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Um aktuelle Geschehnisse rund um Vierkirchen auch über die Grenzen hinweg zu publizieren, werde ich künftig "wichtige" Artikel aus der Lokalpresse entnehmen.          Sven Koch

Archiv

alle Artikel in der Übersicht

 

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 08.07.2013 +++
 

Vierkirchen zweifelt an vier Spuren

 

Die Gemeinde fordert beim Ausbau der B178 den Erhalt des Gehweges in Wasserkretscham.

Der geplante Ausbau der B178 von der Autobahn bis zur S122 in Nostitz führt auch über das Gebiet von Vierkirchen. Der Gemeinderat gab jetzt seine Stellungnahme ab und sieht das Bauvorhaben unter mehreren kritischen Punkten. Der wichtigste ist der vierspurige Ausbau der Bundesstraße. „Die Notwendigkeit durch mehr Verkehr geht aus den Planungsunterlagen nicht hervor“, fasste Bürgermeister Horst Brückner die Diskussion zusammen. Also pocht die Gemeinde auf „eine exakte Ermittlung des Verkehrsaufkommens“. Denn zwei Spuren würden die Baukosten senken und weniger versiegelte Fläche zur Folge zu haben. Das heißt, Buchholz würde weniger mit Regenwasser belastet sein.

Abhilfe könnten zwei zusätzliche Regenrückhaltebecken unmittelbar an der Autobahnanbindung schaffen, aber die sind in der Planung so nicht vorgesehen. Also befürchten vor allem die Buchholzer, dass das Regenwasser in das Buchholzer Wasser fließt und zu häufigeren Überschwemmungen im Ort führen kann.

Vierkirchen ist darüber hinaus genauso wichtig, dass der Gehweg durch Wasserkretscham erhalten bleibt und nicht zurückgebaut wird. Denn auf diesem Weg sind die Pilger von Buchholz nach Weißenberg unterwegs. Zudem erreicht man über diesen Weg das Naturschutzgebiet Bernau.

Die neue Straße soll auch einen Radweg bekommen, der von der Gemeinde befürwortet wird. Aber als Eigentümerin zusammen mit der Stadt Weißenberg zu fungieren, das will Vierkirchen nicht. Offen ist für Vierkirchen auch noch, wo die Erdmassen zwischengelagert werden. (SZ/sg).

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 06.07.2013 +++
 

Am Wochenende ist Pfarrhof-Fest

 

Die Evangelische Kirchengemeinde Arnsdorf lädt am Wochenende zum Pfarrhof-Fest unter dem Motto „wir vagabunden - wagen buntes“ ein. Kultureller Höhepunkt am Sonnabend wird von 19 bis 23 Uhr das Gastspiel der Mährischen Vagabunden sein. Der Sonntag bietet mit einem Familiengottesdienst und einem Programm für Kinder und Erwachsene Abwechslung und Vielfalt. Um 17.30 Uhr zeigt das „Theater mit den Eltern“ was passiert, wenn der „Rabe Socke meint: Alles ist erlaubt!“ (SZ).

 

  

Lisa-Maria Kohn, Hilbersdorf, geht bald für ein Jahr in die USA.Foto: PS

Das wahre Leben ist am schönsten

Von Lisa-Maria Kohn

 

 Was ist dein liebstes Kleidungsstück?

Am liebsten trage ich meine schwarze Röhrenjeans, weil sie bequem und klassisch ist. Ihr größter Vorteil ist, dass sie farblich zu jedem Oberteil passt.

Welches Buch hast du gerade gelesen?

Mein Lieblingsbuch, „Der Alchimist“ von Paulo Coelho. Es handelt von einem jungen andalusischen Hirten, der an seinen Traum glaubt und nach vielen Umwegen und neuen Erfahrungen seinen Schatz findet.

Was hast du zuletzt im Kino gesehen?

Zuletzt habe ich im Kino den Film „Cloud Atlas“ gesehen. Er ist sehr beeindruckend. In verschiedenen Zeitebenen wird das Schicksal der sechs Hauptcharaktere dargestellt, dabei werden die Erzählstränge ineinander verwoben und Verbindungen zwischen den Personen sehr interessant verdeutlicht.

Wie nutzt du das Internet?

Das Internet nutze ich, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, Radio zu hören oder um zu recherchieren. Das Gute ist, dass man blitzschnell Informationen zu jedem Thema nachlesen kann. Trotzdem ist mir das wahre Leben immer noch lieber.

Was ist dein größter Wunsch?

Wenn ich einen Wunsch freihätte, würde ich mir den Weltfrieden wünschen. Aber da dieser Wunsch wohl zu utopisch ist, wünsche ich mir lieber mehr Chancen für die Jugendlichen im Kreis Görlitz, damit es sich lohnt, hier zu bleiben. Viele bemerken erst, wenn sie von hier weggegangen sind, wie schön es hier doch eigentlich war, und ich glaube, ich bin auch eine davon.

Wer oder was inspiriert dich?

Mich inspirieren verschiedene Kulturen, Religionen und Menschen aus aller Welt. Sie geben die Möglichkeit, sich genau das Richtige für das eigene Leben heraus zu picken..

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Getrennte Welten. Während Jonas Kohn mit seinem Laptop meist in digitalen Welten surft, bevorzugt seine Großmutter Gisela Schulze eher die klassische Variante. Doch auch die ältere Generation nutzt die digitalen Angebote für ihre Bedürfnisse. Foto: Pawel Sosnowski

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 05.07.2013 +++
 

Simsen oder Spieleabend?

Von Lisa-Maria Kohn

 

  Wie das digitale Zeitalter Generationen entzweit, erfährt Familie Kohn aus Arnsdorf jeden Tag.

Jonas Kohn ist ein ganz normaler Jugendlicher. Tagsüber geht er in die Mittelschule in Reichenbach und nachmittags seinen Hobbys nach. Dazu gehört, wie bei vielen seines Alters, die fast tägliche Nutzung digitaler Medien.

  So sind moderne Kommunikationsmittel wie Smartphone, Computer oder Facebook für den 14-Jährigen alltägliche Dinge. Doch diese Selbstverständlichkeit trifft nicht auf alle Altersgenerationen zu. Jonas und seine Oma Gisela können davon ein Lied singen. Denn in der Familie Kohn könnte der Umgang mit digitalen Medien nicht unterschiedlicher sein.

  Bei Jonas läuft es nach der Schule fast immer gleich ab: Rückfahrt mit dem Schulbus, bei Oma Gisela Mittag essen, nach Hause, Ranzen in die Ecke werfen und Laptop an. „Ich möchte auf dem neusten Stand und mit meinen Freunden verbunden bleiben“, sagt der Hilbersdorfer. Seit er sein erstes Handy vor zwei Jahren mit einer Woche Abwaschen verdiente, nutzt er es dauerhaft. „Außer natürlich in den Schulstunden“, gibt er augenzwinkernd zu. In der 7. Klasse kam dann das Notebook dazu. Beides hat mittlerweile einen wichtigen Platz in seinen Leben eingenommen und ist aus seinem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Bei seiner Oma Gisela sieht das schon wieder ganz anders aus. Denn die 69-Jährige hat kaum Kontakt mit digitalen Medien. „Mir wäre es zu anstrengend, so lange vor einem so kleinen Bildschirm zu hocken“, sagt die fünffache Großmutter. Smartphones, Computer und Internet – das ist nichts für sie. Einzige Ausnahme: ihr Fernseher. Denn der hilft ihr, aus ihrem kleinen Dorf in die ganze Welt zu blicken.

„Früher war für mich die DDR-Grenze mit dem Ende der Welt vergleichbar. Durch die Digitalisierung öffnet sich mir heute ein neuer Horizont“, erklärt Oma Gisela. Ihr Interesse an der Welt war schon immer da, doch erst mit den jetzigen Möglichkeiten kann sie sich intensiver damit beschäftigen. Jeden Tag sieht die Rentnerin etwa zwei Stunden fern. „Mal einen Dokumentarfilm, mal eine Show“, sagt sie.

Besonders lieb sind ihr Filme, bei denen sie etwas lernt, und in denen über ferne Orte wie Sibirien oder den Baikalsee berichtet wird. „So kann ich Land und Leute kennenlernen, da mir das Geld für eine eigene Reise zu solch weit entfernten Plätzen fehlt.“ Daneben schaut sie regionale Programme, um Ideen für Wochenendtrips zu sammeln, bei denen sie die vorher gesehene Umgebung mit eigenen Augen betrachten kann. Selbst für ihren Alltag gewinnt Oma Gisela Informationen aus dem Fernseher. Während sie strickt, Wäsche zusammenlegt oder mit der Nähmaschine arbeitet, geben ihr Ratgebersendungen Tipps für Haushalt und Garten, zum gesunden Kochen oder Hinweise zur Energieeinsparung „Und ein kleines Quiz zwischendurch hält das Gedächtnis fit.“

Bei Enkel Jonas ist der Fernseher dagegen selten an. Er surft lieber im Internet, bearbeitet seine aufgenommenen Fotos oder schreibt sich mit anderen auf Facebook. Seiner Meinung nach macht die Digitalisierung vieles einfacher. „Ich kann überall zu jeder Zeit mit meinen Freunden in Kontakt treten und das in Höchstgeschwindigkeit“, so Jonas. Zwar sei es schöner, im wahren Leben mit seinen Freunden unterwegs zu sein. „Doch dafür muss man sich ja erst einmal treffen, und das wird wiederum über das Internet geklärt.“

Das Vorurteil, dass man durch das Internet weniger Zeit für Freunde und Familie hat, kann er nicht bestätigen. „Denn für Menschen, die mir wichtig sind, nehme ich mir die Stunden und schalte den Laptop einfach ab“, erklärt Jonas. Zeit vor dem Computer verbringt er meist in der Schulwoche abends, an Feiertagen und bei Sturmwetter. „Dann kann ich mich sowieso nicht mit meinen Freunden treffen, verschwende die Zeit aber auch nicht sinnlos.“

Es gibt jedoch auch Tage, an denen er keine Lust auf die Online-Welt hat, dann bleibt der Computer aus. „Das ist das Gute an ihm, er ist zu- und abschaltbar“, erklärt Jonas. Doch insgesamt will er die vielen Vorzüge des Internets nicht missen. „Zum einen die Kommunikation mit Freunden, zum anderen findet man eine Vielzahl von Wissenswertem und kann schnell Informationen zum Schulstoff nachlesen.“ Darin sieht er einen großen Vorteil gegenüber früher. „Als meine Oma so alt war wie ich, musste sie alles aus Büchern holen. Heute machst du Google an“, sagt er lachend.

  Auch seine berufliche Zukunft sieht der Schüler in der digitalen Welt. Denn er möchte etwas verändern. „Ein großer Nachteil ist der hohe Stromverbrauch, der bei der Nutzung all dieser elektronischen Geräte entsteht“, warnt Jonas. Zwar könnten alternative Stromquellen die Umweltschädlichkeit eindämmen. „Doch ich will in einem Informatik-Beruf daran arbeiten, dass die Medien selbst viel energieeffizienter werden.“

Ganz ohne digitale Medien zu leben, könnte sich dagegen Oma Gisela vorstellen. „Früher, als ich so alt war wie mein Enkel Jonas, gab es auch nur das Radio, um das Neuste zu erfahren.“ Lieber würde sie mehr Zeit mit ihrer Familie bei einem Spieleabend verbringen, denn so etwas ist durch die Digitalisierung in den Hintergrund gerückt. „Und von dem ganzen Bildschirmgucken bekommt man doch viereckige Augen.“

55 Altersjahre liegen zwischen Oma Gisela und ihrem Enkel Jonas. Eine Zeitspanne, die beide in zwei verschiedene Welten leben lässt. Er, mit Smartphone und Laptop rund um die Uhr vernetzt, und sie, die ihr Zuhause mit Leben füllt und nebenbei über den Fernseher die ganze Welt entdeckt. Doch in einem sind sich beide einig: Das digitale Zeitalter bringt die Welt ein kleines Stückchen näher zusammen..

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 05.07.2013 +++
 

Ehemalige Gaststätte wird ein Wohnhaus

 

Eine neue Bestimmung bekommt die ehemalige Gaststätte am Eisstadion in Melaune. Der neue Eigentümer will das Gebäude zu einem Wohnhaus umbauen. Ein Antrag liegt der Gemeinde vor. Zunächst war der Ortschaftsrat gefragt, das Vorhaben zu befürworten, bevor der Gemeinderat entscheidet. Das soll am Montag zur Gemeinderatssitzung erfolgen, wo über den Antrag zur Umnutzung abgestimmt wird.

Die Sitzung findet 19.30Uhr in der Wassermühle Melaune statt. (SZ/sg).

 

 

Bus bringt die Kinder nach Buchholz und holt sie wieder ab

Von Steffen Gerhardt

 

  Gemeinde und der Träger DRK informieren die Eltern über die Folgen der Kita-Sanierung in Sohland. Längere Wege für die Eltern sind die Folge.

In vier anderen Orten werden die Sohländer Kinder – von der Krippe bis zum Hort – ab September betreut. Ein Novum für Sohland – und besonders für die Eltern. Diese wurden am Mittwochabend nun offiziell über die Sanierung der Kita und die daraus resultierenden Folgen unterrichtet.

Bürgermeister Wilfried Zinke sprach von einem logistischen Kraftakt, der zwar nicht allen gerecht werden kann, aber mit dem die optimalste Lösung für viele Betroffene erreicht werde. Zusammen mit Vertretern des DRK-Kreisverbandes, der Träger der Sohländer Einrichtung ist, wurde das Prozedere mit der einhergehenden Sanierung der Kita den Eltern erläutert. Und sie waren fast alle erschienen. Ein Raum allein reichte im Schloss nicht aus, um die rund 80 Interessierten unterzubringen. Darunter auch der Elternrat. Er hatte viele Gemeinderatssitzungen begleitet, war bei Vor-Ort-Terminen dabei und brachte selbst Lösungsvorschläge ein, was beispielsweise Ausweichquartiere betrifft.

  Wie nun verfahren wird, wurde am Mittwoch in der Endfassung vorgestellt. Demnach werden die Hortkinder im Hort der Grundschule Reichenbach betreut. Ein zusätzlicher Raum wurde in dem Gebäude für die Sohländer geschaffen. Die Mädchen und Jungen des Kindergartens gehen nach Buchholz in die ehemalige Grundschule. Wobei gehen nicht exakt ist, sie fahren nach Buchholz. Wie das passieren soll, erläutert der Bürgermeister: „Wir werden einen Bus einsetzen, der die Kinder früh nach Buchholz bringt und nachmittags dort wieder abholt.“ Für einen geringen Geldbetrag können die Eltern das Angebot nutzen, was ihnen Zeit und Kraftstoff erspart. Die Krippenkinder werden auf die beiden Einrichtungen des DRK in Königshain und Mengelsdorf aufgeteilt. Längere Wege kommen damit vor allem auf die Eltern der Kleinsten zu.

Kindergarten und Krippe sollen zum 2.September ihre neuen Quartiere beziehen – und die Hortkinder bereits mit Beginn des neuen Schuljahres am 26.August. Wie das DRK verlauten ließ, bleiben den Kindern ihre vertrauten Erzieherinnen erhalten. Sie betreuen auch in den anderen Einrichtungen ihre Sohländer Gruppen. Das nahmen die Eltern wohlwollend zur Kenntnis. Denn: Wenn schon eine andere Umgebung, so sollen dort ihre Kinder doch vertraute Gesichter vorfinden.

Das Ausquartieren der Kinder bei Umbauten ist nichts Außergewöhnliches. So lernten schon die Schöpstaler Kinder andere Häuser in ihrer Gemeinde kennen. Die Mengelsdorfer wurden in Königshain und Reichenbach betreut und die Meuselwitzer ebenfalls in Reichenbach. Das Buchholzer Schulhaus sah schon die Mädchen und Jungen aus Wurschen und aus Weißenberg, nun kommen die Sohländer.

  Was die Sohländer Eltern aber im Vorfeld so aufbrachte, war, dass es keine klaren Informationen gab – weder vom Träger noch von der Gemeinde – wohin ihr Nachwuchs gehen wird. Gerade für Familien, die mehrere Kinder unterschiedlichen Alters haben, ist das schwierig zu koordinieren. Wilfried Zinke weiß um solche „Härtefälle“. Diese werden ernst genommen und versucht, eine akzeptable Lösung zu schaffen. „Wir waren lange am Suchen nach Lösungen und nicht jede Idee konnte nach unseren Vorstellungen umgesetzt werden“, sagt der Bürgermeister im Nachgang. Deshalb hat sich das auch so lange hingezogen. „Wir wollten den Eltern eine fertige Lösung anbieten“, so Wilfried Zinke zur SZ.

  Ob sie funktioniert, wird sich ab dem Herbst zeigen. Die SZ wollte dazu noch die Meinung des Elternrates einholen, aber kein Vertreter war gestern zu sprechen.

Die energetische Sanierung des Sohländer Kindergartens wird sich ein Jahr hinziehen. Am 8.August sollen die Bauaufträge durch die Gemeinde vergeben werden, ab dem 20.August beginnen die bauvorbereitenden Arbeiten, informiert der Bürgermeister. Rund 292000 Euro kostet die von Ile geförderte Modernisierung. Die Gemeinde muss 110000 Euro aufbringen.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 26.06.2013 +++
 

Neues Bushäuschen für Melaune

 

Vierkirchen. Die Gemeinderäte von Vierkirchen haben den Haushalt für 2013 einstimmig beschlossen. Das Zahlenwerk, das erstmals nach den Prämissen der Doppik aufgestellt ist, lässt Vierkirchen keinen großen finanziellen Spielraum. Bis auf das neue Fahrzeug für den Bauhof im Wert von 60000 Euro, sind keine größeren Investitionsausgaben geplant. So sollen nur die Planungskosten für zwei Straßenerneuerungen den Haushalt belasten. Und das neue Bushäuschen, das für Melaune vorgesehen ist. Ein Grund ist, dass für 2013 noch die Abrechnung des Straßenausbaus in Melaune und Döbschütz zu erfolgen hat. Zudem steht auch die Auszahlung der Fördermittel noch aus. Nicht geändert haben sich die Steuersätze für die Bürger und das Gewerbe. Sie bleiben auf Vorjahresniveau. (SZ/sg).

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 20.06.2013 +++
 

Wo rohe Kräfte sinnlos walten

 

  Unter „Beschuss“ genommen haben Unbekannte dieser Tage das Bushäuschen an der Haltestelle Hilbersdorf-Schäferei. Mit harten Gegenständen versuchten sie, die Verglasung zu zerstören. Da diese aber aus Sicherheitsglas besteht, widerstand sie dem Angriff. Die Gemeinde Vierkirchen muss nun die Scheiben austauschen, wobei eine rund 700 Euro kostet. Anzeige hat der Bürgermeister bei der Polizei erstattet. Gesucht werden Zeugen, die von der Zerstörung etwas mitbekommen haben. Foto: SZ/Steffen Gerhardt.

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Sylke Rößler mit ihrem kleinen Waschbären.Foto: C. Junghanß

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 19.06.2013 +++
 

Fridolin ist scharf auf Spinnweben

Von Constanze Junghanß

 

Die Besitzerin von Schloss Döbschütz rettet einem kleinen Waschbären das Leben. Jetzt scharrt der die Blumentöpfe aus.

Das pelzige Knäuel kuschelt sich auf die Schultern seiner Pflegemutter. Mit großen Augen schaut sich Waschbärbaby Fridolin die Welt von oben an. Sylke Rößler hat den putzigen Kerl adoptiert. Die Besitzerin vom Döbschützer Wasserschloss und Spielzeugmuseum hat nun auch ein ungewöhnliches Haustier. Doch warum schafft man sich einen Waschbären an?

„Geplant war das nicht“, erzählt Sylke Rößler. Sechs Jahre lang hatte sich eine Waschbärdame die uralte Linde auf dem Hof als Schlafplatz auserkoren. „Nie hat der Waschbär Schaden angerichtet“, sagt Sylke Rößler. Doch vor zweieinhalb Monaten änderte sich das Verhalten des Tieres. Und seit sechs Wochen ist auch klar, warum sich die Minibärin rar gemacht hat: Als die Döbschützerin von der Arbeit nach Hause kam, saß ein Junges auf, eins vor ihrer Treppe. Ein weiterer kleiner Waschbär krabbelte auf der Ziegelmauer herum und noch einer schaute aus der Baumhöhle heraus. Doch die Jungtiere von Mauer und Höhle fielen nach unten auf die Erde. Eins überlebte den Sturz nicht. „Und die Waschbärmutter verdrückte sich mit den beiden anderen. Sie ist bis heute nicht wieder aufgetaucht“, erzählt Rößler. Das Baumhöhlenbaby wurde zurückgelassen, völlig abgemagert und erschöpft.

Sylke Rößler und ihr Lebensgefährte Christian Niclas adoptierten kurzerhand Fridolin. Doch was futtert so ein kleiner Kerl am Anfang? Katzenmilch aus der Flasche nahm der Waschbär nicht an. Mit viel Geduld tröpfelte Sylke Rößler dem Tier die Milch ein, bis seine Zunge alleine los-schleckte. Nach vier Tagen fing Fridolin an, tapsig durch die Gegend zu wackeln. Als feststand, dass er überlebt, wurde der Tierarzt eingeschaltet. „Frido“ bekam Impfungen gegen Tollwut und Staupe. Auch gab es Tipps zur Ernährung. Denn so ganz gesund ernährt sich der Kleine nicht freiwillig. „Am liebsten nascht er nur Schnittkäse und Bananen und ist scharf auf Spinnweben“, erzählt Rößler. Katzentrockenfutter muss aber wegen wichtiger Inhaltsstoffe mit auf den Speiseplan. Nicht fehlen darf im Schlafkorb sein Teddybär. Den braucht er – in Ermangelung von Mutter und Geschwistern – zum Kuscheln und Kämpfen.

Inzwischen ist Fridolin ein Kilogramm schwer. Ausgewachsene Waschbären wiegen das Zehnfache. Laut Aussage des Tierarztes wird sich Fridolin in der Pubertät vielleicht selbst auf die Socken machen, um eine Familie zu gründen. Das dürfte allerdings schwierig werden. Fridolin wird kastriert. Wahrscheinlicher ist deshalb, dass er sein Leben lang weiter die Blumentöpfe ausscharrt und seinen Adoptiveltern und den Besuchern des Spielzeugmuseums viel Freude bereitet..

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Das Wehr vom ersten zum zweiten Teich ist noch geöffnet. Zwischen den beiden Häusern fließt das Buchholzer Wasser in den Fischteich. Am Sonntag waren alle drei Teiche zu einer riesigen Wasserfläche vereint. Wie viel Verlust es am Fischbestand gibt, müssen die Teichpächter erst noch feststellen. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 12.06.2013 +++
 

Sind die Teiche die Lösung für Buchholz?

Von Steffen Gerhardt

 

  Der Dorfbach könnte mit ihnen besser reguliert werden, sagen Anwohner. Doch die Pächter widersprechen dem.

  Das Hochwasser am Sonntag hat besonders die Bewohner entlang des Buchholzer Wassers schwer getroffen. Beim Aufräumen stellt sich jetzt die Frage: Hätte der Schaden nicht kleiner sein können, wenn rechtzeitig die Wehre an der Teichanlage gezogen worden wären?

          Buchholzer: Überlaufende Teiche verschlimmern die Situation

  Familie Kamber ist überzeugt: Durch das viel zu späte Ziehen der Wehre an den drei Fischteichen ist das Hochwasser bis ins Haus geflossen, 20 Zentimeter hoch. Das gleiche Bild auch bei Hilde Schubert. Sie wohnt zwei Häuser weiter am Buchholzer Wasser. „So schlimm hatten wir es 1981 das letzte Mal“, erinnert sich die 82-Jährige. Auch für Dietrich Kamber war das Hochwasser am Sonntag das folgenreichste, was er seit 1981 mitgemacht hat. „Für uns geht die Gefahr von den Teichen aus. Sind die Wehre rechtzeitig gezogen, hat das Wasser einen größeren und schnelleren Durchfluss“, sagt der Rentner. Denn der Bach bewegt sich im engen Bett auf die Teiche zu. Deshalb fordern die Anwohner, dass sich die Gemeinde mehr und für die Bürger sichtbar um das Gewässer kümmert.

          Bürgermeister: Ohne Geld kann der Bach nicht saniert werden

  Die Sanierung des Bachlaufes sieht auch Bürgermeister Horst Brückner als dringend an. Aber der Gemeinde fehlt das Geld dazu. „Nach dem Hochwasser 2010 und 2012 hatten wir keine Zusage auf Fördermittel – und dieses Jahr wird es nicht anders sein“, ist der Bürgermeister überzeugt. Dazu muss erst noch geprüft werden, wer für die Uferbefestigung zuständig ist – die Gemeinde oder der Grundstücksbesitzer. Denn Letztere haben mitunter eigenmächtig Veränderungen vorgenommen.

Hilde Schubert mahnt schon drei Jahre gegenüber dem Bürgermeister an, dass die Böschungsmauer gegenüber ihrem Grundstück repariert wird. Und das ist Schulgelände, was der Gemeinde gehört. Es ist nicht die einzige Schadensstelle. Auch bei Kambers rutschten Steine in den Bach. Das macht deutlich, dass in Buchholz dringend Regelungsbedarf ist. Auch was den Ablauf bei Alarmierungen betrifft. Der Bürgermeister verspricht, die Hochwasserpläne und Richtlinien der Orte zu aktualisieren

          Teichpächter: Wassermassen waren zu viel für die Teiche

  Dass die Pächtergemeinschaft schuld an überfluteten Häusern ist, will Dietmar Thomas so nicht stehen lassen. „Wir haben die Wehre rechtzeitig gezogen“, sagt der Buchholzer. Aber bei den Wassermassen war das nicht mehr zu beherrschen. Das Wasser schoss aus dem Bachlauf über die drei Teiche hinweg. „Dazu muss man wissen, dass wir nur einen halben Meter Reserve nach oben haben, dann überspült es die Teiche“, ergänzt der Teichwirt, der nach eigener Aussage am Sonntag von 14 bis 23Uhr an den Teichen unterwegs war und damit verhinderte, dass die Schäden um die Teiche größer wurden.

Innerhalb einer Stunde schüttete es 48 Liter auf den Quadratmeter über Buchholz aus. Das hat Dietmar Thomas gemessen. Hinzu kam der Bruch eines Dammes, den die Gemeinde bei Feldkaiser angelegt hat. Der zweite Damm hielt aber die Wassermassen. „Wäre auch dieser Damm gebrochen, hätte das Hochwasser um weitere 20 bis 30 Zentimeter im Ort ansteigen können“, ist Dietmar Thomas überzeugt.

Hinzu kommt, dass die Pächter nicht allein die Gewalt über die Wehre haben. Ein Stellrad hat die Feuerwehr Buchholz-Tetta und eins die Gemeindeverwaltung. Nicht nur bei Hochwasser gibt es drei Ansprechpartner, die die Wehre bewegen können. Denn ein Freiziehen der drei Teiche ist auch mit Verlusten verbunden. „Mit dem Wasser verschwinden auch unsere Fische. Ersatz bekommen wir nicht, denn der Besatz ist nicht versichert“, sagt Dietmar Thomas zu den eigenen Schäden.

Bleibt ein kleiner Trost für die Fischverluste: Bei Elviera Reimann hat es auch die Zierfische aus den beiden Behältern im Garten gespült. Vielleicht haben sie in den Teichen bachabwärts ihre neue Zuflucht gefunden.

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Symbolisch für Wasserkretscham: Das Ortseingangsschild wurde vom Wasser ausgespühlt, umgerissen und mit Schlamm zugedeckt. Straßenarbeiter Siegbert Zölfel sichert das verdreckte Schild, um es zu reinigen und wieder aufzustellen.


In Wasserkretscham wurde die S111 überspült und mit Schlamm zugedeckt. Dabei kam es auch zu Ausspühlungen an der Böschung zum Löbauer Wasser. Die Straßenmeisterei Niesky behebt seit Sonntagnachmittag die Schäden. Fotos: SZ/Steffen Gerhardt

 

Schlammwelle überrollt Straßen

 

Von Steffen Gerhardt

 

 

  Besonders schwer getroffen hat es die Gemeinde Vierkirchen. In Reichenbach rücken alle Ortswehren aus.
  Es kam wie eine Sturzflut den Hang herunter“, sagt Otto Müller. Der Rentner wohnt in Wasserkretscham und musste Sonntagnachmittag mit ansehen, wie die Straße mit Schlamm zugedeckt wurde und der braune Brei auch das Wohnhaus umschloss, in dem er zur Miete wohnt. Auf einigen Hundert Metern hatte sich am Sonntagnachmittag nach heftigem Gewitterguss die Staatsstraße 111 in eine Schlammbahn verwandelt und musste gesperrt werden. Betroffen ist auch der Geh- und Radweg, den es ein Stück weggespült hatte.

  Mit Schaufeln, einem Wasserschlauch und schwerem Gerät – einem Lkw mit Greifer – waren gestern fünf Mitarbeiter der Straßenmeisterei Niesky mit der Schlammbeseitigung auf der Hauptstraße in Wasserkretscham beschäftigt. „Unser Einsatz begann schon Sonntag, 17Uhr“, berichtet Kolonnenführer Siegbert Zölfel. Bis 21Uhr versuchte der Trupp, dem Schlamm Herr zu werden. Gestern früh, ab 7Uhr, ging es weiter. „Innerhalb von drei Wochen sind wir das zweite Mal zum Schlammräumen hier“, sagt Zölfel.

  Dass sich die Naturgewalten jetzt öfter auch in dem kleinen Ort an der Kreisgrenze zu Bautzen häufen, hat Sägewerkbesitzer Eberhard Schade festgestellt. Sein Grundstück liegt auf Bautzener Flur, aber betroffen ist er ebenso. „Wir waren Sonntag unterwegs, und als wir die Unwetterwarnungen hörten, machten wir uns schleunigst nach Hause“, sagt der Handwerker. So blieb noch Zeit, Maschinen und Gegenstände höher zu lagern, damit sie keinen Schaden nehmen. Denn an dem Grundstück vorbei fließt das Löbauer Wasser. „Bis auf das Wasser und den Schlamm haben wir keine Schäden“, stellte der Besitzer gestern zufrieden fest.

  Beim Sommerhochwasser 2010 war das noch ganz anders. Hier musste Familie Schade Verluste an ihrem Eigentum hinnehmen. „Daraus haben wir gelernt, aber dass wir in der vorigen Woche dreimal räumen mussten, ist auch nicht der Sinn der Sache. Denn das bedeutet jedes Mal Ausfallzeit für uns“, sagt Ehefrau Marion Schade.

Mit dem Wasser kam aber auch die Ruhe auf der Straße. Denn die Schlammmassen sorgten für eine Vollsperrung der S111, die von Weißenberg über Wasserkretscham nach Reichenbach führt. Von der S112 konnte man ebenfalls nicht auffahren. Die Situation am Sonntagabend schildert Polizeisprecher Thomas Knaup: „Im Raum Weißenberg stieg das Löbauer Wasser durch die Regenmengen stark, überspülte die Brücke bei Wasserkretscham und unterspülte die Fahrbahn. Zudem drohte der Hang auf die Erde zu rutschen. Daher wurde die S111 zwischen Wurschke und Neucunnewitz gesperrt.“

  Damit verschlechterte sich die Verkehrssituation auf der B115. Der Autobahnverkehr wurde nur über Nieder Seifersdorf nach Görlitz umgeleitet. Über Nacht entspannte sich die Situation, so dass die S111 zumindest einseitig seit gestern, 9Uhr, wieder befahrbar ist. Montagabend sollte sie wieder ganz freigegeben werden, nachdem der Schlamm abgefahren ist und der Regenwasserkanal entlang der Straße gereinigt wurde.

  Nicht nur in Wasserkretscham war Hilfe notwendig, sondern auch in weiteren Orten. Besonders die Gemeinde Vierkirchen hatte der Gewitterguss voll im Griff. In Buchholz sorgte der Dorfbach für Überschwemmungen. Drei Ortswehren wurden in Vierkirchen alarmiert, und in Reichenbach neben der Stadtwehr auch alle Ortswehren. Hier waren Meuselwitz und Zoblitz die Brennpunkte. Einsatzkoordinator war am Sonntag Ronald Prüß. „Wir hatten es vorwiegend mit vollgelaufenen Kellern und überspülten Straßen zu tun“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister. Und: Bürger kamen nicht zu Schaden.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 06.06.2013 +++
 

Endspurt fürs Großprojekt B 178 bei Buchholz

Von Anja Hecking

 

Vier Spuren bis zur Autobahn und eine gigantische Brücke sind hier geplant. Vor Ort gibt es aber auch Kritik.

 

So ein unsinniger Flächen- und Geldverbrauch, schimpfen einige Einwohner aus Buchholz und den umliegenden Orten. Eine junge Frau malt sich aus, wie sie künftig auf ihrem Weg zur Arbeit mit der Kirche ums Dorf fahren muss. Andere Bürger wird das weniger treffen. Aber jetzt, wo die überarbeiteten Pläne für die neue B178 zwischen Nostiz und Buchholz ausliegen, wird vielen noch einmal so richtig klar: Das ist ein gigantisches Projekt. Eine vierspurige Trasse bis zur Autobahn, mit einer riesigen Brücke über Wasserkretscham und das Löbauer Wasser – das kann sich hier kaum jemand richtig vorstellen. Die S111 soll teilweise zurückgebaut, die Zufahrtsstraße zur Autobahn bei Weißenberg etwas verlegt werden. Eine neue Anschlussstelle an die A4 ist geplant. Sie wird weiter östlich auf den Feldkaiser zu gebaut. Der Ortschaftsrat von Buchholz und Tetta kennt die überarbeiteten Pläne. Er will die Straßenplaner noch einmal auf die wunden Punkte hinweisen, von denen die Menschen betroffen sind. Die SZ nennt diese Punkte und fasst den Stand zusammen.

          Der Stand: Der Teil bis zur Autobahn gehört zu den letzten Lücken

Die B178 soll das Dreiländereck an das deutsche Autobahnnetz anschließen. Das wird viele Dörfer entlasten, durch die sich zurzeit noch der Fernverkehr aus dem Süden schleppt. Gut die Hälfte der Bundesstraße zwischen der deutsch-polnischen Grenze östlich von Zittau und Nostitz ist längst fertig, die Nordumgehung von Zittau zum Beispiel seit 2000. Schon daran sieht man, wie groß dieses Straßenbauprojekt von Bund und Land ist. Die reichlich fünf Kilometer zwischen Nostitz und der Autobahn bei Weißenberg gehören zu den letzten Lücken der neuen Bundesstraße. Nach Angaben der Firma Deges, die das Projekt hier plant, wird allein dieser Abschnitt 41 Millionen Euro verschlingen. Nur noch ein weiterer Teil der Straße befindet sich in der Planfeststellung. Auf reichlich zehn Kilometern wird zurzeit gebaut. Mit den Bauarbeiten bei Buchholz soll es nächstes Jahr losgehen. Vorausgesetzt wird, dass die Planfeststellung bis zum Jahresende zügig durchgeht, also ohne Klagen.

