaune eine Krabbelgruppe, die selbst von den Nachbargemeinden gut angenommen würde. Als wichtig sieht sie an, mit solch einer Geselligkeit das dörfliche Leben zu bereichern. Ebenso sei eine Einrichtung dieser Art vor Ort notwendig. Denn die Kinder brächten „Leben in den Ort“.

  

Sächsische Zeitung
Samstag, 12. Juli 2003

Auf die Plätze, fertig, los! Auch in diesem Jahr fällt wieder der Startschuss für das SR-II-Rennen. Foto: Archiv/Uwe Schwarz 

Kraftakt lohnt sich jedes Mal
Mit dem Buchholzer Dorffest erntet der Kultur- und Sportverein Punkte bei Einwohnern und Besuchern           von Anja Hecking

Wenn sich der Buchholzer Park in einer Woche in einen Festplatz verwandelt, dann ist wieder Dorffestzeit. Und das ist seit über einem Vierteljahrhundert jedes Jahr im Sommer so.
Von den bisherigen 25 Veranstaltungen gehen neun auf das Konto des Kultur- und Sportvereins Buchholz/Tetta. Dieses Jahr kommt das zehnte Fest hinzu. „Wir haben inzwischen ein relativ hohes Niveau erreicht“, erklärt Vereinsvorsitzender Dietmar Schlenz mit Blick auf die engagierten Künstler.
Dafür streckt der Verein bereits im Herbst die Fühler aus, überlegt, wen er für den westlichsten Ortsteil der Gemeinde Vierkirchen gewinnen könnte, holt Angebote ein und macht dann Nägel mit Köpfen. Für die Dorfbewohner selbst, Einwohner aus den umliegenden Ortschaften und junge Leute, die der Ausbildung oder der Arbeit wegen ihrer Heimat den Rücken gekehrt haben, ist das Dorffest ein fester Termin im Kalender. Sich treffen, quatschen, Musik hören, alte Bekannte und Freunde wiedersehen, all das gehört dazu. „Macht weiter so“, schrieb ein Gast auf der Internetseite des Vereins nach dem Fest im Vorjahr. „Ich freue mich schon auf das nächste.“
In diesem Jahr bietet der Park für das Fest ein schöneres Umfeld als in den Jahren zuvor. Eine neue Brücke führt über den „Buchholzer Graben“, die Steinbank wurde saniert, und ein Weg verbindet den Park und das Vereinshaus. Während des Dorffestes allerdings wird das Gelände eingegrenzt sein.
Entsprechend den Erfahrungen aus den Vorjahren beginnt das Programm Sonnabend am frühen Nachmittag, dann aber mit einer Veranstaltung, die Anziehungskraft in der Region besitzt: dem SR-II-Rennen. Bewährt hat sich dabei die Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Buchholz/Tetta, die das Rennen absichert. „Ohne die Unterstützung von Firmen und Einrichtungen aus der Region könnte der Verein das Fest gar nicht auf die Beine stellen“, sagt Dietmar Schlenz. Nach wie vor ist es der Teil in der Vereinsarbeit, der zwar eine Menge Kraft kostet, aber auch ausstrahlt bis in die umliegenden Ortschaften. Ansonsten setzt sich der Verein vorrangig für Kinder, Jugendliche und Senioren in der Gemeinde Vierkirchen ein.
Im Vereinshaus, das mit großem Eigenanteil im Januar 2000 fertiggestellt wurde, treffen sich einmal monatlich Mütter aus der Gemeinde Vierkirchen mit ihren Kleinkindern zum Frühstück.
Spiele und Bastelnachmittage bietet der Verein für Kinder und Jugendliche dienstags an. Die Mädchen und Jungen nutzen auch gern die Sport- und Freizeitanlagen rund um das Vereinshaus. Ansonsten finden in dem langgestreckten Flachbau, der in der DDR einen Konsum beherbergte, oft Feierlichkeiten von Familien, Einrichtungen, Betrieben und anderen Vereinen aus der Umgebung statt.
Mit ehrenamtlichen Helfern betreibt der Verein, der rund 30 Mitglieder zählt, auch die Bowlingbahn im Vereinsgebäude. Für die Senioren werden Kaffeenachmittage und Ausflüge organisiert. Fünfmal im Jahr veranstaltet der Kultur- und Sportverein Diskotheken.
Für das nächste Wochenende wünschen sich die Vereinsmitglieder natürlich wieder gutes Wetter, damit sich all die Mühe lohnt und die Besucher zufrieden sind.
 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 10. Juli 2003

Blaubeeren sind diesmal klein

Sommerzeit ist auch Blaubeerzeit. So trifft man in diesen Tagen vielerorts in den heimischen Wäldern die Blaubeerensammler. Zu Hause werden daraus dann Kompott, Kuchenbelag oder Konfitüre gemacht.

In diesem Jahr sind die Beeren wegen der bis in den April andauernden starken und trockenen Frösten und der anhaltenden Trockenheit sehr klein. Dafür aber sind sie zuckersüß. Neben der delikaten Köstlichkeit der Heidelbeere, meist im Volksmund eben Blaubeere genannt, findet sie auch in der Volksmedizin eine vielseitige Verwendung. So ist der Genuss von Blaubeeren wegen des hohen Gehalts an Vitaminen und Mineralstoffenzu empfehlen. Doch sollte man beim Sammeln der Früchte stets wachsam und aufmerksam sein. Der Stich einer Zecke kann dem Sammlervergnügen ein schnelles Ende bereiten. (bd)

Im Oberwald bei Prachenau sammelten Familie Eberhard (2.v.r.) und Ingrid Penter (1.v.r.) und Wilma Lange (1.v.l.) aus Kittlitz vor einigen Tagen fleißig die Beeren ein. Foto: Lieselotte Donke

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 9. Juli 2003

U(h)rige Geschichten
Arnsdorfer helfen ihrer Kirchenuhr etwas auf die Sprünge
Von Constanze Prause

Der Klang ihrer Kirchenglocken verkündet den Arnsdorfer Einwohnern die Zeit. Doch nur, wer gut zuhört, weiß, wie spät es tatsächlich ist. Mit den Augen kann man die Zeit nicht erfassen. Denn dem Ziffernblatt der Kirchturmuhr fehlen die Zeiger.