         Die Punkte: Querungshilfen, Schallschutz und weniger Fahrspuren

Die Trasse selbst steht auch bei den Bemühungen der Ortschaftsräte aus Buchholz und Tetta nicht zur Debatte. Aber das sei jetzt die letzte Chance, um etwas für die betroffenen Menschen zu erreichen, sagt Ortsvorsteher Udo Gleisenberg. Die Kritik zielt im Grunde auf die Dimensionen des Projekts. Allein durch die Vierspurigkeit wird doppelt so viel Land versiegelt. Der Ortschaftsrat schließt sich der Kritik der Landbesitzer und Bauern an und setzt sich dafür ein, den Bau auf zwei Spuren zu beschränken. Für den Bereich der neuen Großbrücke über Wasserkretscham wird ein ausreichender Schall- und Blendschutz gefordert. Der vorhandene Geh- und Radweg an der S111 soll trotz Rückbaus der Straße in Wasserkretscham erhalten bleiben. Er beginnt in Höhe der Weißenberger Zufahrtsstraße S55 und endet an der S112 unweit vom Sägewerk. Für Passanten und Radfahrer möchte der Ortschaftsrat erreichen, dass Querungshilfen auf der Fahrbahn eingerichtet werden. Auch der Pilgerweg befindet sich hier. Die Zufahrten zu den Feldern und Wirtschaftswegen müssten gewährleistet werden. Als Ausgleich für die Eingriffe in die Landschaft schlägt der Ortschaftsrat die Entsiegelung einer alten Gewerbefläche vor Ort vor. Bisher sei ein Ausgleichsprojekt in Löbau geplant. Dort soll die ehemalige Offiziersschule zurückgebaut werden. Unabhängig von den Einwendungen des Ortschaftsrates können Bürger die überarbeiteten Pläne bis Dienstag im Gemeindeamt in Melaune und im Reichenbacher Rathaus einsehen. Einwendungen müssen bis zum 25. Juni vorliegen.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 04.06.2013 +++


 

Schöpse richten erneut Unheil auf den Dörfern an

Von Anja Hecking

 

Gärten, Keller und Straßen werden geflutet. Bis gestern Abend kehrte etwas Ruhe ein.

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Der Weiße und der Schwarze Schöps haben gestern auf den Dörfern erneut Unheil angerichtet. Grundstücke wurden überflutet. Einzelne Häuser standen wie Inseln völlig von Wasser umgeben. Keller und Garagen liefen voll. Auch in Gersdorf, Arnsdorf-Hilbersdorf und im Raum Reichenbach mussten Straßen zeitweise komplett gesperrt werden.

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Spätestens gestern Vormittag, als die angekündigte Beruhigung des Wetters nicht so eintraf, wie erwartet, machte sich erneut Anspannung breit. Da waren die meisten Feuerwehren schon längst im Einsatz. Sandsäcke wurden gefüllt, verteilt und ausgefahren, Wasser ausgepumpt. Die meisten gefährdeten Anwohner waren seit Mitte der vorigen Woche in Habtachtstellung. Der Schwarze Schöps, der Ende Mai am Pegel in Schöps noch Messwerte zwischen 20 und 30 Zentimetern zu verzeichnen hatte, erreichte gestern schon in den frühen Morgenstunden die Alarmstufe zwei. Zwischen fünf und 11 Uhr kletterte der Fluss dann von 1,68 Metern auf seinen gestrigen Höchststand von 2,07. Zum Vergleich: Im Juli 2012 waren hier 3,23 Meter gemessen worden. Danach ging der Wasserstand gestern bis zum Abend wieder leicht zurück. Damit blieben diesmal weite Teile von Meuselwitz und Sohland verschont. Die beiden Ortsdurchfahrten wurden bis gestern Abend nicht überflutet.

Für den Weißen Schöps im Raum Markersdorf und Schöpstal lag am frühen Morgen noch keine Alarmstufe vor. Ende Mai war der Fluss am Holtendorfer Pegel 30 bis 40 Zentimeter hoch. Gestern schaffte er es zwischen fünf und 13 Uhr von 1,63 Meter auf 2,52 Meter. Er stieg also rasanter an als der Schwarze Schöps. Danach ging auch hier der Wasserstand langsam zurück. „Ich würde es so bezeichnen, dass wir nach den Niederschlägen der letzten Tage noch richtig Glück hatten“, erklärte Markerdorfs Bürgermeister. „Natürlich sind die Wasserstände sehr hoch, Garagen und Keller vollgelaufen. Aber es kam alles kontinuierlich und läuft jetzt auch wieder ab. Mit 2012 ist das nicht zu vergleichen.“

Nun hoffen die Menschen, dass der Wetterbericht für die nächsten Tage das hält, was er verspricht. Es soll bedeutend weniger regnen und die Sonne scheinen. Damit wäre die Gefahr gebannt. Denn gestern fehlten an manchen Stellen nur Millimeter bis zum Überlaufen.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 15.05.2013 +++
 

Pfarrhaus zeigt sich nach Renovierung

 

Buchholz. Nach zweieinhalb Jahren ist schon viel geschafft. Das können sich Besucher jetzt ansehen.

  Am Sonntag öffnen sich erstmals wieder die Türen des Buchholzer Pfarrhauses für die Öffentlichkeit. Nach zweieinhalb Jahren ist ein großer Bauabschnitt geschafft. Das will die Kirchengemeinde nun Interessenten auch zeigen und dabei die weiteren Schritte für das Pfarrhaus vorstellen. Ab 9 Uhr können die renovierten Räume besichtigt werden. Hier entsteht ein neues zentrales Büro für die vier eigenständigen Kirchengemeinden Arnsdorf-Hilbersdorf, Buchholz/Tetta, Melaune und Nieder Seifersdorf. Die Kirchengemeinden arbeiten bereits eng zusammen, unter anderem im Bereich der Angebote für Kinder und Jugendliche. Nun wollen die Gemeindekirchenräte auch die Synergien nutzen, die sich durch ein gemeinsame Büro ergeben. Kurz nach 10 Uhr werden am Sonntag die Glocken des Buchholzer Kirchturms zum Gottesdienst rufen. Und aus dem modernen Büro geht es in die barocke Kirche, wo Musik und Predigt zum Nachdenken einladen. Nach einer knappen Stunde kann dann jeder mit einem guten Gewissen und einem fröhlichen Lied auf den Lippen zu einem Pfingstspaziergang aufbrechen. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 08.05.2013 +++
 

Eisenbahnfans gehen wandern

 

Zu Himmelfahrt sind sie entlang der alten Kreisbahn unterwegs. Und jeder kann mitwandern – auch per Bus.

Zu Himmelfahrt schnüren die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde traditionell ihre Wanderstiefel und erwandern längst stillgelegte Eisenbahnstrecken. Dieses Jahr folgen sie der ehemaligen Görlitzer Kreisbahn auf dem Abschnitt zwischen Weißenberg und Königshain. Der Wanderbus bringt die Eisenbahnfreunde an den Start, kann Wandermüde zwischenzeitlich auflesen und bringt jedermann auch wieder zurück.

Um 8.40 Uhr startet der Bus zum ersten Mal nach Weißenberg. Mit der zweiten Fuhre um 9.20 Uhr werden sogar Zuganschlüsse aus Görlitz und Bautzen vermittelt. Kurz nach halb zehn wird losgewandert. Der Bus fährt weiter über Buchholz, Melaune und Arnsdorf nach Königshain. Dort laden Barockgarten und Granitabbaumuseum ein. In Melaune hat der Heimatverein eine „Jausenstation“ zur Stärkung eingerichtet.

Für Langschläfer startet der Wanderbus abermals um 11.20 Uhr ab Löbau und bringt die Interessierten an die oben genannten Orte. Zurück geht es ab Königshain um 14 und 15.44 Uhr. Natürlich werden alle Bahnhöfe der Kreisbahn bedient. Fahrkarten kosten je nach Strecke zwischen 3 und 5 Euro und sind beim Schaffner im Bus erhältlich. (SZ)

www.osef.de

 

 

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 27.04.2013 +++
 

„Jugend“ ist Schwerpunktthema

 

Vierkirchen/Melaune. Superintendent Thomas Koppehl ist begeistert: „Hut ab vor so viel Engagement!“ Der Leiter des Kirchenkreises NOL drückt 25 Mädchen und Jungen im Jugendgottesdienst in Königshain seinen Respekt aus, denn die haben sich bei Wind, Wetter und Sonne bei einer Forstrüstzeit in den Wäldern zwischen Königshain und Arnsdorf nützlich gemacht. Drei Tage lang haben sie Wege ausgebessert, miteinander in der Bibel gelesen und in der Natur gelebt, geschlafen und gekocht. „Arbeiten, beten und feiern – das scheint ein gutes Konzept zu sein“, so Koppehl.

Johannes Hamann von der Jugendscheune Melaune und Jugendwart Tobias Walzok leiteten diese gemeinsamen Tage, die bereits zum 25. Mal stattfanden. „Jugend“ heißt auch das Schwerpunktthema bei der Kreissynode, die am heutigen Sonnabend im Görlitzer Jugendhaus „Wartburg“ tagt. Dann werden die Vertreter der 44 Kirchengemeinden im Kirchenkreis diese Jugendlichen oder auch die elfköpfige „Königshainer Kirchenband“ vor Augen haben, die den Jugendgottesdienst gestaltete.

Forstrüstzeitteilnehmer und Gitarrenschüler sind Vertreter der 3 300 unter 18-jährigen Gemeindemitglieder zwischen Görlitz, Niesky und Weißwasser, die der Kirchenkreis ganz besonders auf dem Schirm hat. Ein Konzept der Jugendarbeit soll im Mittelpunkt der Beratungen stehen. Welche Entscheidungen da getroffen werden, können Interessierte vor Ort verfolgen, denn die um neun Uhr beginnende Synodaltagung ist öffentlich. (beb)

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 18.04.2013 +++
 

Windrad-Planer lässt nicht locker

 

Vierkirchen. Die Gemeinde Vierkirchen will noch einmal die Beteiligten in Sachen Windfeld Melaune an einen Tisch holen. Das sagte Bürgermeister Horst Brückner im Gemeinderat. Damit soll geklärt werden, ob sich die fünf weiteren, von einem Investor geplanten Windräder außerhalb des vorhandenen Vorranggebietes befinden. Das wäre für die Gemeinde ein Grund, den neuen Anlagen nicht zuzustimmen, sagt der Bürgermeister. Das Landratsamt Görlitz hatte nach Absprache mit dem Regionalen Planungsverband Bürger vor Ort darüber informiert, dass sich die Standorte für die neuen, sehr hohen Anlagen außerhalb des vorhandenen Windfeldes befinden und deshalb zurzeit keine Aussicht auf eine Genehmigung besteht. Peter Ritter aus Melaune, der die Anlagen plant, äußerte sich darüber im Gemeinderat erstaunt. Ihm sei nicht bekannt, dass die Standorte außerhalb des Windfeldes liegen. In den letzten Abstimmungen mit dem Regionalen Planungsverband sei es nur um die Zahl der Anlagen gegangen. (SZ/ah)

 

Buchholz hilft seinen Störchen

Von Bernhard Donke

 

Buchholz. Die Buchholzer Störche haben sich zum Glück erholt. Seit anderthalb Monaten sind sie da. Aber anfangs sah das gar nicht rosig aus. Denn als die Weißstörche in den ersten Märztagen von ihrer langen Reise endlich in Buchholz eintrafen, war der Boden hier noch eisig gefroren. Die Kälte macht den Tieren nicht so zu schaffen. Aber die dicke Schneedecke erschwerte die Nahrungssuche. Normalerweise soll man die Störche auch dann gar nicht füttern. Sie suchen meistens nach einer Umgebung, wo sie doch von selbst an Futter kommen.

Aber in Notsituationen ist das Eingreifen des Menschen doch nicht schlecht. Zum Glück fanden sich so auch in Buchholz hilfsbereite Menschen wie Enrico Zieschank. Der Buchholzer wohnt unweit vom Storchennest. Jetzt ist er froh, dass es die gefiederten Tiere über die eisige Zeit geschafft haben. Die Anwohner stellten dem Storchenpaar einfach etwas Futter hin. Nun hoffen sie natürlich, dass die Störche ihren Nachwuchs auch gut aufziehen können. Denn in den vergangenen Jahren gab es in Buchholz immer gleich Drillinge oder Vierlinge im Nest. Inzwischen lässt sich der Weißstorch auf Wiesen, Feldern und in den Lüften blicken. Im Schnitt ist er bis zu drei Wochen später als sonst üblich auf den Dörfern rund um Görlitz eingetroffen. Mancherorts war er dabei eben auch sehr zeitig da. Das Buchholzer Storchennest befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Gutshofes. Dem Storchenpaar wäre es sicher während der rauen Wintertage im März und April bedeutend schlechter ergangen, hätten die Menschen nicht etwas nachgeholfen. Längst können die Störche wieder selbst für eine vielseitige Speisekarte mit Mäusen und Kleinsäugern, Regenwürmern, Insekten und deren Larven, Fröschen, Fischen, Schlangen und anderen Reptilien sorgen.

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Der Standort für die neue Geflügelfabrik befindet sich zwischen der Autobahn und dem kleinen Ort Prachenau (bei Melaune). Er ist sehr abgelegen. Hier war bis zum vorigen Sommer die Putenfarm von Paul Hoke in Betrieb.

So ein Andrang wird auch in der neuen Geflügelfarm bei Prachenau herrschen, wenn hier nach den Plänen des Investors 90000 Junghennen und 180000 Legehennen gehalten werden. Dafür soll eine moderne Anlage mit zwölf Ställen gebaut werden. Dabei ist ausschließlich Bodenhaltung mit Scharrflächen und Legenestern vorgesehen.Foto: SZ-Archiv

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 11.04.2013 +++
 

Investor für Hühnerfabrik darf weiter planen

Von Anja Hecking 

   

  Der Holländer hat dafür in Vierkirchen grünes Licht bekommen. Das bedeutet aber noch kein Baurecht.

  Der holländische Investor kann seine Pläne für die neue Hühnerfabrik bei Prachenau weiter vorantreiben. Denkbar knapp hat sich der Gemeinderat von Vierkirchen dafür entschieden. Damit wird die Geflügelfarm jetzt in einem Bebauungsplan ausgewiesen. Das bedeutet nicht automatisch Baurecht. Aber die Beteiligten haben den Fuß drin in der Tür.

Trotz seiner Entscheidung begegnet der Gemeinderat dem Projekt weiter mit Skepsis. Auf der einen Seite will er Gewerbeansiedlungen in Vierkirchen nicht den Weg verbauen. Auf der anderen Seite sind da die Sorgen in der Bevölkerung, die im Gemeinderat auch geteilt werden. Die SZ sagt, welche Bedenken das zurzeit sind.

          Sorge Nummer eins: Hier wird Massentierhaltung geplant

  In der Gemeinde Vierkirchen, die schon immer von Landwirtschaft geprägt war, gibt es schon eine gewisse Akzeptanz für solche Ansiedlungen. Auf dem Standort bei Prachenau war jahrzehntelang eine Putenfarm in Betrieb, zuletzt in Regie von Paul Hoke. Er hat das Unternehmen aus Altersgründen im Sommer 2012 aufgegeben und das Grundstück verkauft. Das, was der Investor hier aber vorhat, ist mindestens das Zehnfache an Tieren im Vergleich zu der Putenfarm. 270000 Hühner, das ist eine ganz andere Dimension. Es gibt nur wenige Betriebe in Sachsen mit so vielen Jung - und Legehennen. Die sollen bei Prachenau zur Aufzucht und zur Produktion von Bruteiern gehalten werden, bestätigt Henricus Kampschöer, Geschäftsführer der neuen Geflügelfarm. Eine große Investition, viele Tiere, sagt er. Anders rechne sich das nicht. Vor dem Hintergrund aktueller Zahlen zur Geflügelhaltung aus dem Statistischen Landesamt haben die Grünen in Sachsen den Bau von Massentierhaltungsanlagen aber gerade kritisiert. Sie fordern, dass solche Projekte nicht länger durch öffentliche Gelder des Landes unterstützt werden und schlagen kleinere und mittlere Betriebe als Alternative vor.

          Sorge Nummer zwei: Artgerechte Haltung schwer vorstellbar

  Die Jung- und Legehennen sollen in zwölf modernen Ställen untergebracht werden, in Bodenhaltung mit Scharrstellen und Legenestern. Eine Freilandhaltung ist nicht vorgesehen. Es ist bekannt, dass Tierschützer das als artgerechte Haltung anzweifeln. Begrenzte Platzverhältnisse in der Bodenhaltung können Stress verursachen, Verletzungen und Kannibalismus. Der Einsatz von Medikamenten ist bei vielen Tieren auf engem Raum fast schon vorprogrammiert. Auch im Gemeinderat spricht ein junger Mann, der als Gast teilnimmt, dieses Thema an. Er bezieht sich auf eine Fernsehsendung über Massentierhaltung bei Hühnern. Dort ging es um schlimme Zustände. „Und das alles für Billigbroiler im Supermarkt“, sagt er. Für den Geschäftsführer der Geflügelfarm sind das „schwarze Schafe“ unter den Betrieben. Aber die Haltung von so vielen Tieren müsse nicht von vornherein schlecht sein, erklärt er. Die Bürger könnten davon ausgehen, dass der Betrieb schon allein aus wirtschaftlichen Gründen an gesunden Tieren interessiert sei.

          Sorge Nummer drei: Konsequenzen für Kleintierhalter bei Seuchengefahr

  Aus tierärztlicher Sicht ist so eine Massentierhaltung nicht zu begrüßen, sagt Tierarzt Frank Ender aus Tetta. So ein Großbetrieb ziehe Konsequenzen für die Kleintierhalter nach sich, wenn eine Seuche ausbricht. Die Geflügelpest in Markersdorf, die Keulung der Tiere und die absolute Stallpflicht für Geflügel in einem großen Umkreis – das alles ist noch nicht so lange her. Der Geschäftsführer der Geflügelfarm sieht das nicht so kritisch. So eine Gefahr komme meistens von außen, erklärt er, und entstehe weniger in einem Betrieb, zumal die Hennen nur in geschlossenen Ställen gehalten werden.

          Sorge Nummer vier: Zusagen des Investors könnten im Sande verlaufen

  Das Projektteam der Geflügelfarm bemüht sich, die Bevölkerung frühzeitig zu informieren. Ohne Akzeptanz vor Ort und Rückendeckung aus dem Gemeinderat will der Investor sein Projekt nicht umsetzen, sagt der Geschäftsführer. Aber es gibt Zweifel daran. Das liegt auch an Erfahrungen mit anderen Ansiedlungen in der Umgebung, wo es dann doch zu Beeinträchtigungen der Bevölkerung kam. Der Investor hat vor, zuerst vier Ställe für Legehennen zu bauen und das als Testphase zu betrachten. Die Anlage soll mit einem Reinigungssystem für die Abluft ausgestattet werden. Es soll Messungen geben. Der Gemeinderat will darauf drängen, dass die weiteren acht Ställe erst errichtet werden, wenn die ersten vier sämtliche Auflagen und Anforderungen erfüllen.

          Sorge Nummer fünf: Es könnte mehr Nach- als Vorteile vor Ort geben

  In der Geflügelfarm wird mit zehn Arbeitsplätzen gerechnet. Es wäre eine große Investition vor Ort, die Firmen beim Bau Arbeit bringt. Dafür wird Natur eingebüßt, denn die Geflügelfarm benötigt mehr Platz als die ehemalige Putenmastanlage. Die Lkws mit Futter und Dung zur beziehungsweise von der Farm werden zu einer Belastung der Anwohner und der vorhandenen Straßen führen.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 05.04.2013 +++
 

Verein hält an Termin für Frühlingsmarkt fest

Von Bernhard Donke

 

  Der Heimatverein Melaune/Tetta wird am letzten Sonntag vor Ostern als Termin für den Frühlings- und Ostermarkt festhalten. Das bestätigt Vereinschefin Andrea Weise. Der diesjährige Markt war zwar vom Wetter her alles andere als frühlingshaft. Dennoch zeigen sich die Organisatoren mit der Resonanz zufrieden und wollen auch nicht an dem feststehenden Termin rütteln. Zum Aufwärmen steht während des Marktes auch immer das Vereinsheim „Alte Wassermühle“ bereit.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 23.03.2013 +++
 

Ostermarkt an der Wassermühle

Von Bernhard Donke

 

  Als der Vorstand des Heimatvereins Döbschütz/Melaune jüngst zum Arbeitseinsatz zur Vorbereitung des 8. Frühlings- und Ostermarktes aufrief, fiel dieser Frühjahrsputz aus. Denn das Wetter hatte mit Schnee und Minusgraden etwas dagegen. Deshalb konnten nur die Räume im Vereinshaus „Alte Wassermühle“ geputzt werden.

  Aktiv mit dabei war Odette Schweigert. Für die Wahlmelaunerin und Musikerin, die in der Neuen Lausitzer Philharmonie Geige spielt, ist es der zweite Frühjahrs- und Ostermarkt in Melaune. „Mich interessiert das Dorfleben im Ort. So habe ich mich entschlossen, dem Verein beizutreten und für den Markt mitzuhelfen“, sagt die junge Frau. Ihre Aufgabe ist die Innendekoration im Vereinshaus.

Für die Vereinsvorsitzende Andrea Weise ist die Organisation des Marktes hingegen kein Neuland mehr: „Wir haben für diesen Markt wieder auf Altbewährtes zurückgegriffen und uns wie immer um ein reichhaltiges Angebot an Gerätschaften und Pflanzgut für Haus, Hof und Garten bemüht.“ Natürlich kommt auch der Osterhase. Egal bei welchem Wetter: Der Markt wird stattfinden – an gewohnter Stelle in und um die „Alte Wassermühle“.

8. Melauner Frühlings- und Ostermarkt am Sonntag, dem 24. März, in der Zeit von 11 bis 17 Uhr.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 20.03.2013 +++
 

Christen erkunden Rumänien

 

Evangelische Jugendscheune bereitet eine besondere Reise zu den Sinti und Roma vor.

Nur noch acht freie Plätze gibt es für eine besondere Fahrt nach Rumänien. Organisiert wird sie von der Evangelischen Jugendscheune und richtet sich an junge Menschen ab 15 Jahre. Sie findet vom 26.Juli bis 11. August statt. Gemeinsam mit den rumänischen Christen unterstützt die Jugendscheune Sinti- und Roma-Familien. Mit den Kindern wird gespielt und auch ein „Schultag“ gestaltet. In der zweiten Woche stehen Landeserkundungen auf dem Plan. Im März wird das Projekt weiter voran getrieben. Dafür gibt es vom 22. bis 24. März Vorbereitungsseminare in der Jugendscheune. Wer sich dafür interessiert, meldet sich bitte schnell an. (SZ)

Telefon 035827 70354

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 13.03.2013 +++
 

Damit auch das Geschäft blüht

Von Constanze Junghanß

 

  Wie kommen die Gärtnereien mit den gestiegenen Strom- und Heizungskosten klar? Die Ideen sind vielfältig

Die immens gestiegenen Betriebskosten machen auch den Gärtnereien zu schaffen. Heiz- und Energiekosten sind in allen Bereichen explodiert. Gärtnereien trifft das in besonderem Maße. Denn Pflanzen brauchen zur Anzucht vor allem Wärme und Licht. Und das kostet natürlich. In kalten dunklen Gewächshäusern wächst nun einmal nichts. Die SZ hörte sich bei verschiedenen Gärtnereien im Umland um, wie sie versuchen, diese Probleme zu meistern.

          Gärtnerei Fuchs in Döbschütz: Pflanzen enger zusammenrücken

Damit eines der großen Gewächshäuser noch nicht so beheizt werden muss, kommen Jungpflanzen mit ins Gerbera-Haus. Dort herrschen konstante 15 Grad. Die in den letzten 14 Tagen vom Großlieferanten bestellten Pflanzen sind also mit den Gerberas eng zusammengerückt. Auf Dauer ist das keine Lösung. Die Lichtverhältnisse sind so nicht ideal. Noch vor wenigen Jahren konnten alle Gewächshäuser gleichzeitig beheizt werden. „Die jetzige Variante ist ein Kompromiss, um Kosten zu sparen“, sagt Inhaber Norbert Pohl. Gespart werden kann auch beim Brennmaterial. Die Rohstoffpreise für Pellets lägen rund 40 Prozent unter denen von Heizöl. Der Heizungsbetrieb hängt allerdings vom Strom ab. Und der ist teuer geworden. Um den Familienbetrieb rentabel zu halten, muss die Gärtnerei die Preise um wenige Cents erhöhen. „Wir bieten hohe Qualität auch durch unsere Eigenproduktion an und hoffen auf die Akzeptanz unserer Kunden“, sagt er.

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Wieder in Melaune hilft Melanie Gaertner in der Jugendscheune. Diese Tafel wirbt seit gestern an der Kirchen-Kreuzung für die Jugendwoche „24-7 prayer“.Foto: F. Gaertner

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 06.03.2013 +++
 

Junge Melaunerin gibt Rumänien den Vorrang

Von Anja Hecking 

   

  Melanie Gaertner ging nach ihrem Studium erst mal ins Ausland. Ein knappes halbes Jahr lebte und arbeitete sie in Rumänien. Dafür würde sie sich immer wieder entscheiden.

   Gut zwei Wochen liegen zwischen Rumänien und Melaune. Melanie Gaertner hat viereinhalb Monate in Siebenbürgen gelebt und gearbeitet. Zurück in Deutschland, versucht sie, hier wieder anzukommen. Das Weggehen war ihr leichter gefallen, sagt sie. Vielleicht ist es ja schwieriger, sich dem Überfluss anzupassen als dem Verzicht? Vielleicht muss sie auch erst ihre neuen Seiten annehmen. Sie sei spontaner geworden, sagt die 23-Jährige, wage sich aus ihrem Beobachterstatus heraus. Dazu kommt Gelassenheit. Sonst sei sie schnell mal in Panik verfallen, wenn etwas nicht so lief wie geplant.

Als sie im Sommer von dem Verein Evangelische Jugendscheune Melaune ermuntert wird, eine Zeit lang nach Malancrav (Malmkrog) zu gehen, fühlt sie sich herausgefordert – aber auch etwas unsicher. Auf der einen Seite passt ihr das Angebot. Ihr Studium in Breitenbrunn hat sie abgeschlossen. Als Sozialarbeiterin eine Stelle zu finden, wäre nicht schwer. Aber gleich ins normale Arbeitsleben einsteigen, das will sie nicht. Ausland klingt gut. Ist ja in Ordnung, sagen auch Freunde. Aber: Muss es Rumänien sein?

Melanie Gaertner war schon dort. Viermal, über den Verein, mit anderen jungen Leuten aus dem Evangelischen Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz. Zwei Wochen Rüstzeit sind nicht vergleichbar mit mehreren Monaten Aufenthalt und Arbeit. Das sei eine Chance, noch intensiver in das Land einzutauchen. Sie mag die Menschen, ihre Gastfreundlichkeit und Gabe zu improvisieren. Und sie weiß, was sie erwartet, auch wenn so manche Unwägbarkeit im Hinterkopf bleibt.

In Siebenbürgen prallen Kulturen aufeinander: Rumänen, Ungarn, Siebenbürger Sachsen und Zigeuner leben hier. Die Gräben zwischen ihnen sind teilweise tief. Das muss man akzeptieren und die Punkte abschätzen, an denen man sich als Fremder einmischen darf. Die Jugendlichen aus Deutschland haben es bisher zumindest geschafft, in der Zigeunersiedlung einige Vorurteile abzubauen.

  Anfang Oktober sitzt Melanie Gaertner dann in einem Kleinbus nach Malmkrog. Schon während der Fahrt gibt es Momente des Wiedererkennens. Das fühlt sich vertraut an. Der Kleinbus hält zum Beispiel an derselben rumänischen Tankstelle wie im Sommer. Sie freut sich auf die Familie von Joachim Lorenz. Der deutsche Pfarrer will eine Auszeit nehmen. Die 23-Jährige kennt die Familie und war auch schon mal in dem 1000-Seelen-Dorf. Aber erst jetzt wird ihr bewusst, wie abseits der Ort doch liegt.

Wer nach Siebenbürgen will, kommt an der Pfarrersfamilie nicht vorbei. Joachim Lorenz ist selbst vor über 20 Jahren in dem Gebiet im südlichen Karpatenraum hängen geblieben. Dabei war das damals nur als Praktikum geplant. Er hat hier viele Kontakte geknüpft und ist deshalb ein guter Ansprechpartner.

  Für Melanie Gaertner vergehen die folgenden Wochen viel schneller, als sie angesichts der Abgeschiedenheit erwartet hat. Als der Pfarrer etwas eher aus seiner Auszeit zurückkehrt, entschließt sie sich, den Aufenthalt bis Mitte Februar zu verlängern. Langweilig wird es ihr hier nie. Sie fühlt sich schnell in der Kirchengemeinde wohl, wird sehr warmherzig und offen aufgenommen. Mit den Rumänen im Dorf grüßt sie sich beim Vorbeigehen. Ungarn leben kaum noch hier, aber relativ viele Siebenbürger Sachsen. Es ist eine aufregende Zeit. Die junge Melaunerin ist sich sicher, dass es sie irgendwann wieder nach Rumänien ziehen wird. Das Leben in Siebenbürgen ist einfach und ursprünglich, aber gerade deshalb auch unendlich reich. Mit neuen Plänen legt sich Melanie Gaertner im Moment noch nicht fest. Sie überbrückt die nächsten Monate mit einer Arbeit in der Jugendscheune. Ihre Erfahrungen aus der Rumänienzeit ruft sie oft in Gedanken ab: „Die Gefahr ist sonst groß, sich einem gewissen Trott zu ergeben. Da muss ich mir die Unterschiede jeden Tag bewusst machen.“

  Wer Interesse an der Rüstzeit in Rumänien hat, kann sich bei der Jugendscheune in Melaune melden. Dort werden auch Freiwilligendienste im Ausland vermittelt.

Kontakt über 035827 70354

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So romantisch sieht Arnsdorf/Hilbersdorf im Winter aus: die alte Linde an der Kirche. Foto: Pawel Sosnowski

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 06.03.2013 +++
 

Viele Wohnungen sind in Vierkirchen vermietet

Von Constanze Junghanß

   

  Probleme gibt es in Sohland. Da will niemand in Wohnungen ziehen, die kein Bad und nur eine Ofenheizung haben.  

  Die Bauen und Wohnen GmbH Ostritz verwaltet die Wohnungen, die Eigentum der Kommune sind. Bei der Gemeinderatssitzung zog die Verwaltung nun ihre jährliche Bilanz aus den Vermietungen. Und die sieht ganz gut aus: Von 40 gemeindeeigenen Wohnungen und Gewerbeeinheiten ist ein Großteil belegt. Das ist nicht in allen Umlandgemeinden so. In Sohland zum Beispiel sind die Hälfte der Wohnungen nicht vermietet. Da ist ein Teil allerdings unsaniert, hat Ofenheizung beziehungsweise kein Bad. Das ist in Vierkirchen anders.

Leer stehen hier derzeit acht Wohneinheiten. Positiv sieht die Bauen und Wohnen GmbH, dass 27 Wohnungen vollständig saniert sind. 13 Wohnungen sind zumindest teilsaniert.

Der Großteil der Wohnungen in der Gemeinde liegt im Ortsteil Arnsdorf. Hier gibt es 25 Wohnungen. In Buchholz sind es Zwölf. Und in Melaune können Mieter drei Wohnungen nutzen. Ein Trend betreffend der Wohnungsgrößen sei nicht auszumachen. „Das wechselt eigentlich ständig. Eine Zeitlang waren Ein-Raum-Wohnungen sehr gefragt. Familien mit Kind nehmen gern Dreiraum-Wohnungen“, sagt eine Mitarbeiterin der Ostritzer Firma. Als Gewerbeeinheiten vermietet werden die beiden Kindergärtengebäude in Melaune und Arnsdorf. Auch in diesen Häusern wurden Wohnungen errichtet. „Ein jetzt noch freies Schmuckstück ist die sanierte Zweiraum-Wohnung im Arnsdorfer Kindergarten“, sagt die Mitarbeiterin. Dass der Wohnungsmarkt in Vierkirchen angenommen wird, könne auch auf die vergleichsweise moderaten Kaltmieten zurück geführt werden. Die liegen zwischen vier Euro und 4,50 Euro. Bei großen Wohnungen gibt es sogar noch einen Verhandlungsspielraum, da die Nebenkosten höher ausfallen. „Die Gemeinde kommt Interessenten dabei entgegen“, heißt es von der Bauen- und Wohnen GmbH.

Theoretisch wäre es sogar möglich, Wohneigentum zu erwerben. Das sagte Bürgermeister Horst Brückner der SZ. „Wenn es Bewerber mit Kaufabsichten gibt, kann man darüber reden.“ Realistisch schätzt der Bürgermeister solch ein Interesse aber nicht ein. Grund dafür ist, dass die meisten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern liegen, die nicht so begehrt sind, wie beispielsweise Eigenheime.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 05.03.2013 +++
 

Besucheransturm bei der Winterwanderung

 

  Mit 180 Gästen und 20 Beteiligten auf dem Arnsdorfer Pfarrhof hat die diesjährige Winterwanderung noch größere Kreise gezogen als in den Jahren davor. Mit großem Interesse verfolgten die Mitstreiter die gut zweistündige Tour in Regie von Revierförster Ingo Weber. Den Pfarrhof hatten Kirchengemeinde und der Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte zum Aufwärmen nach der Wanderung vorbereitet. (SZ/ah)

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Mit sicherem Auge kontrolliert Stadtgutmitarbeiterin Ramona Lehmann in der Arnsdorfer Lagerhalle jeden Apfel und bestimmt seine Größe. Foto: Bernhard Donke

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 22.02.2013 +++
 

50 Tonnen Görlitzer Äpfel lagern in Hilbersdorf

Von Bernhard Donke 

 

 

  Die Apfelernte des vergangenen Jahres reicht bis zum Herbst. Außer der Lagerverkauf läuft besser als gedacht.

  Die Obstbauern vom Stadtgut Görlitz haben im vergangenen Jahr eine gute Ernte eingefahren. Etwa 650 Tonnen Äpfel haben sie auf ihren Apfelplantagen im Kunnerwitz geerntet. „Es war eine sehr gute Ernte, obwohl der Hagel in Juni recht großen Schaden an den Apfelanpflanzungen angerichtet hat“, sagt Mike Schwarzbach, Bereichsleiter Obstanbau im Stadtgut Görlitz GmbH. So konnte nur die Hälfte der geernteten Früchte die Bezeichnung „Qualitätsapfel“ erhalten. Die aber genügten höchsten Ansprüchen.

Das kontinentale Klima, die vielen Sonnenstunden und die tiefgründigen Lößböden seien die entscheidenden Faktoren, die in ihrem Zusammenspiel für die herausragenden Qualitätseigenschaften unseres Obstes sorgen, erläutert Schwarzbach. So kommt es dadurch zu einer guten Ausfärbung, einem Anstieg der positiven Inhaltsstoffe, wie auch mehr Vitaminen. Durch das Mehr an Süße wird der Geschmack runder.

Das Fruchtfleisch ist fester, was man bei jedem knackigen Bissen spürt. Es führt auch zu besserer Lagerfähigkeit und damit einer geringeren Anfälligkeit von Druck- und Faulstellen. Der größte Teil der Görlitzer Qualitätsäpfel wurde deutschlandweit an den Groß- und Kleinhandel verkauft. Äpfel, die nicht den hohen Qualitätsmerkmalen entsprechen, wurden industriell zu Apfelsaft verarbeitet.

Zurzeit lagern nur noch noch 200 Tonnen Äpfel der Sorten Gloster, Pinova Topaz, Jonagold, Relinda, Pilot und Jonagord im zentralen Lager der Veos EG Borthen Obstbau und weitere 50 Tonnen im stadtguteigenen Lager in Vierkirchen unter optimalen Bedingungen. Die Temperaturen im Lager betragen drei bis vier Grad Celsius. Die Lufttemperatur wird künstlich so erhöht, dass die eingelagerten Äpfel sehr lange frisch bleiben. Vor dem Verkauf werden die Äpfel dann nochmals durch Mitarbeiter des Stadtgutes in der Lagerhalle begutachtet. „Wir haben hier auch einen Lagerverkauf eingerichtet“, sagt Mike Schwarzbach stolz. Dieser hat montags bis freitags, jeweils 7 bis 16 Uhr, geöffnet. Obwohl die Nachfrage gut ist, werde der Apfelvorrat des Stadtgutes Görlitz bis zur Ernte in diesem Jahr reichen.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 21.02.2013 +++
 

Einfamilienhaus darf gebaut werden

 

  In der knapp 1800 Einwohner zählenden Gemeinde wird wieder im privaten Bereich zu Wohnzwecken investiert. Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung dem Bau eines Carports und dem Ausbau eines Dachgeschosses zu. Zugestimmt wurden auch der Bauvoranfrage für die Errichtung eines Einfamilienhauses im Ortsteil Buchholz. Die Gemeinde begrüßt solche Investitionen, da sie zeigen würden, dass trotz schlechter Infrastruktur das Leben auf dem Lande für viele Menschen noch Anreize bietet. (cj)

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Frank Himpel vor seinem gelb blühenden Zaubernuss-StrauchFoto: bd

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 20.02.2013 +++
 

Gelb blüht die Zaubernuss

Von Bernhard Donke 

 

  Frank Himpel hat die Pflanze vor zehn Jahren in seinen Vorgarten gepflanzt. Seitdem freut er sich jeden Winter über die bunten Farbtupfer.

  Im Vorgarten von Frank Himpel blüht die Zaubernuss. Vor zehn Jahren hat der Arnsdorfer diese Pflanze vor seinem Haus auf der Dorfstraße 12 gepflanzt, eine gelb und eine rot blühende. Seitdem erfreut er sich alle Jahre an ihrer Blütenpracht im Winter. „Sie sieht gut aus und blüht vor allem immer zwischen Februar und März, wo alles andere weiß oder grau ist“, erläutert Himpel seine Vorliebe für diese Kulturpflanze. Auch andere Dorfbewohner erfreuen sich an den wahren Prachtexemplaren im Vorgarten.

Von der Gattung Zaubernuss gibt es nur fünf Arten. Von diesen sind drei im östlichen Nordamerika und zwei im östlichen Asien beheimatet. Für die Indianer Nordamerikas ist die Zaubernuss eine Heilpflanze, die bis heute in Rezepturen ihren festen Platz hat. Sie weisen eine blutstillende, entzündungshemmende und Juckreiz stillende Wirkung auf.

Aber deswegen hat sich Frank Himpel den Strauch nicht in seinen Garten gepflanzt. „Die Pflanze ist sehr pflegeleicht“, sagt Himpel. Er weiß inzwischen auch, dass die Zaubernuss-Arten langsam wachsen, einzeln stehen und möglichst selten zurückgeschnitten werden sollten.

Und Himpel ist nicht der Einzige, der sich in Arnsdorf für diese exotische Pflanze entschieden hat. Nur wenige Meter weiter hat auch die Familie Miethe einen Zaubernussstrauch in ihren Vorgarten gepflanzt, der ebenfalls in voller Blüte steht, was man sogar riechen kann. Denn die Blüten der Zaubernuss duften oft angenehm in einem weiten Umkreis. Als schwach duftend gilt die Hamamelis virginiana, als deutlich duftend die Hamamelis vernalis..

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 19.02.2013 +++
 

Jugendliche können sich zur Forstrüstzeit melden

 

Die Forstrüstzeit der Evangelischen Jugendscheune in Melaune können sich interessierte Jugendliche ab 14 Jahren schon jetzt in ihren Terminkalender eintragen. Spannende Abenteuer warten auf die Teenager in den Königshainer Wäldern.

So sollen ein „Fichtenmoped“ in Gang gebracht, Bäume gepflanzt, Wege instand gesetzt und Zäune gebaut werden. Übernachtet wird im Zelt. Selbstversorgung mit eigenem Kochen steht ebenso auf dem Plan, wie Gespräche rund um Gott und die Welt. Auch ein Geländespiel und eine Kletteraktion sind Inhalt der Rüstzeit.

Abschließend findet in der Königshainer Kirche ein Familiengottesdienst statt. Geleitet wird die Forstrüste von Johannes Hamann und Tobias Walzok. Sie findet vom 19. bis zum 21. April statt. Die Teilnahme kostet sechs Euro. (cj)

Anmeldung über . 035827 70354 oder E-Mail:     kontakt@jugendscheune.com

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 14.02.2013 +++
 

Linden bekommen frischen Schnitt

 

  Die Linden an der Kreisstraße zwischen der alten Holzmühle unweit der Autobahnauffahrt bei Nieder Seifersdorf und Arnsdorf- Hilbersdorf brauchen dringend Pflege. Viel Totholz und wild nach allen Richtungen wachsende Äste lassen die teils einhundert Jahre alten Lindenbäume, die unter Naturschutz stehen, nicht mehr schön und ansehnlich aussehen.

  Jetzt aber wird sich dieser Zustand ändern. Mitarbeiter der Straßenmeisterei Niesky schneiden in diesen Tagen Totholz aus den Linden oder die Krone zurück. Drei Linden mussten gefällt werden, weil sie total ausgehöhlt waren und in diesem Zustand eine Gefahr darstellten.

An ihrer Stelle werden durch die Straßenmeisterei auch drei neue Lindenbäume als Ersatz gepflanzt. Wie der Leiter der Straßenmeisterei, Udo Gleisenberg, erklärte, erfolgen die Baumpflegearbeiten in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Görlitz. Eile ist jetzt auch geboten, weil solche Pflegearbeiten nur noch bis Ende Februar getätigt werden dürfen. So schreibt es das Naturschutzgesetz vor.

Durch die Baumpflegearbeiten wird der Straßenabschnitt vom Abzweig Nieder Seifersdorf bis zum Ortseingang Arnsdorf-Hilbersdorf zeitweise für den Verkehr gesperrt. (bd)

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 07.02.2013 +++
 

Funknetzwerk wechselt den Betreiber

 

Stefan Bunzel aus Jauernick-Buschbach hat das Funknetzwerk in Vierkirchen und Waldhufen übernommen. Für die Kunden soll sich der Vor-Ort-Service verbessern, sagt Stefan Bunzel. An den bisherigen Gebühren ändert sich nichts. Dem neuen Betreiber ist das Netz bereits vertraut, weil er beim Aufbau und den Erweiterungen beratend zur Seite stand. Auch der Kundenservice lief schon über die Firma aus Jauernick-Buschbach.

Wispol bietet somit ab sofort auch in Nieder Seifersdorf, Attendorf und Baarsdorf sowie Arnsdorf-Hilbersdorf und Melaune schnelle Internetzugänge Über WLAN-DSL an. Stefan Bunzel betreibt mit seiner Firma Wispol seit 2006 in der Gemeinde Markersdorf und später auch in Diehsa mehrere Funknetzwerke. (SZ)

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Max Nennemann, Paul Haase und Timo Wirth (v.l.) räumten gestern den frisch gefallenen Schnee von der Eisfläche des Eisstadions Melaune. Erst danach konnten sie zusammen mit weiteren Freunden zum Eishockey antreten. Die Teiche in den Dörfern sind dagegen noch nicht völlig vereist. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 23.01.2013 +++
 

Vor dem Eislaufen kommt das Schneeschieben

Von Steffen Gerhardt 

 

 

  Seit Sonntag flitzt die Jugend auf blanken Kufen wieder über das Eis im Eisstadion Melaune. Unter ihnen ist auch Max Nennemann. „Jetzt ist das Eis richtig fest und kein weicher Brei mehr“, freut sich der 12-Jährige. Dank der Temperaturen bis unter die Minus-Zehn-Grad-Marke ist das aufgespritzte Wasser schnell gefroren. Max hofft natürlich, dass es frostig bleibt, damit er mit seinen Freunden weiterhin Eishockey in Melaune spielen kann. „Das macht uns am meisten Spaß“, bestätigt Timo Wirth, mit 14 Jahren der Älteste in der Runde. Die Tore stehen bereit, Schlittschuhe und Schläger bringt jeder selbst mit und den Puck hat auch immer jemand dabei.

So auch am Dienstag, als sich ein halbes Dutzend Kinder am Nachmittag im Eisstadion traf, um die schwarze Gummischeibe übers Eis zu schießen. Doch bevor es losgehen konnte, musste das Eis von einer fünf Zentimeter dicken Schneedecke befreit werden. Die Jungs griffen sich drei große Schneeschieber und machten Bahne.

          Dorfteiche: Viel Schnee und noch keine stabile Eisdecke

  Der starke Schneefall in der Nacht zum Dienstag deckte auch die Dorfteiche zu, die gern zum Schlittschuhlaufen genutzt werden. Doch hier ist noch Vorsicht geboten. Denn das Eis ist noch nicht an allen Stellen so dick gefroren, dass es Menschen trägt. Die SZ überzeugte sich gestern an einigen Teichen im Umland. Der Teich in Holtendorf wird zwar schon benutzt, denn im vorderen Bereich trägt die Eisdecke. Auf dem Schlossteich in Kunnersdorf wurde ebenfalls schon der Schnee geschoben und darauf geschlittert. Aber in Richtung Ablauf ist das Eis noch zu dünn, um darauf schon zu laufen.

In Königshain halten die beiden Fischteiche unweit vom Schloss ihren Winterschlaf. Der Schnee hat sie ganz zugedeckt. Nun müssen sich Freiwillige finden, die den Schnee vom Eis schieben. Doch die sollten noch ein paar Tage warten, rät das Pächterehepaar Berger, denn das Eis ist noch nicht an allen Stellen durchgefroren.

In Buchholz wird ebenfalls abgeraten, den Tränker-Teich schon zu betreten. Auch hier ist das Eis noch zu dünn und eine Gefahr für die Menschen. Bleibt es aber so frostig, könnte am Wochenende auch in Buchholz und Königshain die Eisteichsaison eröffnet werden. Dabei sollten Interessierte dieses Wochenende durchaus nutzen, um auf den Dorfteichen ihre Runden zu drehen. Die Woche darauf kann die Quecksilbersäule wieder in die Plus-Grade steigen.

Das Handicap aller Teiche ist aber jetzt, dass sie zugeschneit sind und sich für das Eislaufen nicht eignen. Das hält die Leute ab, zumal sich durch die Schneedecke der Eiszustand schlecht einschätzen lässt und ein Begehen nicht zu empfehlen ist.

          Eisstadion: In Melaune und Niesky ist man sicherer auf den Kuven unterwegs

  Wem die Ungewissheit auf den Teichen zu heikel ist, der geht lieber in das Eisstadion. Dort ist auch das Eis besser und ebener. Die Möglichkeit dazu gibt es sowohl in Melaune, als auch in Niesky. Während Melaune mehr etwas für die Einheimischen ist, trifft sich in Niesky der halbe Landkreis.

Hier ist das freie Laufen nur vom Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 13 bis 17Uhr möglich. Außerdem wird Eintritt verlangt (Erwachsene drei Euro und Kinder zwei Euro). Beliebt sind hier auch die monatlichen Eisdiskotheken. Die nächste findet am 17.Februar, von 19.30 bis 21.30Uhr statt. Nicht nur zu den Diskotheken wird in dem Eisstadion neben dem Waldbad auch ein Imbiss angeboten.

Diesen Komfort bietet Melaune nicht, dafür nimmt es auch keinen Eintritt. „Wir wollen hier Eishockey spielen und dafür sind die Bedingungen ideal“, stimmen Max und Timo sowie Paul Hasse, der gestern den dritten Schneeschieber bediente, überein. Alle drei kommen aus verschiedenen Orten und gehen in unterschiedliche Schulen, aber das Treffen im Eisstadion vereint sie und weitere Kinder. Am Wochenende sind sie auf alle Fälle im Melauner Eisstadion, und auch in der Woche gehören drei Nachmittage dem Kufensport, versichern die Jungs. Damit wird das 1977 eingeweihte und mit einer Bühne versehene Eisstadion auch im Winterhalbjahr gern und oft genutzt. Für die Eisfläche sorgt die Gemeinde Vierkirchen.

          Spritzeisbahn: Rutschiges Vergnügen auf dem Hutberg

  Alternativ zu den Eisstadien lässt sich auch auf einer Spritzeisbahn gut Schlittschuh fahren. In Schönau-Berzdorf ist dazu die Gelegenheit. Die Bahn am Sportplatz auf dem Hutberg hat ab sofort wieder ganztägig geöffnet.

Der Sportverein hat das rutschige Vergnügen dank des anhaltenden Frostes wieder möglich machen können, bestätigte der Bürgermeister von Schönau-Berzdorf, Christian Hänel, auf Nachfrage der SZ. Schuhe und Ausrüstung sind selbst mitzubringen. Tagsüber sind vor allem die großen und kleinen Schlittschuhläufer auf dem Eis unterwegs. Am Abend wird – mit künstlicher Beleuchtung – die Eisfläche zum Eishockeyspielen genutzt. (mit SZ/abl).

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 16.01.2013 +++
 

Straßenbau soll in Arnsdorf fortgesetzt werden

 

Die Gemeindestraßen in Arnsdorf sind weiterhin sanierungsbedürftig. Darüber ist sich der Gemeinderat einig. Aber noch offen ist, aus welchem Fördertopf das bezahlt werden soll.

Die Gemeinde hat sich vier Straßen für dieses Jahr vorgenommen und über das Förderprogramm Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) beantragt. „Aber wir haben dafür kein positives Votum bekommen, weil die Fördersumme nicht für alle Projekte reicht“, sagte Bürgermeister Horst Brückner zu der Absage.

Besser war Vierkirchen im vergangenen Jahr dran. Denn da konnten vier Straßen in Arnsdorf saniert werden. Die beantragte Bausumme von 276500 Euro wurde mit 197000 Euro durch Ile gefördert. Dennoch stimmte der Gemeinderat am Montag dafür, dass Vierkirchen seinen Anteil für die Verwaltung auch für dieses Jahr wieder zahlt. Mit 1360 Euro ist die Gemeinde in der Gebietskulisse Östliche Oberlausitz dabei. (SZ/sg)

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch 09.01.2013 +++
 

Ein Wolf auf der Dorfstraße

Von Steffen Gerhardt

 

  Arnsdorf-Hilbersdorf ist umgeben von Wölfen. Inzwischen trauen sie sich auch in den Ort. Von den Einwohnern wird das unterschiedlich aufgenommen.

  Die Fährte des Wolfes sieht Thomas Haschke jeden Tag, wenn er im Garten auf das umgegrabene Beet schaut. Denn bei ihm ist nächtens ein Wolf quer durch das Grundstück gelaufen und hat seine Abdrücke in der feuchten Erde hinterlassen. Aufgefallen ist es Haschkes bereits am 15.Dezember. An diesem Tag lag Schnee und die Fährte zeigte sich nicht nur bei ihnen gut sichtbar, sondern war von da aus weiter im unteren Teil der Dorfstraße zu verfolgen. Die Fotos von der Spur wurden den beiden Jägern im Ort gezeigt und sie bestätigten die Vermutung: Hier ist ein Wolf unterwegs! Seitdem wird im Dorf über den nächtlichen Besucher diskutiert und die Arnsdorfer fragen sich, wie nahe kommt uns der Wolf noch? Bisher ist in Arnsdorf-Hilbersdorf aber kein Schaden durch den Wolf entstanden. Vielleicht auch deswegen, weil er bei seinem nächtlichen Lauf durch den Ort auf nichts Fressbares gestoßen ist. „Wir haben keine Haustiere, nur zwei Katzen“, sagt Thomas Haschke. Die Karnickel einer jungen Familie schienen den Wolf auf seiner Tour dann doch zu interessieren. „Aber die sind gut verschlossen in einem Schuppen untergebracht. Hier hat der Wolf keine Chance“, sagt der Eigentümer.

 

Thomas und Simone Haschke zeigen auf die noch sichtbare Wolfsspur auf ihrem Beet in Arnsdorf. In der Nacht zum 15. Dezember 2012 durchquerte ein Wolf auch ihr Grundstück an der Dorfstraße. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

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Seit acht Jahren spielen die Eltern der Schüler aus der Grundschule Waldhufen ihren Kindern ein Märchen oder Theaterstück vor. In diesem Jahr haben 13 Vatis und Muttis das Stück „Antonella und ihr Weihnachtsmann“ aufgeführt, gestern auch vor Rentnern und Kita-Kindern. Foto: André Schulze

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 04.01.2013 +++
 

Eltern machen Theater

Von Bernhard Donke 

 

  Zum achten Mal spielen die Eltern der Waldhufener Grundschüler ein Stück für ihre Kinder. Das hat dort inzwischen Tradition

Es ist mittlerweile Tradition, dass die Eltern der Waldhufener Grundschüler Theater für ihre Kinder machen. Beim achten Mal heißt ihr Stück „Antonella und ihr Weihnachtsmann“. Es erzählt die Geschichte eines Mädchens aus Italien, das sich zu Weihnachten sehnsüchtig Rollschuhe wünscht. Bereits Anfang Oktober haben die Eltern mit den Proben begonnen und die Kostüme zusammengestellt. Die Tradition stammt aus der Grundschule Vierkirchen. Dort haben Eltern vor acht Jahren damit begonnen. Als sich die Schule vor drei Jahren mit der in Waldhufen zusammengeschlossen hat, ist dies beibehalten worden, erzählt Steffi Lange, die bereits von Anfang an zur Theatergruppe gehört. Als der Auftritt nahte, füllte sich auch die Aula der Grundschule mit Spannung. Schüler, Lehrer und Bürgermeister Horst Brückner waren begeistert von den Stück.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 04.01.2013 +++
 

Konzert in der Kirche

Von Bernhard Donke 

 

  In der Kirche findet am Sonntag ein besonderes Konzert statt. Sänger und Bläser der benachbarten evangelischen Kirchengemeinde Weißenberg sind zu Gast. „Sie erfreuen mit Liedern und Stücken alle, die die weihnachtliche Friedensbotschaft nicht gleich mit dem ersten Arbeitstag beiseiteschieben“, sagt Pfarrer Andreas Fünfstück. Das Konzert beginnt am Sonntag um 17 Uhr. Es werden Spenden für die Arbeit der Bahnhofsmission gesammelt. So ist der Besuch nicht nur ein besinnliches Erlebnis, sondern er erfüllt auch noch einen guten Zweck, weil bedürftige Menschen unterstützt werden sollen.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 13.12.2012 +++
 

Großprojekt rollt auf Prachenau zu

Von Steffen Gerhardt

 

  Aus der Putenfarm soll bis 2014 ein moderner Betrieb mit 270000 Jung- und Legehennen werden. Doch die Einwohner sind skeptisch – wegen der vielen Lkws, die dann durch den engen Ort fahren.

  Unsicher ist sich der Gemeinderat von Vierkirchen, wie er zur Neunutzung der ehemaligen Putenfarm in Prachenau steht. Ein holländischer Investor will dort 90000 Junghennen und 180000 Legehennen zur Eierproduktion halten. Sie sollen täglich rund 75000 Eier legen. Doch es sind nicht die vielen Hennen, die den Gemeinderat beschäftigen, sondern der zu erwartende starke Lkw-Verkehr. Denn auf ihrem Weg von der Autobahn zur Geflügelfarm müssen die Transporter durch den engen Ort.

  Geschäftsführer Henricus Kampschöer rechnete den Gemeinderäten am Montag die Verkehrsbelastung vor. Diese ist abhängig von der Bewirtschaftung und Belegung der insgesamt zwölf Ställe. „Wir gehen davon aus, dass elf bis 15 Lkws die Woche über zur Anlage fahren. In Spitzenzeiten werden es bis 32 Fahrzeuge sein. Das wird aber nur an neun Wochen im Jahr vorkommen“, sagt der Chef der Geflügelfarm Harthe GmbH, wie sich das neue Unternehmen nennt. Doch die Lkws mit Futter, Dung und den frischen Eiern von der Farm müssen schließlich auch wieder zurück auf die Autobahn – insofern ist die Verkehrsbelastung doppelt so hoch.

  Für die Prachenauer ist es noch nicht nachvollziehbar, wie sich das Fahrzeugaufkommen in ihrem Ort künftig gestaltet. Hagen Miethe hat sein Haus direkt am Abzweig zur ehemaligen Putenfarm. „Bisher sind noch keine Regelungen getroffen, wir wissen auch noch nicht, wie viele Lkws dann durch Prachenau fahren“, sagte er gegenüber der SZ. Für den Inhaber eines landwirtschaftlichen Instandhaltungsbetriebes stellt sich auch die Frage, wer für die Straßenreparaturen aufgrund der schweren Lkws aufkommt. „Denn bis jetzt ist die Straße in der Tonnage begrenzt.“

Eine Alternative wäre, so der Vorschlag im Gemeinderat, die nördlich der Autobahn gelegene Zufahrt zur Kiesgrube von Nieder Seifersdorf aus zu nutzen und von dort weiter direkt zur Geflügelfarm zu gelangen. Ein Vorschlag, der Henricus Kampschöer nicht unbekannt ist, ihn aber vor neue Probleme stellt: „Nach meiner Erkenntnis handelt es sich um einen Feldweg, der 20 Eigentümer hat.“ Sich mit ihnen allen zu einigen, sei das eine. Das andere sei, dass der Weg ausgebaut werden müsste, damit die Lkws die Farm erreichen können. Ein Vorhaben, das sich kurzfristig nicht umsetzen lasse.

Nachdem Henricus Kampschöer die Situation zur Erreichbarkeit am Montagabend geschildert hatte, blieben Nachfragen der Gemeinderäte aus. Leider. „Uns ist es wichtig zu wissen, wie die Gemeinde zu unserem Projekt steht“, sagte der gebürtige Holländer. Deshalb habe er auch noch gezögert, eine Beschlussvorlage in der Gemeinde einzureichen und über die der Rat letztendlich abstimmen muss. „Wir müssen sichergehen, dass unser Vorhaben auf Akzeptanz stößt.“

  Immerhin will der holländische Großunternehmer van den Brink rund 12Millionen Euro in Prachenau investieren. Mit der Geflügelfarm sollen nach Fertigstellung zwischen zehn und 15 neue Arbeitsplätze entstehen. Im Januar will Henricus Kampschöer der Gemeinde Vierkirchen das Bauvorhaben schriftlich anzeigen. Der Beschluss wird gegenwärtig durch einen Fachanwalt erarbeitet. Liegt dieser vor, so Bürgermeister Horst Brückner, wird er ihn in den Gemeinderat zur Beschlussfassung einbringen. Das könnte in der Januar- oder Februar-Sitzung passieren.

Gebaut wird danach noch nicht gleich. „Wir beschließen erst, ob das Baugenehmigungsverfahren beginnen kann oder nicht“, so der Bürgermeister. Ist es auf den Weg gebracht, hat die Gemeinde noch Gelegenheit, sich zur Geflügelfarm zu äußern oder Forderungen einzubringen. Deshalb rechnet Kampschöer mit einem Baubeginn erst 2014. Dann sollen zunächst vier Legehennenställe gebaut werden, denen später acht weitere folgen..

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 12.12.2012 +++
 

Straßenbau in Arnsdorf endet vor dem Schnee

von Steffen Gerhardt

 

  Noch rechtzeitig vor dem Winter konnte Vierkirchen seinen Straßenbau beenden. Darüber informierte Bürgermeister Horst Brückner am Montag den Gemeinderat. Vier Baustellen waren allein in Arnsdorf-Hilbersdorf, die aber alle zur gleichen Zeit betrieben wurden, so dass es keine zeitlichen Verzögerungen zum Winter hin gab.

  Für rund 223000 Euro wurden vier Straßenabschnitte saniert. Das betraf die Dorfstraße an der Arnsdorfer Kirche, den Siedlerweg, die Straße nach Karlsdorf und ein Teilstück der Dorfstraße. Sie sind wieder befahrbar, kleine Restarbeiten sind aber noch offen, betonte der Bürgermeister.

Auch die Straße von Prachenau nach Tetta wurde noch in Ordnung gebracht, so dass auch hier der Verkehr wieder rollt. (SZ/sg)

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In der Hofpause bauen die Schüler Schneemänner. Die einzige Abwechslung auf dem kargen Schulhof hinter der Turnhalle. 2013 soll er neu gestaltet werden, hoffen Gemeinde und Eltern. Foto: SZ/Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Montag, 03.12.2012 +++
 

Statt Spielgeräte gibt es Schneemänner

von Steffen Gerhardt

 

 

  Ohne Bänke und Spielgeräte müssen die Grundschüler in Nieder Seifersdorf derzeit die Hofpause verbringen.

Zum Glück fiel über Nacht Schnee. „Da können wir Schneemänner bauen“, meinte ein Viertklässler, als es Freitag zur Hofpause klingelte. Denn am Vortag konnten die rund 140 Mädchen und Jungen gar nicht erst hinaus. Der Regen hatte den Schulhof völlig aufgeweicht. „Es war eine einzige Pampe, aber heute liegt ja Schnee drüber“, sagte der Junge. Der Schnee ist somit das Einzige, womit sich die Grundschüler aus Waldhufen und Vierkirchen zur Hofpause beschäftigen können. Denn ihnen fehlen nicht nur Spielgeräte, sondern auch Bänke auf dem Schulhof. „Wir haben jetzt eine schöne und neue Schule, aber das Umfeld lässt noch sehr zu wünschen übrig“, sagt die stellvertretende Schulleiterin, Uta Karsch. Als Gemeinderätin weiß sie aber auch, dass die Gemeinde Waldhufen als Schulträger nur mit Fördermitteln in ihre Schule investieren kann. 2,5Millionen Euro kostete der Umbau der Mittelschule in eine Grundschule, in der seit 2010 die Grundschüler aus den beiden Gemeinden lernen.

  Mit der Schulsanierung sollte auch ein neuer Schulhof geschaffen werden. Doch das Vorhaben wurde aus dem Gesamtpaket Schulhaus, Pausenhof, Turnhalle herausgenommen und musste neu beantragt werden. Ein Projekt liegt vor. Danach soll der Schulhof zwischen den Hort- und Schulgebäuden Spiel- und Sportflächen bekommen und auch eine parkähnliche Ruhezone. Kosten: rund 220000 Euro. Das war 2010. Inzwischen haben die gestiegenen Baupreise das Vorhaben auf rund 250000 Euro verteuert, und es wird nicht mehr die Hälfte, sondern nur 40 Prozent der Baukosten vom Land gefördert. Den höheren Eigenanteil, so Bürgermeister Horst Brückner, will die Gemeinde im Haushalt 2013 berücksichtigen.

Die Schulhofgestaltung sollte eigentlich schon dieses Jahr erfolgen. Stattdessen kam von der Sächsischen Aufbaubank der abschlägige Bescheid: Es gibt kein Geld für einen neuen Schulhof. Dass ihre Kinder damit das zweite Schuljahr auf einer trostlosen Freifläche ihre Hofpause verbringen müssen, ärgert die Eltern. Und da in diesem Jahr wieder nichts aus dem Vorhaben wurde, ergriffen sie die Eigeninitiative. Grit Weniger, Elternvertreterin der Klasse 3a, zeigt wenig Verständnis: „So geht das doch nicht. Unsere Kinder sollen in einem ordentlichen Umfeld ihre Pause verbringen können. Wir sollten uns in einem offenen Brief an Kultusministerin Brunhild Kurth wenden. Vielleicht kann unser Druck die Entscheidung doch noch positiv beeinflussen.“ Gesagt, getan. Inzwischen liegt die Antwort aus dem Kultusministerium vor.

  Eine direkte Lösung hat das Ministerium für die Eltern nicht parat. Aber es gibt die Gewissheit, dass der Antrag der Gemeinde nahtlos ins Jahr 2013 übernommen wird und so eine Neubeantragung entfällt. Ob es Geld für den neuen Schulhof gibt, macht das Ministerium vom Beschluss des sächsischen Doppelhaushaltes abhängig. Liegt dieser vor, kann gesagt werden, ob der Schulhof mit dabei ist. Für Elternsprecher Ingo Blasche kein zufriedenstellendes Ergebnis: „Im Sommer verlässt mein Sohn die Grundschule. Damit kommt er nicht mehr in den Genuss des neuen Schulhofes.“ Wie ihm wird es einem Viertel der Schüler ergehen, die in andere Schulen wechseln.

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Auf der Freilichtbühne im Schlosspark Buchholz sang schon Helene Fischer. Nun ist die Bühne abgesperrt und das Laub sammelt sich. Foto: Donke

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 15.11.2012 +++
 

Schlosspark hui – Dorfpark pfui

Von Steffen Gerhardtund Bernhard Donke

 

  Königshain und Buchholz haben beide Parkanlagen. Doch damit endet die Gemeinsamkeit. Denn wie sich beide Dörfer um die Parks kümmern, das ist grundverschieden.

  Der Buchholzer Schlosspark war ein gepflegtes Schmuckstück unter den Parks im Görlitzer Umland. Nun ist er in den Dornröschenschlaf gefallen und verlottert dabei. Buchholzer Einwohner klagen darüber, dass der Park einen sehr ungepflegten Eindruck macht. „Der letzte Sturm hat Äste von den Bäumen gerissen und Bäume im Park umgeknickt, die heute noch so liegen. Eine dichte Laubschicht bedeckt den Boden und rings um den idyllischen und erst vor einigen Jahren sanierten Schlossteich sieht es aus wie nach einem Tornado“, sagt ein Anwohner. Er nutzt den Park zu regelmäßigen Spaziergängen. Selbst die sanierte Steinbank macht inzwischen einen verwilderten Eindruck. Die Parkbühne, auf der schon Helene Fischer zur Freude der Buchholzer bei einem der Parkfeste sang, hat eine Renovierung notwendig. Was aber überhaupt nicht in den Park gehört, empört sich der nicht genannt sein wollende Buchholzer, ist der Hausmüll. Er ist an vielen Ecken des Parkes zu finden.

  Leider wird von den Bürgern über den Parkzustand nur hinter vorgehaltener Hand geschimpft. Offen möchte keiner etwas sagen, obwohl sie alle nicht glücklich über den Zustand ihres Parks sind. Denn bis zu Bürgermeister Horst Brückner sind diese Kritiken noch nicht vorgedrungen, erfuhr die SZ auf Nachfrage bei ihm. Er begründet den Zustand damit, dass ihm die Leute zur Parkpflege fehlen: „Zur Zeit haben wir andere Aufgaben mit den Bauhofmitarbeiter zu erfüllen. Wenn es uns die Zeit erlaubt und wir Arbeitskräfte freisetzen können, werden wir den Park in Ordnung bringen. Ich werde mich auch mit dem Ortschaftsrat in Verbindung setzten, damit wir gemeinsam Mittel und Wege finden wie wir den Park künftig pflegen werden“, sagt der Bürgermeister.

Denn auch Ortsvorsteher Udo Gleisenberg ist nicht glücklich darüber, wie der Park aussieht. „Uns als Ortschaftsrat ist der Zustand des Parkes nicht gleichgültig. Doch da wir über kein Geld verfügen, können wir nur wenig tun. Deshalb werden wir uns an die Gemeinde wenden, um zu einer Lösung zu kommen“, sagt Udo Gleisenberg.

Den Buchholzern fehlt eine Frau wie Christa Arlt. Die Görlitzerin ist regelmäßig im Schlosskomplex von Königshain anzutreffen. „Ich hatte 2004 im Schloss eine ABM und seitdem ist die Verbindung zum Schloss nicht abgebrochen“, erzählt sie. In diesen Tagen unterstützt sie die drei Ein-Euro-Jobber beim Laubharken – und das ganz unentgeltlich. Aber auch wenn es um die Vorbereitung von Festen geht, hilft sie hier gern mit. Nicht nur über ihr Engagement freut sich Bürgermeister Siegfried Lange: „Vielen Königshainern liegt ihr Schlossareal am Herzen und sie helfen mit, es in Ordnung zu halten und Veranstaltungen zu organisieren. Dafür möchte ich ihnen herzlich danken.“ Darüber hinaus sind der Heimatverein und der Gartenkulturverein sehr rege bemüht, die Schlossanlage nicht nur in einem besucherfreundlichen Zustand zu halten, sondern sie auch mit Veranstaltungen und Aktionen attraktiv zu machen.

  Gewiss, das Königshainer Schloss hat eine größere Bedeutung und ist um vieles bekannter als der Schlosspark in Buchholz. Aber letztendlich ist dafür auch nur eine Gemeinde zuständig – und ihre Bürger. Die Königshainer Gemeindemitarbeiterin Ursula Petersen lobt ihre „Rentnerbrigade“, die sie regelmäßig bei Arbeiten im Schlosskomplex unterstützt. „Ohne sie würde manches liegen bleiben oder müsste durch uns zusätzlich erledigt werden“, sagt die Königshainerin.

  Mit so einem Engagement aus den eigenen Reihen wäre auch den Buchholzern und besonders ihrem Park geholfen. Denn dieser bietet neben dem Schlossteich und seinem Rundweg auch eine Freilichtbühne. Das Potenzial ist also da, nur muss es aus dem Dornröschenschlaf gerissen werden. Und solange noch nicht Winter ist, ist es einen Versuch allemal wert.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 14.11.2012 +++
 

Aktionsbündnis gegen Rechts ausgezeichnet

Von Bernhard Donke 

 

  Der „Bunte Schall“ aus Vierkirchen hat einen Anerkennungspreis und 1000Euro erhalten.

  Landkreis. Die Initiative „Bunter Schall als Widerhall“ ist in Dresden ausgezeichent worden. Sie gehört damit zu den zehn Preisträgern des Sächsischen Förderpreises für Demokratie. Während die mit jeweils 5000 Euro dotierten Hauptpreise an das Bündnis „Nazifrei! Dresden stellt sich quer“ und die Leipziger Flüchtlingsinitiative „Menschen. Würdig“ gingen, erhielt die Initiative einen mit 1 000 Euro dotierten Anerkennungspreis. Mit diesem wurden unter anderem auch die „Kulturfabrik“ und der Verein „RAA“ in Hoyerswerda ausgezeichnet. Vertreter des Aktionsbündnisses „Bunter Schall als Widerhall“ aus Zittau, Melaune, Görlitz und Niesky waren am Freitag bei der Verleihung des Förderpreises für Demokratie dabei. Das überparteiliche Bündnis aus Bürgern, Parteimitgliedern, Vereinen und Organisationen gehört zum zweiten Mal in Folge zu den zehn Nominierten. Es tritt seit 2011 aktiv dagegen an, dass die Lausitz ein Aufmarschgebiet für Nazis und ihre Unterstützer wird. Anfang November stärkten Akteure des Bündnisses die Reihen der Gegendemonstranten bei NPD-Kundgebungen in Kamenz und Radeberg. Im Sommer initiierten sie am Stausee Quitzdorf ein Familienfest als friedlichen Protest zum Pressefest der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“, das statt in Mecklenburg-Vorpommern stattfand. (SZ)

www.bunterschall.de

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Michael Krause arbeitet im Reichenbacher Rathaus.   Florian Gaertner studiert in Marburg. Fotos: privat

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 07.11.2012 +++
 

Vier junge Fotografen zeigen ihre Motive

Von Bernhard Donke 

 

  Es ist ihre erste gemeinsame Ausstellung. Die vier sind gespannt auf die Eröffnung in der Stadtbibliothek.