Ein übergroßer Zeitmesser

Deshalb gab es beim siebenten Pfarrhoffest in Arnsdorf auch „U(h)rgeschichten“ und eine u(h)rige Aktion zu erleben. Um ein Bäumchen im Pfarrhof stellten sich die Darsteller als überdimensionaler Zeitmesser auf. Es sei manchmal gut, sich nicht von Terminen hetzen zu lassen, begründete der Pfarrer der Kirchengemeinde, Andreas Fünfstück, die Szenerie. Gleichzeitig wolle man sich gegenseitig ermutigen und bewusst machen, was die Zeit für eine Rolle spielt. Für die Kirchturmuhr allerdings schlägt in diesem Jahr noch keine Stunde. Zum Erntedankfest im Oktober allerdings soll wenigstens das Uhrwerk wieder funktionieren. Im Vorfeld muss das Dach des Gotteshauses repariert werden.

Am Trödelstand gab es Schnäppchen. Fotos (2): C. Prause

Geld für die Gemeindearbeit

Beim diesjährigen Pfarrhoffest lud die Kirchgemeinde auch zum Trödelmarkt rund um den Pfarrhof ein. Einer der vier Stände wurde von der Kirche selbst betrieben. Die dort eingenommenen Gelder sollen der Gemeindearbeit zugute kommen.

Ortswehren üben Einsatz gemeinsam

Eine neue Satzung der Freiwilligen Feuerwehr wurde auf der Gemeinderatssitzung am Montagabend beschlossen.
Durch verschiedene Änderungen in der Satzung soll das Zusammenwirken der Ortswehren in der Gemeinde intensiviert werden, erklärte Bürgermeister Andreas Nedo gegenüber der SZ. Gleichzeitig würde die FFw einen größeren Anschluss und Kompetenz erhalten. "Es gibt jetzt gemeinsame Einsatzübungen der Wehren. Das Zusammenspiel untereinander wird verstärkt", sagt Andreas Nedo. Neu ist auch die Möglichkeit einen Gemeindewehrleiter wählen zu können. Die Satzung orientiert sich an den gesetzlich vorgeschriebenen Strukturen. (SZ)

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Sächsische Zeitung
Mittwoch, 25. Juni 2003

Kinder reagieren herzlich
Grundschüler aus Vierkirchen besuchen polnische Partnerschule

Kinder, Lehrer und Eltern aus Vierkirchen haben jetzt über die Partnerschaft mit einer polnischen Schule bei einem Besuch ihre östlichen Nachbarn besser kennen gelernt.

„Ich glaube, dieser Austausch ist ein wichtiger Schritt, wenn auch ein kleiner, um in Europa zusammenzuwachsen und sich verstehen zu lernen“, sagt Gudrun Koch, Leiterin der Grundschule Vierkirchen. Kinder würden vieles unkomplizierter als Erwachsene sehen und weitaus weniger voreingenommen sein. Deshalb sei es gut, die Kontakte frühzeitig zu knüpfen.

Einer Einladung der Direktion der Grundschule Spsiedlecin in der Gemeinde Jezow-Sudecki, der polnischen Partnerkommune von Vierkirchen, folgte die Grundschule in Buchholz deshalb gern. Schüler der Klassen 2 bis 4 mit ihren Lehrern und einigen Eltern besuchten die polnische Einrichtung.

Keine Berührungsängste: Vor dem polnischen Schulhaus nehmen die deutschen und polnischen Mädchen und Jungen Tuchfühlung auf.

Nach einer kurzweiligen Busfahrt wurden die Vierkirchener in Spsiedlecin auf das Herzlichste empfangen. Hier hatten sich Schüler, Lehrer und Eltern bestens auf den Besuch der deutschen Gäste vorbereitet und aus diesem Anlass ein Fest organisiert: „Wir Kinder Europas“. Dieses Fest sollte nicht nur ein kleiner Beitrag zur Verständigung sein, sondern auch für den Beitritt Polens zur europäischen Gemeinschaft werben.
So hatten sich die polnischen Schüler im Vorfeld mit den Völkern Europas beschäftigt und ihr Programm entsprechend aufgebaut. „Wir wurden auch gleich mit in diese Darbietungen eingebunden“, erklärt Gudrun Koch. Schnell legten die deutschen und polnischen Mädchen und Jungen ihre anfängliche Zurückhaltung ab. Bei einen Fußballspiel und Motocross-Fahrten war das „Eis“ dann gänzlich gebrochen. „Ich finde es sehr schön hier in Polen“, sagt Johanna Gärtner, Schülerin der 4. Klasse in Vierkirchen. „Gestaunt habe ich, dass sich die polnischen Kinder in Deutsch und Englisch mit uns verständigen konnten.“ Nach dem Tausch von Adressen hofft Johanna nun auf einen Gegenbesuch in Buchholz.
Auch Nicole Neumann hat das Programm sehr gefallen. „Ich finde es gut, dass die Schüler dieser Schule in vielen Sprachen ausgebildet werden.“ Das mache die Verständigung doch sehr einfach. Besonders imponiert habe ihr die herzliche Gastfreundschaft der polnischen Schüler. „Das ist für mich umso erstaunlicher, da Polen nicht so ein reiches Land ist wie Deutschland. Ich freue mich schon auf einen Besuch der polnischen Freunde hier in Buchholz.“ Über diesen macht sich jetzt auch das Lehrerkollegium in Buchholz Gedanken. Froh ist die Schulleiterin, dass die Eltern so mitgezogen haben und es Firmen, Einrichtungen und Bürger gibt, die das alles auch finanziell unterstützen. Nur durch ihre Hilfe war die Reise in die Partnergemeinde überhaupt möglich geworden. (ld)