  Sie kennen sich zum Teil aus ihrer Schul- und Freizeit. Und: Sie fotografieren gern. Ab morgen Abend zeigen Michael Krause (20), Elisabeth Volke (20), Tim Schneider (15), und Florian Gärtner (20) ihre erste gemeinsame Ausstellung in der Reichenbacher Stadtbibliothek. Die passt mit ihrem Titel „Träume, Wünsche, Horizonte“ gut in die Veranstaltungswoche „Treffpunkt Bibliothek“, die gerade in Reichenbach läuft. Das fand auch Andrea Gloger von der Stadtinformation gut so. Denn sie hat den Kontakt vermittelt, nachdem die vier jungen Fotografen aus Markersdorf, Reichenbach und Melaune mit ihrer Idee an sie herangetreten waren. Der Titel der Ausstellung ist an Udo Lindenbergs Song „Hinterm Horizont geht’s weiter“ angelehnt. Sehnsüchte und Wünsche lassen sich nicht einfach wegsperren – von keiner Mauer und keinem noch so großen Hindernis. Genau dahin gehen oftmals auch die Blicke der Fotografen. Die vier möchten möglichst viele verschiedene Motive zeigen. Denn jeder hat seine spezielle Richtung beim Fotografieren und weitere Hobbys. Florian Gärtner ist fasziniert von der Geschwindigkeit des Sports, den Emotionen bei Konzerten und der Schönheit des Moments. Michael Krause experimentiert gern beim Fotografieren oder wartet stundenlang in Feld und Flur auf ein passendes Motiv. Tim Schneider hält Natur, Konzerte und Sportereignisse fest und Elisabeth Volke mag es, kreativ zu sein. Die Fotografie ist nur ein kleines Hobby von ihr. Weit mehr Raum nimmt die Musik ein.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonntag, 21.10.2012 +++
 

Wolf reißt Muffel nahe der Kirche

Von Steffen Gerhardt

 

  Die Wolfsrisse nehmen in diesen Tagen zu. Jetzt hat der Wolf unweit der Arnsdorfer Kirche zugeschlagen. In Nieder Seifersdorf ist der Wildschaden schon erheblich, sagen die Jäger

So nah ist der Wolf uns noch nicht gekommen“, stellte Jagdpächter Thomas Ritter am Freitagmorgen fest. Rund 200 Meter von der Arnsdorfer Kirche entfernt lag der Kadaver eines Muffelschafes. Dass hier der Wolf am Werk war, stellte ein Gutachter für Wolfsbisse fest. Somit bestätigt sich für Thomas Ritter, dass der Wolf um die Dörfer keinen Bogen mehr macht.

  Bereits am vergangenen Wochenende fand der Landwirt zwei angefressene Rehe. „Die lagen auch nur 300 und 500 Meter vom jetzigen Fundort entfernt“, sagte Thomas Ritter gegenüber der SZ. Der Jäger macht sich Sorgen, was wohl erst über den Winter wird, wenn es keine Vegetation mehr gibt. Denn schon jetzt hat er in seinem Revier Arnsdorf-Hilbersdorf innerhalb einer Woche drei Wolfsrisse gehabt. „Die Dunkelziffer dürfte weit darüber liegen, denn nur jeder zehnte Wolfsriss wird durch uns gefunden“, spricht der Jäger aus Erfahrung.

Die Alarmglocken schrillen auch bei seinem Jagdkollegen Werner Lätsch. Er ist zuständig für das Gebiet Nieder Seifersdorf und Attendorf. „In den letzten zwei Wochen verloren wir fünf Rehe und fünf Muffel. Alle holte sich der Wolf“, sagt der Jagdpächter. Aus seiner Sicht macht der Wolf den Wildbestand kaputt. „In meinem Revier hatte ich immer 25 bis 35 Muffel, jetzt sind keine mehr da. Entweder vertrieben oder gefressen durch den Wolf“, mutmaßt der Jäger.

Der 73-Jährige fürchtet um den Wildbestand und macht das anhand einer einfachen Rechnung auf: „In unserer Region sind mittlerweile 100 Wölfe unterwegs. Ein erwachsenes Tier frisst drei bis vier Kilogramm Fleisch am Tag, wobei ein gerissenes Tier meist nur zu einem Drittel vom Wolf gefressen wird. Da können Sie sich vorstellen, was allein der Wolf aus unseren Wäldern holt“, erläutert der Jäger der SZ. Da der Wolf oft nur Mutterschafe reißt, die 40 Kilogramm schwer werden, kann man sich ausrechnen, wie lange das Muffelwild noch Bestand haben wird.

Werner Lätsch kann sich noch gut daran erinnern, wie er mit anderen Jägern und dem Forstbetrieb in den 1970er Jahren die Gatter in den Königshainer Bergen baute, damit sich das Muffelwild dort ungestört ansiedeln kann. Jetzt, wo die Wölfe immer weiter südlich im Landkreis vordringen, fürchtet er um die Wildpopulation und dass sie aus dem Gleichgewicht kommt.

  Arnsdorf und Nieder Seifersdorf sind nicht die einzigen Gebiete, wo sich der Wolf satt frisst. Vergangenen Sonnabend berichteten wir, dass zwei Mufflon-Widder vom Wolf im Mengelsdorfer Revier getötet wurden. Die gerissenen Mufflons wurden nur 250 Meter entfernt von einem Bauernhof von Mitgliedern der Jagdgenossenschaft am Mittwoch und Donnerstag vor einer Woche gefunden..

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Beschäftigt die Leute weiter: Wie hier in Melaune gibt es Pläne für weitere riesige Windräder. Fotos: SZ.Archiv

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 17.10.2012 +++
 

Mit Schwung ins neue Jahr

Von Bernhard Donke 

 

  Das neue Jahr wird für die Menschen in den Dörfern rund um Görlitz kein reines Glücksspiel sein. Manch Vorhaben wird ganz sicher kommen. Aber nicht alles ist berechenbar. So manche Zufälle wird es geben. SZ-Redakteurin Anja Hecking hat zusammengetragen, was schon absehbar ist, welche Projekte mit ein bisschen Glück verwirklicht werden könnten – und wofür es endlich Zeit wird.

  Dafür wird in der Bevölkerung über bestimmte Themen und Befürchtungen viel diskutiert. Neue riesige Windräder, wie sie zwischen Melaune und Tetta im Gespräch sind, oder auch bei Sohland und Liebstein, sind so ein Beispiel. In Vierkirchen sorgen die neuen Pläne für die frühere Putenfarm für Diskussionen. Niemand weiß so richtig, wie viele Lkws täglich die groß ausgelegte Anlage in Prachenau mit sich bringen wird. Die Menschen fürchten sich auch vor neuen Unwettern und ihren Folgen. Da gab es im Görlitzer Umland bisher so viele unbekannte Größen. Die geplante Deponie der Firma TKK unweit von Kaltwasser und der Abbau von Grauwacke bei Gebelzig ziehen weiter Proteste nach sich. Das Thema Wolf wird die Menschen rund um Görlitz auch in diesem Jahr nicht loslassen. Inzwischen wagt sich das Raubtier sehr nah an Gehöfte heran. In Arnsdorf haben das Anwohner zum Beispiel im Dezember beobachtet. Der (teilweise) Leerstand von Gebäuden ist ein Dauerbrenner. Wie wird es beispielsweise mit den Schlössern in Pfaffendorf, Deutsch Paulsdorf und Gersdorf weitergehen, wie mit den alten Schulen in Friedersdorf und Ebersbach? Wie können Geschäfte rund um den Reichenbacher Markt belebt, das Gelände rund um den Bahnhof am Stadtrand in Ordnung gebracht werden? Wann wird der riesige Abriss-Schutthaufen an der Fabrikstraße in Reichenbach verschwinden, wann der mit dem Verkauf der Oberschule in private Hand gelangte Park wieder zugänglich gemacht? Kann Reichenbach die Schulden für die als „Papageiensiedlung“ bekannten Wohnhäuser loswerden? Bleiben die Zinsgeschäfte für die Stadt überschaubar und ohne Nachteile? Werden die Schlösser in Königshain und Krobnitz, das Via-Regia- und das Nollau-Haus in Reichenbach genug Besucher haben? Wie geht es mit den Museen weiter? Fragen über Fragen und die Aussicht auf spannende Antworten..

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Sabina Thiel probiert schon mal die von ihr aufgesetzten sauren Gurken. Diese und viel Sauerkraut bietet sie zum Markttag am Sonntag den Besuchern an. Foto: Bernhard Donke

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 17.10.2012 +++
 

180 Kilogramm Sauerkraut für den Herbstmarkt

Von Bernhard Donke 

 

  Am Sonntag ist wieder Markttag an der Alten Wassermühle. Sabrina Thiel vom Heimatverein steuert Kraut und Gurken bei.

Die Tage und Wochen vor dem traditionellen Melauner Herbstmarkt sind für die 58-jährige Sabrina Thiel mit viel Arbeit verbunden. Sie ist ein sehr aktives Mitglied im Heimatverein Döbschütz/Melaune. Ob beim Ostermarkt, zur Kirmes oder jetzt zum Herbstmarkt: Auf die Mitarbeit von Sabrina Thiel möchten die Organisatoren des Melauner Herbstmarktes nicht verzichten.

  Seit dem ersten Herbstmarkt vor vier Jahren stellt sie das Melauner Sauerkraut größtenteils selbst her. In diesem Jahr sind es 180 Kilogramm, die sie gemeinsam mit Unterstützung von Herbert Riedel in Kruken heranreifen lässt. Erstmals hat sie für den Melauner Markt in diesem Jahr 20 Kilogramm Gurken aufgesetzt. Verkauft werden sie dann als saure Gurken.

Auf die Frage, warum sie sich so stark engagiert, gibt sie zur Antwort: „Ich bin Döbschützerin und sehr mit dem Dorf verbunden. Daher macht mir die Mitarbeit im Heimatverein immer Spaß.“ Auf das Herstellen von Sauerkraut und saure Gurken hat sich die Frau spezialisiert. „Und wenn es den Besuchern schmeckt, dann freut mich das besonders“, sagt sie .

  In diesem Jahr wird es beim Melauner Herbstmarkt nicht nur Sauerkraut und saure Gurken geben. Wie Sabrina Thiel verrät, werden die Frauen des Heimatvereins hausbackenen Kuchen und die verschiedensten Arten von selbst gekochten Kürbissuppen den hoffentlich zahlreichen Besuchern anbieten. Die Männer des Vereins engagieren sich derweil beim Schweinschlachten und dem anschließenden Schlachtschüsselessen.

Für die musikalische Umrahmung des nunmehr 5.Melauner Herbstmarktes werden die Kameraden der Feuerwehrblaskapelle Melaune kräftig aufspielen. Dazu bereichern Händler das Marktgeschehen, unter anderem mit einem Angebot an Pflanzen und herbstlichen Produkten.

  Für geschichtsinteressierte Besucher sind auch beide Heimatstuben in der „Alten Wassermühle“ am Markttag geöffnet. Sie geben Einblick in die Geschichte der heutigen Gemeinde Vierkirchen.

Das Markttreiben beginnt am Sonntag um 11Uhr an der Alten Wassermühle in Melaune und wird gegen 17Uhr beendet sein

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 11.10.2012 +++
 

Bürger sollen für Gewässerpflege zahlen

Von Steffen Gerhardtund Anja Beutler

 

  Das Hochwasser hat an vielen Bächen gezeigt, dass sie zu wenig gepflegt wurden.Das soll sich nun mit Bürgerbeteiligung ändern. Die Kommunen stehen dem skeptisch gegenüber.

  Drei Monate ist es her, dass starker Regen die Flüsse über die Ufer treten ließ und zwischen Sohland und Arnsdorf für schwere Überschwemmungen sorgte. Der Arnsdorfer Peter Stein sieht die Folgen jetzt noch vor seinem Grundstück, denn dort fließt das Arnsdorfer Wasser. „Wir wohnen seit 32 Jahren hier, aber mit so einer Wucht ist das Arnsdorfer Wasser noch nicht durch unser Grundstück geschossen“, sagt der Rentner. Der Keller war unter den einen halben Meter hohen Wassermassen abgesoffen und das Grundstück verwüstet. Beides hat er zusammen mit seiner Frau Bärbel und den Kindern wieder in Ordnung gebracht.

Vorwurf: Am Bachlauf hat sich drei Monate nichts getan

  Was ihn aber immer noch stört, ist, dass sich an dem Bach nichts tut. Der Bachlauf sieht noch so aus, als sei gerade erst das Wasser abgeflossen. Das Mauerwerk ist angegriffen, Steine liegen im Bachbett. „Würde jetzt ein Hochwasser kommen, wären die Schäden viel größer, als wenn der Bach in Ordnung ist“, sind seine Befürchtungen.

Bürgermeister Horst Brückner kennt die Schadstellen am Arnsdorfer Wasser und auch am Schwarzen Schöps, der in Melaune viel Schaden machte. „Aber an mehr als die erfolgten Notreparaturen ist nicht zu denken“, sagt der Bürgermeister. Auch in die ausgespülte Grundstückseinfahrt von Steins kippte die Gemeinde eine Fuhre Kies.

Aber die großen Instandsetzungsarbeiten lassen weiter auf sich warten. Das ist nicht nur die Sorge in Vierkirchen, sondern auch in den vom Juli-Hochwasser betroffenen anderen Gemeinden. Markersdorfs Bürgermeister Thomas Knack steht Gewehr bei Fuß, aber den Startschuss kann er nicht geben, solange das Land Sachsen die Hochwasserschäden nicht zu Elementarschäden deklariert hat und entsprechende Gelder zur Verfügung stellt. „Das ist frustrierend, zumal wir auch in Vorleistungen gehen würden. Aber es wird nichts entschieden“, klagt der Bürgermeister.

          Alternative: Land will die Bürger finanziell mit beteiligen

  Stattdessen wartet die Landesregierung mit anderen Neuerungen zum Hochwasserschutz auf. Diese werden jetzt im Zuge der Novellierung des Sächsischen Wassergesetzes diskutiert. Zum einen haben die Kommunen die Möglichkeit, die Anlieger an der Gewässerpflege finanziell zu beteiligen. Zum anderen können Gemeinden und Städte selbst Verbände bilden, um gemeinsam die Gewässer zweiter Ordnung zu bewirtschaften.

Rosenbachs Bürgermeister Roland Höhne weiß um die Brisanz dieser Vorschläge. Der Vorsitzende des Sächsischen Städte- und Gemeindetages im Landkreis hat das Thema deshalb auf die Frühjahrstagung der Bürgermeister gesetzt: „Da wird ein Experte des Umweltministeriums zu uns kommen und die Sache genau erläutern“, sagt Höhne. Die Idee mit einem Zweckverband, in dem alle Anrainer eines Flusses gemeinsam an einem Strang ziehen, findet er gut. Dieser Meinung ist auch Sohlands Bürgermeister Wilfried Zinke, dass sich Kommunen und Anlieger zu Zweckverbänden zusammenschließen. Natürlich müssen diese auch finanziert werden. „Aber das darf nicht an dem Bürger hängen bleiben, der zufällig an einem Bach wohnt“, sagt Wilfried Zinke. Aus seiner Sicht sind die Landwirte ebenso gefragt, wie die Eigentümer versiegelter großer Flächen.

          Meinung: Gewässerpflege muss im Ganzen erfolgen

  Drastischer sieht es Horst Brückner: „Der Freistaat hält seine Gewässer mit Steuergeldern in Ordnung und wir sollen die Bürger dafür schröpfen.“ Für den Vierkirchener Bürgermeister kann das die Lösung nicht sein. Zumal der Bürger bereits von der Staatsregierung aufgefordert ist, selbst für den Hochwasserschutz seines Hab und Gutes durch eine Versicherung zu sorgen.

Unstrittig ist, dass ein gepflegtes Gewässer zum Hochwasserschutz beiträgt. Aber dafür sollte der Bürger nicht allein aufkommen. Bernd Kalkbrenner, Bürgermeister im Schöpstal, kann sich noch gut daran erinnern, als die Gewässer zweiter Ordnung zur Angelegenheit der Kommunen erklärt wurden. „Zu dieser Zeit haben wir keine intakten Gewässer vom Land übernommen. Noch heute arbeiten wir daran, was das Land versäumt hat.“ Auch Thomas Knack ist überzeugt, dass erst einmal eine Substanz bei den Gewässern geschaffen werden muss, bevor man den zweiten Schritt macht und die Bürger in die Pflicht nimmt.

         Taktik: Kommunen warten neues Gesetz erst einmal ab

Bislang mussten Städte und Gemeinden eine spezielle Satzung erlassen, um von ihren Bürgern Gelder für die Gewässerpflege eintreiben zu können. Das will der Freistaat jetzt erleichtern. Im neuen Sächsischen Wassergesetz, das ab Mitte 2013 in Kraft treten könnte, ist Folgendes geplant: Künftig können die Kommunen die Bürger ohne Satzung zur Kasse bitten, wenn sie höchstens die Hälfte der Kosten umlegen. Die andere Hälfte muss aus dem Gemeindehaushalt beglichen werden. Natürlich wird keine Gemeinde gezwungen, die Bürger zu beteiligen. In den Gemeindeämtern lehnt man es bislang ab, Geld von den Bürgern zu verlangen. In der Stadt Görlitz ist das Thema noch nicht angekommen. Wohl aber bei Peter Stein. Er kritisiert, dass die Anwohner von den Bachläufen zurückgedrängt werden und fünf Meter Abstand auf ihrem Grund halten müssen, aber andererseits doch für das Gewässer verantwortlich gemacht werden..

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Solch ein großer Krautkopf hat in diesem Jahr Seltenheitswert, sagt Landwirt Stefan Jung. In seiner Gärtnerei in Hilbersdorf hat jetzt die Krauternte begonnen.Foto: C. Schreiber

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 10.10.2012 +++
 

Den Krautköpfen geht es jetzt an den Kragen

Von Cornelia Schreiber

 

  Die Krauternte hat in Hilbersdorf begonnen.Wer es möchte, kann bei Stefan Jung selbst ernten.

Für den Krautwickel bräuchte man auf alle Fälle eine Kasserolle. Geschätzte fünf Kilogramm bringt der Riese auf die Waage, den Stefan Jung im Bild in die Kamera hält. Auf dem Feld seiner Gärtnerei in Hilbersdorf wachsen einige wenige dieser globusgroßen Exemplare. Doch eigentlich ist so ein Megakraut gar nicht gewollt. Stefan Jung von der gleichnamigen Gärtnerei erklärt, warum das so ist: „Die großen Köpfe lassen sich nicht so gut verkaufen.“

Deshalb gibt es für das Weißkraut auch keinen Spezialdünger. Vielmehr erfolgt der Anbau auf organisch gedüngtem Boden. Vorher nimmt Stefan Jung Bodenproben. Schließlich muss der Landwirt genau berechnen, wie viel Mineralien und Mist eingearbeitet werden können, damit es nicht zu einer Überdüngung kommt. Rund drei Viertel Hektar Kraut baut die Gärtnerei jedes Jahr an. „Das sind etwa 20000 bis 25000 Stück“, erklärt der 41-Jährige. Das Kraut in Blau und in Weiß gibt es bei der Gärtnerei Jung seit Mitte der 90er Jahre. Natürlich nicht immer auf dem gleichen Feld.

„Die Fruchtfolge muss eingehalten werden, damit sich keine Krankheiten ausbreiten“, sagt der zweifache Familienvater. Gegen die Krankheiten muss er aufgrund der großen Nässe im Boden dennoch etwas tun. Der starke Regen im Sommer ist auch ein weiterer Grund, warum in diesem Jahr die Ernte schlechter ausfällt. „Auch der Hagel hat Schaden angerichtet, deshalb gibt es wahrscheinlich 2012 keine Ernterekorde“, schätzt Stefan Jung ein. Dagegen brachten es im Vorjahr einige Krautköpfe bis auf 15 Kilogramm Gewicht, erinnert sich Stefan Jung. Dieses Gewicht ist aber in dieser Saison nicht zu erwarten. Wie hoch die Ernte ausfällt, zeigt sich in diesen Tagen, wenn das Wintergemüse vom Feld geholt wird.

  Das Weißkraut von Stefan Jung ist zudem etwas ganz Besonderes: Die angebaute Sorte „Burton“ eignet sich aufgrund ihrer Eigenschaften bestens für die Sauerkrautherstellung. „Weil man es sehr gut hobeln und damit auch schichten kann“, erklärt der Landwirt. Allerdings gibt es sogar Krautexperten, die die Köpfe in Riesenkruken im Ganzen einlegen. Selbst saures Rotkraut hat Stefan Jung schon selbst probiert. „Das ist aber nicht so ganz mein Geschmack“, gibt er zu.

  Wer sich einmal selbst an die Sauerkrautherstellung heranwagen möchte, der erhält von der Gärtnerei Jung die Vorarbeit: Frisch gehobeltes Kraut kann man auf Bestellung im Hofladen bekommen. Und wer selbst mal mit aufs Feld möchte, hat dazu an drei Tagen Gelegenheit. Bei der Selbsternte können verschiedene Gemüsesorten eigenhändig und ganz frisch aus dem Boden geholt werden.

Die Selbsterntetermine sind am 12. Oktober, von 15 bis 18 Uhr, sowie am 13. und 20. Oktober, von 9 bis 12 Uhr, in Hilbersdorf auf den Feldern oberhalb der Gärtnerei.

 

 

Schäden vor dem Winter beseitigen

Von Steffen Gerhardt

 

  Die Gemeinde Vierkirchen beseitigt weiter die Winterschäden an ihren Straßen. Der Gemeinderat vergab jetzt die Bauleistungen für die Straße zwischen Prachenau und Tetta an das Unternehmen Soldan aus Weigersdorf. Für 28477 Euro wird das Straßenprofil ausgeglichen und eine neue Asphaltdeckschicht aufgebracht. Bis Ende Oktober sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Emily und Stella (von links) holen das Blatt vorsichtig aus dem Rahmen. Foto: bd

Ein Vormittag in der kleinen Papierfabrik

Von Cornelia Schreiber

 

  Nicht alltäglichen Unterricht erlebten Grundschüler an ihrem Projekttag. Am Ende stand selbst gemachtes Papier

Joe Clever ist so, wie er heißt: clever. Sein Wissen vermittelt er jeden Morgen auch vielen Schülern der Grundschule Waldhufen-Vierkirchen in Nieder Seifersdorf. Denn er lacht täglich vom Schulmilchkarton und ist fester Bestandteil des von Tetra Pak ins Leben gerufenen Schulmilchprogramms, an dem etwa 2700 Schulen in der Bundesrepublik teilnehmen.

  Dabei geht es um Nachhaltigkeit und wie sie in der Praxis funktioniert. Im Mittelpunkt der Aktion steht eine Art kleine Papierfabrik. Und in dieser kamen nun auch die Schüler der Klassen 3 und 4 der Grundschule in Nieder Seifersdorf zum Zuge.

So begann für die Klassen der nicht alltägliche Unterricht mit einem kleinen Vortrag durch den Mitarbeiter des Joe-Clever-Schulmilchprogramms „Wir machen Papier“, Michael Kostmann. Er erklärte auch, dass neues Papier, aus leergetrunkenen Milchverpackungen hergestellt, ein sehr wichtiger Beitrag zum Schutz der Umwelt ist. „Wir wollen mit dieser Aktion die Kinder für Umwelt- und Naturschutz sensibilisieren und zeigen ihnen, wie das Recycling von alten Getränkeverpackungen aussieht“, sagt Michael Kostmann. Dazu wurden die Schüler in Zweierteams aufgeteilt und konnten sich als Papierhersteller betätigen.

Vom Zerkleinern der vorbereiteten Milchverpackungen über Einweichen und Schöpfen bis hin zum Trocknen machten sie alle Arbeiten selbst und eigenständig. So konte jedes Team am Ende des Unterrichts ein selbst geschöpftes Blatt Papier sein eigen nennen. Nach einer Trocknungszeit von 24 Stunden ist es dann beschreibbar.

  Die Kinder lernten auf diese Weise Recycling zum Anfassen kennen. Das machte ihnen auch viel Spaß, wie es Elisa und Christoph aus der Klasse 4 a bestätigten: „Das ist sehr interessant, denn wir können heute einmal sehen, wie man viele Bäume retten kann, die sonst der Papierherstellung zum Opfer fallen würden“, sagen sie. Man müsse nur sorgsam alle Getränkeverpackungen sammeln und der Recyclingindustrie zuführen. „Überhaupt muss man mit Papier sparsam umgehen, um Natur und Umwelt zu schützen“, sagen die beiden Schüler. Positiv äußerte sich auch Lehrerin Ramona Stricker. „Michael Kostmann hat den Unterricht und damit auch das Thema Umweltschutz sehr anschaulich und für die Schüler altersgerecht herübergebracht. Die Schüler sind alle sehr selbständig und konzentriert an die Arbeit gegangen und hatten Spaß dabei“, sagt sie. Am Ende des Unterrichts ging Michael Kostmann dann noch einmal auf alle Fragen der Schüler ein und beantwortete sie fachgerecht. .

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 04.10.2012 +++
 

Döbschützer Straße ist wieder offen

Von Steffen Gerhardt

 

  Heute soll die Straße von Melaune nach Döbschütz freigegeben werden. Darüber informierte Bürgermeister Horst Brückner. Die Fertigstellung des Radweges an der S124 machte eine fortgesetzte Sperrung notwendig, obwohl die Fahrbahn bereits fertig gebaut ist. Dennoch werden an der Brücke noch Restarbeiten bis Ende Oktober ausgeführt, heißt es. Mit der Freigabe endet der gemeinsame Straßenbau von Straßenbauamt, Landkreis und Gemeinde. Dieser zog sich in zwei Abschnitten über zwei Jahre hin.

In Arnsdorf wird der Straßenbau fortgesetzt. Die Arbeiten auf der Dorfstraße an der Kirche und an der Kaschke-Brücke haben begonnen, berichtet der Bürgermeister. Wo es noch klemmt ist die Straße nach Karlsdorf und ein Teilstück der Dorfstraße. Hier hat die Baufirma mit den Erneuerungsarbeiten noch nicht angefangen. In die vier Dorfstraßen investiert die Gemeinde rund 223000 Euro.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 09.10.2012 +++
 

Nachrichten

 

Dachsanierung kann in Arnsdorf beginnen

Von Steffen Gerhardt

 

Vierkirchen. Der Gemeinderat stimmte der Dachsanierung an dem kommunalen Wohnhaus Nummer 20 in Arnsdorf zu. Der Auftrag über rund 29000 Euro ging an eine Melauner Firma, die das Gebäude mit neuen Dachziegeln versehen wird. (SZ/sg).

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 29.09.2012 +++
 

Ein Herz für Afrika

Von Annett Preuß

 

  Eine Buchholzerin hat anderthalb Jahre als Krankenschwester in Tansania gearbeitet. Jetzt gab es ein Wiedersehen.

  Kudra kann wieder laufen. Was in Deutschland nach einem Beinbruch dank medizinischer Behandlung selbstverständlich ist, bedeutet in Afrika oft lebenslange Behinderung oder den Tod. Auch in Singida, einer Stadt in Tansania. Nur wer arbeiten kann, überlebt, erzählt Torsten Roschk aus Kreba-Neudorf.

  Er ist Vorstandsmitglied im Verein „Love and help for africa“ – Liebe und Hilfe für Afrika – kurz Lahfa genannt. Torsten Roschk gehört zu jener Gruppe Menschen aus der Lausitz, die sich seit der Vereinsgründung 2006 für eine bessere medizinische Versorgung in dem ostafrikanischen Land einsetzen. Partner haben sie in einer christlichen Gemeinde mit 300 Mitgliedern gefunden, der EAGT Utemini Church und ihrem Pastor John.

In den vergangenen Wochen hatten der Geistliche und seine Frau Leah ein straffes Besuchsprogramm in Deutschland absolviert. Inzwischen ist das Ehepaar wieder in seine Heimat gereist. Über seine Vision eines Krankenhauses hat der Pastor zwischen Hoyerswerda, Bautzen, Schleife und Görlitz vielfach berichtet. Denn sie ist mit deutscher Hilfe wahr geworden: Seit Anfang dieses Jahres werden in einer eigenen kleinen Krankenstation Patienten versorgt.

  Gebaut wurde sie auf dem Land, das Mafwimbo 1989 kaufte. „Der Bau ist bezahlt, die Gemeinde ohne Schulden“, sagt Vereinsvorsitzender Martin Leubner aus Buchholz. Von den rund 40000 Euro kamen zwei Drittel aus Deutschland. Ein erster Schritt. „Wir sind dafür sehr dankbar“, sagt John Mafwimbo. Und er bittet in eindringlichen Worten um weitere Hilfe zur Selbsthilfe. Denn Operationen sind noch nicht erlaubt, auch die zwei Räume mit je drei Betten für Patienten reichen nicht aus. Zwischen 45 und 50 kommen täglich aus den Dörfern im Umfeld Singidas. Sie nehmen dafür weite Strecken in Kauf. Zu oft müssen sie bei schweren Verletzungen an das einzige staatliche Krankenhaus oder noch weiter weg verwiesen werden. „Die Bedingungen dort sind nicht gut“, sagt Pastor John. Manches ist überdacht worden, erzählt Martin Leubner. So gingen die ersten Krankenhauspläne von deutscher Seite noch von einem mehr als 1,3 Millionen Euro teuren Projekt aus. „Davon haben wir uns verabschiedet. Jetzt liegen wir inklusive der Krankenstation bei einer Gesamtsumme von 180000 Euro.“ Schritt für Schritt sollen weitere Gebäude entstehen: für Patientenzimmer, OP, eine Frauenstation mit Kreißsaal und eine Kinderstation.

  Die liegt der Kinderkrankenschwester Esther Leubner aus Buchholz besonders am Herzen. Sie gehört zu den mehr als 30 Helfern aus Deutschland, die in Singida tätig waren. Eineinhalb Jahre hat die 23-Jährige dort als Krankenschwester gearbeitet und im letzten halben Jahr dazu die neue Krankenstation geleitet. „Jetzt arbeitet sie ohne deutsches Personal, und das läuft gut.“ Und es soll noch besser werden. Die 24 Vereinsmitglieder stecken in der Vorbereitung weiterer Hilfen. In den vergangenen Jahren ist ein Netzwerk entstanden, auf das sie sich stützen. „Alleine würden wir 24 Leute nur wenig ausrichten können“, sagt Torsten Roschk. Nach dem ersten Container 2009 soll in den nächsten Monaten ein zweiter auf die Reise gehen: mit dem Röntgengerät, das der Verein vor über einem Jahr erworben hat, vielleicht auch einem zweiten Auto. Dem Kreba-Neudorfer fällt es schwer, seine Freude in Worte zu fassen: „Wir waren uns einen neuen Jeep ansehen.“ Der Container wird in Hoyerswerda stehen. Am dortigen Seenland-Klinikum besteht die Chance, in einem halben Jahr ein frei werdendes Sonografie-Gerät zu übernehmen.

  Wichtig ist den Mitstreitern der Hilfsorganisation, den Afrikanern nichts überzustülpen, erklärt Martin Leubner. „Das ist ihr Projekt, wir begleiten sie dabei.“ Dass der Verein sich in Deutschland auf viele Leute verlassen kann, sei Verdienst seines Gründers, des Weigersdorfer Arztes Jens Marcus Albrecht, sagt er.

14 Monate lebte der Chirurg, der lange im Görlitzer Klinikum gearbeitet hatte und inzwischen im Emmaus-Krankenhaus Niesky angestellt ist, mit seiner Familie in Singida. Über 200 Menschen hat er im staatlichen Krankenhaus operiert. Er kehrte früher zurück als geplant. Auch, weil er medizinisch nicht so helfen konnte wie erhofft. Der neue Vorstand hält sich an Albrechts Credo: „Lahfa ist zuallererst geprägt durch ein Herz, ein liebendes Herz für diese Menschen.“

Spenden können einem Verwendungszweck durch Vermerk mit Hilfe des passenden Kennwortes zugeordnet werden : II - Krankenhausbau, III - Unterhalt Krankenstation, IV - Kinderprojekte, V - Logistik, VI - Ausbildung: Konto: Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, BLZ 850 501 00, Kontonummer 3100010964.

www.lahfa.de

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 22.09.2012 +++
 

Warum sich Streit um neue Windräder entfacht

Von Steffen Gerhardt

 

  Der Altkreis Görlitz hat sechs Windparks. Neuen Anlagen weht zunehmend Widerstand entgegen.

Windkraftanlagen gehören seit Beginn der 90er Jahre zum Landschaftsbild der Oberlausitz. Sie sorgen für umweltfreundliche Energie über die Region hinaus. Das ist unstrittig. Dennoch wächst der Widerstand in der Bevölkerung, wenn es um das Errichten neuer Anlagen geht. Die SZ hat die Situation um die Windkraftanlagen im Altkreis Görlitz analysiert.

          Wie viele Anlagen stehen im Görlitzer Umland?

Im Altkreis Görlitz sind sechs Windparks ausgewiesen. Zusammen erzeugen sie eine Energieleistung von 110 Megawatt. Der größte Windpark ist dabei an der Autobahn zwischen Kunnersdorf und Ludwigsdorf. Hier stehen 27 Windräder, in die sich die Gemeinde Schöpstal (13) und die Stadt Görlitz (14) teilen. Gefolgt von Reichenbach mit 12 Windrädern, Zodel/Deschka mit elf und Sohland am Rotstein, wo neun Windräder stehen. Den kleinsten Windpark von der Anzahl der Windräder hat Vierkirchen. Zwischen Melaune und Tetta drehen sich sieben Anlagen. Die einzelnen Windparks erzeugen zwischen einem und 2,5 Megawatt Energie.

Nach Einschätzung der Kreisentwicklung steht der Landkreis insgesamt mit der Nutzung alternativer Energien – einschließlich Windkraft – sehr gut da. Denn ihr Anteil am Gesamtstromverbrauch im Landkreis liegt bei 35Prozent. „Damit hat der Landkreis die Vorgaben des Landes Sachsen in Bezug auf den tatsächlichen regionalen Verbrauch bereits übererfüllt“, sagt Kreisentwickler Holger Freymann. Die Folge: Es müssen künftig nicht mehr viele Windräder aufgestellt werden.

          Wo soll es neue Windkraftanlagen geben?

  Das Interesse ist da, weitere Windräder aufzustellen. Vorangetrieben werden die Planungen von privaten Investoren. Aktuell im Gespräch ist die Erweiterung des Windparkes bei Melaune. Hier sollen bis zu fünf neue Windräder hinkommen. In der Diskussion ist auch eine Fläche von 20 Hektar zwischen Liebstein und Königshain, auf der fünf Windräder platziert werden sollen. Außerdem gibt es in Neißeaue Überlegungen, den Windpark zu vergrößern.

Ob Neißeaue erweitern und Königshain überhaupt bauen kann, lässt sich derzeit nicht beantworten. Realistischer ist eine Bestandserweiterung im Windpark Melaune, da die Windräder auf ein ausgewiesenes Vorranggebiet gebaut werden sollen. Der Regionalplan lässt zwei weitere Windräder auf der Fläche zu. Der Investor schätzt aber ein, dass die 70 Hektar Platz für weitere fünf Anlagen hergeben.

          Haben neue Pläne eine Chance auf Umsetzung?

  Aus Sicht der Kreisentwicklung soll es im Landkreis keine neuen Vorranggebiete für Windkraftanlagen geben. Das ist aber nur ein Wunsch. Die Entscheidung trifft der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien (RPV) für den Landkreis Görlitz. Denn die Planungshoheit liegt beim RPV in Form des Regionalplanes und bei den Kommunen in Form des Flächennutzungsplanes. Voraussetzung ist aber, dass die mit Windrädern zu bebauenden Gebiete dafür auch definiert sind. Ob es neue Vorranggebiete für Windräder geben wird, lässt sich derzeit nicht sagen. „Erst wenn der neue Landesentwicklungsplan beschlossen ist, steht fest, ob weiterer Bedarf an Windenergie ist. Unsere Aufgabe ist es dann, diese Vorgaben vom Land planerisch umzusetzen“, sagt Jörg Weichler vom RPV. Der Planer geht davon aus, dass der Landesplan Mitte 2013 vorliegt.

Welcher Meinung sind die Bürger zu den neuen Anlagen?

Das vorgesehene Aufstellen weiterer Windräder wird nicht mehr so einfach akzeptiert, wie es noch um die Jahrtausendwende der Fall war. Inzwischen regt sich Widerstand, und in Vierkirchen gründete sich sogar eine Bürgerinitiative. Zwei Hauptgründe sind es, die zur Ablehnung weiterer Investitionen führen: Beeinträchtigung durch Lärm, Schatten und Blinklicht sowie das Verunstalten des Landschaftsbildes. Denn die neuen Anlagen sind noch höher und größer. Diese Befürchtungen haben auch Bürger von Königshain und Liebstein.

Wo die Anlagen auf freiem Feld und fern der Wohnhäuser stehen, geht man entspannter mit dem Thema Windenergie um. Schöpstals Bürgermeister Bernd Kalkbrenner sagt: „Wir haben unsere Fläche an der Autobahn, die ist ausreichend. Trotzdem wollen wir nicht, dass das Schöpstal mit Windrädern zugebaut wird.“ Auch Neißeaue lebt seit Jahren mit seinen inzwischen elf Windrädern. „Wir als Gemeinde stehen einer Erweiterung des Windparks offen gegenüber“, erklärt Bürgermeister Ewald Ernst. Schließlich bringen die Windräder auf lange Sicht gutes Geld für die Kommunen. „Das können wir für Investitionen in der Gemeinde nutzen“, so der Bürgermeister.

          Führen Bürgerproteste gegen die Anlagen zum Erfolg?

In Melaune und Tetta wollen die Bürger weitere Windkraftanlagen verhindern. Inzwischen haben sie sich mit einer Petition an die Bundeskanzlerin gewandt und am Donnerstag dem Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (CDU) ihre Argumente vorgebracht. Dieser will sich für die Berücksichtigung der Bedenken bei der Prüfung des Vorhabens einsetzen. Er betont aber auch, dass die Windräder auf eine bereits dafür ausgewiesene Fläche gebaut werden sollen, die durchaus eine oder zwei Anlagen noch zulässt. Dennoch gibt sich die Bürgerinitiative optimistisch: „Wir haben bei den bestehenden Windrädern nach Inbetriebnahme durchgesetzt, dass sie mit leiseren Generatoren ausgerüstet werden“, nennt Gotthard Ender den Erfolg..

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Helferin Barbara Fiebig (28) freut sich über gutes Wetter in der Erntezeit. Das Stadtgut hätte sich dieses vorher gewünscht. Foto: Nikolai Schmidt

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 22.09.2012 +++
 

Stadtgut fährt reiche Ernte ein

Von Stefan Wünsche

 

  Auf den Apfelplantagen an der Landeskrone ist derzeit viel Betrieb.Die Bäume tragen mehr als in den Vorjahren. Aber die Qualität stimmt nicht immer.

  Die Apfelbäume am Fuße der Landeskrone ächzen unter ihrer Last. Ohne die Stützseile, die an Betonpfählen befestigt sind, bliebe wohl kein einziger Baum stehen. Das Rot der großen Äpfel der Sorte Topaz wirkt im Sonnenlicht noch kräftiger. Barbara Fiebig pflückt mit einem Griff gleich mehrere Äpfel. Sie ist eine von 25 festen Saisonarbeitern, die zwei Monate in jedem Jahr die Bäume auf den Plantagen von ihrer Last befreien. Über acht Stunden pro Tag arbeiten sich die Helfer durch die 36 Hektar großen Plantagen. Das ist Schwerstarbeit: Denn das Stadtgut rechnet mit 600 Tonnen Ertrag, letztes Jahr waren es nur 136.

  Anschließend werden die Äpfel noch vor Ort begutachtet und vorsortiert. Dies ist auch bitter nötig. Obstbau ist sehr wetterabhängig und birgt ein großes Risiko. Die Äpfel wuchsen zwar stark durch den vielen Regen in diesem Sommer, aber zugleich traten auch Schorf und Apfelwickler auf. Der Apfelschorf ist eine durch Pilze verursachte Schalen- und Blattkrankheit, die Früchte können aber bedenkenlos verzehrt werden. Die Larven des Apfelwicklers fressen sich hingegen bis in den Kern des Apfels und machen damit das befallene Obst komplett unbrauchbar.

Süße Sorten sind beliebt

  Als wäre das nicht genug, wurde die Ernte noch im wahrsten Sinne des Wortes verhagelt. Da bringt ein kleines Loch ein großes Problem. „Das Schlimmste ist, der beschädigte Apfel fault nicht alleine, er steckt die anderen an“, erklärt der Bereichsleiter für den Obstbau, Mike Schwarzbach. Da ist auch er komplett machtlos. Gegen die Schädlinge kann er wenigstens Pheromone oder Nützlinge wie Ohrwürmer („Ohrenkneifer“) einsetzen. Denn der von Bioland zertifizierte Betrieb verzichtet auf die „chemische Keule“ und künstlichen Dünger. Letzterer kommt aus dem hauseigenen Hühnerstall.

Das Problem könnte sich in den kommenden Jahren sogar noch verschärfen. Denn die Kunden interessieren sich vermehrt für Sorten wie Gala oder Pinova. Viele dieser Züchtungen sind zwar süßer im Geschmack, aber auch anfälliger für Krankheiten oder extreme Wetterverhältnisse als die heimischen Sorten. So finden sich auf den Plantagen des Stadtgutes unter den 18 Apfelarten auch diese Sorten, denn der Kunde ist bekanntlich König.

  Dass die weniger widerstandsfähigen Sorten den Ertrag senken werden, fürchtet Mike Schwarzbach, der immerhin schon 30 Jahre im Obstbau tätig ist. Dabei gibt es jetzt schon deutlich weniger „Qualitätsäpfel“. Das bestätigt Barbara Fiebig: „Es ist viel Mostqualität dabei, da müssen wir hier schon gründlich aussortieren.“ Das genaue Hinschauen erfordert Zeit. Sonst werden nur ungefähr 25 Prozent der Äpfel zu Saft oder Apfelmus verarbeitet, diesmal sind es mehr als doppelt so viel,

Berlin steht auf Görlitzer Äpfel

  Geerntet wird auf den Plantagen des Stadtgutes noch bis Mitte Oktober. Doch verkauft wird das Obst das ganze Jahr in Görlitzer Naturkostläden, wie „Bio im Bahnhof“ oder dem Naturkostgeschäft Niedrig gegenüber dem Theater. Manche der Äpfel schaffen es aber weiter: Über den ökologischen Großhandel landen sie auf Verkaufstheken in Leipzig, Cottbus und Berlin.

Montags, mittwochs und donnerstags besteht im Lager in Hilbersdorf die Möglichkeit, von 7 bis 16 Uhr die Äpfel direkt zu kaufen. Vorher anmelden unter 035827 78908.

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Samuel Harfst

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 21.09.2012 +++
 

Liedermacher singt für Rumänien

 

  Die Jugendscheune öffnet ihre Türen und gewinnt einen imposanten jungen Sänger und Textschreiber für ein Benefizkonzert.

Der Tag der offenen Tür hat schon Tradition in der Jugendscheune Melaune. Neu ist das Benefizkonzert im Eisstadion für die Hilfsprojekte der Jugendscheune in Rumänien. Dafür ist es gelungen, den durch seinen verrückten musikalischen Weg bekanntgewordenen Liedermacher Samuel Harfst nach Melaune zu holen.

  Der 26-Jährige schaffte es vom Straßenmusiker bis ins Vorprogramm auf der Deutschlandtournee 2010 der inzwischen verstorbenen Sängerin Whitney Houston. Und so steht der Auftritt am Sonnabend in Vierkirchen inmitten deutschlandweiter Konzerttermine des Musikers mit seiner Band aus der Nähe von Wetzlar. Die Jugendscheune hat sich vom Titel des jüngsten Albums von Samuel Harfst „Schritt zurück“ anstecken lassen. Das Motto für den Tag der offenen Tür liest sich nun so: „Kopf hoch – Schritt zurück“, also optimistisch sein und vorausschauen, sich aber auch auf seine Wurzeln zurückbesinnen. Die Jugendscheune wird Sonnabend auch über ihre Projekte mit Kindern und Jugendlichen und die Rüstzeiten berichten. Für den Gottesdienst konnte mit Andreas Nedo ein „alter Bekannter“ gewonnen werden. Andreas Nedo hatte die Jugendscheune selbst viele Jahre begleitet.

Drei Leute aus der regionalen Jugendarbeit werden nun auch verabschiedet. Sie beginnen ihre Ausbildung oder ein Auslandsjahr. Zur Verabschiedung sind auch Vertreter aus den Kirchengemeinden und vom CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) eingeladen. Musikalisch wird der Gottesdienst von der Lobpreisgruppe aus Klitten begleitet. (bd/SZ/ah)

Sonnabend, Jugendscheune, 14 Uhr Gottesdienst, bei gutem Wetter draußen; 15 Uhr Kaffee und Kuchen; ab 15.30 Uhr Informationen, Spiele und Spaß.; 18 Uhr „Wort auf den Weg“; 19.30 Uhr Benefizkonzert mit Samuel Harfst & Band im Eisstadion (Einlass ab 19 Uhr) mit Film über Rumänienrüstzeit 2012

Karten im Vorverkauf in der Jugendscheune und Comenius-Buchhandlung Görlitz.

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Ankunft in Arnsdorf. Hier wird montags über die Sommersaison in der Pfarrscheune immer Kino angeboten. Richard Bläse hat die Kraxe mit Sohn David auf den Schultern. Das Gepäck von Karina Dick und Andreas Bläse ist auch nicht zu schwer. Foto: privat

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 20.09.2012 +++
 

Pilgern mit Kind und Kegel

Von Kerstin Fiedler

 

  Familie Bläse aus Großdubrau probierte die Via Regia zwischen Görlitz und St. Marienstern in Panschwitz aus.

  David Bläse ist gerade mal dreizehn Monate alt. Zu jung, um zu pilgern? Wohl kaum. Das sagen zumindest seine Eltern, Karina Dick und Richard Bläse. Und Opa Andreas Bläse kann es nun nach seiner ersten Pilgertour auch bestätigen. Der Großdubrauer ließ sich von seinem Sohn anstecken. Der redet ganz begeistert vom Pilgern. „Ich finde, jeder sollte es einmal ausprobieren“, sagt Richard Bläse. Dabei spielt die Strecke und die Kilometerzahl gar keine Rolle. Und so probierte die junge Familie das Laufen mit der Kraxe schon mal zu Hause im Stuttgarter Raum aus, bevor alle Vier jetzt von Görlitz zum Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau liefen. Vier Stationen waren das und insgesamt rund 70Kilometer.

„Man muss ja nicht Hunderte von Kilometer laufen. Wichtig ist, sich an den Gegebenheiten der Strecke zu erfreuen, Neues zu erfahren“, sagt Richard Bläse. So zum Beispiel, dass Windräder auch Namen haben können. In der Nähe von Melaune war das so. Oder dass es Vereine gibt, die etwas Tolles auf die Beine stellen. Karina Dick war ganz begeistert vom Modellbauprojekt Via Regia in Königsbrück, das architektonische Besonderheiten entlang der alten Handelsstraße en miniature nachbaut und ausstellt.

           Wege sind gut ausgeschildert

  Die Vorbereitung für eine Pilgerreise ist nicht schwer, finden die Bläses. Gerade in Sachsen ist der Weg gut ausgeschildert, gibt es hervorragendes Kartenmaterial. „Über eine Internestseite haben wir dann die Broschüre mit handgezeichneten Karten und dem Verzeichnis von Pilgerherbergen, Einkaufsmöglichkeiten und Besonderheiten zwischen den einzelnen Stationen bestellt“, sagt Richard Bläse. Auch der Pilgerausweis kann dort bestellt werden, in den jeden Tag zwei Stempel kommen. Die sind teilweise künstlerisch gestaltet, sodass die Erinnerung an die Stationen auch dort festgehalten werden. Tipps für die Herbergen haben Bläses auch parat. „Ohropax ist gut wegen der Schnarcher und wegen der ,Tütenterroristen’, die schon früh um 5Uhr ihre Sachen wieder packen“, sagt die 30-jährige Karina Dick schmunzelnd.

Wichtig sei, so wenig Gepäck wie möglich mitzunehmen. „Wir haben auch nie Druck gehabt, denn mit unserem Sohn haben wir im Durchschnitt 20 Kilometer am Tag zurückgelegt, viele Pausen gemacht, damit David auch mal etwas spielen und herumtollen konnte“, sagt der stolze Papa. Zurzeit hat er noch Semesterferien, denn Richard Bläse studiert in Heidelberg, arbeitet dort am Fraunhofer Institut. Dorthin ist er gewechselt, als David unterwegs war. Vorher studierte er Psychologie in Wien. „Das war, nachdem ich Karina kennengelernt habe“, sagt Richard Bläse. Natürlich beim Pilgern.

          Anregung von Hape Kerkeling

  „Ich habe nach dem Wirtschaftsingenieurstudium 2010 schon bei einem Autokonzern gearbeitet, der aber von der Autokrise betroffen war“, sagt Karina Dick. „Da hatte ich plötzlich sechs Wochen frei – und wollte pilgern“, sagt sie. Angeregt von Hape Kerkeling und seinem Buch „Ich bin dann mal weg“. Und dann traf sie den Mann fürs Leben. Sie liefen gemeinsam weiter – 320 Kilometer.

Der Weg ist das Ziel, sagen die Pilgerer. „Es ist beim Laufen oft so, dass man mit sich allein ist. Da bleibt Zeit, über sich und sein Leben nachzudenken“, sagt Richard Bläse. Der 23-Jährige fand es schön, bei dieser kurzen Strecke seine alte Heimat intensiver kennenzulernen. Und auch Vater Andreas Bläse entdeckte manches Neue. Der 49-Jährige, der bei KNB Neuteichnitz arbeitet, hat nun Ende September Urlaub. „Mir hat die kurze Etappe so gut gefallen, nun soll es auch was Größeres werden“, sagt Andreas Bläse. Auch wenn bei geübten Pilgerern 250Kilometer nicht viel ist, für den Großdubrauer ist es eine Herausforderung. Es soll von Porto nach Santiago de Compostella gehen. An den Ort, den alle einmal erreichen wollen. „Es ist erstaunlich, wie viele Nationen auf dem Weg unterwegs sind“, sagt Richard Bläse. Manch einer ist aus sportlichem Ehrgeiz gestartet, bei der Ankunft hat er sich ein wenig verändert und vielleicht sogar dem Glauben zugewandt, findet der junge Vater mit dem Lockenschopf. Am 25. September geht es los. Und wenn alles gut läuft, werden sie sogar noch ein Stück weiter laufen.

www.oekumenischer-pilgerweg.de.

 

 

 

Neue Spritze für die Wehr in Buchholz und Tetta

Von Steffen Gerhardt

 

  Die Feuerwehr Buchholz/Tetta bekommt eine neue Tragkraftspritze vom Typ TS8. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung die finanzielle Ausgabe über 11280 Euro. 4556Euro von der Summe muss die Gemeinde Vierkirchen selbst aufbringen, der andere Teil wird vom Landkreis gefördert.

Die neue Spritze kommt vom Feuerwehrausstatter Ziegler. Er hatte das günstigste Angebot abgegeben. Im vergangenen Jahr hatte die Pumpe bei einer Übung einen Totalschaden erlitten. Da die Reparaturkosten als sehr hoch eingeschätzt wurden, entschlossen sich Gemeinde und Wehrleitung für eine Neuanschaffung. Zumal die alte Spritze auch schon 12 Jahre im Dienst war.

Trotz defekter Pumpe ist die Einsatzbereitschaft der Wehr nicht gefährdet. Eine Tragkraftspritze aus DDR-Zeiten hilft über die Zeit bis zur Neuanschaffung hinweg. Zum Brandeinsatz musste sie aber bisher nicht kommen.

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Auf dieses Gelände der ehemaligen Putenfarm soll ein riesiger Mastbetrieb für Hühner ziehen. Henricus Kampschöer, Geschäftsführer der neu gegründeten Geflügelfarm Hartha GmbH hat jetzt erste Pläne interessierten Bürgern in Melaune vorgestellt. Foto: Pawel Sosnowski

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 15.09.2012 +++
 

Holländer baut Geflügelfarm auf

Von Cornelia Schreiber 

 

  Auf der ehemalige Putenfarm in Prachenau soll eine riesige Hühnermastanlage entstehen.Das sehen die Bürger mit gemischten Gefühlen.

Es geht um eine gigantische Investitionssumme. Mit rund zehn Millionen Euro beziffert Henricus Kampschöer die gesamten Kosten für eine Geflügelfarm in Prachenau. Die soll auf dem Gelände der ehemaligen Putenfarm entstehen.

Der ehemalige Besitzer Paul Hoke hat seine Anlage verkauft. Die Puten sind alle geschlachtet. Das Anwesen steht jetzt leer. Wie es damit weitergehen soll, haben der Geschäftsführer der „Geflügelfarm Hartha GmbH“, Henricus Kampschöer, und sein Projektteam samt Rechtsanwalt, interessierten Bürgern jetzt vorgestellt.

  „Wir haben unseren Bürgern zugesichert, große Projekte gemeinsam mit den Einwohnern zu besprechen“, erklärt Horst Brückner, Bürgermeister von Vierkirchen. Redebedarf ist vorhanden. Um die 40 Bürger kommen. Hier gibt es Informationen aus erster Hand.

Was da ab 2014 an den Start gehen soll, würde einige Veränderungen in den umliegenden Dörfern mit sich bringen. „Broilerelterntieraufzucht“ heißt das Fachwort dafür. Hinter dem Begriff stehen über eine viertel Millionen Hennen und Hähne. Genaue Zahlen wurden genannt: Allein 180 000 Legehennen sollen eingestallt werden. Die Küken würden etwa 60 Wochen aufgezogen werden und danach in den Schlachthof wandern. Dazu sollen 90 000 Jungtiere kommen, die die Alttiere nach deren „Verschleiß“ ersetzen. Das ist eine ganz andere Größenordnung als die Putenfarm von Paul Hoke. Er hatte hier zuletzt um die 40000 Puten gehalten. Zu DDR-Zeiten waren es einmal doppelt so viele.

Investor für die neue Geflügelfarm ist ein Herr van den Brink aus den Niederlanden. Auch Henricus Kampschöer stammt aus Holland, lebt aber schon viele Jahre in Sachsen. Zuletzt wohnte er zwei Jahre in Görlitz und seit einem Jahr in Horka. Hier betreibt der Agrar-Ingenieur seine Firma AgriConsulting Kampschöer UG. Vom Investor, der in Holland als Geflügelzüchter bekannt sein soll, wurde er laut seiner Aussage als Geschäftsführer der Geflügelfarm Hartha GmbH eingesetzt. Sitz der GmbH ist in Horka, weil der Niederländer dort seinen Wohnsitz hat. Das Projekt selbst steckt noch in den Kinder-, wenn nicht sogar in den Babyschuhen. „Es geht uns darum, die Bürger von Anfang an zu informieren“, sagt Henricus Kampschöer. Denn bevor in Prachenau überhaupt abgerissen und neu aufgebaut werden kann, sind jede Menge bürokratische Hürden zu meistern.

  Erster Punkt sind die Stellungnahmen der beiden Gemeinden Vierkirchen und Waldhufen. In den Gemeinderatssitzungen müssen sich beide Kommunen zum Projekt positionieren. Jede Menge baurechtliche und andere Genehmigungen müssen von den zuständigen Ämtern eingeholt werden. Mit dem Landratsamt habe es bereits erste notwendige Gespräche gegeben. Denn nur einen Kilometer entfernt liegt das FFH-Gebiet „Täler um Weißenberg“.

Die geplanten zwölf Ställe sollen deshalb mit speziellen Abluftreinigungssystemen ausgerüstet werden, damit der Ausstoß von Ammoniak gemindert wird. Angesprochen wurde zudem die Frage nach dem anfallenden Kot der Tiere. Bei dieser Größenordnung sind das pro Stall im Laufe von 40 Wochen immerhin 620 Tonnen Dung. Betreiber von Biogasanlagen hätten bereits Interesse angemeldet, so Kampschöer.

Der Bedarf an Futter ist ebenfalls groß. 260 Tonnen pro Woche werden benötigt. Da fallen natürlich auch etliche Transporte mit großen Fahrzeugen an. Der Geschäftsführer rechnet mit 15 Lastern pro Woche. Das alles sind Fakten, die bei den Bürgern vor Ort für gemischte Gefühle sorgen. Offene Türen werden mit dem Projekt nicht eingerannt. Auf komplette Ablehnung stößt es aber auch nicht. Es gibt dennoch kritische Fragen. Unter anderem, ob die zehn bis 15 Arbeitsplätze, die benötigt werden, tatsächlich mit Leuten aus der Region besetzt werden, wie hoch die Lärmbelästigung beim Bau ist und wo man sich über den Investor genauer informieren kann.

  „Wir sind ganz am Anfang der Planungen“, betont der Geschäftsführer. Für Anmerkungen und Kritik sei man jederzeit offen. Dafür können auch die Gemeinderatssitzungen genutzt werden.

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Damit auch jedermann den Weg gut findet

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 14.09.2012 +++
 

Melaune feiert Kirmes

Von Bernhard Donke

 

  Vereine verwandeln das Eisstadion und die Wassermühle wieder in einen bunten Festplatz.

  Immer am dritten Sonntag im September feiern die Melauner ihre Kirmes. Das ist schon seit vielen Jahren so und so sicher wie das Amen in der Kirche. Unter Federführung des Heimatvereins von Döbschütz und Melaune beteiligen sich die Vereine im Ort an der Ausrichtung des Festes. Das beginnt bei der Ausgestaltung des Festplatzes im Eisstadion und rund um das Vereinshaus „Alte Wassermühle“. Auch das Programm will organisiert sein. „Alle Beteiligten ziehen mit“, freut sich Andrea Weise vom Heimatverein.

So wird in der Wassermühle eine Ausstellung über das Leben in Melaune vor 100 Jahren und mehr gezeigt. Hobbyfotograf Florian Gaertner steuert seine neuesten Fotos für eine kleine Schau zu. Der Traditionsverein der Feuerwehr führt alte, mit viel Liebe und Mühe erhaltene Feuerwehrtechnik vor. Preiskegeln und Unterhaltung am Sonntagvormittag mit den Original Heideländer Blasmusikanten zum Frühschoppen dürfen nicht fehlen. Danach führt der Kindergarten aus Melaune ein Programm auf der Festbühne auf. Der Nachmittag gehört der heiteren Muse. Mit Annett Weise kommt eine Schlagersängerin nach Melaune, die auch aus Funk und Fernsehen bekannt ist. Und wie es sich bei einer Kirmes gehört, gibt es bunte Stände, Deftiges und Süßes zu essen.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 12.09.2012 +++
 

Hochwasser: Versicherung ist zu teuer

Von Steffen Gerhardt

 

  Zwei Gebäude in Melaune sind besonders gefährdet. Die Gemeinde muss aber für alle ihre Häuser zahlen.

Zu kostspielig ist eine Versicherung gegen Hochwasser für die Gemeinde Vierkirchen. Jedenfalls lehnte am Montagabend der Gemeinderat ein entsprechendes Angebot einstimmig ab. Bürgermeister Horst Brückner stellte das Angebot der Ostdeutschen Kommunalversicherung Berlin (OKV) vor, das die Gemeinde in diesem Jahr 4726 Euro kosten würde. „Das ist aber nur die zusätzliche Versicherung für Elementarschäden wie Überschwemmung und Rückstau“, erläuterte der Bürgermeister.

Außerdem ist diese Versicherung nur im Paket zu haben, also für alle kommunalen Gebäude. Die beiden hochwassergefährdeten Häuser Alte Wassermühle und Feuerwehr in Melaune lassen sich damit nicht separat versichern. Hinzu kommt, dass beide Gebäude in die höchste Gefährdungszone vom Land eingestuft sind und dementsprechend hoch die Jahresprämie ist. Außerdem reguliert die Versicherung erst bei Schäden über 50000Euro. Bis zu dieser Summe muss die Kommune selbst für jeden Schadensfall aufkommen.

Da stellte sich unweigerlich die Frage, was nützt eine Versicherung, wenn eine so große Summe selbst zu zahlen ist? Zwar fordert das Land, dass die Kommunen Vorsorge gegen Hochwasser treffen, aber die muss auch bezahlbar sein. Aus diesem Grund lehnte der Rat dieses Angebot ab.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 08.09.2012 +++
 

Künftige Konfirmanden gehen den Pilgerweg

Von Annett Preuß

 

Waldhufen/Vierkirchen. Christen beider Gemeinden arbeiten enger zusammen. Praktiziert wird das auchbei der Jugendarbeit.

  Wenn junge Leute heute ein Stück des Ökumenischen Pilgerwegs von Tetta nach Buchholz laufen, so kommen sie nicht nur aus Vierkirchen. Auch künftige Konfirmanden aus Waldhufen sind unter ihnen, erzählt der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinden Jänkendorf/Ullersdorf und Diehsa, Helmut Andreas Spengler.

Die knapp 20 Jugendlichen, die 2014 konfirmiert werden, verbringen nach der Wanderung einen Tag gemeinsam mit ihren beiden Pfarrern in Buchholz. Ein Kennenlern-Tag, so Pfarrer Andreas Fünfstück: „Am Abend kommen die Eltern dazu und bei Musik, Gesang, Gespräch, Beköstigung und Abendgebet ist gute Gelegenheit, über die Welt und Gott zu reden.“ Die beiden Kommunen Waldhufen und Vierkirchen haben nicht nur einen gemeinsamen Bürgermeister. Kooperationen gibt es darüber hinaus bei den Bauhöfen, beim Schulbezirk und der Grundschule. Auch die Kirchgemeinden vertiefen ihre Zusammenarbeit. „Wir sind dabei, einen Pfarrsprengel zu gründen“, sagt Spengler. Er solle ein lockeres Band bilden und keine zwangsweise Vereinigung darstellen. „Die Gemeinden sind gleichberechtigt und bleiben selbstständig.“

Wohl aber gibt es Dinge, die einheitlich gestaltet werden. So wird der Konfirmanden-Unterricht künftig gemeinsam abgehalten. Darüber hinaus gelten dabei für alle dieselben Regeln. Dazu gehört die Bewertung oder wie oft zum Beispiel der Unterricht besucht werden muss. Die jungen Christen haben dafür den Vorteil, flexibler planen zu können. Denn sie können wechseln. Wer es wegen außerschulischer oder familiärer Verpflichtungen nicht zum Unterricht in Diehsa schafft, kann ihn in Melaune wahrnehmen. Die Gemeinden reagieren damit auf den demografischen Wandel, der auch an der Kirche nicht spurlos vorübergeht. „Das hat überhaupt nichts mit Kirche zu tun“, sagt Helmut Andreas Spengler. Es seien junge Leute und gut ausgebildete Fachkräfte, die abwandern. 635 Gemeindeglieder habe der Kirchenkreis Ende 2011 weniger gehabt. In der Wehrkirche Nieder Seifersdorf ist zum Beispiel im Mai dieses Jahres erstmals seit zwei Jahren wieder eine Konfirmation abgehalten worden.

Konfirmiert wird jemand, der im Kleinkindalter getauft wurde. Eltern und Paten hatten zur Taufe vor der Gemeinde versprochen, für die christliche Erziehung und das persönliche Beispiel eines Lebens im Glauben an Jesus Christus zu sorgen.

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Nicht nur im Museum (Haus im Hintergrund), sondern auch im Betriebsgelände der Putenfarm standen die bäuerlichen Gerätschaften aus vergangenen Zeiten. Diese sind nun alle veräußert. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 07.09.2012 +++
 

Museumsstücke sind in guten Händen

Von Steffen Gerhardt

 

  Mit dem Verkauf der Putenfarm muss Paul Hoke auch sein Bauernmuseum aufgeben. Die Exponate finden ihre neuen Besitzer.

Nichts kommt auf den Schrott, beziehungsweise muss verfeuert werden. Paul Hoke ist glücklich darüber, dass seine Sammlung an Arbeitsgeräten und Alltagsgegenständen aus dem bäuerlichen Leben neue Besitzer gefunden hat.

Zum 31.August hatte er als Inhaber der Putenfarm den Betrieb nicht nur an einen holländischen Investor verkauft, sondern musste auch alle Gebäude leer räumen. Eines davon war voll mit Ausstellungsstücken vom Landleben, die er mit weiteren Prachenauern über Jahrzehnte sammelte. „Die Ausstellungsstücke bleiben den Menschen erhalten, einige Geräte werden sogar wieder genutzt“, sagt Paul Hoke. Er bedankt sich für das Interesse an dieser Sammlung und dass sie sich weiter in guten, wenn auch verschiedenen Händen befindet.

  Ein Großabnehmer ist Dachdeckermeister Manuel Vetter aus Melaune. Er interessiert sich für alte Landtechnik und das Dorfleben von damals. Daher ist rund ein Viertel der Ausstellungsstücke in seinen Besitz übergegangen. „Ich bin ein Sammler und werde die Stücke behalten. Vielleicht zeige ich sie mal in einem Museum“, bekennt der Handwerker. Auf alle Fälle ist alles bei ihm sicher untergestellt.

Der Nachwelt erhalten will diese Exponate auch Uwe Stark aus Löbau. Der Fliesenleger hat auch viele Exponate erworben, die er auf dem eigenen Hof zeigen möchte. Über Löbau hinaus bekannt ist Uwe Stark mit seiner Obstpresse, mit der er seit einem Jahr aus Obst Saft macht. Nun will er für noch mehr bäuerliches Leben auf seinem Hof Am Carlsbrunnen sorgen. „Zu Pfingsten will ich ein Heuhotel eröffnen und demnächst auch einen Hofladen einrichten“, sagt der Unternehmer. Da kommen ihm die Ausstellungsstücke von Paul Hoke gerade zur rechten Zeit. Hinzu kommt, dass der Hof in den 30er Jahren abgebrannt ist und dabei vieles aus den Anfängen des 20.Jahrhunderts vernichtet wurde. Daher ist Uwe Stark immer wieder auf der Suche nach „altem Zeug“.

  Paul Hoke hat indessen noch stundenweise auf der Putenfarm zu tun. Dabei sind es nicht nur die rund 20 Museumsstücke, die noch abgeholt werden, sondern auch die Auflösung des Büros, die seine Zeit beansprucht. Was der neue Investor mit dem Betrieb vorhat, das weiß Paul Hoke noch nicht im Detail. Die neuen Eigentümer hüllen sich in Schweigen und werden erst am kommenden Dienstag öffentlich darüber informieren.

Informationsabend über die Zukunft der Putenfarm am 11.September, 19Uhr in der Alten Wassermühle in Melaune.

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Auch so was haben Jugendliche drauf. Der Tanzabend am Sonnabend ist für jedermann gedacht. Vorlage: Partyprojekt

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 05.09.2012 +++
 

Sie sind die Macher vom Partyprojekt

Von Anja Hecking

 

  Junge Leute aus Arnsdorf und Mengelsdorf veranstalten Feten für Gleichaltrige. Meistens jedenfalls. Am Sonnabend wollen sie sich bei Älteren beliebt machen.

sie tanzen aus der Reihe. Wenn 18- bis 20 Jährige zu Schlagern, Diskofox und weiterer Tanzmusik einladen, dann drängt sich der Gedanke auf. Aber auf Schlager stehen zurzeit durchaus auch Jugendliche, erklärt Markus Poller vom Partyprojekt Lausitz. Für den Tanzabend am Sonnabend auf dem Arnsdorfer Sportplatz gibt es dabei noch einen ganz anderen Grund.

Die Jugendlichen vom Partyprojekt kommen vor allem aus Arnsdorf und Mengelsdorf. In ihren Jugendclubs geht es manchmal etwas lauter zu, wenn gefeiert wird. Mit dem Tanzabend will sich der junge Verein erkenntlich zeigen für das Verständnis. „Und wir wollen uns bei einem älteren Publikum beliebt machen“, sagt Markus Poller.

Sportverein ist mit dabei

  Tanzabende in Arnsdorf funktionieren immer gut. Auf dem Sportplatz sowieso. Der Sportverein ist mit dabei. Er bewirtet die Gäste mit Speisen. Für die Getränke sind die Jugendlichen zuständig.

Ansonsten ist alles vor Ort da, einschließlich überdachter Bühne. Vor zwei Wochen haben die Jugendlichen ihre Technik draußen getestet. Denn das ist doch eine andere Größenordnung so unter freiem Himmel, sagt Marcel Schinzel.

Damit kennt sich der 20-Jährige Mengelsdorfer ganz gut aus. Eher aus einer Laune heraus hat das bei ihm mit dem Musikauflegen angefangen, erzählt er. Das war nach der Schulzeit. Vom zweiten oder dritten Lehrlingsgeld hat er seine erste Musikanlage gekauft. Inzwischen arbeitet er als Fachkraft für Lagerlogistik in Löbau. Die anderen haben schon entschieden, dass er den „Sommer der Liebe“ moderiert. Auf den Namen sind sie durch eine etwas abgefahrene Hippie-Komödie gekommen. Aber für den Sonnabend, versichern sie, wird alles gesittet zugehen.

  Mit den Ansagen zwischen den Titeln hat Marcel Schinzel kein Problem. Er macht das auch in seiner Freizeit, wenn er als DJ bei Feiern Musik auflegt. Das ist auch Dominik Arlts Hobby. Der 18-Jährige aus Arnsdorf-Hilbersdorf will nächstes Jahr sein Abitur gut schaffen und dann in der Region studieren.

Markus Poller hat seinen Platz für ein duales Studium in Bautzen mit einer Praxis-Stelle in Rothenburg bereits sicher. Auch er ist 18 Jahre alt und kommt wie Dominik aus Arnsdorf. Allerdings überlässt er die Musikschiene lieber seinen beiden Freunden. Dafür behält er gemeinsam mit dem 21-jährigen David Pohl aus Döbschütz die Finanzen des Vereins im Blick.

„Wir hatten schon immer vor, auf dem Dorf Partys für Gleichaltrige zu organisieren, damit auch hier mehr los ist“, sagt Dominik Arlt. Jüngere Leute, so um die 20 Jahre und darunter, gehen nicht gern auf Partys, die für 25-Jährige und aufwärts gedacht sind. Das wissen die sieben Mitstreiter vom Verein selbst ganz gut. Größere Klubs in der Region müssen ein breites Publikum ansprechen und können spezielle Wünsche nicht abdecken. Unterschiedliche Erwartungen gibt es nicht nur an die Musik. Jüngere Leute stehen mehr auf das Drumherum, auf Lichteffekte...

Deshalb hatten die Jugendlichen aus Mengelsdorf und Arnsdorf schon in ihren Klubs eigene Veranstaltungen organisiert. Weil die gut ankamen, gingen sie einen Schritt weiter und gründeten den Verein. Damit nutzen sie einen größeren Spielraum und sind rechtlich besser abgesichert.