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 26. Juni 2003

Sie brennen für ihre Wehren
Fünf Feuerwehrleute aus Vierkirchen bekamen für 50 Jahre Dienst in der Feuerwehr eine Auszeichnung

Fünf Feuerwehrleute aus Vierkirchen, die sich seit 50 Jahren engagieren, bekamen für ihre treuen Dienste eine Auszeichnung. Mit geehrt wurden auch die Frauen der Feuerwehrmänner, denn auch sie haben ihren Partnern für dieses Ehrenamt ein halbes Jahrhundert lang den Rücken freigehalten.

Zum einen war es die Neugierde, zum anderen das Bedürfnis, zuzugreifen, wenn jemand Hilfe braucht. Beides hatte den heute 67-jährigen Peter Hennig aus Prachenau 1953 bewogen, bei der Feuerwehr in Prachenau mitzumachen. Genauso erging es damals dem gleichaltrigen Peter Kleint aus Melaune. „Ich wollte einfach zur Stelle sein, wenn man gebraucht wird und helfen können.“
Glückwunsch für die fünf Feuerwehrmänner vom Bürgermeister und dem Wehrleiter und ein herzliches Dankeschön an die Frauen. Fotos (3): B. Donke
Ehrung erfolgt vor versammelter Mannschaft

Für ihr ehrenamtliches Engagement ein halbes Jahrhundert lang bekamen Peter Hennig und Peter Kleint sowie Siegried Richter und Günter Kohl aus Prachenau und Harry Herkner aus Döbschütz das Ehrenkreuz „50 Jahre treue Dienste“. Der Bürgermeister der Gemeinde Vierkirchen, Andreas Nedo, und der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Melaune, Axel Strauß, nutzten das Spiel- und Sportfest in Prachenau, um die Auszeichnung vor der versammelten Mannschaft der Wehren der Gemeinde Vierkirchen, Einwohnern und Gästen vorzunehmen.

Es waren mit Sicherheit nicht immer leichte Zeiten, in denen die geehrten Feuerwehrmänner ihren Dienst leisteten. Oft mussten private Belange zurückgesteckt werden. Doch ans Aufgeben dachte keiner von ihnen. Während die Männer an Aus- und Weiterbildungen teilnahmen oder im Ernstfall „raus“ mussten, hielten die Frauen ihnen den Rücken frei. „Oft mussten sie auf ihre Männer verzichten, und trotzdem standen sie zu ihnen, wenn es um die Arbeit in der Feuerwehr ging“, erklärte der Wehrleiter. „Deshalb geht ein ganz besonderer Dank an die fünf Frauen.“

In der langen Zeit bei der Feuerwehr qualifizierten sich die Männer auch für ihre ehrenamtliche Arbeit. Peter Hennig zum Beispiel war 16 Jahre stellvertretender Wehrleiter in Prachenau. Peter Kleint bildete sich zum Maschinisten und Gruppenführer weiter und ist heute noch Gerätewart in der Feuerwehr in Melaune. Als einer, der sehr auf Tradition bedacht ist, hat er großen Anteil an der Erhaltung einer historischen Pferdezugspritze von 1908, dem heutigen Paradestück der Melauner Feuerwehr. Auch seine drei Söhne engagierten sich in der Feuerwehr. Der Döbschützer Harry Herkner ist mit 76 Jahren der älteste der Ausgezeichneten. Er schloss sich, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, dem Döbschützer Löschzug der Feuerwehr Krobnitz an. Als Mitglied des so genannten Angriffstrupps stand er 50 Jahre lang seinen Mann. Zum Glück habe es in seiner Dienstzeit nie einen Einsatz gegeben, bei dem es um Leben und Tod ging, sagt er. Sein Sohn Uwe setzt heute seine Arbeit in der Feuerwehr fort.

Bei allen fünf Feuerwehrleuten, ist sich Wehrleiter Axel Strauß sicher, dass sie auch heute im Ernstfall sofort einsatzbereit wären. (bd)

 

 

Sächsische Zeitung
Freitag, 13. Juni 2003

Untätig wollten sie nicht bleiben, wenngleich viele der Jugendlichen des Melauner Jugendclub e.V. keine Arbeit haben. Der Ausbau ihres Clubs war für sie eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Foto: L. Donke 

Jugendliche bauen sich ihr neues Domizil selbst aus
Von Meuselwitz auf den Robert-Hof in Melaune