Das alles ist für sie Freizeit und Spaß. Denn die meisten sind so wie Marcel, Markus und Dominik gerade mit der Schule oder Ausbildung fertig geworden, fangen mit dem Studium an oder haben das Abitur noch vor sich. Sie wollen hierbleiben und haben sich auch um Lehrstelle, Studienplatz oder Arbeit in der Nähe bemüht. Mit ihrem Partyprojekt sind sie unabhängig von einem bestimmten Ort. Sie wollen sich ausprobieren und offen lassen, ob mehr daraus wird.

          Noch ein bis zwei Termine

  Die erste Party des Vereins Ende Juli im Mengelsdorfer Club hat gut funktioniert. Auch vorher hatten sie schon positive Rückmeldungen. Ein bis zwei Veranstaltungen planen sie noch für dieses Jahr.

Doch im Moment dreht sich alles um dieses Wochenende. Natürlich sind sie auch aufgeregt. Es soll alles gut klappen. Auch die anderen Vereinsmitglieder – zurzeit sind sie sieben – helfen mit. Da wiederum tanzt keiner aus der Reihe.

Tanzabend „Sommer der Liebe – Tanz durch die Nacht“ am Sonnabend, ab 20 Uhr, auf dem

Arnsdorfer Sportplatz. Und am Sonntag von 10 bis 13 Uhr kleiner Frühschoppen, ebenfalls auf dem Sportplatz.

www.partyprojekt-lausitz.com.

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 04.09.2012 +++
 

Nachrichten

 

Mopedfahrer stürzt in einer Kurve und wird verletzt


Tetta/Melaune. Auf der Kreisstraße zwischen Tetta und Melaune ist am Sonntagabend ein 16-Jähriger mit seinem Moped gestürzt. Er war von Tetta aus in Richtung Melaune unterwegs, als er auf der Fahrbahn in einer Linkskurve ins Rutschen kam. Bei dem Sturz verletzte sich der Jugendliche leicht. Am Moped entstand ein Schaden von 100 Euro. (SZ).

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Geschafft und wieder daheim. Man sieht Alfred Takács (rechts) und seinen Mitstreitern die Reisestrapazen noch etwas an.Foto: bd

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 23.08.2012 +++
 

Ein Stück reifer zurück aus Rumänien

Von Bernhard Donke

 

  Die Jugendscheune organisiert jedes Jahr eine Fahrt in ein Zigeunerdorf. Das sind aufregende Tage.

Der Stress und die Reise-Strapazen waren den neun Jugendlichen aus Vierkirchen und der Umgebung noch etwas anzusehen. Anfang dieser Woche sind sie von einer Rüstzeit aus Rumänien zurückgekehrt. An der Jugendscheune in Melaune ging es ans große Auspacken. Da merkte man den Jugendlichen aber auch an, dass sie viel erlebt und gesehen haben und von den Ereignissen beeindruckt sind.

Ihre Reise führte sie nach Nagygalambfalva. Das Dorf liegt im Herzen Rumäniens. Die Menschen dort sprechen ungarisch. „Ich persönlich habe dabei sehr viel im Umgang mit einer anderen Kultur gelernt“, sagt Alfred Takács, ein gebürtiger Ungar aus Kollm. Ebenso begeistert äußert sich Debora Hänel aus Särichen: „Für mich waren es erlebnisreiche Tage. Das hat mir viel gebracht. Wir sind den Roma-Kindern und der Dorfbevölkerung näher gekommen. Doch auch die Woche Erholung am Schwarzen Meer war für einige von uns eine ganz neue Erfahrung“, sagt sie .

  Seit 2008 fahren Jugendliche aus dem Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz zwei Wochen lang zu dieser Rüstzeit in das rumänische Dorf. Die Menschen, die dort leben, sind überwiegend Zigeuner. Sie bezeichnen sich selbst so und so negativ wie der Begriff bei uns in Deutschland besetzt ist, wird er vor Ort gar nicht sehen.

  Die Jugendlichen aus der Oberlausitz gestalten eine Woche lang für die 70 Zigeunerkinder Spiele, Geschichten und vieles mehr. Das alles dreht sich auch um den Glauben. In den Spielen und Geschichten sollen die Roma-Kinder das Miteinander lernen, sich in Streitkultur zu üben. „Die Woche selbst ist bei den Kindern, aber auch bei den Erwachsenen im Dorf, mit denen wir Veranstaltungen durchführen, sehr beliebt“, erklärt Tobias Walzok. Der Melauner arbeitet als Jugendwart im Evangelischen Kirchenkreis und fährt regelmäßig mit zu dieser Jugendrüstzeit im Ausland. Er weiß auch, dass sich die rumänische Dorfbevölkerung schon auf das Wiedersehen im nächsten Jahr freut.

Damit die Reise 2013 finanziell abgesichert werden kann, veranstaltet der Kirchenkreis am 22. September ein Benefizkonzert. Es wird ab 19 Uhr im Eisstadion in Melaune stattfinden.

Mit Samuel Harfst ist es den Organisatoren gelungen, einen deutschen Sänger und Liedermacher herzuholen, der es vom Straßenmusiker bis zu eigenen Alben und Konzerttourneen geschafft hat. Der junge Mann stellt mit seiner Musik gern die ganze Welt um sich herum auf den Kopf. Und das gefällt auch den Jugendlichen.

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Mit so einem Riesenwindrad wie hier bei Klettwitz sollen es die Vierkirchener aufnehmen. Fünf davon will ein Investor unweit von Tetta aufstellen.
Foto: Wolfgang Wittchen

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 22.08.2012 +++
 

Bürger nehmen es mit Riesen auf

Von Bernhard Donke

 

 

  Fünf neue Windräder in Tetta bleiben umstritten. Der Investor kann die Gemüter nicht beruhigen. Jetzt suchen die Gegner Hilfe – bei der Kanzlerin.

Einen Brief an die Bundeskanzlerin schreibt man nicht alle Tage. Auch Hans Zieschank und Gotthard Ender hätten sich das nicht träumen lassen. Doch die beiden älteren Herren aus Tetta lassen nichts unversucht. Sie wollen verhindern, dass unweit von ihrem Heimatdorf fünf weitere riesige Windräder aufgestellt werden.

Mit ihren Bemühungen stehen sie nicht so allein da, wie das Projektplaner Peter Ritter aus Melaune gern nach außen hin darstellt, wenn er von den Windkraftgegnern spricht.

Ein Teil der Bürger schweigt, weil er nicht betroffen ist, sich nicht dafür interessiert, keinen Ärger will oder davon ausgeht, dass sich nichts ändern lässt, sagen Hans Zieschank und Gotthard Ender.

Katrin Scholz, Christian Robert und Edeltraud Eisold aus Tetta schweigen nicht. Sie haben sich an den Görlitzer CDU-Bundespolitiker Michael Kretschmer gewandt und hoffen, dass er sie unterstützen wird. Die Sorgen der Tettaer sind auf jeden Fall bei Michael Kretschmer so angekommen. Das sagte er gestern der SZ. Sie sind für ihn auch nicht neu, weil er schon einmal wegen des Windfeldes in Vierkirchen war.

Auch er sieht durchaus die Gefahr von stärkeren Beeinträchtigungen durch Schlagschatten und Lärm bei so hohen Windrädern, wie sie jetzt unweit von Tetta und den Feldhäusern geplant sind. In vier Wochen, am 21. September, will er deshalb zu den Bürgern kommen. Das ist für die betroffenen Menschen vor Ort eine gute Nachricht. Und auch das Bundeskanzleramt in Berlin, wo der Brief aus Tetta einer von täglich um die 1000 Bürgeranliegen ist, hat den Streit nun auf dem Bildschirm. Das Schreiben wird vom Bundesumweltministerium bearbeitet, bestätigt eine Sprecherin.

  Hans Zieschank und Gotthard Ender haben nichts gegen den Klimaschutz und die Nutzung alternativer Energien. Was sie ärgert, ist, dass unter diesem Deckmantel knallharte wirtschaftliche Interessen stecken und dafür ein Teil der Bevölkerung mit Beeinträchtigungen leben soll. Zu dieser Einschätzung kommen sie auch durch Informationen über das Projekt. Peter Ritter hat es im Juli vor Bürgern in Melaune vorgestellt. Er sagt zwar, dass die Mindestabstände zu den Wohnhäusern eingehalten werden. Aber das ist nach weiteren Informationen, die der SZ vorliegen, nicht der Fall. Zumal die neuen Windräder bis zur Flügelspitze über 200 Meter hoch werden sollen und die Mindestabstände dann nicht nur 500 Meter betragen. Zu den konkreten Standorten hält sich Peter Ritter auch weiterhin in der Öffentlichkeit bedeckt. Er verweist auf das laufende Planungsverfahren. Die Unterlagen werden zurzeit im Landratsamt Görlitz bearbeitet.

Nach SZ-Informationen befinden sich alle fünf neuen Standorte außerhalb des ausgewiesenen Windfeldes bei Melaune. Das dürfte eine Genehmigung erschweren. Denn auch wenn sich der Projektplaner in der Öffentlichkeit darauf beruft, dass die ausgewiesenen Windfelder in den Regionalplänen nur eine Orientierung seien, so sagt Peter Heinrich vom Regionalen Planungsverband ganz klar: Die Pläne sind Gesetz. Große Erweiterungen oder neue Windvorranggebiete soll es in der Oberlausitz nicht mehr geben. Es sind schon mehr Vorranggebiete als nötig in der Region vorhanden, begründet Peter Heinrich. Das Windfeld Melaune lässt demnach noch zwei zu den vorhandenen sieben Anlagen zu. Aber auch die müssen genehmigt werden.

Hans Zieschank und Gotthard Ende hoffen nun sehr, dass das alles auch so eingehalten wird. Projektplaner Peter Ritter hat ihnen zu verstehen gegeben, dass es durchaus weitere Windradkonkurrenten gibt, die schon in den Startlöchern stehen. Die kämen aber nicht aus der eigenen Gemeinde. Doch davon lassen sich die beiden Tettaer nicht beeindrucken. Wenn allein die Chance, staatliche Zuschüsse für so ein Projekt abzufassen, dazu führe, dass „unsere schöne Oberlausitz zunehmend an Ansehen verliert und berechtigte Forderungen unserer Bürger ins Lächerliche gezogen werden“, dann müssen man etwas dagegen tun. Auch das haben sie an die Kanzlerin geschrieben.

  So lange der Projektplaner ihre Befürchtungen nicht entkräften kann, so lange sehen sie diese auch nicht als erträgliche Kleinigkeiten an. Denn, wenn die neuen Räder nach den Informationen, die der SZ vorliegen, wie geplant gebaut werden, dann stehen vier noch näher auf Tetta zu und eins unweit der Feldhäuser. Die Abstände zu den Wohnhäusern werden dann auf jeden Fall geringer sein als sie es bei den bereits vorhanden Anlagen sind. Neben Schlagschatten und Lärm müssten Einwohner dann auch noch mit Blinklichtern klarkommen, vom Anblick der Riesen in der idyllischen Landschaft ganz zu schweigen.

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HorstBrückner

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 18.08.2012 +++
 

Bürgermeister verursacht Gutschein-Stau

Von Annett Preuß

 

  Heute wird Horst Brückner erst mal durchatmen. Denn so ein runder Geburtstag bringt natürlich eine große Schar an Gratulanten mit sich. Am Donnerstagabend ist der ehrenamtliche Bürgermeister von Vierkirchen und Waldhufen gar nicht aus dem Händeschütteln heraus gekommen. Nur galten die Glückwünsche diesmal ihm. Gefeiert hat er in der Alten Wassermühle in seinem Heimatort Thiemendorf. Einen besseren Ort hätte er sich gar nicht aussuchen können. Denn dass die Alte Wassermühle jetzt ein schmuckes Vereinshaus ist, ist in erster Linie dem Sportverein zu danken – und in dem ist der Bürgermeister selbst Mitglied. Seinem Engagement und dem Gemeinderat von Waldhufen ist die finanzielle Unterstützung zu verdanken. Damit konnte das Gebäude erhalten und ausgebaut werden.

60 Lebensjahre also – mehr als 20 davon ist Horst Brückner in der Kommunalpolitik aktiv. 1990 wurde der frühere Rinderzüchter Bürgermeister in Thiemendorf, später in der Großgemeinde Waldhufen. Seit 2008 leitet er im Ehrenamt auch die Geschicke von Vierkirchen – er ist damit nicht nur der erste in Sachsen gewesen, sondern der Einzige, der in zwei Gemeinden Oberhaupt ist. Hinzu kommen weitere Ehrenämter, die Mitgliedschaft in Verbänden, bei den Freien Wählern, im Kreistag und im Sächsischen Städte- und Gemeindetag. Die knappe Freizeit bleibt seiner Familie, Haus und Garten vorbehalten. Das wissen auch viele seiner Bekannten und Mitstreiter, mit denen er oft zu tun hat. Einem Gartengeräteprofi aus Arnsdorf sind deshalb in diesen Tagen zeitweise die Gutscheine ausgegangen...

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+++ Sächsische Zeitung, Montag, 13.08.2012 +++
 

Spektakulärer Auftritt

 

  Richtig dramatisch wurde es beim Auftritt der jungen Nachwuchsartisten. Denn als die Mädchen und Jungen aus Polen und Deutschland auf der Altstadtbrücke den Passanten zeigen wollten, was sie beim einwöchigen Zirkusworkshop in Melaune gelernt hatten, zog sich der Himmel bedrohlich zu. Ob das damit zusammenhing, dass sich die Veranstalter von den Vereinen „nasze miasto – unsere Stadt“ und „KulturBrücken Görlitz“ das Thema „Unter Wasser“ ausgesucht hatten? Jedenfalls hielten die Jugendlichen tapfer durch und bekamen für ihre Kunststücke im Einradfahren oder Jonglieren, in der Akrobatik und im Tanz viel Beifall. Foto: Pawel Sosnowski.

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Bis zu 80000 Bronzeputen wurden zu DDR-Zeiten in Prachenau jährlich aufgezogen. Foto: privat

Paul Hoke (links) und Günter Kohl räumen die Schaustücke ihres Bauernmuseums zusammen. Mit dem Verkauf der Putenfarm Prachenau muss auch das Bauernmuseum bis zum Monatsende weichen.

Die Putenfarm Prachenau mit Blick auf das 3,5 Hektar große Betriebsgelände mit den Ställen. Im kleinen Quergebäude hinten befindet sich das Bauernmuseum, das besonders zu den Hoffesten ein beliebter Anziehungspunkt war. Ausstellungsstücke stehen auch im Freigelände.Fotos: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 09.08.2012 +++
 

Abschied von der Putenfarm

Von Steffen Gerhardt

 

  Am Monatsende übergibt Paul Hoke sein Lebenswerk in Prachenau dem neuen Eigentümer.Der plant einen Neubeginn. Da ist kein Platz für das Bauernmuseum mehr. Es ist still geworden auf der Putenfarm in Prachenau. Die letzten 8000 von 40000 Puten wurden diese Woche verkauft. Nur der Geruch in den Ställen erinnert daran, dass hier 44 Jahre lang Puten großgezogen wurden. Paul Hoke steht in einem dieser Ställe und lässt vier Jahrzehnte Berufsleben wie im Zeitraffer ablaufen. „Arbeit war es immer“, sagt der Eigentümer eher beiläufig. Schwere Arbeit, die dem 74-Jährigen heute in den Knochen zu schaffen macht. Am Monatsende wird er den Schlüssel dem neuen Eigentümer übergeben. Paul Hoke hat sein Lebenswerk an einen holländischen Investor verkauft. Dieser plant hier einen kompletten Neubeginn mit Geflügelhaltung, so viel weiß Paul Hoke. Auch, dass es die Putenfarm in ihrer jetzigen Form nicht mehr geben wird.

„Am Monatsende muss alles besenrein sein“, sagt der Noch-Besitzer. Dabei meint er auch das kleinere Gebäude zwischen den Ställen, in dem das Bauernmuseum untergebracht ist. Es ist auch ein Stück Lebensgeschichte von Paul Hoke. „Schon zu DDR-Zeiten haben wir angefangen, alte Geräte und Gebrauchsgegenstände aus der Landwirtschaft zu sammeln. Inzwischen ist es eine ansehnliche Ausstellung geworden“, erzählt der Prachenauer. Günter Kohl pflichtet ihm als „Museumsdirektor“ bei. „Nun muss aber alles raus und wir wissen nicht wohin“, sagt der 77-Jährige. Beide Herren würden gern die gesamte historische Ausstellung an ein Museum oder einen Heimatverein abgeben. „Wir wollen damit nicht reich werden, aber verschenken wollen wir unsere Sammlerstücke auch nicht“, erklärt Paul Hoke. Schließlich steckt viel Arbeit drin. Die Ackergeräte wurden entrostet und neu gestrichen, andere Objekte aufgearbeitet. Interessenten können sich an Paul Hoke wenden.

  Nur die gestalteten Fototafeln wird er behalten. „Hier stecken zu viele Erinnerungen drin“, sagt Paul Hoke. Angefangen hatte er in der Putenfarm 1973. Damals gehörte sie zur LPG Prachenau. Über Jahre war er als Brigadier tätig, zusammen mit 14 weiteren Beschäftigten. „Wir haben ja alle Tiere aus dem Eimer gefüttert, deshalb waren wir auch so viele Leute.“ – Und Tiere. Denn zu DDR-Zeiten wurden bis zu 80000 Tiere gehalten.

Mit der politischen Wende schien das Aus der Putenfarm besiegelt zu sein. Es sei denn, jemand übernimmt sie privat. Paul Hoke ging das Risiko ein. Nicht nur das der Betriebsführung, sondern auch das eines Kredites über 650000 DM. „Wir mussten uns technisch den neuen Gegebenheiten anpassen. So stellten wir auf gesacktes Futter und automatische Fütterung um. Auch die Tiere wurden größer und schwerer. Ein Hahn bringt es bis auf 20 Kilogramm. Zu DDR-Zeiten waren es nur 6,5 Kilogramm.“

  Zusammen mit einer seiner drei Töchter betrieb Paul Hoke die Putenfarm 21 Jahre lang. Seine Tochter will nun im alten Beruf als Technische Zeichnerin für den Bau wieder Fuß fassen. Neben der Belieferung der Großabnehmer war ihm eine Direktvermarktung immer wichtig. „Ich habe einen festen Kundenstamm, für dessen Treue ich mich bedanken möchte.“

Mit der Aufgabe des Betriebes sind auch die Hoffeste vorbei. Sie zählten mit zu den kulturellen Ereignissen in Prachenau, um die es in den letzten Jahren ruhiger geworden ist. Paul Hoke gehörte immer mit zu den Prachenauern, die für ihr Dorf etwas auf die Beine stellten. Das weiß Bürgermeister Horst Brückner: „Ich schätze Paul Hoke nicht nur als engagierten Unternehmer, sondern auch als zuverlässigen Bürger. Er hat viel für die Dorfgemeinschaft getan.“

Wie es auf dem Gelände der Putenfarm weitergeht, ist für den Bürgermeister offen: „Wir sind im Gespräch mit dem Investor, aber bisher liegen der Gemeinde keine Planungsunterlagen vor.“ Fest steht nur, dass in einer Einwohnerversammlung am 11.September der neue Eigentümer sich und sein Projekt vorstellt. Für Paul Hoke war es nicht einfach, einen Nachfolger zu finden. „An Interessenten hat es nicht gemangelt, aber bei einigen spielten die Banken nicht mit“, ist seine Erfahrung. Denn er wollte gern einen Einheimischen als Nachfolger in Prachenau sehen.

  Interessenten für die Ausstellung wenden sich vor dem 31.August an Paul Hoke, Telefon:             035827 70892       (privat) oder 70321 (Betrieb).

  Der Investor stellt am 11.September, 19Uhr, sein Vorhaben in der Alten Wassermühle Melaune öffentlich vor.

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Kraft und Geschicklichkeit werden benötigt, um eine derartige Pyramide – wie hier im Sommer 2011 auf der Altstadtbrücke – zu bauen. Foto: Verein

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 08.08.2012 +++
 

Junge Akrobaten laden auf die Altstadtbrücke ein

 

  Knapp 40 Kinder und Jugendliche haben eine Zirkusvorstellung erarbeitet. Am Sonnabend zeigensie ihre Kunststücke.

Görlitz. Kinder und Jugendliche aus Deutschland und Polen zeigen am Sonnabend, dem 11.August, 14.30 Uhr, auf der Görlitzer Altstadtbrücke ihre Abschlusspräsentation nach einer bunten Zirkuswoche. Organisiert von den Vereinen „nasze miasto – unsere Stadt“ und „KulturBrücken Görlitz“ haben die knapp 40 jungen Menschen gemeinsam mit den zwölf Teammitgliedern eine Zirkusvorstellung erarbeitet. Begleitet von dem Thema „Unter Wasser“ probierten sie sich zuvor im Einradfahren oder Jonglieren, in Akrobatik, Tanz und mehr aus. Dazu haben alle eine Woche in der Jugendscheune Melaune verbracht. „Die letzten drei Jahre haben die jungen Artisten in Radzimów bei Zgorzelec geprobt, dieses Jahr zelten sie mal in einem Dorf auf der deutschen Seite der Neiße“, erzählt Heike Kleinschmidt, die dieses Jahr zum ersten Mal im Team dabei ist. „Ich bin sehr froh, bei einem so farbenfrohen Projekt mitwirken zu können.“

Die beiden Vereine organisieren die Workshopwoche in diesem Jahr zum sechsten Mal. Neben Workshops und Proben täglich vor- und nachmittags stehen gemeinschaftliches Kochen, Spielen und mehr auf dem Programm. Und schon am Freitag, 16 Uhr, wird in Melaune eine öffentliche Generalprobe stattfinden. In der Hoffnung auf viele Neugierige geht es am Sonnabend auf die Altstadtbrücke, die sich für mehr als eine Stunde in eine Zirkusmanege verwandeln wird. (SZ)

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 07.08.2012 +++
 

Begrenzte Schäden an den Schöpsen

 

  Vor zwei Jahren: Die Neißeaue bekommt die Macht der Neiße zu spüren. Auch die anderen Gewässer werden zur Gefahr

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Reichenbach/Vierkirchen: Schwarzer Schöps wird zur Flut

Zur reißenden Flut wird der Schwarze Schöps. Am Pegel Krobnitz gilt die Alarmstufe4, der höchste Wasserstand wird Sonnabendabend mit 289 Zentimetern gemessen. Dennoch hält sich der Schaden in Krobnitz, Meuselwitz und Schöps in Grenzen. Straßen, Wiesen und Weideflächen werden vorwiegend überflutet. Die Feuerwehr verteilt Sandsäcke. In Melaune stehen die Wassermühle und das Feuerwehrhaus unter Wasser. Das Arnsdorfer Wasser verursacht Schäden an den Straßenbaustellen in Arnsdorf. Auch in Sohland entstehen riesige Wasserflächen. Die Bürger kämpfen gegen die Wassermassen von Schöps und Feldbach

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 04.08.2012 +++
 

Keine Ackerfläche für Solaranlagen

von Steffen Gerhardt

 

  Der Acker soll weiterhin für die landwirtschaftliche Produktion da sein und nicht mit Solarmodulen bestückt werden. Diesen Grundsatz verfolgt die Agrargenossenschaft Zodel auch mit ihrer jüngsten Investition und gab dafür ihre Dachflächen statt Ackerflächen her.

Ein Berliner Solarunternehmen montierte auf die Dächer Photovoltaikanlagen und investierte dafür rund 2,3Millionen Euro. Wie Investor Erik Kirschbaum betonte, verfolgen diese Strategie auch andere Landwirtschaftsbetriebe. Im Raum Niesky wurden bei den Agrargenossenschaften Jänkendorf-Ödernitz, See und Spree gleichfalls die Dächer mit Solaranlagen bestückt. Auch hier will man vermeiden, dass weitere Landwirtschaftsflächen verschwinden.

Ein Umstand, vor dem der Landesbauernverband schon seit Jahren warnt. „In Sachsen gehen jeden Tag 73000 Quadratmeter landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. Seit 1991 sind das inzwischen fast 420Millionen Quadratmeter im Freistaat“, sagt Hauptgeschäftsführer Jörg Hilger.

Auch Vierkirchen ist Ackerland heilig. So wies der Gemeinderat jüngst das Vorhaben eines bei Würzburg beheimateten Solarunternehmens ab. Es wollte zwischen Buchholz und Prachenau auf 4,5 Hektar Solarmodule aufstellen. In der Begründung heißt es, dass dieses Gebiet in dem Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen ist. Daran will die Gemeinde nichts ändern. Denn Vierkirchen vertritt genauso wie die Zodeler Landwirte den Standpunkt, dass alternative Energien notwendig sind, aber nicht auf Kosten der Landwirtschaft.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 28.07.2012 +++
 

Nachrichten

 

Kinder führen ihr Stück „Esther“ in Melaune auf

 

Melaune. Diese Woche folgten die acht- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen aus Horka, Niesky, Waldhufen und Vierkirchen den Spuren der biblischen Gestalt Esther als Mädchen und Frau des Königs. Dabei studieren sie auch einen Rap-Song mit Jugendwart Tobias Walzok ein. All das fließt in das Stück „Esther“ ein. Am Sonnabend, ab 14 Uhr, wollen sie es während des Familiengottesdienstes an der Jugendscheune in Melaune aufführen. Durch die Zusammenarbeit mehrerer Kirchengemeinden und die Einbeziehung der Evangelischen Jugendscheune ist die Kinderfreizeit zu einem schönen Erfolg geworden. (ru)

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 27.07.2012 +++
 

Milzener ziehen nach Löbau

 

  Ein uralter westslawischer Stamm tritt am Wochenende die Zeitreise nach Löbau an. Ziel der Milzener ist die Landesgartenschau. „Wir wollen ein Fenster in die Vergangenheit öffnen, bei dem die ganze Familie auf ihre Kosten kommt“, sagt Vereinsvorsitzender Diego Scholz.

Das Mittelalterlager am 28. und 29. Juli hält ab 10Uhr jede Menge Überraschungen und Aktionen bereit. Akteure aus drei verschiedenen Ländern schlagen ihre Zelte auf der Löbauwiese auf und bieten ein buntes Programm an. Bei der Zeitreise für die ganze Familie sind Schauhandwerke wie Schmieden, Korbflechten und Drechseln ebenso zu erleben, wie slawische Krieger. Die zeigen dem Publikum die Kampftechniken der sorbischen Vorfahren im 11.Jahrhundert.

„Wer möchte, darf selbst einmal in die Rüstung schlüpfen“, verrät der Melauner im Vorfeld. Dazu gibt es mittelalterliche Musik auf längst vergessenen Instrumenten. Für diesen ungewöhnlichen Ohrenschmaus sorgt die Gruppe „Fidelius“. Slawische Tänze und Spiele gehören ebenso zum Programm, wie Gaukelei mit brennenden Fackeln und mittelalterliche Verpflegung. Die Milzener zeigen zudem eine mittelalterliche Kleiderschau. (cs)

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In ihren farbenprächtigen Kostümen stellen sich einige der Kinder, die am Stück über Esther teilnehmen, der Kamera zu einem kleinen Casting. Am Sonnabend wird das Stück zum Finale der Kinderfreizeit aufgeführt. Foto: Rolf Ullmann

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 26.07.2012 +++
 

Wo Kinder Könige sind

Von Rolf Ullmann

 

  33 Kinder erforschen das Schicksal der biblischen Gestalt „Esther“ – mit viel Kulturverständnis.

 Eine Woche folgen die acht- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen aus Horka, Niesky, Waldhufen und Vierkirchen den Spuren der biblischen Gestalt Esther als Mädchen und Frau des Königs. Dabei studieren sie unter anderem auch einen Rap-Song mit Tobias Walzok, dem Jugendwart der Melauner Jugendscheune ein. All das fließt in das Stück „Esther“ ein.

Am Sonnabend wollen es die Mädchen und Jungen ab 14 Uhr während des abschließenden Familiengottesdienstes vor ihren Eltern, Geschwistern und Bekannten aufführen. Der Vormittag ist zumeist den Proben vorbehalten. An den Nachmittagen hingegen lernen sie die Umgebung ihres Domizils kennen. Doch unternehmen sie unter anderem eine Exkursion zum Schloss Krobnitz und fahren nach Klein-Saubernitz an den Olba-See. Insgesamt sieben Betreuer stehen den Mädchen und Jungen während dieser Woche stets zur Seite. Die jungen Christen aus Horka schlafen in dieser Zeit in Zelten auf dem Gelände der Jugendscheune. „Wir führen hier in Melaune unser traditionelles Zeltlager im Sommer durch“, sagt der Horkaer Pfarrer Ulf Schwäbe. Durch die Zusammenarbeit mehrerer Kirchengemeinden sowie durch die Einbeziehung der Evangelischen Jugendscheune ist die Kinderfreizeit zu einem Erfolg geworden.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 25.07.2012 +++
 

Straßen werden in Arnsdorf-Hilbersdorf neu gebaut

 

  Die Gemeinde Vierkirchen will dieses Jahr vier Ortsstraßen in Arnsdorf-Hilbersdorf grundlegend sanieren. Der Gemeinderat vergab dazu in seiner jüngsten Sitzung die vier Bauaufträge mit einem Gesamtwert von rund 223000 Euro an die Straßenbaufirmen STB See und Bauhof Soldan in Weigersdorf. Die vier Gebote liegen mit 9000 Euro unter der im Haushalt geplanten Summe. Die Seer Firma wird den zweiten Bauabschnitt der Dorfstraße an der Kirche und den Siedlerweg (Kaschke-Brücke) erneuern. Der Bauhof Soldan bekam die Aufträge für die Straße nach Karlsdorf (zum Bauhof) und ein Teilstück der Dorfstraße (zu Neumann).

Bürgermeister Horst Brückner sagte, dass alle vier Straßen gleichzeitig gebaut werden, da sie voneinander entfernt liegen. Bevor es mit dem Bau losgeht, sollen die Einwohner über die einzelnen Vorhaben informiert werden. (SZ/sg)

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 14.07.2012 +++
 

Investor verteidigt Windpark-Pläne

 

  Investoren für dieses Projekt stehen in den Startlöchern. Doch im Landkreis wird jetzt schon mehr Öko-Strom produziert als gefordert.

Ausführlich wurde den Bürgern am Donnerstagabend die Erweiterung des Windparks südlich von Melaune vorgestellt. Fünf neue Windräder sollen zu den sieben bestehenden Anlagen dazukommen, informierte Planer Peter Ritter rund 30 anwesende Einwohner im Pfarrhaus Melaune. Sie interessierte vor allem, wie weit entfernt die Windkraftanlagen von den Häusern weg stehen und wie groß die Beeinträchtigung durch Geräusche und Lichtsignale ist.

Peter Ritter sprach davon, dass alles gesetzeskonform umgesetzt wird, sonst gibt es keine Genehmigung. Jede Windmühle ist mindestens 500 Meter von dem nächsten Wohnhaus entfernt. Er betonte aber auch, dass die Fläche ein ausgewiesenes Windfeld ist und „wenn wir nicht selbst Windräder aufstellen und betreiben, wird es ein anderer tun“. (SZ/sg).

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Tormann Connor Becher (links) und Julius Dittrich (schwarzes Trikot) spielen in der F-Jugend. Und nicht nur das. Ihre beiden Väter sind zwei der drei Übungsleiter ihrer Mannschaft, die eigentlich doppelt so stark ist wie auf dem Bild vom Training zu sehen. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 13.07.2012 +++
 

Ein Dorf jagt dem runden Leder nach

von Steffen Gerhardt

 

  Um den Nachwuchs im Fußball ist es dem Sportverein Arnsdorf-Hilbersdorf nicht bange.30 Kinder trainieren in zwei Mannschaften. Auch an Übungsleitern mangelt es nicht

Wenn 30 Kinder zum Fußballtraining am Mittwochnachmittag in Arnsdorf erscheinen, dann gleicht die Arbeit des Übungsleiters der eines Dompteurs. Denn 30 Jungs wollen nicht nur beschäftigt, sondern trainiert sein. Einer der Übungsleiter ist Ralf Bachtig, der die E-Jugend trainiert. Das sind die Neun- bis Zehnjährigen. Er freut sich über den Zuwachs, der besonders in der vergangenen Spielsaison zu verzeichnen war. „In beiden Spielklassen, also der F- und E-Jugend, haben wir jeweils rund 15 junge Fußballer. Damit sind wir in der neuen Spielsaison auch mit der F-Jugend im Punktspielbetrieb vertreten“, sagt der Übungsleiter vom SV Arnsdorf-Hilbersdorf. Zum Saisonbeginn waren es zwölf Kinder, die in beiden Spielklassen trainierten. Das führte auch zu einem Zuwachs an Vereinsmitgliedern, 120 zählt jetzt der Sportverein.

Zu mehr Lust am Fußball hat die Schulzusammenführung von Vierkirchen und Waldhufen nach Nieder Seifersdorf beigetragen. „In beiden Mannschaften spielen Schüler aus Vierkirchen und Waldhufen mit, eine Trennung nach Gemeinden gibt es bei uns nicht“. ergänzt Ralf Bachtig.

  Hinzu kommt, dass die Arnsdorfer jetzt auch im Winter im Warmen trainieren können. Sie nutzen dazu die Schulsporthalle in NiederSeifersdorf. Für Sebastian Thamm, Abteilungsleiter Fußball im SV, ein wichtiger und notwendiger Schritt, um den Kindern ein kontinuierliches Training anzubieten. „Bisher stand für uns nur der Hartplatz zur Verfügung und damit gestaltete sich das Training immer sehr wetterabhängig.“ Gute Trainingsbedingungen, so der Abteilungsleiter, schaffen nicht nur einen Anreiz zum Fußball spielen, sondern tragen auch zum sportlichen Erfolg bei. Und da wollen die Arnsdorfer in der neuen Saison aufholen. Denn mit ihrem achten Platz nach Saisonabschluss will sich die E-Jugend nicht zufriedengeben.

  Dass Fußball in Arnsdorf Familiensache ist, zeigt nicht nur das Interesse der Jüngsten, sondern auch ihrer Eltern. Zwei Väter trainieren den Nachwuchs mit, sodass bei der F-Jugend drei und bei der E-Jugend vier Übungsleiter die Fußballbegeisterung in sportliche Bahnen lenken. Für Torhüter Connor Becher ist es dennoch ein etwas anderes Training, als für seine Mitspieler. Sein Vater Björn Becher trainiert die F-Jugend mit. „Mir macht es großen Spaß und ich komme gern zum Training, auch schon wegen meiner Freunde“, sagt der junge Mann im Tor.

Björn Becher ist dabei nicht der einzige Vater in Übungsleiterdiensten. Auch Lars Dittrich, sein Sohn spielt ebenfalls in der F-Jugend, und André Martin stehen dem Verein als Übungsleiter zur Verfügung. Die Riege der Männer, die über die eigenen Kinder beziehungsweise Enkel zum Verein gekommen sind, vervollständigen Wolfgang Riedel, Waldemar Schubert und seit 1997 Wilfried Lübke. „Wir sind sehr froh über das Engagement dieser ehrenamtlichen Übungsleiter“, betont Abteilungsleiter Sebastian Thamm.

  Er spricht auch von der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Sportverein Jänkendorf. Mit ihm sind die Arnsdorfer seit vergangenem Jahr in einer Spielgemeinschaft. Sie sichern die F- und E-Jugend ab, und Jänkendorf die D-Jugend. Somit sind beide Vereine neben ihren Männermannschaften auch im Nachwuchs in der Kreisklasse vertreten. „Unser Ziel ist, mit Jänkendorf alle Spielklassen zu bestreiten“, gibt Sebastian Thamm das Motto für die nächsten Jahre aus. Die Voraussetzungen sind geschaffen, nun kommt es darauf an, dass die jungen Fußballer am Ball bleiben und es vielleicht einmal bis in die Herrenmannschaft schaffen.

Der Verein unternimmt sein Mögliches dafür. Nicht nur auf dem Rasen, sondern auch im geselligen Miteinander. Am Sonntag findet das verschobene Abschlussturnier mit den Eltern statt. Hier wollen die jungen Fußballer zeigen, wie „ballfest“ sie bereits sind.

Das Training der Kinder im Fußball ist immer mittwochs, ab 17Uhr, auf dem Sportplatz.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 12.07.2012 +++
 

Gegenwind für neue Windräder in Tetta

Von Anja Hecking

 

  Investoren für dieses Projekt stehen in den Startlöchern. Doch im Landkreis wird jetzt schon mehr Öko-Strom produziert als gefordert.

  Seitdem Gotthard Ender von den Plänen um fünf neue Windräder bei Melaune weiß, macht sich der Rentner aus Tetta große Sorgen. Die Anlagen sollen bedeutend höher werden als die bereits vorhandenen und sie sollen nachts blinken. „Wir sind alt, uns könnte das egal sein“, sagt er. „Aber wer soll dann künftig noch aufs Land ziehen, wenn solche Windräder das Landschaftsbild stören und die Menschen hier beeinträchtigen.“

Dietmar Schlenz hingegen hat nichts gegen die neuen Windräder: „Kompromisse müssen wir alle eingehen, seit der Ausstieg aus der Atomenergie eine besiegelte Sache ist.“ Heute Abend werden die Befürworter und Gegner Informationen aus erster Hand erhalten und Argumente austauschen können. Das Projekt wird vom Investor öffentlich vorgestellt. Peter Ritter aus Melaune ist einer der Ansprechpartner. Der Zeitung will er vorher nichts dazu sagen. Zumindest in der Gemeindeverwaltung von Vierkirchen und im Landratsamt sind die Pläne soweit bekannt. Der Gemeinderat wird sich voraussichtlich nach der Sommerpause damit befassen, sagt Bürgermeister Horst Brückner.

Der Knackpunkt wird sein, ob das Windfeld zwischen Melaune und Tetta um fünf neue Anlagen erweitert werden kann. Denn der gültige Regionalplan weist nur noch zwei weitere zu den bereits vorhandenen sieben Windrädern aus.

Peter Ritter aus Melaune zeigt sich insoweit optimistisch, als dass der Investor bereits mit Eigentümern von Grundstücken, auf denen die Windräder gebaut werden sollen, Verträge abgeschlossen hat. Das ist zurzeit eine gängige Praxis in der Branche. Firmen rechnen mit weiteren Windrädern und planen neue Standorte. Dass sie sich vorsorglich Grundstücke sichern und in den Startlöchern stehen, bestätigt auch Bürgermeister Bernd Kalkbrenner für das Schöpstal und die Umgebung. Von dem neuen Projekt am Limasberg bei Liebstein hat er allerdings noch nichts gehört. Auch hier gibt es Pläne für bis zu fünf sehr hohe Windräder. Im Landratsamt ist dazu nichts bekannt. Aber im Gemeinderat von Königshain sind erste Informationen durchgesickert.

Allerdings weist der Regionalplan hier kein Gebiet für Windenergie aus. Spekulationen, dass die veränderte Energiepolitik allein Investoren schon bald freie Hand gibt, erteilt Peter Heinrich vom Regionalen Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien eine Absage. Auf den Windfeldern bei Reichenbach, Sohland, Deschka, Melaune und an der Autobahn nördlich von Görlitz gibt es nur noch wenig Spielraum für weitere Anlagen. Hier sind bereits über 65 Windräder in Betrieb.

Von Erweiterungen außerhalb dieser Vorranggebiete im Süden der Planungsregion (Landkreise Bautzen und Görlitz) wird kaum ausgegangen, sagt Peter Heinrich. Der Landesentwicklungsplan verlangt zwar, die Nutzung von erneuerbaren Energien zu erhöhen. Aber in der Region sind bereits jetzt mehr Vorranggebiete vorhanden als nötig. Über den Energiemix und die Ausweisung von neuen Windfeldern bestimmen die Regionalplaner und Landkreise und nicht der Freistaat, sagt der Verbandschef. Im Landkreis Görlitz werden bereits 35 Prozent des gesamten Stromverbrauchs über erneuerbare Energien erzeugt. Das ist mehr als gefordert. Die ländlichen Regionen wehren sich deshalb vehement dagegen, aufgrund ihrer Fläche ausgelaugt zu werden.

Wenn Katrin Scholz vom Gasthaus „Zur Deutschen Eiche“ in Tetta um den Blick zum Rotstein und zum Löbauer Berg fürchtet, dann geht es auch dabei um ein Stück Lebensqualität der Menschen vor Ort. Was sie auch ärgert, ist die Tarnkappe Klimaschutz, denn es geht vor allem doch um Geld. (mit cs)

Das Bürgergespräch in Melaune findet heute, 19 Uhr, im Gemeindehaus der Kirche statt.

 

 

Schöpstal fordert Rückhaltebecken

Von Steffen Gerhardt

 

  Auch in Vierkirchen plädiert der Bürgermeister für solche Anlagen des Hochwasserschutzes.

Rückhaltebecken sind ein sinnvoller Schutz gegen Hochwasser. Das zeigte sich am Wochenende in Königshain. In der Gemeinde sind zwei vorhanden: am Rinderhof und am Sportplatz. Auch wenn das Rückhaltebecken am Rinderhof für die Wassermassen, die am Sonnabend vom Kämpferberg herunterschossen, zu klein war und überlief, erfüllten beide dennoch ihre Funktion als Wassersammler.

So ein Auffangbecken fordern auch die Schöpstaler. „In unserer Stellungnahme zum neuen Landesentwicklungsplan haben wir angegeben, dass ein Regenrückhaltebecken für uns notwendig ist, um den Weißen Schöps zu entlasten“, sagt Bürgermeister Bernd Kalkbrenner. Zwischen Ebersbach und Girbigsdorf sollte eine natürliche Senke geschaffen werden, in der sich das Wasser sammeln und kontrolliert abfließen kann. Denn wenn auch die Hauptlast der Weiße Schöps trägt, so zeigte sich auch am Wochenende, dass das Königshainer Wasser und der Barbig-Graben, der das Oberflächenwasser im Gewerbegebiet Ebersbach aufnimmt, zur Verschärfung der Hochwassersituation im Schöpstal beitrugen.

  In Vierkirchen gehen die Überlegungen auch dahin, sich für ein Rückhaltebecken stark zu machen. Denn besonders Hilbersdorf und Arnsdorf sind von dem Regenwasser aus den Königshainer Bergen besonders betroffen. „Es war, als ob jemand an der Kette zieht, binnen Minuten kamen die Wassermassen angerauscht“, schildert Bürgermeister Horst Brückner die Überschwemmungen am Wochenende. Deshalb sprach er sich im Gemeinderat dafür aus, dass für diese beiden Orte ein Rückhaltebecken sinnvoll und notwendig ist.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 11.07.2012 +++
 

Kein Solarkraftwerk auf Ackerland

 

  In der Gemeinde Vierkirchen wird es kein Solarfeld auf landwirtschaftlicher Nutzfläche geben. Das machte der Gemeinderat am Montagabend deutlich, als es um den Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplanes zum Vorhaben „Solarkraftwerk Vierkirchen“ ging.

Ein bei Würzburg beheimatetes Solarunternehmen will zwischen Buchholz und Prachenau auf 4,5 Hektar Solarmodule aufstellen. Dieses Gebiet ist aber nach dem Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgeschrieben und befindet sich im Außenbereich. Gemeinderat Bernd Windler machte deutlich, dass alternative Energien notwendig sind, aber nicht auf Kosten der Landwirtschaft. Somit wurde der Antrag mit vier Gegenstimmen und vier Enthaltungen abgelehnt. (SZ/sg).

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 10.07.2012 +++
 

Nachrichten

 

Einige Straßen bleiben weiter gesperrt

 

Döbschütz/Sohland/Zoblitz. Infolge der Überschemmungen und Schäden bleiben der Knotenpunkt S 122/124 in Döbschütz, die Sohländer Ortsdurchfahrt und der Abzweig nach Zoblitz halbseitig gesperrt. Auch viele Gemeindestraßen und kleinere Zufahrten sind weiter nur eingeschränkt nutzbar, teilt die Landkreisbehörde mit. (SZ)

 

Alte Wassermühle ist erneut betroffen

 

Vierkirchen/Königshain. Überschwemmte Häuser in Melaune, Arnsdorf-Hilbersdorf und Königshain, kaputte Straßen und Brücken – die Gemeinden waren gestern dabei, die Schäden aufzunehmen. In Melaune hat es erneut die Alte Wassermühle und den Bereich am Eisstadion getroffen, sagt Vierkirchens Bürgermeister Horst Brückner.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 07.07.2012 +++
 

Der Dschungelsommer schlägt wieder zu

Von Ralph Schermannund Steffen Gerhardt

 

  In der Nacht zum Freitag waren die Feuerwehren in Görlitz und im Umland im Dauereinsatz. Und die Bahn hatte große Probleme

Erneut tobte eine Gewitterfront über Görlitz. In der Nacht zum Freitag brachte sie Böen bis 75 km/h und binnen weniger Stunden Regen von 25 Litern je Quadratmeter. Die Blitze setzten in der Stadt kurzzeitig den Mobilfunkempfang im D2-Netz außer Betrieb, und in der Polizeidirektion lief der Notruf heiß. Bis 200 Anrufer meldeten sich hier, weil Straßen überflutet und Bäume umgestürzt waren. „Das größte Ausmaß des Unwetters konzentrierte sich allerdings auf die westliche Oberlausitz, weniger auf Görlitz“, bestätigte ein Polizeisprecher. Die Polizei sperrte einige Straßen, selbst der Verkehr auf der Autobahn musste kurzzeitig umgeleitet werden. In Bautzen stand die Landkreisverwaltung kurz vor Auslösung von Katastrophenalarm. Im Kreis Görlitz erwies sich eine Über- und Unterspülung von Bahngleisen nahe Gersdorf als dramatisch. Die Folge: ein Bahndamm rutschte. Selbst am Freitag fuhren zwischen Reichenbach und Görlitz noch Busse als Schienenersatzverkehr.

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 Der Schwarze Schöps bei Krobnitz schwoll auf 305 cm an, wobei ab 260 cm dort die vierte Alarmstufe gilt. Auch die Pließnitz schoss von 53 auf 180 cm.

In den Dörfern am Schwarzen Schöps war in der Nacht am meisten zu tun. Reichenbachs Bürgermeister Andreas Böer verteilte in Meuselwitz Sandsäcke. Auch die Alte Wassermühle in Melaune musste mit Sandsäcken geschützt werden. Am Brückenneubau in Döbschütz schwemmte der Schwarze Schöps Schalungselemente fort, berichtete Wehrleiter Axel Strauß. Dennoch blieben größere Schäden in den Gemeinden aus, obwohl das Unwetter heftiger niederging, als das Dienstagnacht.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 23.06.2012 +++
 

Melauner Fotograf stellt in der Loge aus

 

Buchholz. Die Kirchen Buchholz und Tetta veranstalten an diesem Wochenende ihr Gemeindefest in Buchholz. Am Sonnabend beginnt es mit dem Kinderprogramm um 16Uhr. Anschließend erklingt ein Gospelkonzert (18Uhr). Nach dem Gottesdienst am Sonntag, ab 9Uhr, und der Goldenen Konfirmation, wird die zweite Logenausstellung in diesem Jahr eröffnet. Zu sehen sind Fotografien von Florian Gaertner aus Melaune. (SZ).

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 12.06.2012 +++
 

Diebe entwenden Geräte aus dem Klub

 

Buchholz drangen Unbekannte am vergangenen Wochenende gewaltsam über ein Fenster in den Jugendklub ein. Sie entwendeten daraus einen DVD-Player, eine Mikrowelle sowie diverse Getränke im Gesamtwert von etwa 200Euro. Dabei hinterließen die Einbrecher einen Sachschaden von 100Euro. (SZ)

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„Danke wegen Sprit Preis“ haben Diebe auf diesen Lkw geschrieben. Foto: Polizei

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 16.05.2012 +++
 

Spritdiebe bevorzugen Baumaschinen

Von Steffen Gerhardt

 

  Steigen die Preise für Kraftstoff, nimmt das illegale Abzapfen zu. Jetzt sind Firmen in Melauneund Kodersdorf betroffen.

Am Montagmorgen kam ein Mitarbeiter im Steinbruch Melaune mit seinem Bagger nur 30 Meter weit, dann blieb das Gerät stehen. Der Grund: Diebe hatten den Bagger leer gezapft und somit 200 Liter Diesel erbeutet. Für Pro Stein-Betriebsleiter Hans-Reiner Maiwald war das nicht der erste leere Tank. „Dass uns der Kraftstoff geklaut wird, müssen wir in jüngster Zeit öfters feststellen, aber dieses Mal nahmen die Diebe auch noch 70 Meter Starkstromkabel mit“, sagt er. Einen Schaden von über 2000 Euro hinterließen die Diebe im Steinbruch. Es ist schwer, die Diebe zu fassen, und wenn, dann nur auf frischer Tat. Das gelang dem Betriebsleiter im vergangenen Jahr, als er zwei Deutsche auf dem Werksgelände schnappen und der Polizei übergeben konnte. Polizeisprecher Thomas Knaup bestätigt, dass das Stellen der Spritdiebe auf frischer Tat am wirkungsvollsten ist. Problem ist nur, dass die Diebe meist auf Baustellen oder in Betriebsgelände eindringen, die abgelegen sind.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 11.05.2012 +++
 

Porta überreicht mehr als 7000 Euro an Jugendscheune

 

Görlitz/Melaune. Das Görlitzer Porta-Einrichtungshaus hat 7339 Euro für die Arbeit der Jugendscheune Melaune gespendet. „Damit unterstützen wir eine gemeinnützige Einrichtung bei ihrem besonderen Einsatz für Benachteiligte unserer Gesellschaft“, sagte Hausleiterin Isolde Mudra. Insgesamt 21 Porta-Einrichtungshäuser hatten sich am 7. Mai unter dem Motto „Mehr Herz hilft deutschlandweit“ an einer Spendenaktion beteiligt, bei der zehn Prozent des Tagesumsatzes sowie ein Euro pro Einkauf gespendet wurden. Mudra dankte allen Kunden für die tatkräftige Mithilfe, die sie mit ihrem Einkauf am 7. Mai geleistet hätten. (SZ).

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 08.05.2012 +++
 

Kinder können Einradfahren lernen

 

Görlitz/Vierkirchen. Vom 6. bis 11. August findet der 6. deutsch-polnische Zirkusworkshop statt. Kinder und Jugendliche ab neun Jahren aus Görlitz, Zgorzelec und Umgebung können sich jetzt dazu anmelden. Auf sie wartet eine gemeinsame Woche voller Spaß, Übernachten in Zelten und vor allem das Erlernen von Zirkuskunststücken wie Einradfahren, Jonglage und Tanz-akrobatik. Die Workshopwoche findet in der Jugendscheune in Melaune/Vierkierchen statt.

Am 11. August werden die Kunststücke mit einem Auftritt auf der Altstadtbrücke dem Publikum präsentiert. Das Thema lautet „Unter Wasser“. Veranstaltet wird das Ferienangebot vom Verein Kultur-Brücken Görlitz.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 04.05.2012 +++
 

Nachrichten

 

Porta unterstützt Jugendscheune in Melaune

 

Görlitz. Wer am Montag beim Einrichtungshaus Porta einkauft, unterstützt gemeinnützige Einrichtungen. Denn das Unternehmen wird zehn Prozent der Tageserlöse an Hilfsorganisationen aus der Region spenden. Nach Angaben von Geschäftsleiterin Isolde Mudra wird das Görlitzer Einrichtungshaus die Jugendscheune in Melaune fördern. Zusätzlich gibt Porta einen Euro je Einkauf an diesem Tag an die Jugendscheune ab. Porta-Kunden an diesem Tag können zudem an einem Gewinnspiel teilnehmen.

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Zeichnungen zum Staunen – von Claudia Böhme.

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 03.05.2012 +++
 

Zeichnungen zum Staunen

Von Anja Hecking

 

  Mit Zeichnungen von einer jungen Frau aus dem Nachbarort Maltitz starten der Tenneverein und die Evangelische Kirchengemeinde in ihre diesjährige Ausstellungs-Saison. Claudia Böhme bringt mit Bleistift außergewöhnliche Porträts zu Papier. Der Tenneverein will nun einen Teil ihrer Arbeiten in den Logen der Dorfkirche einem breiten Publikum zeigen.

Die Eröffnung findet an diesem Sonntag nach dem Gottesdienst statt und wird musikalisch umrahmt. Bis zum 17. Juni sind die Bilder dann täglich, von 9 bis 18 Uhr, zu sehen. Die Ausstellung steht unter dem Titel „Ich weiß, staunenswert sind deine Werke“. (SZ/ah)

Ausstellungseröffnung in den Logen der Buchholzer Kirche am Sonntag um 10 Uhr; Beginn des Gottesdienstes 9 Uhr..

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Zu einem Zwangsaufenthalt im Rüst-heim der Jugendscheune Melaune waren Montag früh diese 23 Kinder mit ihren Begleiterinnen verurteilt. Doch die Leiterin der Einrichtung, Martina Ullrich (links), sorgte dafür, dass sich die Mädchen und Jungen wohlfühlten.Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 24.04.2012 +++
 

Erholungsfahrt endet vorerst auf der Autobahn

Von Bernhard Donke 

 

  Durch den unfreiwilligen Halt mit ihrem desolaten Reisebus lernen 26 Kinder aus der Ukraine die Jugendscheune kennen.

Das Ende ihrer Fahrt aus der ukrainischen Heimatstadt Nowa Kahowka, einer 100000 Einwohner zählenden Stadt am Dnepr, hatten sich die 26 Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren doch etwas anders vorgestellt. Nach fast 48-stündiger Fahrt und 1650 zurückgelegten Kilometern fand die Reise auf der Autobahn nahe Bautzen am zeitigen Montagmorgen ihr plötzliches Ende. Beamte der Autobahnpolizei zogen den Reisebus gegen 3Uhr wegen großer technischer Mängel aus dem Verkehr. Eigentlich sollte die Fahrt in das thüringische Erholungsheim in Hambach/Tiefenort gehen. Denn die Mädchen und Jungen wollen sich dort erholen. Sie alle leiden unter den Spätfolgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und kommen aus armen Familien in der Ukraine.

  Noch während der Bus in die Reparaturwerkstatt der Dussa GmbH nach Döbschütz gebracht wurde, bemühten sich die dortigen Mitarbeiter um die Unterbringung der Kinder und ihrer drei Begleiterinnen. Ein Anruf in der Jugendscheune Melaune gegen 4Uhr in der Früh löste dann das Problem der Unterbringung sehr schnell und unbürokratisch. Mit einen Bus wurden die Kinder nach Melaune in das Rüst-heim gebracht und hier sofort mit allem Notwendigen wie Liegen, Essen und Trinken versorgt.

„Für uns war es selbstverständlich, sofort zu helfen und alles Nötige zu unternehmen, um den ermüdeten Kindern einen angenehmen Aufenthalt im Rüstheim zu ermöglichen“, sagt Martina Ullrich, die Leiterin der evangelischen Einrichtung. Da waren die Gäste aus der Ukraine froh, hier in Melaune sofort Unterkunft zu bekommen. „Wir sind den Mitarbeitern der Einrichtung sehr dankbar, dass sie uns hier so freundlich und unkompliziert aufgenommen haben“, sagt erleichtert die Dolmetscherin der Gruppe, Oksana Parafenko. Auch die mitgereiste Ärztin, Galina Wojtuschenko, und die Leiterin der Gruppe, Irina Ischenkowa, zeigten sich sehr erleichtert und dankbar.

Der in Deutschland zugelassene Reisebus, der von zwei ukrainischen Fahrern chauffiert wurde, wird nun für einige Tage in der Werkstatt der Firma Dussa zubringen müssen. Klaus Dussa sagte zur SZ, dass der Bus erhebliche Mängel aufweist, die so schnell nicht zu reparieren sind. Die Bremsanlage ist verschlissen und tragende Karosserieteile weisen starke Rostschäden auf. Gestern sollte ein Ersatzbus aus Thüringen die Kinder in Melaune abholen und sie an ihr Ziel in Hambach/Tiefenort bringen. Dort werden sie mit Hilfe des Vereins „Kinder in Not“ und dem Internationalen Wohlfahrtsfond „Oberig“ einen dreiwöchigen Erholungsaufenthalt genießen. (mit SZ/sg).

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 21.04.2012 +++
 

Sterben Volksfeste durch Gebühren?

Von Steffen Gerhardt

 

  Die Gema will nächstes Jahr nicht nur für das Festzelt Geld, sondern für das gesamte Areal.Vereine und Veranstalter im Görlitzer Umland bangen um die Attraktivität ihrer Feste.
  Ob der Heimatverein Döbschütz/Melaune seine Kirmes im nächsten Jahr auch noch so groß feiern kann, wie er es im September vorhat, können die Vereinsfreunde noch nicht sagen. „Auf alle Fälle müssen wir da neu kalkulieren, wenn mehr Gebühren fällig werden“, sagt Vorsitzende Andrea Weise. Der Grund dafür sind die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, und ein Urteil des Bundesgerichtshofes Ende vorigen Jahres. Mit diesem kann die Gema zur Berechnung der Gebühren für Musikaufführungen die Größe der gesamten Veranstaltungsfläche heranziehen. Das heißt: Wurden in der Vergangenheit die Maße eines Festzeltes gemeldet und von der Gema wie ein Raum behandelt, braucht ab 2013 draußen nur noch eine Würstelbude oder ein Karussell stehen, schon wird die gesamte Fläche zugrunde gelegt, weil Gäste hin- und her wechseln, auch wenn die Technik nur auf das Zelt ausgelegt ist.

Für den Heimatverein heißt das dann, dass die Gema nicht nur die Maße vom Festzelt wissen will, sondern auch vom Eisstadion, wo die Kirmes stattfindet. Diese Größe ist dann die Berechnungsgrundlage für die Vergütung, die der Verein an die Gesellschaft zahlen muss. Neben der Veranstaltungsfläche spielt auch die Höhe des Eintrittsgeldes eine Rolle. Erhöht sich dieses, steigt auch die Vergütung an die Gema.

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So sieht es im Koffer aus

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 19.04.2012 +++
 

Ein Preis für die Kofferkirche

Von Anja Hecking 

 

  Ein Verein aus Hamburg zeichnet eine Initiative aus, die aus Arnsdorf kommt.

  Heute in einer Woche nehmen Sozialarbeiterin Anette Fünfstück aus Arnsdorf-Hilbersdorf und zwei Frauen, die sich ehrenamtlich in der kirchlichen Kinderarbeit engagieren, in Hamburg einen Preis entgegen. Der Verein Andere Zeiten zeichnet ihr Projekt „Kofferkirche“ aus. In einem Metallkoffer steckt alles, was man für einen Kindergottesdienst oder die Christenlehre benötigt: Kerze, Friedenskreuz, Tücher in liturgischen Farben, Material zum Arbeiten.

Die Kofferidee war das praktische Ergebnis eines Konzepts, mit dem Anette Fünfstück Wege aufzeigen sollte, wie sich die Arbeit mit Kindern im Evangelischen Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz verbessern lässt. 30 Koffer wurden bisher verteilt. So wird Kirche mobil, sagt der Verein Andere Zeiten. Er hat das Projekt auch zur Auszeichnung mit dem Missionspreis vorgeschlagen.

Der Verein arbeitet von Hamburg aus. Er engagiert sich für Ideen, die Kirche lebensnah machen und unterstützt sie auch finanziell. So kam der Kontakt zu Anette Fünfstück und ihrer Arbeitsgruppe zustande. Der Verein sagte zu, die Koffer zu bezahlen. Dass er die Kofferkirche auch gleich der Jury mit zur Bewertung vorlegte, ist für die Initiatoren ein schöner Nebeneffekt, über den sie sich sehr freuen. Und dass sie nun aus 31 Kandidaten ausgewählt wurden, bedeutet eine zusätzliche unverhoffte Anerkennung ihrer Arbeit. So steht die „Kofferkirche“ aus der Oberlausitz neben Jugendprojekten aus Hamburg und Ostfriesland auf dem Siegertreppchen. Der Preis ist mit insgesamt

15 000 Euro dotiert. Über die Aufteilung entscheidet die Jury. Die drei Frauen lassen sich am 26. April überraschen.

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Peter Irrgang und Heimleiterin Martina Ullrich bauen die Küche auf. Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 11.04.2012 +++
 

Essen für bis zu 50 Gäste

Von Bernhard Donke 

 

  Eine neue Küche für das Evangelische Rüstheim in Melaune ist dank vieler Spenden einsatzbereit.

Die Gäste des Rüstheimes der Evangelischen Jugendscheune Melaune können seit dieser Woche in einer neuen Küche kochen und backen. Zuvor hatten Peter Irrgang, der ehrenamtliche Hausmeister, zusammen mit Heimleiterin Martina Ullrich noch einiges zu tun, damit auf den beiden neuen Elektroherden auch gebrutzelt und gekocht werden kann.

  Dank der finanziellen Hilfe durch den Evangelischen Kirchenkreis Niederschlesien-Oberlausitz und dem Amt für kirchliche Dienste Berlin habe es mit der neuen Küche geklappt, freut sich Ullrich: „Wir sind nun in der Lage, bis zu 50 Gäste mit Speisen zu versorgen. Die neue sanierte und modernisierte Küche steht auf einer Grundfläche von vier mal vier Metern, hat zwei Elektroherde und drei Kühlschränke. Es gibt einen großen Spülautomaten und Stauraum für Geschirr, Töpfe und Pfannen.

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+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 07.04.2012 +++
 

Nachrichten

  

Diebe zapfen Diesel aus Baufahrzeugen
 

Melaune. In eine Baufirma in Melaune sind Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch eingebrochen. Die Diebe brachen Baucontainer auf und entwendeten aus vier dort abgestellten Fahrzeugen 360 Liter Diesel. Der Schaden beträgt rund 600 Euro. (SZ).

 

 

Der erste Storch ist nicht mehr allein

von Bernhard Donke

 

  Fast einen Monat musste der erste Storch in Buchholz allein auskommen. Nun hat er aber seine Frau wieder. Zeitversetzt sind beide Störche aus dem Winterquartier im südlichen Europa oder aus Afrika nach Buchholz zurückgekehrt. Das bestätigte Einwohner Enrico Zieschank.

Damit könnte der am 6.März zurückgekehrte Weißstorch einer der ersten sein, der sich im Kreis Görlitz niederließ. Gemeinsam werden sie hier ihren Nachwuchs aufzuziehen, um im frühen Herbst die Oberlausitz in Richtung Winterquartier zu verlassen. Dann hoffentlich wieder mit drei- oder vierfachem Nachwuchs im Gepäck. „Die Störche hatten immer drei oder vier Jungtiere großgezogen“, bestätigt Enrico Zieschank.

Auch in Zodel ist ein Storchenpaar gelandet. Manfred Goldberg informierte darüber, dass er die beiden Weißstörche über Zodel hat kreisen sehen – und sie auf der Suche nach ihrem Nest waren. Inzwischen haben sie es auf dem eigens errichteten Betonmasten gefunden und in Besitz genommen, sagte der Zodler. Damit hat die Storchensaison in der Region gleich zu Anfang gut begonnen.

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 05.04.2012 +++
 

Jugend klettert in den Bergen und schafft sich im Wald

 

  Jugendgottesdienst und Forstrüstzeit sind in der Woche nach Ostern in Königshain die kirchlichen Höhepunkte für Jugendliche. Auf Mädchen und Jungen ab 14 Jahre wartet von Donnerstag bis Sonntag der Ferienwoche ein vielfältiges Programm in den Königshainer Bergen: Sie klettern mit Ausrüstung an den Felsen, es gibt ein Geländespiel, Waldarbeit, Bibelarbeit und sie nehmen an einem Abend mit der Hochkircher Theatergruppe und Pfarrer Dieter Liebig in Buchholz teil.

Das Motto der viertägigen Waldrüstzeit unter der Leitung von Johannes Hamann und Tobias Walzok heißt: „Was brauche ich zum leben?“. Geschlafen wird draußen in Zelten oder in der alten Königshainer Schule. Für den abschließenden Jugendgottesdienst am nächsten Sonntag, 14 Uhr, in der Königshainer Kirche proben derzeit intensiv Gitarrenschüler der Region, die zusammen mit banderfahrenen Pfarrern und zwei Kantorinnen des Kirchenkreises wieder als „Königshainer Kirchenband“ auftreten werden. (beb)

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 03.04.2012 +++
 

Frühlingsmarkt mit Osterhase

Von Bernhard Donke 

 

  Zum Frühlings- und Ostermarkt an der Wassermühle in Melaune durfte der Osterhase nicht fehlen. Auch zur Freude von Familie Manz verteilte er Süßigkeiten. Die Mitglieder des Heimatvereins Döbschütz/Melaune waren zufrieden mit der Resonanz an Besuchern und Händlern zum siebenten Markt, bei dem sich am Sonntag das Wetter erträglich zeigte. Foto: Donke.

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Jan Kreusch (links) und Herbert Riedel vom Heimatverein haben die Hinweistafeln am Ortseingang von Melaune aufgestellt. Sie machen die Besucher auf das Markttreiben am Sonntag aufmerksam. Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 31.03.2012 +++
 

Österliches Markttreiben an der Wassermühle

Von Bernhard Donke 

 

  Viele Händler und der Heimatverein erwarten am Sonntag eine große Anzahl Besucher an der Alten Wassermühle. 

  Am Sonntag, und das ist kein Aprilscherz, lädt der Heimatverein zum siebenten Mal zum Frühlings- und Ostermarkt an die Wassermühle in Melaune ein. Die Organisatoren hoffen natürlich, dass „wir wieder viele Besucher und Gäste wie in den vergangenen Jahren hier bei uns zum Ostermarkt begrüßen können“, sagt Andrea Weise als Vorsitzende des Heimatvereins Döbschütz/Melaune e.V.

Die Mitglieder des Vereins haben in die Vorbereitung dieses traditionellen Marktes viel Kraft und Arbeit gesteckt. „Wir haben wieder versucht, eine große Anzahl und in ihrer Art vielfältige Händlerschar zu mobilisieren und sie zu uns eingeladen. Dabei war es uns wichtig, möglichst hiesige Händler und Gewerbetreibende anzusprechen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Mit der Auswahl der Händler hoffen die Vereinsmitglieder, dass sie ein breites und buntes Angebot für Haus, Hof und Garten den Besucher bieten können.

  Das Markttreiben beginnt 11Uhr und wird gegen 17Uhr beendet sein, informiert der Heimatverein. Bereits 11.30 Uhr wird zum Mittagsessen in die Alte Wassermühle eingeladen. Auch für ein reichhaltiges Angebot an Kaffee und hausbackenem Kuchen werden die Vereinsmitglieder sorgen. Ebenso ist der Besuch der Heimatstube in der Wassermühle möglich. Hier wird Ortsgeschichte gezeigt.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 21.03.2012 +++
 

Vierkirchen zahlt weniger Geld fürs Feuerwehrhaus

 

  Das Sorgenkind Feuerwehrhaus Tetta beschäftigt noch immer die Gemeinde. Wie Bürgermeister Horst Brückner im Gemeinderat informierte, hat die in Zittau ansässige Baufirma akzeptiert, dass Vierkirchen ein Zehntel der Bausumme von rund 13000 Euro für den Fassadenputz als Gewährleistung einbehält. Bei der Abnahme der Fassade im Herbst 2010 waren Mängel im Farbanstrich festgestellt worden, die auch mit einer Nacharbeit nicht völlig beseitigt werden konnten.

Die Feuerwehr Buchholz-Tetta nahm ihr saniertes und räumlich vergrößertes Feuerwehrhaus Anfang Oktober 2010 wieder in Besitz. Bereits während des Umbaus waren die Feuerwehrleute mit Mängeln und Nachbesserungen konfrontiert, die die Fertigstellung verzögerten. So musste der Betonfußboden in der Fahrzeughalle ein zweites Mal gegossen werden, weil die Qualität nicht stimmte. (SZ/sg).

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 20.03.2012 +++
 

Hilbersdorf zeigt seine grünen Gurken

 

  Die Tauchritzer hatten zwar die Nase vorn. Aber inzwischen erntet auch die Gärtnerei Jung in Arnsdorf-Hilbersdorf Gurken. Das Gemüse wächst hier im beheizten Gewächshaus auf Erde, erklärt Gärtnereichef Stefan Jung. Er setzt auf Erde für den Anbau anstelle von Substrat, das auch mancherorts üblich ist. Die Gurken gibt es ab sofort im Gärtnerei-Laden, donnerstags und freitags, von 15 bis 18 Uhr und sonnabends, von 9 bis 12 Uhr. Außerdem hat der kleine Betrieb viele Kunden von Gemüsekörben, vor allem in Görlitz, die regelmäßig beliefert werden. Mit Zwiebeln und Kraut versorgt die Gärtnerei den heimischen Handel. Foto: Pawel Sosnowski.

 

 

Fahrer lässt Verletzte in Tetta liegen

Von Jens-Rüdiger Schubert

 

Aus dem Gerichtssaal. Wegen Herbeiführungeines schweren Unfalls im Juli vergangenen Jahres muss ein 31-Jähriger jetzt für ein Jahr hinter Gitter.

  Für Maik Brenner* endete eine Verhandlung vor dem Amtsgericht Görlitz mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung. Angeklagt war der 31-Jährige wegen fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubter Entfernung vom Unfallort.

  Wie der Staatsanwalt berichtete, war Brenner Mitte Juli 2011 in der Gemeinde Vierkirchen mit seinem Fahrzeug unterwegs. Gegen 3.15 Uhr kam es dort im Ortsteil Tetta zu einem Unfall. Der aus dem Görlitzer Umland stammende Maik Brenner hatte eine Fußgängerin nicht beachtet und sie mit seinem Auto angefahren. Aber statt sich um die Verletzte zu kümmern, setzte er einfach seine Fahrt fort, sagte der Staatsanwalt.

Die junge Frau wurde bei dem Unfall erheblich verletzt. Die Behandlung erforderte eine Woche stationären Krankenhausaufenthalt und vier Wochen Anschlussheilbehandlung. „Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn vorbeikommende Passanten die Verletzte nicht gefunden hätten“, sagte der Ankläger.

  Als Unfallfahrer ermittelte die Polizei Maik Brenner. Dieser unternahm erst in der Hauptverhandlung den Versuch, sich beim Unfallopfer zu entschuldigen. Der Richter sah nach der Beweisführung und trotz des umfassenden Geständnisses keine andere Möglichkeit, als eine Freiheitsstrafe auszusprechen. Eine Bewährung kam auf Grund der Vorgeschichte und einer nicht gerade positiven Sozialprognose des Angeklagten nicht in Betracht. Außerdem wird der Führerschein, den Maik Brenner schon seit einigen Monaten nicht mehr hat, für weitere 20 Monate eingezogen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

* Name von der Redaktion geändert

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Der Straßenbau in Döbschütz auf der S 124 geht dieses Jahr weiter, bis zum Ortsausgang in Richtung Krobnitz. Foto: SZ/Steffen Gerhardt

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 13.03.2012 +++
 

Döbschützer haben den Straßenbau ein zweites Mal vor ihrer Haustür

Von Steffen Gerhardt

 

  Die Gemeinde nutzt die Fördermöglichkeiten und baut vier Straßen neu. Der Dorfplatz in Arnsdorf kommt auch mit dran

Sobald der Frost aus dem Boden ist und das Wetter dem Thermometer zu Plusgraden verhilft, soll es mit dem Straßenbau in Döbschütz weitergehen. Dann wird der zweite Teil der S124 in Richtung Krobnitz grundhaft ausgebaut. Dieses Bauvorhaben läuft unter Beteiligung des Straßenbauamtes Bautzen, des Landkreises und der Gemeinde Vierkirchen. Letztere ist, so Bürgermeister Horst Brückner, finanziell beim Gehweg und dem Regenwasserkanal gefordert. 104000 Euro sind dafür veranschlagt, das Straßenbauamt zahlt 44000 Euro für den Regenwasserkanal. Beides soll parallel zum Bau der Straße bis zum Herbst in diesem Jahr fertig werden. Dazu bekommt Döbschütz ein neues Buswartehäuschen, dass das bisherige und in die Jahre gekommene ersetzen wird.