Dass auf dem Robert-Hof in Melaune gehämmert und gewerkelt wurde, hatte seinen guten Grund. Baulärm und Staub von ausgebauten und abgerissenen Wänden sowie viel umherliegendes Baumaterial bestimmten das Erscheinungsbild des einstigen Bauernhauses aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Es waren Jugendliche, die sich hier als Bauhandwerker und Bauwerker zu schaffen machten.
„Wir kommen aus Meuselwitz, Melaune und Umgebung und hatten einmal im Meuselwitzer Jugendclub ein Zuhause“, sagt Mario Nennemann, der Vorsitzende des Jugendclubs. Doch leider wurden die Räumlichkeiten für die 25 Mitglieder des Jugendclubs in Meuselwitz zu eng. Auf der Suche nach einem geeigneten Domizil stießen die jungen Leute auf das leer stehende Bauernhaus. Mit dem Besitzer des Bauernhofes, Hartmut Kretschmer, einigten sie sich auf einen 12-jährigen Pachtvertrag und die Nutzung der Räume.
Nur waren diese in einem Zustand, die einen sofortigen Umzug von Meuselwitz nach Melaune nicht möglich machten. „Da aber leider fast der größte Teil unserer Mitglieder arbeitslos ist, entschlossen wir uns, selbst als Handwerker tätig zu werden“, sagt der 26-jährige Mario Nennemann. „Vor Selbstgeschaffenen hat man auch mehr Respekt und schont es auch besser.“ Einfache und unkomplizierte Arbeiten verrichteten die Jugendlichen in Eigeninitiative. Anders war das bei schwierigen Aufgaben oder solchen, bei denen es nicht ohne Fachleute ging.
Der Klub hat sich inzwischen auch einen neuen Namen zugelegt und nennt sich aufgrund des Umzugs von Meuselwitz nach Melaune Jugendclub Melaune e. V. Die Jugendlichen im Alter von 20 bis 32 Jahren bauten sich im Bauernhaus zwei Räume und die Sanitäranlagen aus.
„Gerade weil der größte Teil unserer Mitlieder arbeitslos ist, ist es wichtig, dass sie hier im Club eine Beschäftigung und für manchen ein zweites Zuhause finden“, fügt Mario Nennemann hinzu. Er selbst weiß, wovon er spricht. „Wer arbeitet, kommt kaum auf dumme und krumme Gedanken.“ „Mit dem Nachbarn haben wir auch ein verständnisvolles Verhältnis aufgebaut. “Dabei sei man sich auch bewusst, dass es hin und wieder einmal etwas lauter zugehen wird. Doch das wollen die Jugendlichen nicht überstrapazieren und werden sich darauf einstellen. (ld)

 

Sächsische Zeitung
Montag, 2. Juni 2003

Vor Bier und Tanz im Festzelt lag am Sonnabend erst einmal die Arbeit: Auch zum 100. Geburtstag der Arnsdorfer Wehr mussten die Feuerwehrleute zeigen, dass sie ihr Handwerk beherrschen – Wasser Marsch . . . Foto: Constanze Prause 
Jeder Handgriff muss sitzen       Zum 100. Geburtstag der Feuerwehr zeigen die Aktiven ihr Können
Von Constanze Prause

Tradition allein ist noch kein Garant für Sicherheit. Die Freiwillige Feuerwehr Arnsdorf-Hilbersdorf hat daher ihr hundertjähriges Bestehen am Wochenende nicht nur unterhaltsam gefeiert, sondern auch demonstriert, dass die Feuerwehrleute in ihrem Metier fit sind.
800 Liter fasst die Tragkraftspritze (TS) pro Minute, erzählen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr (FFw) Girbigsdorf. Sie sind gemeinsam mit Brandbekämpfern aus Sohland, Buchholz-Tetta, Königshain, Kunnersdorf und Arnsdorf-Hilbersdorf beim großen Löschangriff dabei.
Letztgenannte Wehr lud die Petrijünger zum Wettkampf anlässlich ihres runden Geburtstages ein. Auf mittlerweile 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr können die Arnsdorf-Hilbersdorfer zurückblicken. Auf einem Stoffband, aufgespannt vor dem Festplatz, steht der seit Anfang an geltende Leitspruch: „Retten. Löschen, Bergen und Schützen.“ Besucher konnten sich davon ab Sonnabend ein Bild machen.
Unter anderem auch die tschechischen Kollegen aus Cerveny Kostelec. „Zu ihnen bestehen seit dem Sommer des Vorjahres Kontakte“, sagt Wehrleiter Reinhold Kosan. Am Wettbewerb nahmen die Tschechen, die Anfang Mai einen Freundschaftsvertrag mit den Arnsdorf-Hilbersdorfern unterzeichneten, zwar nicht teil. „Doch im Rahmen der Festveranstaltung werden wir gemeinsam einen Rundgang durch das Dorf machen und am Abend noch gemütlich beim Tanz dabei sein“, so der Wehrleiter der 32 Mitglieder zählenden Feuerwehr.
Viel Zeit zum Reden hat er aber nicht. Denn seine Mannschaft startet kurz darauf, um mit Hilfe der Spritze das Wasser bis an den Zielpunkt zu transportieren.
Eine Minute brauchen die besten Löscher
Jede der teilnehmenden Wehren hat seine eigene Spritze mitgebracht. Die Motoren der Löschmaschinen, machen jede Menge Krach und Qualm, um das nötige Wasser aus dem Löschteich zu saugen. sobald die Schläuche voll sind, ist Beinarbeit gefragt: Jeweils zwei Brandbekämpfer müssen nun so schnell wie möglich mit den wassergefüllten Schläuchen Richtung Zielkasten rennen. Mit starkem Strahl trifft das Wasser die Scheibe, in deren Mitte ein Loch eingelassen ist. Daran ist messbar, wie viel Wasser den imaginären Brandherd bekämpfen kann.
An dem Löschangriff nehmen die Feuerwehrleute zwar einerseits aus Spaß an der Freude teil. „Andererseits muss jeder Handgriff sitzen“, erzählt der Moderator der Veranstaltung, Maik Klyk. Denn so wie während einer solchen Übung kann auch der echte Angriff gegen Feuerzungen vor sich gehen. Die Kameraden der Sohländer Wehr können diesen Fakt bestätigen.
Frank und Lutz Stübner erläutern: „Wir sind als Truppe dabei, um den Zuschauern zu zeigen, dass die Feuerwehr allzeit gerüstet ist und dass die Handgriffe wie bei einer richtigen Brandbekämpfung die gleichen sind.“ Besonders stolz sind sie auf ihr zeitliches Ergebnis. Nur knapp über eine Minute haben die Sohländer bei dem Wettkampf gebraucht. Persönliche Bestleistung. Einige teilnehmende Mannschaften blieben sogar noch unter dieser Zeit.
Im Vorfeld waren die Jugendmannschaften aus Königshain, Reichenbach, Sohland, Vierkirchen und Ebersbach mit ihrer Gruppenstafette am Zuge. Sie maßen ihre Kräfte im Schlauchkuppeln, Feuerwehrknoten oder dem „Schießen“ von Büchsen mit Hilfe des Wasserdruckstrahles der Kübelspritze. Mit der Resonanz bei der Veranstaltung zeigt sich Reinhold Kosan sehr zufrieden: „Hier geht es aber nicht nur um Rekorde, sondern vorrangig ums Dabeisein bei unserem 100. Geburtstag.“
Das Jubiläum fand am Sonntag einen weiteren Höhepunkt mit einem historischem Festumzug, einer Filmvorführung im Landkino und dem Spielfest des Kinderkreises Vierkirchen. So feierte die ganze Gemeinde das Jubiläum.
M a i   2 0 0 3

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 28. Mai 2003

Tote Fische und dreckiges Wasser
Arnsdorf-Hilbersdorfer Sportverein ärgert sich über die Folgen eines Vorfalls bei benachbarter Firma
Von Anja Hecking

Der Sportverein Arnsdorf-Hilbersdorf ist sauer. Abwässer aus der benachbarten KVV Kunststoffverarbeitung Vierkirchen GmbH haben den Teich in der Sport- und Freizeitanlage derart verunreinigt, dass die Fische verendet sind.
Das Wasser ist dunkelbraun und stinkt. Nicht mal wenige Zentimeter tief kann man etwas erkennen. Schwarzer Schlamm hat sich am Einlauf des Teiches und an den Uferbereichen abgesetzt. Ölig sieht das Wasser an den Randbereichen aus. Einen Teil der Goldfische, Kois und Karpfen konnten Mitglieder des Sportvereins noch retten. Die anderen Tiere schwammen vor einer Woche tot an der Wasseroberfläche.
Als Vereinsmitglieder das Dilemma entdeckten, alarmierten sie die Gemeinde. Polizei und Umweltbehörden waren vor Ort. Die Ergebnisse der Wasserproben sollen in den nächsten Tagen vorliegen. „Wir bekommen Bescheid“, sagt Vereinsvorsitzender Ludwig Günzel. Doch die Sportler sind verärgert. Mühevolle Arbeit in der Freizeit, mit Hilfe einer ABM über den Verein, wurde in Kürze zerstört, weil Abwässer aus der benachbarten Kunststoffverarbeitungsfirma in den Teich geflossen waren.
Geschäftsführer Werner Hahn bestätigt, dass es eine Havarie auf dem Firmengelände gegeben hat. Dadurch sei die Klärgrube in wenigen Stunden wieder voll gelaufen, nachdem sie vorher bereits abgepumpt worden war. Das, was die Grube nicht mehr fassen konnte, gelangte in den Überlauf zum Teich. „Die Wasserkreisläufe für die Produktion und den Sanitärbereich haben wir inzwischen getrennt“, sagt Werner Hahn. „Das werden wir auch noch baulich untersetzen.“ Schade sei, dass sich der Verein nicht sofort an die Firma gewandt, sondern erst die Gemeinde alarmiert habe, erklärt er. „Dadurch ging Zeit verloren.“ Doch die Sportler verweisen darauf, dass sie schon öfter eine „dunkle Brühe“ aus dem Rohr in den Teich fließen sahen. „Das sind immer Stoßzeiten, wo man das beobachten kann“, erklärt Vorstandsmitglied Lothar Hahn. Die Zufuhr von frischem Wasser und der Springbrunnen im Teich hätten dann immer Abhilfe geschaffen. Außerdem habe der Verein die Firma mehrfach darauf hingewiesen.
Doch nun scheint der Teich tot zu sein. Die Entsorgungsfirma, die vor Ort einen Schnelltest ausgeführt hatte, habe festgestellt, dass der aus der Klärgrube stammende Schlamm als Sondermüll einzustufen wäre, erklärt Andreas Nedo, Bürgermeister der Gemeinde Vierkirchen. Das Landratsamt des Niederschlesischen Oberlausitzkreises hat den Vorfall inzwischen bei der Polizei angezeigt. Nach der Ursache werde gemeinsam gesucht, bestätigt Norbert Müller, Amtsleiter für Bauen und Umwelt.
Andreas Nedo ist dennoch unzufrieden, dass noch keine Untersuchungsergebnisse von den Wasserproben vorliegen. „Wir sind an einer schnellen Aufklärung und entsprechenden Maßnahmen interessiert.“ Das liegt natürlich im Interesse des Sportvereins, dem momentan die Hände gebunden sind. „Das schmutzige Wasser einfach ablassen, können wir nicht“, sagt Ludwig Günzel, „denn es gibt eine Verbindung zum Holzmühlteich“.
Außerdem befürchtet der Verein, der den Teich mit der gesamten Sport- und Freizeitanlage in Arnsdorf-Hilbersdorf gepachtet und zu einem Schmuckstück für den Ort gemacht hat, dass er auf den Folgekosten sitzen bleibt.