  Vierkirchen, so zeigte es die Diskussion um den Haushaltsplan im Gemeinderat, favorisiert auch in diesem Jahr den Straßenbau. Bürgermeister Horst Brückner hat dafür auch gute Gründe: „Das Förderprogramm Integrierte Ländliche Entwicklung ist noch bis 2013 aufgelegt und fördert den Straßenbau zu 85Prozent. Das wollen wir voll ausnutzen.“ Bereits bewilligt sind vier Gemeindestraßen für dieses Jahr. Die Gemeinde hat als ihren Anteil rund 72000 Euro dafür eingeplant. Außerdem will die Gemeinde den Dorfplatz um das Kriegerdenkmal in Arnsdorf neu gestalten. In diesem Jahr soll die Ausführungsplanung dafür erfolgen. Die Bauleistungen für rund 126000 Euro sind für 2013 vorgesehen. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Kirchstraße in einem ersten Bauabschnitt ausgebaut, dieses Jahr soll der zweite Abschnitt folgen. Unter den vier geplanten Gemeindestraßen ist die Kirchstraße mit 103000 Euro die teuerste.

Investieren muss die Gemeinde dieses Jahr auch in die Buchholzer Ortsfeuerwehr. Sie braucht eine neue Tragkraftspritze vom Typ TS8, nachdem ihre im vergangenen Jahr einen Totalausfall hatte. Bereits im November stimmte der Gemeinderat dieser Anschaffung von über 11000 Euro zu, wobei Vierkirchen dafür nur 4500 Euro aufbringen muss.

Um all diese Vorhaben umsetzen zu können, geht es nicht ohne Griff in das Gesparte. Rund 132000 Euro kommen aus der Rücklage dazu. Geschuldet ist das auch den geringeren Schlüsselzuweisungen im allgemeinen und investiven Bereich. Mit 346800 Euro bekommt Vierkirchen 40000 Euro weniger als 2011. Der Gesamtetat beläuft sich dieses Jahr auf rund zwei Millionen Euro, wobei ein Viertel davon der Vermögenshaushalt ausmacht

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+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 16. Februar  2012 +++
 

Ortschaftsrat wirbt für Schloss

Von Bernhard Donke

   

  Die großen Wohnungen sind schwer zu vermieten. Sie punkten mit ihrer Lage.

  Der Ortschaftsrat bemüht sich seit Langem um Mieter für die Wohnungen im Buchholzer Schloss. Damit reagiert Ortsvorsteher Udo Gleisenberg auf den SZ-Beitrag „Schlösser suchen neues Leben“. Im Schloss haben demnach nicht erst nach dem Auszug der Schule Leute gewohnt. Bereits nach 1945 wohnten hier Flüchtlinge und Aussiedler. 1957 gab es einen Umbau, der dem Schloss sein heutiges Aussehen eines Herrenhauses verlieh. Dabei wurden auch Wohnungen in das Obergeschoss eingebaut. 
  Da sich die vorhandenen Wohnungen aufgrund ihrer Größe schwer vermieten lassen, wurde im Jahr 2000 eine Studie erarbeitet. Die vorgeschlagenen Veränderungen, auch im Erdgeschoss übersteigen jedoch die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde Vierkirchen. Dabei ist gerade die Lage des Schlosses ideal für Wohnungen, sagt Udo Gleisenberg. Denn vom Schloss hat man einen wunderbaren Blick ins Grüne mit Park, Inselteich und den über hundertjährigen Bäumen. Kinder haben hier Platz zum Spielen.
  Die Wohnungen haben aus Sicht des Ortschaftsrates auch den Vorteil, dass sich zusätzlich zur Zentralheizung Kamine einbauen lassen. Infrastruktur, Vereinsleben, die nahe Autobahn und Kabelfernsehen seien weitere Gründe, die für den Wohnstandort sprechen.

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In der Kita „Löwenzahn“ in Wurschen (oben) wird dieses Jahr viel gebaut. Deshalb werden die Kinder in das Ausweichobjekt nach Buchholz in die ehemalige Grundschule umziehen.Fotos: SZ/Uwe Soeder

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 15. Februar  2012 +++
 

Kita Wurschen zieht doch nach Buchholz um

Von Kerstin Fiedler

 

Wurschen / Buchholz. Die Entscheidung ist gefallen. Die Kinder werden während der Bauzeit im Ausweichobjekt betreut. Nach Ostern geht es los.

  Im Naturkindergarten „Löwenzahn“ in Wurschen soll in diesem Jahr gebaut werden. Um die Belastung für die Kinder so gering wie möglich zu halten, hat die Stadtverwaltung Weißenberg nach Lösungen gesucht. Jetzt steht fest: Die Kinder werden während der Bauzeit in ein Ausweichquartier umziehen. Und zwar nach Buchholz in die ehemalige Grundschule, in der auch schon die Kinder der Kita „Strombergwichtel“ Weißenberg betreut wurden, als an ihrer Einrichtung gebaut wurde.
          Mehr Aufwand für die Eltern
  Für die Eltern bedeutet dieser Wechsel, einige Kilometer mehr Fahrtweg und damit zusätzliche Zeit und Kosten in Kauf nehmen zu müssen. Doch die von einigen Eltern angeregten Alternativen werden zu teuer und sind organisatorisch nicht zu meistern. So beschloss der Stadtrat den Umzug. Hauptamtsleiterin Marion Zimmermann hatte auf Bitten der Eltern noch einmal mit zwei Busanbietern gesprochen und sich ein Angebot eingeholt. Der Preis pro Tag übersteigt jedoch die Möglichkeiten der Stadt. „Außerdem ist es schwer, eine Auffanggruppe in Wurschen einzurichten, noch zumal die Eltern zu unterschiedlichen Zeiten kommen“, sagt Marion Zimmermann. Auch die Frage der Begleitung von Krippenkindern im Bus steht im Raum. „Wir bekamen Informationen von der Unfallkasse Sachsen, dass es da strenge Auflagen gibt“, sagt die Amtsleiterin.
  Weißenbergs Bürgermeister Michael Staude (parteilos) hofft trotz der zusätzlichen Belastung darauf, dass die Eltern mit der Entscheidung leben können. Schließlich bekam er viel Zustimmung während einer Informationsveranstaltung für die Eltern zum Bauvorhaben. „Die Eltern selbst hatten ja ein Ausweichobjekt angeregt, damit die Kinder nicht mit Lärm und Schmutz leben müssen“, sagt Staude. Und zum Glück ist die ehemalige Schule noch verfügbar. Die Genehmigungen der Ämter im Kreis Görlitz sind da. Jetzt wartet die Verwaltung noch auf ein Schreiben des Landesjugendamtes mit der Betriebserlaubnis.
  Auch in der Kita selbst wurde viel über das Thema gesprochen. Leiterin Rosemarie Bräuer hatte immer ein offenes Ohr für die Eltern. „Die Mehrheit der Eltern sieht es auch so, dass die Auslagerung während des Baus im Sinne der Kinder ist“, sagt sie. Um immer auf dem Laufenden zu sein, wird die Kita-Leiterin auch an den Bauberatungen teilnehmen. „Wir wurden ja auch schon an den Planungen beteiligt“, sagt Rosemarie Bräuer. Schließlich habe sich das ursprüngliche Vorhaben zugunsten der Kinder noch verändert. „Wir haben um zusätzliche Gelder gekämpft und hoffen nun, dass wir nach den Arbeiten eine tolle Einrichtung haben“, sagt sie.
  Gestern gab es weitere Absprachen zum Zeitplan. Die Eltern werden darüber in einem Aushang informiert. So soll der Auszug voraussichtlich nach Ostern stattfinden. Gleichzeitig beginnt der Bauhof der Stadt mit vorbereitenden Arbeiten. „Wir wollen den Bauplan so optimal wie möglich gestalten, können aber nicht versprechen, wie schnell es läuft“, sagt Marion Zimmermann. Schließlich hängt das von vielen Faktoren ab. Mit der Schaltung der neuen städtischen Internetseite ab etwa April sollen alle aktuellen Informationen vom Baugeschehen dort abrufbar sein.

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Der Riss im mächtigen Stamm der Arnsdorfer Linde ist auch auf dem Foto zu sehen. Foto: Pawel Sosnowski

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 11. Februar 2012 +++
 

Alt wie ein Baum

Von Anja Hecking 

 

  Fast 150 Jahre steht die Linde am Arnsdorfer Friedhof. Im Herbst musst sie gefällt werden. Der Abschied von ihr soll würdig ausfallen

 Die stattliche Linde am Haupteingang zum Arnsdorfer Friedhof ist krank. Ein langer Riss gräbt sich weit ins Innere des knorrigen Stamms. Für ein Unwetter könnte das Angriffspunkt genug sein, um die mächtige Krone zu spalten. Deshalb steht jetzt fest: Die Linde muss gefällt werden. Nicht sofort. Doch im nächsten Winter wird der Baum hier schon nicht mehr da sein. Es ist zwar keine akute Gefahr. Einige starke Äste wurden dennoch abgesägt. Und: Die Sicherheit der Passanten geht vor, erklärt Ortsvorsteher Peter Gloger. Zumal es bei alten Linden wie der in Arnsdorf auch passieren kann, dass das Kernholz verfault. Den Riss im Stamm kann niemand mehr kitten.
  Leicht gemacht haben sich diese Entscheidung weder der Ortschaftsrat noch die Kirchengemeinde oder die Naturschutzbehörde. Revierförster Ingo Weber lässt keinen Zweifel daran, dass dieser Schritt allen sehr leid tut.
  Der seit knapp 80 Jahren unter Naturschutz stehende Baum ist in der Arnsdorfer Erde tief verwurzelt. Sein Schicksal bewegt viele Dorfbewohner. Deshalb schlägt Pfarrer Andreas Fünfstück auch vor, dass das Dorf seiner Linde einen würdigen Abschied bereitet. Ein letztes Mal also wird der fast 150 Jahre alte Laubbaum im Frühjahr Blätter austreiben und blühen. Die Bienen werden ihm wie jedes Jahr eine Stimme geben. Sicher sammelt jemand Blüten auf, um daraus Tee zu machen. Im heißen Sommer wird das breite Blätterdach noch einmal Schatten spenden. Ein warmer Landregen wird keine Chance haben, da durchzu- dringen. Menschen werden sich unter der Linde verabreden oder zufällig treffen. Und die Linde wird ihnen wie in all den vielen Jahren zuvor zuhören.
  Vielleicht kann man aus ihrem Holz etwas schnitzen. Vielleicht ist es zum Bauen brauchbar, vielleicht auch nur, um damit zu heizen, überlegt der Pfarrer. Niemand mehr in Arnsdorf-Hilbersdorf weiß, wer die Linde hier 1866 gepflanzt hat. Der Ort in der Nähe der Kirche macht durchaus einen Sinn.
  Linden haben seit jeher eine große Symbolkraft für die Menschen. Sie gelten als heilige Bäume. In frühesten Zeiten haben die Menschen unter den Baumkronen Gericht gehalten.
  Auf der Landkarte von Deutschland gibt es über 800 Orte, in deren Name die Linde eine Rolle spielt. Und das Lied „Am Brunnen vor dem Tore“ kennt fast jeder. Manchmal werden Linden auch gepflanzt, um an historische Ereignisse zu erinnern. Fast immer stehen die imposanten Bäume in der Mitte eines Dorfes – an einem markanten Platz. So oder so: Die Arnsdorf-Hilbersdorfer werden nach der Fällaktion im Herbst nicht lindenlos sein. A Allein am Friedhof gibt es weitere Bäume, eine noch ältere Linde zum Beispiel am alten Eingang schräg gegenüber. Und: Es soll eine neue Sommerlinde gepflanzt werden.
  Die wird natürlich ihre Zeit brauchen, um groß zu werden. Für die Dorfbewohner knüpft sich damit an das Abschiednehmen auch ein schönes Bild. Sie können ihren Nachfahren etwas hinterlassen. Eine Linde, die wieder grünen und blühen, Schatten und Trost spenden und ein beliebter Treffpunkt sein wird.

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Das Schloss in Buchholz. Nicht alle Wohnungen sind belegt.Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 8. Februar 2012 +++
 

Alte Schlösser suchen neues Leben

Von Steffen Gerhardt 

 

  Jeder Ort hat seine markanten Gebäude. Sie zu erhalten ist das eine, sie mit Leben zu erfüllen das andere. Dass beides schwierig ist, zeigen mehrere Beispiele

Jeder kann ein Schlossherr sein. Dazu braucht es nicht mal ein eigenes Schloss, denn diese gibt es ausreichend in den Dörfern rund um Görlitz. Fehlendes Geld in der Gemeindekasse und rückläufige Einwohnerzahlen machen es den Kommunen zunehmend schwer, diese Häuser zu erhalten und vor allem mit Leben zu erfüllen. Das trifft nicht nur auf die Schlösser zu, auch die Dorfschulen sind davon betroffen, wie unsere vier Beispiele zeigen.
          Buchholz: Wohnungen im Schloss sind einfach zu groß
  Das Schloss in Buchholz wird seit dem Auszug der Schule als Wohnhaus genutzt. Das einzige, was an frühere Zeiten erinnert, ist der Turnraum. Dieser wird zum Freizeitsport weiter genutzt. Gegenüber befindet sich ein Friseursalon, im Ober- und Dachgeschoss Wohnungen. Neun insgesamt, wovon sieben bewohnt sind. Die Gemeinde Vierkirchen hat auch in das Haus investiert. „Doch das Schloss lässt sich schwer vermieten, weil die Wohnungen sehr groß sind“, sagt Bürgermeister Horst Brückner. Sie zu verkleinern, ist nur mit hohem baulichen Aufwand möglich, der sich im Moment aber gar nicht rentiert
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Hier haben es die 150 Wanderer schon geschafft und kommen nach zweieinhalb Stunden wieder in Arnsdorf an. Foto: SZ/ah

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 7. Februar 2012 +++
 

Warum sich die Arnsdorfer Winterwanderung lohnt

Von Anja Hecking 

 

  Ohne Riesenaufwand gelingt den Veranstaltern jedes Jahr eine kleine Völkerwanderung

Wissen Sie, warum die alljährliche Winterwanderung in Arnsdorf-Hilbersdorf schon Kultstatus hat? Nicht, weil die Kirchengemeinde und der Dorfgeschichtsverein als Veranstalter gerade das Dutzend vollgemacht haben. Als die erste Tour vor zwölf Jahren nach einer Idee des Kindergartens startete, hätte das ja niemand gedacht.
  Ob Jung oder Alt, bei den 150 Mitstreitern sind jedes Jahr alle Altersgruppen vertreten. Viele von ihnen kommen aus Vierkirchen – nicht wenige aus Görlitz, Reichenbach oder dem Schöpstal. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: So eine Winterwanderung wie die von Arnsdorf aus gibt es in der Umgebung nicht noch einmal.
  Mit einem überschaubaren Aufwand gelingt es den Veranstaltern, die Teilnehmer nicht nur in Bewegung zu versetzen, sondern sie gleichzeitig interessant zu informieren und auch noch zu unterhalten. So führt Revierförster Ingo Weber mit Ortskenntnis, Ruhe und Besonnenheit durch den Wald, immer auch eine besondere Auskunft oder eine spannende Geschichte auf den Lippen. Dafür lieferte ihm dieses Jahr die Hilbersdorfer Zigeunerhöhle im Mengelsdorfer Forst eine gute Vorlage.
  Zigeuner, die einst den Wald durchquerten, stießen hier nicht nur bei den Gesteinen auf Granit, sondern auch bei einzelnen Dorfbewohnern. Der Dorfschulze wehrte jegliche Hilfe ab. Ein armer Häusler gab den Zigeunern Heu für die Pferde und Brot für die Menschen. In den Höhlen fanden sie Unterschlupf und konnten rasten. Der Häusler stieß später beim Ackern auf Gold. Der Dorfschulze kam in der Höhle zu Tode. Viele der Wanderer hörten diese Geschichte zum ersten Mal und waren vorher auch noch nie bei der Hilbersdorfer Zigeunerhöhle. Ein weiterer Grund, warum es sich lohnt, bei der Winterwanderung dabei zu sein: Man entdeckt neue Orte vor der eigenen Haustür. Manch einer wird die abseits gelegenen Wege vielleicht später auch noch mal mit der Familie gehen. Ingo Weber vom Staatsbetrieb Sachsenforst holt sich bei seinem Streifzug durch Wald und Flur gern auch Verstärkung an seine Seite. In diesem Jahr waren das ein Pächter vom Arnsdorfer Holzmühlteich und die Betreiberin einer Milchviehanlage. So erhalten die Wanderer neue Einblicke an Orten, die ihnen sonst nicht so schnell zugänglich sind. Und noch eins bietet die Wanderung: Zu dem harten Kern der Teilnehmer gesellen sich jedes Jahr auch Neulinge hinzu. So kennt bei weitem nicht jeder jeden. Aber ins Gespräch kommt man beim Laufen schnell. Und manch alte Bekannte sehen sich unverhofft wieder.
  Wem während der zweieinhalb- bis dreistündigen Tour kein Kontakt gelingt, der hat dazu spätestens auf dem Arnsdorfer Pfarrhof Gelegenheit. Mit Hilfe der Jugend, der Kirchengemeinde und des Dorfgeschichtsvereins gibt es hier eine Stärkung. Am Feuer oder in der Klause kann man sich wärmen und schon den Termin für die nächste Winterwanderung vormerken.

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Robin Taylor macht sich wieder auf seinen Pilgerweg. Foto: bd

+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 3. Februar 2012 +++
 

Gut zu Fuß bei minus 14 Grad

Von Bernhard Donke

 

  Die kleine Herberge in der Alten Schule in Buchholz hat den ersten Pilger des Jahres begrüßt. Der junge Dortmunder ist auf dem Jakobsweg unterwegs – trotz eisiger Kälte

  .Nein, eisige Temperaturen machen mir nichts aus. Da bin ich hart verpackt und auch entsprechend warm angezogen“, sagt Robin Taylor beim Abschied in der Buchholzer Pilgerherberge. Hier hat er in der Alten Schule eine Nacht verbracht, sich aufgewärmt und ausgeruht, bevor es am Mittwochvormittag auch schon weiter ging.
  Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem nochmaligen Abschiedsgruß an Katharina Tobias vom Tenne-Verein verabschiedet sich der junge Dortmunder. Das stärkende Frühstück und ein Abschiedsgebet in der Buchholzer Kirche erleichtern ihm den Start. In gut drei Wochen will Robin Taylor das thüringische Vacha erreichen. Da nimmt er die eisigen Temperaturen von Minus 14 Grad Celsius in Kauf.
  Bis zur nächsten Pilgerherberge in Wurschen oder sogar bis nach Bautzen will es der jungen Mann noch an diesem Tag bis zum späten Nachmittag schaffen. „Ich werde sehen, wie weit ich komme. Möchte unterwegs doch von der herrlichen Landschaft und ihren liebenswürdigen Menschen hier noch sehr viel mitbekommen“, erzählt er. Die Landschaft fasziniere ihn. Der 21-jährige Dortmunder hat schon die nächsten Schritte nach seiner Pilgertour im Blick. Er will in den Bundesfreiwilligendienst gehen und in seiner Heimat eine Kirchgemeinde oder einen Altenpflegedienst unterstützen. Um sich auf diese Aufgabe vorzubereiten und seinen christlichen Glauben zu festigen, hat er sich auf diesen ökumenischen Pilgerweg begeben. „Aber es soll auch ein kleines Abenteuer sein, bei dem ich meine Neugierde auf diese Region in Deutschland stillen kann“, fügt er hinzu. Am Sonntag war er von Dortmund nach Görlitz per Zug gereist und am Montagmorgen in Richtung Arnsdorf aufgebrochen. Nach einer Übernachtung in der Arnsdorfer Pilgerherberge führte ihn sein Weg am Dienstag nach Buchholz. Hier wurde er als ersten Pilger des Jahres begrüßt.
  Im vergangenen Jahr haben in Buchholz 140 Pilger die Gastfreundschaft im Ort und in der Herberge genossen. Auch für dieses Jahr ist die Herberge in der Alten Schule bestens für Besucher und Gäste ausgerüstet. Dass die ersten Pilger schon im Januar eintreffen, ist nicht ungewöhnlich, obwohl die eigentliche Pilgersaison in der Woche vor Ostern beginnt und bis Oktober geht. Wer in Görlitz startet, muss schon Durchhaltevermögen und etwas Erfahrung mitbringen. Allein die Strecke bis Buchholz umfasst 30 Kilometer.

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Maik Schwarzbach freut sich, dass das Stadtgut in Hilbersdorf trotz schlechter Ernte im Vorjahr Äpfel zum Verkauf im Lager anbieten kann.Foto: B. Donke

+++ Sächsische Zeitung, Sonnabend, 28. Januar 2012 +++
 

Stadtgut hält Äpfel in Hilbersdorf frisch

 

Von Bernhard Donke 

 

  So viele Äpfel wie sonst hat das Stadtgut Görlitz voriges Jahr nicht geerntet. Im Lager wird dennoch verkauft

Es ist etwas ruhiger in den großen Lagerhallen des Hilbersdorfer Apfellagers vom Stadtgut Görlitz. Die Kühllagerhallen sind nicht ganz so gefüllt mit Äpfeln wie in den vergangenen Jahren. Grund ist die nicht so gute Apfelernte im vergangenen Jahr. Ganze 35 Prozent, dass heißt nur 136 Tonnen ökologisch gewachsener Biolandäpfel hat das Stadtgut geerntet, sagt Maik Schwarzbach, der den Bereich Obstbau leitet. Das betrifft vor allem die Sorten Jonagold, Gloster, Pinova, Pilot und Melrose. Schuld am schlechten Ernteergebnis hatten die späten Blütenfröste Anfang Mai vergangenen Jahres. Die fielen gerade in die Vollblütezeit der Apfelbäume. Dadurch ging viel kaputt. Trotz des Ernteverlustes hofft Maik Schwarzbach, dass die Apfelvorräte bis zu Beginn der neuen Ernte reichen.
  So lagern zurzeit nur 20 Tonnen Biolandäpfel in Hilbersdorf. Diese werden an drei Tagen in der Woche von den Mitarbeitern kontrolliert, sortiert und versandfertig gemacht. Weitere 40 bis 45 Tonnen der vergangenen Biolandapfelernte befinden sich noch in den Lagern einer Vertriebsgesellschaft für Obst bei Dresden.
  Die Äpfel liegen hier unter einer computergesteuerten Atmosphäre. Das hält sie lange frisch. Sie werden je nach Bedarf nach Hilbersdorf geholt, um sie hier für den Versand und Verkauf bereit zu stellen. Das Apfellagerteam um Ramona Lehmann sortiert die einzelnen Sorten nach Qualität und Größe. Montags, mittwochs und donnerstags besteht in Hilbersdorf auch die Möglichkeit, Äpfel zu kaufen. Es ist besser, vorher anzurufen, damit auch wirklich jemand im Lager da ist. Ein Kilogramm Biolandäpfel kostet egal bei welcher Sorte zwei Euro.
  Apfelverkauf in Hilbersdorf montags, mittwochs und donnerstags, 7 bis 16 Uhr, nach vorherigem Anruf unter 035827 78908.

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 25. Januar 2012 +++
 

Literarisches Café lässt die Flügel zittern

Von Steffen Gerhardt

   

  Die heute in Doberschau bei Bautzen lebende Autorin Christiane Schlenzig ist zu Gast im Literarischen Café am Sonnabendnachmittag. Eingeladen hat sie der Tenne-Verein, um aus ihrem neuen Roman „Flügel zittern im Wind“ zu lesen. Das sind die romanartig verknüpften Geschichten von Mutter, Sohn und Enkelin – drei Leben im geteilten und dann wiedervereinten Deutschland, bis hin in das 21.Jahrhundert.
  Zuvor stellt Volker Richter aus Kunnerwitz Geschichten vor: „In den Schuhen des Clowns“ ist eine davon. Das alles ist in der Alten Schule in Buchholz am Sonnabend, ab 15.30Uhr, zu erleben. Dazwischen gibt es Kaffee, Tee und Kuchen vom Verein. (SZ/sg.

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Tobias Walzok ist stolz auf den neuen Kleinbus, der ihn seit Jahresbeginn bei der Jugendarbeit im Kirchenkreis und in der Jugendscheune Melaune zur Verfügung steht. Foto: Bernhard Donke

+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 24. Januar 2012 +++
 

Ein neuer Bus für junge Christen

Von Bernhard Donke und Steffen Gerhardt

 

  Einen neuen Kleinbus für die kirchliche Jugendarbeit erhielt die Jugendscheune. Damit ist der Verein dieses Jahr vielerorts unterwegs.

  Er hat sehr lange gehalten und seinen Nutzern viel Freude gemacht, doch nun, nach 333800 Kilometern und 13 Jahren auf dem Buckel, gab er doch seinen Dienst auf. Gemeint ist der Kleinbus der Evangelischen Jugendarbeit im Kirchenkreis Niesky und der Evangelischen Jugendscheune Melaune.
  Stolz zeigt Tobias Walzok, Jugendwart der Evangelischen Jugendarbeit in der Region, den neuen, blau lackierten Transporter der Marke Opel. .„Die jährlich anfallenden sehr hohen Reparaturkosten haben uns verlasst, seinen Vorgänger bereits im November des vergangenen Jahres außer Dienst zustellen. Gleichzeitig bemühten wir uns um ein Ersatzfahrzeug“, sagt Tobias Walzok.
  Inzwischen ist der neue Bus Dank vieler Sponsoren gekauft. Denn immerhin müssen 25000 Euro für den Kleinbus zusammenkommen, die der Verein Evangelischen Jugendscheune Melaune nicht allein stemmen kann. Ihm halfen neben dem Kirchenkreis Oberlausitz-Niederschlesien und der Kirchgemeinden auch gewerbliche Sponsoren. „Für diese Hilfe möchte ich mich und der Verein nochmals aufs herzlichste bedanken. Wir wollen den Kleinbus auch anderen Vereinen, Kirchgemeinden und Privatpersonen leihweise zur Verfügung stellen“, sagt Tobias Walzok.
  Aber hauptsächlich ist das Fahrzeug für die Jugendarbeit in der Region gedacht, um Jugendliche und Kinder sowie Materialien zu transportieren. Denn in diesem Jahr steht wieder einiges auf dem Programm. So wie die monatliche „Brotzeit“, die am 10.Februar in der Kirche in See (bei Niesky) stattfindet. „Wir freuen uns über den Zuspruch. Angefangen mit 25 Teilnehmern, zählten wir zur letzten Brotzeit rund 60 junge Leute“, berichtet der Jugendwart. Dabei wechselt auch der Veranstaltungsort dieses Jugendgottesdienstes halbjährlich. Nach See wird Buchholz folgen, um die Jugendlichen auch vor Ort zu diesen Begegnungen mitzunehmen.
  Fest etabliert haben sich in der kirchlichen Jugendarbeit die Gebetswochen für Menschen aller Generationen, die dieses Jahr in der vorletzten März- und in der letzten Novemberwoche stattfinden. Aber auch die Forstrüstzeit Mitte April ist zu einer beliebten Freizeit geworden. „Hierbei engagiert sich unser Vereinsvorsitzender Johannes Hamann mächtig, und das seit 22 Jahren. Schließlich stecken da auch einige Abenteuer drin, wie das Zelten im Wald, die Forstarbeit und das Erleben des Gemeinschaftssinns“, hebt Tobias Walzok hervor.
  Als Höhepunkt des Jahres bezeichnet der Jugendwart die regionalen Kinder- und Jugendschartage, die in Niesky, Nochten und Görlitz zeitversetzt und mit einem eigenen Profil stattfinden werden. „Wir kommen also vor Ort, um die jungen Leute zu erreichen. Dabei wird uns der neue Bus eine große Hilfe sein“, ist sich Tobias Wolzok sicher.

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 Foto: Bernhard Donke

+++ Sächsische Zeitung, Donnerstag, 19. Januar 2012 +++
 

Hochwasser im Dorfbach

Von Steffen Gerhardt

   

 Das Arnsdorfer Wasser schlängelt sich durch Arnsdorf und mündet in den Schwarzen Schöps. Tritt dieser bei Hochwasser über die Ufer, dann hat auch das Arnsdorfer Wasser einen Anteil daran. Der Gemeinderat beauftragte die Planungsgesellschaft Scholz und Lewis in Dresden mit der Untersuchung des Baches. Sie nimmt auch die Gewässeruntersuchung in Reichenbach und Sohland vor. Da diese zu 90 Prozent gefördert wird, muss Vierkirchen nur 1650 Euro bezahlen.
  Beim Buchholzer Wasser dagegen wird mit keinem Hochwasserrisiko gerechnet, heißt es von der Unteren Wasserbehörde. Bürgermeister Horst Brückner sieht die Untersuchung als notwendig an, um mit ihr nicht nur Fördermittel zu bekommen. „Wir haben damit einen Plan, der uns die Hochwassergefahren dokumentiert.“ Dieses Vorhaben findet aber nicht die Zustimmung von zwei Arnsdorfer Gemeinderäten. Peter Gloger befürchtet, dass nach der Untersuchung Veränderungen erfolgen. „Die Menschen leben seit Jahrhunderten an dem Bach, sie kennen ihn und haben sich mit ihm arrangiert. Wir greifen in eine gewachsene Struktur ein und verschlimmern die Situation an diesem Gewässer“, argumentierte Peter Gloger.
  Zudem habe er nach den Hochwassern 2010 festgestellt, dass das Arnsdorfer Wasser nur kleine Schäden wie Ausspülungen verursachte. Christine Nicht will auch den Bach vor weiteren Veränderungen schützen. „Die vielen Eingriffe in den letzten Jahrzehnten haben dem Bach nicht gut getan“, so die Arnsdorferin. Dem konnte die Untere Wasserbehörde nicht folgen. Die Prüfung sei zumindest nötig. (SZ/sg).

 

Dreifacher Chorgesang in Tetta

Von Bernhard Donke

 

Wenn die drei Kirchenchöre aus Buchholz, Melaune und Nieder Seifersdorf gemeinsam musizieren, wie jetzt in der Tettaer Kirche, dann ist das schon ein gewaltiger Klang. Die Sänger folgten der gemeinsamen Dirigentin, Kantorin Hannelore Schulz. Gesungen wurden Lieder aus dem Weihnachtskreis bekannter und weniger bekannter Komponisten.

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+++ Sächsische Zeitung, Freitag, 13. Januar 2012 +++
 

Komunen bauen Straßen und sanieren Kitas

Von Steffen Gerhardt

 

In den Gemeinden wird 2012 unterschiedlich stark investiert. Die Wunschlisten sind lang, was davon umgesetzt wird, hängt von den Fördermitteln ab.

 

...In Vierkirchen wird der Straßenbau vorangetrieben

   „Auch dieses Jahr werden wir in den Straßenbau investieren“, sagt Bürgermeister Horst Brückner und nennt den zweiten Bauabschnitt in Döbschütz, Richtung Krobnitz. Aber auch vier Straßen in Arnsdorf kommen dran. Die Fördermittel sind dafür bereits bewilligt. Rund 277000 Euro werden verbaut. (SZ).

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+++ Sächsische Zeitung, Mittwoch, 4. Januar 2012 +++
 

Krippenspiel am Epiphaniastag

 

  Zum Tag des orthodxen Weihnachtsfestes am 6. Januar laden Kinder und Eltern der Evangelischen Kirchengemeinde Arnsdorf zur Wiederholung des Krippenspieles in die verwandelte Arnsdorfer Dorfkirche ein. „Wer Kirchenbänke, einen Altar und eine beeindruckende Orgelmusik erwartet, der wird enttäuscht sein. Wer Strohgeruch, ein Fernsehstudio, Scheinwerfer abwechselnd mit Kerzen, Decken, Liedblättern, Tieren und Krippen erwartet, der wird höchst zufrieden sein“, macht Pfarrer Andreas Fünfstück auf die Aufführung neugierig. Sie ist die Wiederholung des Krippenspieles vom Heiligabend, das der „Spierellie-TV“ eingeübt hat. „Spierellie“ (Spiele-Religion-Lieder) ist eine Gruppe aus der gemeindlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. (SZ/sg).

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+++ Sächsische Zeitung, Dienstag, 3. Januar 2012 +++
 

Nicht alles für den Straßenbau ausgegeben

Von Steffen Gerhardt

 

 In der Gemeinde wurde weniger investiert. Das belastet den Haushalt nicht so stark, heißt es in der Jahresrechnung für 2010.

  Nicht alle Fördermittel für Investitionen konnten von der Gemeinde Vierkirchen in Anspruch genommen werden, heißt es in der Jahresrechnung für 2010, die dem Gemeinderat jüngst von Kämmerin Monika Krause vorgestellt wurde.
  Für bauliche Investitionen im Jahr 2010 hatte Vierkirchen 922.000 Euro an Fördermitteln eingeplant, aber nur 680000 Euro in Anspruch nehmen können. Die Ursache war, dass im Straßenbau einiges ins Jahr 2011 verschoben wurde, zum Beispiel die Kirchstraße in Arnsdorf. Das habe den Haushalt entlastet, ebenso die Rücklage, aus der die Gemeinde nur 272.000 Euro statt 301.000 Euro in den Straßenbau steckte.
  Insgesamt hatte Vierkirchen 1233000 Euro für bauliche Vorhaben (einschließlich Fördergelder) vorgesehen, 896.000 Euro wurden bis Jahresende dafür ausgegeben. Die größte kommunale Investition war der Umbau des Feuerwehrhauses in Tetta. Rund 188.600 Euro waren geplant und wurden auch ausgegeben. Die Gemeinde selbst musste aber tiefer in die eigene Kasse greifen, da noch einige zusätzliche Arbeiten und Anschaffungen für das Feuerwehrhaus gemacht wurden. So stieg der Eigenanteil um 5.262 Euro auf fast 53.400 Euro.
  Kostengünstiger ging die energetische Sanierung des Kindergartens in Melaune einher. Rund 37.000 Euro sollte diese kosten. Durch den Wegfall der geplanten Solartherme, blieben noch 8000 Euro übrig, mit denen unter anderem der Turnraum neu vorgerichtet wurde.
  Wie die Kämmerin weiter berichtete, erfüllten die Steuereinnahmen die Erwartungen. Nur die Gewerbesteuer brachte nicht die geplanten Einnahmen, dafür erhielt Vierkirchen 45.000 Euro mehr an Einkommenssteuer. Die Gemeindeverschuldung liegt Ende 2010 pro Einwohner bei 573 Euro. Dazu kommen die Schulden aus den Trinkwasser- und Abwasserverbänden mit 289 Euro pro Einwohner..

 

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