  

Sächsische Zeitung
Dienstag, 27. Mai 2003

Wettstreit und Festumzug
Feuerwehrleute feiern zünftig in Arnsdorf-Hilbersdorf


Arnsdorf-Hilbersdorf. Ihre 100-Jahrfeier veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Arnsdorf-Hilbersdorf von Donnerstag bis Sonntag in der ehemaligen Grundschule in Arnsdorf. Am Donnerstag, um 15 Uhr, geht das Fest mit einem gemütlichen Nachmittag für die Alters- und Ehrenabteilungen, allen ehemaligen Feuerwehrmitgliedern und den Rentnern des Ortes los. Der Freitag ist den Jugendlichen vorbehalten, denn um 20 Uhr wird zum Jugendtanz aufgespielt. Am Sonnabend starten um 10 Uhr die Wettkämpfe der Jugendfeuerwehren und im Löschangriff der Feuerwehrleute über 40 Jahre. Um 12 Uhr ist ein historischer Film im Landkino zu sehen. Die Siegerehrung findet um 13 Uhr im Festzelt und Tanz für Jung und Alt ab 20 Uhr statt. Um 10 Uhr geht es am Sonntag mit einem Festumzug weiter. Dort ist Feuerwehrtechnik aus der Region zu sehen. Nach dem Frühschoppen ab 11 Uhr gibt es ab 14 Uhr Schauvorführungen der Jugendfeuerwehr. Um 14.30 Uhr beginnt das Spielfest des Kinderkreises Vierkirchen e. V. anlässlich des Kindertages. Mit einem historischen Film im Landkino klingt das Fest aus. Im Landkino ist an allen Tagen eine Feuerwehrausstellung zu sehen. (SZ)

 

 

Sächsische Zeitung
Sonnabend, 24. Mai 2003

Jugendliche packen selbst an

Heiko Kreusch und Karsten Obierskie vom Jugendclub in Buchholz haben ihrem Klub im ehemaligen Bürgerhaus des Ortes einen neuen und frischen Anstrich gegeben. Dabei werden sie von den anderen Clubmitgliedern tatkräftig unterstützt. Hilfe bekommen die Jugendlichen auch von der Gemeindeverwaltung Vierkirchen und den beiden Sozialarbeiterinnen Grit Weist und Roswitha Pilz.
Foto: L. Donke

 

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 22. Mai 2003

Buchholzer Gutspark lädt wieder ein

Nach einjähriger Sanierung hat die Landschaftsanlage mit der Steinbank auch ihren Blickfang wieder.

Im Buchholzer Gutspark kann man sich nach einjähriger Bauzeit wieder bei einem Spaziergang erholen. Über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde der Park saniert.

Eine Stätte der Erholung, das ist der Park in Buchholz wieder geworden. Ein Jahr lang wurden die Anlagen über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Ordnung gebracht. Neben der Förderung durch das Arbeitsamt und den Eigenmitteln der Gemeinde Vierkirchen gab es auch Hilfe von einheimischen Firmen. Das AKA-Werk Buchholz, die Straßenmeisterei Niesky und die Firma Ritter & Gerstberger stellten Material und Leistungen kostenlos bereit. Siegfried Seifert von der Ostsächsischen Dienstleistungs- und Strukturgesellschaft begleitete die Gutspark-Sanierung, die Mitte Mai 2002 unter Vorarbeiter Manfred Herrmann begonnen hatte.

In dem sehr gepflegten, zwischen 1780 und 1880 angelegten Landschaftspark haben sich einst die herrschaftlichen Damen und Herren des Gutshofes Buchholz mit Spaziergängen und Lustwandeln die Zeit vertrieben. In den vergangenen 50 Jahren war die Anlage zum Dorfpark umfunktioniert worden und trotz teilweiser Pflege immer mehr verfallen und verwildert.

Verluste, wie die abgeholzten Eichen, Buchen und anderen, zum Teil auch seltenen Baumarten, haben dem Park leider geschadet.

Ein besonderer Blickfang der Anlage war dabei schon immer eine Steinbank. Hier haben sich die Fräuleins und Damen im Schatten der mächtigen Eichen und Buchen bei Handarbeit oder Spiel die Zeit vertrieben. Die Steinbank, deren Alter der Heimatchronist Gotthard Ender aus Tetta auf etwa 200 Jahre schätzt, wurde aus Arnsdorfer Granit gebaut. Bei der Altersschätzung bezieht sich der Ortschronist auf den Bau des Buchholzer Schlosses im Jahre 1806 durch den damaligen Besitzer, Herrn von Haacke. Beim Bau des Schlosses wurde für die Freitreppe dieselbe Verarbeitungstechnik des Arnsdorfer Granits angewendet wie bei der Steinbank. So liegt die Vermutung des Heimatchronisten nahe, dass auch die Bank im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Noch bis Anfang der 60er Jahre stand die Treppe fast vollständig im Park. Dann wurde ihr Material leider von Bürgern als Baumaterial für Eigenheime und Schmuckelement für den Garten, zweckentfremdet. Nach dem Aufruf der Gemeindeverwaltung und des Buchholzer Ortschaftsrates im Jahr 2000 brachten die betreffenden Einwohner die Materialien fast vollständig, bis auf einige Stufen, wieder zurück. Bereits ein Jahr zuvor hatten sich der Ortschaftsratsvorsitzende von Buchholz, Udo Gleisenberg, und der damalige Bürgermeister von Vierkirchen, Herbert Riedel, für die Sanierung des Gutsparks und der Steinbank stark gemacht. Ehe man aber ein Konzept zur Parksanierung und Renaturierung erstellen konnte, musste der Park in den Besitz der Gemeinde übergehen.

Verwaltet wurde er seit 1992 von der Treuhand beziehungsweise deren Nachfolgegesellschaft. 1999 erwarb ihn die Gemeinde Vierkirchen. Das dann ausgearbeitete Konzept sah vor, dass die Steinbank an ihrem jetzigen Ort verbleibt, zumal man keinerlei Anhaltspunkte über ihren ursprünglichen Standort hatte. Durch das Anlegen eines Weges mit einer Allee aus Linden- und Buchenbäumen sollte eine Blickachse entstehen. Die einstige Blickachse wurde durch die vielen unsachgemäßen Abholzarbeiten in der Vergangenheit zerstört. Der neuangelegte Weg führt nun über zwei, aus Arnsdorfer Granit gefertigte Brücken über das Buchholzer Wasser, das durch den Park fließt. (ld)

 


Nicht wie die herrschaftlichen Fräuleins einst zum Handarbeiten und Spielen, sondern zum Musizieren trafen sich Johanna Gaertner, Nicole Neumann und Elisabeth Leubner auf der Steinbank im Park. Foto: L. Donke 

 

Sächsische Zeitung
Freitag 02. Mai 2003

100-Jahrfeier heute mit Festsitzung

Dem steifen Gesellen (siehe Foto) kommt heute eine besondere Aufgabe zugute. Er zählt zu den zahlreichen Exponaten der Feuerwehrausstellung der Arnsdorf-Hilbersdorfer Brandbekämpfer.
Zusammengestellt wurde die Sammlung anlässlich der Festsitzung zur 100-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr, die heute Abend stattfindet. Die 32 Mitglieder der FFw begehen ihr rundes Jubiläum mit einem Festgottesdienst um 18 Uhr. Eine Stunde später tragen die Jungen und Mädchen der Grundschule ein Programm vor. Die Wehrleitung wird einen historischen Rückblick zur Geschichte der FFw halten. „Anschließend unterzeichnen wir einen Freundschaftsvertrag mit den tschechischen Kollegen aus Cerveny Kostelec. Zu diesen gibt es seit dem Sommer des Vorjahres Kontakte“, sagt Reinhold Kosan.

Neben Grußworten stehen innerhalb der Veranstaltung Beförderungen und Auszeichnungen an. Nicht zuletzt soll die Festsitzung, die in der „Alten Schule“ erfolgt, über die Festlichkeiten zum 100. Geburtstag informieren. Diese finden allerdings erst vom 29. Mai bis 1. Juni statt. Bei der Festsitzung und am Festwochenende ist die Ausstellung mit ihren zahlreichen Exponaten zu sehen. Das älteste Stück ist übrigens ein Dokument aus dem Jahr 1947. In diesem teilte die damalige Besatzungsmacht mit, dass das Löschwesen von nun an in die Eigenverantwortlichkeit der Gemeinde übertragen wird. (cp)

Reinhold Kosan (links) und Sven Weigel sind ebenso Wehrleiter beziehungsweise stellvertretender Wehrleiter, wie ihr in DDR-Uniform gesteckter „Freund“ in der Mitte. 
Foto: Constanze Prause

A p r i l   2 0 0 3

Sächsische Zeitung
Sonnabend 26. April 2003

Forst- Rüstzeit / Landkino erwacht

Arnsdorf. Seit gestern bis Sonntag ist Leben ins Landkino, im Pfarrhof, eingekehrt, und vielleicht flimmert auch ein Film über die Leinwand. 25 Jugendliche aus dem Kirchenkreis Niesky verbringen hier eine Forst-Rüstzeit. Geschlafen wird auf dem Holzfußboden, gekocht am Feuer und gearbeitet im Wald, gebetet, gesungen, getanzt, gespielt und erzählt dort, wo sich die Möglichkeit ergibt. Unter Leitung von Johannes Hamann aus Königshain, gemeinsam mit Revierleiter Ingo Weber vom Sächsischen Forstamt werden die Jugendlichen rund um den Holzmühlteich und im Königshainer Forst mit anpacken und aufräumen. (SZ)

  

Sächsische Zeitung
Freitag, 4. April 2003

Ziel: Vorurteile abbauen / Gemeinde Jezow Sudecki (Grunau) Vertragspartner

    Die Gemeinde Vierkirchen über die Grenze hinaus bekannt zu machen und europäisches Denken zu verwirklichen, das ist ein Ziel von Bürgermeister Andreas Nedo. „Außerdem wollen wir menschliche Begegnungen ermöglichen und Vorurteile abbauen“, sagte Andreas Nedo kürzlich bei der Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages zwischen Vierkirchen und dem polnischen Jezow Sudecki (Grunau).
    Der Bürgermeister aus der polnischen Partnergemeinde, Edward Dudek, bezeichnete diesen Schritt als „die Krönung der mehr als zehnjährigen Bemühungen, einen Partner zu finden.“ Der Vertrag, so Bürgermeister Dudeck, sei nicht nur ein Stück Papier. Treffen interessierter Gruppen, Vereine und Organisationen sind geplant ebenso die Pflege des gemeinsamen Kulturerbes und des Kulturaustausches. Die Freiwilligen Feuerwehren werden sich treffen und Erfahrungen austauschen. Gemeinsame touristische Veranstaltungen soll es geben. Zusammenarbeiten will man auch bei Umweltproblemen.
    Bei der Unterzeichnung des Vertrages trugen Kinder der Buchholzer Grundschule ein kleines Programm vor. (cp)

 

Sächsische Zeitung
Samstag, 9. November 2002


Die Mühle klappert schon lange nicht mehr / Seit Anfang der 80er Jahre verfallen die Gebäude an diesem idyllischen Ort

  Einst wurde hier Korn zu Mehl gemahlen, dann Elektroenergie erzeugt, und am Ende turnten die Schüler in ihren Mauern. Am „Schwarzen Schöps“, in Melaune, am Fuße des 206 Meter hohen Buchberges, steht heute ein Gebäude dem Verfall preis gegeben – die einstige Mühle.
  Korn wurde hier bis 1909 zu Mehl gemahlen. Die Kirchenbücher der Melauner Kirche enthalten einige Fakten über die Mühle. Annehmen kann man, dass schon im 14. Jahrhundert hier eine Mühle ihr Werk verrichtete, denn der Ort Melaune wird bereits 1239 als „Meraw“ genannt, und schon damals wusste man die Kraft des Wassers für sich zu nutzen. Die Mühlen im benachbarten Weißenberg, am „Löbauer Wasser“, fanden bereits 1228 Erwähnung.
          Mühle wird in Kirchenbüchern erwähnt
  So taucht die Melauner Mühle in den Kirchenbüchern erstmals im Zusammenhang mit einer Schenkung des Müllers Georg Richter im Jahre 1739 auf. Der Müller schenkte der Kirche damals wertvolle Bücher. Diese müssen schon für die Kirche eine Kostbarkeit gewesen sein, denn sonst würde man es wohl kaum erwähnen.
  Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass der Müller im Dorf eine gesonderte Stellung inne hatte. Zum einen musste er lesen und schreiben können. Außerdem muss er auch über einen gewissen Wohlstand verfügt haben, denn Bücher waren zu dieser Zeit auch schon ein sehr teurer Artikel.
  Das ist aber nichts Ungewöhnliches, denn schon in den alten Märchen wird erzählt, dass die Müller oft reiche, aber auch hartherzige Menschen waren.
  Das scheint bei den Melauner Müllergeschlechtern nicht der Fall gewesen sein. Denn bereits 1847 schenkte auch der Besitzer und Müllermeister der Kirche zu Melaune 20 Taler. Die sollten zum Kauf eines Taufsteins verwendet werden.
  Ein Schrecken muss den Melaunern am 9. Juli 1854 in die Knochen gefahren sein, als ein bis dahin noch nie da gewesenes Hochwasser großen Schaden an der Mühle, die noch bis 1856 mit Stroh gedeckt war, und im gesamten Ort anrichtete.
  Hochwasser bestimmte schon seit Menschengedenken die Ängste der Müllersleute an den Gewässern. So auch hier in Melaune, wo in den Jahren 1897, 1864, 1887, 1908, 1926, 1930, 1938, 1958 und 1981 der „Schwarze Schöps“ weit über seine Ufer trat.
  1867 erfolgte der Umbau des Mühlwerks auf Sandsteinräder. Damit konnte der Müller das Korn qualitätsgerechter und feiner mahlen. Ein Unglück passierte am 8. Januar 1872, als das Mühlwerk den Müller Gotthelf Israel erfasste und er dabei zu Tode kam.
          Müller fürchteten lang anhaltende Trockenheit
  Genauso wie Hochwasser fürchteten die Müller Trockenheit. Da konnte nur begrenzt, wenn überhaupt, gemahlen werden. Eine solche Dürreperiode herrschte im Frühjahr 1887. Da musste tagsüber das Wasser angestaut werden, um des Nachts im geringen Umfang mahlen zu können.
  Diese Trockenheit wurde am 18. Mai durch heftige Regenfälle am Rotstein abgelöst. Gleichzeitig kam es aber zu einem verheerenden Hochwasser, das die Gebäude der Mühle in arge Mitleidenschaft zog. Als im Jahre 1906 der damalige Müller und Besitzer der Mühle diese zu einen Elektro-Werk umbaute, endet für Melaune die stromlose Zeit.
          Ein neues Zeitalter brach für das Dorf an
  Ein neues Zeitalter brach für das Dorf an, die Elektroenergie und ihre Verwendungsmöglichkeiten veränderten das Leben im Ort. Zwei Generatoren und zwei Benzolmotoren erzeugten fortan 110 Volt Gleichspannung. 1910 wurden das Döbschützer Oberdorf, das Gut und das Schloss sowie Prachenau an die Stromversorgung angeschlossen. Am 27. Januar 1914 entstand eine Elektrizitätsgesellschaft mit Sitz in Prachenau.
  Der Molkereibesitzer Engelke kaufte das Elt-Werk 1920 und veranlasste den Einbau von zwei liegenden Turbinen. Die machten den Bau eines Wehres erforderlich, was wiederum die Stromversorgung der angeschlossenen Verbraucher verbesserte. Gleichzeitig ermöglichte das 1928 den Anschluss an das Überlandnetz. Nun konnte auch das Unterdorf von Döbschütz mit Strom versorgt werden. Noch bis 1943 entstand in der ehemaligen Mühle Strom. Danach standen die Turbinen still.
  Die Gebäude wurden als Wohn- und Wirtschaftsräume umfunktioniert. Am 8. Juli 1958 zwang ein Hochwasser erneut zur Evakuierung der Mühlenbewohner. Sieben Jahre später wurden die Maschinenhalle der Mühle und das Elt-Werk zu einer Sporthalle umgebaut.
  Fortan tummelten sich hier die Schüler der Melauner Schule. Erst nachdem das Gebäude schon vier Jahre als Sporthalle genutzt wurde, erfolgte der Einbau von Toiletten. Zuvor musste der östliche Stallanbau abgerissen werden. Das Fachwerk des Obergeschosses bekam eine Verkleidung mit Platten.
          Hochwasser besiegelt endgültig das Aus
  Ein weiteres Hochwasser am 20. Juli 1981 richtete derart viel Schaden an, dass die Bewohner wiederum evakuiert werden mussten. Seit dieser Zeit steht das Gebäude leer. Sportunterricht war nur noch beschränkt möglich. 1982 wurde er hier gänzlich aufgegeben. Nach der Wende bekamen die Nachfahren des letzten Besitzers bis 1945 die Gebäude zurück.
  Doch die änderten bisher nichts an dem Verfall, der nach 1981 verstärkt einsetzte. Gerade hier, am Standort der Mühle, hat das Dorf Melaune eines seiner romantischen Flecken. Die zusehends verfallenden Gebäude machen auch auf die Wanderer, die den Rundweg Melaune-Döbschütz nutzen, keinen schönen Eindruck. Deshalb bemüht sich die Gemeinde Vierkirchen nun darum, den Eigentümer an seine Verantwortung und an seine Pflichten zu erinnern.
  Er müsse etwas gegen diesen Zustand unternehmen, bestätigt Bürgermeister Andreas Nedo. (L. Donke)